Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Klemmen eines Schussfadens
in einer Düsenwebmaschine insbesondere Luftdüsenwebmaschine, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiter eine Klemmeinrichtung
an einer Webmaschine, insbesondere Luftdüsenmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 11. Schließlich betrifft die Erfindung auch eine Düsenwebmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 22.
Der Stand der Technik gemäß den Oberbegriffen der Ansprüche
1, 11 und 22 wird durch die DE 10 2004
036 996 B3 wiedergegeben. Danach ist an einer Düsenwebmaschine eine
Vorrichtung zum Eintragen eines Schussfadens in das Webfach vorgesehen, die aus
einem Block aus Hauptblasdüsen mit angeschlossenen Mischrohren besteht. In
jedem Mischrohr ist eine Klemmeinrichtung vorgesehen, durch die der in dem Mischrohr
befindliche Schussfaden vor seinem Einbringen in das Webfach gerade ausgerichtet
gehalten wird. Jede dieser Klemmeinrichtungen weist einen außerhalb des Mischrohres
befindlichen Aktuator auf, der pneumatisch oder piezoelektrisch angesteuert und
verformt werden kann. Dadurch wird ein mit dem Aktuator verbundenes Klemmglied in
eine Kipp- oder Schwenkbewegung versetzt. Das Klemmglied greift in das Mischrohr
ein und klemmt mit seinem freien Ende den Schussfaden gegen ein an dem Mischrohr
befindliches Widerlager. Bevorzugt ist die Ausführung des Aktuators in Form
eines Elastomerbalges, der mit dem Klemmglied unmittelbar verbunden ist. Durch unterschiedliche
pneumatische Beaufschlagung kann der Aktuator angesteuert und verformt werden, wobei
eine Versorgungsleitung für ein gesondertes pneumatisches Steuerfluid vorgesehen
ist.
Neben der unterschiedlichen Druckbeaufschlagung kann auch die Eigenelastizität
des als Elastomerbalg ausgebildeten Aktuators, eine Stellfeder oder ein biegeeleastisches
Halteelement die jeweilige Stellung des Klemmgliedes beeinflussen. Schließlich
kann das Klemmglied selbst elastisch verformt werden.
Des weiteren ist in der DE
10 2004 036 996 B3 die Möglichkeit angegeben, die Kippbewegung des
Hebels der Klemmeinrichtung durch elektromagnetische Stellglieder zu bewirken.
Die bekannten Klemmeinrichtungen gemäß der DE
10 2004 036 996 B3 sind bereits aus Moduleinheiten von je zwei Klemmeinrichtungen
aufgebaut; dabei können mehrere Moduleinheiten zu einem Block zusammengefasst
werden. Dennoch steht für die einzelne Klemmeinheit verhältnismäßig
wenig Platz zur Verfügung. Die Haltekraft einer pneumatisch betätigten
Halteeinrichtung ist aber von ihrer Baugröße abhängig. Wenn die Abmessungen
gering sein müssen, ist auch die Haltekraft beschränkt. Dasselbe gilt
bei einer hydraulischen oder piezoelektrischen Ansteuerung der Aktuatoren. Hinzu
kommt im Falle der pneumatischen Ansteuerung noch störend die Kompressibilität
der steuernden Luftströme. Das führt zu einem verzögerten Ansprechverhalten
der Klemmeinrichtung. Es wurde festgestellt, dass das Klemmglied beim Übergang
von seiner Klemmstellung in die Freigabestellung und umgekehrt in Schwingungen versetzt
wird, wodurch besonders feine Schussfäden nicht mehr zuverlässig zeitgerecht
geklemmt werden. Das verzögerte Ansprechverhalten der Klemmeinrichtungen kann
bei den heute üblichen Drehzahlen von bis zu 1000 U/min in modernen Webmaschinen
bereits zu Störungen im Webprozess führen.
Die DE 696 17 756 T2
beschreibt eine Vorrichtung als Teil einer Flüssigkeitsstrahl-Webmaschine,
bei der Schussfäden ausgangsseitig einer Schussfadenzuführungseinrichtung
durch ein elektromagnetisch betätigtes Stellglied blockiert werden können.
Zum Blockieren eines Schussfadens wird ein bewegbar in einer Führung angeordneter
Kern von elektromagnetischen Mitteln entgegen der Kraft einer Rückstellfeder
in einen zylindrischen Kanal bewegt bis der durch den genannten Kanal laufende Schussfaden
zwischen dem Kern und einer Gegenfläche festgeklemmt ist.
Aus der JP 2000 119 936
A1 ist eine weitere pneumatisch betätigte Klemmeinrichtung zum Halten
von Schussfäden an Düsenwebmaschinen bekannt. Das Klemmglied befindet
sich dort ähnlich wie eine Rückschlagklappe am Ausgang des Mischrohres,
wo es an einem außen am Mischrohr befindlichen Gelenk schwenkbar befestigt
ist und durch eine ebenfalls außen befindliche Zugfeder in die Ausgangsöffnung
des Mischrohres eingezogen wird. Dabei wird ein Schussfaden gegen eine Schulter
geklemmt, die einen Teil der Ausgangsöffnung bildet. Der die Schussfäden
einbringende Blasluftstrom der Hauptblasdüse soll das Klemmglied entgegen der
Federwirkung öffnen und dabei den geklemmten Schussfaden freigeben. Bei dieser
bekannten Klemmeinrichtung kann ein exakter, schnell ablaufender und genau steuerbarer
Übergang von der Klemmstellung in die Freigabestellung nicht erwartet werden,
weil die Steuerung des Klemmgliedes untrennbar mit dem Transport des Schussfadens
zusammenhängt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Klemmeinrichtung
der eingangs zuerst genannten Art zu schaffen, mit denen bei einfacher, kompakter
Bauweise eine zuverlässige Haltekraft in Verbindung mit einem exakten Ansprechverhalten
erzielt werden kann, so dass ein nahezu störungsfreier Webbetrieb auch bei
hohen Drehzahlen der Webmaschine möglich wird.
Die Lösung dieser Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens erfindungsgemäß
durch die Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 1 und hinsichtlich der Klemmeinrichtung
erfindungsgemäß durch die Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 11 erreicht.
Anspruch 22 ist auf eine Düsenwebmaschine gerichtet, die die erfindungsgemäße
Klemmeinrichtung aufweist.
Erfindungsgemäß wird somit eine Verstärkung der Klemmkraft
des beweglichen Klemmgliedes durch eine zusätzliche Magnetkraft erreicht. Da
die Halte- und Klemmkraft im wesentlichen von der Magnetkraft aufgebracht wird,
lassen sich die Bauteile zur Betätigung der Klemmeinrichtung trotz sicherer
Funktion kleiner dimensionieren. Es wird somit eine besonders kompakte Bauweise
möglich, so dass sich die Hauptblasdüsen und Mischrohre vorteilhaft anordnen
lassen und eine möglichst geradlinige Schussfadenführung bis in den Schusseintragskanal
des Webblattes gewährleistet ist. Die Höhe der verstärkenden Magnetkraft
wird vorteilhaft an die Eigenschaften des Schussfadens angepasst, so dass ein zusätzliches
Klemmen gewährleistet ist, ohne die Qualität des Schussfadens an der Klemmstelle
wesentlich zu beeinträchtigen.
Gemäß einer ersten Weiterbildung des Verfahrens wird die
magnetische Verstärkung derart ausgebildet, dass das Lösen des beweglichen
Klemmgliedes aus seiner Klemmstellung zunächst gehemmt, seine Annäherung
an die Klemmstellung jedoch beschleunigt wird.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird die Haltekraft des beweglichen Klemmgliedes auch in seiner Freigabestellung
magnetisch verstärkt. Wenn dazu weitere Maßnahmen getroffen werden, dass
das Lösen des Klemmgliedes aus seiner Freigabestellung zunächst gehemmt,
seine Annäherung an die Freigabestellung jedoch beschleunigt wird, so wird
damit insgesamt das dynamische Verhalten des Klemmgliedes im Mischrohr sehr vorteilhaft
beeinflusst.
Die Magnetkraft wirkt nämlich so lange in der jeweils ersten
Endposition auf das Klemmglied ein, bis die von dem Aktuator herrührende Stellkraft
auf das Klemmglied aufgebaut ist, die größer ist als die anziehende Magnetkraft.
Ist dieser Punkt erreicht, dann geht das Klemmglied nahezu schlagartig in die zweite
Endposition über. Ebenso wird bei der Annäherung an die jeweils zweite
Endposition eine Beschleunigung durch die anziehende Magnetkraft erreicht.
Beide Effekte zusammen verringern die Umschaltzeit, welche benötigt
wird, um das Klemmglied aus der Freigabestellung in die Klemmstellung und umgekehrt
zu bewegen. Die Dynamik der Klemmeinrichtung wird damit erhöht. Während
bei einer rein pneumatisch betätigten Klemmeinrichtung das Zeitverhalten des
Klemmgliedes qualitativ etwa einer Cosinuskurve entspricht, gelingt durch die verstärkende
Magnetkräfte ein zeitliches Zusammendrängen dieses Vorganges in Richtung
auf die ideale Senkrechte. Es wurde festgestellt, dass die Anfälligkeit des
Klemmgliedes zum Nachschwingen nach einem Stellungswechsel weitgehend herabgesetzt
wurde. Dadurch können vor allem dünne Schussfäden von bis zu 0,02
mm zuverlässig geklemmt werden.
Das Verfahren kann durchgeführt werden, indem der Aktuator hydraulisch
oder piezoelektrisch angesteuert wird. Besonders bevorzugt wird jedoch die Ansteuerung
des Aktuators mittels eines gesonderten pneumatisch wirkenden Steuerfluids.
Die magnetische Verstärkung in der Klemmstellung und/oder der
Freigabestellung des Klemmgliedes kann auf besonders einfache Weise permanentmagnetisch
erfolgen.
Für bestimmte Anwendungen wird dabei gemäß einer weiteren
bevorzugten Ausführung des Verfahrens die permanentmagnetische Verstärkung
zeitweise durch einen gesteuerten Elektromagneten aufgehoben. Auf diese Weise kann
z. B. die Lösekraft zum Lösen des Klemmgliedes aus seinen Endpositionen
gesteuert verringert oder aufgehoben und die Klemmeinrichtung mit einem nochmals
niedrigeren Druck betrieben werden.
Besonders vielseitige Steuerungsmöglichkeiten für das erfindungsgemäße
Verfahren ergeben sich, wenn gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung
die magnetische Verstärkung durch wenigstens einen Elektromagneten erzeugt
wird. Die Steuerung des oder der Elektromagneten wird dann in die Steuerung der
Webmaschine mit einbezogen. Auf diese Weise kann z. B. die Klemmkraft während
des Betriebes auf geänderte Garneigenschaften oder Betriebsbedingungen eingestellt
werden. Wird beispielsweise ein empfindliches Schussgarn verarbeitet, so können
die Magnetkraft des Elektromagneten und damit die Klemmkraft des Klemmgliedes auf
einen niedrigeren Wert eingestellt werden, und es werden Beschädigungen des
Schussgarns an der Klemmstelle vermieden. Robuste Garne mit glatter Oberfläche
können mit einer hohen Klemmkraft verarbeitet werden, so dass gewährleistet
ist, dass die Garne trotz glatter Oberfläche sicher gehalten werden. Zusätzlich
kann das zeitliche Auftreten der Magnetkraft an verschiedene Betriebsbedingungen
wie z. B. unterschiedliche Drehzahlen der Webmaschine angepasst werden.
Die durch die Erfindung möglich gewordene besonders kompakte
Ausführung der zugehörigen Klemmeinrichtung ermöglicht es, die magnetische Verstärkung
des Klemmgliedes an jeder Stelle von Hauptblasdüse und Mischrohr vorzunehmen.
Eine besonders vorteilhafte Möglichkeit besteht jedoch darin, dass der Schussfaden
im Mischrohr geklemmt wird, wie das aus der eingangs genannten DE
10 2004 036 996 B3 bekannt ist.
Für die erfindungsgemäße Klemmeinrichtung gemäß
Anspruch 11 gelten dieselben Vorteile, wie sie für das Verfahren schon angegeben
worden sind.
Auch für die erfindungsgemäße, in Anspruch 11 angegebene
Klemmeinrichtung ist als vorteilhafte Weiterbildung vorgesehen, dass die magnetische
Verstärkung durch mindestens einen Haltemagneten im Zusammenwirken mit dem
Klemmglied nicht nur in der Klemmstellung, sondern auch in der Freigabestellung
des Klemmgliedes erfolgt.
Zur konstruktiven Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Klemmeinrichtung
kommen grundsätzlich sämtliche Bauweisen in Frage, die schon in der
DE 10 2004 036 996 B3 aufgeführt
sind. Besonders bevorzugt wird jedoch die Ausführung mit einem pneumatisch
betätigten Aktuator, wobei dieser als Elastomerbalg ausgebildet ist, der durch
Überdruck, Druckausgleich gegenüber der Umgebung oder Unterdruck pneumatisch
angesteuert und verformt wird und mit dem Klemmglied derart in Verbindung steht,
dass das pneumatische Verformen des Elastomerbalgs eine Kipp- oder Schwenkbewegung
des Klemmglieds zum Übergang von der Klemmstellung in die Freigabestellung
oder umgekehrt bewirkt. Dabei kann vorteilhaft das Klemmglied an dem Elastomerbalg
direkt befestigt sein. Indem der als Elastomerbalg ausgebildete Aktuator durch Luft
als Betätigungsmittel verformt oder deformiert wird, ergibt sich die Kippbewegung
des Klemmgliedes. Dabei wird die Kippbewegung beim Loslösen des Klemmgliedes
aus der Klemmstellung oder der Freigabestellung durch die Magnetkraft gehemmt und
beim Annähern des Klemmgliedes an die jeweils entgegengesetzte Position durch
die Magnetkraft beschleunigt.
Bei einem Aktuator in der Form eines Elastomerbalges wirkt sich die
verstärkende Magnetkraft besonders vorteilhaft aus, weil nicht nur Verzögerungen
verhindert werden, die durch die Kompressibilität der Luft verursacht werden.
Darüber hinaus werden auch Verzögerungen vermieden, die durch den Widerstand
bedingt sind, mit welchem der Elastomerbalg bei seinem Verformen der pneumatischen
Betätigungskraft entgegensetzt. Zudem wird ein derartiger Elastomerbalg zumindest
in einer Endposition verformt sein und deshalb der Klemm- bzw. Haltekraft in dieser
Endlage dauernd eine Gegenkraft entgegensetzen; denn der Elastomerbalg ist bestrebt,
wieder in seine unverformte Ausgangsform zurückzukehren. Der Einbau der Haltemagneten
bewirkt, dass das Klemmglied auch im drucklosen Zustand sicher in einer der Endlagen
gehalten wird. Damit wird beispielsweise in der Freigabestellung sichergestellt,
dass das Klemmglied den freien Durchgang durch die Hauptblasdüse und das Mischrohr
nicht behindert, indem es von der Magnetkraft stets außerhalb des Förderluftstromes
gehalten wird.
Weitere Ausgestaltungen sind in den übrigen rückbezogenen,
auf die Klemmeinrichtung gerichteten Ansprüchen enthalten. Hiermit werden weitere
Vorteile erzielt.
Wenn das Klemmglied an einer Stelle des Mischrohres angeordnet ist
und der Aktuator sich außen am Mischrohr befindet, so ergibt sich eine kompakte
Bauweise, bei der einerseits die Hauptblasdüsen und die Klemmeinrichtungen
jeweils blockweise zusammengefasst werden können. In der konstruktiven Ausgestaltung
im einzelnen können dabei die in der DE
10 2004 036 996 B3 schon beschriebenen Detaillösungen vorteilhaft
übernommen werden.
Beispielsweise ist die Unterteilung des Mischrohres in einen längeren
Anfangsabschnitt und einen wesentlich kürzeren Endabschnitt nicht etwa nur
eine Notlösung, die den Eingriff des Klemmgliedes in das Mischrohr ermöglichen
soll. Der deutlich kürzere Endabschnitt des Mischrohres bewirkt vor allem,
dass das freie Ende des Schussfadens nach dem Abschneiden des eingetragenen Schussfaden-Abschnittes
nicht mit der Klemmeinrichtung kollidieren kann und deshalb auch nicht zurückschlägt.
Durch die Unterteilung des Mischrohres erfolgt somit eine Entkopplung der Klemmeinrichtung
vom Fadenende.
Die Anordnung von je zwei Klemmeinrichtungen mit unmittelbar nebeneinander
liegenden Mischrohren zu einer Moduleinheit in einer ersten Ebene bringt nicht nur
den Vorteil der kompakten Bauweise, sondern ermöglicht es darüber hinaus,
dass für je zwei Klemmeinrichtungen mindestens ein Haltemagnet gemeinsam verwendet
werden kann; denn die aus der DE 10
2004 036 996 B3 bekannte und übernommene Moduleinheit führt dazu,
dass Anfangs- und Endabschnitte des Mischrohres dicht benachbart und spiegelbildlich
zueinander verlaufen. Die Aktuatoren sind außen an den Mischrohrabschnitten
vorgesehen; daher kann ein zwischen den Mischrohrabschnitten beider Klemmeinrichtungen
liegender Haltemagnet gegebenenfalls für beide Klemmeinrichtungen wirksam sein.
Die Erfindung wird anschließend in einem Ausführungsbeispiel
anhand der Figuren noch näher erläutert. In den Zeichnungen ist das Folgende
dargestellt:
1 zeigt eine Vorrichtung zum Einbringen von
vier Schussfäden, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitet
und erfindungsgemäß ausgebildete Klemmeinrichtungen enthält.
2 stellt eine Moduleinheit dar, zu der zwei erfindungsgemäße
Klemmeinrichtungen zusammengefasst sind.
3 erläutert die Funktion der erfindungsgemäßen
Klemmeinrichtung, wobei gemäß 3a ihre Freigabestellung
und gemäß 3b ihre Klemmstellung dargestellt ist.
1 zeigt beispielhaft von einer Düsenwebmaschine
einen Block 17 mit vier Hauptblasdüsen 1, an die sich die
Mischrohre 2 anschließen. Über die Anschlüsse
13 wird den Hauptblasdüsen 1 Druckluft zugeführt, die
zum Eintragen der Schussfäden 3 dient. Das dargestellte Beispiel ermöglicht
das Weben mit vier unterschiedlichen Farben bzw. vier unterschiedlichen Materialien
von Schussfäden 3. Die Schussfäden 3 werden durch die
Hauptblasdüsen 1 und durch die Mischrohre 2 hindurch dem
nicht dargestellten Schusseintragskanal eines Webblattes und damit dem Webfach zugeführt.
Das Mischrohr 2 ist in einen längeren Anfangsabschnitt 2.1
und einen demgegenüber kürzeren Endabschnitt 2.2 unterteilt.
Die Trennstelle zwischen dem Anfangs- und dem Endabschnitt 2.1,
2.2 befindet sich innerhalb der Klemmeinrichtungen, von denen in
1 eine gemeinsame, vier Klemmeinrichtungen umfassende
Moduleinheit 18 zu sehen ist.
Nach dem Austritt aus dem Endabschnitt 2.2 des zugehörigen
Mischrohres 2 gelangt der betreffende Schussfaden 3 in das Webfach,
wird von dem Webblatt an den Bindepunkt angeschlagen und von einer zwischen dem
Endabschnitt 2.2 und dem Geweberand befindlichen Schere abgeschnitten.
Zuvor wird der Schussfaden 3 aber von seiner zugehörigen, in der Moduleinheit
18 befindlichen Klemmeinrichtung in dem Mischrohr 2 festgeklemmt,
so dass er nicht in das Mischrohr 2 zurück springt.
Der Block 17 und die Moduleinheit 18 sind an einer
gemeinsamen Sockelplatte 4 angebracht, die zur Befestigung an der nicht
dargestellten Weblade der Düsenwebmaschine dient. Mit 11 und
12 sind Haltemagnete bezeichnet, die später erläutert werden;
dasselbe gilt für die schematisch angedeuteten Pumpen 15 und das Ventil
16.
In 2 ist eine einzelne Moduleinheit
18 räumlich und vergrößert dargestellt. Dabei sind zwei
Klemmeinrichtungen 5 übereinander und dicht aneinander liegend in
einem rahmenartigen Träger 14 eingebaut. Der rahmenartige Träger
14 bewirkt, dass die Baugruppe der Mischrohre 2 mit den Klemmeinrichtungen
5 im Endbereich der Mischrohre 2 zusätzlich versteift ist.
Die Klemmeinrichtungen 5 sind mit dicht aneinander liegenden Endabschnitten
2.2 des Mischrohres 2 angeordnet, wobei die zugehörigen Aktuatoren
6 außen liegen. Die Klemmeinrichtungen 5 haben ferner Klemmglieder
7, die eine Kipp- oder Schwenkbewegung ausführen können und dabei
in Eingriffsöffnungen 8 eintauchen. Diese trennen die Anfangsabschnitte
2.1 der Mischrohre 2 von ihren Endabschnitten 2.2. Mit
11 und 12 sind wieder die schon erwähnten Haltemagnete bezeichnet.
Der grundsätzliche Aufbau der Klemmeinrichtungen 5 geht mit allen
Einzelheiten und in verschiedenen Varianten aus der DE
10 2004 036 996 B3 der Anmelderin hervor. Die dort gezeigten Ausführungen
sind sämtlich auch für die vorliegende Erfindung mit magnetischer Verstärkung
der Haltekraft geeignet. Eine lediglich als Beispiel dienende Ausführung hierfür
geht aus der im Folgenden beschriebenen 3 hervor.
3a zeigt eine Klemmeinrichtung 5 gemäß der Erfindung
in der Freigabestellung des Klemmgliedes 7, in der der Schussfaden
3 nicht geklemmt wird. Außen an dem Anfangsabschnitt 2.1
des Mischrohres 2 befindet sich ein Aktuator 6, der als Elastomerbalg
mit einer Kammer 10 ausgebildet ist. Die Kammer 10 ist über
eine Versorgungsleitung 20 an das Ventil 16 angeschlossen, das
im vorliegenden Beispiel ein Pneumatikventil ist. Die nicht dargestellte Steuereinheit
der Webmaschine steuert das elektromagnetisch betätigbare Ventil
16 und kann dadurch die Kammer 10 des Aktuators 6 mit
Luft beaufschlagen, die unter Überdruck steht oder gegenüber der Umgebung
drucklos ist. Mit dem Aktuator ist das Klemmglied 7 verbunden, das als
Hebel mit einem langen Hebelarm 7.1 und einem abgewinkelten kurzen Hebelarm
7.2 ausgeführt ist. Das Klemmglied 7 ist dabei in einen Schlitz
eingesteckt, der in dem elastisch verformbaren Aktuator 6 ausgebildet ist.
Der abgewinkelte kurze Hebelarm 7.2 steht einer Eingriffsöffnung
8 gegenüber, die das Mischrohr 2 in einen Anfangsabschnitt
2.1 und einen Endabschnitt 2.2 trennt. Anfangsabschnitt
2.1 und Endabschnitt 2.2 sind durch ein Widerlager 9
miteinander verbunden. Das Klemmglied besteht aus einem ferromagnetischen Werkstoff.
Die Klemmeinrichtung 5 hat ferner ein Anschlagteil 19, das an
dem rahmenartigen Träger 14 ausgebildet sein kann.
In das Widerlager 9 ist ein erster Haltemagnet
11 und in das Anschlagteil 19 ein zweiter Haltemagnet
12 eingelassen, z. B. eingegossen. In der Freigabestellung gemäß
3a ist die Kammer 10 gegenüber der Umgebung drucklos.
Der als Elastomerbalg ausgebildete Aktuator 6 ist daher in seinem entspannten
Zustand, in dem das mit ihm verbundene Klemmglied 7 parallel zum Mischrohr
2 verläuft und der Schussfaden 3 nicht geklemmt ist. Zusätzlich
wird das Klemmglied 7 durch den zweiten Haltemagneten 12 in der
Freigabestellung gehalten.
In 3b ist der Zustand gezeigt, in dem über
das Ventil 16 und die Versorgungsleitung 20 die Kammer
16 des Aktuators 6 mit unter erhöhtem Druck stehender Luft
beschickt wird. Dadurch wird der Aktuator 6, der als Elastomerbalg ausgeführt
ist, aufgeblasen und verformt. Das mit dem Aktuator 6 verbundene Klemmglied
7 folgt der Verformung und führt daher eine Kipp- oder Schwenkbewegung
aus, wobei es mit seinem abgewinkelten kurzen Hebelarm 7.2 in die Eingriffsöffnung
8 eintaucht und an dem Widerlager 9 im Bereich des ersten Haltemagneten
11 zur Anlage kommt. Das Klemmglied 7 drückt dadurch den
Schussfaden 3 an das Widerlager 9 mit dem ersten Haltemagneten
11 und hält den Schussfaden 3 klemmend fest. Die Haltekraft
des ersten Haltemagneten 11 verstärkt damit die Klemmkraft, die durch
den pneumatisch verformten Aktuator über das Klemmglied ausgeübt wird.
Der kurze Endabschnitt 2.2 des Mischrohres 2 hat hauptsächlich
die Funktion zu verhindern, dass das abgeschnittene Ende des Schussfadens
3 mit der Klemmeinrichtung 5 kollidiert. Für jeden Schussfaden
3 und somit für jede Hauptblasdüse 1 und jede Klemmeinrichtung
5 ist ein eigenes Ventil 16 vorgesehen. Die Ansteuerung der einzelnen
Ventile 16 erfolgt je nachdem, welcher Schussfaden gerade eingetragen werden
muss.
Wenn zwei der in 3 dargestellten Klemmeinrichtungen
5 zu einer Moduleinheit 18 gemäß 2
zusammengefasst sind, ergibt sich die Möglichkeit, an der Stelle von zwei ersten
Haltemagneten 11 einen einzigen vorzusehen, der für beide Klemmeinrichtungen
5 das Klemmglied 7 in seiner Klemmstellung verstärkt festhält.
- 1
- Hauptblasdüse
- 2
- Mischrohr
- 2.1
- Anfangsabschnitt des Mischrohres
- 2.2
- Endabschnitt des Mischrohres
- 3
- Schussfaden
- 4
- Sockelplatte
- 5
- Klemmeinrichtung
- 6
- Aktuator (Elastomerbalg)
- 7
- Klemmglied
- 7.1
- langer Hebelarm
- 7.2
- kurzer Hebelarm
- 8
- Eingriffsöffnung
- 9
- Widerlager
- 10
- Kammer
- 11
- erster Haltemagnet
- 12
- zweiter Haltemagnet
- 13
- Anschluss
- 14
- Rahmenträger
- 15
- Pumpe
- 16
- Ventil
- 17
- Block
- 18
- Moduleinheit
- 19
- Anschlagteil
- 20
- Versorgungsleitung