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Dokumentenidentifikation DE102006028444A1 29.11.2007
Titel Freitragende Bespannung für Sitz- und Liegemöbel
Anmelder Kobleder Strickmode GmbH & Co., St. Martin im Innkreis, AT;
Ludeke Design, Zürich, CH
Erfinder Ludeke, Christine, Zürich, CH;
Ziltener, Christina, Zürich, CH;
Stollberger, Franz, St. Martin im Innkreis, AT
Vertreter Kohler Schmid Möbus, 72764 Reutlingen
DE-Anmeldedatum 21.06.2006
DE-Aktenzeichen 102006028444
Offenlegungstag 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse A47C 5/00(2006.01)A, F, I, 20060621, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47C 5/06(2006.01)A, L, I, 20060621, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Bespannung (3) eines Sitz- oder Liegemöbels (1), welche als Gestrick ausgebildet ist und im aufgespannten, quer zu einer Aufspannrichtung unbelasteten Zustand im Wesentlichen parallel zur Aufspannrichtung ausgerichtet ist, ist bei einer Belastung quer zur Aufspannrichtung zumindest in einem Bereich elastisch verformbar. Dadurch ist sie gut an eine Körperform eines Benutzers angepasst.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Bespannung eines Sitz- oder Liegemöbels sowie ein Sitz- oder Liegemöbel mit einer Bespannung.

Bespannungen eines Sitz- oder Liegemöbels sind vorgeformt, sodass sie den Körper eines Benutzers gut aufnehmen und abstützen können. Im ungenutzten Zustand wirken solche Sitz- oder Liegemöbel unästhetisch.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Bespannung bereitzustellen, die es ermöglicht, Sitz- oder Liegemöbel mit einer neuartigen Gestaltung zu schaffen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Bespannung eines Sitz- oder Liegemöbels gelöst, welche als Gestrick ausgebildet ist und im aufgespannten, quer zu einer Aufspannrichtung unbelasteten Zustand im Wesentlichen parallel zur Aufspannrichtung ausgerichtet ist und bei einer Belastung quer zur Aufspannrichtung zumindest in einem Bereich elastisch verformbar ist. Die Bespannung ist demnach ein Gestrick, welches freitragend insbesondere auf einen oder an einem Rahmen aufgespannt wird und im unbelasteten Zustand eine zur Aufspannrichtung im Wesentlichen parallele Fläche darstellt. Im quer zur Aufspannrichtung unbelasteten Zustand ist das Gestrick demnach nicht vorgeformt. Dadurch ergeben sich neue Design-Möglichkeiten für ein Sitz- oder Liegemöbel. Das Gestrick kann einfarbig in diversen bekannten Strickmustern gestrickt werden, aber auch in Intarsia- und/oder Jacquardtechnik. Die Bespannung passt sich besonders gut an die Körperform eines Benutzers an und stützt diesen optimal ab.

Besonders bevorzugt ist es, wenn die Bespannung zumindest in einem Bereich bis zu einer vorgegebenen Grenze dehnbar ist und bei weiterer Belastung stabil bleibt. Zunächst passt sich die Bespannung somit an die Körperform eines Benutzers an und stützt diesen bei Erreichen der vorgegebenen Grenze ab.

Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform können Bereiche unterschiedlicher Elastizität vorgesehen sein. In Bereichen unterschiedlicher Körperteile muss die Bespannung, um komfortabel zu sein, unterschiedlich weit nachgeben und unterschiedliche Abstützeigenschaften aufweisen. Dem kann durch unterschiedliche Elastizitäten Rechnung getragen werden.

Auf besonders einfache Art und Weise können Bereiche unterschiedlicher Elastizität geschaffen werden, wenn die Bereiche unterschiedlicher Elastizität eine unterschiedliche Anzahl von Maschen pro Strickreihe aufweisen.

Der Komfort der Bespannung für einen Benutzer kann erhöht werden, wenn ein Rückenbereich eine größere Elastizität aufweist als ein Sitzbereich. Zur Erhöhung der Elastizität im Rückenbereich können zusätzliche Maschen pro Strickreihe vorgesehen sein.

Der Oberschenkelbereich eines Benutzers muss besonders gut abgestützt werden, sodass der entsprechende Bereich der Bespannung eine geringe Elastizität aufweisen sollte. Deshalb ist es vorteilhaft, wenn ein Gesäßbereich und/oder ein Bereich des unteren Rückens mehr Maschen pro Strickreihe aufweist als ein Auflagenbereich für Oberschenkel.

Das die Bespannung bildende Gestrick ist somit vorzugsweise derart konzipiert, dass durch die Belastung im gedachten Sitzbereich das Gestrick bis zu einer bestimmten Grenze gedehnt wird und dann stabil bleibt. Der Rückenbereich ist vorzugsweise so gestrickt, dass dieser besonders elastisch gestrickt wird und zusätzlich Maschen eingefügt werden, damit der Rücken entsprechend nach hinten einfedern kann.

Im Auflagebereich für die Oberschenkel ist das Gestrick dagegen wenig elastisch gestrickt. Im Bereich des Gesäßes und unteren Rückens kann das Gestrick auch mehr Maschen pro Strickreihe aufweisen als im Auflagebereich der Oberschenkel. Es können dafür Spickeltechniken eingesetzt werden. Die Elastizität in den unterschiedlichen Bereichen kann durch die Garnauswahl, die Bindungstechnik, das Einstricken von Polfäden o. ä. variiert werden.

Zur sicheren Halterung und Befestigung an einem Rahmen weist die Bespannung vorteilhafterweise Befestigungsmittel, insbesondere Keder, zur Befestigung auf. Die Keder können beispielsweise an einem Profilrahmen befestigt werden.

Eine alternative Befestigungsmöglichkeit ergibt sich, wenn die Bespannung sackförmig ausgebildet ist. Dadurch kann die Bespannung über einen Rahmen gestülpt werden. Zur Halterung sind dann keine weiteren Befestigungsmittel notwendig. Eine sackförmige Bespannung kann beispielsweise einstückig gestrickt werden, sodass keine weiteren Nähte erforderlich sind.

Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Bespannung zumindest abschnittsweise zweilagig ausgeführt ist. Insbesondere können der Sitz- und/oder Rückenbereich zweilagig ausgeführt sein. Dadurch kann der Komfort erhöht werden.

Insbesondere kann der Sitz- oder Liegekomfort erhöht werden, wenn der Zwischenraum zwischen zwei Lagen mit einer Polsterung befüllt ist. Als Polsterung kommen beispielsweise Schaumstoffe, Vliese, Luftkissen oder Abstandsgestricke, so genannte "Spacer Fabrics", in Frage.

Zur Erhöhung des Sitzkomforts ist es besonders vorteilhaft, wenn im Sitzbereich ein Abstandsgestrick vorgesehen ist.

Eine besonders schnelle und abfallarme Herstellungsweise ergibt sich, wenn die Bespannung in einem Stück hergestellt ist. Insbesondere können Nähte dadurch vermieden werden.

Besonders strapazierfähig ist die Bespannung, wenn diese aus Kunstfasergarnen, insbesondere Polyestergarnen oder Polyamidgarnen, gestrickt ist. Es können jedoch auch andere Materialien eingesetzt werden.

Bei einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Bespannung aus Monofilgarnen und/oder Multifilgarnen gestrickt ist. Durch die Wahl der Garne lassen sich die Eigenschaften der Bespannung, insbesondere deren Elastizität, beeinflussen. Insbesondere die Multifilgarne können elastische Eigenschaften aufweisen.

Die Elastizität lässt sich nicht nur über die Anzahl der Maschen pro Strickreihe beeinflussen, sondern es können auch elastische Garne zur Herstellung des Gestricks verwendet werden.

In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem ein Sitz- oder Liegemöbel mit einem Rahmen, an dem eine Bespannung, wie sie im Vorhergehenden beschrieben ist, angeordnet ist. Ein solches Sitz- oder Liegemöbel kann insbesondere im unbenutzten Zustand eine neuartige Form aufweisen.

Vorteilhafterweise weist der Rahmen zumindest zwei sich gegenüber angeordnete Schenkel auf. An diesen Schenkeln kann die Bespannung befestigt werden und somit parallel zu einer Aufspannrichtung aufgespannt werden. Eine Aufspannfläche wird also durch die beiden sich gegenüberliegenden Schenkel des Rahmens definiert. Die Schenkel können gerade oder geschwungen ausgeführt sein. Bei geraden Schenkeln ergibt sich als Aufspannfläche eine Aufspannebene. Der Rahmen kann jedoch auch mehr als zwei Schenkel, beispielsweise drei oder vier Schenkel, aufweisen.

Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass der Rahmen zumindest an einer Seite offen ist. Je nach Befestigungsart der Bespannung kann dies Vorteile bieten. Beispielsweise kann die Bespannung auf den an zumindest einer Seite offenen Rahmen aufgefädelt werden.

Insbesondere, wenn das Sitz- oder Liegemöbel als Liegestuhl verwendet werden soll, ist es vorteilhaft, wenn der Bereich des Rahmens, der eine Aufspannfläche definiert, eine Neigung von etwa 60° zur Horizontalen aufweist. Dadurch ist es für einen Benutzer, unter dessen Gewicht sich die Bespannung zu einer Art Sitzschale ausformt, möglich, besonders entspannt zu sitzen beziehungsweise zu liegen.

Weitere Vorteile ergeben sich, wenn der Bereich des Rahmens, der eine Aufspannfläche definiert, in der Neigung verstellbar ist. Dadurch lässt sich das Sitz- oder Liegemöbel individuell anpassen.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten der Erfindung verwirklicht sein.

In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, welche in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden.

Es zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht eines Sitz- oder Liegemöbels im unbenutzten Zustand;

2 eine Schnittdarstellung des Sitz- oder Liegemöbels im benutzten Zustand.

In der 1 ist ein Sitz- oder Liegemöbel 1 dargestellt, welches einen Rahmen 2 umfasst, der eine Bespannung 3 trägt. Die Bespannung 3 ist als Gestrick ausgebildet und stellt im gezeigten unbenutzten Zustand eine ebene Fläche dar. Durch die Rahmenschenkel 2.1, 2.2, die sich gegenüberliegend angeordnet sind, wird eine Aufspannfläche definiert, wobei die Aufspannrichtung durch den Pfeil 5 angedeutet ist. Im gezeigten Zustand ist die Bespannung 3 in Richtung quer zur Aufspannrichtung unbelastet und daher parallel zur Aufspannrichtung ausgerichtet. Sie befindet sich also in der bzw. parallel zur Aufspannfläche. Der Teil des Rahmens 2, der die Bespannung 3 trägt, weist zur Horizontalen einen Winkel &agr; auf, der vorzugsweise 60° beträgt.

Die Bespannung 3 weist im Ausführungsbeispiel Bereiche 3.1, 3.2, 3.3 unterschiedlicher Elastizität auf, wobei der Bereich 3.1 zur Auflage von Oberschenkeln eines Benutzers, der Bereich 3.3 für das Gesäß eines Benutzers und der Bereich 3.3 für den Rückenbereich eines Benutzers vorgesehen ist. Die Einteilung der Bespannung 3 ist nur beispielhaft dargestellt. Es versteht sich, dass noch weitere Bereiche und beliebige, von rein rechteckigen Formen abweichende Bereiche definiert werden können.

In der Schnittdarstellung der 2 wurde die Bespannung 3 durch einen Benutzer (nicht dargestellt), der sich auf das Sitz- oder Liegemöbel 1 gesetzt hat, ausgeformt. Dies bedeutet, dass die Bespannung 3 quer zur Aufspannrichtung bzw. Aufspannfläche belastet wurde. Die Bespannung 3 ist also nachgiebig ausgestaltet, sodass sie unter der Last eines Benutzers bis zu einer vorgegebenen Grenze nachgibt. Danach gibt die Bespannung 3 nicht weiter nach und stützt den Körper eines Benutzers ab. Entfällt die Belastung der Bespannung 3 quer zur Aufspannrichtung, so bewegt sich die Bespannung 3 aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften im Wesentlichen in die in der 1 gezeigte Ausgangsposition zurück.


Anspruch[de]
Bespannung (3) eines Sitz- oder Liegemöbels (1), welche als Gestrick ausgebildet ist und im aufgespannten, quer zu einer Aufspannrichtung unbelasteten Zustand im Wesentlichen parallel zur Aufspannrichtung ausgerichtet ist und bei einer Belastung quer zur Aufspannebene zumindest in einem Bereich elastisch verformbar ist. Bespannung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bespannung (3) zumindest in einem Bereich bis zu einer vorgegebenen Grenze dehnbar ist und bei weiterer Belastung stabil bleibt. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Bereiche (3.1, 3.2, 3.3) unterschiedlicher Elastizität vorgesehen sind. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bereiche (3.1, 3.2, 3.3) unterschiedlicher Elastizität eine unterschiedliche Anzahl von Maschen pro Strickreihe aufweisen. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rückenbereich eine größere Elastizität aufweist als ein Sitzbereich. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erhöhung der Elastizität im Rückenbereich zusätzliche Maschen pro Strickreihe vorgesehen sind. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gesäßbereich und/oder ein Bereich des unteren Rückens mehr Maschen pro Strickreihe aufweist als ein Auflagenbereich für Oberschenkel. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bespannung (3) Befestigungsmittel, insbesondere Keder, zur Befestigung an einem Rahmen (2) aufweist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bespannung (3) sackförmig ausgebildet ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bespannung (3) zumindest abschnittsweise zweilagig ausgeführt ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum zwischen zwei Lagen mit einer Polsterung befüllt ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erhöhung des Komforts ein Abstandsgestrick vorgesehen ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bespannung (3) in einem Stück hergestellt ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bespannung (3) nahtlos ausgebildet ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese aus Kunstfasergarnen gestrickt ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass diese aus Monofilgarnen und/oder Multifilgarnen gestrickt ist. Bespannung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick elastische Garne aufweist. Sitz- oder Liegemöbel (1) mit einem Rahmen (2), an dem eine Bespannung (3) nach einem der vorhergehenden Ansprüche angeordnet ist. Sitz- oder Liegemöbel nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (2) zumindest zwei sich gegenüber angeordnete Schenkel (2.1, 2.2) aufweist. Sitz- oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen (2) zumindest an einer Seite offen ist. Sitz- oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 18–20, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich des Rahmens (2), der eine Aufspannfläche definiert, eine Neigung von etwa 60° aufweist. Sitz- oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 18–21, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich des Rahmens (2), der eine Aufspannfläche definiert, in der Neigung verstellbar ist.






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