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Dokumentenidentifikation DE102006024788A1 29.11.2007
Titel Druckmaschine
Anmelder MAN Roland Druckmaschinen AG, 63075 Offenbach, DE
Erfinder John, Thomas, Dr., 86199 Augsburg, DE
DE-Anmeldedatum 27.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006024788
Offenlegungstag 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse B41F 31/02(2006.01)A, F, I, 20060921, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 31/08(2006.01)A, L, I, 20060921, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine, insbesondere eine Rollenrotationsdruckmaschine, mit mindestens einem Druckwerk, wobei das oder jedes Druckwerk einen Übertragungszylinder, einen auf dem Übertragungszylinder abrollenden Formzylinder und ein mit dem Formzylinder zusammenwirkendes Farbwerk (12) umfasst. Die erfindungsgemäße Druckmaschine umfasst mindestens einen Kavitationsmischer (13), um aus Druckfarbe und Feuchtmittel mindestens eine Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion bereitzustellen, die über das Farbwerk (12) des oder jedes Druckwerks auf eine auf dem Formzylinder des jeweiligen Druckwerks positionierte Druckform auftragbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Druckmaschinen verfügen über mehrere Druckwerke, wobei bei Rollenrotationsdruckmaschinen mehrere Druckwerke zu einer Druckeinheit zusammengefasst sind. So sind aus dem Stand der Technik Druckeinheiten von Rollenrotationsdruckmaschinen bekannt, die zwei, drei oder auch vier Druckwerke umfassen. Jedes Druckwerk einer Druckmaschine verfügt über einen Übertragungszylinder, mit Hilfe dessen Druckfarbe auf einen zu bedruckenden Bedruckstoff aufgetragen werden kann. Auf dem Übertragungszylinder ist ein Gummituch bzw. ein Gummisleeve positioniert, weshalb der Übertragungszylinder auch als Gummizylinder bezeichnet wird. Neben dem Übertragungszylinder verfügt jedes Druckwerk weiterhin über einen auf dem Übertragungszylinder abrollenden Formzylinder, auf welchem eine Druckform positioniert ist. Die Druckform kann als Druckplatte oder Drucksleeve ausgeführt sein. Über ein mit dem Formzylinder zusammenwirkendes Farbwerk kann auf die auf dem Formzylinder positionierte Druckform Druckfarbe aufgetragen werden.

Bei aus der Praxis bekannten Offset-Druckmaschinen verfügt jedes Druckwerk neben dem Übertragungszylinder, dem Formzylinder und dem Farbwerk weiterhin über ein Feuchtwerk, um zusätzlich zur Druckfarbe ein Feuchtmittel auf die auf dem Formzylinder positionierte Druckform aufzutragen. Bei aus dem Stand der Technik bekannten Druckmaschinen wird demnach die Druckfarbe sowie das Feuchtmittel über getrennte Einrichtungen auf die auf einem Formzylinder positionierte Druckform aufgetragen, nämlich die Druckfarbe über ein Farbwerk und das Feuchtmittel über ein Feuchtwerk.

Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zugrunde, eine neuartige Druckmaschine zu schaffen.

Dieses Problem wird durch eine Druckmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Druckmaschine weist mindestens einen Kavitationsmischer auf, um aus Druckfarbe und Feuchtmittel eine Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion bereitzustellen, die über die Farbwerke der Druckwerke auf eine auf dem Formzylinder des jeweiligen Druckwerks positionierte Druckform auftragbar ist.

Mit der hier vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen, über das Farbwerk eines jeden Druckwerks eine Emulsion aus Druckfarbe und Feuchtmittel auf die auf dem Formzylinder des jeweiligen Druckwerks positionierte Druckform aufzutragen, wobei die Druckmaschine mindestens einen Kavitationsmischer aufweist, um die Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion aus Druckfarbe und Feuchtmittel bereitzustellen. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich mit Hilfe eines Kavitationsmischers Druckfarbe und Feuchtmittel stabil emulgieren lassen, so dass selbst nach relativ langen Stillstandszeiten keine Gefahr besteht, dass die Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion zerfällt.

Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert.

Dabei zeigt:

1: einen schematisierten Ausschnitt aus einer erfindungsgemäßen Druckmaschine.

Nachfolgend wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf 1 an einem exemplarischen Ausführungsbeispiel beschrieben.

1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Rollenrotationsdruckmaschine im Bereich von zwei Druckeinheiten 10, die einen Druckturm 11 bilden. Im gezeigten Ausführungsbeispiel verfügt jede Druckeinheit 10 über insgesamt vier Druckwerke, wobei von den Druckwerken der Druckeinheiten 10 in 1 schematisiert lediglich Farbwerke 12 gezeigt sind. Neben den gezeigten Farbwerken 12 verfügt jedes Druckwerk der Druckeinheiten 10 weiterhin über einen Formzylinder sowie einen Übertragungszylinder.

Im Sinne der hier vorliegenden Erfindung ist dem Farbwerk 12 jedes Druckwerks der Druckeinheiten 10 eine Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion zuführbar, wobei die Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion gemäß 1 von einem Kavitationsmischer 13 bereitgestellt wird. Im Kavitationsmischer 13 wird in einem Farbtank 14 bereitgehaltene Druckfarbe mit in einem Feuchtmitteltank 15 bereitgehaltenem Feuchtmittel gemischt, um eine Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion bereitzustellen. Die Druckfarbe wird mit Hilfe einer Pumpe 16 aus dem Farbtank 14 entnommen und dem Kavitationsmischer 13 zugeführt. Über eine weitere Pumpe 17 wird Feuchtmittel dem Feuchtmitteltank 15 entnommen und ebenfalls dem Kavitationsmischer 13 zugeführt. In dem Kavitationsmischer 13 sind die Druckfarbe und das Feuchtmittel zu einer stabilen Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion mischbar, nämlich bedingt dadurch, dass sich mit Hilfe des Kavitationsmischers 13 lokal hohe Unterdrücke und Temperaturen erzeugen lassen.

Im Ausführungsbeispiel der 1 ist der Kavitationsmischer 13 außerhalb der Druckwerke bzw. Druckeinheiten 10 und damit außerhalb der Farbwerke 12 angeordnet. Die vom Kavitationsmischer 13 bereitgestellte Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion ist gemäß 1 über gemeinsame Versorgungsleitungen 18 den Farbwerken 12 aller Druckwerke der Druckeinheiten 10 zuführbar. Daraus folgt, dass im Ausführungsbeispiel der 1 in allen Druckwerken der Druckeinheiten 10 die gleiche Druckfarbe auf den zu bedruckenden Bedruckstoff aufgetragen wird.

Soll hingegen ein Bedruckstoff mehrfarbig bedruckt werden, indem in unterschiedlichen Druckwerken der Druckeinheiten 10 unterschiedliche Druckfarben auf den Bedruckstoff aufgetragen werden, so ist es im Sinne der hier vorliegenden Erfindung möglich, für alle Druckwerke der Druckeinheiten 10, in welchen dieselbe Druckfarbe gedruckt werden soll, jeweils einen gemeinsamen Kavitationsmischer vorzusehen, um zentral für diese Druckwerke die entsprechende Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion bereitzustellen. Sollen demnach in einer Druckmaschine im autotypischen Zusammendruck die Druckfarben Schwarz, Zyan, Magenta und Gelb auf einen Bedruckstoff aufgetragen werden, so ist es möglich, vier Kavitationsmischer bereitzustellen, um für die entsprechenden Druckfarben die Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsionen zentral für die jeweiligen Druckwerke und damit Farbwerke bereitzustellen. Die vier Kavitationsmischer sind dann vorzugsweise, wie in 1 gezeigt, außerhalb der Druckwerke der Druckmaschinen angeordnet.

Im Unterschied zum gezeigten Ausführungsbeispiel ist es auch möglich, in jedes Druckwerk jeweils mindestens einen Kavitationsmischer zu integrieren. Im einfachsten Fall ist dabei in jedes Druckwerk ein Kavitationsmischer integriert, vorzugsweise in das Farbwerk desselben. In diesem Fall wird dann getrennt für jedes Druckwerk innerhalb des Farbwerks des jeweiligen Druckwerks die Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion bereitgestellt, wobei es hierzu erforderlich ist, jedem Druckwerk über getrennte Versorgungsleitungen die Druckfarbe und das Feuchtmittel zuzuführen. Die Kavitationsmischer sind dann vorzugsweise in den Farbkasten des Farbwerks der Druckwerke integriert.

Es ist auch möglich in ein Druckwerk, nämlich in ein Farbwerk, mehrere Kavitationsmischer zu integrieren. So ist es z. B. möglich in ein Farbwerk eine Anzahl von Kavitationsmischern zu integrieren, die der Anzahl der Farbzonen des Farbwerks entspricht. Hierdurch kann dann für jede Farbzone eines Farbwerks eine sujetgenaue Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion bereitgestellt werden.

Bei der erfindungsgemäßen Druckmaschine kann jeder aus der Praxis bekannte Kavitationsmischer zum Einsatz kommen. Vorzugsweise kommen Kavitationsmischer zum Einsatz, wie sie aus der DE 100 09 326 A1 bekannt sind.

Mit der hier vorliegenden Erfindung ist es möglich, auf separate Feuchtwerke in den Druckwerken einer Druckmaschine zu verzichten. Hierdurch kann der Aufbau von Druckwerken und damit von Druckmaschinen stark vereinfacht werden.

Die Erfindung ist auch bei Bogendruckmaschinen einsetzbar.

10
Druckeinheit
11
Druckturm
12
Farbwerk
13
Kavitationsmischer
14
Farbtank
15
Feuchtmitteltank
16
Pumpe
17
Pumpe
18
Versorgungsleitung


Anspruch[de]
Druckmaschine, mit mindestens einem Druckwerk, wobei das oder jedes Druckwerk einen Übertragungszylinder, einen auf dem Übertragungszylinder abrollenden Formzylinder und ein mit dem Formzylinder zusammenwirkendes Farbwerk umfasst, gekennzeichnet durch mindestens einen Kavitationsmischer (13), um aus Druckfarbe und Feuchtmittel mindestens eine Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion bereitzustellen, die über das Farbwerk (12) des oder jedes Druckwerks auf eine auf dem Formzylinder des jeweiligen Druckwerks positionierte Druckform auftragbar ist. Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Kavitationsmischer (13) außerhalb der Druckwerke und damit Farbwerke (12) angeordnet ist, wobei die entsprechende Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion über Versorgungsleitungen (18) den entsprechenden Farbwerken (12) zuführbar ist. Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für alle Druckwerke, in welchen dieselbe Druckfarbe gedruckt wird, jeweils ein gemeinsamer Kavitationsmischer (13) vorhanden ist. Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in jedes Druckwerk jeweils mindestens ein Kavitationsmischer integriert ist, wobei Druckfarbe und Feuchtmittel über getrennte Versorgungsleitungen den Druckwerken zuführbar und in dem oder jedem in das jeweilige Druckwerk integrierten Kavitationsmischer zu einer Druckfarbe-Feuchtmittel-Emulsion verarbeitbar sind. Druckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Kavitationsmischer in das Farbwerk des jeweiligen Druckwerks integriert ist. Druckmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der oder jeder Kavitationsmischer in einen Farbkasten des Farbwerks des jeweiligen Druckwerks integriert ist. Druckmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass je Farbzone ein Kavitationsmischer in das Farbwerk des jeweiligen Druckwerks integriert ist.






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