Die vorliegende Erfindung betrifft Korrosionsschutzpigmente aus Aluminiumorthophosphat, ihre Verwendung als Korrosionsschutzpigment in Anstrichmitteln sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung.
Beschreibung[de]
Die vorliegende Erfindung betrifft zinkfreie Korrosionsschutzpigmente,
ihre Verwendung in Farben, Lacken etc., sowie ein Verfahren zu ihrer Herstellung.
Korrosionsschutzpigmente sind seit langem bekannt. Sie sollen als
Beimischung zu Farben, Lacken und anderen Anstrichmitteln eine Korrosion des behandelten
metallischen Untergrundes verhindern und günstigerweise, wie z.B. Rostumwandler,
schon vorhandene Korrosionsprodukte beseitigen. Selbstverständlich müssen
sie dabei mit dem Anstrichmittel kompatibel sein.
Es werden drei typische Wirkungsweisen von Korrosionsschutzpigmenten
unterschieden.
Pigmente mit physikalischer Korrosionsschutzwirkung, wie z.B. Eisenglimmer
sind chemisch inert und werden als inaktive bzw. passive Pigmente bezeichnet, deren
Wirkungsweise darin besteht, dass sie die Diffusionswege für Wasser, Sauerstoff
und korrosionsfördernde Ionen erheblich verlängern und die Untergrundhaftung
des Anstrichs und der Beschichtung verbessern.
Pigmente mit chemischer Korrosionsschutzwirkung, wie z.B. Zinkoxid,
zeigen eine bestimmte Löslichkeit und sind in der Lage, bestimmte pH-Werte
in der Beschichtung zu stabilisieren. Solche Pigmente werden als aktiv bezeichnet.
Ihre Wirkungsweise basiert auf Wechselwirkungen im Grenzflächenbereich zwischen
Pigment und Untergrund, Pigment und Bindemittel sowie Pigment und eingedrungenen
Fremdionen. Dabei können sich Redoxreaktionen abspielen, so dass neue schützende
Verbindungen entstehen können. Durch Seifenbildung mit dem Bindemittel bzw.
Neutralisation der sauren Abbauprodukte bleibt in der Beschichtung ein bestimmter
pH-Wert weitgehend eingestellt. Es werden die korrosionsaktiven Ionen eliminiert.
Pigmente mit elektrochemischer Korrosionsschutzwirkung wirken passivierend
auf die zu schützenden Metalloberflächen. Die Korrosionsschutzpigmente
werden danach beurteilt, ob sie im anodischen Bereich oder im kathodischen Bereich
wirksam sind. Pigmente, die die Auflösung des Metalles durch Schutzschichtenbildung
verhindern, werden als im anodischen Bereich wirksam bezeichnet. Pigmente, die aufgrund
ihres hohen Oxidationspotentials die Bildung von Oxidationsprodukten wie z.B. Rost
bei Eisen unterbinden, werden als im kathodischen Bereich wirksam bezeichnet. Beispiele
für im anodischen Bereich wirksame Pigmente sind Phosphate, für im kathodischen
Bereich wirksame Pigmente sind es Chromate.
Die zunehmende Bedeutung des Korrosionsschutzes und die Erkenntnisse
zu den Umwelt- und Gesundheitsgefahren, die von bekannten blei- und chromathaltigen
Korrosionsschutzpigmenten ausgehen, haben zur Weiterentwicklung der toxikologisch
unbedenklicheren Korrosionsschutzpigmente auf der Basis von Phosphaten, insbesondere
Zn3(PO4)2, gegebenenfalls in Kombination mit AlPO4,
ZnO sowie Molybdat-Wolframat- und Zirkonat-Pigmenten, metallischem Zink, organischen
Pigmenten und reinen Barriere-Pigmenten, wie Eisenglimmer, geführt.
Die derzeit verwendeten Zinkphosphate sind jedoch als fischgiftig
eingestuft und es wurden schon verschiedene Vorschläge für Ersatzprodukte
gemacht.
In O. Kusnierik, K. Barton, Farbe+Lack, 11, 900–901 (1998)
wird der Einsatz von polymeren Phosphaten als anorganische Korrosionsschutzbeschichtung
beschrieben, zum Einsatz kommen Aluminiumpolyphosphate.
Eine Veröffentlichungsreihe unter dem Titel "Studies on anticorrosive
properties of aluminium triphosphate pigments" in Polymers Paint Colour Journal
befasst sich mit der Wirksamkeit von Aluminiumtriphosphaten als Korrosionsschutzpigment.
So beschreibt Teil 1, M. Nisihara et al, 174, 590–597 (1984) im Vergleich
zu Zinkchromaten eine gleiche oder überlegene Wirksamkeit als Korrosionsschutzpigment
in Alkydharzanstrichen. Teil 4, J. Nakano et al, 175, 704–706 (1985) beschreibt
eine Wirksamkeit gegen Weißrostbildung.
Andere Ansätze versuchen durch einen nur teilweisen Ersatz des
Zink die Wirksamkeit zu steigern, siehe z.B. P. Kalenda et al in Macromol. Symp.,
187, 397–406 (2002) und EP 1 116 756.
EP 1 109 867 offenbart Korrosionsschutzpigmente
aus oberflächenbeschichteten Festkörpern, bei denen Mn3(PO4)2
und Aluminiumoxide und/oder Aluminiumhydroxide aufgefällt sind.
EP 1 029 901 bezieht sich auf anorganische
Korrosionsschutzpigmentkombinationen bei denen ein oder mehrere
Pigmente, ausgewählt aus Phosphat-, Polyphosphat- und Metalloxid-Pigmenten
mit BaSO4 gemeinsam gefällt werden.
Keines der beschriebenen Korrosionsschutzpigmente erfüllt alle
Anforderungen an Wirksamkeit, Verarbeitbarkeit und Unbedenklichkeit im Hinblick
auf Umwelt- und Gesundheit vollständig. Es besteht daher weiterhin Bedarf an
brauchbaren Korrosionsschutzpigmenten und die Aufgabe entsprechende Pigmente bereitzustellen.
Überraschend wurde nun gefunden, dass Aluminiumorthophosphat
ein sehr ausgewogenes Eigenschaftsbild bezüglich aller oben genannten Anforderungen
zeigt.
Die obige Aufgabe wird somit gelöst durch ein Korrosionsschutzpigment
aus Aluminiumorthophosphat.
Das Aluminiumorthophosphat kann ein amorphes Aluminiumorthophosphat,
ein orthorhombisches Aluminiumorthophosphat, eine Mischung aus 80 bis 20 Gew.-%
amorphem und 20 bis 80 Gew.-% orthorhombischem Aluminiumorthophosphat, eine Mischung
aus 10 bis 20 Gew.-% amorphem, 20 bis 50 Gew.-% orthorhombischem und 20 bis 70 Gew.-%
trigonalem (Berlinit) Aluminiumorthophosphat oder eine Mischung aus Berlinit und
orthorhombischen Aluminiumorthophosphat sein. Es versteht sich, dass die Summe der
Anteile der einzelnen Aluminiumorthophosphate 100 % ergeben muss. Verunreinigungen
bzw. Nebenbestandteile sind hierbei nicht berücksichtigt, ihre Menge kann maximal
15 Gew.-% vorzugsweise maximal 10 Gew.-% und insbesondere maximal 5 Gew.-% betragen.
Bevorzugte Aluminiumorthophosphate sind amorphes Aluminiumorthophosphat,
Mischungen aus 60 bis 40 Gew.-% amorphem und 40 bis 60 Gew.-% orthorhombischem Aluminiumorthophosphat,
insbesondere Mischungen mit etwa gleichen Teilen amorphem und orthorhombischem Aluminiumorthophosphat,
sowie Mischungen aus 20 bis 50 Gew.-% Berlinit und 80 bis 50 Gew.-% orthorhombischem
Aluminiumorthophosphat, vorzugsweise 20 bis 40 Gew.-Berlinit und 80 bis 60 Gew.-%
orthorhombischem Aluminiumorthophosphat. Ganz besonders bevorzugt ist amorphes Aluminiumorthophosphat.
Aluminiumorthophosphate vom Tridymit-Typ sind nicht gut geeignet.
Als Nebenbestandteile sollten maximal 1 Gew.-% wasserlösliche
Phosphate und unter 0,05 % Chloride und/oder Sulfate enthalten sein. Der Glühverlust
beträgt typischerweise ca. 1 bis 20 %, der pH-Wert einer 1 %-igen Suspension
etwa 6 bis 7,5.
Das erfindungsgemäße Aluminiumorthophosphat enthält
im wesentlichen keine Aluminiumpolyphosphate, d.h. deren Anteil liegt unter 3 Gew.-%,
vorzugsweise unter 1 Gew.-% und insbesondere unter 0,1 Gew.-%.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Korrosionsschutzpigmente
erfolgt in an sich bekannter Weise durch Umsetzung von Aluminiumsalzen mit Phosphorsäure
oder Phosphaten, wobei das schwerlösliche Aluminiumorthophosphat gefällt
und abgetrennt wird. Beispielsweise kann Aluminiumhydroxid mit Phosphorsäure
der Aluminiumsulfat mit Natriumphosphat umgesetzt werden. Anschließend erfolgt
eine Trocknung, ggfs. eine Temperung und gewünschtenfalls eine Mahlung auf
die benötigte Korngröße.
Das erfindungsgemäß verwendete Aluminiumorthophosphat enthält
je nach Bedingungen bei der Umsetzung von Aluminiumsalz und Phosphorsäure bzw.
Temperung mehr oder weniger große Anteile orthorhombisches und trigonales Aluminiumorthophosphat
und kann mehr oder weniger kristallin sein.
Die Umsetzung kann beispielsweise mit Aluminiumsulfat oder Aluminiumhydroxid
erfolgen. Es ist möglich, zur Einstellung des pH-Wertes bei der Fällung
z.B. Carbonate wie Natriumcarbonat zuzufügen. Das Aluminiumorthophosphat fällt,
ggfs. nach weiterer Verdünnung mit Wasser, aus und wird abfiltriert. Anschließend
erfolgt eine Trocknung, z.B. Sprühtrocknung.
Sofern gewünscht kann das getrocknete Produkt durch eine Temperung
bei 500 bis 800°C, vorzugsweise 600 bis 700°C weiterbehandelt werden.
Die Temperung führt in der Regel zu weniger reaktiven Produkten, die eine Wirksamkeit
über längere Zeit aufrechterhalten. Eine Temperung bei höheren Temperaturen
sollte vermieden werden, da hierdurch die Löslichkeit negativ beeinflusst wird.
Sofern die Korngröße des erhaltenen Aluminiumorthophosphat
nicht schon fein genug ist, schließt sich eine Mahlung bzw. Sichtung oder Siebung
an. Vorzugsweise sollte die Korngröße im Bereich von D50 1–15
&mgr;m und D90 1–30 &mgr;m haben, wobei D90 oberhalb
von D50 liegt. Insbesondere sollte D50 ≤ 10 &mgr;m
und D90 ≤ 15 &mgr;m sein. Es ist weiter bevorzugt wenn maximal
etwa 0,01 % Kornanteil mit einer Größe von über 32 &mgr;m vorliegt.
Das Schüttgewicht liegt vorzugsweise im Bereich von 90 bis 250
g/l, bei amorphem Aluminiumorthophosphat insbesondere im Bereich von 90 bis 120
g/l.
Das erfindungsgemäße Korrosionsschutzpigment Aluminiumorthophosphat
eignet sich zum Ersatz von Zinkphosphat in Anstrichmitteln. Es besitzt eine gute
Korrosionsschutzwirkung und kann sowohl in Grundierungen als auch in Deckfarben
zum Einsatz kommen. Zu den Anstrichmitteln, für die Aluminiumorthophosphat
brauchbar ist, zählen Farben auf Wasser- und Lösemittelbasis, Lacke auf
Wasser- und Lösemittelbasis sowie Lasuren.
Die Formulierung von Anstrichmitteln ist dem Fachmann an sich bekannt.
Die konkreten Rezepturen richten sich unter anderem nach dem zu beschichtenden Untergrund,
der Art des Anstrichmittels, der vorgesehenen Applikationsweise etc. Aluminiumorthophosphat
ist mit den meisten üblicherweise in Anstrichmitteln enthaltenen Bestandteilen
gut verträglich. Typischerweise werden etwa 1 bis 20 Gew.-% Aluminiumorthophosphat
in die Anstrichmittel eingearbeitet. Sofern jedoch vor der Applikation eine Verdünnung
vorgesehen ist, können ggfs. auch höhere Anteile zum Einsatz kommen.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung weiter veranschaulichen,
ohne sie jedoch auf die konkret beschriebenen Ausführungsformen zu beschränken.
Alle %-Angaben beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf das Gewicht.
Beispiel 1: Herstellung von Aluminiumorthophosphat
Phosphorsäure (583 g 84%ig, 5,0 mol) wird vorgelegt und auf ca.
80°C erwärmt, danach wird unter Rühren Aluminiumhydroxid (410 g,
Feuchthydrat mit 5 Wasser, 5,0 mol) zügig zugegeben, wobei sich das Reaktionsgemisch
auf ca. 120°C erwärmt. In die entstehende stark viskose Suspension werden
500 ml Wasser eingetragen. Der ausfallende kristalline Feststoff wird über
ein Papierfilter (S&S Nr.604 ∅ = 110mm) abgesaugt, mit 65 ml Wasser gewaschen
und über Nacht bei 110°C getrocknet. Für den nächsten Ansatz
werden wiederum dieselbe Menge Phosphorsäure und Aluminiumhydroxid wie beschrieben
umgesetzt. Die Verdünnung erfolgt mit der im ersten Ansatz erhaltenen Mutterlauge,
anschließend wird wiederum abfiltriert, gewaschen und getrocknet. Es werden
acht weitere Ansätze analog zum zweiten Ansatz umgesetzt, wobei jeweils die
Mutterlauge des vorhergehenden Ansatzes zur Verdünnung verwendet wird.
Über alle neun Ansätze wurde eine Ausbeute von 6719 g, entsprechend
95 erhalten.
Beispiel 2: Temperung von Aluminiumorthophosphat
Das gemäß Beispiel 1 hergestellte Aluminiumorthophosphat
sowie ein unter der Bezeichnung B111 von BK Giulini Chemie GmbH, DE, erhältliches,
aus Aluminiumsulfat mit Phosphorsäure und Natriumcarbonat gefälltes Aluminiumorthophosphat,
werden getempert. Hierfür wird das Aluminiumorthophosphat über eine Rüttelrinne
in ein hitzebeständiges Edelstahlrohr (DIN 1.4841) eingetragen, welches mit
einem Gefälle von 80 mm/1600 mm in einem Ofen mit einer Temperatur von 700°C
angeordnet ist und mit 10 Umdrehungen/min. rotiert. Durch die Drehbewegung wird
das Material durch die beheizte Zone geführt und am Ende des Rohres ausgetragen.
Der Durchsatz beträgt zwischen 0,8 und 1,3 kg/h.
Beispiel 3: Untersuchung der Wirksamkeit
Es wurden sieben verschiedene Korrosionsschutzpigmente in einen standardisierten
Lack eingearbeitet, der Lack auf Bleche aufgetragen und anschließend Haftfestigkeit
(DIN 53151), Blasengrad (DIN 53209) und Unterwanderung (DIN 53167) im Salzsprühtest,
Kondenswassertest und nach Nasslagerung bestimmt. Die verwendeten Pigmente sind
in Tabelle 1 zusammengestellt:
Tabelle 1
ZP10 und Wa 2901 sind Vergleichsbeispiele, ZP 10 ein Zinkphosphat
und Wa 2901 ein im Handel befindliches, zinkfreies Ersatzprodukt. Die Bestimmung
der Ölzahl erfolgte nach ISO 787, Teil 5.
Für den Lack wurden 2 Rezepturen verwendet, bei der ersten Rezeptur
wurde, wie in der Farbenindustrie üblich, die Menge Pigment entsprechend einer
gleichen Ölzahl ausgetauscht. Da sich die Ölzahlen der untersuchten Pigmente
stark unterschieden, wurde in der 2. Rezeptur ein Austausch mit gleicher Masse Pigment
vorgenommen.
Rezeptur 1:Tab. 1: Rezepturen des Stammlackes (Ansatz ca. 500g, Pigmente nach
Ölzahlen ausgetauscht)
Tab. 2: Rezepturen des Stammlackes (Ansatz ca. 500g, Pigmente nach
Masse ausgetauscht)
Die Herstellung erfolgte folgendermaßen: Pos. 1 vorlegen; Pos.
5 zugeben und unter Rühren einarbeiten; Pos 6 unter Rühren zugeben; Pos.
7-11 portionsweise zugeben und mit dem Spatel einrühren; Pos. 2-4 vormischen
und unter Rühren zugeben (zunächst nur soviel Lösemittel zugeben,
dass eine für die Dispergierung geeignete Viskosität vorliegt, den Rest
nach dem Dispergieren zugeben). Es wurde 60 Min. mit einer Drehzahl von 3300 U/min
mit: 250 g Glasperlen unter Kühlung dispergiert.
Zur Applikation wurden 500 g Stammlack mit 64 g Härter aus 41,5
g Versamid und 22,5 g Xylol gut gemischt und der fertige Lack mit einem Xylol-Dowanol
PM-Gemisch (4:1) auf Spritzviskosität (DIN Becher 4: 16–17 sec.) verdünnt.
Die Applikation auf Stahlbleche erfolgte durch Hochdruckspritzen mit
einer 1,3 mm Spritzdüse, Druck 4 bar, Schichtdicke 50 ± 5 &mgr;m. Bei
den Rezepturen mit gleicher Masse Pigment ergab sich eine deutliche Änderung
des Fließverhaltens beim Stammlack, es konnte daher in dieser Serie nicht mit
der Sollschichtdicke beschichtet werden. Pro Versuchsansatz wurden je 3 Bleche für
die Tests Nasslagerung, Salzsprühtest und Kondenswassertest, zuzüglich
eines Rückmusterblechs, beschichtet. Nach einer Konditionierung von 10 Tagen
in der Klimakammer wurden folgende Untersuchungen durchgeführt:
a) Salzsprühtest (nach DIN 50021)
b) Kondenswassertest (ähnlich DIN 50017)
c) Nasslagerung (DIN 6270/1)
d) Haftfestigkeitsprüfung nach 4 Wochen (DIN 53151)
e) Bestimmung des Blasengrades, wöchentlich (DIN 53209)
f) Bestimmung der Unterrostung nach 28 Tagen (DIN 53167)
Die Ergebnisse der Haftfestigkeitsprüfung sind in den Tabellen
3 und 4 zusammengestellt. Tab. 3: Ergebnisse der Haftfestigkeitsprüfungen (DIN 53151) (Serie
1)
* vollständige Enthaftung im Schnittfeld
** vollständige Enthaftung über das Schnittfeld hinaus
Tab. 4: Ergebnisse der Haftfestigkeitsprüfungen (DIN 53151) (Serie
2, Sollschichtdicke nicht eingehalten)
* vollständige Enthaftung im Schnittfeld
** vollständige Enthaftung über das Schnittfeld hinaus
Es lässt sich erkennen, dass die erfindungsgemäßen
Aluminiumpigmente teilweise eine bessere Haftung, zumindest aber eine vergleichbare
Haftung wie das Vergleichspigment Zinkphosphat (ZP10) ergeben. Das zum Vergleich
herangezogene zinkfreie Pigment schneidet dagegen viel schlechter ab.
Die Ergebnisse der Blasengradbestimmung sind in den Tabellen 5 und
6 zusammengestellt.
Tab. 5: Blasengrad (DIN 53209) (Serie 1)
Im Salzsprühtest wurde nach 4 Wochen noch keinerlei Differenzierung
bezüglich des Blasengrades erhalten. Beim Kondenswassertest zeigten die Bleche
mit den erfindungsgemäßen Grundierungen 1/3, 1/5 und 1/6 sowie mit Zinkphosphat
auch nach 4 Wochen noch keine Blasen. Im Mittelfeld liegen die erfindungsgemäßen
Grundierungen 1/4 und 1/7, während die alternative zinkfreie Grundierung 1/2
schlecht abschneidet. Bei der Nasslagerung zeigten nur die Bleche mit der erfindungsgemäßen
Grundierung 1/5 nach 4 Wochen noch keine Blasen. Gut schnitten auch die Bleche mit
Zinkphosphat sowie mit den erfindungsgemäßen Grundierungen 1/3, 1/6 und
1/7 ab, die erst nach der 4 Woche wenige kleine Blasen aufwiesen. Innerhalb der
Fehlergrenzen sind aber hier alle Bleche außer die mit der alternativen zinkfreien
Grundierung 1/2 gleich gut.
Tab. 6: Blasengrad (DIN 53209) (Serie 2, Sollschichtdicke nicht eingehalten)
Die Bleche mit den Grundierungen der Serie 2 bestätigen die Ergebnisse
von Serie 1 tendenziell. Trotz der geringeren Schichtdicke schneiden auch hier alle
erfindungsgemäßen Grundierungen außer 1/3 innerhalb der Fehlergrenzen
gleich gut ab wie Zinkphosphat. Die alternative zinkfreie Grundierung schneidet
ebenfalls schlecht ab.
Die Ergebnisse bezüglich der Unterwanderung sind in den Tabellen
7 und 8 zusammengefasst.
Tab. 7: Unterwanderung nach DIN 53167 (Serie 1)
Die geringste Unterwanderung wurde an dem Blech mit der erfindungsgemäßen
Grundierung 1/5 gefunden. Die Unterwanderung bei den anderen Blechen außer
dem mit der 2. Referenzgrundierung 1/1/2 lagen alle sehr nahe beieinander zwischen
4,8 und 6,4 mit der Reihenfolge Grundierung 1/7, 1/3 und 1/4, 1/6 und Referenz 1/1/1.
Tab. 8: Unterwanderung nach DIN 53167 (Serie 2, Sollschichtdicke nicht
eingehalten)
Bei den Blechen mit den Grundierungen der Serie 2 mit der geringeren
Schichtdicke zeigten die Bleche mit den Grundierungen 2/2, 2/3, 2/5 und 2/7 eine
sehr geringe Unterwanderung. Die Unterwanderung bei dem Blech mit den Grundierungen
2/4 und 2/6 lag etwas besser als bei dem mit der Zinkphosphat-Grundierung.
Insgesamt zeigen die Versuche, dass Aluminiumorthophosphat als Korrosionsschutzpigment
in der Wirksamkeit mit dem derzeit verwendeten Zinkphosphat vergleichbar ist. Ein
bisher verfügbares alternatives zinkfreies Pigment, Pigmentan E, erreicht dagegen
eine deutlich schlechtere Wirksamkeit.
Anspruch[de]
Korrosionsschutzpigment für Anstrichmittel bestehend aus Aluminiumorthophosphat.Korrosionsschutzpigment gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Aluminiumorthophosphat auf eine Korngröße D50 von
1–15 &mgr;m und D90 von 1–30 &mgr;m aufweist.Korrosionsschutzpigment gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Aluminiumorthophosphat ein Schüttgewicht von 90 bis 250 g/l aufweist.Korrosionsschutzpigment gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Aluminiumorthophosphat ausgewählt ist unter amorphem Aluminiumorthophosphat,
orthorhombischem Aluminiumorthophosphat, Mischungen aus orthorhombischem und amorphem
Aluminiumorthophosphat und Mischungen aus orthorhombischem, trigonalem und amorphem
Aluminiumorthophosphat.Korrosionsschutzpigment gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das Aluminiumorthophosphat ausgewählt ist 100 Gew.-% amorphem Aluminiumorthophosphat,
Mischungen aus 20 bis 80 Gew.-% amorphem und 80 bis 20 Gew.-% orthorhombischem Aluminiumorthophosphat
und Mischungen aus 20 bis 50 Gew.-% orthorhombischem, 20 bis 70 Gew.-% trigonalem
und 10 bis 20 Gew.-% amorphem Aluminiumorthophosphat.Verwendung von Aluminiumorthophosphat als Korrosionsschutzpigment.Herstellung von Korrosionsschutzpigmenten gemäße einem der
Ansprüche 1 bis 5 umfassend die Schritte:
a) Umsetzung eines Aluminiumsalzes mit Phosphorsäure oder einem Phosphat in
wässriger Phase b) Fällung des Aluminiumorthophosphats
c) Abfiltrieren des Aluminiumorthophosphats und
d) Trocknen des Aluminiumorthophosphats.Verfahren gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das
Aluminiumorthophosphat in einem Schritt e) bei Temperaturen von 500 bis 800°C
getempert wird.Verfahren gemäß Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
dass das Aluminiumorthophosphat in einem Schritt f) auf eine Korngröße
D50 ≤ 15 &mgr;m und D90 ≤ 30 &mgr;m gemahlen
wird.Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass das Aluminiumsalz ein Aluminiumhydroxid ist und mit Phosphorsäure
umgesetzt wird.Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass das Aluminiumsalz ein Aluminiumsulfat ist und mit Natriumphosphat
umgesetzt wird.Verfahren gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, dass die Trocknung eine Sprühtrocknung ist.