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Dokumentenidentifikation DE10354557B4 29.11.2007
Titel Verfahren und Vorrichtungen zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen sowie ein digitaler Empfänger
Anmelder Infineon Technologies AG, 81669 München, DE
Erfinder Träber, Mario, Dipl.-Ing., 82041 Deisenhofen, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Kraus & Weisert, 80539 München
DE-Anmeldedatum 21.11.2003
DE-Aktenzeichen 10354557
Offenlegungstag 14.07.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 29.11.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.11.2007
IPC-Hauptklasse H03H 21/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H03M 13/41(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   H04L 25/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren sowie entsprechend ausgestaltete Vorrichtungen nach den Oberbegriffen der Patentansprüche 1, 17, 24 und 25 zur Pradiktion, d.h. Vorhersage oder Abschätzung, von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen, wobei die vorliegende Erfindung insbesondere in digitalen Empfängern oder Transceiverbausteinen von drahtlosen oder drahtgebundenen Übertragungssystemen einsetzbar ist, sowie einen digitalen Empfänger.

In modernen digitalen Empfängern ist die Verwendung von Faltungscodes in Verbindung mit einem Viterbi-Decodierer Stand der Technik geworden. Durch die Codierung wird eine signifikante Verbesserung des Signal-Rausch-Abstands („Signal to Noise Ratio", SNR) erzielt. Der zur Decodierung verwendete Viterbi-Algorithmus sieht die Verwendung eines so genannten Trellis-Diagramms vor, wobei das Trellis-Diagramm zeitliche Zustandswechsel auf Basis der mit dem Empfangssignal empfängenen Symbole darstellt. Zur Decodierung der empfangenen Symbole werden so genannte Pfad-Metriken berechnet, wobei durch Auswertung der Pfad-Metriken Zuverlässigkeitsinformationen in Form von Wahrscheinlichkeiten dafür erhalten werden, ob ein empfangenes Symbol auf einer gesendeten „0" oder auf einer gesendeten „1" beruht. Hierzu werden in dem Trellis-Diagramm diejenigen Zustandsübergänge ausgewählt, welche hinsichtlich ihrer Pfad-Metriken am wahrscheinlichsten sind. Die Zuverlässigkeitsinformationen werden schließlich dadurch erhalten, dass die aufaddierten Pfad-Metriken des besten „1-Pfads" zu den aufaddierten Pfad-Metriken des besten „0-Pfads" in Beziehung gesetzt werden. Diejenigen Pfade, welche von einem Zeitpunkt zu einem nachfolgenden Zeitpunkt die wahrscheinlichsten Zustandsübergänge definieren, werden auch als „Survivor"-Pfade bezeichnet. Nachdem der Viterbi-Algorithmus an sich allgemeiner Stand der Technik ist, soll an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen werden.

Ist eine derartige Trellis-codierte Modulationsumgebung („Trellis-Coded Modulation Environment", TCM) durch stark korreliertes Rauschen („Heavily Correlated Noise", HCN), wie beispielsweise durch eine reine Sinuswelle mit einer relativ großen Amplitude, gestört, so ist das System nicht mehr funktionsfähig, da der Faltungs- bzw. Viterbi-Decodierer die Pfad-Metriken ausgehend von einem „normalen" weißen Gauss-Rauschen („White Gaussian Noise", WGN) ermittelt. In der Realität ist jedoch diese Voraussetzung in der Regel nicht erfüllt. Während bei geringen Rauscheinflüssen der daraus resultierende Performanceverlust tolerierbar sein kann, dekonvergiert der Viterbi-Decodierer und demzufolge der entsprechende digitale Empfänger bei Vorhandensein von stark korreliertem Rauschen.

Ein bekanntes Verfahren, den Einfluss von stark korreliertem Rauschen, wie es beispielsweise bei Frequenzinterferenzen („Radio Frequency Interference", RFI) auftreten kann, ist der Einsatz von so genannten linearen Rauschprädiktoren, welche zukünftige Rauscheinflüsse bzw. Rauschwerte auf Grundlage von vergangenen Rauscheinflüssen bzw. Rauschwerten vorhersagen oder abschätzen. Lineare Rauschprädiktoren verwenden dabei digitale Filter, deren Koeffizienten, die so genannten „Taps", adaptiv abhängig von dem Prädiktionsfehler des Rauschprädiktors eingestellt werden. Das Ziel ist dabei, die Koeffizienten dieser digitalen Filter derart zu optimieren, dass der mittlere quadratische Prädiktionsfehler minimiert wird.

In 1 ist ein vereinfachtes Blockschaltbild eines Übertragungssystems mit einem digitalen Empfänger, in dem eine derartige entscheidungsorientierte adaptive Rauschprädiktion („Decision Directed Adaptive Noise Prediction") zum Einsatz kommt, dargestellt.

Dabei wird davon ausgegangen, dass von einer Signalquelle 1 eines Senders ein Sendesignal v über einen Übertragungskanal 2 übertragen wird, was am Ausgang des Übertragungskanals 2 ein entsprechend verzerrtes oder gestörtes Signal c zur Folge hat und darüber hinaus am Eingang des jeweiligen Empfängers durch korreliertes Rauschen n überlagert wird, was in 1 in Form einer Rauschquelle 3 in Kombination mit einem Addierer 4 angedeutet ist. Das Empfangssignal des digitalen Empfängers wird einem Entzerrer 5 zugeführt, wobei nachfolgend davon ausgegangen wird, dass es sich hierbei um ein möglichst optimales Empfangsfilter handelt, welches aus dem Empfangssignal Intersymbolinterferenzen („Inter-Symbol Interference", ISI) eliminiert. Das von dem Entzerrer 5 aufbereitete Empfangssignal u wird einem Entscheider 6 zugeführt, wobei gemäß 1 der Entscheider 6 einen so genannten Slicer 7 in Kombination mit einem Rauschprädiktor 8 umfasst. Der Slicer 7 trifft auf Grundlage des ihm zugeführten Empfangssignals u Symbolentscheidungen, wobei der zuvor beschriebene Viterbi-Algorithmus zur Anwendung kommt. Vom Slicer 7 wird somit eine Signalfolge v' ausgegeben, wobei mit Hilfe eines Addierers 9 die Differenz aus dem Empfangssignal u und dem Signal v' dem Rauschprädiktor 8 als Eingangssignal zugeführt wird, welcher auf Basis dieses Signals zukünftige Rauschwerte für das in dem Empfangssignal u enthaltene Rauschen berechnet, welche vor dem Slicer 7 mit Hilfe eines weiteren Addierers 10 von dem Empfangssignal u subtrahiert werden.

Der Rauschprädiktor 8 bzw. das entsprechende digitale lineare Prädiktionsfilter ist hinsichtlich der Filterkoeffizienten derart optimiert, dass der mittlere quadratische Prädiktionsfehler, welcher definiert ist durch die Differenz zwischen dem im Empfangssignal u tatsächlich enthaltenen Rauschsignal und dem von dem Rauschprädiktor 8 geschätzten Rauschsignal, minimiert wird.

Der anhand von 1 zuvor erläuterte Ansatz, den im Empfangssignal jeweils enthaltenen Rauschanteil mit Hilfe eines Rauschprädiktors abzuschätzen, liefert gute Ergebnisse, solange die korrekten Prädiktionskoeffizienten für den Rauschprädiktor bekannt sind. Nachdem jedoch das Rauschsignal in dem jeweiligen digitalen Empfänger nicht separat vorhanden und bekannt ist, sondern vielmehr additiv das eigentliche Nutzsignal überlagert, ist eine korrekte Einstellung der Filterkoeffizienten des Rauschprädiktors, welche adaptiv an das Rauschen angepasst werden müssen, problematisch. Dies wird zusätzlich dadurch beeinträchtigt, dass der Rauschprädiktor in eine codierte Umgebung eingebettet ist. Das mit diesem Ansatz verbundene Problem ist demzufolge, wie das Rauschen synthetisiert werden kann, was im Wesentlichen dem Problem entspricht, wie korrekte Entscheidungen in einer codierten Umgebung getroffen werden können.

Anstelle des zuvor beschriebenen entscheidungsorientierten Rauschprädiktionsansatzes wurde daher zur Kompensation eines Performanceverlusts in Folge von korreliertem Rauschen bei Verwendung von Faltungsdecodierern vorgeschlagen, für jeden Survivor-Pfad des Trellis-Diagramms eine separate Rauschprädiktion auf Grundlage der linearen Prädiktionstheorie durchzuführen, wobei hierin der wesentliche Unterschied zu der zuvor beschriebenen entscheidungsorientierten Rauschprädiktion zu sehen ist, da das Rauschen nicht synthetisiert wird, sondern zum Treffen einer Vorhersage Rauschschätzwerte in die Zweig- und Pfad-Metriken des Trellis-Diagramms eingehen. Die Pfad-Metriken werden dabei gemäß den Rauschschätzwerten korrigiert, ehe die nächsten Survivor-Pfade bestimmt werden. Da für die Zustände eines bestimmten Zeitpunkts des Trellis-Diagramms nicht nur die Pfad-Metriken aktualisiert werden müssen, sondern auch die zu dem jeweiligen Survivor-Pfad gehörenden Distanzen der vorhergehenden Zweige, entspricht die Anzahl der zu jedem Zeitpunkt zu aktualisierenden linearen Prädiktionsfilter der Anzahl der Zustände des Trellis-Diagramms. Es muß also für jeden Zustand im Trellis-Diagram ein Rauschwert durch lineare Filterung prädiziert werden.

Wird mit &lgr;s,s'(t) die mit einem bestimmten Zustandsübergang von einem Zustand s zu einem Zustand s' zum Zeitpunkt t verbundene Zweig-Metrik bezeichnet, so beträgt diese für einen optimalen Viterbi-Decodierer, welcher in einer Umgebung mit weißem Gauss-Rauschen arbeitet, der so genannten Euklidischen Entfernung („Euclidean Distance", ED) zwischen dem zu dem jeweiligen Zeitpunkt empfangenen Symbol u(t) und dem dem jeweiligen Zweig zugeordneten geschätzten Symbol es,s'(t): &lgr;s,s'(t) = |u(t) – es.s'(t)|2 = |&dgr;s,s'(t)|2(1)

Offensichtlich entspricht dies dem den jeweiligen Zweig zwischen dem Zustand s und dem Zustand s' zugeordneten Rauschschätzwert &dgr;s,s'(t), der tatsächlich dem Empfangssignal überlagert sein müsste, wenn der betreffende Zustandsübergang s nach s' der richtige wäre. Diese Rauschschätzwerte von miteinander konkurrierenden Pfaden bei vorhergehenden Zeitpunkten werden verwendet, um für den Zeitpunkt t den jeweiligen Rauschwert vorherzusagen, d.h. zu prädizieren. Der Zustandsspeicher eines Rauschprädiktors für einen Trellis-Zustand entspricht somit einem Vektor derartiger Rauschschätzwerte. Der Trellis-Rauschprädiktor-Zustandsspeicher kann somit als eine zeitabhängige Distanzmatrix („Distance Matrix"), welche die bestimmten Pfaden p durch das Trellis-Diagramm zugeordnete Rauschschätzwerte &dgr;p(t) enthält:

Dabei bezeichnet N die Anzahl der insgesamt berücksichtigten Zeitpunkte und M den Gesamtspeicher des Viterbi-Codierers, so dass das Trellis-Diagramm 2M Zustände und 2M konkurrierende Pfade enthält.

In 2 ist beispielhaft ein Trellis-Diagramm mit vier Zuständen gezeigt, wobei die den einzelnen Zweigen bzw. Zustandsübergängen zwischen zwei aufeinander folgenden Zuständen zugeordneten Zweig-Metriken &lgr;s,s'(t) sowie die sich daraus ergebenden Pfad-Metriken &ggr;s(t), welche den jeweils akkumulierten Zweig-Metriken entsprechen, dargestellt sind, (s, s' = 0, 1, 2, 3). Die Distanzmatrix für das in 2 dargestellte beispielhafte Trellis-Diagramm lautet wie folgt:

Die Rauschschätzwerte können durch eine einfache Matrizenmultiplikation der Distanzmatrix &Dgr;(t) und des Rauschprädiktor-Koeffizientenvektors w n in Vektorform wie folgt erhalten werden:

Dieser Vektor der Rauschschätzwerte muss für jeden Zeitpunkt des Trellis-Diagramms aktualisiert werden und enthält die Rauschvorhersagen für alle konkurrierenden Pfade des jeweils vorhergehenden Zeitpunkts bzw. der jeweils vorhergehenden Zeitinstanz. Der für jeden Pfad ermittelte Rauschprädiktions- bzw. Rauschschätzwert wird zur Ermittlung der Rauschschätzwerte für die aus dem jeweiligen Zustand zum augenblicklichen Zeitpunkt wegführenden Pfade verwendet. Bei dem in 2 dargestellten Beispiel des Trellis-Diagramms mit vier Zuständen dient somit der Rauschschätzwert &xgr;0(t) als Grundlage für alle Zweige, welche ihren Ursprung im Zustand s = 0 haben, d.h. für die Zweige (s,s') = (0, 0) und (s, s') = (0, 1). Die Berechnung der Pfad-Metrik ändert sich somit wie folgt: &ggr;s'(t) = min⟨&ggr;s(t – 1) + |&dgr;s,s'(t) – &xgr;s(t)|2(5)

Aus der obigen Gleichung (5) ist ersichtlich, wie die gemäß Gleichung (4) ermittelten Rauschschätzwerte in die Berechnung der korrigierten Pfad-Metriken einfließen, wobei die Voraussetzung für die Gleichung (5) ist, dass es sich bei dem Zustandsübergang vom Zustand s zum Zustand s' um einen gültigen Zweig handelt.

Zu jedem Zeitpunkt muss für jeden Trellis-Zustand eine Entscheidung zwischen zwei konkurrierenden Pfaden getroffen werden. Für beide Zweige wird ein Distanzmaß &dgr;s,s'(t) ermittelt, von dem ein entsprechender Rauschschätzwert &xgr;s(t) subtrahiert wird. Bei dem in 2 dargestellten beispielhaften Trellis-Diagramm wird jeder Rauschschätzwert für die beiden konkurrierenden Zweige eines Zustands mit Hilfe einer linearen Filteroperation zweiter Ordnung, d.h. mit Hilfe eines linearen Filters mit zwei Taps, berechnet, wobei jeweils dieselben Tap-Gewichte verwendet werden und sich nur jeweils der Zustandsspeicher für die Berechnung der Rauschschätzwerte für jeden Zustand ändert. Der Zustandsspeicher des linearen Filters entspricht dann genau einer Zeile der Distanzmatrix. Die Matrixmultiplikation wird somit durch sequenzielle lineare Filterung realisiert. Die Distanzmatrix gemäß Gleichung (3) wird abhängig von sämtlichen Pfadentscheidungen aktualisiert, d.h. der Distanzvektor des jeweils ausgewählten Survivor-Pfads wird zur weiteren Verwendung beibehalten, während der andere Distanzvektor verworfen wird. Der übriggebliebenene Distanzvektor wird mit dem dem jeweiligen Survivor-Pfad verbundenen Distanzmaß aktualisiert, während das älteste Distanzmaß in diesem Distanzvektor verworfen wird. Da von einem Zustand mindestens zwei Zustandsübergänge bzw. Zweige ausgehen, wird der Rauschschätzwert &xgr;s(t) eines Zustands mindestens zweimal verwendet. Es ist daher empfehlenswert, sich die Schmetterlingsstruktur („Butterfly Structure") des Trellis-Diagramms zunutze zu machen.

Wie zuvor anhand von Gleichung (4) erläutert worden ist, können die Rauschschätzwerte, welche schließlich zur Berechung der rauschkompensierten Pfad-Metriken des jeweiligen Trellis-Diagramms dienen, unter Verwendung des Vektors w n ermittelt werden, welcher die Koeffizienten des Rauschprädiktors umfasst, so dass dieser Vektor nachfolgend als Rauschprädiktor-Koeffizientenvektor bezeichnet wird. Das grundsätzliche Problem bei diesem Ansatz ist, die in diesem Vektor zusammengefassten Rauschprädiktor-Koeffizienten korrekt zu bestimmen, um anschließend die Rauschschätzwerte zur Berechnung der korrigierten Pfad-Metriken gemäß den Gleichungen (4) und (5) ermitteln zu können.

Aus der US 6,590,932 B1 ist ein Verfahren zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. eine entsprechend ausgestaltete Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 24 bekannt. Diese Druckschrift betrifft insbesondere ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Übermittlung von Rauschschätzwerten, welche wiederum als Grundlage für die Einstellung von Filterkoeffizienten eines Whitening-Filters für einen digitalen Empfänger dienen, wobei das Whitening-Filter in einem MLSE-Entzerrer zum Einsatz kommen kann. In dieser Druckschrift wird vorgeschlagen, die Filterkoeffizienten des Whitening-Filters abhängig von den Koeffizienten der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals einzustellen, wobei der Levinson-Durbin-Algorithmus zur Anwendung kommt.

In der WO 03/047 193 A1 ist ein MLSE-Entzerrer für korrelierte Störsignale beschrieben, wobei zur Bestimmung von Rauschschätzwerten für das in dem Empfangssignal enthaltene Rauschen die Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals ermittelt wird. Hierzu können insbesondere die Störsignalwerte während einer Trainingssequenz des entsprechenden digitalen Empfängers ausgewertet werden.

Die Druckschrift DE 101 62 559 A1 offenbart zur Ermittlung von Prädiktorkoeffizienten ebenfalls bereits die Bestimmung der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals, um aus der Autokorrelationsfunktion durch Anwendung des Levinson-Durbin-Algorithmus die Rauschprädiktor-Koeffizienten ableiten zu können.

Daher liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, Verfahren sowie entsprechend ausgestaltete Vorrichtungen sowie ein digitaler Empfänger zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenem Rauschen bereitzustellen, womit derartige Rauschprädiktor-Koeffizienten für einen das in dem Empfangssignal enthaltene Rauschen prädizierenden Rauschprädiktor einfach und zuverlässig bestimmt werden können, wobei insbesondere die Erfindung auch eine Rauschprädiktion bei Vorhandensein eines stark korrelierten Rauschens ermöglichen soll.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen mit den Merkmalen des Anspruches 1 oder 17 bzw. eine Vorrichtung zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenem Rauschen mit den Merkmalen des Anspruches 24 oder 25 sowie durch einen digitalen Empfänger nach Patentanspruch 29 gelöst. Die Unteransprüche definieren jeweils bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung.

Erfindungsgemäß wird im Gegensatz zu existierenden Lösungen bei uncodierten Übertragungsverfahren kein entscheidungsrückgekoppeltes Training eines Rauschprädiktors (was bei codierten Systemen nur beim Tracking der jeweiligen Störung funktioniert) durchgeführt, sondern es wird die Statistik des Empfangssignals am Eingang des Entscheiders bzw. Decodierers des jeweiligen digitalen Empfängers genutzt, um die Rauschprädiktor-Koeffizienten bzw. Rauschschätzwerte zu ermitteln. Hierzu wird die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals bestimmt, wobei aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals durch geeignete Nachbearbeitung direkt die Rauschprädiktor-Koeffizienten als Lösung der Wiener-Hopf-Gleichung ermittelt werden können. Anhand der somit bestimmten Rauschprädiktor-Koeffizienten und den daraus abgeleiteten Rauschschätzwerten können dann unter Verwendung der zuvor beschriebenen Gleichungen (4) und (5) rauschkompensierte Pfad-Metriken im Entscheider berechnet werden, um auch bei Vorhandensein von stark korreliertem Rauschen korrekte Entscheidungen bezüglich des Werts des jeweils empfangenen Symbols treffen zu können.

Die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals kann direkt durch Verwendung eines entsprechend ausgestalteten digitalen Autokorrelationsfilters aus dem Empfangssignal ermittelt werden.

Alternativ ist auch möglich, dass die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals unter Verwendung eines digitalen Prädiktionsfilters gewonnen wird, wobei auf Grundlage des Empfangssignals von dem Filter erzeugte Prädiktionswerte von dem Empfangssignal subtrahiert werden, um abhängig von dem daraus resultierenden Differenzsignal, welches dem Prädiktionsfehler dieses digitalen Filters entspricht, die Filterkoeffizienten des Filters einzustellen. Im stabilen Zustand dieser Regelschleife enthalten die Filterkoeffizienten des Filters die gesuchte Korrelationsinformation des Empfangssignals, so dass aus den Filterkoeffizienten die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals abgeleitet werden kann, wobei dies insbesondere unter Verwendung der Wiener-Hopf-Gleichung, welche mit Hilfe des „reversiven" Levinson-Durbin-Algorithmus gelöst wird, erfolgen kann. Ein derartiges Prädiktionsfilter ist beispielsweise ein ALE-Filter („Adaptive Line Enhancer").

Zur Bestimmung der Rauschprädiktor-Koeffizienten wird insbesondere aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals die Autokorrelationsfunktion des darin enthaltenen Rauschsignals ermittelt, wobei dies im Prinzip dadurch erfolgen kann, dass die Autokorrelationsfunktion des Nutzsignals von der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals subtrahiert wird. Die Autokorrelationsfunktion des Nutzsignals entspricht dabei für &tgr; = 0 der Signalleistung des empfangenen Nutzsignals, so dass zur Berechnung der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals lediglich die Signalleistung des Nutzsignals von der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals für den Zeitwert bzw. „Lag" &tgr; = 0 subtrahiert werden muss. Für &tgr; ≠ 0 entspricht die Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals. Die Sendeleistung kann einfach abhängig von dem jeweils gewählten Modulationsverfahren ermittelt werden und ist in der Regel eine Konstante, da die Skalierung des Nutzsignals am Eingang eines (TCM)-Faltungsdekodierers festliegt.

Aus der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals können die Rauschprädiktor-Koeffizienten durch Lösung der Wiener-Hopf-Gleichung bestimmt werden, wobei diese Gleichung effizient wiederum mit dem Levinson-Durbin-Algorithmus aufgrund der Toeplitz-Struktur der Matrizen gelöst werden kann.

In der Regel ist das empfangene Nutzsignal unkorreliert, sodass das beschriebene Verfahren im Allgemeinen immer funktioniert. Es gibt jedoch ein Übertragungsverfahren, welches einen Sonderfall darstellt, bei der das Nutzsignal erst nach einer nichtlinearen Operation unkorreliert ist. Dieses Übertragungsverfahren wurde von Tomlinson und Harashima eingeführt und transformiert in seinem Prinzip das entscheidungsrückgekoppelte Entzerrerfilter in den Sender. Dadurch wird eine Vorverzerrung des Sendesignals erwirkt, welche durch den Übertragungskanal wieder entzerrt wird. Die Impulsantwort (nach dem Entscheider-Tap) des Kanals entspricht hierbei der Impulsantwort des Vorverzerrer-Filters. Um den Vorverzerrer stabil zu halten, wird eine nichtlineare Operation (das Modulo) verwendet. Dadurch ist der Ausgang der Vorverzerrers unkorreliert und weist eine Gleichverteilung auf. Wird nun dieses Signal mit der Kanalimpulsantwort gefaltet, so ergibt sich natürlich eine Korrelation des empfangenen Nutzsignals basierend auf den Kanalimpulskoeffizienten. Für die eigentliche Weiterverabeitung des empfangenen Nutzsignals ist das irrelevant, da zuvor eine inverse nichtlineare Operation (wiederum das Modulo) angewandt wird. In dem Signal nach dieser Modulo-Operation ist die Rauschkorrelation nicht mehr direkt messbar. Deswegen kann das erfindungsgemäße Verfahren nur auf dem Signal vor dieser Modulo-Operation angewandt werden. Hier ist jedoch das Nutzsignal selbst korreliert und somit muss die Nachbearbeitung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals zur Ermittlung Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals angepasst werden. Hierfür gibt es zwei Verfahren.

Die erste Möglichkeit besteht darin, die gesamte Autokorrelationsfunktion des empfangenen Nutzsignals von der Autokorrelationsfunktion des Empfangsignals zu subtrahieren. Das ist möglich, da die Autokorrelationsfunktion des Nutzsignals a-priori durch die Koeffizienten im Vorverzerrer bestimmt werden können, z.B. durch Selbstfaltung. Dieses Verfahren funktioniert uneingeschränkt solange der betragsmäßige Unterschied der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals und der Autokorrelation des empfangenen Nutzsignals nicht zu groß wird.

Ein zweites Verfahren eignet sich besonders, wenn als stark korreliertes Rauschen ein oder mehrere schmalbandige Störer (im Sonderfall Sinus-Störer) vorliegen. Um eine derartig starke Korrelation zu berücksichtigen, kann vorteilhafterweise insbesondere die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals lediglich in einem Lag-Bereich ausgewertet werden, welcher im Wesentlichen vollständig die Rauschinformation des jeweiligen Rauschsignals beinhaltet, wobei diese Rauschinformation sowohl eine Amplitudeninformation als auch eine Frequenzinformation des Rauschsignals umfasst. Das ist möglich, da insbesondere Sinus-Störer eine Autokorrelationsfunktion aufweisen, welche einem Kosinus derselben Frequenz mit einer definierten Amplitude entspricht – also periodisch ist und nicht abklingt. Nachdem die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals für niedrige Lag-Werte relativ stark durch die Korrelation des Empfangsdatensignals überlagert ist, diese jedoch mit zunehmenden Lags abnimmt, empfiehlt es sich, die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals erst für die Lags &tgr; ≥ einem bestimmten Grenzwert, auszuwerten. Durch dieses Verfahren wird die Rauschsignal-Korrelationsinformation von der des empfangenen Nutzsignals separiert. Wird jedoch die Autokorrelationsfunktion des schmalbandigen Störers (z.B. Sinus-Störer) bei höheren Lags abgetastet, so erhält man einen Phasen-Offset für die perodische Autokorrelationsfunktion.

Zur Berücksichtigung dieses Phasenversatzes kann vorteilhafterweise der ausgewertete Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals nochmals einer Autokorrelationsfunktion-Operation unterzogen werden, was einer Faltung des ausgewerteten Bereichs der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals entspricht. Nach anschließender Skalierung der daraus resultierenden Autokorrelationsfunktion können die Werte der Autokorrelationsfunktion wie beschrieben zur Ermittlung der Rauschprädiktor-Koeffizienten verwendet werden.

Die vorliegende Erfindung eignet sich zur zuverlässigen Rauschprädiktion auch bei Vorhandensein von stark korreliertem Rauschen beispielsweise in xDSL-Empfängern, ohne jedoch auf diesen bevorzugten Anwendungsbereich beschränkt zu sein. Vielmehr kann die Erfindung in allen digitalen Empfängern von drahtgebundenen oder drahtlosen Übertragungssystemen eingesetzt werden, bei denen unter Verwendung von Rauschprädiktor-Koeffizienten Rauschschätzwerte für einen Entscheider bestimmt werden, so dass der Entscheider auf Grundlage dieser Rauschschätzwerte eine korrekte Entscheidung bezüglich der jeweils empfangenen Symbole treffen kann.

Das erfindungsgemäße Verfahren basiert auf der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals, welche durch geeignete Nachbearbeitung in die Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals konvertiert werden kann. Diese wird dann durch Lösung der Wiener-Hopf-Gleichung, vorzugsweise mit dem bekannten Levinson-Durbin Algorithmus, zur Bestimmung der Prädiktorfilter-Koeffizienten verwendet. Die Bestimmung der Autokorrelationsfuntion des Empfangsignals kann hierbei, wie erfindungsgemäß dargestellt, indirekt durch adaptieren eines ALE-Filters und nachträgliche Berechnung der Autokorrelationsfunktion, vorzugsweise mit dem bekannten (inversen) Levinson-Durbin-Algorithmus, erfolgen, oder durch direkte Bestimmung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals mit einem Korrelator nach dem Stand der Technik.

Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend näher unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung erläutert.

1 zeigt ein Blockschaltbild eines digitalen Empfängers gemäß dem Stand der Technik mit entscheidungsorientierter adaptiver Rauschprädiktion,

2 zeigt ein beispielhaftes Trellis-Diagramm zur Erläuterung der Bestimmung von Pfad-Metriken unter Verwendung von Rauschschätzwerten, wie es auch erfindungsgemäß vorgesehen ist,

3 zeigt ein Blockschaltbild eines digitalen Empfängers gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung mit einem ALE-Filter zur Bestimmung der Autokorrelationsfunktion eines Empfangssignals,

4 zeigt ein Blockschaltbild eines digitalen Empfängers gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung mit einem digitalen Autokorrelationsfilter zur unmittelbaren Bestimmung der Autokorrelationsfunktion eines Empfangssignals aus dem Empfangssignal selbst, und

5 zeigt eine Darstellung von Autokorrelationsfunktionen zur Erläuterung einer gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel erfindungsgemäß vorgeschlagenen Nachbearbeitung der Autokorrelationsfunktion eines Empfangssignals zur Bestimmung von Rauschprädiktor-Koeffizienten.

Wie bereits zuvor beschrieben worden ist, ist die Verwendung einer entscheidungsorientierten adaptiven Rauschprädiktion, wie sie anhand von 1 erläutert worden ist, bei stark korreliertem Rauschen problematisch. Das Hauptproblem hierbei ist, dass falsche Entscheidungen aufgrund des stark korrelierten Rauschens zu falschen Prädiktionsfehlern und damit zu einer Divergenz des linearen Prädiktionsfilters führen.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird daher vorgeschlagen, unmittelbar die Statistik des Empfangssignals auszuwerten, um einen Satz von linearen Rauschprädiktor-Koeffizienten zu ermitteln. Insbesondere wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals zu bestimmen, um daraus die Autokorrelation des Rauschsignals zu ermitteln, aus der die Rauschprädiktor-Koeffizienten berechnet weden können, wobei zur Bestimmung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals sowohl der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals unterschiedliche Ausführungsbeispiele möglich sind.

In 3 ist ein digitales Übertragungssystem ähnlich zu dem in 1 dargestellten Übertragungssystem gezeigt, wobei auf der Empfängerseite eine Vorrichtung zur Bestimmung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel vorgesehen ist.

Das in 3 gezeigte Übertragungssystem umfasst einen Sender 1 mit einer Signalquelle, welche ein Sendesignal v erzeugt und über einen drahtgebundenen oder drahtlosen Übertragungskanal 2 an einen Empfänger überträgt, wobei am Eingang des Empfängers das über den Übertragungskanal 2 übertragene und demzufolge verzerrte Signal c mit Rauschen n überlagert wird, was in 3 schematisch in Form einer Rauschquelle 3 und einen Addierer 4 angedeutet ist. Das mit dem Rauschsignal n überlagerte Empfangssignal wird einem Entzerrer 5 zugeführt, dessen Aufgabe primär die Beseitigung von Intersymbolinterferenzen ist, wobei das entzerrte Empfangssignal u, welches immer noch einen Rauschanteil beinhaltet, einem Entscheider 6, in dem beispielsweise ein Viterbi-Decodierer integriert ist, zugeführt wird. Der Entscheider 6 wertet das entzerrte Empfangssignal u aus, um für jedes empfangene Symbol eine möglichst korrekte Entscheidung zu treffen, ob das jeweilige Symbol auf einer gesendeten „0" oder einer gesendeten „1" beruht. Vom Entscheider 6 wird demzufolge im Idealfall das korrekt decodierte Sendesignal v' ausgegeben.

Der Entscheider 6 trifft seine Entscheidungen wie zuvor anhand von 2 erläutert unter Anwendung des Viterbi-Algorithmus, wobei insbesondere die im Zusammenhang mit dem jeweiligen Trellis-Diagramm ausgewerteten Pfad- bzw. Zweig-Metriken in Übereinstimmung mit den obigen Gleichungen (4) und (5) um Rauschschätzwerte korrigiert werden. Um diese Korrektur vorzunehmen, benötigt der Entscheider 6, wie aus Gleichung (4) ersichtlich ist, den Vektor w n, welcher die Koeffizienten zur Ermöglichung der Rauschprädiktion umfasst, welche nachfolgend als Rauschprädiktor-Koeffizienten bezeichnet werden.

Bei dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist eine Einrichtung 12 vorgesehen, welche auf nachfolgend noch näher beschriebene Art und Weise die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals u ermittelt und daraus die Rauschprädiktor-Koeffizienten ableitet und dem Entscheider 6 zuführt, so dass dieser auf Basis dieser Rauschprädiktor-Koeffizienten bzw. des entsprechenden Rauschprädiktionsvektors die Pfad- bzw. Zweig-Metriken in Übereinstimmung mit den Gleichungen (4) und (5) aktualisieren kann, um eine korrekte Entscheidung zwischen „1"- und „0"-Symbolen trotz Vorhandensein eines möglicherweise stark korrelierten Rauschens zu treffen.

Bei dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das entzerrte Empfangssignal u nicht nur dem Entscheider 6, sondern unmittelbar auch einer Filteranordnung 13 zugeführt, welche als adaptive „Line Enhancer"-Filteranordnung (ALE) bezeichnet werden kann. Im Wesentlichen umfasst diese Filteranordnung 13 ein digitales ALE-Filter 14, bei dem es sich im Prinzip um ein Prädiktionsfehlerfilter handelt.

Die Grundlagen von ALE-Filtern können beispielsweise James R. Zeidler, „Performance Analysis of LMS Adaptive Prediction Filters", Proceedings of IEEE, vol. 28, no. 12, December 1990, entnommen werden, so dass an dieser Stelle ergänzend auf diese Veröffentlichung verwiesen wird. Nachfolgend sollen lediglich die wesentlichen Aspekte, welche für die vorliegende Erfindung von Bedeutung sind, wiedergegeben werden.

Wie aus 3 ersichtlich ist, ist das Empfangssignal u über ein Verzögerungsglied 15 dem ALE-Filter 14 zugeführt. Darüber hinaus ist das Empfangssignal u einem Addierer 16 zugeführt, welcher das von dem ALE-Filter 14 erzeugte Ausgangssignal davon subtrahiert. Das ALE-Filter 14 erzeugt als Ausgangssignal Prädiktionswerte auf Basis des Eingangssignals der ALE-Filteranordnung 13, wobei die Tap-Gewichte w e der ALE-Filteranordnung 13 abhängig von den Tap-Gewichten w f des im Vorwärtspfad angeordneten digitalen ALE-Filters 14 wie folgt dargestellt werden können:

Die Gleichung (6) gibt wieder, dass die von dem ALE-Filter 14 auf Basis des Eingangssignals der ALE-Filteranordnung 13 erzeugten Prädiktionswerte von dem Eingangssignal selbst subtrahiert werden, so dass das Ausgangssignal des Addierers 16 dem Prädiktionsfehler entspricht. Die Prädiktionsfehlerleistung PM einer derartigen ALE-Filteranordnung 13 der Ordnung M kann wie folgt ausgedrückt werden:

Dabei bezeichnet r den Autokorrelationsvektor mit

R bezeichnet die Autokorrelationsmatrix, welche stets eine Toeplitz-Struktur aufweist:

w f ist schließlich der Vektor mit den linearen Prädiktions-Koeffizienten bzw. Prädiktions-Tap-Gewichten des ALE-Filters 14:

Die Koeffizienten des ALE-Filters 14 werden abhängig von dem Prädiktionsfehler e unter Verwendung des LMS-Algorithmus kontinuierlich aktualisiert, um somit den Prädiktionsfehler e zu minimieren. Wie in der zuvor beschriebenen Veröffentlichung erläutert ist, ist im stabilen Zustand, d.h. wenn der Prädiktionsfehler e minimiert ist, das Prädiktionsfehlersignal e nicht mit der Prädiktionsleistung PM korreliert. Die Koeffizienten des ALE-Filters 14 enthalten somit im stabilen Zustand die vollständige Korrelationsinformation des Eingangssignals, d.h. gemäß 3 des entzerrten Empfangssignals u, d.h. aus den Koeffizienten des ALE-Filters 14 kann im stabilen Zustand der ALE-Filteranordnung 13 die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals u abgeleitet werden.

Bekannterweise können die optimalen Prädiktions-Koeffizienten bzw. Prädiktion-Tap-Gewichte des ALE-Filters 14 durch Lösung der Wiener-Hopf-Gleichung wie folgt aus der Autokorrelationsmatrix R und dem Autokorrelationsvektor r ermittelt werden: Rw0 = r(11)

Dabei bezeichnet w 0 den Vektor mit den optimalen Prädiktions-Koeffizienten bzw. Tap-Gewichten des ALE-Filters 14. Da die Autokorrelationsmatrix und der Autokorrelationsvektor beide ein und dieselbe Information beinhalten, kann aus dem Vektor w 0 die exakte Autokorrelationsfunktion des Eingangssignals berechnet werden, wobei die folgende Matrixgleichung zu lösen ist:

An dieser Stelle soll nicht zu sehr darauf eingegangen werden, wie die obige Gleichung (12) gelöst werden kann. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist lediglich von Bedeutung, dass eine Lösung der Gleichung (12) existiert, welche der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals u entspricht. Es kann an dieser Stelle ergänzend darauf hingewiesen werden, dass sich ein Gleichungssystem dieser Art vorzugsweise und effizient mit Hilfe der bekannten reversiven Levinson-Durbin-Reversion lösen lässt.

Die in 3 gezeigte Einrichtung 12 ermittelt aus den Koeffizienten des ALE-Filters 14 nicht nur die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals u, vielmehr ist es auch die Aufgabe der Einrichtung 12, aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals die Autokorrelationsinformation des darin enthaltenen Rauschsignals n zu extrahieren, um auf Basis dieser Information schließlich die Rauschprädiktor-Koeffizienten zu ermitteln und dem Entscheider zuzuleiten, welcher schließlich auf Grundlage dieser Rauschprädiktor-Koeffizienten die Rauschschätzwerte zur Aktualisierung der Pfad- und Zweig-Metriken ermitteln kann. Die Rauschprädiktor-Koeffizienten werden anschließend vorteilhafterweise adaptiv gehalten bzw. angepasst.

Diesbezüglich kann gezeigt werden, dass sich die Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) des Empfangssignals aus der Summe der Autokorrelationsfunktionen des Rauschsignals rn(&tgr;) und des Sendesignals rv(&tgr;) zusammensetzt. Zur Ermittlung der Autokorrelationsfunktion rn(&tgr;) des Rauschanteils muss demzufolge lediglich die Autokorrelationsfunktion rv(&tgr;) des Sendesignals von der bereits bekannten Autokorrelationsfunktion rv(&tgr;) des Empfangssignals subtrahiert werden. Hierzu ist lediglich die a-Priori-Kenntnis von rv(&tgr;) erforderlich.

Aus verschiedenen Gründen umfassen nahezu alle Kommunikationssysteme Scramblingblöcke zur Dekorrelation der jeweiligen Daten, wobei die Scramblingblöcke im Wesentlichen für den Decodieralgorithmus erforderlich sind. Dies bedeutet jedoch, dass zwischen aufeinander folgenden Datensymbolen keinerlei Datenkorrelation besteht, so dass für die Autokorrelationsfunktion des Sendesignals v gilt:

Dabei bezeichnet Pv die Sendeleistung des Sendesignals v. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass lediglich die Empfangssignalleistung des Nutzsignals vom Lag 0 der Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) des Empfangssignals subtrahiert werden muss, um die gesuchte Autokorrelationsfunktion rn(&tgr;) des Rauschanteils wie folgt zu erhalten:

In Gleichung (14) bezeichnet Pu die Leistung des Empfangssignals u, welches durch Pu = ru(0) definiert ist.

Selbstverständlich ist es möglich, die Empfangssignalleistung des Nutzsignals Pv zu messen. Dies ist jedoch nicht erforderlich, da in der Regel eine a-Priori-Kenntnis über die Empfangssignalleistung des Nutzsignals Pv vorliegt. Handelt es sich beispielsweise bei dem Sendesignal v um ein gemäß einer M-stufigen Pulsamplitudenmodulation moduliertes Signal, so ist die Empfangssignalleistung des Nutzsignals wie folgt definiert:

In diesem Fall muss lediglich ein konstanter Wert von ru(0) subtrahiert werden, um die Autokorrelationsfunktion rn(&tgr;) des Rauschanteils zu erhalten.

Generell ist es möglich, die Empfangsleistung des Nutzsignals unabhängig von jeweils verwendeten Modulationsart zu bestimmen.

Sobald die Autokorrelationsfunktion rn(&tgr;) des Rauschanteils bekannt ist, kann mit Hilfe der Wiener-Hopf-Gleichung der Vektor mit den optimalen Rauschprädiktor-Koeffizienten für den Entscheider 6 durch Anwendung des Levinson-Durbin-Algorithmus bestimmt werden: Rnwn = rn(16)

Dabei bezeichnet Rn die entsprechende Autokorrelationsmatrix, und w n den Rauschprädiktor-Koeffizientenvektor, welcher die Rauschprädiktor-Koeffizienten für den Entscheider 6 beinhaltet, so dass der Entscheider 6 auf Basis dieser Rauschprädiktor-Koeffizienten in Übereinstimmung mit Gleichung (4) Rauschschätzwerte zur Korrektur der Pfad-Metriken in Übereinstimmung mit Gleichung (5) ermitteln kann. Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die Wiener-Hopf-Gleichung (15) im Prinzip durch alle aus der linearen Gleichungstheorie bekannten Algorithmen gelöst werden kann. Aufgrund der Toeplitz-Struktur der Autokorrelationsmatrix bietet sich jedoch der iterative Levinson-Durbin-Rekursion an, welche beispielsweise hinsichtlich seiner Einfachheit einer Cholesky-Faktorisierung vorzuziehen ist.

4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel zur Ermittlung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals u, wobei die gemäß 4 vorgesehene Einrichtung 12 ein Filter umfasst, welches als Autokorrelationsfilter bezeichnet werden kann und unmittelbar die Autokorrelationsfunktion aus dem ihr zugeführten Empfangssignal u berechnet. Der mit diesem Ansatz verbundene Vorteil besteht darin, dass die Qualität der Bestimmung der Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) verbessert werden kann, wobei darüber hinaus der Aufwand im Vergleich zu 3 reduziert ist.

Bei dem in 4 dargestellten Ausführungsbeispiel unterscheidet sich die Einrichtung 12 von der in 3 dargestellten Einrichtung 12 lediglich in der Art und Weise, wie die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals bestimmt wird. Die Bestimmung der Autokorrelationsfunktion rn(&tgr;) des Rauschsignals sowie des Rauschprädiktor-Koeffizientenvektors w n kann analog zu 3 erfolgen.

Die zuvor beschriebenen Algorithmen liefern perfekte Ergebnisse, falls das Datensignal nicht korreliert ist. Es sind jedoch Anwendungen und Betriebsbedingungen denkbar, bei denen diese Voraussetzung nicht erfüllt ist. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung einer Tomlinson-Harashima-Vorcodierung, wie sie beispielsweise in M. Tomlinson, „New Automatic Equalizer Employing Modulo Arithmetic", Electronic Letters, vol. 7, no. 576, pp. 138–139, March 1971 beschrieben ist, worauf an dieser Stelle zur Erläuterung der Grundlagen der Tomlinson-Harashima-Vorcodierung vollinhaltlich Bezug genommen wird. Aufgrund dieser Vorcodierung ist das Datensignal stark korreliert, wobei diese Korrelation die Autokorrelationsfunktion stark überlagert.

Die Korrelationsinformation ist vollständig in den Koeffizienten des Tomlinson-Harashima-Vorcodierers enthalten und somit dem Empfänger bekannt. Es wäre somit grundsätzlich möglich, einfach die Autokorrelationsfunktion des Datensignals zu berechnen und von jedem Lag der ermittelten bzw. geschätzten Autokorrelationsfunktion zu subtrahieren. Dies ist zwar grundsätzlich möglich, wobei jedoch in der Praxis aufgrund des damit verbundenen Aufwands und der damit verbundenen Fehleranfälligkeit weitere Verbesserungen notwendig sind, um auch bei einem Szenario der zuvor beschriebenen Art eine korrekte Information über die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals bzw. des darin enthaltenen Rauschsignals als Grundlage für die Ermittlung der Rauschprädiktor-Koeffizienten zu erhalten, wobei eine Möglichkeit existiert, auch bei einem von der Datensignalkorrelation dominierten Empfangssignal eine korrekte Information über die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals bzw. des darin enthaltenen Rauschsignals zu extrahieren.

Wie an sich bekannt ist, ist die Autokorrelationsfunktion einer reinen Sinuswelle x(t), welche nachfolgend kurz als Beispiel für einen Schmalbandstörer betrachtet wird, wie folgt definiert:

Dabei bezeichnet rx(&tgr;) die Autokorrelationsfunktion der Sinuswelle x(t), und a bezeichnet die Amplitude sowie ϕ die Phase der Sinuswelle x(t). Aus (17) ist ersichtlich, dass die Autokorrelationsfunktion einer Sinus-/Kosinuswelle wiederum eine Kosinuswelle mit der Amplitude a2/2 ist, wobei die Autokorrelationsfunktion dieselbe Frequenz wie das zugrunde liegende Signal, jedoch keinen Phasenversatz aufweist. Die Autokorrelationsfunktion ist demzufolge phasenunabhängig und beinhaltet die Korrelationsinformation aufgrund der periodischen Eigenschaften der Autokorrelationsfunktion auch in Bereichen beliebig großer Lags. Es ist demzufolge grundsätzlich möglich, die für die Bestimmung der Rauschprädiktor-Koeffizienten maßgebliche Information aus Lags der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals abzuleiten, welche nicht durch die relativ starke Datensignalkorrelation beeinträchtigt sind.

Dies soll nachfolgend näher unter Bezugnahme auf 5 erläutert werden, wobei in 5 beispielhaft der Verlauf der Autokorrelationsfunktion des nicht mit Rauschen überlagerten Empfangssignals c(t) mit weißen Kreisen dargestellt ist, während darüber hinaus in 5 die Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals n(t) mit schwarzen Kreisen und die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals u(t) mit Kreuzen dargestellt ist. Aus 5 ist insbesondere ersichtlich, dass die in der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals n(t) enthaltene Rauschinformation in der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals deutlich durch die Korrelation des Daten- bzw. Nutzsignals im Bereich niedriger Lags überlagert ist, d.h. im Bereich 0 ≤ &tgr; ≤ 10 ist die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals deutlich durch die Daten- bzw. Nutzsignalkorrelation dominiert. Darüber hinaus ist aus 5 auch ersichtlich, dass für Lags &tgr; ≥ 10 der Einfluss der Datensignalkorrelation nahezu verschwindet, da dann der Verlauf der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals im Wesentlichen dem Verlauf der Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals entspricht. Werden die für die Ermittlung der Rauschprädiktor-Koeffizienten ausgewerteten Lags der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals ausreichend groß gewählt, so enthalten diese vollständig die Amplituden- und Frequenzinformation des Rauschsignals. Zur Bestimmung der Rauschprädiktor-Koeffizienten kann somit ein Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals ausgewertet werden, welcher nicht mehr von der Datensignalkorrelation dominiert bzw. beeinflusst wird, wobei dies beispielsweise bei dem in 5 gezeigten Verlauf der Autokorrelationsfunktion für den Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals zwischen den Lags 15 und 25 zutrifft.

Das einzige hierbei noch zu lösende Problem ist, dass per Definition die Autokorrelationsfunktion einer Sinuswelle eine Kosinuswelle mit Phase 0 beim Lag 0, d.h. bei &tgr; = 0, ist (vgl. Gleichung 17). Demzufolge muss bei Auswertung eines Bereichs der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals, welcher nicht bei &tgr; = 0 beginnt, der daraus resultierende Phasenversatz berücksichtigt werden.

Eine einfache Möglichkeit zur Lösung dieses Phasenproblems ist es, den jeweils ausgewerteten Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals, beispielsweise zwischen den Lags 15 und 25, als ein separates Signal zu betrachten und von diesem Bereich der Autokorrelationsfunktion erneut die Autokorrelationsfunktion zu berechnen. Das Ergebnis ist eine Kosinuswelle mit derselben Frequenz und eine Amplitude b2/2, wobei jedoch die dadurch erhaltene überarbeitete Autokorrelationsfunktion r'x(&tgr;) keine Phaseninformation mehr beinhaltet, d.h. der Phasenoffset entspricht 0, was dem gewünschten Ergebnis entspricht, da daraus wie beschrieben die Autokorrelationsfunktion des Rauschsignals abgeleitet werden kann, wobei lediglich die Autokorrelationsfunktion r'x(&tgr;) der Autokorrelationsfunktion rx(&tgr;) mit einem geeigneten Faktor F zur Amplitudenkorrektur skaliert werden muss. Der Skalierungsfaktor F kann dabei wie folgt bestimmt werden:

Wird der zuvor beschriebene Sachverhalt auf den vorliegenden Fall der Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) des Empfangssignals u(t) übertragen, so bedeutet dies, dass lediglich ein interessierender Bereich dieser Autokorrelationsfunktion zur weiteren Auswertung ausgewählt werden muss, wobei anschließend von diesem interessierenden Bereich der Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) nochmals die Autokorrelationsfunktion r'u(&tgr;) wie beschrieben bestimmt und anschließend mit dem Skalierungsfaktor F in Übereinstimmung mit Gleichung (18) zur Amplitudenkorrektur multipliziert wird. Dabei kann die Bestimmung der Autokorrelationsfunktion des interessierenden Bereichs der Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) durch Faltung des interessierenden Bereichs von ru(&tgr;) ermittelt werden. Aus der Autokorrelationsfunktion r'u(&tgr;) kann dann anschließend wie zuvor beschrieben die Autokorrelationsfunktion rn(&tgr;) des Rauschsignals bestimmt werden, um wiederum auf Basis derselben die Rauschprädiktor-Koeffizienten bzw. den entsprechen Rauschprädiktor-Koeffizientenvektor w n für den Entscheider 6 zu ermitteln.


Anspruch[de]
Verfahren zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen,

umfassend die Schritte

(a) Ermitteln der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u), und

(b) Bestimmen von Rauschschätzwerten für das in dem Empfangssignal (u) enthaltene Rauschen (n) auf Grundlage der im Schritt (a) ermittelten Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals, wobei aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) die Autokorrelationsfunktion des in dem Empfangssignal (u) enthaltenen Rauschens (n) ermittelt wird, um aus der Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n) die Rauschschätzwerte zu bestimmen,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n) durch Subtraktion der Autokorrelationsfunktion eines Empfangs-Nutzsignals, auf dem das Empfangssignal (u) beruht, von der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) ermittelt wird, wobei hierzu die Autokorrelationsfunktion des Empfangs-Nutzsignals aus der Empfangsleistung des Empfangs-Nutzsignals abgeleitet wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass über einen Wert eines mit dem Empfangssignal (u) empfangenen Symbols unter Verwendung eines Trellis-Diagramms entschieden wird, wobei in Abhängigkeit von den Rauschschätzwerten Metriken des Trellis-Diagramms korrigiert werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Empfangssignal (u) vor Bestimmung der Autokorrelationsfunktion entzerrt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Empfangssignal (u) einem adaptiven Filter (14) zugeführt wird, welcher auf Grundlage des Empfangssignals (u) Prädiktionswerte für das Empfangssignal erzeugt, wobei abhängig von einem Prädiktionsfehler des adaptiven Filters (14) Filterkoeffizienten des adaptiven Filters (14) eingestellt werden, und

dass die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) aus den Filterkoeffizienten des adaptiven Filters (14) ermittelt wird, wenn das adaptive Filter (14) einen stabilen Zustand erreicht hat.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Filterkoeffizienten des adaptiven Filters (14) in Abhängigkeit von dem Prädiktionsfehler e unter Anwendung eines LMS-Algorithmus eingestellt werden. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das adaptive Filter (14) ein „Adaptive Line Enhancer"-Filter ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 4–6, dadurch gekennzeichnet, dass die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) aus den Filterkoeffizienten des adaptiven Filters (14) gemäß folgender Gleichung ermittelt wird: Rw0 = r, wobei w 0 einen Vektor mit den Filterkoeffizienten des adaptiven Filters (14) im stabilen Zustand des Filters (14),
den Autokorrelationsvektor des Empfangssignals (u) und R die Autokorrelationsmatrix des Empfangssignals (u) auf Grundlage des Autokorrelationsvektors bezeichnet.
Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) aus der angegebenen Gleichung unter Verwendung des reversiven Levinson-Durbin-Algorithmus ermittelt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–3, dadurch gekennzeichnet, dass die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) unmittelbar aus dem Empfangssignal selbst unter Verwendung eines Autokorrelationsfilters (12) ermittelt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Autokorrelationsfunktion des Empfangs-Nutzsignals wie folgt bestimmt wird:
wobei rv(&tgr;) die Autokorrelationsfunktion des Empfangs-Nutzsignals und Pv die Empfangssignalleistung des Empfangs-Nutzsignals bezeichnet.
Verfahren nach Anspruch 1o, dadurch gekennzeichnet, dass das Empfangssignal (u) pulsamplitudenmoduliert ist, wobei zur Ermittlung der Autokorrelationsfunktion des Empfangs-Nutzsignals die Empfangssignalleistung Pv des Empfangs-Nutzsignals abhängig von einer Anzahl von Stufen der Pulsamplitudenmodulation wie folgt bestimmt wird:
wobei M die Anzahl der Stufen der Pulsamplitudenmodulation bezeichnet.
Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Empfangssignal moduliert ist, und dass zur Ermittlung der Autokorrelationsfunktion des Empfangs-Nutzsignals die Empfangssignalleistung des Empfangs-Nutzsignals abhängig von der Modulationsart bestimmt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n) wie folgt ermittelt wird:
wobei rn(&tgr;) die Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n), ru(v) die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) und Pv die Empfangssignalleistung des Empfangs-Nutzsignals bezeichnet.
Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Autokorrelationsfunktion des Rauschens Rauschprädiktor-Koeffizienten für einen Rauschprädiktor zur Bestimmung der Rauschschätzwerte über folgende Gleichung ermittelt werden: Rnwn = rn, wobei r n den Autokorrelationsvektor des Rauschens (n), Rn die Autokorrelationsmatrix des Rauschens (n) auf Grundlage des Autokorrelationsvektors und w n einen Vektor mit den Rauschprädiktor-Koeffizienten bezeichnet. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Rauschprädiktor-Koeffizienten über die angegebene Gleichung unter Verwendung des reversiven Levinson-Durbin-Algorithmus ermittelt werden. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass nach der Ermittlung der Rauschprädiktor-Koeffizienten diese nachfolgend adaptiv eingestellt werden. Verfahren zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen,

umfassend die Schritte

(a) Ermitteln der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u), und

(b) Bestimmen von Rauschschätzwerten für das in dem Empfangssignal (u) enthaltene Rauschen (n) auf Grundlage der im Schritt (a) ermittelten Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals, wobei aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) die Autokorrelationsfunktion des in dem Empfangssignal (u) enthaltenen Rauschens (n) ermittelt wird, um aus der Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n) die Rauschschätzwerte zu bestimmen,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) vor Bestimmung der Rauschschätzwerte aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) zur Berücksichtigung einer Korrelation des Empfangssignals (u) durch ein in dem Empfangssignal (u) enthaltenes Nutzsignal aufbereitet wird, wobei aus der aufbereiteten Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) die Rauschschätzwerte bestimmt werden, wobei die Aufbereitung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) derart erfolgt, dass zur Bestimmung der Rauschschätzwerte lediglich ein Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) ausgewertet wird, welcher im Wesentlichen vollständig eine Rauschinformation über das Rauschen (n) beinhaltet, und

wobei der auszuwertende Bereich der Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) des Empfangssignals (u) einem Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) mit &tgr; ≥ einem bestimmten Grenzwert entspricht.
Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufbereitung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) zur Berücksichtigung einer Tomlinson-Harashima-Vorcodierung, welcher ein dem Empfangssignal (u) zugrunde liegendes Sendesignal (v) unterzogen wurde, durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 17 oder Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der auszuwertende Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) derart gewählt wird, dass er im Wesentlichen vollständig eine Amplitudeninformation und eine Frequenzinformation des Rauschens (n) beinhaltet. Verfahren nach einem der Ansprüche 17–19, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Auswertung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) ein Phasenversatz in der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) in Folge der Auswertung lediglich des Bereichs der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) korrigiert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 17–20, dadurch gekennzeichnet, dass vor Bestimmung der Rauschschätzwerte aus dem ausgewerteten Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) nochmals die Autokorrelationsfunktion des ausgewerteten Bereichs der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) gebildet wird, um auf Grundlage dieser nochmals gebildeten Autokorrelationsfunktion die Rauschschätzwerte zu bestimmen. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Autokorrelationsfunktion des ausgewerteten Bereichs der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) dadurch gebildet wird, dass eine Faltung des ausgewerteten Bereichs der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, dass vor Bestimmung der Rauschschätzwerte die Autokorrelationsfunktion des ausgewerteten Bereichs der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) mit einem Skalierungsfaktor skaliert wird. Vorrichtung zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen,

mit einer Autokorrelationsfunktionsermittlungseinrichtung (12) zur Ermittlung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u), und

mit einer Rauschprädiktoreinrichtung (6, 12) zur Bestimmung von Rauschschätzwerten für das in dem Empfangssignal (u) enthaltene Rauschen (n) aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u), wobei die Rauschprädiktoreinrichtung (6, 12) derart ausgestaltet ist, dass sie aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) die Autokorrelationsfunktion des in dem Empfangssignal (u) enthaltenen Rauschens (n) ermittelt und aus der Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n) die Rauschschätzwerte bestimmt,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Rauschprädiktoreinrichtung (6, 12) derart ausgestaltet ist, dass sie die Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n) durch Subtraktion der Autokorrelationsfunktion eines Empfangs-Nutzsignals, auf dem das Empfangssignal (u) beruht, von der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) ermittelt und hierzu die Autokorrelationsfunktion des Empfangs-Nutzsignals aus der Empfangs-Signalleistung des Empfangs-Nutzsignals ableitet.
Vorrichtung zur Prädiktion von in einem Empfangssignal enthaltenen Rauschen,

mit einer Autokorrelationsfunktionsermittlungseinrichtung (12) zur Ermittlung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u), und

mit einer Rauschprädiktoreinrichtung (6, 12) zur Bestimmung von Rauschschätzwerten für das in dem Empfangssignal (u) enthaltene Rauschen (n) aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u), wobei die Rauschprädiktoreinrichtung (6, 12) derart ausgestaltet ist, dass sie aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) die Autokorrelationsfunktion des in dem Empfangssignal (u) enthaltenen Rauschens (n) ermittelt und aus der Autokorrelationsfunktion des Rauschens (n) die Rauschschätzwerte bestimmt,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Rauschprädiktoreinrichtung (6, 12) derart ausgestaltet ist, dass sie die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) vor der Bestimmung der Rauschschätzwerte aus der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) zur Berücksichtigung einer Korrelation des Empfangssignals (u) durch ein in dem Empfangssignal (u) enthaltenes Nutzsignal aufbereitet und aus der aufbereiteten Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) die Rauschschätzwerte bestimmt,

wobei die Aufbereitung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) derart erfolgt, dass zur Bestimmung der Rauschschätzwerte lediglich ein Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) ausgewertet wird, welcher im Wesentlichen vollständig eine Rauschinformation über das Rauschen (n) beinhaltet, und

wobei der auszuwertende Bereich der Autokorrelationsfunktion ru(&tgr;) des Empfangssignals (u) einem Bereich der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) mit &tgr; ≥ einem bestimmten Grenzwert entspricht.
Vorrichtung nach Anspruch 24 oder 25,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Vorrichtung ein adaptives Filter (14) umfasst, dem das Empfangssignal (u) zugeführt ist, wobei das adaptive Filter (14) zur Erzeugung von Prädiktionswerten für das Empfangssignal auf Grundlage des Empfangssignals (u) ausgestaltet ist, und wobei das adaptive Filter (14) zur adaptiven Einstellung seiner Filterkoeffizienten in Abhängigkeit von einem Prädiktionsfehler des adaptiven Filters (14) ausgestaltet ist, und

dass die Autokorrelationsermittlungseinrichtung (12) derart ausgestaltet ist, dass sie die Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) aus den Filterkoeffizienten des adaptiven Filters (14) im Falle eines stabilen Zustands des adaptiven Filters (14) ableitet.
Vorrichtung nach Anspruch 24 oder 25, dadurch gekennzeichnet, dass die Autokorrelationsfunktionsermittlungseinrichtung (12) ein Autokorrelationsfilter zur Ermittlung der Autokorrelationsfunktion des Empfangssignals (u) unmittelbar aus dem Empfangssignal (u) umfasst. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 24–27, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1–25 ausgestaltet ist. Digitaler Empfänger zum Empfangen eines über einen Übertragungskanal (2) übertragenen Empfangssignals (u) mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 24–28 zur Prädiktion von in dem Empfangssignal (u) enthaltenen Rauschen (n).






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