Die Erfindung betrifft ein Ventil, das schnell schaltbar ist, insbesondere
ein Hydraulikventil, mit dem bei Bremsvorgängen von Lastkraftwagen ein Hydraulikfluidstrom
schnell schaltbar ist.
Aus dem Stand der Technik sind Druckluftbremsen von Lastkraftwagen
bekannt, bei denen Aggregate für die Luftaufbereitung notwendig sind und die
einzelnen Komponenten eine große Bauform haben.
Für eine Verringerung der Bauform und ein schnelles Schalten
gelangen bei PKWs insbesondere zur Antiblockiersystem-Steuerung Hydraulikventile
zum Einsatz, wie diese beispielsweise im Dokument EP
1623900A1 in Form eines stromlos offenen Ventils und in der DE
10 2004 033 864 A1 in Form eines stromlos geschlossenen Ventils gezeigt
sind.
Derartige Ventile können jedoch nur einen geringen Volumenstrom
schalten, so dass keine Eignung dieser Ventile für einen breiten Einsatz zum
Schalten großer Volumenströme bei LKWs besteht.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daran, ein Ventil für
das schnelle Schalten von großen Durchflussmengen mit vertretbarem Kostenaufwand
zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch ein vorgesteuertes Ventil nach Anspruch 1,
eine Ventileinheit nach Anspruch 10 und durch Ventilblöcke nach Anspruch 11
und 12 gelöst.
Ein erfindungsgemäßes vorgesteuertes Ventil weist einen
2/2-Wege-Hauptkolben und zwei schnell schaltende 2/2-Wege-Pilotventile zur Vorsteuerung
des Hauptkolbens auf. Damit lässt sich ein großer Volumenstrom mit hoher
Geschwindigkeit schalten.
Vorzugsweise ist ein Pilotventil in eine mit einem Druckanschluss
verbundene Druckleitung geschaltet und ein weiteres Pilotventil in eine mit einem
Tank verbundenen Tankleitung geschaltet. Dieses ermöglicht eine Druckmittelverbindung
zwischen einem vom Hauptkolben begrenzten Druckraum mit dem Druckanschluss oder
dem Tankanschluss und somit ein Schalten mit hoher Geschwindigkeit.
Das Druckleitungs-Pilotventil ist vorzugsweise stromlos geschlossen
und das Tankleitungs-Pilotventil vorzugsweise stromlos offen, wodurch der Hauptkolben
entlastet ist. Bei Bestromung der Pilotventile wird das Druckleitungs-Pilotventil
geöffnet und das Tankleitungs-Pilotventil geschlossen, wodurch der Hauptkolben
in Schließstellung vorgespannt wird.
Als Pilotventile gelangen bevorzugt Ventile für Antiblockersysteme
für PKWs zum Einsatz. Die durch diese schnell schaltenden Ventile steuerbaren
Volumenströmen sind als Vorsteuervolumenströme für Antiblockiersysteme
bei LKWs ausreichend.
Mit derartigen Anordnung lassen sich Schaltzeiten von weniger als
15 ms realisieren. Der Hauptkolben ist vorzugsweise direkt und dicht in metallischen
Gehäuse geführt, wodurch auf weitere Komponenten zwischen den Hauptkolben
und Metallgehäuse verzichtbar ist und somit die Baugröße des vorgesteuerten
Ventils gering gestaltet werden kann.
Es wird bevorzugt, den Hauptkolben aus Kunststoff zu fertigen, wodurch
keine mechanische Nacharbeit notwendig ist und die Hauptkolben in einem Metall-Ventilgehäuse
beispielsweise aus Aluminium oder Stahl einfach einsetzbar ist und die Führungsfläche
des Hauptkolbens gleichzeitig als Dichtung dienen kann.
Es wird auch auf Grund der verwendeten Spritzgießtechnik bevorzugt,
den Hauptkolben dünnwandig auszugestalten, um aufgrund des geringen Gewichts
ein schnelles Schalten zu ermöglichen.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung weist eine als 3/2-Wegeventil
ausgebildete Ventilgruppe zwei der vorstehend beschriebenen vorgesteuerten Ventile
auf, wodurch sich eine Druckmittelverbindung zwischen einem Druckanschluss und einem
Auslassanschluss und dem Auslassanschluss und dem Tankanschluss mit hoher Geschwindigkeit
und hohen Volumenstrom schalten lässt.
Bei einem derartigen 3/2-Wegeventil ist ein erstes Pilotventil zur
Verbindung mit einem Druckanschluss stromlos geschlossen, ein zweites Pilotventil
zur Verbindung mit einem Tankanschluss stromlos offen, ein drittes Pilotventil zur
Verbindung mit einem Druckanschluss stromlos offen und ein viertes Pilotventil zur
Verbindung mit einem Tankanschluss stromlos geschlossen. Somit kann bei stromlosen
Pilotventilen in einem Druckraum, der die Druckmittelverbindung zwischen einem Auslassanschluss
und einem Tankanschluss schaltet, der Druck am Einlassanschluss vorliegen, so dass
die Druckmittelverbindung zwischen Auslassanschluss und Tankanschluss zugesteuert
ist. Hingegen liegt bei bestromten Pilotventilen in diesem Druckraum der Druck am
Tankanschluss an, so dass die Druckmittelverbindung zwischen Auslassanschluss und
Tankanschluss aufgesteuert wird.
Ferner wird erfindungsgemäß ein Ventilblock mit einem vorstehend
beschriebenen 3/2-Wegeventil und ein Ventilblock mit zwei vorstehend beschriebenen
3/2-Wegeventilen vorgesehen. Auf diese Weise ist mit geringem Platzbedarf ein Antiblockiersystem auf
Hydraulikbasis für Lastkraftwagen umsetzbar.
Erfindungsgemäße Weiterbildungen sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand schematischer Zeichnung
beschrieben. Es zeigen:
1 ein Schaltschema für ein vargesteuertes Ventil
entsprechend einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
2 eine Querschnittsansicht eines Ventilblocks entsprechend
dem ersten Ausführungsbeispiel,
3 eine Schnittansicht der ebene I-I aus 2
des Ventilblocks entsprechend dem ersten Ausführungsbeispiel
4 ein Schaltschema für das vorgesteuerte Ventil
entsprechend dem zweiten Ausführungsbeispiel,
5 eine Prinzipdarstellung für das Schaltschema,
das in einem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung umgesetzt wird,
6 eine Draufsicht auf einen Ventilblock entsprechend
dem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem zwei Ventileinheiten
entsprechend dem zweiten Ausführungsbeispiel miteinander kombiniert sind,
7 eine Schnittansicht des Ventilblocks aus
6 in der Ebene II-II,
8 eine Schnittansicht des Ventilblocks aus
6 in der Ebene III-III,
9 eine teilgeschnittene Untersicht des Ventilblocks
aus 6,
10 eine Ansicht von rechts des Ventilblocks aus
6 und
11 eine Schnittansicht in der Ebene IV-IV von
10.
1 zeigt ein Schaltschema eines ersten Ausführungsbeispiels
eines vorgesteuerten Ventils 1. Bei diesem vorgesteuerten Ventil
1 ist ein Hauptkolben 2 einer Hauptstufe vorgesehen, der über
eine Feder 4 gegen einen Ventilsitz 6 vorgespannt wird. Beim Abheben
einer Sitzfläche 8 des Hauptkolbens 2 von dem Ventilsitz
6 wird eine Druckmittelverbindung zwischen einem Einlassanschluss A, der
koaxial mit der Mittelachse des Hauptkolbens 2 verläuft, mit einem
senkrecht zur Vertikalachse vorgesehenen Auslassanschluss B aufgesteuert. Der Hauptkolben
2 ist durch eine Ringfläche 12 mit einer Flächendifferenz
ausgebildet, wobei der ventilseitige Durchmesser kleiner als der rückwärtige
Durchmesser ist. Stromabwärts der Sitzfläche 8 ist um den Hauptkolben
herum ein durch die Ringfläche 12 begrenzter Ringraum 10
vorgesehen.
Der Druck am Einlassanschluss A liegt am Hauptkolben 2 an
einer Fläche 14 an, die durch die Sitzfläche 8 des Hauptkolbens
begrenzt ist. Auf die Ringfläche 12 des Hauptkolbens wirkt der Druck
am Auslassanschluss B in Öffnungsrichtung des Hauptkolbens 2.
Der Hauptkolben weist an dem zur Fläche 14 entgegengesetzten
Abschnitt einen Hohlzylinderabschnitt 16 auf, in den eine Feder
4 eintaucht und an dessen stirnseitige Bodenfläche 18 diese
angreift. Die Feder 4 ist an einem Stützabschnitt 20 einer
Aufnahmebohrung 22, in der der Hauptkolben 2 mit seinem größeren
Durchmesser geführt wird, abgestützt und drückt gegen eine durch
den Hohlzylinderabschnitt begrenzte Bodenfläche 18 des Hauptkolbens,
um den Hauptkolben in Schließrichtung zu spannen. Der Druckraum 24
wird durch die Rückseite des Hauptkolbens 2 begrenzt.
Die Hauptstufe mit dem Hauptkolben 2 des ersten Ausführungsbeispiels
wird durch zwei schnell schaltende 2/2-Wege-Pilotventile 26,
28 vorgesteuert.
Das Pilotventil 26 ist ein stromlos geschlossenes 2/2-Wegeventil,
wie es beispielsweise in der Druckschrift DE
10 2004 033 846 A1 beschrieben ist, und hat einen Druckanschluss P sowie
einen Arbeitsanschluss A. Der Ringraum 10 am Hauptkolben 2 ist
über einen Vorsteuerkanal 52 mit dem Druckanschluss des Pilotventils
26 verbunden, dessen Arbeitsanschluss A über den Druckkanal
54 mit dem Druckraum 24 in Druckmittelverbindung steht. Im Ruhezustand
ist das Pilotventil 26 geschlossen, wobei eine Druckmittelverbindung zwischen
dem Druckanschluss P und dem Arbeitsanschluss A blockiert ist. Im bestromten Zustand
ist das Pilotventil 26 offen, wobei die Druckmittelverbindung zwischen
dem Druckanschluss P und dem Arbeitsanschluss A geöffnet ist, so dass über
das Pilotventil 26 die Druckmittelverbindung zwischen dem Ringraum
10 am Hauptkolben 2 und dem Druckraum 24 hergestellt
ist.
Das Pilotventil 28 ist ein stromlos offenes Ventil, wie es
beispielsweise in der Anmeldung EP1623900A1
beschrieben ist, und hat einen Tankanschluss T sowie einen Arbeitsanschluss A. Der
Druckraum 24 am Hauptkolben 2 ist über einen Vorsteuerkanal
56 mit dem Arbeitsanschluss A des Pilotventils 28 verbunden, dessen
Tankanschluss A über einen Tankkanal 58 mit einem Tankanschluss T
in Druckmittelverbindung steht. Im bestromten Zustand ist das Pilotventil
28 geschlossen, wobei eine Druckmittelverbindung zwischen dem Tankanschluss
T und dem Arbeitsanschluss A blockiert ist. Im stromlosen Zustand ist das Pilotventil
28 offen, wobei die Druckmittelverbindung zwischen dem Tankanschluss T
und dem Arbeitsanschluss A geöffnet ist, so dass über das Pilotventil
28 die Druckmittelverbindung zwischen dem Druckraum 24 am Hauptkolben
2 und dem Tankanschluss T hergestellt ist.
Nachfolgend wird die Funktion des vorgesteuerten Ventils
1 entsprechen dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben.
In der Anfangsposition wird die Hauptkolben 2 über die
Feder 4 auf den Ventilsitz 6 gedrückt. Die Pilotventile
26 und 28 sind stromlos, so das das Pilotventil 26 keine
Druckmittelverbindung zwischen dem Ringraum 10 und dem Druckraum
24 herstellt, während das Pilotventil 26 offen ist, so dass
im Druckraum 24 im Wesentlichen Tankdruck herrscht.
Auf diese Weise wirkt der am Auslassanschluss B anliegende Druck auf
die Ringfläche 12 in Öffnungsrichtung des Hauptkolbens
2. Auf die Fläche 14 wirkt der Druck am Einlassanschluss
A. Aufgrund der Entlastung des Druckraums 24 zum Tank ist zunächst
nur die Stirnfläche 14 wirksam. Ein schnelles Öffnen des Hauptkolbens
ist dann möglich, wenn die Summe der Kraft, die durch den am Einlassanschluss
A auf die Fläche 14 wirkenden Druck erzeugt wird, und der Kraft, die
durch den Druck am Auslassanschluss B auf die Ringfläche 12 wirkt,
größer als die Summe aus der Federkraft der Feder 4 und der Kraft,
die auf Grund des Drucks im Druckraum 24 in Schließrichtung des Hauptkolbens
2 wirkt, ist.
Wenn das vorgesteuerte Ventil 1 des ersten Ausführungsbeispiels
mit hoher Geschwindigkeit aus der offenen in die geschlossene Schaltstellung gebracht
werden soll, so werden beide Pilotventile 26, 28 bestromt, so
dass das Pilotventil 26 in seine offene Schaltstellung gelangt, und das
Pilotventil 28 geschlossen wird.
Auf diese Weise wird eine Druckmittelverbindung zwischen dem Ringraum
10 und dem Druckraum 24 hergestellt, während die Druckmittelverbindung
zwischen dem Druckraum 24 und dem Tank unterbrochen wird. Der Druck im
Ringraum 10 ist etwa so groß wie der am Einlassanschluss A. Der rückwärtige
Durchmesser des Hauptkolbens ist etwa so groß wie die Summe der Ringfläche
12 und der Stirnfläche 14. Aufgrund dieser Flächendifferenz
und des etwa gleichen Drucks wird der Hauptkolben 2 mit hoher Geschwindigkeit
geschlossen.
Die 2 und 3
zeigen den Aufbau eines in ein Ventilgehäuse 30 eingebrachte vorgesteuerten
Ventils entsprechend dem Schaltschema von 1.
2 zeigt eine Quersichtansicht des vorgesteuerten Ventils
1, während 3 eine Schnittansicht des
Ventils in der Ebene I-I von 2 darstellt.
Das Ventilgehäuse 30 ist in der Ausführung entsprechend
den 2 und 3 quaderförmig
ausgestaltet und hat eine Querbohrung 32 mit einer Zurückstufung
34 durch die der Ventilsitz 6 ausgebildet ist. Der zur Zurückstufung
34 entgegengesetzte Endabschnitt der Querbohrung 32 wird durch
eine Verschlussschraube 36 verschlossen, die den Stützabschnitt
20 für die Feder 4 aufweist. Zwischen der Verschlussschraube
36 und der Zurückstufung 34 ist die Aufnahmebohrung
22 für den Hauptkolben 2 vorgesehen. Der Hauptkolben
2 hat, wie bereits 1 beschrieben, eine Sitzfläche
8 zur Anlage mit dem Ventilsitz 6 sowie einen entgegengesetzt
zur Sitzfläche 8 ausgebildeten Hohlzylinderabschnitt 16,
zur Aufnahme der Feder 4.
In dem Hohlzylinder 16 des Hauptkolbens 2 aus
2 ist ein Zentrierbolzen 38 im Wesentlichen
in Zylinderform befestigt, durch den die Feder geführt wird. Die Verschlussschraube
36 ist in Bezug auf den innen Umfang der Querbohrung 32 durch
einen Dichtring 40 abgedichtet. Benachbart zur Ringfläche
12 ist in der Aufnahmebohrung 22 ein radial erweiterter Abschnitt
42 vorgesehen, so dass der Ringraum 10 im Vergleich zu Radialabmessung
der Ringfläche 12 radial erweitert ist. Die höhere Radialabmessung
des Ringraums 10 ist vorteilhaft, um eine gleichmäßige Druckmittelverteilung
radial außerhalb des Hauptkolbens abzusichern.
Der Einlassanschluss A mündet in den radial erweiterten Abschnitt.
Eine Längsbohrung 46 ist senkrecht zu Querbohrung 32 in das
Ventilgehäuse 30 eingebracht und mündet in den Ringraum
10 radial außerhalb des Hauptkolbens 2. Die Längsbohrung
46 ist durch ein Verschlussschraube 48 nach außen hin abgedichtet.
Von der Längsbohrung 46 zweigt ein Auslasskanal 50 zum Auslassanschluss
B ab. Ebenfalls senkrecht zu Querbohrung 32 sind in entgegengesetzte Endabschnitte
des Ventilgehäuses die Pilotventile 26, 28 eingebracht. Ein
Vorsteuerkanal 52 führt vom Ringraum 10 zum stromlos geschlossenen
Pilotventil 26, das über einen parallel zur Längsbohrung
46 vorgesehenen Druckkanal 54 mit dem Druckraum 24 verbunden
ist.
Ebenfalls parallel zur Längsbohrung 46 ist ein Vorsteuerkanal
56 in Druckmittelverbindung mit dem Druckraum 24 vorgesehen, wobei
dieser Vorsteuerkanal 56 zu dem stromlos offenen Pilotventil
28 führt, das über einen Tankkanal 28 mit einem Tankanschluss
T am Ventilgehäuse 30 verbindbar ist.
Der Hauptkolben 2 ist ein Sitzkolben, der nach einem Kunststoffspritzgießverfahren
hergestellt wird. Ein bevorzugter Kunststoff ist Poly-Ether-Ether-Keton
(PEEK), in den zur Verstärkung der Steifigkeit Kohlefaser, vorzugsweise mit
einem Anteil von 30%, eingearbeitet sein kann.
Für den Hauptkolben 2 ist ein beliebiges Material verwendbar,
jedoch vorzugsweise Kunststoff. Ein derartiger Sitzkolben ist fertigungstechnisch
einfach und kostengünstig herstellbar und weist ein geringes Gewicht auf, wodurch
ein gutes Ansprechverhalten gewährleistet werden kann.
In den Außenumfang des Hohlzylinderabschnitt 16 des
Hauptkolbens 2 sind vorzugsweise ringförmige Ausnehmungen eingebracht.
Das Ventilgehäuse 30 ist vorzugsweise aus Metall, beispielsweise aus
Aluminium oder Stahl gefertigt. Durch in den Außenumfang des Hauptkolbens eingebrachte
ringförmige oder spiralförmige Ausnehmungen kann die Außenumfangsfläche
des Hohlzylinderabschnitt 16 als Führungsfläche mit Dichtwirkung
gegenüber dem Ventilgehäuse dienen.
Die Schaltzeiten der Pilotventile 26, 28 sind kleiner
als 15 ms, so dass der Hauptkolben beim Schalten großer Hydraulikfluidmengen
vom Einlassanschluss A zum Auslassanschluss B mit hoher Geschwindigkeit steuerbar
ist.
4 zeigt eine Ventileinheit 100 entsprechend
dem zweiten Ausführungsbeispiel, die ein vorgesteuertes Ventil mit einem Hauptkolben
2, dessen Sitzfläche 8 gegen ein Ventilsitz 6 durch
eine Feder 4 vorgespannt ist, sowie mit Pilotventilen 26 und
28 entsprechend dem vorgesteuerten Ventil 1 des ersten Ausführungsbeispiels
aufweist.
Das Pilotventil 26 beim zweiten Ausführungsbeispiel
stellt im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel über einen an den
Druckanschluss P angeschlossenen Vorsteuerkanal 152 die Druckmittelverbindung
mit dem Einlassanschluss A her. Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel
stellt das Pilotventil 28 über einen an seinen Tankanschluss T Tankkanal
158 Druckmittelverbindung mit einer Tankleitung 160 her.
Im Auslasskanal 162 zum Auslassanschluss B ist beim zweiten
Ausführungsbeispiel ein zusätzlicher Hauptkolben 102 vorgesehen,
dessen von der Sitzfläche 108 umgebene Stirnfläche
114 zu der Tankleitung 160 weist. Der Hauptkolben 102
weist ebenfalls eine Ringfläche 112 mit einem Ringraum 110
auf, der mit dem Auslasskanal 162 in Druckmittelverbindung steht. Der Hauptkolben
102 ist von einem Stützabschnitt 120 aus durch eine Druckfeder
104 gegen den Ventilsitz 106 vorgespannt.
Durch ein Abheben des Hauptkolbens 102 vom Ventilsitz
106 wird eine Druckmittelverbindung zwischen dem Auslasskanal
162 und der Tankleitung 160 aufgesteuert.
Der Druckanschluss P eines stromlos offenen Pilotventils
126 steht über einen Vorsteuerkanal 164 mit dem Einlassanschluss
A in Druckmittelverbindung, während der Arbeitsanschluss A des Pilotventils
126 über einen Druckkanal 170 mit dem Druckraum
124 in Druckmittelverbindung steht. Somit ist der Druckraum 124
ist über das stromlose Pilotventil 126 mit dem Einlassanschluss A
verbunden.
Der Arbeitsanschluss A eines stromlos geschlossenen Pilotventils
128 steht über einen Vorsteuerkanal 168 mit dem Druckraum
124 in Druckmittelverbindung, während der Tankanschluss T des Pilotventils
128 mit dem Tankanschluss T in Druckmittelverbindung steht. Somit ist der
Druckraum 124 über das das bestromte Pilotventil 128 mit
der Tankleitung 160 verbunden.
Die Ventileinheit 100 des zweiten Ausführungsbeispiels
hat die Funktion eines 3/2-Wegeventils, wie es in der Prinzipdarstellung im oberen
Abschnitt von 5 gezeigt ist. Durch den Hauptkolben
2 der Ventileinheit 100 wird bei stromlosem Pilotventil
26, 28 der Druckraum 4 zum Tank T hin entlastet, so dass
in Abhängigkeit vom Druck am Einlassanschluss A der Strömungsquerschnitt
zwischen Ventilsitz 6 und Sitzfläche 8 in einfacher Weise
aufgesteuert werden kann.
Zum Schließen der Druckmittelverbindung zwischen dem Einlassanschluss
A und dem Auslassanschluss B werden die Elektromagneten der Pilotventile
26, 28 bestromt, so dass das Pilotventil 26 in seine
geöffnete Schaltstellung und das Pilotventil 28 in seine geschlossene
Schaltstellung gebracht wird.
Damit wird Druckmittel vom Einlassanschluss A in den Druckraum
24 geführt und aufgrund der Druckerhöhung in Druckraum
24 ein Schließen des Hauptkolbens 2 und damit eine Unterbrechung
der Druckmittelverbindung zwischen dem Einlassanschluss A und dem Auslassanschluss
B bewirkt.
Während der vorstehend genannten Ansteuerung des Hauptkolbens
2 befindet sich der Hauptkolben 102 in der geschlossenen Schaltstellung,
in der eine Druckmittelverbindung zwischen den Tankanschluss T und dem Auslassanschluss
B unterbrochen ist. Diese Schaltstellung wird erreicht, indem die Pilotventile
126, 128 stromlos sind, so dass Druckmittel vom Arbeitsanschluss
A über das Pilotventil 126 in den Druckraum 124 gelangt,
während eine Druckmittelverbindung zwischen dem Druckraum 124 und
dem Tankanschluss T über das geschlossene Pilotventil 128 abgesperrt
ist.
Zum Einstellen des Schaltstellung b der Ventileinheit
100 entsprechend 5 werden die Pilotventile
26, 28, 126, 128 bestromt, so dass die Pilotventile
26 und 128 in die offene Schaltstellung und die Pilotventile
28, 126 in die geschlossene Schaltstellung gelangen. Dadurch gelangt
Druckmittel von Arbeitanschluss A über das Pilotventil 26 in den Druckraum
24 am Hauptkolben 2 und bewirkt dieses eine Druckerhöhung
in Druckraum 24 ein Verbleiben des Hauptkolbens 2 in der geschlossenen
Schaltstellung.
Da sich das Pilotventil 28 in der geschlossenen Schaltstellung
befindet, wird der Druckraum 4 nicht zum Tankanschluss T hin entlastet.
Gleichzeitig ist die Druckmittelverbindung zwischen den Druckraum 124 am
Kolben 102 zwischen dem Tankanschluss T und dem Druckraum 124
aufgesteuert, so dass, da die Druckmittelverbindung zwischen den Arbeitsanschluss
A und dem Druckraum 124 durch das geschlossene Pilotventil 126
zugesteuert ist, der Druckraum 124 zum Tankanschluss T hin entlastet ist.
Der Druck im Auslassanschluss B wirkt auf die Ringfläche
112 am Hauptkolben 102 und bewirkt aufgrund des entlasteten Druckraums
124 ein Abheben des Sitzfläche 108 vom Ventilsitz
106. Somit wird die Druckmittelverbindung zwischen dem Auslassanschluss
B und dem Tankanschluss T aufgesteuert.
Ein schnelles Schließen der Druckmittelverbindung zwischen dem
Auslassanschluss B und dem Tankanschluss T wird erreicht, indem den Elektromagneten
der Pilotventile 126, 128 kein elektrischen Strom zugeführt
wird, so dass das Pilotventil 126 in die offene Schaltstellung und das
Pilotventil 128 in die geschlossene Schaltstellung gelangt. Somit strömt
Druckmittel vom Arbeitsanschluss A durch das geöffnete Pilotventil
126 in den Druckraum 124, so dass die Sitzfläche
108 des Hauptkolben 102 mit dem Ventilsitz 106 mit hoher
Geschwindigkeit in Anlage gelangt und folglich die Druckmittelverbindung zwischen
dem Auslassanschluss B und dem Tankanschluss T abgesperrt wird.
5 zeigt ein vorgesteuertes Ventil in der Prinzipdarstellung
entsprechend dem dritten Ausführungsbeispiel. Die 6
bis 11 zeigen Ansichten einer in einem Ventilgehäuse
vorgesehenen Ventilgruppe 200 entsprechend dem dritten Ausführungsbeispiel.
In der Ventilgruppe 200 des dritten Ausführungsbeispiels
sind zwei Ventileinheiten 100, 300 entsprechend dem zweiten Ausführungsbeispiel
parallel vorgesehen, wobei beide Ventileinheiten 100, 300 mit
dem Tankanschluss T verbunden sind. Zu einer besseren Unterscheidung der Anschlüsse
beim dritten Ausführungsbeispiel werden in den 5
bis 11 die Einlassanschlusse statt mit A mit PR bzw.
PL bezeichnet, während die Auslassanschlusse statt B mit BR bzw. BL bezeichnet
werden.
Die Ventilgruppe 200 des dritten Ausführungsbeispiels
hat die Funktion, eine Druckmittelströmung zwischen dem Einlassanschluss PR
und dem Auslassanschluss BR bzw. zwischen dem Auslassanschluss BR und dem Tankventil
T zu schalten, sowie eine Druckmittelströmung zwischen dem Einlassanschluss
PL und dem Auslassanschluss BL sowie zwischen dem Auslassanschluss BL und dem Tankanschluss
T zu schalten.
In der Ventilgruppe 200 des dritten Ausführungsbeispiels
liegen die Ventileinheiten 100, 300 vor, die jeweilige Hauptkolben
2, 102, 202, 302 haben, die durch Pilotventile
26, 28; 126, 128; 226, 228
und 326, 328 angesteuert werden. Die Ventilgruppe 200
des dritten Ausführungsbeispiels weist ein quaderförmiges Ventilgehäuse
230 auf, in dem sowohl die Hauptkolben, die Pilotventile als auch die Anschlüsse
der Ventilgruppe 200 vorgesehen sind.
6 zeigt eine Draufsicht auf die Ventilgruppe entsprechend
dem dritten Ausführungsbeispiel, 7 einen Schnitt
in der Ebene II-II aus 6, 8
eine Schnittansicht in der Ebene III-III von 6,
9 eine teilgeschnittene Untersicht der Ventilgruppe
200 aus 6, wobei der Schnitt in der Ebene
V-V in 10 ausgeführt ist, 10
eine Ansicht von rechts der Ventilgruppe aus 6 und
11 eine Schnittansicht in der Ebene IV-IV von
10.
Bei der nachfolgenden Beschreibung wird auf die Gesamtheit der
6 bis 11 Bezug genommen.
Die Hauptkolben 2, 102, 202,
302 der vorgesteuerten Ventile sind in das Ventilgehäuse
230 in 6 in Querrichtung eingebracht und in
den Schnittansichten von 11, 9
und 7 gezeigt. Die Druckfedern 4,
104, 204 und 304 stützen sich an Verschlussschrauben
36, 136, 236, 336, wie in den 11,
9, 7 gezeigt, ab.
Die Einlassanschlüsse PL und PR sowie der Tankanschluss T erstrecken
sich parallel zu den zueinander parallel angeordneten Hauptkolben 2,
102, 202, 302. In Längsrichtung des Ventilgehäuses
230 sind die Auslassanschlusse BL und BR vorgesehen. Die Pilotventile
26, 28, 126, 128, 226, 228,
326, 328 sind senkrecht zur Querrichtung von 6
in das Ventilgehäuse 230 eingebracht. Die Pilotventile 226,
228 bewirken in gleicher Weise wie die Pilotventile 26,
28 bezüglich des Hauptkolbens 2 eine Vorsteuerung des Hauptkolbens
202. Die Pilotventile 326, 328 bewirken in gleicher Weise
wie die Pilotventile 126, 128 bezüglich des Hauptkolbens
102 eine Vorsteuerung des Hauptkolbens 302.
Das Pilotventil 226 ist ein stromlos geschlossenes Ventil
und stellt, wie es in 7 gezeigt ist, eine Druckmittelverbindung
zwischen dem Einlassanschluss PL und dem Druckraum 224 über den Vorsteuerkanal
252 und den Druckkanal 245 her. Das Pilotventil 228 ist
stromlos offen und stellt eine Druckmittelverbindung zwischen den Druckraum
224 und dem Tankanschluss T über einen in 7
gezeigten Vorsteuerkanal 256 und über einen nicht dargestellten Kanal
her. In gleicher Weise wie das Pilotventil 126 über den in
11 gezeigten Vorsteuerkanal 164 mit dem Einlassanschluss
PR verbunden ist, ist das Pilotventil 326 über einen nicht dargestellten
Vorsteuerkanal mit dem Einlassanschluss PL verbunden.
Das Pilotventil 326 ist ein stromlos offenes Ventil und ist
mit dem Druckraum 324 des Hauptkolbens 302 über einen Vorsteuerkanal
368, der in 8 gezeigt ist, verbunden. Die
Tankkanäle 166, 366 münden wie in 9
gezeigt in den Tankanschluss T.
Durch die kompakte Gestaltung der Ventilgruppe 200 aus den
6 bis 11 lassen sich 3/2-Wegeventile
entsprechend 5 mit jeweils 2/2-Hauptventilen und 4
Pilotventilen in kompakter und einfach zu montierender Anordnung umsetzen.
Die Funktion jeder Ventileinheit 100, 300 der Ventilgruppe
200 aus 5 entspricht der der in
4 gezeigten Ventileinheit 100.
Die Hauptkolben 2 der Ventileinheiten 100,
300 sind wie bereits im ersten Ausführungsbeispiel beschrieben vorzugsweise
Kunststoff-Logikkolben.
Durch die erfindungsgemäßen Ventilanordnungen lassen sich
auch für Lastkraftwagen ein schnelles Schalten von hohen Volumenströmen,
beispielsweise bis zu 60 Liter/Min, mit minimalen Druckverlust umsetzen. Derartige
vorgesteuerte Ventile sind beispielsweise für die Antiblockersysteme oder für
die digitale Regelung von hydraulischen Achsen, beispielsweise bei Lastkraftwagen,
einsetzbar. Durch das Spritzgießen der Ventilkolben ist keine mechanische Nacharbeit
notwendig und ist ein dichter Ventilsitz im Gehäuse realisierbar.
Die Erfindung betrifft ein vorgesteuertes Ventil mit einem 2/2-Wege-Haupkolben
und zwei schnell schaltenden 2/2-Wege-Pilotventilen zur Vorsteuerung des Hauptkolbens,
um großen Volumenströme schnell schalten zu können. Derartig vorgesteuerte
Ventile lassen sich in Gruppen zur Realisierung eines 3/2-Wegeventils und in Gruppen
von einer Vielzahl von derartigen Wegeventile zusammenfassen.
- 1
- vorgesteuertes Ventil
- 2
- Hauptkolben
- 4
- Feder
- 6
- Ventilsitz
- 8
- Sitzfläche
- 10
- Ringraum
- 12
- Ringfläche
- 14
- Stirnfläche
- 16
- Hohlzylinderabschnitt
- 18
- Bodenfläche
- 20
- Stützabschnitt
- 22
- Aufnahmebohrung
- 24
- Druckraum
- 26
- Pilotventil NC
- 28
- Pilotventil NO
- 30
- Ventilgehäuse
- 32
- Querbohrung
- 34
- Zurückstufung
- 36
- Verschlussschraube
- 38
- Zentrierbolzen
- 40
- Dichtring
- 42
- radial erweiterter Abschnitt
- 44
- Druckkanal
- 46
- Längsbohrung
- 48
- Verschlussschraube
- 50
- Auslasskanal
- 52
- Vorsteuerkanal
- 54
- Druckkanal
- 56
- Vorsteuerkanal
- 58
- Tankkanal
- 100
- Ventileinheit
- 102
- Hauptkolben
- 104
- Druckfeder
- 106
- Ventilsitz
- 108
- Sitzfläche
- 110
- Ringraum
- 112
- Ringfläche
- 114
- Stirnfläche
- 116
- Hohlzylinderabschnitt
- 120
- Stützabschnitt
- 124
- Druckraum
- 126
- Pilotventil NO
- 128
- Pilotventil NC
- 162
- Auslasskanal
- 164
- Vorsteuerkanal
- 166
- Tankkanal
- 168
- Vorsteuerkanal
- 170
- Druckkanal
- 200
- Ventilgruppe
- 202
- Hauptkolben
- 204
- Feder
- 224
- Druckraum
- 226
- Pilotventil NC
- 228
- Pilotventil NO
- 236
- Verschlussschraube
- 252
- Vorsteuerkanal
- 254
- Druckkanal
- 256
- Vorsteuerkanal
- 258
- Tankkanal
- 300
- Ventileinheit
- 302
- Hauptkolben
- 304
- Druckfeder
- 324
- Druckraum
- 326
- Pilotventil NO
- 328
- Pilotventil NC
- 364
- Vorsteuerkanal
- 366
- Tankkanal
- 368
- Vorsteuerkanal