Die Erfindung betrifft ein Walzgerüst zum stufenförmigen
Walzen eines Metallbandes, insbesondere aus Stahl, Aluminium, Kupfer oder eine Kupferlegierung.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Walzstraße mit mindestens einem
derartigen Walzgerüst sowie ein entsprechendes Verfahren.
Walzgerüste und Verfahren zum Herstellen von stufenförmigen
Dickenprofilen über der Breite eines bandförmigen Metallbandes sind im
Stand der Technik, z.B. aus der deutschen Offenlegungsschrift DE
198 31 882 A1 oder der deutschen Patentschrift DE
101 13 610 C2 grundsätzlich bekannt. Zum Herstellen des gewünschten
Dickenprofils, z.B. Stufenprofils empfehlen die beiden Druckschriften, das Metallband,
welches ursprünglich typischerweise einen rechteckförmigen Querschnitt
aufweist, mit mehreren in Walzrichtung versetzt angeordneten Drückwalzen längs
zu walzen. Dabei drücken die in Transportrichtung des Metallbandes versetzt
bzw. nebeneinander angeordneten Drückwalzen jeweils in das durch eine Stützeinrichtung
abgestützte Metallband und verformen es auf diese Weise wie gewünscht
in Breitenrichtung.
Die in den besagten Druckschriften zur Verwendung vorgeschlagenen
Drückwalzen ermöglichen jeweils nur eine lokal sehr begrenzte Bearbeitung
des Metallbandes in einem schmalen Bereich in Breitenrichtung; es sind deshalb,
wie gesagt, eine Vielzahl derartiger Drückwalzen in versetzter Anordnung erforderlich,
um z.B. breitere Stufen in das Metallband zu walzen. Aufgrund der Vielzahl der erforderlichen
Drückwalzen und deren versetzter Anordnung ist der Aufbau derartiger bekannter
Walzgerüste zum Realisieren von Stufenprofilen in Metallbändern recht
aufwendig.
Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein stufenförmig vorprofiliertes Metallband in der Höhe seiner
Stufen durch Walzen zu reduzieren, ohne dass sich dabei Wellen auf dem Metallband
in dessen Längsrichtung ausbilden.
Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst.
Dieser Gegenstand ist dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei benachbarten
Teilwalzen jeweils zylinderförmig ausgebildet sind und zusammen mit der Stützeinrichtung
jeweils benachbarte Teilwalzspalte mit unterschiedlichen Größen hi,
hi+1 mit hi ≠ hi+1 und i = 1, 2, ..., I
aufspannen, wobei die benachbarten Teilwalzspalte zusammen den Gesamtwalzspaltquerschnitt
definieren, welcher stufenförmig ausgebildet ist und dass die Größen
von jeweils benachbarten Teilwalzspalten individuell so gewählt sind, dass
sie im Hinblick auf das in den Gesamtwalzspalt einlaufende Metallband, welches vor
dem Walzen zwar geometrisch ähnlich dem Gesamtwalzspaltquerschnitt stufenförmig
vorprofiliert ist, aber jeweils größere Stufenhöhen von hi
+ &Dgr;hi und hi+1 + &Dgr;hi+1 mit hi
+ &Dgr;hi ≠ hi+1 + &Dgr;hi+1 und &Dgr;hi
> 0 und &Dgr;hi+1 > 0 als die Teilwalzspalte (i) aufweist, folgender
Gesetzmäßigkeit genügen:
&Dgr;hi/hi = &Dgr;hi+1/hi+1 = &egr;
= konstant.
Bei einer Dickenreduktion des stufenförmig vorprofilierten Metallbandes
gemäß der beanspruchten Gesetzmäßigkeit wird das aus der Höhe
des Metallbandes abgewalzte Material bzw. der daraus resultierende Stofffluss gleichmäßig
in Längsrichtung des Metallbandes verteilt und zwar vorteilhafterweise ohne
Wellenbildung.
Das erfindungsgemäß dafür benötigte Walzgerüst
ist konstruktiv einfach und platzsparend aufgebaut, weil es lediglich quer zur Laufrichtung
des Metallbandes nebeneinander angeordnete Teilwalzen, nicht jedoch eine Vielzahl
von in Laufrichtung versetzt angeordnete Teilwalzen aufweist.
Der Begriff, dass die Teilwalzen „auf gleicher Höhe" nebeneinander
angeordnet sind, meint, dass die nebeneinander angeordneten Teilwalzen auf einer
Seite des Metallbandes nicht in Transportrichtung des Metallbandes versetzt zueinander
angeordnet sind.
Die beanspruchte stufenförmige Vorprofilierung des Metallbandes
in Annäherung an den stufenförmigen Gesamtwalzspaltquerschnitt des erfindungsgemäßen
Walzgerüstes ist zwingend notwendig, weil ansonsten keine unterschiedlich großen
Stufenhöhen quer zur Transportrichtung bei dem einlaufenden Metallband unterschieden
werden könnten und das Metallband dann quer zu seiner Transportrichtung lediglich
eine einheitliche Dicke mit hi = hi+1 = konstant aufweisen
würde. Gemäß der beanspruchten Gesetzmäßigkeit müsste
dann gelten &Dgr;hi = &Dgr;hi+1; dies wäre dann der
Fall einer einheitlichen Dickenreduktion über die gesamte Breite des Metallbandes,
die jedoch nicht Gegenstand der Erfindung ist. Demgegenüber betrifft die Erfindung
lediglich die Dickenreduktion von vorprofilierten Stufenprofilen, wobei der vorteilhafte
Effekt, dass das resultierende Metallband wellenfrei ist, lediglich dann eintritt,
wenn die Dickenreduktionen für die einzelnen Stufen quer zur Transportrichtung
des Metallbandes unter Beachtung der beanspruchten Gesetzmäßigkeit individuell
berechnet und durchgeführt werden.
Gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel ist es vorteilhaft,
wenn das Einstellen der Größen der Teilwalzspalte automatisch mit Hilfe
einer Anstelleinrichtung in Kenntnis der Stufenhöhen des einlaufenden stufenförmig
vorprofilierten Metallbandes erfolgt. Bei einer Änderung der Stufenhöhen
des einlaufenden Metallbandes kann dann sehr schnell eine Anpassung
der Größen der Teilwalzspalte mit Hilfe der Anstelleinrichtung erfolgen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Walzgerüstes sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Vorteilhafterweise ist das Walzgerüst ausgebildet zum Warmwalzen
oder zum Kaltwalzen des Metallbandes.
Die oben genannte Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch eine
Walzstraße, insbesondere eine Tandem-Anlage gelöst. Diese Walzstraße
umfasst dann ein erstes Walzgerüst mit Profil- oder Kaliberwalzen zum stufenförmigen
Vorprofilieren des Metallbandes. Dem ersten Walzgerüst bzw. Vorgerüst
ist in Laufrichtung des Metallbandes dann mindestens ein zweites Walzgerüst
nachgeschaltet, wobei dieses zweite Walzgerüst gemäß der Erfindung
ausgebildet ist. In dem mindestens einen nachgeschalteten Walzgerüst erfolgt
dann eine Dickenreduktion des stufenförmigen Metallbandes, wobei die Höhen
der einzelnen benachbarten Stufen individuell gemäß der beanspruchten
Gesetzmäßigkeit reduziert werden. Dem zweiten Walzgerüst können
weitere erfindungsgemäße Walzgerüste nachgeschaltet sein. Die jeweils
erfindungsgemäß ausgebildeten vorgeschalteten Walzgerüste übernehmen
dann für die jeweils nachgeschalteten erfindungsgemäßen Walzgerüste
das notwendige Bereitstellen einer stufenförmigen Vorprofilierung des Metallbandes.
Eine Mehrzahl von hintereinander angeordneten erfindungsgemäßen Walzgerüsten
ist insbesondere dann erforderlich, wenn das Metallband sehr stark in seiner Dicke
reduziert werden soll. Alternativ kann eine starke Dickenreduktion auch durch ein
einzelnes Reversiergerüst realisiert werden, welches erfindungsgemäß
ausgebildet ist.
Die oben genannte Aufgabe wird weiterhin durch ein Verfahren zum Walzen
eines Walzbandes gelöst. Die Vorteile von sowohl der beanspruchten Walzstraße
wie auch von dem beanspruchten Verfahren entsprechen den oben mit Bezug auf das
Walzgerüst beschriebenen Vorteilen.
Der Erfindung sind insgesamt 6 Figuren beigefügt, wobei
1 ein erstes Ausführungsbeispiel für das
erfindungsgemäße Walzgerüst;
2 einen Querschnitt für das erste Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Walzgerüstes gemäß 1;
3a einen Querschnitt des Metallbandes nach Verlassen
des erfindungsgemäßen Walzgerüstes gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
3b einen alternativen Querschnitt des Metallbandes
nach Verlassen des Walzgerüstes;
4 ein zweites Ausführungsbeispiel für das
erfindungsgemäße Walzgerüst;
5 einen Querschnitt des erfindungsgemäßen
Walzgerüstes gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel; und
6 einen Querschnitt durch das Metallband nach Verlassen
des erfindungsgemäßen Walzgerüstes gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
zeigt.
Die Erfindung wird nachfolgend in Form von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die genannten Figuren detailliert beschrieben. In allen Figuren
sind gleiche Bauelemente mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel für
das erfindungsgemäße Walzgerüst 100. Das Walzgerüst
100 umfasst hier beispielhaft drei quer zur Transportrichtung (senkrecht
zur Papierebene) des Metallbandes 200 angeordnete Teilwalzen
110-i mit i = 1, 2 und 3. Die Teilwalzen sind auf gleicher Höhe nebeneinander
angeordnet, d.h. sie sind nicht in Transportrichtung des Metallbandes versetzt.
Die drei Teilwalzen 110-i spannen zusammen mit einer gegenüberliegend
angeordneten Stützeinrichtung 120, z.B. in Form einer Stützwalze,
jeweils benachbarte Teilwalzenspalte i = 1, i = 2 und i = 3 mit den Größen
hi mit i = 1, 2 und 3 auf. Dabei ist es wichtig, dass zumindest zwei
jeweils benachbarte Teilwalzspalte i, i + 1 jeweils unterschiedliche Größen
hi, hi+1 mit hi ungleich hi+1 aufweisen.
Die beiden äußeren Teilwalzen 110-1, 110-3 sind in
1 beispielhaft auf einer gemeinsamen Achse A gelagert
und werden deshalb gegebenenfalls auch jeweils in gleicher Weise und in gleichem
Maße gegenüber der Stützeinrichtung 120 angestellt. Die
Anstellung der einzelnen Teilwalzen 110-i gegenüber der Stützeinrichtung
120 erfolgt vorteilhafterweise automatisch mit Hilfe einer Anstelleinrichtung
130, allerdings immer unter Beachtung der beanspruchten Gesetzmäßigkeit:
&Dgr;hi/hi = &Dgr;hi+1/hi+1 = &egr;
= konstant, mit i = 1, 2 ... I(1)
wobei
- &Dgr;hi:
- die Dickenreduktion des Metallbandes durch das erfindungsgemäße Walzgerüst
im Bereich der i'ten Teilwalze bzw. Stufe; und
- hi:
- die Größe des i'ten Teilwalzspaltes bzw. die Dicke des aus dem erfindungsgemäßen
Walzgerüst auslaufenden Metallbandes im Bereich der i'ten Stufe.
2 zeigt eine Seitenansicht des in 1
gezeigten ersten Ausführungsbeispiels für das erfindungsgemäße
Walzgerüst 100. Wie bereits in 1 zu erkennen
war, ist die mittlere Teilwalze 110-2 nicht an der Achse 112-5
gelagert. Stattdessen ist sie, wie in 2 gezeigt, in
einem separaten Rollenkäfig 112 drehbar gelagert. Außerdem ist
sie mit Hilfe der Anstelleinrichtung 130 auch individuell gegenüber
der Stützeinrichtung 120 unabhängig von den beiden äußeren
Teilwalzen 110-1 und 110-3 anstellbar. In 2
ist die Transportrichtung des Metallbandes mit einem Pfeil nach rechts angedeutet
und außerdem ist die resultierende Dickenreduktion, insbesondere im Bereich
der mittleren Teilwalze 110-2, deutlich erkennbar.
Die 3a und 3b
zeigen mögliche Profile des Metallbandes 200 nach Verlassen des erfindungsgemäßen
Walzgerüstes 100. Diese Profile entsprechen jeweils dem durch die
benachbarten Teilwalzspalte i = 1, 2, 3 gebildeten Gesamtwalzspaltquerschnitt des
Walzgerüstes 100.
4 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel für
das erfindungsgemäße Walzgerüst 100. Es unterscheidet sich
von dem ersten Ausführungsbeispiel lediglich dadurch, dass die Stützeinrichtung
120 nicht mehr in Form eines einheitlichen Zylinders, sondern spiegelbildlich
zu den Teilwalzen auf der gegenüberliegenden Seite des Metallbandes ausgebildet
ist. Die Teilwalzen 120-1, 120-2 und 120-3 haben jeweils
dieselbe Ballenlänge wie die ihnen spiegelbildlich gegenüberliegenden
Teilwalzen 110-1, 110-2 und 110-3. Auch die Teilwalzen
120-i mit i = 1, 2 ... I sind vorzugsweise alle individuell gegenüber
dem Metallband 200 anstellbar. Lediglich beispielhaft werden die beiden
äußeren Teilwalzen 120-1 und 120-3 über eine gemeinsame
Achse 120-5 gegenüber dem Metallband 200 bzw. gegenüber
den gegenüberliegenden Metallwalzen angestellt. Die aus der gegenüberliegenden
Anordnung der Teilwalzen 110-1, 120-1; 110-2,
120-2; 110-3, 120-3 resultierenden Teilwalzspalte haben
Höhen von h1, h2 und h3.
5 zeigt die Lagerung der beiden mittleren Teilrollen
110-2 und 120-2 jeweils in geeigneten Rollenkäfigen
112.
6 zeigt schließlich das aus dem Walzgerüst
gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel auslaufende Metallband
200 in einer Querschnittsansicht.
Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren zum Walzen
eines Metallbandes mit Hilfe der vorstehend beschriebenen Walzgerüste beschrieben:
Gemäß diesem Verfahren wird in einem ersten Schritt das ursprünglich
typischerweise rechteckförmig ausgebildete, nicht profilierte Metallband zunächst
in einem Vorgerüst stufenförmig vorprofiliert. Diese Vorprofilierung erfolgt
in geometrischer Annäherung an den Gesamtwalzquerschnitt des nachgeschalteten
erfindungsgemäßen Walzgerüstes 100. Insbesondere erfolgt
die Ausbildung der Stufen in dem Metallband 200 mit einer Stufenbreite,
welche zumindest näherungsweise der Ballenlänge der einzelnen Teilwalzen
110-1, 110-2 und 110-3 des nachgeschalteten Walzgerüstes
entspricht. Allerdings sind die Höhen hi + &Dgr;hi
mit i = 1, 2, 3 ... der Stufen des Metallbandes nach der Vorprofilierung noch größer
als die Größen hi, hi+1 der benachbarten Teilwalzspalte
i, i + 1 in dem nachgeschalteten Walzgerüst 100. Das so stufenförmig
vorprofilierte Metallband läuft dann in das erfindungsgemäße Walzgerüst
100 ein und wird dort im Bereich jeder einzelnen Teilwalze 110-i
entsprechend der Gleichung (1) in seiner Dicke reduziert. Die Dickenreduktion unter
Beachtung der Gleichung (1) bietet den Vorteil, dass das Metallband nach dem Auslaufen
aus dem erfindungsgemäßen Walzgerüst keine Wellen in Längsrichtung
aufweist.
Die Anwendung der erfindungsgemäßen Formel wird nachfolgend
an einem Beispiel veranschaulicht: Es sei angenommen, dass das Metallband ein erfindungsgemäßes
Walzgerüst gemäß 1 durchlaufen soll
und dementsprechend quer zu seiner Transportrichtung drei Stufen aufweist. Die Höhen
der einzelnen Stufen des Metallbandes nach Verlassen der Vorprofilierung seien vorgegeben
mit H1 = &Dgr;h1 + h1 = 10mm für den Bereich der ersten
äußeren Teilwalze 110-1, mit H2 = &Dgr;h2 + h2
= 7mm für Bereich der mittleren Teilwalze 110-2 und mit H3 = &Dgr;h3
+ h3 = 10mm für den Bereich der zweiten äußeren Teilwalze
110-3.
Für die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird nun vorausgesetzt, dass die gewünschte Dicke h1 des Metallbandes
200 für den Bereich einer Teilwalze 110-i bzw. einer Stufe
nach Durchlaufen des erfindungsgemäßen Walzgerüstes fest vorgegeben
ist. Beispielhaft sei hier angenommen, dass die Dicke des Metallbandes im Bereich
der ersten äußeren Teilwalze 110-1 nach Durchlaufen des erfindungsgemäßen
Walzgerüstes nur noch h1 = 7mm betragen soll. In Kenntnis der Stufenhöhe
von H1 = 10mm des einlaufenden Metallbandes in diesem Bereich erfolgt daraus zwangsläufig
durch einfache Differenzbildung die erforderliche Dickenreduktion in der Größe
von &Dgr;h1 = H1-h1 = 10 – 7 = 3mm.
Die Kenntnis von &Dgr;h1 und h1 ermöglicht
die Berechnung der Größe &egr; gemäß der Formel (1) zu:
&egr; = &Dgr;h1/h1 = 3/7.
Die Dickenreduktion &Dgr;h2 bei dem benachbarten Teilwalzspalt
i = 2 bzw. im Bereich der benachbarten Teilwalze 110-2 ist nun erfindungsgemäß
keineswegs beliebig, sondern gemäß der besagten Formel (1) genau festgelegt.
Konkret steht für die Berechnung der erforderlichen Dickenreduktion
&Dgr;h2 in diesem Bereich bzw. für die zwangsläufig resultierende
Stufenhöhe h2 des Metallbandes 200 in diesem Bereich das
folgende Gleichungssystem mit den Gleichungen (3) und (4) zur Verfügung:
H2 = &Dgr;h2 + h2(3)
&Lgr; &Dgr;h2/h2 = &egr;(4)
Ein Auflösen dieses Gleichungssystems führt zu dem Ergebnis:
h2 = H2/(&egr; +1)(5)
und
&Dgr;h2 = H2 – h2(6)
Bei Einsetzen des für das obige Beispiel vorgegebenen Wertes
H2 = 7 und des als Zwischenergebnis berechneten Wertes &egr; = 3/7 in Gleichung
(5) ergibt sich:
h2 = 7/(3/7 + 1) = 4,9mm
und bei Einsetzen von h2 in Gleichung (6) ergibt sich:
&Dgr;h2 = 7 – 4,9 = 2,1 mm.
Damit das Metallband 200 das erfindungsgemäße Walzgerüst
100 wellenfrei verlässt, ist es demnach erforderlich, dass das Metallband
im Bereich der mittleren Teilwalze 110-2 gegenüber seiner vorprofilierten
Ausgangsdicke von H2 = 7mm um 2,1 mm auf 4,9mm in seiner Dicke reduziert wird, wenn
es im Bereich der ersten Teilwalze 110-1 von H1 = 10mm auf h1
= 7mm reduziert werden soll.
Bei einer Mehrzahl von nebeneinander angeordneten Teilwalzen quer
zur Transportrichtung des Metallbandes ist diese soeben durchgeführte beispielhafte
Berechnung der relativen Walzspaltgrößen für jedes Paar von benachbarten
Teilwalzspalten getrennt durchzuführen.
Die Erfindung findet eine besonders vorteilhafte Anwendung bei dünnen
Metallbändern mit einer ursprünglichen Dicke von weniger als 10mm. Das
erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl beim Warmwalzen wie auch beim Kaltwalzen
von Metallbändern Anwendung finden. Besonders vorteilhaft ist die Anwendung
dieses erfindungsgemäßen Verfahrens jedoch beim Warmwalzen, weil dann
bereits in einem sehr frühen Produktionsstadium eine wellenfreie Stufenprofilierung
des Metallbandes realisiert werden kann. Ein Anwendungsgebiet ist z.B. die Herstellung
von Motorgrundrahmen für die Automobilindustrie. Beim Kaltwalzen können
Bandgeometrien realisiert werden, welche das flexible Bandwalzen in der heutigen
bekannten Form bei geringen Produktionskosten ersetzen kann. Ein beispielhafter
Anwendungsbereich ist auch hier die Automobilindustrie, speziell die Herstellung
von Unterbodenblechen für Automobile.