Die Erfindung betrifft eine Druckausgleichs-Ventileinrichtung, mit
einem Ventilgehäuse, an dem außen zwei Anschlussöffnungen ausgebildet
sind und das zwei Überdruckventile enthält, die mit einander entgegengesetzten
Funktionsrichtungen derart parallel geschaltet sind, dass der Ventileingang des
jeweils einen Überdruckventils und der Ventilausgang des jeweils anderen Überdruckventils
gemeinsam mit jeweils einer der beiden Anschlussöffnungen in Fluidverbindung
stehen, wobei jedes Überdruckventil ein in Achsrichtung einer Hauptachse des
Ventilgehäuses linear bewegliches Ventilglied enthält, das einen durch
eine Schließfeder in eine Schließstellung vorgespannten Ventilteller aufweist.
Aus der DE 10 2005 046
783 A1 ist ein Filtertrockner für zwei Durchflussrichtungen bekannt,
der zwei nach Art von Rückschlagventilen konzipierte Überdruckventile
beinhaltet, die in einer Parallelschaltung angeordnet sind, mit einander entgegengesetzten
Funktionsrichtungen. Beim Auftreten einer gewissen Druckdifferenz kann sich der
Ventilteller jedes Überdruckventils entgegen der Schließkraft der zugeordneten
Schließfeder in eine Offenstellung verlagern, um einen Fluiddurchtritt zu ermöglichen.
In entgegengesetzter Richtung sperrt jedes Überdruckventil. Indem die beiden
Überdruckventile mit ihren Ventilein- und -ausgängen überkreuz verschaltet
sind, ergibt sich für beide Strömungsrichtungen eine Überdruck-Ventilfunktion.
Zwei derart verschaltete Überdruckventile können, wenn sie über ein
übereinstimmendes Ansprechverhalten verfügen, als Druckausgleichs-Ventileinrichtung
eingesetzt werden. Auf diese Weise kann der in einer an die eine Anschlussöffnung
angeschlossenen Kammer herrschende Innendruck im Wesentlichen auf gleichem Druckniveau
wie die mit der anderen Anschlussöffnung verbundene Atmosphäre gehalten
werden. Es findet jeweils ein Druckausgleich in Richtung zu dem Bereich niedrigeren
Druckes statt, wobei bei erreichtem Druckausgleich die Verbindung zwischen der Atmosphäre
und der Kammer gesperrt ist, um einen unerwünschten Fluidaustausch zu vermeiden.
Die aus der DE 10 2005
046 783 A1 bekannte Vorrichtung verfügt in Richtung ihrer mit der
Längsachse zusammenfallenden Hauptachse über relativ große Abmessungen
und hat auch ansonsten einen relativ komplexen Aufbau.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Druckausgleichs-Ventileinrichtung
zu schaffen, die bei einfachem und kostengünstigem Aufbau über kompakte
Abmessungen verfügt und bereits bei geringfügigen Druckunterschieden mit
hoher Genauigkeit für einen Druckausgleich in beiden Richtungen sorgt.
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den eingangs genannten Merkmalen
dadurch gelöst, dass die beiden Überdruckventile in Achsrichtung der Hauptachse
im Wesentlichen auf gleicher Höhe liegend längsseits nebeneinander in
dem Ventilgehäuse angeordnet sind, wobei auch ein jeweiliger Ventileingang
quer zu der Hauptachse in der Nachbarschaft des mit der gleichen Anschlussöffnung
verbundenen Ventilausganges angeordnet ist und wobei jeder Ventilteller dem Ventilausgang
des zugehörigen Überdruckventils zugeordnet ist und einem die zu steuernde
Durchtrittsöffnung umrahmenden Ventilsitz axial gegenüberliegt, an den
er durch die zugeordnete Schließfeder dicht andrückbar ist.
Die beiden Überdruckventile sind nach dem Konzept von Rückschlagventilen
ausgebildet, wobei sie in der einen Richtung – vom Ventilausgang zum Ventileingang
hin – sperren und in der anderen Richtung beim Auftreten einer durch die
Auslegung bestimmten Druckdifferenz öffnen, um einen Fluidübertritt zum
Zwecke eines Druckausgleiches zu ermöglichen. Die Bauweise als Sitzventile
mit beweglichen Ventiltellern, die mit gehäusefesten Ventilsitzen kooperieren,
erlaubt die Realisierung großer Querschnitte der zu steuernden Durchtrittsöffnungen,
um ein gutes Ansprechverhalten zu erzielen. Schon bei kleinsten Druckschwankungen
können hier die Überdruckventile ansprechen, wobei sich gezeigt hat, dass
Genauigkeiten von 15 +/– 5 mbar problemlos möglich sind. Die nebeneinanderliegende
Anordnung der Überdruckventile innerhalb des Ventilgehäuses schafft kompakte
Abmessungen in der Richtung der Hauptachse und vereinfacht dazuhin den fluidischen
Zusammenschluss der in der gleichen Richtung orientierten Ventilaus- und -eingänge
der beiden Überdruckventile. Die Ventileinrichtung lässt sich mit relativ
wenigen Bauteilen verwirklichen, sodass trotz hoher Genauigkeit niedrige Herstellungskosten
zu verzeichnen sind.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
Die beiden Überdruckventile sind zweckmäßigerweise
Bestandteil eines einstückigen Gehäuse-Mittelteils des Ventilgehäuses,
das stirnseitig durch je ein haubenartiges Abschlussteil abgeschlossen ist. Jedes
Abschlussteil begrenzt eine Abschlusskammer, die mit dem zugeordneten Ventileingang
und Ventilausgang der beiden nebeneinander angeordneten Überdruckventile kommuniziert.
Die Anordnung kann so getroffen sein, dass die Ventilteller innerhalb
der Abschlusskammern liegen. Dies ermöglicht eine weitere Reduzierung der Baulänge
in Richtung der Hauptachse.
Wenn die beiden Anschlussöffnungen an in Achsrichtung der Hauptachse
entgegengesetzten Stirnseiten des Ventilgehäuses angeordnet
sind, empfiehlt sich eine koaxiale Ausrichtung mit je einem der Ventilglieder. Bevorzugt
wird eine versetzte Anordnung, sodass die eine Anschlussöffnung mit dem einen
Ventilglied und die andere Anschlussöffnung mit dem anderen Ventilglied in
Reihe angeordnet ist.
Zweckmäßigerweise verfügt jedes Überdruckventil
über eine umfangsseitig von der Wandung des Ventilgehäuses umschlossene
eigene Eingangskammer, die sich vom Ventileingang bis zur zugeordneten Durchtrittsöffnung
erstreckt. Von dem mit dem Ventilsitz kooperierenden Ventilteller ragt axial ein
Führungsstößel weg, der in die zugeordnete Eingangskammer hineinragen
und dort eine gehäusefeste Führungsbuchse gleitverschieblich durchsetzen
kann, um eine einfache Linearführung für das Ventilglied zu erhalten.
Beide Eingangskammern befinden sich zweckmäßigerweise in einem einstückigen
Gehäuse-Mittelteil des Ventilgehäuses.
Um die Fluidströmung nicht zu beeinträchtigen, ist die Führungsbuchse
zweckmäßigerweise von mehreren radial in die Eingangskammer hineinragenden
Haltestegen getragen, die radial außen an der Wandung des Ventilgehäuses
fixiert sind, insbesondere durch eine einstückige Formgebung. In der Umfangsrichtung
der Eingangskammer benachbarte Haltestege sind mit Abstand zueinander angeordnet
und definieren Durchströmöffnungen für das Fluid.
Bei dem Fluid handelt es sich im Übrigen insbesondere um Luft.
Die Ventileinrichtung kann sowohl mit Luft unter Atmosphärendruck als auch
mit Druckluft oder Vakuum betrieben werden. Die spezifische Auslegung erfolgt insbesondere
über die Federrate der Rückstellfeder und den Querschnitt der vom Ventilsitz
umrahmten Durchtrittsöffnung.
Die Schließfedern sind insbesondere als Schraubendruckfedern
ausgebildet und koaxial auf den Führungsstößel aufgesteckt. Hierbei
stützt sich jede Schraubendruckfeder einerseits an der Führungsbuchse
und andererseits an einem am Führungsstößel angeordneten Abstützelement
ab, um die Schließkraft zu übertragen. Hierbei ist von Vorteil, wenn das
Abstützelement zumindest anfänglich verstellbar am Führungsstößel
fixiert ist, sodass seine Axialposition beim Zusammenbau der Ventileinrichtung variabel
einstellbar ist, um die Schließkraft exakt zu justieren und auf den Anwendungsfall
abzustimmen. Die getroffene Einstellung kann durch Sicherungsmittel unveränderlich
gesichert werden, beispielsweise durch eine Kontermutter oder durch Klebstoff.
Als besonders vorteilhafte Gehäusegestaltung hat es sich erwiesen,
wenn das Ventilgehäuse, in der Achsrichtung der Hauptachse gesehen, einen länglichen
Umriss besitzt, mit linearen Längsseiten und kreisförmig abgerundeten
Schmalseiten.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
1 eine perspektivische Darstellung einer bevorzugten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Druckausgleichs-Ventileinrichtung,
2 einen Längsschnitt durch die Druckausgleichs-Ventileinrichtung
der 1 gemäß Schnittlinie II-II, mit einer
durch die Längsachsen der beiden Ventilglieder hindurchgehenden Schnittebene,
und
3 eine teilweise aufgebrochene Stirnansicht der Druckausgleichs-Ventileinrichtung
entsprechend Schnittlinie III-III aus 2.
Die in ihrer Gesamtheit mit Bezugsziffer 1 bezeichnete und
im Folgenden vereinfacht auch nur als "Ventileinrichtung" bezeichnete Druckausgleichs-Ventileinrichtung
ist als Baueinheit ausgeführt und beinhaltet ein insbesondere aus Kunststoffmaterial
bestehendes Ventilgehäuse 2.
Das Ventilgehäuse 2 setzt sich aus mehreren in Achsrichtung
der beim Ausführungsbeispiel mit der Längsachse zusammenfallenden Hauptachse
3 der Ventileinrichtung 1 aufeinanderfolgend angeordneten Gehäuseteilen
zusammen. Exemplarisch handelt es sich hierbei um ein einstückiges Gehäuse-Mittelteil
4, das an seinen beiden einander entgegengesetzten, in Achsrichtung der
Hauptachse 3 orientierten Stirnseiten von je einem ersten bzw. zweiten
Gehäuse-Abschlussteil 5, 6 flankiert ist.
Zwischen dem Gehäuse-Mittelteil 4 und jedem Gehäuse-Abschlussteil
5, 6 ist eine Dichtung 7 angeordnet, um die aneinander
angesetzten Gehäuseteile gegeneinander abzudichten. Verbunden sind die Gehäuseteile
untereinander zweckmäßigerweise durch Schraubverbindungen, wobei exemplarisch
die beiden Gehäuse-Abschlussteile 5, 6 unabhängig voneinander
durch eine oder mehrere Befestigungsschrauben 8 in Richtung der Hauptachse
3 mit dem Gehäuse-Mittelteil 4 lösbar verschraubt sind.
Die beiden Gehäuse-Abschlussteile 5, 6 sind
bevorzugt haubenartig ausgebildet und so angeordnet, dass ihre Haubenöffnung
dem Gehäuse-Mittelteil 4 zugewandt ist. Jedes Gehäuse-Abschlussteil
5, 6 definiert dadurch eine dem Gehäuse-Mittelteil
4 in Richtung der Hauptachse 3 vorgelagerte Abschlusskammer
12, 13.
Jede Abschlusskammer 12, 13 kommuniziert mit einer
am zugeordneten Gehäuse-Abschlussteil 5, 6 ausgebildeten
und von außen her zugänglichen Anschlussöffnung
14, 15. Letztere kann insbesondere Bestandteil eines vom Gehäuse-Abschlussteil
5, 6 wegragenden Rohrstutzens sein. Über die beiden Anschlussöffnungen
14, 15 kann die Ventileinrichtung 1 mit zwei Volumina
verbunden werden, zwischen denen in beiden Richtungen ein Druckausgleich stattfinden
soll. Bei einer bevorzugten Anwendung ist das eine Volumen von einer von einem Gerät
definierten Kammer gebildet, während es sich bei dem anderen Volumen um die
Atmosphäre handelt. Die Ventileinrichtung 1 ermöglicht hierbei
einen Luftdruckausgleich, wobei sich der Betriebsdruckpegel im Bereich des atmosphärischen
Überdruckes befindet. Allerdings kann die Ventileinrichtung 1 bei
Bedarf auch mit höheren oder niedrigeren Drücken betrieben werden.
Im Innern des Ventilgehäuses 2 befinden sich ein erstes
und ein zweites Überdruckventil 16, 17. Diese beiden Überdruckventile
16, 17 sind identisch ausgebildet und verfügen bei gleicher
Druckbeaufschlagung zweckmäßigerweise über das gleiche Ansprechverhalten.
Sie sind parallel zueinander ausgerichtet, wobei ihre Längsachsen
18, 19 parallel zu der Hauptachse 3 verlaufen. Die Anordnung
ist so getroffen, dass die beiden Überdruckventile 16, 17
in der Achsrichtung der Hauptachse 3 im Wesentlichen auf gleicher Höhe
liegen und hierbei in unmittelbarer Nachbarschaft längsseits nebeneinander
angeordnet sind.
Jedes Überdruckventil 16, 17 verfügt am
einen axialen Ende über einen Ventileingang 16a, 17a und
am entgegengesetzten axialen Ende über einen Ventilausgang 16b,
17b. Sowohl die Ventileingänge 16a, 17a als auch
die Ventilausgänge 16b, 17b sind axial orientiert.
Die beiden Überdruckventile 16, 17 sind in
einer Parallelschaltung angeordnet, allerdings mit einander entgegengesetzten Funktionsrichtungen.
Letzteres wird auf der Basis identischer Überdruckventile 16,
17 erreicht, die mit entgegengesetzter axialer Orientierung im Ventilgehäuse
2 angeordnet sind. Es weisen also sowohl die Ventileingänge
16a, 17a, als auch die Ventilausgänge 16b,
17b der beiden Überdruckventile 16, 17 in einander
entgegengesetzte axiale Richtungen. Mit anderen Worten ist ein jeweiliger Ventileingang
16a bzw. 17a des jeweils einen Überdruckventils gleich orientiert
wie der Ventilausgang 16b bzw. 17b des anderen Überdruckventils.
Bedingt dadurch, dass die beiden Überdruckventile 16, 17
quer zu der Hauptachse 3 nebeneinander angeordnet sind und auch über
die gleiche Länge verfügen, ergibt sich folglich eine Nebeneinander-Anordnung
von jeweils dem Ventileingang des einen Überdruckventils und dem Ventilausgang
des anderen Überdruckventils.
Die Ventileingänge 16a, 17a und Ventilausgänge
16b, 17b kommunizieren mit der jeweils zugeordneten Abschlusskammer
12, 13. Auf diese Weise ist die eine, erste Anschlussöffnung
14 über die ihr zugeordnete erste Abschlusskammer 12 an den
Ventilausgang 16b des ersten Überdruckventils 16 und an den
Ventileingang 17a des zweiten Überdruckventils 17 angeschlossen.
In gleicher Weise kommuniziert die andere, zweite Anschlussöffnung
15 über die ihr zugeordnete zweite Abschlusskammer 13 gleichzeitig
mit dem Ventileingang 16a des ersten Überdruckventils 16
und mit dem Ventilausgang 17b des zweiten Überdruckventils
17.
Der Ventileingang 16a, 17a ist jeweils von der mit
der sich anschließenden Abschlusskammer 12, 13 verbundenen
offenen Stirnseite einer bevorzugt kreiszylindrisch gestalteten Eingangskammer
22 eines jeweiligen Überdruckventils 16, 17 gebildet.
Jedes Überdruckventil 16, 17 besitzt eine solche Eingangskammer
22, die zweckmäßigerweise im Gehäuse-Mittelteil
4 ausgebildet ist und umfangsseitig von der Wandung des Ventilgehäuses
2 umschlossen ist.
Ausgehend von ihrem Ventileingang 16a, 17a erstreckt
sich die Eingangskammer 22 axial in Richtung zum zugeordneten Ventilausgang
16b, 17b, wobei sie mit einer dem Ventilausgang 16b,
17b zugeordneten axialen Durchtrittsöffnung 23 endet, die
von einem axial orientierten, vom zugeordneten Ventileingang 16a,
17a wegweisenden Ventilsitz 24 umrahmt ist.
Jedem Ventilsitz 24 ist ein Ventilteller 25 axial
vorgelagert, der Bestandteil eines zu dem ersten Überdruckventil
16 gehörenden ersten Ventilgliedes 26 bzw. eines zu dem zweiten
Überdruckventil 17 gehörenden zweiten Ventilgliedes
27 ist. Die Ventilglieder 26, 27 sind koaxial zur zugeordneten
Längsachse 18, 19 ausgerichtet und in Achsrichtung dieser
Längsachsen 18, 19 beweglich. Durch je eine Schließfeder
28 sind die beiden Ventilglieder 26, 27 ständig
derart federnd beaufschlagt, dass der zugeordnete Ventilteller 25 in Richtung
einer am Ventilsitz 24 anliegenden Schließstellung vorgespannt ist.
An jedem Ventilteller 25 liegt die an den beiden Anschlussöffnungen
14, 15 herrschende Druckdifferenz an. Je nach dem, an welcher
der beiden Anschlussöffnungen 14 oder 15 der höhere
Druck ansteht, ergibt sich somit eine auf den Ventilteller 25 einwirkende
resultierende fluidische Beaufschlagungskraft in der einen oder anderen axialen
Richtung.
Eine den Ventilteller 25 in Richtung des zugeordneten Ventilsitzes
24 beaufschlagende resultierende Beaufschlagungskraft verstärkt die
Stellkraft der Schließfeder 28 und drückt den Ventilteller
25 fest in die Schließstellung. Wirkt die resultierende Beaufschlagungskraft
in entgegengesetzter Richtung und ist stärker als die Schließkraft der
zugeordneten Schließfeder 28, hebt der Ventilteller 25 vom
Ventilsitz 24 ab und gibt die Durchtrittsöffnung 23 für
das Hindurchströmen des Fluides frei. Das Fluid kann dann vom Ventileingang
16a, 17a zum zugeordneten Ventilausgang 16b,
17b überströmen. Die Ventilausgänge 16b,
17b sind beim Ausführungsbeispiel von den sich an die Durchtrittsöffnungen
23 anschließenden Abschnitten der Abschlusskammern 12,
13 gebildet.
Das Fluid kann die beiden Überdruckventile 16,
17 also jeweils nur vom Ventileingang 16a, 17a zum Ventilausgang
16b, 17b durchströmen. In entgegengesetzter Richtung sperren
die Überdruckventile 16, 17. Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
strömt folglich ein Fluid durch das zweite Überdruckventil 17,
wenn es von der ersten Anschlussöffnung 14 zur zweiten Anschlussöffnung
15 übertritt, während es durch das erste Überdruckventil
16 strömt, wenn es von der zweiten Anschlussöffnung
15 zur ersten Anschlussöffnung 14 übertritt.
Durch die Schließkraft der Schließfeder 28 lässt
sich das Ansprechverhalten der Ventilglieder 26, 27 beeinflussen.
Je schwächer die Schließkraft ist, bei umso niedrigeren Druckdifferenzen
kann das betreffende Überdruckventil 16, 17 öffnen.
In Verbindung mit den relativ großen Querschnitten der Durchtrittsöffnungen
23 und folglich auch den relativ großen Fluidbeaufschlagungsflächen
an den Ventiltellern 25, ist somit eine Ventileinrichtung 1 realisierbar,
die schon auf sehr geringe Druckdifferenzen reagiert, beispielsweise bei einer Druckdifferenz
von 15 +/– 5 mbar.
Die Ventileinrichtung 1 eignet sich besonders gut für
Anwendungen mit Luft, deren Luftdruckhöhe im Bereich des Atmosphärendruckes
angesiedelt ist. Damit lässt sich die Ventileinrichtung 1 beispielsweise
einsetzen, um eine an eine der beiden Anschlussöffnungen 14,
15 angeschlossene Kammer von der an die andere Anschlussöffnung angeschlossenen
Atmosphäre bei gleichem Druckniveau abzutrennen, bei Auftreten einer Druckdifferenz
jedoch einen Druckausgleich in beiden Richtungen zu ermöglichen.
Die beiden Ventilteller 25 sind beispielhaft in jeweils einer
der Abschlusskammern 12, 13 aufgenommen, was insgesamt kompakte
Längenabmessungen des Ventilgehäuses 2 ermöglicht.
Das Gehäuse-Mittelteil 4 ist wie jedes der beiden Gehäuse-Abschlussteile
5, 6 zweckmäßigerweise ein einstückiges Gehäusebauteil.
In ihm sind die beiden Eingangskammern 22 ausgebildet, und es verfügt
über die beiden Ventilsitze 24.
Die beiden Anschlussöffnungen 14, 15 sind zweckmäßigerweise
an je einem der beiden Gehäuse-Abschlussteile 5, 6 ausgebildet.
Sie befinden sich hierbei insbesondere jeweils an der stirnseitigen Abschlusswand
32 des zugeordneten Gehäuse-Abschlussteils 5, 6,
beispielsweise an einem nach Art eines Rohrstutzens ausgebildeten Anschlussabschnitt.
Hier kann bei Bedarf eine Fluidleitung angeschlossen werden, die zu einem ein unter
Druck stehendes Medium beinhaltenden Raum geführt ist. Ist eine Verbindung
zur Atmosphäre gewünscht, kann man die entsprechende Anschlussöffnung
14 oder 15 auch einfach offen lassen.
Die beiden Anschlussöffnungen 14, 15 sind insbesondere
so ausgerichtet, dass sie auf einer der Längsachsen 18,
19 liegen und mithin koaxial zu einem der Ventilglieder 26,
27 ausgerichtet sind. Vorzugsweise befinden sich die Anschlussöffnungen
14, 15 in axialer Verlängerung unterschiedlicher Ventilglieder
26, 27. Von Vorteil ist ferner, wenn jede Anschlussöffnung
14, 15 axial gegenüberliegend eines Ventilausganges
16b, 17b angeordnet ist.
Die Ventilglieder 26, 27 können zum Öffnen
und Schließen des zugeordneten Überdruckventils 16,
17 jeweils eine durch einen Doppelpfeil angedeutete lineare Steuerbewegung
33 in der Achsrichtung der Hauptachse 3 relativ zum Ventilgehäuse
2 ausführen. Bei dieser Steuerbewegung 33 sind sie durch
je eine Führungsbuchse 34 verschiebbar geführt, die im Innern
der zugeordneten Eingangskammer 22 angeordnet ist und durch die ein vom
Ventilteller 25 koaxial wegragender Führungsstößel
35 gleitverschieblich hindurchgreift.
Der Führungsstößel 35 ragt exemplarisch bis
zum Ventilausgang 16b, 17b des betreffenden Überdruckventils
16, 17 und ist an seinem dem Ventilteller 25 entgegengesetzten
Endabschnitt mit einem radial über dem Führungsstößel
35 vorstehenden Abstützelement 36 versehen. Letzteres ist
axial unbeweglich am Führungsstößel 35 fixiert.
Die schon erwähnte Schließfeder 28 ist als Schraubendruckfeder
ausgebildet und sitzt koaxial auf dem Führungsstößel 35,
wobei sie sich mit ihrem einen axialen Endbereich an der Führungsbuchse
34 und mit ihrem entgegengesetzten axialen Endbereich an dem Abstützelement
36 abstützt. Durch die hieraus resultierende Beaufschlagung des Abstützelementes
36 wird der Ventilteller 25 in die Schließstellung gedrückt,
wenn an den beiden Anschlussöffnungen 14, 15 gleich hohe
Fluiddrücke herrschen.
Die Abstützelemente 36 sind beim Ausführungsbeispiel
nach Art von Muttern ausgebildet und mit einem Innengewinde 37 auf ein
Außengewinde 38 des zugeordneten Führungsstößels
35 aufgeschraubt. Bei der Montage der Ventileinrichtung 1
kann durch mehr oder weniger weites axiales Aufschrauben des Abstützelementes
36 auf den Führungsstößel 35 die Vorspannung der
Schließfeder 28 variabel eingestellt werden. Auf diese Weise lässt
sich das Ansprechverhalten jedes Überdruckventils 16, 17
individuell einstellen, insbesondere derart, dass die beiden Ventilglieder
26, 27 bei gleich hohen Druckdifferenzen umschalten.
Da nach dem Zusammenbau der Ventileinrichtung 1 üblicherweise
kein Nachjustieren mehr erforderlich ist, kann die Axialposition zwischen Abstützelement
36 und Führungsstößel 35 durch geeignete Sicherungsmittel
42 fest fixiert werden. Beim Ausführungsbeispiel bestehen die Sicherungsmittel
42 aus einem im Bereich des Gewindeeingriffes applizierten Klebstoff. Denkbar
wären aber auch andere Sicherungsmaßnahmen, beispielsweise das Anbringen
einer Kontermutter.
Man könnte das Abstützelement 36 auch auf andere
Weise als durch eine Schraubverbindung am Führungsstößel anbringen.
Auch wäre es denkbar, das Abstützelement 36 mit dem zugeordneten
Führungsstößel 35 einstückig nach Art einer Schraube
auszubilden, die zum Justieren der Federvorspannung mehr oder weniger weit in den
Ventilteller einschraubbar ist, wobei das Abstützelement 36 als Schraubenkopf
fungiert.
Die gehäusefeste Führungsbuchse 34 ist zweckmäßigerweise
von Haltestegen 43 im zentralen Bereich der Eingangskammer 22
gehalten. Die Haltestege 43 ragen ausgehend von der die Eingangskammer
22 umschließenden Wandung des Ventilgehäuses 2, mit
der sie insbesondere einstückig ausgebildet sind, radial in die Eingangskammer
22 hinein und tragen an ihrem inneren Endabschnitt die Führungsbuchse
34. Zugunsten einer stabilen Aufhängung können mehrere solcher
Haltestege 43 entlang des Außenumfanges der Führungsbuchse
34 verteilt angeordnet sein, wobei der Zwischenraum zwischen in Umfangsrichtung
jeweils benachbarten Haltestegen 43 eine Durchströmöffnung
44 für das Fluid definiert, die eine ungehinderte Fluidströmung
zwischen dem Ventileingang 16a, 17a und der gesteuerten Durchtrittsöffnung
23 ermöglichen.
Exemplarisch sind vier Haltestege 43 vorhanden, die sich
jeweils radial bezüglich der zugeordneten Längsachse 18,
19 erstrecken und in einer Kreuzkonfiguration angeordnet sind. Es versteht
sich allerdings, dass auch eine andere Anzahl von Haltestegen 42 vorhanden
sein könnte.
Die Ventilteller 25 beinhalten zweckmäßigerweise
jeweils eine fest mit dem Führungsstößel 34 verbundene starre
Tragscheibe 45, die an ihrer dem Ventilsitz 24 zugewandten Stirnfläche
mit einer aus gummielastischem Material bestehenden Dichtscheibe 47 belegt
ist. Die Dichtscheibe 47 kann insbesondere stoffschlüssig und/oder
durch eine Schnappverbindung fixiert sein.
Bedingt durch die rechtwinkelig zur Hauptachse 3 nebeneinander
angeordneten Überdruckventile 16, 17 kann das Ventilgehäuse
2 eine längliche Querschnittsform aufweisen. Vorzugsweise ist es so
gestaltet, dass es in der Achsrichtung der Hauptachse 3 gesehen –
vgl. 3 – über einen länglichen Umriss
mit linearen Längsseiten und kreisförmig abgerundeten Schmalseiten verfügt.
An seiner Außenfläche ist das Ventilgehäuse
2 zweckmäßigerweise mit mindestens einer Befestigungsschnittstelle
46 versehen, die eine Fixierung am Einsatzort ermöglicht. Exemplarisch
befindet sie sich an einer der Querschnittslängsseiten und besteht aus zwei
Gewindelöchern.