Die vorliegende Erfindung betrifft einen wiederverwendbaren und hoch
stabilen geträgerten Komplex, der eine hohe Reaktivität, Stabilität
und Selektivität für asymmetrische katalytische Reaktionen zeigt. Spezieller
betrifft die vorliegende Erfindung einen geträgerten Metallkomplex eines im
Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden, der einen Träger,
ein Verankerungsmittel (einen Haftvermittler) und einen Metallkomplex eines im Wesentlichen
reinen Phosphinaminophosphin-Liganden umfasst. Diese Erfindung betrifft auch neue
Verfahren zur Herstellung des geträgerten Katalysatorkomplexes und deren Verwendung
für asymmetrische katalytische Reaktionen.
Hintergrund der Erfindung
Die asymmetrische Katalyse ist das wirksamste Verfahren zur Erzeugung
von Produkten mit hoher enantiomerer Reinheit, da die Asymmetrie des Katalysators
viele Male bei der Erzeugung des chiralen Produkts multipliziert wird. Diese chiralen
Produkte haben zahlreiche Anwendungen als Bausteine für Einzelenantiomer-Pharmazeutika
sowie in einigen Agrochemikalien gefunden. Die verwendeten asymmetrischen Katalysatoren
können enzymatischer oder synthetischer Natur sein. Die letztgenannten Katalysatorarten
sind aufgrund einer viel größeren Breite der anwendbaren Reaktionstypen
bedeutend vielversprechender als die erstgenannten. Synthetische asymmetrische Katalysatoren
sind gewöhnlich aus einem Metallreaktionszentrum zusammengesetzt, das von einem
organischen Liganden umgeben ist. Der Ligand wird gewöhnlich in hoher enantiomerer
Reinheit erzeugt und ist das Mittel, welches die Asymmetrie induziert. Diese Liganden
sind im Allgemeinen schwierig herzustellen und deshalb teuer. Zusätzlich können
diese Liganden zum Beispiel aufgrund der Schwierigkeiten bei der Rückgewinnung
und Instabilität bei der erneuten Isolierung nicht wiederverwendet werden.
Die Hauptstrategie, die verwendet wird, um einen homogenen Katalysator
auf einem Träger zu fixieren (zum Beispiel um ihn zu heterogenisieren), besteht
darin, den Liganden so zu modifizieren, dass er in eine Polymermatrix eingebaut
werden kann. Leider haben derartige Verfahren im Allgemeinen Materialien zum Ergebnis,
die einen signifikanten Verlust sowohl an Aktivität als auch an Selektivität
im Vergleich zum ursprünglichen löslichen Katalysator zeigen. Weiter nimmt
die Aktivität der heterogenisierten Spezies bei der versuchten Wiederverwendung
häufig rasch ab. Die geträgerten Katalysatoren, die von Tanielyan et al.
in den US-Patenten 6,005,148, 6,025,295 und 6,136,746 beschrieben werden, verwenden
eine neue Art der Immobilisierung, welche keine kovalente Modifikation des chiralen
Liganden beinhaltet. Diese geträgerten Spezies zeigen im Allgemeinen eine Selektivität,
die mit jener der homogenen Gegenstücke vergleichbar ist, und behalten ihre
katalytische Aktivität über mehrere Wiederverwendungen bei.
Die Herstellung und Verwendung von Metallkomplexen von im Wesentlichen
enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden für die asymmetrische Katalyse
ist von Boaz et al. in der veröffentlichten US-Patentanmeldung 20020065417
beschrieben worden. Es gab dort keinen Bericht über eine Heterogenisierung
der Metallkomplexe von Phosphinaminophosphin-Liganden.
Kurze Beschreibung der Figuren
1 zeigt die Geschwindigkeit der Hydrierung von Dimethylitaconat
unter Verwendung eines geträgerten Metallphosphinaminophosphin-Katalysators,
der aus einem Träger, einem Verankerungsmittel (Haftvermittler) und einem Metallkomplex
eines im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphins hergestellt wurde.
Diese Figur zeigt eine ähnliche Katalysatoraktivität über sieben
Verwendungen desselben geträgerten Katalysators. 1
spiegelt die experimentellen Arbeiten in Beispiel 3 wieder.
2 zeigt die Geschwindigkeit der Hydrierung von Dimethylitaconat
unter Verwendung eines geträgerten Metallphosphinaminophosphins, das aus einer
geträgerten Katalysator-Vorstufe und einem im Wesentlichen enantiomer reinen
Phosphinaminophosphin hergestellt wurde. Diese Figur zeigt eine ähnliche Katalysatoraktivität
über die vier Verwendungen desselben geträgerten Katalysators.
2 spiegelt die experimentellen Arbeiten in Beispiel
4 wider.
3 zeigt die Geschwindigkeit der Hydrierung von Dimethylitaconat
unter Verwendung eines geträgerten Metallphosphinaminophosphins, das aus einer
geträgerten Katalysator-Vorstufe und einem im Wesentlichen enantiomer reinen
Phosphinaminophosphin hergestellt wurde (zum Beispiel die Hydrierung von Dimethylitaconat
unter Verwendung von C/PTA/Rh-(R)-1 bei S:C 10.000). Diese Figur zeigt eine ähnliche
Katalysatoraktivität über fünf Verwendungen desselben geträgerten
Katalysators. 3 spiegelt die experimentellen Arbeiten
in Beispiel 5 wider.
Kurze Zusammenfassung der Erfindung
Die neuen geträgerten Katalysatoren unserer Erfindung umfassen
einen Träger, ein Verankerungsmittel (einen Haftvermittler) und einen Metallkomplex
eines im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminosphosphin-Liganden. Diese Spezies
sind für asymmetrische katalytische Reaktionen, insbesondere für asymmetrische
Hydrierungen, nützlich. Diese geträgerten Katalysatoren weisen eine gute
Aktivität auf, liefern eine hohe Enantioselektivität und können überraschend
mit einem minimalen Verlust der katalytischen Aktivität wiederverwendet werden.
Detaillierte Beschreibung
Wie oben angeführt, umfasst die vorliegende Erfindung einen geträgerten
Katalysator, der einen Träger, ein Verankerungsmittel (einen Haftvermittler)
und einen Metallkomplex eines im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden
umfasst. Der Ausdruck "im Wesentlichen enantiomer rein" soll anzeigen, dass der
Ligand durch einen > 90% enantiomeren Überschuss [ee] des angezeigten Enantiomers
charakterisiert ist.
Der Träger zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung umfasst
ein unlösliches, teilchenförmiges amorphes oder kristallines Material
mit einer ausreichenden Oberfläche, um die gleichförmige Verteilung des
Verankerungsmittels zu erleichtern. Geeignete Träger umfassen jene, die leicht
und allgemein im Handel erhältlich sind oder durch dem Fachmann bekannte Techniken
hergestellt werden können. Beispiele für geeignete Trägermaterialien
umfassen, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein: Metalloxide, wie Aluminiumoxid,
Siliciumdioxid, Titandioxid, Zirconiumdioxid, Lanthanoxid, Zeolithe und Tone sowie
Kohlenstoffe, Harze, Polymere und dergleichen.
Der Träger kann verwendet werden, wie er ist (z.B. wie erworben
oder hergestellt), oder er kann vor einer weiteren Verwendung behandelt werden,
um unerwünschte Spezies zu entfernen, welche die Aktivität des Gesamt-Katalysatorkomplexes
nachteilig beeinflussen können. Zum Beispiel kann der Träger vor der Verwendung
entweder an Luft oder in einer Inertatmosphäre kalziniert werden. Ähnlich
kann der Träger mit einem Modifikationsmittel behandelt werden, um die Haftung
an dem Verankerungsmittel zu modifizieren. Geeignete Modifikationsmittel, die verwendet
werden können, umfassen, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein: Metallalkoholate,
wie Titanalkoholat, Aluminiumalkoholat, Silanalkoholat, Vanadiumalkoholat und dergleichen;
Polyisocyanate, Hydroxyepoxide, Cyanoepoxide und andere funktionalisierte organische
Materialien.
Das Verankerungsmittel oder der Anker ist eine Heteropolysäure
oder ein -anion. Der Ausdruck "Heteropolysäure" (oder -anion) bedeutet, wie
hierin verwendet, jedes polyprotische gemischte Oxid, das allgemein aus (einem)
Zentralion oder -ionen zusammengesetzt ist, die an eine geeignete Zahl von Sauerstoffatomen
gebunden und von einer nahezu kugelförmigen Schale aus oktaedrischen Oxometall-Spezies
umgeben sind, welche durch gemeinsam verwendete Sauerstoffatome zusammengeknüpft
sind. Das zentrale Atom oder "Heteroatom" ist typisch ein Kation mit einer Oxidationsstufe
+3 bis +5, wie P(+5), As(+5), Si(+4) oder Mn(+4). Die Metallspezies, die mit dem
Oktaeder assoziiert sind, sind gewöhnlich Mo, W oder V. Der Oktaeder in der
Schale der Heteropolysäure kann eine einheitliche Zusammensetzung sein oder
kann verschiedene Metallspezies enthalten. Geeignete Heteropolysäuren umfassen,
ohne jedoch darauf beschränkt zu sein: Phosphorwolframsäure (PTA), Phosphormolybdänsäure
(PMA), Kieselwolframsäure (STA) und dergleichen; Dawson-Spezies; Waugh-Spezies,
Anderson-Spezies; Silverton-Spezies; deren lakunäre und andere kristalline
oder nicht-kristalline Formen; und Anionen der Vorstehenden. Wenn ein Heteropolyanion
verwendet wird, kann es sich bei den Gegenionen um jede Spezies handeln, welche
leicht das geeignete Heteropolyanion liefert. Geeignete Gegenionen (oder Kationen)
umfassen, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein: Alkali-, Erdalkali- oder quartäre
Ammoniumionen.
Der Metallkomplex des im Wesentlichen reinen Phosphinaminophosphin-Liganden
ist ein Komplex eines oder mehrerer Metalle der Gruppen IIB, IVB, VB, VIIB, VIII,
IB oder IIB und einer im Wesentlichen enantiomer reinen Bisphosphin-Verbindung,
die ein im Wesentlichen enantiomer reines chirales Gerüst umfasst, welches
zwei Phosphinreste verknüpft, wobei einer der Phosphinreste drei Phosphor-Kohlenstoff-Bindungen
aufweist und der andere Phosphinrest zwei Phosphor-Kohlenstoff-Bindungen und eine
Phosphor-Stickstoff-Bindung aufweist, wobei der Stickstoff ein Teil des chiralen
Gerüsts ist. Beispiele für bevorzugte Metalle zur Verwendung
mit dem vorliegenden Liganden umfassen Metalle der Gruppe VIII, wie Rhodium, Iridium
oder Ruthenium.
Beispiele für die im Wesentlichen enantiomer reinen Verbindungen
(d.h. die vorliegenden Liganden) umfassen Phosphinometallocenylaminophosphine mit
der allgemeinen Formel 1 oder 2 (dem Enantiomer von 1):
in der
R ausgewählt ist aus substituiertem und unsubstituiertem, verzweigt- und geradkettigem
(C1-C20)-Alkyl, substituiertem und unsubstituiertem (C3-C8)-Cycloalkyl,
substituiertem und unsubstituiertem carbocyclischem (C6-C20)-Aryl
und substituiertem und unsubstituiertem (C4-C20)-Heteroaryl,
worin die Heteroatome aus Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff ausgewählt sind;
R1, R2, R3, R4 und R5 unabhängig
ausgewählt sind aus Wasserstoff, substituiertem und unsubstituiertem, verzweigt-
und geradkettigem (C1-C20)-Alkyl, substituiertem und unsubstituiertem
(C3-C8)-Cycloalkyl, substituiertem und unsubstituiertem carbocyclischem
(C6-C20)-Aryl und substituiertem und unsubstituiertem (C4-C20)-Heteroaryl,
worin die Heteroatome aus Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff ausgewählt sind;
n für 0 bis 3 steht;
m für 0 bis 5 steht; und
M aus den Metallen der Gruppen IVB, VB, VIB, VIIB und VIII ausgewählt ist.
Die Alkylgruppen, die durch jedes von R, R1, R2,
R3, R4 und R5 dargestellt werden können, können
gerad- oder verzweigtkettige aliphatische Kohlenwasserstoffreste sein, die bis zu
20 Kohlenstoffatome enthalten und substituiert sein können, zum Beispiel mit
einer bis drei Gruppen, die ausgewählt sind aus (C1-C6)-Alkoxy,
Cyano, (C2-C6)-Alkoxycarbonyl, (C2-C6)-Alkanoyloxy,
Hydroxy, Aryl und Halogen. Die Ausdrücke "(C1-C6)-Alkoxy",
"(C2-C6)-Alkoxycarbonyl" und "(C2-C6)-Alkanoyloxy"
werden verwendet, um Reste zu bezeichnen, welche den Strukturen -OR6,
-CO2R6 bzw. -OCOR6 entsprechen, worin R6
(C1-C6)-Alkyl oder substituiertes (C1-C6)-Alkyl
ist. Der Ausdruck "(C3-C8)-Cycloalkyl" wird verwendet, um
einen gesättigten carbocyclischen Kohlenwasserstoffrest mit drei bis acht Kohlenstoffatomen
zu bezeichnen. Die Arylgruppen, welche jedes von R, R1, R2,
R3, R4 und R5 darstellen kann, können Phenyl,
Naphthyl oder Anthracenyl und Phenyl, Naphthyl oder Anthracenyl umfassen, das mit
einem bis drei Substituenten substituiert ist, die ausgewählt sind aus (C1-C6)-Alkyl,
substituiertem (C1-C6)-Alkyl, (C6-C10)-Aryl,
substituiertem (C6-C10)-Aryl, (C1-C6)-Alkoxy,
Halogen, Carboxy, Cyano, (C1-C6)-Alkanoyloxy, (C1-C6)-Alkylthio,
(C1-C6)-Alkylsulfonyl, Trifluormethyl, Hydroxy, (C2-C6)-Alkoxycarbonyl,
(C2-C6)-Alkanoylamino und -O-R7, S-R7,
-SO2-R7, -NHSO2R7 und -NHCO2R7,
worin R7 Phenyl, Naphthyl oder Phenyl oder Naphthyl ist, das mit einer
bis drei Gruppen substituiert ist, die aus (C1-C6)-Alkyl,
(C6-C10)-Aryl, (C1-C6)-Alkoxy und Halogen
ausgewählt sind.
Die Heteroarylreste umfassen einen 5- oder 6-gliedrigen aromatischen
Ring, der ein bis drei Heteroatome enthält, die aus Sauerstoff, Schwefel und
Stickstoff ausgewählt sind. Beispiele für derartige Heteroarylgruppen
sind Thienyl, Furyl, Pyrrolyl, Imidazolyl, Pyrazolyl, Thiazolyl, Isothiazolyl, Oxazolyl,
Isoxazolyl, Triazolyl, Thiadiazolyl, Oxadiazolyl, Tetrazolyl, Pyridyl, Pyrimidyl,
Benzoxazolyl, Benzothiazolyl, Benzimidazolyl, Indolyl und dergleichen. Die Heteroarylreste
können zum Beispiel mit bis zu drei Gruppen substituiert sein, wie (C1-C6)-Alkyl,
(C1-C6)-Alkoxy, substituiertem (C1-C6)-Alkyl,
Halogen, (C1-C6)-Alkylthio, Aryl, Arylthio, Aryloxy, (C2-C6)-Alkoxyocarbonyl
und (C2-C6)-Alkanoylamino. Die Heteroarylreste können
auch mit einem kondensierten Ringsystem substituiert sein, zum Beispiel einem Benzo-
oder Naphthorest, der unsubstituiert oder zum Beispiel mit bis zu drei Gruppen substituiert
sein kann, die im vorangehenden Satz angegeben sind. Der Ausdruck "Halogen" wird
so verwendet, dass er Fluor, Chlor, Brom und Iod einschließt.
Beispiele für bevorzugte Liganden der Erfindung weisen die Formel
1 oder 2 auf, worin R für C1- bis C6-Alkyl steht; R1
Wasserstoff oder C1- bis C6-Alkyl ist; R2 Aryl
(bevorzugt Phenyl), Ethyl, Isopropyl oder Cyclohexyl ist; R3 Aryl, am
bevorzugtesten Phenyl, ist; R4 und R5 Wasserstoff sind; und
M Eisen, Ruthenium oder Osmium ist, am bevorzugtesten Eisen. Die vorstehenden Ligand-Metall-Komplexe
können weiter einen oder mehrere achirale Liganden umfassen,
welche, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein, Spezies wie Cyclopentadien,
Kohlenmonoxid, Cyclooctadien, Norbornadien und tertiäre Phosphine einschließen.
Die vorliegende Erfindung stellt auch die Herstellung der oben beschriebenen
geträgerten Katalysatorkomplexe bereit. Ein Verfahren zur Herstellung der geträgerten
Katalysatoren kann das In-Kontakt-Bringen eines Trägers mit einem Heteropolysäure-
oder -anion-Verankerungsmittel unter Bedingungen, die wirksam sind, um einen Heteropolysäure-
oder -anion-haltigen Träger zu bilden, und dann das In-Kontakt-Bringen eines
Metallkomplexes eines im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphins mit
dem Heteropolysäure- oder -anion-haltigen Träger unter Bedingungen, die
wirksam sind, um einen geträgerten Katalysator zu bilden, beinhalten.
Weiter kann der geträgerte Katalysator der vorliegenden Erfindung
hergestellt werden, indem man eine zuvor hergestellte Träger- und Anker-Kombination
mit einem Metallkomplex des im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden
in Kontakt bringt. Die Herstellung des Anker-Trägers ist wie von Tanielyan
et al. in den US-Patenten 6,005,148, 6,025,295 und 6,136,746 beschrieben. Gleichermaßen
ist die Herstellung des Phosphinaminophosphin-Liganden und seines Metallkomplexes,
wie es in Boaz et al. in der veröffentlichten US-Patentanmeldung 20020065417
beschrieben ist.
Das In-Kontakt-Bringen des Ligand-Metall-Komplexes und der Träger-Anker-Kombination
findet typisch in einem Lösungsmittel und bei einer Temperatur von etwa –25°C
bis etwa 250°C über eine Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h statt.
Bevorzugt findet dieses In-Kontakt-Bringen bei Temperaturen zwischen etwa 25°C
und 50°C über eine Zeitspanne zwischen etwa 1 h und etwa 24 h statt. Im
Allgemeinen wird der Ligand-Metall-Komplex bei einer solchen Konzentration verwendet,
dass das Molverhältnis Metallkomplex zu Heteropolysäure- oder -anion-Ankermaterial
etwa 0,1:1 bis etwa 6:1 beträgt; bevorzugter beträgt das Verhältnis
etwa 0,5:1 bis etwa 1,5:1. Das verwendete Lösungsmittel ist in der Lage, die
Metallkomplexe zu lösen. Bevorzugte Lösungsmittel umfassen Niederalkohole
(C1-C5), Ether, Ester, Ketone und aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffe
oder deren Mischungen.
Der resultierende feste geträgerte Katalysator der Erfindung
kann dann gegebenenfalls unter Verwendung von dem Fachmann bekannten Techniken,
wie Dekantieren, Filtration oder Zentrifugation, gewonnen werden. Der feste geträgerte
Katalysator kann verwendet werden, wie er ist, oder er kann gegebenenfalls vor der
Verwendung mit einem der oben erwähnten Lösungsmittel gewaschen werden,
um jegliches nicht-geträgerte Material zu entfernen.
Ein alternatives Verfahren zur Herstellung der festen Katalysatoren
der Erfindung beinhaltet zuerst das In-Kontakt-Bringen des Verankerungsmittels mit
dem Ligand-Metall-Komplex des im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphins,
um eine Mischung zu bilden, und dann, dass die Mischung mit einem Trägermaterial
in Kontakt gebracht wird. Die vorstehende Mischung kann die Form entweder einer
Suspension oder einer Lösung annehmen.
Das In-Kontakt-Bringen des Verankerungsmittels und des Metallkomplexes
des im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphins findet typisch in einem
Lösungsmittel und bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa
250°C über eine Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h statt. Bevorzugt
findet dieses In-Kontakt-Bringen bei Temperaturen zwischen etwa 25°C und etwa
50°C über eine Zeitspanne zwischen etwa 1 h und etwa 24 h statt. Im allgemeinen
wird in der vorliegenden Erfindung der Metallkomplex bei einer solchen Konzentration
verwendet, dass das Molverhältnis Metallkomplex zu Heteropolysäure oder
-anion etwa 0,1:1 bis etwa 6:1, bevorzugter etwa 0,5:1 bis etwa 1,5:1 beträgt.
Die resultierende Mischung, die das Verankerungsmittel und den Metallkomplex
enthält, kann mit dem Trägermaterial wie es ist in Kontakt gebracht werden,
oder alternativ kann die resultierende Lösung oder Suspension getrocknet und
dann vor dem In-Kontakt-Bringen mit einem der oben angeführten Trägermaterialien
in einem vergleichbaren Lösungsmittel aufgeschlämmt werden. Dieses In-Kontakt-Bringen
findet im Allgemeinen in einem Lösungsmittel bei einer Temperatur von etwa
–25°C bis etwa 250°C über eine Zeitspanne von etwa 1 min bis
etwa 50 h statt. Vorzugsweise findet dieses In-Kontakt-Bringen bei einer Temperatur
von etwa 25°C bis etwa 50°C über eine Zeitspanne von etwa 3 h bis
etwa 12 h statt. Gemäß diesem Aspekt der vorliegenden Erfindung liegt
die Verankerungsmittelund Metallkomplex-Lösung oder -Suspension zu etwa 0,01
bis etwa 150 Gew.-% des in diesem Kontaktierungsschritt verwendeten Trägers
vor. Lösungsmittel, die in beiden Schritten dieser Ausführungsform verwendet
werden können, umfassen Niederalkohole (C1-C5), Ether, Ester, Ketone und aliphatische
oder aromatische Kohlenwasserstoffe oder deren Mischungen.
Der feste geträgerte Katalysator dieser Erfindung kann dann gegebenenfalls
unter Verwendung von dem Fachmann bekannten Techniken, wie Dekantieren, Filtration
oder Zentrifugation, gewonnen werden. Der feste geträgerte Katalysator kann
verwendet werden, wie er ist, oder er kann gegebenenfalls mit einem der oben erwähnten
Lösungsmittel vor der Verwendung gewaschen werden, um jegliches nicht-geträgerte
Material zu entfernen.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird ein geträgerter Katalysatorkomplex hergestellt, indem man eine geträgerte
Katalysator-Vorstufe mit einem im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden
in Kontakt bringt. Die Herstellung einer geträgerten metallhaltigen Katalysator-Vorstufe
wird von Tanielyan et al. in den oben angegebenen US-Patenten beschrieben. Wenn
sie hergestellt ist, wird die geträgerte Katalysator-Vorstufe dann mit einem
vorstehend beschriebenen, im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden
in Kontakt gebracht, um den geträgerten Metallkomplex zu bilden.
Die geträgerte Katalysator-Vorstufe zur Verwendung hierin umfasst
einen Träger, ein Verankerungsmittel und ein Metallsalz oder einen Metallkomplex,
aus dem eine katalytisch aktive Einheit hergestellt werden kann. Beispiele für
Katalysator-Vorstufen-Materialien umfassen Rhodiumcyclooctadien-Dimer, Bis(cyclooctadien)rhodiumtetrafluoroborat,
Bis(cyclooctadien)rhodiumtrifluormethansulfonat, Bis(norbornadien)rhodiumtetrafluoroborat,
Rutheniumcyclooctadien-Dimer, Allylpalladiumchlorid-Dimer und Rhodiumchlorid.
Die Konzentration des im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden,
der zu der geträgerten Katalysator-Vorstufe gegeben wird, beträgt typisch
etwa 1 bis etwa 6 mMol pro mMol geträgertes Katalysator-Vorstufen-Material.
Die Behandlung der geträgerten Katalysator-Vorstufe mit dem im Wesentlichen
enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden findet typisch in einem Lösungsmittel
bei Temperaturen von etwa –25°C bis etwa 250°C und bevorzugt etwa
25°C bis etwa 50°C über eine Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50
h statt. Bevorzugte Lösungsmittel für diese Ausführungsform umfassen
Niederalkohole (C1-C5), Ether, Ester, Ketone und aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffe
oder deren Mischungen.
Der feste geträgerte Katalysator dieser Erfindung kann dann gegebenenfalls
unter Verwendung von dem Fachmann bekannten Techniken, wie Dekantieren, Filtration
oder Zentrifugation, gewonnen werden. Der feste geträgerte Katalysator kann
verwendet werden, wie er ist, oder er kann gegebenenfalls vor der Verwendung mit
einem der vorstehenden Lösungsmittel gewaschen werden, um jegliches nichtgeträgerte
Material zu entfernen.
Diese geträgerten Komplexe der vorliegenden Erfindung können
verwendet werden, um asymmetrische katalytische Reaktionen durchzuführen. Beispiele
für derartige Reaktionen umfassen, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein:
asymmetrische Hydrierungen, asymmetrische Reduktionen, asymmetrische Hydroborierungen,
asymmetrische Olefin-Isomerisierungen, asymmetrische Hydrosilylierungen, asymmetrische
Allylierungen, asymmetrische Hydroformylierungen und asymmetrische organometallische
Additionen. Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
die Verwendung der geträgerten Komplexe für asymmetrische Hydrierungsreaktionen,
für die ein Beispiel die katalytische asymmetrische Hydrierung von prochiralen
substituierten &agr;, &bgr;-ungesättigten Säuren oder Estern oder
anderen prochiralen Substraten ist, um das gesättigte, chirale Gegenstück
bereitzustellen. Die in der vorliegenden Erfindung verwendeten Hydrierungsbedingungen
sind jene, die typisch vom Fachmann für die Durchführung einer derartigen
Reaktion verwendet werden.
Die verwendete Menge an geträgertem Katalysatorkomplex kann zwischen
0,000005 und 0,5 Äquivalenten, bezogen auf die Reaktanten-Verbindung, variieren,
wobei mehr Komplex gewöhnlich für schnellere Reaktionen sorgt. Die Atmosphäre
für die Reaktion ist Wasserstoff, kann aber auch andere Gase oder Materialien
enthalten, die gegenüber den Reaktionsbedingungen inert sind. Die Reaktion
kann bei Atmosphärendruck oder bei erhöhtem Druck, im Allgemeinen von
etwa 0,5 bis etwa 200 Bar Überdruck (Barü), durchgeführt werden.
Die Reaktion wird bei einer Temperatur durchgeführt, welche eine vernünftige
Umwandlungsgeschwindigkeit liefert und so niedrig sein kann wie –50°C,
aber gewöhnlich zwischen Umgebungstemperatur und dem Siedepunkt (oder scheinbaren
Siedepunkt bei erhöhtem Druck) der am niedrigsten siedenden Komponente der
Reaktionsmischung liegt. Die Reaktion kann in Anwesenheit eines Lösungsmittels
durchgeführt werden, das aus aliphatischen Kohlenwasserstoffen, wie Hexan,
Heptan, Octan und dergleichen, aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie Toluol, Xylolen
und dergleichen, cyclischen oder acyclischen Ethern, wie tert-Butylmethylether,
Diisopropylether, Tetrahydrofuran und dergleichen, Niederalkoholen, wie Methanol,
Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol und dergleichen, halogenierten aliphatischen
oder aromatischen Kohlenwasserstoffen, wie Dichlormethan, Tetrachlorethylen,
Chloroform, Chlorbenzol und dergleichen, Estern, wie Methylacetat, Ethylacetat,
Methylpropionat, Isopropylacetat und dergleichen, Dialkylketonen, wie Aceton, 2-Butanon,
3-Pentanon, Methylisopropylketon, Methylisobutylketon und dergleichen, oder polaren
aprotischen Lösungsmitteln, wie Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid oder dergleichen
oder Mischungen derselben, ausgewählt ist. Die Produkte einer derartigen Reaktion
werden im Allgemeinen mit hohem enantiomerem Überschuss ( > 85% ee) erhalten.
Wie vorstehend erwähnt, können die hierin beschriebenen
geträgerten Katalysatoren mehrere Male ohne wesentlichen Verlust an katalytischer
Aktivität oder Enantioselektivität wiederverwendet werden. Die Möglichkeit,
die geträgerten Katalysatoren dieser Erfindung wiederzuverwenden, ist überraschend
und unerwartet, da der Fachmann erwarten würde, dass ein Phosphinaminophosphin-Katalysator
aufgrund der Spaltung der Stickstoff-Phosphor-Bindung des Aminophosphins über
fortgesetzte Verwendungen verschlechtert oder desaktiviert wird, selbst wenn man
in der Lage wäre, ihn an einem Träger zu fixieren. Dies ist insbesondere
der Fall, wenn derartige Phosphinaminophosphin-Katalysatoren alkoholischen Lösungsmitteln
ausgesetzt werden. Selbstverständlich würde die Spaltung der Stickstoff-Phosphor-Bindung
einen Verlust an katalytischer Aktivität und Enantioselektivität zur Folge
haben.
Beispiele
Die neuen Verbindungen und Verfahren, die von der vorliegenden Erfindung
bereitgestellt werden, werden weiter durch die folgenden Beispiele erläutert.
Beispiel 1
Ein Reaktor, der Al2O3/PTA-Träger (0,4221
g) enthielt, wurde mehrere Male mit Argon evakuiert und wieder gefüllt, bevor
15 ml entgastes absolutes Ethanol über eine Kanüle zugegeben wurden. Nach
dieser Zugabe wurde die Kanüle entfernt und der Reaktor wurde etwa 10 Minuten,
oder bis keine Blasen beobachtet wurden, evakuiert. Während dieser Zeit wurden
Bis(norbornadien)rhodiumtetrafluoroborat (0,0075 g; 20 Mikromol) und (R)-N-Diphenylphosphino-1-[(S)-2-(Diphenylphosphino)ferrocenyl]ethylamin
(1, R = R1 = CH3, R2 = R3 = Ph, n =
m = 0, M = Fe) (0,0122 g; 20 Mikromol) abgewogen und in einen 10 ml-Messkolben überführt.
Nach Evakuieren des Inhalts des Kolbens für etwa 5 Minuten wurde der Inhalt
bis zur Marke mit absolutem Ethanol verdünnt und 25 Minuten beschallt. Der
Inhalt dieses Kolbens wurde dann über eine Kanüle mit langsamer Geschwindigkeit
(~10 Minuten) in den Reaktor gegeben. Nach vollständiger Zugabe und Entfernung
der Kanüle wurde der Reaktor mindestens dreimal evakuiert, mit Argon wieder
gefüllt und dann zum Rühren (~550 U/min) über Nacht in ein Wasserbad
(37°C) gegeben. Am nächsten Tag wurde der Träger 3-bis 4-mal mit
absolutem Ethanol gewaschen und dann unter Vakuum getrocknet.
Beispiel 2
Ein Reaktor, der Al2O3/PTA-Träger (0,4221
g) enthielt, wurde mehrere Male evakuiert und wieder mit Argon gefüllt, bevor
15 ml entgastes absolutes Ethanol über eine Kanüle zugegeben wurden. Nach
dieser Zugabe wurde die Kanüle entfernt und der Reaktor wurde etwa 10 Minuten
oder bis keine Blasenbildung beobachtet wurde, evakuiert. Während dieser Zeit
wurde Bis(cyclooctadien)rhodiumtetrafluoroborat (0,0081 g; 20 Mikromol) abgewogen
und in einen 10 ml-Messkolben überführt. Nach Evakuieren des Inhalts des
Kolbens für etwa 5 Minuten wurde der Kolben bis zur Marke mit absolutem Ethanol
verdünnt. Der Inhalt dieses Kolbens wurde dann über eine Kanüle mit
langsamer Geschwindigkeit (~10 Minuten) in den Reaktor gegeben. Nach vollständiger
Zugabe und Entfernung der Kanüle wurde der Reaktor mindestens dreimal evakuiert,
wieder mit Argon gefüllt und dann in ein Wasserbad (37°C) zum Rühren
(~550 U/min) über Nacht gegeben. Am nächsten Tag wurde der Träger
zweimal mit absoluten Ethanol gewaschen. An diesem Punkt kann der Träger für
die weitere Verwendung getrocknet oder in 15 ml absolutem Ethanol resuspendiert
werden. Eine Lösung, die 20 Mikromol (R)-N-Diphenylphosphino-1-[(S)-2-(diphenylphosphino)ferrocenyl]ethylamin
(1, R = R1 = CH3, R2 = R3 = Ph, n =
m = 0, M = Fe) (0,0122 g) enthielt, wurde zu dem Träger getropft, und der Inhalt
wurde über Nacht bei einer Temperatur von 37°C gerührt. Am nächsten
Tag wurde der Träger 3- bis 4-mal mit absolutem Ethanol gewaschen und dann
unter Vakuum getrocknet.
Beispiel 3
Der in Beispiel 1 beschriebene geträgerte Komplex wurde an eine
Wasserstoffleitung angeschlossen und das gesamte System wurde 8-mal evakuiert, bevor
der Träger Wasserstoff ausgesetzt wurde. Es wurde eine Farbänderung beobachtet,
sobald der Träger Wasserstoff ausgesetzt wurde (von orange zu rot-orange). Zu
diesem Zeitpunkt wurden 15 ml 15% Toluol/abs.Ethanol über eine Spritze zugegeben,
gefolgt von der gewünschten Menge an Dimethylitaconat (8,5 ml für eine
Reaktion mit einer Umsatzzahl von 3000). Die Hydrierung wurde bei Umgebungstemperatur
unter 50 psig Wasserstoff durchgeführt und eine Wasserstoffaufnahme folgte.
Nach Beendigung der Reaktion wurde der Überstand entfernt und der Reaktor wurde
mit einer zweiten Charge Lösungsmittel und Substrat beschickt, wie oben beschrieben.
Der geträgerte Komplex wurde für insgesamt sieben Ansätze verwendet.
Die Geschwindigkeitsdaten aus diesen Ansätzen sind in 1
grafisch dargestellt und die Umsatzfrequenzen und enantiomeren Überschüsse
des Produkts sind in Tabelle 1 gezeigt.
Tabelle 1. TON ist die Gesamt-Umsatzzahl des geträgerten Katalysators.
TOF ist die Katalysator-Umsatzfrequenz pro Stunde in den anfänglichen Stadien
der Reaktion.
Beispiel 4
Der in Beispiel 2 beschriebene geträgerte Komplex wurde an eine
Wasserstoffleitung angeschlossen und das gesamte System wurde 8-mal evakuiert, bevor
der Träger Wasserstoff ausgesetzt wurde. Es wurde eine Farbänderung beobachtet,
sobald der Träger Wasserstoff ausgesetzt wurde (von orange zu rot-orange).
Zu diesem Zeitpunkt wurde 15 ml 15% Toluol/abs.Ethanol über eine Spritze zugegeben,
gefolgt von der gewünschten Menge an Dimethylitaconat (8,5 ml für eine
Reaktion mit einer Umsatzzahl von 3000). Die Hydrierung wurde bei Umgebungstemperatur
unter 50 psig Wasserstoff durchgeführt und eine Wasserstoffaufnahme folgte.
Nach Beendigung der Reaktion wurde der Überstand entfernt und der Reaktor wurde
mit einer zweiten Charge Lösungsmittel und Substrat beschickt, wie oben beschrieben.
Der geträgerte Komplex wurde für insgesamt fünf Ansätze verwendet.
Die Geschwindigkeitsdaten aus diesen Ansätzen sind in 2
grafisch dargestellt, und die Umsatzfrequenzen und enantiomeren Überschüsse
des Produkts sind in Tabelle 2 gezeigt.
Tabelle 2. TON ist die Gesamt-Umsatzzahl des geträgerten Katalysators.
TOF ist die Katalysator-Umsatzfrequenz pro Stunde in den anfänglichen Stadien
der Reaktion.
Beispiel 5
Phosphorwolframsäure auf Kohlenstoff (0,164 g; enthält 10
&mgr;Mol Phosphorwolframsäure) und 1,5-Cyclooctadienrhodium-(R)-N-diphenylphosphino-1-[(S)-2-(diphenylphosphino)ferrocenyl]ethylamin
(10 &mgr;Mol) wurden in 15 ml 5% Toluol in Methanol unter Argon vereinigt. Die
Mischung wurde über Nacht gerührt, was eine Suspension des geträgerten
Katalysators lieferte. Der Überstand wurde über eine Kanüle entfernt
und der Festkörper wurde gewaschen, bis die Waschlösungen farblos waren.
Dazu wurden 40 ml mit Argon entgastes 3% Toluol in Methanol gegeben.
Die Suspension wurde gerührt und frisch gereinigtes Dimethylitaconat (14,1
ml; 100 mMol; S:C 10.000) wurde dazugegeben. Die Reaktionsmischung wurde auf 40°C
erwärmt und die Argonatmosphäre wurde durch 75 psig Wasserstoff ersetzt.
Die Reaktionsmischung wurde gerührt und eine Wasserstoffaufnahme folgte. Nach
Beendigung der Reaktion wurde der Überstand entfernt und der Reaktor wurde
mit einer zweiten Charge Lösungsmittel und Substrat beschickt, wie oben beschrieben.
Der geträgerte Komplex wurde für insgesamt fünf Ansätze verwendet.
Die Geschwindigkeitsdaten aus diesen Ansätzen sind in 3
grafisch dargestellt und die Umsatzfrequenzen und enantiomeren Überschüsse
des Produkts sind in Tabelle 3 gezeigt.
Tabelle 3. TON ist die Gesamt-Umsatzzahl des geträgerten Katalysators.
TOF ist die Katalysator-Umsatzfrequenz pro Stunde in den anfänglichen Stadien
der Reaktion.
Beispiel 6
Phosphorwolframsäure auf Kohlenstoff (0,082 g; enthält 5
&mgr;Mol Phosphorwolframsäure) und 1,5-Cyclooctadienrhodium-(R)-N-diphenylphosphino-1-[(S)-2-(diphenylphosphino)ferrocenyl]ethylamin
(5 &mgr;Mol) wurden in 15 ml 5% Toluol in Methanol unter Argon vereinigt. Die
Mischung wurde über Nacht gerührt, was eine Suspension des geträgerten
Katalysators lieferte. Der Überstand wurde über eine Kanüle entfernt
und der Festkörper wurde gewaschen, bis die Waschlösungen farblos waren.
Dazu wurden 120 ml mit Argon entgastes Methanol gegeben. Die Suspension wurde gerührt
und frisch gereinigtes Dimethylitaconat (100 ml; 708 mMol; S:C 141.600) wurde dazugegeben.
Die Reaktion wurde auf 50°C erwärmt und die Argonatmosphäre wurde
durch 75 psig Wasserstoff ersetzt. Die Reaktionsmischung wurde etwa 15 Stunden gerührt,
was das Dimethylitaconat vollständig aufbrauchte und Dimethyl-(R)-2-methylsuccinat
mit 88% ee und einer katalytischen Aktivität von 12.500 Umwandlungen pro Stunde
lieferte.
Die Erfindung wurde in Einzelheiten mit spezieller Bezugnahme auf
bevorzugte Ausführungsformen derselben beschrieben, aber es versteht sich,
dass Abwandlungen und Modifikationen innerhalb des Geistes und Bereichs der Erfindung
durchgeführt werden können.
Anspruch[de]
Geträgerter Katalysator, umfassend einen Träger, einen Haftvermittler
und einen Metallkomplex eines im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphin-Liganden.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 1, bei dem der Träger
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Metalloxiden, Kohlenstoff, Harzen
und Polymeren.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 2, bei dem das Metalloxid
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Aluminiumoxid, Siliciumdioxid,
Titandioxid, Lanthanoxid, Zeolithen und Tonen.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 2, bei dem der Träger
durch Kalzinierung behandelt oder mit einem Modifikationsmittel in Kontakt gebracht
worden ist.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 4, bei dem das Modifikationsmittel
ein Metallalkoholat ist, das aus Titanalkoholat, Aluminiumalkoholat, Silanalkoholat
oder Vanadiumalkoholat ausgewählt ist.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 1, bei dem der Haftvermittler
eine Heteropolysäure oder ein Anion ist, das ausgewählt ist aus einem
Keggin-Typ, einem Dawson-Typ, einem Anderson-Typ oder einem Silverton-Typ
oder aus deren Mischungen.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 6, bei dem es sich bei der
Heteropolysäure um Phosphorwolframsäure, Phosphormolybdänsäure,
Kieselwolframsäure oder deren Anionen handelt.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 1, bei dem der Metallkomplex
ein Metall aus den Gruppen IIIB, IVb, VB, VIB, VIIB, VIII, IB oder IIB umfasst.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 8, bei dem das Metall ein
Metall der Gruppe VIII ist.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 1, bei dem das im Wesentlichen
enantiomer reine Phosphinaminophosphin die Formel 1 aufweist
in der
R ausgewählt ist aus substituiertem und unsubstituiertem, verzweigt- und geradkettigem
(C1-C20)-Alkyl, substituiertem und unsubstituiertem (C3-C8)-Cycloalkyl,
substituiertem und unsubstituiertem carbocyclischem (C6-C20)-Aryl
und substituiertem und unsubstituiertem (C4-C20)-Heteroaryl,
worin die Heteroatome aus Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff ausgewählt sind;
R1, R2, R3, R4 und R5 unabhängig
ausgewählt sind aus Wasserstoff, substituiertem und unsubstituiertem, verzweigt-
und geradkettigem (C1-C20)-Alkyl, substituiertem und unsubstituiertem
(C3-C8)-Cycloalkyl, substituiertem und unsubstituiertem carbocyclischem
(C6-C20)-Aryl und substituiertem und unsubstituiertem (C4-C20)-Heteroaryl,
worin die Heteroatome aus Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff ausgewählt sind;
n für 0 bis 3 steht;
m für 0 bis 5 steht; und
M aus den Metallen der Gruppen IVB, VB, VIB, VIIB und VIII ausgewählt ist.Geträgerter Katalysator nach Anspruch 1, bei dem das im Wesentlichen
enantiomer reine Phosphinaminophosphin die Formel 2 aufweist:
in der
R ausgewählt ist aus substituiertem und unsubstituiertem, verzweigt- und geradkettigem
(C1-C20)-Alkyl, substituiertem und unsubstituiertem (C3-C8)-Cycloalkyl,
substituiertem und unsubstituiertem carbocyclischem (C6-C20)-Aryl
und substituiertem und unsubstituiertem (C4-C20)-Heteroaryl,
worin die Heteroatome aus Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff ausgewählt sind;
R1, R2, R3, R4 und R5 unabhängig
ausgewählt sind aus Wasserstoff, substituiertem und unsubstituiertem, verzweigt-
und geradkettigem (C1-C20)-Alkyl, substituiertem und unsubstituiertem
(C3-C8)-Cycloalkyl, substituiertem und unsubstituiertem carbocyclischem
(C6-C20)-Aryl und substituiertem und unsubstituiertem (C4-C20)-Heteroaryl,
worin die Heteroatome aus Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff ausgewählt sind;
n für 0 bis 3 steht;
m für 0 bis 5 steht; und M aus den Metallen der Gruppen IVB, VB, VIB, VIIB und VIII ausgewählt
sind.Verfahren zur Herstellung des geträgerten Katalysators nach Anspruch
1, umfassend:
(a) In-Kontakt-Bringen eines Trägers mit einem Heteropolysäure- oder Anion-Haftvermittler
unter Bedingungen, die wirksam sind, um einen Heteropolysäure- oder Anion-haltigen
Träger zu bilden; und
(b) In-Kontakt-Bringen eines Metallkomplexes eines im Wesentlichen enantiomer reinen
Phosphinaminophosphins mit dem Heteropolysäure- oder Anion-haltigen Träger
unter Bedingungen, die wirksam sind, um einen geträgerten Katalysator zu bilden.Verfahren nach Anspruch 12, bei dem der Schritt (a) in einem Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa 250°C über eine
Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h stattfindet.Verfahren nach Anspruch 12, bei dem der Schritt (b) in einem Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa 250°C über eine
Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h stattfindet.Verfahren nach Anspruch 13, bei dem der Metallkomplex mit dem Heteropolysäure-
oder Anion-haltigen Träger bei einer solchen Konzentration in Kontakt gebracht
wird, dass ein Molverhältnis von Metallkomplex zu Heteropolysäure oder
Anion von etwa 0,1:1 bis etwa 6:1 bereitgestellt wird.Verfahren zur Herstellung des geträgerten Katalysators nach Anspruch
1, umfassend:
(a) In-Kontakt-Bringen einer Heteropolysäure oder eines Anions mit einem Metallkomplex
eines im Wesentlichen enantiomer reinen Phosphinaminophosphins unter Bedingungen,
die wirksam sind, eine Mischung zu bilden, die die Heteropolysäure oder das
Anion und den Metallkomplex enthält; und
(b) In-Kontakt-Bringen des Trägers mit der Mischung, die in Schritt (a) gebildet
wurde, unter Bedingungen, die wirksam sind, um einen geträgerten Katalysator
zu bilden.Verfahren nach Anspruch 16, bei dem Schritt (a) in einem Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa 250°C über eine
Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h stattfindet.Verfahren nach Anspruch 16, bei dem der Metallkomplex mit der Heteropolysäure
oder dem Anion bei einer solchen Konzentration in Kontakt gebracht wird, dass ein
Molverhältnis von Metallkomplex zu Heteropolysäure oder Anion von etwa
0,1:1 bis etwa 6:1 bereitgestellt wird.Verfahren nach Anspruch 16, bei dem Schritt (b) in einem Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa 250°C über eine
Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h stattfindet.Verfahren nach Anspruch 16, bei dem die Heteropolysäure oder das
Anion und der Metallkomplex in einem Gewichtsverhältnis von etwa 0,1:1 bis
etwa 20:1 im Vergleich zu dem in Schritt (b) verwendeten Träger vorliegen.Verfahren zur Herstellung des geträgerten Katalysators nach Anspruch
1, umfassend:
(a) In-Kontakt-Bringen eines Trägers mit einer Heteropolysäure oder einem
Anion unter Bedingungen, die wirksam sind, um einen Heteropolysäure- oder Anion-haltigen
Träger zu bilden;
(b) In-Kontakt-Bringen des Heteropolysäure- oder Anion-haltigen Trägers
mit einem Katalysatorvorstufen-Material unter Bedingungen, die wirksam sind, um
eine geträgerte Katalysatorvorstufe zu bilden; und
(c) In-Kontakt-Bringen der geträgerten Katalysatorvorstufe mit einem im Wesentlichen
enantiome reinen Phosphinaminophosphin-Liganden, um einen geträgerten Katalysator
bereitzustellen.Verfahren nach Anspruch 21, bei dem der in Schritt (a) verwendete Träger
vor der Verwendung kalziniert oder mit einem Metallalkoholat behandelt wird.Verfahren nach Anspruch 22, bei dem das Metallalkoholat ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Titanalkoholat, Aluminiumalkoholat, Silanalkoholat
und Vanadiumalkoholat.Verfahren nach Anspruch 21, bei dem Schritt (a) in einem Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa 250°C über eine
Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h stattfindet.Verfahren nach Anspruch 21, bei dem das Katalysatorvorstufen-Material
ein Metallsalz oder -komplex ist, aus dem eine katalytisch aktive Einheit hergestellt
werden kann.Verfahren nach Anspruch 25, bei dem das Metallsalz oder der Metallkomplex
der Katalysatorvorstufe ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Rhodiumcyclooctadien-Dimer,
Bis(cyclooctadien)rhodiumtetrafluoroborat, Bis(cyclooctadien)rhodiumtrifluormethansulfonat,
Bis(norbornadien)rhodiumtetrafluoroborat, Rutheniumcyclooctadien-Dimer, Allylpalladiumchlorid-Dimer
und Rhodiumchlorid.Verfahren nach Anspruch 21, bei dem Schritt (b) in einem Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa 250°C über eine
Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h stattfindet.Verfahren nach Anspruch 21, bei dem Schritt (c) in einem Lösungsmittel
bei einer Temperatur von etwa –25°C bis etwa 250°C über eine
Zeitspanne von etwa 1 min bis etwa 50 h stattfindet.Verfahren nach Anspruch 21, bei dem in Schritt (c) etwa 1 mMol bis etwa
6 mMol Ligand pro mMol geträgertes Katalysatorvorstufen-Material verwendet
werden.Verfahren zur Hydrierung einer &agr;,&bgr;-ungesättigten Säure
oder eines &agr;,&bgr;-ungesättigten Esters, welches umfasst, dass man
eine(n) prochirale(n) &agr;,&bgr;-ungesättigte(n) Säure oder Ester
mit dem geträgerten Katalysator nach Anspruch 1 und Wasserstoff unter Hydrierungstemperatur-
und -druckbedingungen in Kontakt bringt.