Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Chlor aus einem Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltenden Gas, dass den Schritt
der katalysierten Oxidation des Kohlenmonoxids sowie gegebenenfalls weiterer oxidierbarer
Bestandteile zu Kohlendioxid mit Sauerstoff in einem vorgeschalteten Reaktor unter
adiabatischen Bedingungen umfasst.
Eine Vielzahl von chemischen Verfahren zur Umsetzung mit Chlor oder
Phosgen, wie die Herstellung von Isocyanaten oder Chlorierungen von Aromaten, führen
zu einem Zwangsanfall an Chlorwasserstoff. In der Regel wird dieser Chlorwasserstoff
durch Elektrolyse wieder in Chlor umgewandelt. Gegenüber dieser sehr energieaufwändigen
Methode, bietet die direkte Oxidation von Chlorwasserstoff mit reinem Sauerstoff
oder einem sauerstoffhaltigen Gas an heterogenen Katalysatoren (den sogenannten
Deacon-Prozess) gemäß
4HCl + O2 ↔ 2Cl2 + 2H2O
deutliche Vorteile hinsichtlich des Energieverbrauchs.
Bei den meisten Prozessen wie der Phosgenierung, kann eine größere
Menge Kohlenmonoxid (CO) als Verunreinigung im HCl-Abgas enthalten sein. In der
allgemein verbreiteten Flüssigphasen-Phosgenierung werden im HCl Abgas der
Phosgenauswaschkolonne in der Regel CO-Gehalte im Bereich von 0-3 Vol-% gefunden.
Bei der zukunftsweisenden Gasphasen Phosgenierung (DE
42 1 7 01 9 A1, DE 1 03 07 1 41
A1) sind auch höhere CO-Mengen (0 bis mehr als 5%) zu erwarten, da
bei diesem Verfahren bevorzugt keine Kondensation von Phosgen, und eine damit verbundene
weitgehende Abtrennung des nicht umgesetzten Kohlenmonoxids, vor der Phosgenierung
durchgeführt wird.
Bei der konventionellen katalytischen HCl-Oxidation mit Sauerstoff
bedient man sich verschiedenster Katalysatoren z.B. auf Basis von Ruthenium, Chrom,
Kupfer, etc. Solche Katalysatoren sind beispielsweise in DE
1 567 788 A1, EP 251 731 A2,
EP 936 1 84 A2, EP
761 593 A1, EP 71 1 599 A1
und DE 102 50 131 A1 beschrieben.
Diese können allerdings gleichzeitig als Oxidationskatalysatoren für eventuell
vorhandene Nebenkomponenten wie Kohlenmonoxid oder organische Verbindungen fungieren.
Die katalytische Kohlenmonoxidoxidation zu Kohlendioxid ist jedoch äußerst
exotherm und verursacht unkontrollierte lokale Temperaturerhöhungen an der
Oberfläche des heterogenen Katalysators (Hot-Spot) in der Art, dass eine Deaktivierung
des Katalysators hinsichtlich der HCl-Oxidation stattfinden kann. In der Tat würde
die Oxidation von 5% Kohlenmonoxid in einem inerten Gas (N2) bei einer
Eintrittstemperatur von 250°C (Betriebstemperaturen Deacon 200-450°C)
eine Temperaturerhöhung von weit über 200 Grad bei einer adiabatischen
Umsetzung verursachen. Eine Ursache für die Katalysatordeaktivierung liegt
in der mikrostrukturellen Veränderung der Katalysatoroberfläche, z.B.
durch Sinterprozesse, aufgrund der Hot-Spot-Bildung.
Weiterhin ist die Adsorption von Kohlenmonoxid an der Oberfläche
des Katalysators nicht auszuschließen. Die Bildung von Metallcarbonylen kann
reversibel oder irreversibel erfolgen und somit in direkter Konkurrenz zur HCl-Oxidation
stehen. In der Tat kann Kohlenmonoxid mit einigen Elementen, wie z.B. Osmium, Rhenium,
Ruthenium (siehe Chem. Rev. 103, 3707-3732, 2003), auch bei hohen Temperaturen sehr
stabile Bindungen eingehen und somit eine Inhibierung der gewünschten Zielreaktion
verursachen. Ein weiterer Nachteil könnte durch die Flüchtigkeit dieser
Metallcarbonyle entstehen (siehe Chem. Rev., 21, 3-38, 1937), wodurch nicht unerhebliche
Mengen an Katalysator verloren gehen und zusätzlich je nach Anwendung einen
aufwändigen Aufreinigungsschritt des Umsetzungsprodukts erforderlich machen.
Auch beim Deacon Verfahren kann eine Katalysatordeaktivierung sowohl
durch Zerstörung des Katalysators als auch durch Einschränkung der Stabilität
verursacht werden. Eine Konkurrenz zwischen Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid kann
auch zu einer Inhibierung der gewünschten HCl-Oxidationsreaktion führen.
Für ein optimales Betreiben des Deacon-Verfahrens ist demnach ein möglichst
geringer Gehalt an Kohlenmonoxid im HCl-Gas notwendig, um eine lange Lebensdauer
des eingesetzten Katalysators zu gewährleisten.
Um solche Probleme zu vermeiden, wurden verschiedene Ansätze
beschrieben, um in einem seriell vorgeschalteten Reaktor auf Basis bekannter Katalysatoren
eine Oxidation von CO im HCl-Strom vorzunehmen (JP 62-270404, JP 2003-369657). Hierbei
wird das Gasgemisch in Anwesenheit von Sauerstoff isotherm bei erhöhter Temperatur
auf einen geträgerten Ruthenium- oder Palladium-Katalysator geleitet.
Die Betriebstemperaturen dieser Katalysatoren liegen weit über
Raumtemperatur, üblicherweise bei über 300°C. Die Verfahren werden
dabei isotherm betrieben. Nachteile dieser Verfahren sind zum einen, dass die Vermeidung
eines Hot-Spots nicht gewährleistet ist und aufwändige Vorrichtungen zur
Wärmeabfuhr notwendig sind. Zum anderen führen die in JP 62-270404 und
JP 2003-369657 angegebenen Bedingungen nicht zu einer selektiven Oxidation von CO,
sondern es findet auch bereits eine teilweise Oxidation von HCl zu Chlor statt.
Weiterhin müssen die Feedgase von außen stark aufgeheizt werden, bevor
sie zum Katalysator geführt werden.
Andere Ansätze (JP-2005289800-A) beschreiben
den Versuch, die katalytische Phase für die HCl-Oxidation zu stabilisieren
um die gleichzeitige Oxidation von Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid, sowie weiteren
Nebenbestandteilen (z.B. Phosgen, Wasserstoff und organische Verbindungen) zu ermöglichen.
Dieses Vorgehen beschränkt sich allerdings auf geringe Mengen an Nebenbestandteilen,
bevorzugt unter 0,5 Volumen-% im HCl-Gasstrom.
In den beschriebenen Deacon- oder Deacon-ähnlichen Verfahren
muss für die effiziente Durchführung der katalytischen HCl-Oxidation dass
HCl-Gas durch Energiezufuhr von aussen, z.B. über Wärmetauscher vor Reaktoreintritt
von einer Ausgangstemperatur im Bereich von etwa -10-60°C auf eine Temperatur
im Bereich von 150-350°C vorgeheizt werden. Dies führt zu einer Erhöhung
der Energiekosten und Investitionskosten einer technischen Anlage.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein möglichst
effizientes, d.h. insbesondere energiesparendes sowie preiswertes Verfahren zur
Abtrennung des Kohlenmonoxids aus einem HCl-haltigen Gas, das anschließend
insbesondere einem Deacon- oder Deacon-ähnlichen Verfahren zur Oxidation des
Chlorwasserstoffs mit Sauerstoff zugeführt werden soll, bereitzustellen.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Herstellung
von Chlor aus einem Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltenden Gas, das die
Schritte umfasst;
- a) Katalytische Oxidation des Kohlenmonoxids sowie gegebenenfalls weiterer oxidierbarer
Bestandteile zu Kohlendioxid mit Sauerstoff in einem vorgeschalteten Reaktor unter
adiabatischen Bedingungen,
- b) Katalytische Oxidation des Chlorwasserstoffs in dem in Schritt a) resultierenden
Chlorwasserstoff enthaltenden Gas mit Sauerstoff unter Bildung von Chlor.
Das Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltende Gas, das in dem
erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzt wird, ist im Allgemeinen das Abgas
einer Phosgenierungsreaktion zur Bildung organischer Isocyanate. Es kann sich aber
auch um Abgase von Chlorierungsreaktionen von Kohlenwasserstoffen handeln.
Das erfindungsgemäß umgesetzte Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid
enthaltende Gas kann weitere oxidierbare Bestandteile, wie insbesondere Kohlenwasserstoffe
umfassen. Diese werden im Allgemeinen in Schritt a) ebenfalls unter Bildung von
CO2 oxidiert.
Der Gehalt an Chlorwasserstoff in dem in den Vorreaktor des Schrittes
a) eintretenden Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltenden Gases liegt beispielsweise
im Bereich von 20 bis 99,5 Vol.-%.
Der Gehalt an Kohlenmonoxid in dem in den Vorreaktor des Schrittes
a) eintretenden Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltenden Gases liegt beispielsweise
im Bereich von 0,5 bis 15 Vol.-%. Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht
es, bei der Kopplung mit einem Isocyanat-Prozess erheblich höhere Mengen an
Kohlenmonoxid im Abgas des Phosgenierprozesses zu tolerieren.
Die Oxidation von Kohlenmonoxid und den gegebenenfalls vorhandenen
weiteren oxidierbaren Bestandteilen in Schritt a) wird zweckmäßig durch
Zusatz von Sauerstoff, sauerstoffangereicherter Luft oder Luft betrieben. Die Zugabe
von Sauerstoff oder sauerstoffhaltigem Gas kann bezogen auf den Kohlenmonoxidgehalt
stöchiometrisch erfolgen oder mit einem Sauerstoffüberschuss betrieben
werden. Durch Einstellung des Sauerstoffüberschusses sowie gegebenenfalls einem
optionalen Zusatz von inertem Gas, bevorzugt Stickstoff, kann gegebenenfalls die
Wärmeabfuhr vom Katalysator in Schritt a) sowie die Austrittstemperatur der
Prozessgase kontrolliert werden.
Die Eintrittstemperatur des Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid enthaltenden
Gases am Eingang des Vorreaktors im Schritt a) liegt bevorzugt zwischen 0 und 150°C,
vorzugsweise zwischen 0 und 100°C und noch geeigneter zwischen 20 und 100°C.
Je nach Menge der in der Oxidation in Schritt a) frei werdenden Wärme
liegt die Austrittstemperatur des Chlorwasserstoff enthaltenden Gases am Ausgang
des Vorreaktors des Schrittes a) beispielsweise zwischen 100 und 600°C, bevorzugt
zwischen 150 und 400°C.
Das bedeutet, dass die mittlere Betriebstemperatur des Vorreaktors
in Schritt a) im Allgemeinen bei etwa 50 bis 400°C liegt. Diese vergleichsweise
niedrigen Temperaturen ermöglichen einen wirtschaftlicheren Betrieb unter erhöhten
Sicherheitsbedingungen.
Es stellt ein wesentliches Merkmal der Erfindung dar, dass der Vorreaktor
in Schritt a) adiabatisch betrieben wird, d.h. es wird von bzw. nach außen
weder Wärme zu- noch abgeführt. Technisch wird die adiabatische Fahrweise
des Reaktors durch eine geeignete Isolierung des Reaktors sichergestellt.
Erfindungsgemäß kann also die freiwerdende Reaktionswärme
zur adiabatischen Aufheizung der Einsatzstoffe eingesetzt werden, um im Folgeschritt
zur HCl-Oxidation geführt zu werden. Diese Wirkung wurde für
verschiedene CO-Gehalte, sowie verschiedene Verhältnisse an Sauerstoff, bei
einer Eintritsttemperatur von 50°C berechnet ().
In der Tat ist hier eine genauere Kontrolle des Ablaufs der CO-Oxidation
möglich sowie eine weitere Temperaturspanne bis zu der Temperatur, die eine
Deaktivierung des Katalysators verursachen würde. Diese Kontrolle kann mit
den bisher bestehenden Verfahren nicht stattfinden.
In Schritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bevorzugt
mindestens ein Katalysator verwendet, der mindestens ein Element aus der Gruppe
enthält, die besteht aus: Chrom, Ruthenium, Palladium, Platin, Nickel, Rhodium,
Iridium, Gold Eisen, Kupfer, Mangan, Kobalt, Zirkon. Diese Elemente können
allein oder in Kombination verwendet werden, und können in der Form ihrer Oxide
vorliegen. Die Katalysatoren können gegebenenfalls auch geträgert sein.
Besonders bevorzugte Katalysatoren in Schritt a) sind solche auf Basis
von Palladium, Platin, Ruthenium, Rhodium oder Iridium mit einem Promotor (Nickel,
Mangan, Kupfer, Silber, Lanthan,...) (siehe US 4639432).
Geträgerte Goldpartikel eignen sich auch für die Niedrigtemperatur CO-Oxidation
(J. Catal. 144, 175-192, 1993; Appl. Catal. A: General, 299, 266-273, 2006; Catal.
Today, 112, 126-129, 2006), sowie Kobaltverbindungen, z.B. in Form von Kobaltspinellen
(Appl. Catal. A: General, 146, 255-267, 1996) oder kobalt- oder manganhaltige Mischoxidkatalysatoren
(siehe WO 2004103556). Cer Nanopartikel können für die CO-Oxidation auch
eingesetzt werden (Phys. Chem. Chem. Phys., 7, 2936-2941, 2005).
Der Schritt a) wird bevorzugt unter solchen Druckbedingungen durchgeführt,
die dem Betriebsdruck der HCl-Oxidation in Schritt b) entsprechen. Derartige Betriebsdrücke
liegen im Allgemeinen zwischen 1 und 100 bar, bevorzugt zwischen 1 und 50 bar, besonders
bevorzugt zwischen 1 und 25 bar. Um den Druckabfall in der Katalysatorschüttung
auszugleichen, wird bevorzugt ein leicht erhöhter Druck, bezogen auf den Austrittsdruck,
verwendet.
Der Gehalt an Kohlenmonoxid im Vorreaktor des Schrittes a) wird erfindungsgemäß
zweckmäßig auf weniger als 1 Vol.-%, vorzugsweise auf weniger als 0,5
Vol.-%, noch bevorzugter auf weniger als 0,1 Vol.-% verringert.
Das aus dem Vorreaktor des Schritts austretende Gas enthält im
Wesentlichen HCl, CO2, O2 und weitere Nebenbestandteile, wie
Stickstoff. Der nicht umgesetzte Sauerstoff kann dann im weiteren Verlauf für
die HCl-Oxidation im Schritt b) eingesetzt werden.
Das aus dem Vorreaktor gemäß Schritt a) austretende CO-arme
Gas gelangt gegebenenfalls über einen Wärmeübertrager in den Reaktor
zur Oxidation des Chlorwasserstoffs des Schritts b). Der Wärmeübertrager
zwischen dem Reaktor des Schrittes b) und dem Vorreaktor des Schritts a) ist zweckmäßig
über eine Temperaturregelung mit dem Vorreaktor des Schrittes a) gekoppelt.
Mit dem Wärmeübertrager kann die Temperatur des Gases, das im weiteren
Verlauf, zur HCl-Oxidation weitergeleitet wird, genau eingestellt werden. Hierbei
kann je nach Bedarf Wärme abgeführt werden, wenn die Austritttemperatur
zu hoch ist, z.B. durch Wasserdampferzeugung. Wenn die Austrittstemperatur zu niedrig
ist, können die Prozessgase mit geringfügiger Wärmezufuhr auf die
gewünschte Temperatur gebracht werden. Ein solches Verfahren trägt zusätzlich
dazu bei, Schwankungen im CO-Gehalt und somit Veränderungen in der Aufheizrate
auszugleichen.
Im Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt die
Oxidation des Chlorwasserstoffs mit Sauerstoff unter Bildung von Chlor in an sich
bekannter Weise. Es kann somit auf den Stand der Technik verwiesen werden (vgl.
z.B. WO 04/014845), dessen Offenbarungsgehalt zur vorliegenden Erfindung gehört.
So wird in dem Deacon-Prozess des Schritts b) Chlorwasserstoff mit
Sauerstoff in einer exothermen Gleichgewichtsreaktion zu Chlor oxidiert, wobei Wasserdampf
anfällt. Übliche Reaktionstemperaturen liegen zwischen 150 und 500°C,
übliche Reaktionsdrucke liegen zwischen 1 und 50 bar. Da es sich um eine Gleichgewichtsreaktion
handelt, ist es zweckmäßig, bei möglichst niedrigen Temperaturen
zu arbeiten, bei denen der Katalysator noch eine ausreichende Aktivität aufweist.
Ferner ist es zweckmäßig, Sauerstoff in überstöchiometrischen
Mengen einzusetzen. Üblich ist beispielsweise ein zwei- bis vierfacher Sauerstoff-Überschuss.
Da keine Selektivitätsverluste zu befürchten sind, kann es wirtschaftlich
vorteilhaft sein, bei relativ hohen Drücken und dementsprechend bei gegenüber
Normaldruck längeren Verweilzeiten zu arbeiten. Geeignete Katalysatoren enthalten
Rutheniumoxid, Rutheniumchlorid oder andere Rutheniumverbindungen auf Siliziumdioxid,
Aluminiumoxid, Titandioxid oder Zirkondioxid als Träger. Geeignete Katalysatoren
können beispielsweise durch Aufbringen von Rutheniumchlorid auf den Träger
und anschließendes Trocknen oder Trocknen und Calcinieren erhalten werden.
Geeignete Katalysatoren können ferner Chrom(III)oxid enthalten. Übliche
Reaktionsapparate, in denen die katalytische Chlorwasserstoff-Oxidation durchgeführt
wird, sind ein Festbett- oder Wirbelbettreaktor. Die Mikroreaktortechnik stellt
auch eine mögliche Alternative dar. Die Chlorwasserstoff-Oxidation kann mehrstufig
durchgeführt werden. Die katalytische Chlorwasserstoff-Oxidation kann ebenfalls
adiabat bevorzugt aber isotherm oder annähernd isotherm, diskontinuierlich,
bevorzugt kontinuierlich als Fließ- oder Festbettverfahren, bevorzugt als Festbettverfahren,
besonders bevorzugt in Rohrbündelreaktoren an Heterogenkatalysatoren bei Reaktortemperaturen
von 180 bis 500°C, bevorzugt 200 bis 400°C, besonders bevorzugt 220 bis
350°C und einem Druck von 1 bis 30 bar, bevorzugt 1,2 bis 25 bar, besonders
bevorzugt 1,5 bis 22 bar und insbesondere 2,0 bis 21 bar durchgeführt werden.
Bei der isothermen oder annähernd isothermen Fahrweise können auch mehrere,
also 2 bis 10, bevorzugt 2 bis 6, besonders bevorzugt 2 bis 5, insbesondere 2 bis
3 in Reihe geschaltete Reaktoren mit zusätzlicher Zwischenkühlung eingesetzt
werden. Der Sauerstoff kann entweder vollständig zusammen mit dem Chlorwasserstoff
vor dem ersten Reaktor oder über die verschiedenen Reaktoren verteilt zugegeben
werden. Diese Reihenschaltung einzelner Reaktoren kann auch in einem Apparat zusammengeführt
werden. Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, dass man eine strukturierte
Katalysatorschüttung einsetzt, bei der die Katalysatoraktivität in Strömungsrichtung
ansteigt. Eine solche Strukturierung der Katalysatorschüttung kann durch unterschiedliche
Tränkung der Katalysatorträger mit Aktivmasse oder durch unterschiedliche
Verdünnung des Katalysators mit einem Inertmaterial erfolgen. Als Inertmaterial
können beispielsweise Ringe, Zylinder oder Kugeln aus Titandioxid, Zirkondioxid
oder deren Gemischen, Aluminiumoxid, Steatit, Keramik, Glas, Graphit oder Edelstahl
eingesetzt werden. Als Heterogenkatalysatoren eignen sich insbesondere Rutheniumverbindungen
oder Kupferverbindungen auf Trägermaterialen, die auch dotiert sein können,
bevorzugt sind gegebenenfalls dotierte Rutheniumkatalysatoren. Als Trägermaterialen
eignen sich beispielsweise Siliciumdioxid, Graphit, Titandioxid mit Rutil- oder
Anatas-Struktur, Zirkondioxid, Aluminiumoxid oder deren Gemische, bevorzugt Titandioxid,
Zirkondioxid, Aluminiumoxid oder deren Gemische, besonders bevorzugt &ggr;- oder
&dgr;-Aluminiumoxid oder deren Gemische. Die Kupfer- bzw. die Rutheniumträgerkatalysatoren
können beispielsweise durch Tränkung des Trägermaterials mit wässrigen
Lösungen von CuCl2 bzw. RuCl3 und gegebenenfalls eines
Promotors zur Dotierung, bevorzugt in Form ihrer Chloride, erhalten werden. Der
Umsatz an Chlorwasserstoff im einfachen Durchgang kann auf 15 bis 95 %, bevorzugt
40 bis 95 %, besonders bevorzugt 50 bis 90 % begrenzt werden. Nicht umgesetzter
Chlorwasserstoff kann nach Abtrennung teilweise oder vollständig in die katalytische
Chlorwasserstoff-Oxidation zurückgeführt werden. Die katalytische Chlorwasserstoff-Oxidation
weist gegenüber der Erzeugung von Chlor durch Chlorwasserstoff-Elektrolyse
den Vorteil auf, dass keine teure elektrische Energie benötigt wird, dass kein
unter Sicherheitsaspekten bedenkliche Wasserstoff als Koppelprodukt anfällt
und dass der zugeführte Chlorwasserstoff nicht vollständig rein sein muss.
Die Reaktionswärme der katalytischen Chlorwasserstoff-Oxidation kann in vorteilhafter
Weise zur Erzeugung von Hochdruck-Wasserdampf genutzt werden. Dieser kann zum Betrieb
des Phosgenierungsreaktors und der Isocyanat-Destillationskolonnen genutzt werden.
Aus dem in Schritt b) resultierenden Chlor-haltigen Gas wird das Chlor in an sich
bekannter Weise abgetrennt. Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenes
Chlor kann anschließend nach den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren
mit Kohlenmonoxid zu Phosgen umgesetzt werden, welches für die Herstellung
von TDI oder MDI aus TDA beziehungsweise MDA eingesetzt werden kann. Der bei der
Phosgenierung von TDA und MDA wiederum entstehende Chlorwasserstoff kann anschließend
nach den beschriebenen Verfahren zu Chlor gemäß Schritt umgesetzt werden.
zeigt das erfindungsgemäße Verfahren,
wie es in die Isocyanat-Synthese eingebunden werden kann.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird der Kohlenmonoxid-Gehalt
im HCl-Strom deutlich verringert, wodurch eine Deaktivierung des Deacon-Katalysators
auf der nächsten Stufe durch unkontrollierte Temperaturerhöhung verlangsamt
wird. Gleichzeitig wird das Feedgas für die HCl-Oxidation ohne großen
externen Energieaufwand auf die für die HCl-Oxidation erforderlichen Betriebstemperatur
aufgeheizt.