Die Erfindung betrifft eine Bespannung eines Sitz- oder Liegemöbels
sowie ein Sitz- oder Liegemöbel mit einer Bespannung.
Bespannungen eines Sitz- oder Liegemöbels sind vorgeformt, sodass
sie den Körper eines Benutzers gut aufnehmen und abstützen können.
Im ungenutzten Zustand wirken solche Sitz- oder Liegemöbel unästhetisch.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Bespannung bereitzustellen,
die es ermöglicht, Sitz- oder Liegemöbel mit einer neuartigen Gestaltung
zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Bespannung
eines Sitz- oder Liegemöbels gelöst, welche als Gestrick ausgebildet ist
und im aufgespannten, quer zu einer Aufspannrichtung unbelasteten Zustand im Wesentlichen
parallel zur Aufspannrichtung ausgerichtet ist und bei einer Belastung quer zur
Aufspannrichtung zumindest in einem Bereich elastisch verformbar ist. Die Bespannung
ist demnach ein Gestrick, welches freitragend insbesondere auf einen oder an einem
Rahmen aufgespannt wird und im unbelasteten Zustand eine zur Aufspannrichtung im
Wesentlichen parallele Fläche darstellt. Im quer zur Aufspannrichtung unbelasteten
Zustand ist das Gestrick demnach nicht vorgeformt. Dadurch ergeben sich neue Design-Möglichkeiten
für ein Sitz- oder Liegemöbel. Das Gestrick kann einfarbig in diversen
bekannten Strickmustern gestrickt werden, aber auch in Intarsia- und/oder Jacquardtechnik.
Die Bespannung passt sich besonders gut an die Körperform eines Benutzers an
und stützt diesen optimal ab.
Besonders bevorzugt ist es, wenn die Bespannung zumindest in einem
Bereich bis zu einer vorgegebenen Grenze dehnbar ist und bei weiterer Belastung
stabil bleibt. Zunächst passt sich die Bespannung somit an die Körperform
eines Benutzers an und stützt diesen bei Erreichen der vorgegebenen Grenze
ab.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform können Bereiche
unterschiedlicher Elastizität vorgesehen sein. In Bereichen unterschiedlicher
Körperteile muss die Bespannung, um komfortabel zu sein, unterschiedlich weit
nachgeben und unterschiedliche Abstützeigenschaften aufweisen. Dem kann durch
unterschiedliche Elastizitäten Rechnung getragen werden.
Auf besonders einfache Art und Weise können Bereiche unterschiedlicher
Elastizität geschaffen werden, wenn die Bereiche unterschiedlicher Elastizität
eine unterschiedliche Anzahl von Maschen pro Strickreihe aufweisen.
Der Komfort der Bespannung für einen Benutzer kann erhöht
werden, wenn ein Rückenbereich eine größere Elastizität aufweist
als ein Sitzbereich. Zur Erhöhung der Elastizität im Rückenbereich
können zusätzliche Maschen pro Strickreihe vorgesehen sein.
Der Oberschenkelbereich eines Benutzers muss besonders gut abgestützt
werden, sodass der entsprechende Bereich der Bespannung eine geringe Elastizität
aufweisen sollte. Deshalb ist es vorteilhaft, wenn ein Gesäßbereich und/oder
ein Bereich des unteren Rückens mehr Maschen pro Strickreihe aufweist als ein
Auflagenbereich für Oberschenkel.
Das die Bespannung bildende Gestrick ist somit vorzugsweise derart
konzipiert, dass durch die Belastung im gedachten Sitzbereich das Gestrick bis zu
einer bestimmten Grenze gedehnt wird und dann stabil bleibt. Der Rückenbereich
ist vorzugsweise so gestrickt, dass dieser besonders elastisch gestrickt wird und
zusätzlich Maschen eingefügt werden, damit der Rücken entsprechend
nach hinten einfedern kann.
Im Auflagebereich für die Oberschenkel ist das Gestrick dagegen
wenig elastisch gestrickt. Im Bereich des Gesäßes und unteren Rückens
kann das Gestrick auch mehr Maschen pro Strickreihe aufweisen als im Auflagebereich
der Oberschenkel. Es können dafür Spickeltechniken eingesetzt werden.
Die Elastizität in den unterschiedlichen Bereichen kann durch die Garnauswahl,
die Bindungstechnik, das Einstricken von Polfäden o. ä. variiert werden.
Zur sicheren Halterung und Befestigung an einem Rahmen weist die Bespannung
vorteilhafterweise Befestigungsmittel, insbesondere Keder, zur Befestigung auf.
Die Keder können beispielsweise an einem Profilrahmen befestigt werden.
Eine alternative Befestigungsmöglichkeit ergibt sich, wenn die
Bespannung sackförmig ausgebildet ist. Dadurch kann die Bespannung über
einen Rahmen gestülpt werden. Zur Halterung sind dann keine weiteren Befestigungsmittel
notwendig. Eine sackförmige Bespannung kann beispielsweise einstückig
gestrickt werden, sodass keine weiteren Nähte erforderlich sind.
Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Bespannung zumindest abschnittsweise
zweilagig ausgeführt ist. Insbesondere können der Sitz- und/oder Rückenbereich
zweilagig ausgeführt sein. Dadurch kann der Komfort erhöht werden.
Insbesondere kann der Sitz- oder Liegekomfort erhöht werden,
wenn der Zwischenraum zwischen zwei Lagen mit einer Polsterung
befüllt ist. Als Polsterung kommen beispielsweise Schaumstoffe, Vliese, Luftkissen
oder Abstandsgestricke, so genannte "Spacer Fabrics", in Frage.
Zur Erhöhung des Sitzkomforts ist es besonders vorteilhaft, wenn
im Sitzbereich ein Abstandsgestrick vorgesehen ist.
Eine besonders schnelle und abfallarme Herstellungsweise ergibt sich,
wenn die Bespannung in einem Stück hergestellt ist. Insbesondere können
Nähte dadurch vermieden werden.
Besonders strapazierfähig ist die Bespannung, wenn diese aus
Kunstfasergarnen, insbesondere Polyestergarnen oder Polyamidgarnen, gestrickt ist.
Es können jedoch auch andere Materialien eingesetzt werden.
Bei einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Bespannung
aus Monofilgarnen und/oder Multifilgarnen gestrickt ist. Durch die Wahl der Garne
lassen sich die Eigenschaften der Bespannung, insbesondere deren Elastizität,
beeinflussen. Insbesondere die Multifilgarne können elastische Eigenschaften
aufweisen.
Die Elastizität lässt sich nicht nur über die Anzahl
der Maschen pro Strickreihe beeinflussen, sondern es können auch elastische
Garne zur Herstellung des Gestricks verwendet werden.
In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem ein Sitz- oder
Liegemöbel mit einem Rahmen, an dem eine Bespannung, wie sie im Vorhergehenden
beschrieben ist, angeordnet ist. Ein solches Sitz- oder Liegemöbel kann insbesondere
im unbenutzten Zustand eine neuartige Form aufweisen.
Vorteilhafterweise weist der Rahmen zumindest zwei sich gegenüber
angeordnete Schenkel auf. An diesen Schenkeln kann die Bespannung befestigt werden
und somit parallel zu einer Aufspannrichtung aufgespannt werden. Eine Aufspannfläche
wird also durch die beiden sich gegenüberliegenden Schenkel des Rahmens definiert.
Die Schenkel können gerade oder geschwungen ausgeführt sein. Bei geraden
Schenkeln ergibt sich als Aufspannfläche eine Aufspannebene. Der Rahmen kann
jedoch auch mehr als zwei Schenkel, beispielsweise drei oder vier Schenkel, aufweisen.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen
sein, dass der Rahmen zumindest an einer Seite offen ist. Je nach Befestigungsart
der Bespannung kann dies Vorteile bieten. Beispielsweise kann die Bespannung auf
den an zumindest einer Seite offenen Rahmen aufgefädelt werden.
Insbesondere, wenn das Sitz- oder Liegemöbel als Liegestuhl verwendet
werden soll, ist es vorteilhaft, wenn der Bereich des Rahmens, der eine Aufspannfläche
definiert, eine Neigung von etwa 60° zur Horizontalen aufweist. Dadurch ist
es für einen Benutzer, unter dessen Gewicht sich die Bespannung zu einer Art
Sitzschale ausformt, möglich, besonders entspannt zu sitzen beziehungsweise
zu liegen.
Weitere Vorteile ergeben sich, wenn der Bereich des Rahmens, der eine
Aufspannfläche definiert, in der Neigung verstellbar ist. Dadurch lässt
sich das Sitz- oder Liegemöbel individuell anpassen.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der
Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den
Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder
zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht
sein.
In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der
Erfindung dargestellt, welche in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert
werden.
Es zeigen:
1 eine perspektivische Ansicht eines Sitz- oder Liegemöbels
im unbenutzten Zustand;
2 eine Schnittdarstellung des Sitz- oder Liegemöbels
im benutzten Zustand.
In der 1 ist ein Sitz- oder Liegemöbel
1 dargestellt, welches einen Rahmen 2 umfasst, der eine Bespannung
3 trägt. Die Bespannung 3 ist als Gestrick ausgebildet und
stellt im gezeigten unbenutzten Zustand eine ebene Fläche dar. Durch die Rahmenschenkel
2.1, 2.2, die sich gegenüberliegend angeordnet sind, wird
eine Aufspannfläche definiert, wobei die Aufspannrichtung durch den Pfeil
5 angedeutet ist. Im gezeigten Zustand ist die Bespannung 3 in
Richtung quer zur Aufspannrichtung unbelastet und daher parallel zur Aufspannrichtung
ausgerichtet. Sie befindet sich also in der bzw. parallel zur Aufspannfläche.
Der Teil des Rahmens 2, der die Bespannung 3 trägt, weist
zur Horizontalen einen Winkel &agr; auf, der vorzugsweise 60° beträgt.
Die Bespannung 3 weist im Ausführungsbeispiel Bereiche
3.1, 3.2, 3.3 unterschiedlicher Elastizität auf,
wobei der Bereich 3.1 zur Auflage von Oberschenkeln eines Benutzers, der
Bereich 3.3 für das Gesäß eines Benutzers und der Bereich
3.3 für den Rückenbereich eines Benutzers vorgesehen ist. Die
Einteilung der Bespannung 3 ist nur beispielhaft dargestellt.
Es versteht sich, dass noch weitere Bereiche und beliebige, von rein rechteckigen
Formen abweichende Bereiche definiert werden können.
In der Schnittdarstellung der 2 wurde
die Bespannung 3 durch einen Benutzer (nicht dargestellt), der sich auf
das Sitz- oder Liegemöbel 1 gesetzt hat, ausgeformt. Dies bedeutet,
dass die Bespannung 3 quer zur Aufspannrichtung bzw. Aufspannfläche
belastet wurde. Die Bespannung 3 ist also nachgiebig ausgestaltet, sodass
sie unter der Last eines Benutzers bis zu einer vorgegebenen Grenze nachgibt. Danach
gibt die Bespannung 3 nicht weiter nach und stützt den Körper
eines Benutzers ab. Entfällt die Belastung der Bespannung 3 quer zur
Aufspannrichtung, so bewegt sich die Bespannung 3 aufgrund ihrer elastischen
Eigenschaften im Wesentlichen in die in der 1 gezeigte
Ausgangsposition zurück.