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Dokumentenidentifikation DE102006024297A1 29.11.2007
Titel b-informed: Traffic System zur Vermittlung von ad-hoc Mitfahrgelegenheiten
Anmelder Kreienbring, André, 50354 Hürth, DE
DE-Anmeldedatum 24.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006024297
Offenlegungstag 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse G06Q 50/00(2006.01)A, F, I, 20060524, B, H, DE

Beschreibung[de]
Einleitung

Die Erfindung ist ein System, welches dazu geeignet ist Nachfrager und Anbieter von Mitfahrgelegenheiten ad-hoc zum Zweck der Bildung einer Fahrgemeinschaft zusammenzuführen.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem mobilen und weitestgehend automatisierten Einsatz und damit der Flexibilität der Teilnehmer des Systems.

Bereits seit vielen Jahren beruhen Mitfahrgelegenheiten entweder auf privaten Absprachen oder werden professionell z.B. durch die Mitfahrzentrale (www.mittahrzentrale.de) vermittelt. Wurden früher zumeist Vermittlung unter Einsatz des Telefons über die Mitfahrzentrale zwischen Fahrer und Mitfahrer abgestimmt, so bringen heute moderne Kommunikationsformen, wie das Internet oder Informationswege, wie SMS oder WAP Anbieter und Nachfrager von Mitfahrgelegenheiten zusammen.

Nachteil der herkömmlichen Form der Vermittlung ist immer ein gewisser Planungsvorlauf sowohl für Fahrer als auch für Mitfahrer. Dieser bedingt einen Verlust bei der Flexibilität in Bezug auf die Reise.

Es ist die Aufgabe der Erfindung eine Mitfahrgelegenheit unter Wahrung der größtmöglichen Flexibilität für die beteiligten Personen zu vermitteln. Die Erfindung eliminiert den Planungsvorlauf durch den Einsatz von technologischen Komponenten, durch Datenübertragung und Applikationslogik wie in der Folge beschrieben.

Technologische Komponenten:

Heute in vielen Fahrzeugen anzutreffen: Navigationssysteme. Hier handelt es sich um Geräte, die nach Angabe des Ziels die optimale Fahrstrecke berechnen und diese dem Fahrer über Sprachausgabe und/oder der Anzeige mit Hilfe von elektronischen Karten kommunizieren.

Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Ortung des Fahrzeugs über das amerikanische satellitengestützte System GPS (Global Positioning Signal). Mit Galileo wird derzeit ein vergleichbares europäisches System in Betrieb genommen.

Heutige Mobiltelefone können ebenfalls geortet werden. Hier kommen verschiedene Technologien, basierend auf der Funkzelle in der das mobile Telefon im Netz registriert ist, zum Einsatz. Die Ergebnisse sind besonders in Ballungszentren recht genau. Für kommende Generationen von mobilen Endgeräten ist davon auszugehen, dass diese zunehmend ebenfalls über die wesentlich genaueren Systeme GPS oder Galileo geortet werden können.

Dienste, Mehrwertleistungen, die sich die Ortung von Telefonen nutzbar machen, um positionsbezogene Leistungen anzubieten, bezeichnet man als ‚Location Based Services’ kurz LBS.

LBS werden in der Regel als SMS oder WAP Dienste angeboten und basieren immer auf einem oder mehreren stationären Rechnern (Servern), die die eigentliche Information ermitteln und aufbereiten. Nicht selten kommen hier Datenbanken zum Einsatz.

Diese Datenbanken können außerdem über das Internet durch sog. Portale oder Community Anwendungen verfügbar gemacht werden.

Communities (Gemeinschaften von Personen mit gemeinsamen Zielen) zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass Mitglieder sich in Ihnen registrieren, dabei persönliche Informationen angeben und Teilnahmebedingungen zustimmen.

Verwendung der einzelnen Komponenten

Der Anbieter/die Anbieterin einer Mitfahrgelegenheit gibt das Fahrziel in ein Navigationssystem ein und ruft anschließend einen Menüpunkt in der Bediensoftware auf (oder betätigt einen dafür vorgesehen Knopf am Gerät) der alle relevanten Daten1

1
Position des Fahrzeugs, Streckenart, Ziel, Rufnummer (SID), ggf. weitere Informationen.
für die Streckenberechnung an das angeschlossene Mobiltelefon überträgt2
2
Alternative: Die Daten werden direkt mittels Mobiltelefon übertragen
. Wahlweise können auch in das Navigationsgerät eingebaute Mobilkomponenten zum Einsatz kommen.

Das mobile (Telefon-) Gerät überträgt diese Informationen (per WAP oder SMS) an einen zentralen Community- und Anwendungsserver, der anschließend wie folgt verfährt.

Die übermittelte Rufnummer des verwendeten Mobiltelefons wird auf Basis der in der Datenbank gespeicherten Daten einer registrierten Person zugeordnet. Die relevanten Daten werden in der Datenbank als Angebot einer Mitfahrgelegenheit gespeichert.

Anschließend wird durch eine geeignete Softwareapplikation3

3
Diese wendet die selben Prinzipien zur Ermittlung der Fahrstrecke an, wie das Navigationsgerät im Fahrzeug
ermittelt, ob für die geplante Fahrt bereits eine Nachfrage für eine Mitfahrgelegenheit vorliegt.

Dies ist dann der Fall, wenn der Standort der mitfahrenden Person an der Fahrstrecke, oder in einer zumutbaren Entfernung4

4
Die ‚zumutbare Entfernung’ oder der ‚zumutbare Umweg in Minuten’ wurde vom Fahrer als eine seiner persönlichen Einstellungen in seinem persönlichen Profil der Community gespeichert.
von einem Punkt der Fahrstrecke liegt und dieser Standort in einem definierten Zeitfenster erreicht werden kann. Und wenn das Ziel des Anbieters in einer zumutbaren Entfernung5
5
Die ‚zumutbare Entfernung’ in KM und/oder Minuten wurde vom Mitfahrer als eine seiner persönlichen Informationen in seinem persönlichen Profil der Community gespeichert.
vom Ziel des Nachfragers liegt.

Der Nachfrager/die Nachfragerin einer Mitfahrgelegenheit verwendet ein mobiles Endgerät, um mit Hilfe einer Software, die Kartenmaterial und Adressinformationen bereitstellt, das Reiseziel und ein Zeitfenster in dem die Reise begonnen werden soll anzugeben. Diese Informationen werden ebenfalls über das Funknetz (per SMS oder WAP) an den zentralen Server übermittelt.

Die Rufnummer des verwendeten mobilen Geräts wird auf Basis der in der Datenbank gespeicherten Daten einer registrierten Person zugeordnet. Die Position6

6
Positionen werden mit Hilfe von Längen- und Breitengraden oder anderen, vergleichbaren GEO Daten gespeichert.
des Geräts wird automatisch vom Server ermittelt7
7
Alternativ kann die Position/der Startpunkt der Reise auch manuell vom Nachfrager ermittelt und übertragen werden.
, und diese wird, zusammen mit dem gewünschten Reiseziel und weiteren Daten als Nachfrage einer Mitfahrgelegenheit gespeichert.

Anschließend wird durch eine geeignete Softwareapplikation ermittelt, ob für die geplante Fahrt bereits das Angebot für eine Mitfahrgelegenheit vorliegt.

Dies ist dann der Fall, wenn der Standort der mitfahrenden Person an der Fahrstrecke (oder in ‚zumutbarer’ Entfernung davon, siehe oben) liegt und dieser Standort im nachgefragten Zeitfenster vom Anbieter erreicht werden kann. Und wenn das Ziel des Nachfragers in einer zumutbaren Entfernung vom Ziel des Anbieters liegt

Vermittlung von Angebot und Nachfrage

Ermittelt die Softwareapplikation untern den oben genannten Bedingungen die Möglichkeit einer Mitfahrgelegenheit für Fahrer und Mitfahrer, so wird zunächst der Fahrer (via SMS)8

8
.. oder einen anderen geeigneten Mechanismus der Informationsübermittlung z.b. ein sprachliches Dialogsystem
über die gemeinsame Strecke (in KM) und über den nötigen Umweg in (KM und Zeit) informiert. Er kann die Anfrage annehmen oder ablehnen9
9
Dies kann entweder über das Navigationsgerät mit Hilfe eines einfachen Dialogs oder über das mobile Endgerät erfolgen. Auch kann die Annahme über ein sprachliches Dialogsystem erfolgen.
.

Für diesen Dialog (Information und Annahme oder Ablehnung kann Alternativ auch eine Vermittlung durch ein Servicecenter eingesetzt werden.

Wird die Anfrage angenommen, so wird auch der/die Nachfragende über das Angebot informiert.

Wichtig: auf der Basis der in der Community definierten Teilnahmebedingungen kommt nach der Annahme der Nachfrage durch den Fahrer des Fahrzeugs ein Vertrag zwischen beiden Personen zur Geltung. Dieser Vertrag regelt u.a. die Abrechnung des Personentransports.

Vorteile der Erfindung

  • 1. Durch die Registrierung/Teilnahme in einer Community können Profildaten der Personen vorgehalten werden, die bei der Vermittlung ausgewertet werden. Ebenfalls kann durch den Beitritt eine Vereinbarung mit dem Anbieter des Vermittlungsservice über Abrechnung von anfallenden Kosten für bezogene Leistungen (Fahrten) oder der Zustimmung zur Ortung durch Mobilfunkbetreiber geschlossen werden.
  • 2. Die Erfindung garantiert den geringsten Aufwand für das Angebot oder die Nachfrage einer Mitfahrgelegenheit.
  • 3. Das System erlaubt die Vermittlung einer Vielzahl von Mitfahrgelegenheiten.
  • 4. Für den Betrieb sind nur wenige Menschen, keine Ladenlokale und nur wenige Standorte des Services notwendig
  • 5. Es besteht eine relative Sicherheit für Fahrer und Mitfahrer, da die Personen über die zugeordnete Mobilfunk Nummer eindeutig identifizierbar sind.
  • 6. Der Verkehr wird durch die Verwendung freier Kapazitäten in den Fahrzeugen drastisch minimiert.
  • 7. Alleine durch Angebot oder Nachfrage einer Mitfahrgelegenheit entstehen dem Betreiber des Services nur geringe Kosten. Das erlaubt eine günstige Gebühr für den Service.


Anspruch[de]
Ein System zur Vermittlung von ad-hoc Mitfahrgelegenheiten unter der Nutzung von technischen Komponenten (Navigationssysteme, Mobiltelefone, Server, Community), dadurch gekennzeichnet, das diese durch (manuelle oder automatische) Kommunikation und Austausch von Informationen zwischen Geräten und Applikationen zusammenwirken und dadurch einen neuartigen Location Based Service bilden. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Austausch zwischen Navigationssystem und mobilem Endgerät über eine drahtlose Verbindung erfolgt. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Austausch zwischen Navigationssystem und mobilem Endgerät über eine kabelgebundene Verbindung erfolgt. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrer oder der potentielle Mitfahrer die Informationen über Start und Ziel der Reise direkt und manuell über ein Mobiles Endgerät übermitteln. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrer via SMS über einen möglichen Mitfahrer informiert wird. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrer durch eine andere Art der Informationsübertragung (einschließlich Sprache) über einen möglichen Mitfahrer informiert wird. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrer den zentralen Service durch SMS darüber informiert, dass er die Nachfrage der Mitfahrgelegenheit annimmt. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Fahrer den zentralen Service über eine andere Art der Kommunikation (einschließlich Sprache) über die Annahme der Mitfahrgelegenheit informiert. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumutbare Entfernungen nicht am Server gespeichert werden, sondern entweder gar nicht oder bei jeder Vermittlung neu angegeben werden.






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