Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeugventil, insbesondere ein abschaltbares
Rückschlagventil oder ein Sekundärluftventil, insbesondere ein elektrisches
Sekundärluftventil.
Derartige Ventile weisen einen in einem Ventilgehäuse angeordneten
Ventilkörper auf. Der bewegbare, insbesondere verschiebbare Ventilkörper
liegt in Geschlossen-Stellung an einem Ventilsitz an und verschließt eine Ventilöffnung.
Das Bewegen des Ventilkörpers kann beispielsweise durch Unterdruck geschehen,
wobei der Ventilkörper über einen Stößel mit einem in einer
Unterdruckkammer angeordneten tellerförmigen Element verbunden ist. Durch die
Erzeugung von Unterdruck in der Unterdruckkammer erfolgt ein Bewegen des Stößels
und somit des mit dem Stößel verbundenen Ventilkörpers. Ferner ist
es möglich, den Ventilkörper mit Hilfe eines Elektromagnetes zu bewegen.
Hierbei ist der Ventilkörper über eine Stange oder einen Stößel
mit einem Elektromagneten verbunden, wobei durch Schalten des Elektromagneten ein
Verschieben des Stößels und somit des mit dem Stößel verbundenen
Ventilkörpers erfolgt. Aufgrund von Abgaskondensat, Wasser oder anderen Ablagerungen,
kann es, insbesondere wenn der Ventilkörper über einen längeren Zeitraum
an dem Ventilsitz anliegt, zu einem Anhaften des Ventilkörpers an dem Ventilsitz
kommen. Dies führt dazu, dass zum Öffnen des Ventils eine erhöhte
Kraft erforderlich ist und somit das Regeln des Ventils beeinträchtigt ist.
Ferner kann ein Klemmen des Ventils oder ein Beschädigen des Ventilsitzes und/oder
des Ventilkörpers auftreten.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Anhaften des Ventilkörpers
an dem Ventilsitz, insbesondere auch dann zu vermeiden, wenn sich das Ventil über
einen längeren Zeitraum in geschlossener Stellung befindet.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch
die Merkmale des Anspruchs 1.
Erfindungsgemäß weist der Ventilssitz ein Dichtelement auf.
Das Dichtelement weist eine an dem Ventilkörper anliegende Dichtlippe auf.
In Geschlossen-Stellung des Ventils liegt der Ventilkörper somit nicht flächig
an einem Ventilssitz sondern nur linienförmig an der Dichtlippe an. Die Gefahr
des Anhaftens des Ventilkörpers an dem Ventilsitz bzw. dem Dichtelement des
Ventilsitzes ist somit erheblich verringert. Hierbei ist in bevorzugter Ausführungsform
das Dichtelement Teil des Ventilssitzes oder einstückig mit dem Ventilsitz
ausgebildet, so dass das Dichtelement selbst den Ventilsitz bildet. Ebenso kann
das Dichtelement mit dem Ventilkörper verbunden sein, wobei sodann die Dichtlippe
des Dichtelements in Geschlossen-Stellung an dem Ventilsitz anliegt.
Die Dichtlippe ist vorzugsweise in sich geschlossen und liegt somit
in Geschlossen-Stellung des Ventils rahmenförmig an dem Ventilkörper,
insbesondere in dessen Außenbereich an. Bei einem scheibenförmigen Ventilkörper
ist die Dichtlippe vorzugsweise kreisringförmig ausgebildet.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Ventilkörper
mit einem Betätigungselement, wie einer Stange oder einem Stößel
verbunden. Hierbei erfolgt durch ein Verschieben des Betätigungselements ein
Öffnen oder Schließen des Ventils, d. h. ein Überführen des
Ventilkörpers in eine Offen-Stellung oder eine Geschlossen-Stellung. Die Betätigung
kann hierbei über Unterdruck erfolgen, wobei das Betätigungselement mit
einem insbesondere tellerförmigen, in einer Unterdruckkammer angeordneten,
Element verbunden ist. Ebenso kann das Verschieben des Betätigungselements
über einen Elektromagneten realisiert werden. Das insbesondere stangenförmige
Betätigungselement ist vorzugsweise mittig mit dem Ventilkörper, bei dem
es sich insbesondere um eine kreisförmige Scheibe handelt, verbunden.
Vorzugsweise ist ein Zusatzdichtelement vorgesehen. Mit Hilfe des
Zusatzdichtelements erfolgt ein Abdichten des Ventilkörpers in dessen Innenbereich.
Das Zusatzdichtelement weist vorzugsweise ebenfalls eine Dichtlippe auf. Diese ist
vorzugsweise ebenfalls rahmenförmig, insbesondere kreisringförmig ausgebildet.
Insbesondere wenn zur Betätigung des Ventilkörpers dieser mit einem stab-
oder stößelförmigen Betätigungselement verbunden ist, ist es
bevorzugt, dass das Zusatzdichtelement das Betätigungselement umgibt und hierzu
insbesondere ringförmig ausgebildet ist.
Insbesondere bei einer Ausbildung eines Kraftfahrzeugventils als abschaltbares
Rückschlagventil kann der Ventilkörper von einem insbesondere deckel-
oder topfförmig ausgebildeten Verschlusselement zumindest teilweise umgeben
sein. Das Verschlusselement ist derart ausgebildet, dass es in einer Geschlossen-Stellung
an dem Ventilsitz anliegt und somit die Ventilöffnung verschließt. Vorzugsweise
ist hierbei innerhalb des Verschlusselements der Ventilkörper angeordnet. Hierdurch
ist es möglich, den Ventilkörper aus einem Material herzustellen, das
gute Verformungseigenschaften aufweist und somit beim Fördern von Medium durch
das Ventil gleichzeitig als Rückschlagelement dient. Insbesondere ist es vorteilhaft,
dass das Material unabhängig davon, ob ein Anhaften in der Geschlossen-Stellung
auftreten würde, gewählt werden kann. Insbesondere kann der Ventilkörper
als Teflonscheibe ausgebildet werden. Zusätzlich ist es möglich, das Verschlusselement
aus einem Material zu wählen, bei dem aufgrund der Materialeigenschaften ein
Anhaften vermieden ist, da das Material des Verschlusselementes beispielsweise
nicht elastisch sein muss, da es nicht als Rückschlagelement dient. Das Verschlusselement
wird zur Freigabe der Ventilöffnung bewegt, insbesondere verschoben. Das Verschieben
des Verschlusselements kann hierbei elektrisch und/oder pneumatisch erfolgen. Besonders
bevorzugt ist es hierbei, das Bewegen/Verschieben des Verschlusselements durch Unterdruck
hervorzurufen. Hierzu ist das Verschlusselement vorzugsweise mit einer Unterdruckkammer
verbunden, so dass durch Anlegen eines Unterdrucks ein Bewegen des Verschlusselements,
insbesondere in die Offen-Stellung, erfolgt. Die Verbindung des Verschlusselements
mit der Unterdruckkammer kann fluidisch, über einen Stößel, einen
Kolben, ein Membran o. dgl. erfolgen.
Vorzugsweise ist das Verschließelement mit dem stößel-
oder stabförmigen Betätigungselement verbunden. Hierbei kann zum Überführen
des Ventils in die Offen-Stellung der Ventilkörper zusammen mit dem Verschließelement
bewegt, insbesondere verschoben werden. Ferner ist es möglich zum Überführen
des Ventils in die Offen-Stellung nur das Verschließelement zu bewegen und
hierdurch den Ventilkörper freizugeben. Der freigegebene Ventilkörper
wird sodann auf Grund anliegenden Drucks beispielsweise durch elastische Verformung
geöffnet und dient somit gleichzeitig als Rückschlagelement.
Um in der Geschlossen-Stellung ein zuverlässiges Schließen
des Ventils zu gewährleisten, kann durch das Vorsehen eines Andrück- bzw.
Federelements in der Geschlossen-Stellung der Ventilkörper gegen das Dichtelement,
insbesondere die Dichtlippen gedrückt werden. Bei dem Andrück- bzw. Federelement
handelt es sich insbesondere um eine beispielsweise spiralförmig ausgebildete
Feder. Diese kann in bevorzugter Ausführungsform innerhalb des Verschlusselementes
angeordnet sein, insbesondere das Betätigungselement umgeben. Das Verschlusselement
dient somit als Wiederlage des Andrück- bzw. Federelements in der Geschlossen-Stellung.
Nachfolgend wir die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die anliegende Zeichnung näher erläutert.
1 zeigt eine schematische Schnittansicht einer bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kraftfahrzeugventils.
Bei der dargestellten Ausführungsform des Kraftfahrzeugventils
handelt es sich insbesondere um ein Abgasrückführventil. Hierbei ist das
Ventil in der linken Hälfte der Figur in Offen-Stellung und in der rechten
Hälfte der Figur in Geschlossen-Stellung dargestellt.
Das Ventil weist einen Einlass 10 sowie einen Auslass
12 auf, die in einem im Wesentlichen aus zwei Teilen 14,16
bestehende Gehäuse 18 angeordnet sind. Zwischen den beiden Gehäuseteilen
14,16 ist ein ringförmiges, den Ventilsitz 20 ausbildendes
Bauteil angeordnet. Der Ventilsitz 20 weist eine im dargestellten Ausführungsbeispiel
kreisringförmige Ventilöffnung 22 auf. An dem Dichtelement
20 liegt in der Offen-Stellung (linke Seite in 1)
ein Ventilkörper 26 an.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Ventilkörper
26 nicht fest an einem entlang einer Ventilmittellinie 28 verschiebbaren
Stößel 30 verbunden sondern verschiebbar gehalten. Ferner ist
im dargestellten Ausführungsbeispiel mit dem Stößel 30 auf
der Seite der Auslassöffnung 12 ein topfförmiges Verschlusselement
32 fest verbunden. Auf der gegenüberliegenden Seite des Stößels
30 ist dieser mit einen tellerförmigen Element 34 verbunden.
Das tellerförmige Element ist über ein scheibenförmiges, elastisches
Element 36 mit dem Gehäuseteil 16 verbunden. Die Verbindung
erfolgt über einen am Rand umgebördelten Deckel 38. Das Element
36 ist gasundurchlässig. Das mit dem Stößel 30
verbundene tellerförmige Element 34 ist in einem Hohlraum
40 angeordnet. Der Hohlraum 40 ist über ein Anschlusselement
42 mit einer Unterdruckquelle verbunden. Durch Anlegen von Unterdruck an
das Anschlusselement 42 erfolgt ein Bewegen des Stößels aus der
in 1 rechts dargestellten Geschlossen-Stellung in die
in 1 links dargestellte Offen-Stellung. Hierdurch erfolgt
ein Verschieben des Verschlusselements 32 zusammen mit dem Stößel
30 in die Offen-Stellung.
Das als Ventilsitz ausgebildete Dichtelement 20 weist eine
im dargestellten Ausführungsbeispiel kreisringförmig ausgebildete Dichtlippe
34 auf, die in einem Außenbereich des Ventilkörpers
26 anliegt. In der Geschlossen-Stellung (rechte Seite) ist somit ein dichtendes
Schließen der Ventilöffnung 22 gewährleistet, wobei gleichzeitig
auf Grund des erfindungsgemäßen Vorsehens einer Dichtlippe 34
nur eine geringe, insbesondere linienförmige Berührung zwischen dem Dichtelement
20 und dem Ventilkörper 26 erfolgt, so dass ein Anhaften
auch bei längeren Verweilzeiten des Ventils in Geschlossen-Stellung vermieden
ist.
Um ein sicheres Abdichten in der Geschlossen-Stellung zu gewährleisten
ist eine als Andrückelement dienende Feder 36 innerhalb des topfförmigen
Verschlusselements 32 angeordnet. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
handelt es sich um eine Spiralfeder 36, die den Stößel
30 umgibt und in Geschlossen-Stellung (rechte Seite) gegen die Unterseite
des Ventilkörpers 26 drückt.
Das als Ventilkörper ausgebildete Dichtelement 20 ist
vorzugsweise aus einem Elastomer hergestellt. Ferner sind in dem
Dichtelement 20 vorzugsweise kreisringförmige Kanäle
38, 41 ausgebildet. In den Kanälen 38,
41 kann wie in der Figur gestrichelt dargestellt ein Kern aus stabilem
Material, beispielsweise aus Aluminium vorgesehen sein. Insbesondere kann eine entsprechende
Aluminiumplatte mit Elastomer zur Herstellung des Ventilkörpers umspritzt werden.
Ferner weist das Dichtelement 20 ebenfalls vorzugsweise ringförmig
ausgebildete Ansätze 42, 44 auf, die zur Versteifung des
Dichtelements 20 dienen. Zusätzlich oder anstelle von Ansätzen
können auch Versteifungsrippen vorgesehen sein.
Das Dichtelement 20 ist zwischen den beiden Gehäusehälften
14, 16 angeordnet und zwischen diesen klemmend gehalten.
An einem den Stößel 30 umgebenden Ansatz
46 des Gehäuseteils 14 ist ein Zusatzdichtelement
48 angeordnet. Das Zusatzdichtelement 48 ist kreisringförmig
ausgebildet und weist eine ringförmige Dichtlippe 50 auf, die entsprechend
der Dichtlippe 34 des Dichtelements 20 ebenfalls an der Oberseite
des Ventilkörpers 36 anliegt. Die Dichtlippe 50 sorgt dafür,
dass das Rückschlagelement 26 bei Abgaspulsation gegen die Dichtlippe
50 gedrückt wird. Wenn das Ventil nicht in Betrieb ist, liegt das
Rückschlagelement 26 der Dichtlippe 50 an und bildet mit
diesen einen linienförmigen Kontakt.
Das Zusatzdichtelement 48 weist einen kreisringförmigen
als Hohlraum ausgebildeten Kanal 52 auf, in dem ein schraffiert dargestelltes
Versteifungselement, das insbesondere Aluminium aufweist, vorgesehen sein kann.
Insbesondere ist das Versteifungselement bzw. der Aluminiumring mit einem Elastomer
umspritzt.
Ferner weist das Zusatzdichtelement 48 eine weitere Dichtlippe
51 auf. Die Dichtlippe 51 ist ebenfalls ringförmig ausgebildet
und liegt dichtend an dem Stößel 30 an. Die Dichtlippe
51 sorgt dafür, dass beim Betrieb des Ventils kein Abgas zur Stangenführung
gelangt. Ferner weist das Zusatzdichtelement 48 eine weitere an dem Ansatz
46 anliegende Dichtlippe 53 auf. Die Dichtlippe 53 ist
vorzugsweise kreisringförmig ausgebildet und dichtet den Stößel
30 gegenüber feuchter Luft ab. Der Ansatz 46 weist zur Führung
des Stößels 30 ein Führungselement auf. Hierbei kann es
sich um einen Vorsprung oder eine Nase handeln, die in einen Längsschlitz des
Stößels 30 eingreift.