Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf die Kernspintomographie
(Synonym: Magnetresonanztomographie, MRT), wie sie in der Medizin zur Untersuchung
von Patienten Anwendung findet. Dabei bezieht sich die vorliegende Erfindung insbesondere
auf ein spiralkodiertes Verfahren zur beschleunigten MRT-Bildgebung sowie ein Kernspintomographiegerät,
welches zur Durchführung dieses Verfahrens geeignet ist.
Die MRT basiert auf dem physikalischen Phänomen der Kernspinresonanz
und wird als bildgebendes Verfahren seit über l5 Jahren in der Medizin und
in der Biophysik erfolgreich eingesetzt. Bei dieser Untersuchungsmethode wird das
Objekt einem starken, konstanten Magnetfeld ausgesetzt. Dadurch richten sich die
Kernspins der Atome in dem Objekt, welche vorher regellos orientiert waren, aus.
Hochfrequenzwellen können nun diese "geordneten" Kernspins zu einer bestimmten
Schwingung anregen. Diese Schwingung erzeugt in der MRT das eigentliche Messsignal,
welches mittels geeigneter Empfangsspulen aufgenommen wird. Durch den Einsatz inhomogener
Magnetfelder, erzeugt durch Gradientenspulen, kann dabei das Messobjekt in alle
drei Raumrichtungen räumlich kodiert werden. Das Verfahren erlaubt eine freie
Wahl der abzubildenden Schicht, wodurch Schnittbilder des menschlichen Körpers
in alle Richtungen aufgenommen werden können. Die MRT als Schnittbildverfahren
in der medizinischen Diagnostik, zeichnet sich in erster Linie als "nicht-invasive"
Untersuchungsmethode durch ein vielseitiges Kontrastvermögen aus. Aufgrund
der hervorragenden Darstellbarkeit des Weichgewebes hat sich die MRT zu einem der
Röntgencomputertomografie (CT) vielfach überlegenen Verfahren entwickelt.
Die MRT basiert heute auf der Anwendung von Spinecho- und Gradientenecho-Frequenzen,
die bei Messzeiten in der Größenordnung von Minuten eine exzellente Bildqualität
ermöglichen.
Die ständige technische Weiterentwicklung der Komponenten von
MRT-Geräten und die Einführung schneller Bildgebungssequenzen eröffnete
der MRT immer mehr Einsatzgebiete in der Medizin. Echtzeitbildgebung zur Unterstützung
der minimal-invasiven Chirurgie, funktionelle Bildgebung in der Neurologie und Perfussionsmessung
in der Kardiologie sind nur einige wenige Beispiele. Trotz der technischen Fortschritte
beim Bau von MRT-Geräten bleibt die Aufnahmezeit eines MRT-Bildes der limitierende
Faktor für viele Anwendungen der MRT in der medizinischen Diagnostik. Einer
weiteren Steigerung der Leistung von MRT-Geräten bezüglich der Aufnahmezeit
ist aus technischer Sicht (Machbarkeit) und aus Gründen des Patientenschutzes
(Stimulation und Gewebeerwärmung) eine Grenze gesetzt. In den letzten Jahren
wurden deshalb vielfältige Bemühungen unternommen, die Bildmesszeit durch
neuartige Ansätze weiter zu verringern.
Ein Ansatz, die Akquisitionszeit zu verkürzen besteht darin,
die Menge der aufzunehmenden Bilddaten zu verringern. Um ein vollständiges
Bild aus solch einem reduzierten Datensatz zu erhalten, müssen indessen entweder
die fehlenden Daten mit geeigneten Algorithmen rekonstruiert werden oder es muss
das fehlerhafte Bild aus den reduzierten Daten korrigiert werden.
Die Aufnahme der Daten in der MRT geschieht im so genannten k-Raum
(Synonym: Frequenzraum). Das MRT-Bild im so genannten Bildraum ist mittels Fourier-Transformation
mit den MRT-Daten im k-Raum verknüpft. Die Ortskodierung des Objektes, welche
den k-Raum aufspannt, geschieht mittels Gradienten in allen drei Raumrichtungen.
Man unterscheidet dabei die Schichtselektion (legt eine Aufnahmeschicht im Objekt
fest, üblicherweise die z-Achse), die Frequenzkodierung (legt eine Richtung
in der Schicht fest, üblicherweise die x-Achse) und die Phasenkodierung (bestimmt
die zweite Dimension innerhalb der Schicht, üblicherweise die y-Achse).
Je nach Kombination bzw. Verschaltung der drei Gradienten in einer
so genannten Bildgebungssequenz kann die Abtastung des k-Raumes kartesisch (also
zeilenweise) oder aber radial bzw. spiralförmig erfolgen.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird ausschließlich eine
spiralförmige Abtastung des k-Raumes betrachtet, die eine sehr effiziente Methode
darstellt. Spiralförmige k-Raum-Trajektorien wurden erstmals von Likes als
mögliche Alternative zur kartesischen Abtastung propagiert (R.S. Likes
US 4,307,343; 1981). Dabei zeigte sich,
dass ein spiralförmiges Auslesen der k-Matrix im Hinblick auf eine T2-gewichtete
MRT-Bildgebung zu einem isotroperen HF-Impulsantwortsignal führt im Gegensatz
zu beispielsweise einer kartesischen Abtastung. Insbesondere der Einsatz der schnellen
Spiral-Abtastung (Fast Spiral Imaging) – als Pendant zur Echoplanar-Bildgebung
(Echo Planar Imaging EPI) – gewann daher zunehmend an Popularität und
zwar insbesondere auf den Gebieten der funktionellen MRT, der Perfusions-MRT, der
MR-Spektroskopie, der Diffusions-MRT und der Phasen-Kontrast-basierten MRT-Flussmessungen.
Ein bisher noch nicht gelöstes Problem bei der schnellen MRT-Bildgebung
generell (fast single shot spiral scanning bzw. fast multi shot spiral scanning
und EPI) sind Bildqualitätsminderungen aufgrund von Frequenz- und Phasenfehlern
während der Auslesezeiten des HF-Antwortsignals. Diese Minderungen manifestieren
sich bei EPI in Form von Bildverzerrungen im rekonstruierten Bild.
Bei der schnellen Spiral-MRT-Bildgebung wird das rekonstruierte Bild
lokal verschwommen und unscharf bedingt durch regional begrenzte Frequenzverschiebungen
im k-Raum. In der Spiral-Bildgebung wird dieser Fehler allgemein als "blurring"
bezeichnet (im Gegensatz zur Verzerrung beispielsweise bei kartesischen EPI-Sequenzen).
Ursache dafür sind hauptsächlich Suszeptibilitäts-Grenzen und Inhomogenitäten
im Gewebe des zu untersuchenden Objektes, wobei diese im Allgemeinen bei höheren
Feldstärken stärker ausgeprägt sind.
Das Problem des "blurrings" lässt sich deutlich minimieren, wenn
die Auslesezeit verkürzt wird, da sich relevante Phasenfehler nicht so schnell
bzw. so stark aufbauen können. Im Stand der Technik wird dies dadurch erreicht,
dass die Anzahl der Umläufe reduziert wird, bei gleich bleibender Größe
des abgetasteten Bereiches. Es gibt Ansätze, die parallele Bildgebungstechnik
(PPA-Technik) bei der Spiral-Kodierung zur Verkürzung der Auslesedauer zu verwenden.
Jedoch ist ein solches Verfahren extrem rechenzeitaufwändig und daher zum jetzigen
Zeitpunkt nicht praktisch anwendbar.
Aus WO 2004/095050 A1 ist ein Verfahren zur k-Raum-Abtastung bekannt,
bei dem die zugrundeliegende k-Matrix spiralförmig unterabgetastet wird und
durch Punktspiegelung der Messwerte wieder vervollständigt wird.
In WO 2002/071088 A2 ist die Anwendung von Multishot Spiraltrajektorien
offenbart die als solche mehrere Spiralarme aufweisen und durch Einfügen von
Spiral-Teilabschnitte vervollständigt werden.
Aus US 5604434 A ist
ein Verfahren zur spiralförmigen k-Raum-Abtastung bekannt, bestehend aus mehreren
Spiralarmen, wobei ein im k-Raumzentrum gelegener kreisförmiger innerer Bereich
eine dichtere Abtastung erfährt als außerhalb dieses Bereiches, wobei
der unterabgetastete äußere Bereich rechnerisch vervollständigt wird.
In US 4912413 A ist
die Vervollständigung von unterabgetasteten Datensätzen bzw. Teildatensätzen
durch komplexe Konjugation der einzelnen Messwerte im k-Raum offenbart.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Auslesedauer eines
spiralförmigen Akquisitionsverfahrens signifikant zu verkürzen, ohne anderweitige
Nachteile in Kauf nehmen zu müssen.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale
des unabhängigen Anspruches 1 gelöst. Die abhängigen Ansprüche
bilden den zentralen Gedanken der Erfindung in besonders vorteilhafter Weise weiter.
Erfindungsgemäß wird also ein Verfahren zur spiralförmigen
k-Raum-Abtastung in der Magnetresonanztomographie vorgeschlagen, dadurch gekennzeichnet,
dass die zugrunde liegende k-Matrix spiralförmig derart unterabgetastet wird,
dass durch Punktspiegelung der gemessenen Werte am Zentrum der k-Matrix eine zusätzliche
Spirale erhalten wird, die zusammen mit der die Ausgangsinformation bildende erste
Spirale einen vollständigen Datensatz der k-Matrix bildet, wobei die Abtastung
im Bereich des Zentrums der k-Matrix mit voller bzw. überhöhter Dichte
durchgeführt wird.
Durch eine überhöhte Abtastung können störende
Phasenvariationen über das gesamte Bild vermieden werden.
Erfindungsgemäß werden die Phasenkorrekturen mit z.B. Margosian-
und/oder Pocs-Algorithmen durchgeführt.
Weiterhin wird erfindungsgemäß ein Kernspintomographiegerät
beansprucht welches zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Ansprüche
1 bis 2 geeignet ist.
Zuletzt wird ein Computersoftwareprodukt beansprucht, dadurch gekennzeichnet,
dass es ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2 implementiert, wenn
es auf einer mit einem Kernspintomographiegerät verbundenen Recheneinrichtung
läuft.
Weitere Vorteile, Merkmale und Eigenschaften der vorliegenden Erfindung
werden im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen bezugnehmend auf die begleitenden
Zeichnungen näher erläutert.
1 zeigt schematisch ein Kernspintomographiegerät,
2 zeigt schematisch zwei ineinander geschachtelte k-Raum-Trajektorien
bei konventioneller Spiral-Kodierung nach dem Stand der Technik,
3 zeigt schematisch eine unterabtastende k-Raum-Trajektorie
bei erfindungsgemäßer Spiral-Kodierung,
4 zeigt schematisch die Gewinnung einer unterabtastenden
zweiten k-Raum-Trajektorie aus einer unterabtastenden ersten k-Raum-Trajektorie
durch Punktspiegelung,
5 zeigt schematisch eine unterabtastende k-Raum-Trajektorie
mit Voll- bzw. Überabtastung im Bereich des Zentrums der k-Matrix.
1 zeigt eine schematische Darstellung eines
Magnetresonanz-Bildgebungs- bzw. Kernspintomographiegerätes nach dem Stand
der Technik zur Erzeugung eines Kernspinbildes eines Objektes gemäß der
vorliegenden Erfindung. Der Aufbau des Kernspintomographiegerätes entspricht
dabei dem Aufbau eines herkömmlichen Magnettomographiegerätes. Ein Grundfeldmagnet
1 erzeugt ein zeitlich konstantes starkes Magnetfeld zur Polarisation bzw.
Ausrichtung der Kernspins im Untersuchungsbereich eines Objektes, wie z.B. eines
zu untersuchenden Teils eines menschlichen Körpers. Die für die Kernspinresonanzmessung
erforderliche hohe Homogenität des Grundmagnetfeldes ist in einem kugelförmigen
Messvolumen M definiert, in das die zu untersuchenden Teile des menschlichen Körpers
eingebracht werden. Zur Unterstützung der Homogenitätsanforderungen und
insbesondere zur Eliminierung zeitlich invariabler Einflüsse werden an geeigneter
Stelle so genannte Shim-Bleche aus ferromagnetischem Material angebracht. Zeitlich
variable Einflüsse werden durch Shim-Spulen 2 eliminiert, die durch
eine Shim-Stromversorgung 15 angesteuert werden.
In den Grundfeldmagneten 1 ist ein zylinderförmiges
Gradientenspulensystem 3 eingesetzt, das aus drei Teilwicklungen besteht.
Jede Teilwicklung wird von einem Verstärker 14 mit Strom zur Erzeugung
eines linearen Gradientenfeldes in die jeweilige Richtung des kartesischen Koordinatensystems
versorgt. Die erste Teilwicklung des Gradientenfeldsystems 3 erzeugt dabei
einen Gradienten Gx in x-Richtung, die zweite Teilwicklung einen Gradienten
Gy in y-Richtung und die dritte Teilwicklung einen Gradienten Gz
in z-Richtung. Jeder Verstärker 14 umfasst einen Digital-Analog-Wandler,
der von einer Sequenzsteuerung 18 zum zeitrichtigen Erzeugen von Gradientenpulsen
angesteuert wird.
Innerhalb des Gradientenfeldsystems 3 befindet sich eine
Hochfrequenzantenne 4, die die von einem Hochfrequenzleistungsverstärker
23 abgegebenen Hochfrequenzpulse in ein magnetisches Wechselfeld zur Anregung
der Kerne und Ausrichtung der Kernspins des zu untersuchenden Objektes bzw. des
zu untersuchenden Bereiches des Objektes umsetzt. Die Hochfrequenzantenne
4 besteht aus einer oder mehreren HF-Sendespulen und mehreren HF-Empfangsspulen
in Form einer vorzugsweise linearen Anordnung von Komponentenspulen. Von den HF-Empfangsspulen
der Hochfrequenzantenne 4 wird auch das von den präzedierenden Kernspins
ausgehende Wechselfeld, d.h. in der Regel die von einer Pulssequenz aus einem oder
mehreren Hochfrequenzpulsen und einem oder mehreren Gradientenpulsen hervorgerufenen
Kernspinechosignale, in eine Spannung umgesetzt, die über einen Verstärker
7 einem Hochfrequenz-Empfangskanal 8 eines Hochfrequenzsystems
22 zugeführt wird. Das Hochfrequenzsystem 22 umfasst weiterhin
einen Sendekanal 9, in dem die Hochfrequenzpulse für die Anregung
der magnetischen Kernresonanz erzeugt werden. Dabei werden die jeweiligen Hochfrequenzpulse
aufgrund einer vom Anlagenrechner 20 vorgegebenen Pulssequenz in der Sequenzsteuerung
18 digital als Folge komplexer Zahlen dargestellt. Diese Zahlenfolge wird
als Real- und als Imaginäranteil über jeweils einen Eingang
12 einem Digital-Analog-Wandler im Hochfrequenzsystem 22 und von
diesem einem Sendekanal 9 zugeführt. Im Sendekanal 9 werden
die Pulssequenzen einem Hochfrequenz-Trägersignal aufmoduliert, dessen Basisfrequenz
der Resonanzfrequenz der Kernspins im Messvolumen entspricht.
Die Umschaltung von Sende- auf Empfangsbetrieb erfolgt über eine
Sende-Empfangsweiche 6. Die HF-Sendespule der Hochfrequenzantenne
4 strahlt die Hochfrequenzpulse zur Anregung der Kernspins in das Messvolumen
M ein und tastet resultierende Echosignale über die HF-Empfangsspulen ab. Die
entsprechend gewonnenen Kernresonanzsignale werden im Empfangskanal 8 des
Hochfrequenzsystems 22 phasenempfindlich demoduliert und über einen
jeweiligen Analog-Digital-Wandler in Realteil und Imaginärteil des Messsignals
umgesetzt. Durch einen Bildrechner 17 wird aus den dergestalt gewonnenen
Messdaten ein Bild rekonstruiert. Die Verwaltung der Messdaten, der Bilddaten und
der Steuerprogramme erfolgt über den Anlagenrechner 20. Aufgrund einer
Vorgabe mit Steuerprogrammen kontrolliert die Sequenzsteuerung 18 die Erzeugung
der jeweils gewünschten Pulssequenzen und das entsprechende Abtasten des k-Raumes.
Insbesondere steuert die Sequenzsteuerung 18 dabei das zeitrichtige Schalten
der Gradienten, das Aussenden der Hochfrequenzpulse mit definierter Phase und Amplitude
sowie den Empfang der Kernresonanzsignale. Die Zeitbasis für das Hochfrequenzsystem
22 und die Sequenzsteuerung 18 wird von einem Synthesizer
19 zur Verfügung gestellt. Die Auswahl entsprechender Steuerprogramme
zur Erzeugung eines Kernspinbildes sowie die Darstellung des erzeugten Kernspinbildes
erfolgt über ein Terminal 21, das eine Tastatur sowie einen oder mehrere
Bildschirme umfasst.
Wie im Stand der Technik erfolgt auch im Rahmen des vorliegenden erfindungsgemäßen
Verfahrens zunächst eine Eingabe der Messparameter durch den Anwender (im Allgemeinen
der Arzt) und zwar über eine Benutzerschnittstelle die üblicherweise in
Form eines Eingabefensters (Pop-Up-Window) am Bildschirm des Terminals
21 präsentiert wird. Auf Basis der eingegebenen Parameter wird das
Meßsystem des Kernspintomographiegerätes derart konfiguriert, dass dieses
in der Lage ist, im Sendekanal 9 über den Anlagenrechner
20 und die Sequenzsteuerung 19 eine Fast-Spiral-Scanning-Sequenz
zu generieren. Eine derartige konventionelle Sequenz würde im k-Raum gemäß
2 eine Matrix spiralförmig abtasten,
wobei die Abtastung auf Basis einer oder mehrerer ineinander geschachtelter bzw.
zueinander versetzter Spiraltrajektorien erfolgt (in 2
sind beispielsweise zwei Spiraltrajektorien in Form einer gestrichelten und einer
durchgezogenen Spirallinie dargestellt).
Um die k-Raumdaten durch eine Fouriertransformation in ein MRT-Bild
zu transformieren, muss der gesamte Spiraldatensatz auf ein kartesisches Gitter
projiziert werden (ein solches ist in den 2,
3 und 5 hinterlegt dargestellt).
Die Gitterkonstante des Gitterrasters wird dabei durch den Abstand der Spirallinien
zueinander sowie die Größe des k-Raums bestimmt. Durch ein Näherungsverfahren
(Interpolationsverfahren) werden die Werte der Gitterkreuzungspunkte aufgrund der
nächstgelegenen Punkte im Spiraldatensatz interpoliert.
Die Rekonstruktion mittels Fouriertransformation im Ortsraum würde
zwar ein anatomisches Bild ergeben, welches aber das eingangs erwähnte bei
Spiralkodierung übliche "blurring" aufweisen würde.
Um das "blurring" zu unterdrücken soll es erfindungsgemäß
möglich sein, eine Spiral-Sequenz – entweder über eine weitere
Benutzer-Eingabe oder automatisch – derart zu modifizieren, dass nur ein
reduzierter Teil der der Ausgangssequenz zugrunde liegenden k-Matrix spiralförmig
abgetastet bzw. durchlaufen wird – man spricht in diesem Zusammenhang auch
von "Unterabtastung". Eine solche reduzierte Spiralabtastung ist in 3
dargestellt. Die Reduktion erfolgt erfindungsgemäß dadurch, dass der Abstand
der Spirallinien zueinander z.B. verbreitert wird bzw. eine oder mehrere Spiralen
ausgelassen werden. In 3 ist beispielsweise nur die
durchgezogene Spirale aus 2 dargestellt; die gestrichelte
Spirale aus 2 wurde ausgelassen. Auf diese Weise wird
beispielsweise die Abtastdauer um einen Faktor von ungefähr 2 verkürzt.
Die vorliegende Erfindung macht es sich zunutze, dass das Abtastverhalten
bei einer Spiralkodierung dem einer radialsymmetrischen Abtastung ähnlich ist.
Das erfinderische Prinzip basiert auf der Tatsache, dass symmetrisch zum k-Raum
Zentrum gespiegelte Punkte identische Information besitzen, d.h. am Zentrum Z der
k-Matrix gespiegelte Punkte sind zueinander komplex konjugiert. Betrachtet man beispielsweise
eine Spiralabtastung mit zwei ineinander verschachtelten Spiral-Trajektorien (engl.:
2-interleave-spiral-experiment), so können die Messwerte der einen Spirale
(des einen Spiralarms) rein rechnerisch durch komplexe Konjugation gewonnen werden.
In anderen Worten: das entsprechende Bild kann allein aus den Daten des ersten oder
aber aus den Daten des zweiten Spiralarmes vollständig rekonstruiert werden.
In 4 ist das Rekonstruktionsverfahren anhand von vier
Punkten A, B, C und D veranschaulicht. Die Punkte werden am Zentrum Z gespiegelt
und auf die Punkte A', B', C' und D' abgebildet. Die Spiegelung bzw. Abbildung aller
Punkte der durchgezogenen Spiraltrajektorie liefert letztlich eine zweite Spiraltrajektorie
(gestrichelt gezeichnet) durch die in Kombination mit der ersten Spiraltrajektorie
ein vollständiger Datensatz erhalten wird.
Allerdings treten bei Spiralabtastungen generell in der Realität
Phasenvariationen über die gesamte k-Matrix auf, die sich mathematisch in einem
Abweichen von dem komplexkonjugierten Verhalten artikulieren und zu weiteren Artefakten
über das gesamte rekonstruierte Bild hinweg führen. Dieser Problematik
kann erfindungsgemäß dadurch abgeholfen werden, dass bei erfindungsgemäßer
spiralförmiger Unterabtastung die Unterabtastung im Bereich des Zentrums der
k-Matrix unterbleibt und eine vollständige Abtastung – wenn nicht sogar
eine Überabtastung – erfolgt. Eine solche "inhomogene" Spirale (engl.:
variable density spiral) ist in 5 dargestellt. Eine
variable-density-Spiral-Trajektorie ermöglicht bekannte Phasenkorrektur-Verfahren,
wie beispielsweise die in der partiellen-Fourier-Technik (engl. partial fourier
technique) eingesetzten Margosian- oder Pocs-Algorithmen anhand eines niedrig aufgelösten
Bildes. Vorteilhafterweise verursacht eine solche variable-density-Spiral-Trajektorie
typischerweise eine nur unwesentlich längere Auslesezeit und kann daher problemlos
implementiert werden.
Zusammengefasst besteht das erfindungsgemäße Verfahren darin,
den Auslesezug vorteilhaft zu verkürzen um damit die Bildqualität in der
Spiral-Abtastung deutlich zu verbessern. Gleichzeitig bewirkt das erfindungsgemäße
Verfahren eine signifikante Erhöhung der zeitlichen Auflösung. Das erfindungsgemäße
Verfahren stellt keine erhöhten Anforderungen an die Hardware. Die Erhöhung
an Rechenaufwand und der damit verbundenen Steigerung der Rechnerleistung ist unerheblich.