Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruch
1.
In der modernen Radiologie möchte man unter Sicht gerne Punktionen
oder Biopsien an diversen unter der Haut liegenden Stellen des Patienten durchführen.
Hierzu ist es wichtig, die entsprechenden Nadeln genau zu positionieren. Dabei soll
eine stereotaktische Nadelhaltevorrichtung die Nadel möglichst definiert plazieren,
möglichst auch noch unter einem Sichtsystem, wie z. B. der Kernspintomographie.
Herkömmliche stereotaktische Stellvorrichtungen für derartige Interventionen
sind aufwendig und beziehen ihren Referenzpunkt nicht am Patienten, sondern am Operationstisch.
Der Körper des Patienten kann sich jedoch in Bezug auf diesen Operationstisch
bewegen.
Aus DE 195 31 117 A1
ist es bekannt, Titanlegierungen als Materialien für im Kernspintomographen
einsetzbare Instrumente anzuwenden, um Bildartefakte zu vermeiden.
Aus US 5,540,675 ist eine
Halterung für ein chirurgisches Instrument bekannt, welche aus einer auf den
Körper aufklebbaren Grundplatte besteht, in der ein Instrumentenführungskanal
angeordnet ist, der durch elastische Verformung der Grundplatte verschwenkt werden
kann und seitlich mittels einer Strebe zum Rand der Grundplatte hin abgestrebt wird.
Aus US 4,809,694 ist eine
Biopsieführung bekannt, welche mittels eines Gewindes in einem Schädelknochen
verankerbar ist und die eine Instrumentennadel in einem Kugelgelenk führt.
Aufgabe der Erfindung ist es, das Problem einer bisher nicht vorhandenen
am Körper des Patienten ansetzbaren Nadelpositioniervorrichtung zu lösen.
Die erfindungsgemäße Lösung schlägt einen über
eine Klemmvorrichtung verstellbaren Kanal vor, der definiert auf die Haut des Patienten
geklebt werden kann und nach den Merkmalen des Anspruchs 1 ausgebildet ist.
Die Erfindung wird in den folgenden Figuren erläutert:
1 Ansicht der Neurotrokarvorrichtung
2 Schnitt durch die Neurotrokarvorrichtung
3 Ansicht der Neurotrokarvorrichtung mit einer Neurobiopsienadel.
In 1 ist die Nadeltrokarvorrichtung
1 gezeigt. Sie besteht aus der Befestigungsplatte 2 und der Nadelhalterung
3, die mittels eines Kugelgelenkes 15 in der Befestigungsplatte
2 sitzt. Die Nadelhalterung 3 weist eine Instrumenteneinführröhre
12 auf, die vorzugsweise als kreisrunder Kanal ausgestaltet ist. Festgestellt
wird das Kugelgelenk 15 zur Befestigungsplatte 2 mittels einer
Klemmvorrichtung 5, die durch eine Rändelschraube 14 bedient
werden kann. Das Instrument selbst kann mittels einer separaten Fixiervorrichtung
4 in der Nadelhalterung gehalten werden.
Die Nadelhalterung 4 besteht aus der z. B. gerändelten
Überwurfmutter 17, die eine Dichtung 18 gegen den Nadelhalter
3 und die in der Dichtung 18 und Nadelhalterung 3 eingeführte
Nadel 7 drückt. Damit kann die Nadel in der Instrumentenröhre
12 gehalten werden.
Der Nadelhalter 3 wiederum ist mittels einer Kugellagerung
15 in der Befestigungsplatte 2 gehalten. Mittels eines Ringes
19 kann der Nadelhalter 3 an der Kugellagerung 15 fixiert
werden. Hierzu kann durch Niederschrauben einer Rändelschraube 14
an einem Schraubgewinde 20 der Ring 19 auf die Kugellagerung
15 gedrückt werden. Ring 19, Schraubgewinde 20 und
Rändelschraube 14 bilden die Klemmvorrichtung 5.
Die Nadeltrokarvorrichtung ist fest mit der Grundplatte
16 verbunden, die über ein entweder über diese Grundplatte
16 geworfenes Pflaster 6 und/oder ein unter ihr befindliches Pflaster
(hier nicht gezeigt) auf die Haut des Patienten geklebt werden kann, so daß
die gesamte Nadeltrokarvorrichtung definiert auf der Haut des Patienten positioniert
ist.
Die Grundplatte 16 kann dabei planar oder nicht planar, starr,
elastisch oder plastisch verformbar und der Körperkontur anpaßbar sein.
Die Grundplatte kann auch eine der Körperkontur angepaßte starre nicht
planare Form besitzen.
Die Vorrichtung ist aus derartigen Materialien konzipiert, daß
sie im Kernspintomographen einsetzbar ist, nicht deflektiert und auch keine wesentlichen
Bildverzerrungen, sogenannte Bildartefakte, setzt, wie beispielsweise aus
DE 195 31 117 A1 für Titanlegierungen
bekannt. Das Material kann aus Kunststoff sein, aus Keramik oder aus verchromten
Messing- oder Aluminiumlegierungen bestehen.
Für nicht kernspintomographische Anwendungen kann sie auch aus
jedem anderen Material, insbesondere Edelstahl sein.
Die Nadelhalterung 3 kann aus dem zur Befestigungsplatte
stehenden Lot 13 um den Winkel &agr; herausgedreht werden. Mit dem Winkel
&agr; ist der Winkel zwischen der Senkrechten 13 zur
Grundplatte 16 und der Achse der rohrförmigen Einführung
12 gemeint. Mit Raumrichtung ist das Winkelpaar gemeint, das sich zusammensetzt
aus dem Winkel &agr; und dem sich aus der Drehung der Instrumenteneinführungsröhre
12 um die Senkrechte 13 zur Grundplatte 16 ergebenden
Winkel.
3 zeigt, wie eine Nadel 7 oder ein Instrument
7 in die Vorrichtung eingeführt werden kann. Die Nadel 7
ist durch die Fixiervorrichtung 4 in einem festen Winkel &agr; in die
Vorrichtung 1 eingefügt. Die Einstechtiefe wird über die Fixiervorrichtung
4 eingestellt.
Nach einer ersten Anwendung kann die Nadel entfernt werden, der Nadeltrokar
bleibt an Ort und Stelle und dient als Führungs- und Positionierhilfe für
weitere Instrumente. Bei Bedarf kann er auch steril verschlossen werden.
Im Fall der 3 ist eine Aspirationsbiopsienadel
gezeigt. Die Nadel verfügt über einen Führungsdraht 10 sowie
einen Schlauchverbinder 8, der z. B. als Luer-Lock-Anschluß ausgeführt
sein kann, und einen Führungsdrahtfingergriff 9 zum Bedienen des Führungsdrahtes.
Jedes andere Instrument, z. B. eine Biopsie mit seitlicher Taschenschneide,
kann auch mit der Vorrichtung genutzt werden.
Die Vorrichtung kann auch so gestaltet sein, daß diese nicht
auf die Haut des Patientenkörpers aufklebbar, sondern aufnähbar ist.
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Befestigungsplatte
- 3
- Nadelhalter, Instrumentenführung
- 4
- Fixiervorrichtung, Instrumentenführung
- 5
- Klemmvorrichtung
- 6
- Pflaster
- 7
- Nadel
- 8
- Schlauchverbinder, z. B. "Luer-Lock"
- 9
- Führungsdrahtfingergriff
- 10
- Führungsdraht
- 11
- Nadelspitze
- 12
- Instrumenteneinführröhre
- 13
- Lot zur Ebene der Grundplatte
- 14
- Rändelschraube
- 15
- Kugelgelenk (Kugellagerung)
- 16
- Grundplatte
- 17
- Überwurfmutter
- 18
- Dichtung
- 19
- Ring
- 20
- Schraubgewinde
- &agr;
- Winkel zwischen der Senkrechten 13 zur Grundplatte 16 und der Achse der Instrumenteneinführungsröhre
12