Die Erfindung betrifft ein Endoskop, insbesondere zur Intubation eines
Atemwegs, mit einem Schaft und einem Okular am proximalen Ende eines Endoskopkopfes,
und mit einem Gelenk zwischen dem Schaft und dem Okular zum Abwinkeln des Okulars
relativ zu einer Längsrichtung des Schafts, wobei das Gelenk so ausgebildet
ist, dass das Okular in einer ersten Ebene abwinkelbar ist.
Ein derartiges Instrument ist beispielsweise aus dem DE-Firmenprospekt
der Karl Storz GmbH & Co. KG, Tuttlingen, "Karl Storz-Endoskope, Endoskope für
Anästhesie und Notfallmedizin", 3. Ausgabe 1/2004, Seite AN-SET 9 B, bekannt.
Aus diesem Prospekt ist ein mit der Instrumentennummer 10330 B versehenes Endoskop
bekannt.
Das bekannte Endoskop wird zur Intubation der Atemwege eines Menschen
verwendet, wobei das distale Ende des Endoskops durch die Nase oder den Mund eines
Patienten in die Luftröhre zur optischen Kontrolle der Einführung eines
Intubationsschlauchs eingeführt wird. Das Endoskop weist einen Endoskopschaft
und einen Endoskopkopf auf, wobei ein Okular am proximalen Ende des Endoskopkopfs
angeordnet ist. Das Okular und der Schaft sind über ein Gelenk miteinander
verbunden.
Ein Gelenk im Sinne der vorliegenden Erfindung weist zumindest zwei
Elemente auf, die durch Rotation und/oder Translation aufeinander wirken.
Der Endoskopkopf des bekannten Endoskops weist ein zweiteiliges Gehäuse
auf, wobei das Gelenk zwischen beiden Gehäuseteilen angeordnet ist und das
proximale Ende des Schafts in gleicher Längsrichtung wie das distale Ende des
Endoskopkopfs verläuft. Die Längsrichtung des Endoskopschafts bezeichnet
im Folgenden diejenige Richtung, die durch die Längsrichtung des proximalen
Schaftendes definiert ist. Das Okular ist aus einer Nullgradstellung heraus abwinkelbar,
die beispielsweise mit der Längsrichtung des Schafts übereinstimmen kann.
Beleuchtungslicht wird am distalen Ende des Endoskopkopfes distalseitig
des Gelenks über einen Anschluss in ein Lichtleitsystem eingekoppelt, das sich
bis zum distalen Ende des Schafts erstreckt. Beobachtungslicht des bildgebenden
Systems wird vom distalen Ende des Schafts über ein Bildleitsystem durch das
Gelenk hindurch zum Okular geleitet. Das Bildleitsystem weist geordnete Lichtleitfasern
und/oder ein Linsensystem zur Lichtleitung und Fokussierung auf. Das Bildleitsystem
kann als semiflexibler oder flexibler Lichtleiter ausgebildet sein.
Solche Endoskope kommen bevorzugt in der Notfallmedizin zum Einsatz.
Ein Arzt, der sich in gebeugter Körperhaltung über einem Patienten befindet,
hält das Endoskop an seinem Endoskopkopf, wobei das distale Ende des Schafts
in die Luftröhre des Patienten eingeführt wird. Hierbei befindet sich
eine Hand des Arztes am proximalen Ende des Endoskopkopfes und die andere Hand am
distalen Ende des Endoskopkopfes, um das Okular relativ zur Längsrichtung des
Schafts abwinkeln zu können. Das abwinkelbar ausgebildete Okular ermöglicht
es dem Arzt, eine solche Position zum Patienten einzunehmen, dass er sich während
des Eingriffs nicht direkt über den Nasen- und Mundöffnungen des Patienten
befinden muss.
Allerdings ist das Okular des aus dem Stand der Technik bekannten
Endoskops nur in einer definierten Ebene relativ zur Längsrichtung des Schafts
abwinkelbar, so dass die Bewegungsfreiheit des Arztes eingeschränkt ist. In
einer Situation, in der die Stellung des Arztes zum Patienten derart ist, dass sich
der Arzt zumindest teilweise über dem Patient befindet, muss der Arzt in körperlich
anstrengender und für ihn umständlicher Haltung während des gesamten
Eingriffs verbleiben. Falls für den Arzt keine akzeptable Ausrichtung des Okulars
zum Schaft gefunden werden kann, muss das Endoskop entweder erneut in die Luftröhre
eingeführt werden oder der Patient in eine günstige Position gedreht werden.
Hierbei besteht die Gefahr, dass dem Patienten zusätzlich Verletzungen zugefügt
werden. Eine Drehung des Endoskops um die Längsrichtung des Schafts ist bei
einem semi-flexiblen Schaft oder gar starren Schaft mit gekrümmten Verlauf
nicht möglich, wenn das Endoskop in die Luftröhre eingeführt ist.
Ferner ist aus DE 103 51 185
A1 ein Endoskop mit einem biegeflexiblen Biegeabschnitt bekannt, wobei
das Endoskop zwischen dem distalen Schaftende und dem proximalen Ende des Endoskopkopfes
einen Arbeitskanal zur Durchführung eines Lichtleitsystems und Instrumentenkanäle
aufweist. Das Okular, das am proximalen Ende des Endoskopkopfes sitzt, kann über
den Biegeabschnitt aus seiner Geradstellung abgebogen werden. Der Biegeabschnitt
ist als ein einteiliges Rohr mit einer Spiralverstärkung entlang seiner Längserstreckung
zwischen einem festen Endstück am proximalen Ende des Endoskopkopfes und einem
Gehäuse des Endoskopkopfes ausgebildet. Ein Biegeabschnitt hat gegenüber
einem Gelenk den Nachteil, dass er nach vielen Biegewechseln ermüden kann,
d.h. nach längerem Gebrauch des Endoskops erschlaffen kann. Nach mehreren Richtungswechseln
der Abwinkelung des Okulars kann der Biegeabschnitt ungleichmäßige, schlangenförmig
verbogene Bereiche aufweisen, weil keine feste Biegestelle definiert ist. Derartige
verbogene Bereiche des Biegeabschnitts, durch den das Bildleitsystem für die
Beobachtung hindurchgeht, führen zu einem entsprechenden schlangenförmigen Verlauf
des Lichtleitsystems, die die Abbildungsqualität des Bildleitsystems beeinträchtigen
können.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Endoskop der eingangs
genannten Art zu schaffen, das dem Arzt eine größere Bewegungsfreiheit
bei der Beobachtung durch das Endoskop erlaubt.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe hinsichtlich des eingangs
genannten Endoskops dadurch gelöst, dass das Gelenk, das zwischen dem Schaft
und dem Okular angeordnet ist, so ausgebildet ist, dass das Okular zumindest in
einer zweiten Ebene, die quer zur ersten Ebene verläuft, abwinkelbar ist.
Demnach erlaubt das erfindungsgemäße Endoskop nicht nur
die Abwinklung des Okulars in einer definierten Ebene relativ zur Längsrichtung
des Schafts. Vielmehr ist das Okular räumlich relativ zur Längsrichtung
des Schafts abwinkelbar ausgebildet. Das erfindungsgemäße Endoskop bietet
vorteilhafterweise dem Arzt eine erweiterte Bewegungsfreiheit während des Eingriffs,
da die relative Ausrichtbarkeit des Okulars zum Schaft um zumindest einen zweiten
Winkelbereich, der durch eine zweite Ebene quer zur ersten Ebene gegeben ist, vergrößert
ist. Zudem kann der Arzt ermüdungsfrei arbeiten, da er in einer körperlich
entspannten Haltung während des Eingriffs verbleiben kann.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Endoskops liegt
in seiner einfachen Handhabbarkeit während des Eingriffs, so dass auch Ärzte
ohne langjährige Berufserfahrung im Umgang mit Endoskopen das Endoskop der
vorliegenden Erfindung verwenden können. Aufgrund der räumlichen Abwinkelbarkeit
des Endoskops muss während der Einführung des Endoskops nicht darauf geachtet
werden, wie das abgewinkelte Okular zur Längsrichtung des Schafts angeordnet
ist, um dem Arzt eine günstige Stellung zum Patienten zu ermöglichen.
Der Arzt kann noch nach Einführen des Endoskops die für ihn geeignetste
Stellung zum Patienten einnehmen, indem er das Okular in die gewünschte Richtung
abwinkelt.
Darüber hinaus ermöglicht das vorliegende Endoskop, das
insbesondere im Bereich der Notfallmedizin eingesetzt werden kann, eine zeitsparende
Anwendung während des Eingriffs. Ist das Endoskop bereits in die Luftröhre
des Patienten eingeführt und die Stellung des Patienten zum Arzt für die
weitere Behandlung nicht geeignet, kann, ohne das Endoskop erneut in die Luftröhre
einzuführen, das Okular relativ zum Schaft in die günstigste räumliche
Lage abgewinkelt werden.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Gelenk des
Endoskops so ausgebildet, dass das Okular zumindest in einer der ersten oder zweiten
Ebene bis zu einem Winkel von etwa 50°, vorzugsweise bis zu einem Winkel von
etwa 40° und weiter vorzugsweise bis zu einem Winkel von etwa 30° relativ
zur Längsrichtung des Schafts abwinkelbar ist.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass der maximale Winkelbereich
einer der beiden Ebenen, der durch die Abwinkelung des Okulars zu beiden Seiten
relativ zur Längsrichtung des Schafts gegeben ist, 100°, 80° beziehungsweise
60° beträgt und dem Arzt eine große Bewegungsfreiheit einräumt.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das Gelenk als Kugelgelenk
ausgebildet.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass das Gelenk konstruktiv einfach
und kostengünstig hergestellt werden kann. Zudem erlaubt das Kugelgelenk eine
bedienungsfreundliche Handbarkeit des Endoskops, da die gewünschte Abwinkelstellung
des Okulars relativ zur Längsrichtung des Schafts auf direktem Weg erreichbar
ist. Der Arzt muss während des Intubierens nicht überlegen, in welchen
Winkelschritten das Okular abgewinkelt werden muss.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das Kugelgelenk
ein zweiteiliges Gehäuse auf, wobei ein erstes Gehäuseteil mit dem Schaft
und ein zweites Gehäuseteil mit dem Okular verbunden ist.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass das Gehäuse einen stabilen
kompakten Schutz für das Lichtleitsystem bietet. Zudem ist der Endoskopkopf
für den Arzt handlich und gut greifbar auf konstruktiv einfache Weise ausgebildet.
Durch die Zweiteilung des Gehäuses wird gleichzeitig die Funktion der räumlichen
Abwinkelung relativ zur Längsrichtung des Schafts realisiert.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das erste Gehäuseteil
mit Reibschluss gleitend in dem zweiten Gehäuseteil aufgenommen.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass beide Gehäuseteile
ohne weiteren technischen Aufwand zueinander bewegbar sind. Durch den Reibschluss
wird eine Selbsthemmung des Gelenks geschaffen, so dass das Okular seine eingestellte
räumliche Abwinkelung beibehält, auch wenn der Arzt das Okular loslässt.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das erste Gehäuseteil
eine kugelförmige Außenfläche und das zweite Gehäuseteil eine
kugelförmige Innenfläche auf, in der das erste Gehäuseteil aufgenommen
ist.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die Oberfläche
beider Gehäuseteile glatt und ohne Vorsprünge ausgebildet ist und so die
Bewegung beider Gehäuseteile zueinander nicht eingeschränkt wird. Da sowohl
die Außenfläche des ersten Gehäuseteils als auch die Innenfläche
des zweiten Gehäuseteils kugelförmig ausgebildet sind, sind beide Gehäuseteile
passgenau miteinander verbunden. Zudem erlaubt die kugelförmige Ausgestaltung
beider Gehäuseteile die Abwinkelung des Okulars relativ zur Längsrichtung
des Schafts in mehr als einer zweiten Ebene quer zur ersten Ebene. Hierdurch kann
das Okular auf einer Kugelschale bewegt werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das erste Gehäuseteil
derart in dem zweiten Gehäuseteil angeordnet, dass sich das zweite Gehäuseteil
über den maximalen Außendurchmesser der kugelförmigen Außenfläche
des ersten Gehäuseteils hinweg erstreckt.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass beide Gehäuseteile
ohne weitere technische Maßnahmen aneinander befestigt sind.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist die kugelförmige
Außenfläche des ersten Gehäuseteils eine radiale Einschnürung
auf einer dem zweiten Gehäuseteil abgewandten Seite auf.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die radiale Einschnürung
den Bewegungsbereich des zweiten Gehäuseteils bezüglich des ersten Gehäuseteils
erweitert, da das zweite Gehäuseteil weiter über die Außenfläche
des ersten Gehäuseteils bewegt werden kann und nicht an ihr anstößt.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung verjüngt sich die
radiale Einschnürung in Längsrichtung vom Gelenk weg gesehen.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass die in Längsrichtung
des Schafts gesehen radial kleiner werdende Einschnürung den maximalen Bewegungsbereich
des zweiten Gehäuseteils bezüglich des ersten Gehäuseteils vergrößert.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung wirken beide Gehäuseteile
als Anschlag zur Begrenzung der Abwinkelung des Okulars zusammen.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass der maximale Ablenkwinkel
des Okulars relativ zur Längsrichtung des Schafts begrenzt ist und das durch
das Gelenk geführte Bildleitsystem nicht durch eine übermäßige
Abwinkelung durchgebrochen werden kann.
In einer zum Kugelgelenk alternativen bevorzugten Ausgestaltung ist
das Gelenk als Kardangelenk ausgebildet.
Auch in Form eines Kardangelenks kann das Gelenk technisch einfach
und kostengünstig hergestellt werden, um eine räumliche Abwinkelung des
Okulars zu schaffen.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das Kardangelenk
ein zweiteiliges Gehäuse und ein Achsenkreuz auf, wobei ein erstes Gehäuseteil
mit dem Schaft und ein zweites Gehäuseteil mit dem Okular verbunden ist und
das Achsenkreuz zwischen den beiden Gehäuseteilen angeordnet ist.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass das Gehäuse einen kompakten
und stabilen Schutz für das Bildleitsystem bietet. Zudem erlaubt das Gelenkgehäuse
dem Arzt während des Eingriffs eine gute Handhabbarkeit des Endoskops. Das
Achsenkreuz zwischen beiden Gehäuseteilen ermöglicht die Abwinklung des
Okulars bezüglich des Schafts in zumindest zwei zueinander quer angeordneten
Ebenen.
In einer alternativen bevorzugten Ausgestaltung weist das Gelenk zumindest
zwei voneinander beabstandete 1-Achsgelenke auf.
Diese Maßnahme stellt eine weitere technisch einfach realisierbare
und kostengünstige Ausgestaltung des Gelenks dar, um eine räumliche Abwinkelung
des Okulars relativ zur Längsrichtung des Schafts zu ermöglichen.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das Gelenk einen
Durchgang zur Durchführung des Bildleitsystems auf, wobei der Durchgang frei
von Vorsprüngen ist.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass das Bildleitsystem beim
Abwinkeln des Okulars vor Beschädigungen durch die Innenseite des Gelenks geschützt
wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das Gelenk einen
Schutzschlauch für das Bildleitsystem auf, wobei sich der Schutzschlauch durch
den Durchgang des Gelenks erstreckt und das Bildleitsystem aufnimmt.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass das empfindliche Bildleitsystem
durch den Schutzschlauch noch besser vor Beschädigungen geschützt wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung erstreckt sich der Schutzschlauch
vollumfänglich um das Bildleitsystem.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass das Bildleitsystem nach
allen Seiten gleichermaßen gleichmäßig vor Beschädigungen geschützt
ist.
Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und den beigefügten Zeichnungen.
Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend
noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination,
sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne
den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt
und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
1 eine perspektivische Ansicht eines Endoskops mit
einem Endoskopkopf und mit einem nur teilweise dargestellten Schaft;
2A, 2B, 2C
jeweils eine Seitenansicht des Endoskops in 1, wobei
2A das Endoskop mit nicht abgewinkeltem Okular und
2B und 2C das Endoskop
in verschieden abgewinkelten Stellungen des Okulars zeigt;
3 einen Querschnitt des Endoskopkopfes in
1 in nicht abgewinkelter Stellung;
4A, 4B jeweils einen Querschnitt
des Endoskopkopfes in 1 im Bereich des Gelenks in einer
abgewinkelten (4A) und einer nicht abgewinkelten Stellung
(4B);
5A, 5B eine Seitenansicht
eines Endoskopkopfes (5A) gemäß eines weiteren
Ausführungsbeispiels und eine perspektivische Explosionszeichnung des Gelenks
(5B); und
6A, 6B eine Seitenansicht
des Endoskopkopfes (6A) gemäß eines noch
weiteren Ausführungsbeispiels und eine perspektivische Explosionszeichnung
des Gelenks (6B).
In 1 bis 3
ist ein mit dem allgemeinen Bezugszeichen 10 versehenes Endoskop zur Intubation
eines Atemweges dargestellt.
Das Endoskop 10 weist an seinem proximalen Ende einen Endoskopkopf
12 und an seinem distalen Ende einen semi-flexiblen oder starren Endoskopschaft
14 auf. Das distale Ende des Endoskopkopfes 12 weist einen Anschluss
16 für ein Lichtleitkabel auf.
Darüber hinaus ist das distale Ende des Endoskopkopfes
12 derart mit Einbuchtungen 18–22 ausgebildet,
dass der Arzt seine Fingerspitzen in diese Einbuchtungen 18–22
legen kann, während er das Endoskop 10 hält. Das proximale Ende
des Endoskopkopfes 12 weist einen Fokussierring 24 und eine Augenmuschel
26 auf, die am äußersten proximalen Ende des Endoskopkopfes
12 angeordnet sind.
Wie in 3 dargestellt, verläuft ein
Bildleitsystem 28 vom distalen Ende des Endoskopschafts 14 bis
zum Okular 30, das am proximalen Ende des Endoskopkopfes 12 angeordnet
ist.
Zwischen dem Schaft 14 und dem Okular 30 ist ein
Gelenk 32 angeordnet, so dass das Okular 30 relativ zur Längsrichtung
34 des Schafts 14 abwinkelbar ist. Die Längsrichtung
34 des Schafts 14 bezeichnet die Richtung, die durch das proximale
Ende des Schafts 14 definiert wird. Das zumindest zweielementige Gelenk
32 ist derart ausgestaltet, dass das Okular 30 in einer ersten
Ebene 36 relativ zur Längsrichtung 34 des Schafts
14 abwinkelbar ist. Darüber hinaus ist das Gelenk 32 in einer
zweiten Ebene 38 quer zur ersten Ebene 36 abwinkelbar ausgestaltet.
In 2B und 2C entsprechen
diese Ebenen 36, 38 den jeweiligen Zeichenebenen. Der maximale
Ablenkwinkel beträgt in einer bevorzugten Ausgestaltung jeweils etwa 50°
zu beiden Seiten der Längsrichtung 34 des Schafts 14.
In einer ersten Ausgestaltung ist das Gelenk 32 als Kugelgelenk
40 mit einem zweiteiligen Gehäuse 42 ausgebildet (siehe
1 bis 4). Ein Gehäuseteil
44 ist mit dem Schaft 14, und ein zweites Gehäuseteil
46 ist mit dem Okular 30 verbunden. Das erste Gehäuseteil
44 weist eine kugelförmige Außenfläche 48 auf,
die mit Reibschluss gleitend in einer kugelförmigen Innenfläche
50 des zweiten Gehäuseteils 46 aufgenommen ist. Der Reibschluss
bietet den Vorteil, dass das zweite Gehäuseteil selbsthemmend im ersten Gehäuseteil
46 gehalten wird und eine abgewinkelte Stellung des Okulars 30
relativ zur Längsrichtung 34 des Schafts 14 beibehält,
auch wenn der Arzt das zweite Gehäuseteil 46 nicht festhält.
Die kugelförmige Innenfläche 50 des zweiten Gehäuseteils
46 erstreckt sich über den maximalen Außendurchmesser der kugelförmigen
Außenfläche 48 des ersten Gehäuseteils 44. Diese
Ausgestaltung hat den Vorteil, dass sich beide Gehäuseteile 44,
46 gegenseitig ohne weiteren technischen Aufwand halten.
Das erste Gehäuseteil 44 weist ferner eine radiale Einschnürung
52 an einer vom zweiten Gehäuseteil 46 abgewandten Seite
auf. Die radiale Einschnürung 52 verjüngt sich in Längsrichtung
34 des Schafts 14 vom Kugelgelenk 40 weg gesehen. Die
radiale Einschnürung 52 folgt der kugelförmigen Oberfläche
des ersten Gehäuseteils 44. Die radiale Einschnürung
52 vergrößert den Ablenkwinkel des zweiten Gehäuseteils
46 relativ zur Längsrichtung 34 des Schafts 14,
da das zweite Gehäuseteil 46 über einen größeren Winkelbereich
nicht an dem ersten Gehäuseteil 44 anstößt. Das Kugelgelenk
40 erlaubt eine Ablenkung des Okulars 30 relativ zur Längsrichtung
34 des Schafts 14 in allen Ebenen, die durch den
Mittelpunkt des kugelförmigen proximalen Endes des ersten Gehäuseteils
44 verlaufen. Der maximale Ablenkwinkel des Okulars 30 relativ
zur Längsrichtung 34 des Schafts 14 ist dadurch gegeben,
dass beide Gehäuseteile 44, 46 als Anschlag zusammen wirken,
d.h. das zweite Gehäuseteil 46 stößt ab einem bestimmten
Ablenkwinkel am ersten Gehäuseteil 44 an. Auf diese Weise wird verhindert,
dass das Bildleitsystem 28 im Bereich des Gelenks 32 durchgebrochen
wird.
Wie in 3, 4 dargestellt,
weist das Gelenk 32 ferner einen Durchgang 54 zur Durchführung
eines Schutzschlauchs 56 auf, in dem das Bildleitsystem 28 aufgenommen
ist. Der Übersicht halber ist das Bildleitsystem 28 in 4
nicht gezeigt. Der Durchgang 54 ist derart ausgestaltet, dass seine Oberfläche
frei von Vorsprüngen ist. Hierdurch wird eine Beschädigung des Bildleitsystems
28 durch die Innenseite des Gelenks 32 verhindert. Darüber
hinaus bietet der Schutzschlauch 56 zusätzlichen Schutz vor Beschädigungen
des Bildleitsystems 28 durch das Gelenk 32. Der Schutzschlauch
56 ist derart ausgestaltet, dass er das Bildleitsystem 28 vollumfänglich
aufnimmt und das Bildleitsystem 28 von allen Seiten gleichermaßen
vor Beschädigungen durch das Gelenk 32 schützt.
In 5A und 5B
ist ein Endoskop 60 dargestellt, wobei die Merkmale des Endoskops
60, die mit denjenigen des Endoskops 10 gleich sind oder diesen
entsprechen, mit um 50 erhöhten Bezugszeichen des Endoskops
10 versehen sind.
Ein Okular 80 ist in einer ersten Ebene 86 relativ
zu einer Längsrichtung 84 eines Schafts 64 und in einer zweiten
Ebene 88, die quer zur ersten Ebene 86 verläuft, abwinkelbar.
Die Abwinkelung wird durch ein als Kardangelenk 90 ausgebildetes Gelenk
82 ermöglicht.
Das Kardangelenk 90 weist ein zweiteiliges Gehäuse
92 auf, wobei ein erstes Gehäuseteil 94 mit dem Schaft
64 und ein zweites Gehäuseteil 94 mit dem Okular
80 verbunden ist. Zwischen beiden Gehäuseteilen 94,
96 ist ein Achsenkreuz 98 angeordnet. Beide Gehäuseteile
94, 96 weisen je ein bogenförmiges Element 100,
102 auf, die quer zueinander angeordnet sind und ineinander greifen. Jedes
bogenförmige Element 100, 102 weist je zwei sich gegenüberliegende
Öffnungen 104–104''' auf. Das Achsenkreuz
98 weist zwei zueinander quer verlaufende Befestigungsstifte
106, 108 auf, die in ihrem jeweiligen Mittelpunkt miteinander
verbunden sind. Die Enden der Befestigungsstifte 106, 108 sind
in den Öffnungen 104–104''' der bogenförmigen
Elemente 100, 102 aufgenommen. Das Kardangelenk 90 weist
wie das Kugelgelenk 40 einen Durchgang 110 durch das Gelenk
82 auf. Ein Schutzschlauch 112 ist durch den Durchgang
110 des Kardangelenks 90 geführt. Der Übersicht halber
ist der Schutzschlauch 112 nicht in 5B dargestellt.
In 6A und 6B
ist ein Endoskop 120 dargestellt, wobei die Merkmale des Endoskops
120, die mit denjenigen des Endoskops 10 gleich sind oder diesen
entsprechen, mit um 110 erhöhten Bezugszeichen des Endoskops
10 versehen sind.
Ein Okular 140 ist in einer ersten Ebene 146 relativ
zu einer Längsrichtung 144 eines Schafts 124 und in einer
zweiten Ebene 148, die quer zur ersten Ebene 146 verläuft,
abwinkelbar. Die Abwinkelung wird durch als zumindest zwei voneinander beabstandete
1-Achsgelenke 150, 152 ausgebildetes Gelenk 142 ermöglicht.
In der gezeigten Darstellung weist das Gelenk 142 ein dreiteiliges
Gehäuse 154 auf, wobei ein erstes Gehäuseteil 156 mit
dem Schaft 124 und über das 1-Achsgelenk 150 mit einem zweiten
Gehäuseteil 158 verbunden ist. Das zweite Gehäuseteil
158 ist über das zweite 1-Achsgelenk 152 mit einem dritten
Gehäuseteil 160 verbunden. Das dritte Gehäuseteil 160
ist mit einem Okular 140 verbunden. Jedes 1-Achsgelenk 150,
152 weist je einen Stift 162, 164 auf, der die sich anschließenden
Gehäuseteile 156, 158, 160 gelenkig miteinander
verbindet. Da beide Stifte 162, 164 quer zueinander angeordnet
sind, ist das erste 1-Achsgelenk 150 in einer Ebene 146 relativ
zu einer Längsrichtung 144 des Schafts 124 und in einer zweiten
Ebene 146 quer zur ersten Ebene 144 abwinkelbar. In der gezeigten
Darstellung der beiden 1-Achsgelenke 150, 152 sind die Stifte
162, 164 derartig durchbrochen, dass ein Durchgang 166
zur Aufnahme eines Lichtleitsystems 138 durch das Gelenk verläuft.
Ein Schutzschlauch 168 ist durch den Durchgang 166 des Gelenks
142 geführt. Der Übersicht halber ist der Schutzschlauch
168 nicht in 6B dargestellt.