Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Spinnereimaschine mit einer Mehrzahl von
synchron betriebenen Elektromotoren, die über einen gemeinsamen Betriebs-Frequenzumrichter
mit vorbestimmter Frequenz gespeist werden und mit einem Hochfahr-Frequenzumrichter,
mittels dessen einer der Elektromotoren aus dem Stillstand in den Synchronlauf hochgefahren
wird.
Stand der Technik
Spinnereimaschinen weisen häufig eine Mehrzahl synchron laufender
Elektromotoren auf, die durch einen Betriebs-Frequenzumrichter mit vorbestimmter
Frequenz gespeist werden. Wenn einer dieser Motoren aus dem Stillstand auf die Drehzahl
der übrigen Synchronmotoren hochgefahren werden soll, wird er hierfür
mit einem Hochfahr-Frequenzumrichter verbunden, der ihn mit zunehmender Frequenz
speist und dadurch beschleunigt. Beim Erreichen der Synchrondrehzahl muss der Motor
vom Hochfahr-Frequenzumrichter auf den Betriebs-Frequenzumrichter umgeschaltet werden.
Hierfür müssen Speisespannung, Speisefrequenz und Phasenlage
der Speisefrequenz in beiden Frequenzumrichtern übereinstimmen, um Beschädigungen
der Umrichter durch Stromstöße oder Spannungsspitzen zu vermeiden.
In der EP 1 589 133 A1
wird ein Verfahren beschrieben, bei dem zum Ermitteln des Zeitpunktes für das
Umschalten eine aufwändige, vergleichende Strommessung mit zusätzlichen
Baugruppen wie Stromwandlern, Trafos, Vergleichsschaltungen mit Mikroprozessoren
erforderlich sind. Über die aufbereiteten Stromsignale wird die Übereinstimmung
der Speisefrequenz und deren Phasenlage ermittelt und das Umschalten vorgenommen.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
Der Erfindung war daher die Aufgabe gestellt, für das Ermitteln
des Umschaltzeitpunktes eines hochgefahrenen Synchronmotors vom Hochfahr-Frequenzumrichter
auf den Betriebs-Frequenzumrichter eine einfachere Lösung anzugeben.
Sie löst diese Aufgabe mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches
genannten Merkmalen. Mittels eines Bussystems, über das die beiden Umformer
miteinander verbunden sind, können die Betriebsparameter der beiden Umformer
leicht und in Echtzeit verglichen und bei Übereinstimmung das Umschalten vorgenommen
werden.
Dem Bussystem liegt vorteilhafter Weise ein CAN-Bus zu Grunde. Als
die verglichenen Betriebsparameter können die Spannung oder die Frequenz und
die Phasenlage der Frequenz dienen.
Spezielle Beschreibung der Erfindung
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt. Sie zeigt in 1 das Blockschaltbild einer
Mehrzahl von Motoren einer Spinnereimaschine wie beispielsweise einer Ringspinnmaschine
oder einer Vorspinnmaschine.
In der dargestellten Anordnung werden aus einem Netz 1 ein
Betriebs-Frequenzumrichter 2 und ein Hochfahr-Frequenzumrichter
3 gespeist. Der Betriebs-Frequenzumrichter gibt laufend eine bestimmte,
in aller Regel auch veränderbare Speisefrequenz ab, die mindestens einem Synchron-Elektromotor
4 oder über eine verzweigte Leitung 5 mehreren derartigen
Synchron-Elektromotoren zuleitbar ist. In die Zuleitung zu jedem der Motoren ein
Umschalter 6 eingefügt, über den die Motoren im Betriebszustand
an den Betriebs-Frequenzumrichter angeschlossen sind, so dass sie mit der von diesem
vorgegebenen Betriebsfrequenz gespeist werden.
Der Hochfahr-Frequenzumrichter 3 ist dazu eingerichtet, eine
Speisefrequenz abzugeben, die ausgehend von Null allmählich ansteigt und einen
an ihn angeschlossen Synchron-Elektromotor 4 aus dem Stillstand heraus
beschleunigt. Diese Hochfähr-Frequenz wird über eine verzweigte Leitung
7 ebenfalls an die Umschalter 6 der Synchronmotoren
4 übertragen.
Betriebs-Frequenzumrichter 2 und Hochfahr-Frequenzumrichter
3 sind erfindungsgemäß über eine Busleitung 8 miteinander
verbunden, über die ständig die Betriebsparameter wie Spannung, Frequenz
und Phasenlage der Frequenz der beiden Frequenzumrichter ausgetauscht werden. Wenn
der Frequenzumrichter 3 beim einem Hochfahren die Betriebsfrequenz, die
Speisespannung und die Phasenlage des Betriebs-Frequenzumrichters 2 erreicht
hat, meldet einer der beiden Frequenzumrichter, im Beispiel der Hochfahr-Frequenzumrichter
3 dies an einen Signalgeber 9, der über eine Steuerleitung
10 ein Umschaltsignal an die Umschalter 6 abgibt. Mittels dieses
Umschaltsignals trennt ein Umschalter, der einen Motor 4 mit dem Hochfahr-Frequenzumrichter
verbindet, diesen vom Hochfahr-Frequenzumrichter und schaltet ihn auf den Betriebs-Frequenzumrichter
um. Umgeschaltet wird dabei stets nur derjenige Umschalter, durch den ein Motor
4 an den Hochfahr-Frequenzumrichter angeschaltet ist. Die bereits am Betriebs-Frequenzumrichter
liegenden Umschalter bleiben unbeeinflusst.
Beim Stillsetzen eines der Synchron-Elektromotoren 4 wird
der Umschalter 6 selbsttätig von seinem Anschluss an den Betriebs-Frequenzumrichter
2 auf den Hochfahr-Frequenzumrichter 3 umgeschaltet. Dieser gibt
jedoch zunächst keine Spannung ab.
Wenn dem Hochfahr-Frequenzumrichter 3 über einen Signaleingang
11 ein bspw. von der Maschinensteuerung generierter Startbefehl zum Hochfahren
eines stillgesetzten Synchron-Elektromotors 5 zugeht, beginnt er, eine
von der Frequenz Null ansteigende Speisefrequenz abzugeben, die über den umgestellten
Umschalter 6 diesem Motor zugeleitet wird. Es versteht sich, dass der Anstieg
dieser Speisefrequenz so gewählt ist, dass ihr der Synchron-Elektromotor folgen
kann, ohne – auch unter Last – außer Tritt zu fallen.
Es versteht sich, dass der Hochfahr-Frequenzumrichter 3 in
aller Regel auf das Hochfahren nur eines Synchron-Elektromotors 4 abgestellt
ist, da er meist nur auf den Energiebedarf eines Motors ausgelegt ist. Die Maschinensteuerung
ist daher so programmiert, dass sie über den Eingang 11 des Hochfahr-Frequenzumrichters
stets Befehl zum Hochfahren nur eines Motors erteilt. Erst nachdem dieser auf den
Betriebs-Frequenzumrichter 2 aufgeschaltet ist und der Hochfahr-Frequenzumrichter
wieder ruht, kann ein weiterer Befehl zum Hochfahren eines weiteren Motors erfolgen.
Es ist aber auch möglich, den Hochfahr-Frequenzumrichter zum gleichzeitigen
synchronen Hochfahren zweier oder mehrerer Motoren einzurichten.
Es versteht sich, dass beim Anlaufen der Maschine alle Motoren
4 durch den dann hochfahrenden Betriebs-Frequenzumrichter 2 beschleunigt
werden.
Selbstverständlich ist vorgesehen, dass die Befehlsgabe zum Start
des Hochfahr-Frequenzumrichters parallel zu dessen Signaleingang 11 bei
willentlichem In-Betrieb-Nehmen eines Motors 4 anstelle eins von der Maschinensteuerung
generierten Startbefehls auch von Hand vorgenommen werden kann.
An den Umschaltern 6 liegen stets die Betriebsfrequenz und
beim Hochfahren des Hochfahr-Frequenzumrichters 3 auch die Hochfahrfrequenz
an. Daher können auch die Umschalter 6 mit einer Vergleichsvorrichtung
für Speisefrequenz, Speisespannung und Phasenlage ausgestattet sein, die beim
Erreichen deren Übereinstimmung das Umschalten von der Hochfahrfrequenz auf
die Betriebsfrequenz auslösen. Ein Umschalten findet dabei stets nur an einem
Umschalter statt, der einen Motor mit dem Hochfahr-Frequenzumrichter verbindet.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus
dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination
der einzelnen Patentansprüche untereinander.
Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere
die in den Zeichnungen dargestellte schaltungstechnische Ausbildung, werden als
erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
- 1
- Netz
- 2
- Betriebs-Frequenzumrichter
- 3
- Hochfahr-Frequenzumrichter
- 4
- Synchron-Elektromotoren
- 5
- Betriebsfrequenz-Leitung
- 6
- Umschalter
- 7
- Hochfahrfrequenz-Leitung
- 8
- Busleitung
- 9
- Vergleichsvorrichtung
- 10
- Signalleitung
- 11
- Signaleingang