Die Erfindung betrifft Lager für Walzwerkswalzen, die jeweils
zwei Walzenzapfen aufweisen, von denen zumindest einer in axialer Richtung zumindest
bereichsweise eine über eine Passfeder verdrehsicher aufgezogene Zapfenbuchse
trägt, wobei die Zapfenbuchse von einer in einem Einbaustück angeordneten
Lagerbuchse umgeben ist und zwischen der Zapfenbuchse und der Lagerbuchse ein tragfähiger
Schmierfilm vorgesehen ist, wobei die Passfeder in einem Bereich des Walzenzapfens
vorgesehen ist, der außerhalb des Bereichs der auf die Zapfenbuchse einwirkenden
und auf das Einbaustück übertragenen Walzdruckkraft liegt.
Gleitlager für Walzwerkswalzen sind seit langem bekannt. Diese
trugen zwischen der Zapfenbuchse und dem Walzenzapfen Passfedern, die jedoch zu
Walzdruckkraft-Schwankungen während des Walzvorgangs führten. Diese Walzen
konnten, dadurch das die Passfedern im Bereich der kraftaufnehmenden Zapfenbuchse
angeordnet waren kurz bauen. Dadurch waren die Walzgerüste schmal. Die Fundamente
für die Walzgerüste, die Walzwerkshallen sowie die Walzenwerkstätten
konnten klein gebaut werden.
Um jedoch die Walzdruckkraft-Schwankungen auszuschalten schlägt
die gattungsbildende DE 26 12 744 A1
vor, die Passfedern außerhalb des Bereichs der auf die Zapfenbuchse einwirkenden
Walzdruckkraft zu legen. Dadurch wurden die Walzen länger. Damit einher gingen
breitere Fundamente, breitere Walzwerkshallen und breitere Walzenwerkstätten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Lager für Walzwerkswalzen
zu schaffen, bei denen die durch die Passfeder bzw. deren Aufnahme-Nut bedingten
Walzdruckkraft-Schwankungen ausgeschlossen sind und die dennoch sehr kurz bauen,
so dass sich durch schmalere Fundamente und schmalere Walzwerkshallen sowie schmalere
Walzenwerkstätten erhebliche Einsparungen ergeben.
Zur Lösung der Aufgabe wird vorgeschlagen, dass die Passfeder
bzw. deren Aufnahme-Nut möglichst nahe an der den Außenbereich der Druckkraftübertragung
begrenzenden Rötscher-Linie angeordnet ist und das die Ausdehnung der Passfedern
in radialer Richtung größer ist als deren Ausdehnung in axialer Richtung.
Durch das Anordnen der Passfeder bzw. deren Aufnahme-Nut möglichst
nahe an die Rötscher-Linie, ergibt sich eine möglichst kurze Bauform der
Walzen. Werden zusätzlich noch die Passfedern so eingebaut, dass sie sich im
Wesentlichen in radialer Richtung erstrecken wird weiterer Platz gewonnen. Da dieser
Gewinn auf beiden Seiten der Walze erfolgt, ergeben sich schmalere Walzgerüste,
schmalere Fundamente, schmalere Walzwerkshallen und schmalere Walzenwerkstätten
bei gleich guter Walzqualität.
Von Vorteil ist, wenn die Passfeder bzw. deren Aufnahme-Nut direkt
an die Rötscher- Linie angrenzt. Damit ist der kleinstmögliche Abstand
und damit die kürzeste Walzenbauart bei hoher Walzqualität ohne Walzdruckkraft-Schwankungen
gewährleistet.
Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Diese zeigt eine Walze 1 mit einem Walzenzapfen 2, der hier einen
konischen Bereich 3 aufweist. Anstelle des konischen Bereichs
3 ist selbstverständlich ein zylindrischer Bereich denkbar.
Auf dem Walzenzapfen 2 sitzt die Zapfenbuchse 4.
Sie ist über eine Passfeder 5, welche in den Walzenzapfen
2 und in die Zapfenbuchse 4 eingreift gegen Verdrehen gegenüber
dem Walzenzapfen 2 gesichert. Die Zapfenbuchse 4 ist von einer
Lagerbuchse 6 umgeben, welche in einem Einbaustück 7 gehalten
ist.
An einer Stufe 8 geht der konische Walzenzapfen
2 in einen abgesetzten Bereich über. Die Zapfenbuchse 4 wird
hier nicht mehr vom Walzenzapfen getragen. Von der Stufe 8 bis zur Außenkante
9 der Lagerbuchse 6 verläuft die hier eingezeichnete, als
äußerste Kraftübertragungslinie zu verstehende Rötscher-Linie
10. Dabei ist deutlich zu erkennen, dass der Kraftfluss, durch die Passfeder
5 nicht behindert bzw. unterbrochen, vom Walzenzapfen 2 über
die Zapfenbuchse 4 zur Lagerbuchse 5 und von dort in das Einbaustück
7 fließen kann. Die Passfeder 5 bzw. deren Aufnahme-Nut
11 berührt lediglich die Rötscher-Linie, sodass keine Walzdruckkraftschwankungen
entstehen können. Damit ist die Passfeder 5 so nahe am Walzenzapfen
2 angeordnet, dass gerade keine Walzdruckkraft-Schwankungen entstehen können.
Weiterhin ist der Figur zu entnehmen, dass die Passfeder
5 sich im Wesentlichen in radialer Richtung erstreckt. Dadurch wird die
axiale Abmessung der vorgelagerten Passfeder 5 möglichst klein, so
dass der Walzenzapfen 2 insgesamt sehr kurz baut.
- 1
- Walze
- 2
- Walzenzapfen
- 3
- konischer Bereich
- 4
- Zapfenbuchse
- 5
- Passfeder
- 6
- Lagerbuchse
- 7
- Einbaustück
- 8
- Stufe
- 9
- Außenkante
- 10
- Rötscher-Linie
- 11
- Aufnahme-Nut