Die Erfindung betrifft ein modulares Endoskop gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Die Endoskopie hat sich im Rahmen der minimal invasiven Chirurgie
fest etabliert. Dabei werden Endoskope für Diagnostik, Therapie und mit Kathetersonden
ausgeführte Endoskope eingesetzt. In der Diagnostik und Therapie eingesetzte
Endoskope haben eine Kanüle oder Sonde, in die eine Optik zur Licht- und Bildübertragung
eingesetzt ist und die mit weiteren Anschlüssen, beispielsweise einem Spülanschluss
zur Zuführung von Spülflüssigkeit oder einem Arbeitsanschluss zum
Ansetzen eines Werkzeugs, beispielsweise eines Bohrers, einer Biopsiezange oder
eines Laserstrahlleiters zur chirurgischen oder therapeutischen Behandlung ausgeführt
ist. Diese bekannten Endoskope sind auf den jeweiligen Einsatzbereich hin, beispielsweise
die Tränenkanal-Endoskopie, die Bandscheiben- oder Spinalkanal-Endoskopie optimiert,
wobei der Außendurchmesser je nach Einsatzbereich zwischen 0.3 mm (Glaukom-Diagnostik)
bis in den Bereich von mehreren Millimetern bei Kathetersonden liegen. Derartige
Endoskope sind beispielsweise in der DE
20 2006006 322 U1, der DE 195 42
955 C2 oder der DE 10 2005
018 825 B3 offenbart, die sämtlich auf die Anmelderin zurückgehen.
Ein großes Problem in der Medizintechnik, insbesondere auch bei
der Endoskopie ist die Dekontamination der Instrumente. So werden derzeit bei Untersuchungen
von Hepatitis-B-, AIDS- oder Kreuzfeld-Jakob-Patienten die Endoskope nach der Untersuchung
vernichtet. Ansonsten ist eine sorgfältige Sterilisation der chirurgischen
und diagnostischen Instrumente erforderlich, um Mikroorganismen oder sonstige Verunreinigungen
auf der Oberfläche der Instrumente abzutöten bzw. zu beseitigen. Problematisch
ist dabei insbesondere die Reinigung der Kupplungselemente bzw. der Arbeitskanäle
zum Anschließen der Spülleitung oder der Werkzeuge, da diese aufgrund
der geringen Durchmesser und komplexen Geometrie nur schwierig zugänglich sind.
Zur Dekontamination von Endoskopen stehen im Prinzip drei Verfahrensvarianten zur
Verfügung:
- a) Das Autoklavieren
- b) Die Ethylenoxidsterilisation und
- c) die Plasmasterilisation.
Ein Problem beim Autoklavieren von Endoskopen besteht darin, dass
aufgrund der hohen Temperaturen (> 130°C) eine Trübung der Optik zur
Bildübertragung eintreten kann, die aus einem Kondensieren von während
dem Autoklavieren herausgelösten Kohlenstoffmolekülen resultiert.
Die vorgenannte Ethylenoxidsterilisation wird heutzutage praktisch
in Krankenhäusern und Arztpraxen nicht mehr angewendet, da zum Einen die Sterilisation
sehr lange dauert und zum Anderen eine mehrstündige Belüftungsphase erforderlich
ist, um toxische Rückstände zu eliminieren.
In jüngster Zeit hat sich daher die Plasmasterilisation durchgesetzt,
bei der die Mikroorganismen durch Bildung von hochreaktiven Hydroxy- und Hydroxylradikalen
aus Wasserstoffperoxid abgetötet werden. Dieser Sterilisationsprozess läuft
im Vakuum bei einer vergleichsweise geringen Temperatur (etwa 45°C) ab, so
dass keine thermische Schädigung der Optik erfolgt. Nachteil dieses Verfahrens
ist jedoch, dass Kanülen oder Sonden mit Lumina unter 0.3 cm und über
30 cm Länge nicht mit einer hinreichenden Zuverlässigkeit sterilisiert
werden können, da bei derartigen Lumina mit geringem Durchmesser-/Längeverhältnis
nicht sichergestellt ist, dass der Wasserstoffperoxiddampf zur Sterilisation in
den gesamten Lumenraum eingebracht werden kann.
Ein weiteres Problem herkömmlicher Endoskope besteht darin, dass
diese – wie vorstehend ausgeführt – im Hinblick auf die jeweilige
Anwendung optimiert sind. Dabei müssen beispielsweise zur therapeutischen Endoskopie
in Abhängigkeit von der Instrumentierung Endoskope mit unterschiedlichen Sonden-
und Kanülendurchmessern bereitgestellt werden, so dass erhebliche Investitionskosten
anfallen.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Endoskop
zu schaffen, das zum Einen auf einfachste Weise dekontaminierbar ist und das zum
Anderen einen breiten Anwendungsbereich ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch ein modulares Endoskop mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
Das modulare Endoskop hat eine Optik zur Bildübertragung, die
lösbar mit einer Kanüle verbindbar ist. Das modulare Endoskop hat des
Weiteren eine Vielzahl von disposable Kanülen, die in Abhängigkeit von
einer diagnostischen oder therapeutischen Anwendung mit unterschiedlichen Durchmessern
und Anschlüssen ausgeführt sind. Das heißt, je nach Anwendung und
Instrumentierung kann eine geeignete Kanüle an die Optik angesetzt werden.
Diese Kanülen werden nach dem Gebrauch vernichtet, so dass lediglich die Optik
dekontaminiert werden muss. Die Optik hat keine für die Plasmasterilisation
kritische Innenabmessungen, nur eine glatte äußere Oberfläche, so
dass die Dekontamination sehr zuverlässig und mit geringem Aufwand nach einem
Plasmasterilisationsverfahren bei geringer Temperatur und ohne thermische Beschädigung
durchgeführt werden kann.
Eine mechanische Beschädigung der Optik durch
äußere Einflüsse kann durch ein aufgesetztes Schutzrohr nahezu ausgeschlossen
werden.
Dabei ist durch geeignete Auslegung der Schutzrohrlänge und des
Schutzrohrdurchmessers gewährleistet, dass die Optik bei der Plasmasterilisation
dekontaminiert werden kann.
Bei einem Ausführungsbeispiel des modularen Endoskops können
die je nach Anwendungsfall ausgewählten Kanülen auswechselbar an disposable
Mehrport-Anschlussstücke angesetzt werden, die einen Anschluss für die
Optik und weitere Anschlüsse, beispielsweise für eine Spüleinrichtung,
ein Werkzeug oder dergleichen haben. Die Anschlussstücke können als Y-Stück
mit einem axialen und einem schräg dazu angestellten Anschluss ausgeführt
sein, wobei dann der axiale Anschluss in der Regel der Optikanschluss ist.
Bei Anwendungen, die eine Instrumentierung erfordern, wird ein disposable
Anschlussstück vorgesehen, bei dem ein axialer Anschluss und zwei schräg
dazu angeordnete seitliche Anschlüsse vorgesehen sind, wobei einer der seitlichen
Anschlüsse der Optikanschluss und der axiale Anschluss ein Arbeitsanschluss
zum Ansetzen eines Werkzeugs ist.
Zum Ansetzen von Arbeitsschäften mit großem Durchmesser
wird es bevorzugt, die Mehrport-Anschlussstücke mit einer zusätzlichen
geeigneten Kupplung, beispielsweise einem Luer-Lock zu versehen, über die das
modulare Endoskop an den Arbeitsschaft angesetzt werden kann.
Da sich je nach Anwendungsfall die Länge der Kanüle ändern
kann, stets jedoch die gleiche Optik verwendet wird, kann erfindungsgemäß
eine Ausgleichseinrichtung verwendet werden, über die die Optik mit Bezug zur
Kanülen-/Arbeitsschaftmündung ausgerichtet werden kann.
Dabei ist im Übergangsbereich vom ummantelten Teil der Optik
zu demjenigen Endabschnitt, der in der Kanüle aufgenommen ist, ein Führungsrohr
vorgesehen, entlang dem die Ausgleichseinrichtung verschiebbar ist.
Bei einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist es vorgesehen,
einer Optik Kanülen mit Durchmessern von 0.5 mm, 0.95 mm, 1.1 mm, 1.6 mm und
2.0 mm oder mehr zuzuordnen, so dass eine Vielzahl von Endoskopie-Anwendungen abgedeckt
ist.
Die Optik wird vorzugsweise mit Licht- und Bildleitern ausgeführt,
wobei die Bildleiter über einen Okularanschluss mit einem modularen Okular
(vgl. deutsche Patentanmeldung Wechselokular DE
102 56 673.9) verbunden sind und die Lichtleiter über einen Lichtanschluss
an eine Lichtquelle angeschlossen sind.
Das proximate Ende der Endoskopkanüle kann ebenso mit einem Luer-Lock-Anschluss
oder einem Bajonettanschluss versehen werden, an welchen ein Arbeitsschaft angeschlossen
werden kann. In diesen Arbeitsschaft wird die Endoskopkanüle eingeschoben und
mittels männlichem oder weiblichem Luer-Lock- oder Bajonettverschluss fest
mit der Endoskopkanüle verbunden. Dieser Arbeitsschaft wurde vor dieser Prozedur
mittels Trokar zum Beispiel in einem kleinen Gelenk platziert. Vor Einbringen der
Endoskopkanüle wird selbstverständlich der Trokar aus dem Arbeitsschaft
entfernt.
Bei dem erfindungsgemäßen modularen Endoskop ist es vorgesehen,
die Kanülen und die Anschlussstücke steril verpackt zur Verfügung
zu stellen, wobei die Dekontamination in diesem Fall vorzugsweise werksseitig durch
Gassterilisation erfolgt.
Sonstige vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
weiterer Unteransprüche.
Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
anhand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
1 Eine dreidimensionale Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen
Endoskops;
2 Eine Einzeldarstellung einer Optik des Endoskops
aus 1;
3 Eine diagnostische Kanüle des modularen Endoskops;
4 Eine therapeutische Kanüle des modularen Endoskops
aus 1;
5 Eine therapeutische Kanüle mit einem größeren
Durchmesser als diejenige in 4;
6 Ein Beispiel eines mit der therapeutischen Kanüle
gemäß den 4 und 5
ausgeführten Endoskops und;
7 Ein Ausführungsbeispiel eines diagnostischen
Endoskops mit einer Kanüle gemäß 2.
1 zeigt eine schematisierte dreidimensionale Darstellung
eines modularen starren-semiflexiblen Endoskops 1, das in Abhängigkeit
vom Verwendungszweck aus den im Folgenden näher beschriebenen Endoskopmoduln
zusammengesetzt ist. Ein derartiges Endoskop 1 besteht im Wesentlichen
aus einer Optik 2, die über ein Anschlussstück 4 an
eine Kanüle 6 angesetzt ist. Die Optik 2 besteht in an sich
bekannter Weise aus einem hochflexiblen Bündel geordneter Bild- und Lichtfasern,
über die ein zu untersuchender Bereich beleuchtet und Bildinformationen einem
Okular- oder einem angeschlossenen Bildaufzeichnungsgerät zugeleitet werden.
Diese Optik 2 kann in Hinblick auf die vorgesehenen Anwendungen mit einer
Auflösung zwischen 3.000 und 50.000 Pixeln ausgeführt sein. Der rückwärtige,
sich von dem Anschlussstück 2 weg zu einem in 1
nicht dargestellten entkoppelbaren Okular, das beispielsweise auch als Zoomokular
ausgeführt sein kann, erstreckende Bereich der Optik 2 ist mit einem
Schutzschlauch 8 versehen, der diesen Abschnitt gegen äußere
Einflüsse schützt. Im Bereich der Kanüle ist der Schutzschlauch
8 abgelängt, so dass die in einer Hülse aufgenommenen Bild- und
Lichtfasern hervorstehen. Der distale dem zu beobachtenden Bereich zugewandte Endabschnitt
der Optik 2 ist mit einem Linsensystem versehen und mittels einer Diamantglasscheibe
abgedichtet, so dass das Innere der Optik während der Untersuchung nicht kontaminiert
werden kann. Hinsichtlich des Aufbaus derartiger Optiken sei beispielsweise auf
die eingangs genannte DE 10 2006 022
827 A1 verwiesen.
Die den Endabschnitt der Optik 6 aufnehmende Kanüle
6 ist entweder aus Edelstahl oder einem flexiblen Kunststoff hergestellt,
wobei der Anwender zwischen Kanülen im Durchmesserbereich von 0.95 mm bis 2.0
mm oder mehr auswählen kann. Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel ist
die Optik 2 mit einem Außendurchmesser von etwa 0.5 vorzugsweise 0.53
mm ausgeführt. Dieser sehr geringe Durchmesser ermöglicht den Einsatz
des Endoskops 1 beispielsweise im Tränenkanal, im Milchkanal (Krebsfrüherkennung)
oder im Speichelkanal.
Die Verbindung zwischen der Optik 8 und der Kanüle
6 erfolgt über das Anschlussstück 4, das bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß 1 als Ein-Port-Anschluss ausgeführt
ist. Bei dem modularen Endoskop 1 ist es vorgesehen, dass einer einzigen
Optik 2 einer Vielzahl von unterschiedlichen Kanülen 6 und
Anschlussstücken 4 zugeordnet ist. Die Grundabstimmung in Hinblick
auf die Länge der Optik und die Länge der Kanüle erfolgt durch geeignetes
Ablängen des Schutzschlauchs 8, das auch für den Laien auf einfache
Weise durchführbar ist. Der präzise Längenausgleich erfolgt dann
über eine Ausgleichseinrichtung, die im Folgenden als Shifter 10 bezeichnet
wird. Der Grundaufbau eines derartigen Shifters 10 ist beispielsweise in
der DE 10 2005 08 825 B3 beschrieben,
so dass hier nur die zum Verständnis wichtigen Elemente beschrieben werden.
Der Shifter 10 ist über einen Knickschutzanschluss 12 an
die Optik 2, genauer gesagt an den Schutzschlauch 8 angesetzt
und hat ein die Optik 2 umgreifendes Führungsrohr 14, entlang
dem ein mit der Kanüle 6 verbundenes Gleitstück 16 verschiebbar
geführt ist. Dieses lässt sich über eine Feststellschraube
18 auf dem Führungsrohr 14 fixieren, so dass entsprechend
die Optik 2 innerhalb der Kanüle 6 verschoben werden kann,
bis das distale Ende der Optik 2 mit Bezug zur Kanülenmündung
ausgerichtet ist. Die Feststellschraube 18 wird dann angezogen, um diese
Relativposition festzulegen. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel wird die
Kanüle 6 lösbar über eine Kupplung 20 an einen
Kanülenanschluss 22 angesetzt. Das Anschlussstück 4
ist über eine geeignete Kupplung 23 lösbar mit dem Shifter
10 verbunden. Für die Kupplungen 22, 23 können
beispielsweise Luer-Kupplungen verwendet werden.
Wie bereits erwähnt, können Durchmesser, Länge und
Material der Kanüle 6 in Abhängigkeit vom Verwendungszweck aus
dem Modul-Bausatz ausgewählt werden. Wie im Folgenden noch näher erläutert
wird, sind sowohl die Kanüle 6 als auch das Anschlussstück
4 als disposable-Bauteil ausgeführt und werden in steriler Verpackung
ausgeliefert und nach einmaliger Verwendung entsorgt. Dementsprechend muss lediglich
die Optik 2 dekontaminiert werden.
2 zeigt eine Teildarstellung der Optik 2 aus
1 mit dem Knickschutzanschluss 8, dem Führungsrohr
14, dem Shifter 10 und dem daraus hervorstehenden distalen Endabschnitt
der Optik 2, der in 1 in der Kanüle
6 und im Anschlussstück 4 aufgenommen ist. In der Detaildarstellung
gemäß 2 ist zum Schutz der empfindlichen
Bild- und Lichtleiter sowie der Diamantglasscheibe und der Linsenanordnung ein Schutzrohr
24 aufgeschoben. Dieses überstreckt die gesamte Länge des distalen
Endabschnitts der Optik 2, so dass eine Beschädigung ausgeschlossen
ist.
Das Schutzrohr 24 ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel
aus einem metallischen Werkstoff hergestellt und verbleibt während der Lagerung,
des Transports und auch der Dekontamination der Optik 2 auf dem distalen
Endabschnitt der Optik 2. Innendurchmesser und Länge dieses Schutzrohrs
24 sind so gewählt, dass eine Plasmasterilisation durch Wasserstoffperoxid
durchgeführt werden kann.
Zum Ansetzen einer Kanüle 6 an die sterilisierte Optik
2 wird zunächst das Schutzrohr 24 abgenommen und der distale
Endabschnitt der Optik 2 in eine Kanüle 6 eingeführt.
3 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine
diagnostische Kanüle 6, die über eine Luer-Kupplung
20 an den Kanülenanschluss 22 eines Anschlussstücks
10 angesetzt ist, das mit einem axialen Anschluss oder Ausgang
26 und einem Schräganschluss 28 ausgeführt ist. Bei
einer derartigen therapeutischen Kanüle 6 wird die Optik
2 vorzugsweise in den axialen Anschluss 26 eingesetzt, während
der Anschluss 28 zum Anschluss einer Spülmittelleitung dient.
Der Durchmesser der Kanüle 6 ist dabei an den
jeweiligen Anwendungsfall angepasst. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist das Anschlussstück 10 aus Kunststoff gefertigt, während die
Kanüle 6 und der kanülenseitige Teil der Kupplung 20
(Luer-Lock) aus Stahl hergestellt sind.
4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer therapeutischen
Kanüle, bei der das Anschlussstück 4 mit drei Anschlüssen:
einem axialen Anschluss 26, einem Schräganschluss 28 und
einem symmetrisch zu diesem angeordneten weiteren Schräganschluss
30 ausgeführt ist. Bei dieser Variante wird die Optik 2 in
einen der Schräganschlüsse 28, 30 eingesetzt. Durch
den mittigen axialen Anschluss 26 kann beispielsweise ein Werkzeug, wie
eine Biopsie-Zange, ein Körbchen zum Entfernen von Steinen oder ein Bohrer
angesetzt werden. An den verbleibenden Schräganschluss 28,
30 kann dann wiederum eine Spülleitung angeschlossen werden.
Im Übrigen entspricht die Kanüle gemäß
4 derjenigen aus 3, so
dass weitere Erläuterungen entbehrlich sind.
5 zeigt eine Variante der therapeutischen Kanüle
gemäß 4, wobei an das Anschlussstück
10 mit den drei Ausgängen oder Anschlüssen 26,
28, 30 eine Kanüle 6 mit einem wesentlich größeren
Durchmesser als beim Ausführungsbeispiel gemäß 4
angesetzt ist. Der größere Kanülendurchmesser ermöglicht beispielsweise
den Einsatz eines größeren Werkzeugs.
6 zeigt eine Teildarstellung eines Endoskops
1, das durch Kombination der Optik aus 2,
einer Kanüle 6 und einem Anschlussstück 10 gemäß
4 als therapeutische Sonde 1 ausgeführt
ist. Man sieht bei diesem Ausführungsbeispiel, dass die Optik 2 an
den Schräganschluss 28 angeschlossen ist. Dies ist nur möglich,
da bei dem beschriebenen modularen System die Optik 2 so flexibel ausgestaltet
ist, dass sie ohne Beschädigung durch den Schräganschluss 28
hindurch in die Kanüle 6 eingeführt werden kann. Hierzu wird
das Anschlussstück 4 zumindest im Bereich zwischen dem Schräganschluss
28 und den sich daran anschließenden Axialbereich glattflächig
ausgeführt, so dass die Optik 2 gleitend eingesetzt werden kann. An
den mittigen axialen Ausgang 26 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
ein Bohrwerkzeug 32 angesetzt. An den weiteren Schräganschluss
30 ist eine Spülleitung 34 angeschlossen.
7 zeigt eine Teildarstellung eines diagnostischen Endoskops
1 mit einer Kanüle 6 und einem Anschlussstück
4 gemäß 3, wobei in den axialen
Ausgang 26 die Optik 2 eingesetzt ist und mittels des Shifters
10 mit Bezug zur Mündung der Kanüle 6 ausgerichtet ist.
Der sich an den Shifter 10 nach hinten, weg von der Kanüle
6 anschließende Bereich der Optik 2 ist – wie vorstehend
erläutert – mit dem Schutzschlauch 8 ummantelt. Der von der
Kanüle 6 entfernte Endabschnitt der Optik 2 ist über
einen weiteren Knickschutzanschluss 12 an eine Okularkupplung
36 angeschlossen ist, an der auch ein Beleuchtungsanschluss 38
für die Lichtleiter der Optik 2 vorgesehen ist. Über die Okularkupplung
36 kann die Optik 2 an ein Okular, beispielsweise ein Zoom-Okular
angesetzt werden. Dieses Zoom-Okular ermöglicht es, trotz des geringen Außendurchmessers
von 0.53 mm der Optik 2, das Bild mit einem hinreichenden Durchmesser von
mehr als 11 cm abzubilden, wobei durch geeignete Filter Moiré-Effekte unterdrückt
werden können.
Prinzipiell ist es bei dem erfindungsgemäßen modularen Endoskopsystem
vorgesehen, die Kanülen 6 und die Anschlussstücke 4
jeweils nach jedem Gebrauch wegzuwerfen, da insbesondere bei Kanülen mit geringem
Durchmesser aufgrund des sehr kleinen Loomendurchmessers eine Dekontamination durch
eine Plasmabehandlung nicht möglich ist. Für besondere Anwendungen sieht
es das modulare System vor, auch Kanülen 6 und Anschlussstücke
4 der vorbeschriebenen Bauart zur Verfügung zu stellen, die wiederverwertbar
sind und die aus einem autoklavierbaren Material hergestellt sind.
Beim beschriebenen Ausführungsbeispiel ist es auch vorgesehen,
sowohl an therapeutischen als auch an diagnostischen Anschlussstücken
4 kanülenseitig einen weiteren, axialen Luer-Lock vorzusehen. Dieser
hat einen größeren Durchmesser als die Kupplung 20 (siehe
3), über die die Kanüle 6 ans Anschlussstück
4 angesetzt wird. Dieser zusätzliche Luer-Lock ermöglicht es,
das Endoskop 1 an einen Arbeitsschaft mit vergleichsweise sehr großem
Durchmesser anzusetzen. So wird beispielsweise bei der Arthroskopie ein derartiger
Arbeitsschaft mit vergleichsweise großem Durchmesser gemeinsam mit einem Trokar
in das Gelenk eingeführt, um eine Öffnung zum Einführen des Endoskops
auszubilden. Nach dem Positionieren des Arbeitsschafts im Gelenk wird der Trokar
herausgezogen – der Arbeitsschaft verbleibt im Gelenk. Anschließend
wird das Endoskop 1 angesetzt und über den zusätzlichen Luer-Lock
mit dem Arbeitsschaft verbunden.
Das erfindungsgemäße vorbeschriebene modulare Konzept ermöglicht
mit einer einzigen Optik und unterschiedlichen disposable Kanülen/Arbeitsschäften
nahezu jede Instrumentierung. Dabei können unterschiedliche Arbeitslängen
des Endoskops auf einfache Weise durch Verlängern oder Verkürzen des außen
liegenden Schutzschlauchs realisiert werden. Den Anwendern wird es somit ermöglicht,
interdisziplinär zu arbeiten und auch Arbeitsinstrumente aus anderen Fachbereichen
durch einfache Anpassung des Endoskops einzusetzen. Durch die Ein-Mal-Verwendung
von Kanülen 6 und Anschlussstücken
4 und die einfache Sterilisation der Optik 2 ist eine Dekontamination
des Endoskops in vorbildlicher Weise gewährleistet, wobei der Aufwand für
die Anwender minimal ist, so dass auch die Investitionskosten gegenüber herkömmlichen
Lösungen erheblich geringer sind.
Offenbart ist ein modulares Endoskop-System, bei dem einer einzigen
Optik eine Vielzahl von Anschlussstücken und Kanülen zugeordnet sind,
die je nach Verwendung ausgewählt werden. Die Anschlussstücke und die
Kanülen sind dabei für eine Ein-Mal-Anwendung ausgelegt, so dass lediglich
die Optik dekontaminiert werden muss.
- 1
- Endoskop
- 2
- Optik
- 4
- Anschlussstück
- 6
- Kanüle
- 8
- Schutzschlauch
- 10
- Shifter
- 12
- Knickschutzanschluss
- 14
- Führungsrohr
- 16
- Gleitstück
- 18
- Feststellschraube
- 20
- Kupplung
- 22
- Kanülenanschluss
- 23
- Kupplung
- 24
- Schutzrohr
- 26
- axialer Anschluss
- 28
- Schräganschluss
- 30
- weiterer Schräganschluss
- 32
- Bohrwerkzeug
- 34
- Spülleitung
- 36
- Okularanschluss
- 38
- Beleuchtungsanschluss