Diese Anmeldung beansprucht gemäß 35 U.S.C. § 119(e)
die Priorität der provisorischen U.S. Patentanmeldung mit der Seriennummer
60/517,448, die am 5. November 2003 angemeldet wurde.
GEBIET DER ERFINDUNG
Diese Erfindung betrifft einen thermisch leitfähigen Schmierstoff
(„Technisches Fett"), Verfahren zur Herstellung und Verwendung des „Technischen
Fetts" und Vorrichtungen, die das „Technische Fett" enthalten. Insbesondere
betrifft diese Erfindung ein „Technisches Fett", das ein Organopolysiloxan
mit einer Viskosität von kleiner als 50 cSt (mm2/s) bei 25 °C
und einen thermisch leitfähigen Füllstoff enthält. Das „Technische
Fett" kann als ein thermisches Grenzflächenmaterial („TGM") verwendet
werden. Für ein auf dem Gebiet bekanntes TGM, siehe zum Beispiel
EP A1 352 947.
HINTERGRUND
Elektronische Komponenten wie Halbleiter, Transistoren, integrierte
Schaltungen (IS), diskrete Bauteile und andere auf dem Gebiet bekannte Bauteile
sind in einer Weise konstruiert, um bei einer normalen Betriebstemperatur oder innerhalb
eines normalen Bereiches einer Betriebstemperatur zu arbeiten. Jedoch generiert
der Betrieb einer elektronischen Komponente Wärme. Wenn nicht ausreichend Wärme
abgeführt wird, wird die elektronische Komponente bei einer Temperatur deutlich
über ihrer normalen Arbeitstemperatur betrieben werden. Übermäßige
Temperaturen können die Leistungsfähigkeit der elektronischen Komponente
und den Betrieb der damit verbundenen Vorrichtung nachteilig beeinträchtigen
und die mittlere Zeit zwischen Fehlern negativ beeinflussen.
Um diese Probleme zu vermeiden, kann Wärme durch Wärmeleitung
von der elektronischen Komponente hin zu einer Wärmesenke abgeleitet werden.
Die Wärmesenke kann durch jegliche praktische Mittel wie Konvektions- oder
Strahlungstechniken gekühlt werden. Während der Wärmeleitung kann
die Wärme von der elektronischen Komponente auf die Wärmesenke durch Oberflächenkontakt
zwischen der elektronischen Komponente und der Wärmesenke oder durch den Kontakt
der elektronischen Komponente und der Wärmesenke mit einem TGM übertragen
werden. Je niedriger die thermische Impedanz (der Wärmewiderstand) des Mediums
ist, desto größer ist der Fluss der Wärme von der elektronischen
Komponente zu der Wärmesenke.
Die Oberflächen der elektronischen Komponente und der Wärmesenke
sind üblicherweise nicht vollständig glatt. Daher ist es schwierig, einen
vollständigen Kontakt zwischen den Oberflächen zu erreichen. Lufträume,
die schlechte Wärmeleiter sind, erscheinen zwischen den Oberflächen und
erhöhen die Impendanz. Diese Räume können durch das Einfügen
eines TGM zwischen den Oberflächen gefüllt werden. Daher gibt es weiterhin
einen Bedarf an geeigneten thermischen Grenzflächenmaterialien.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Diese Erfindung betrifft ein thermisch leitfähiges „Technisches
Fett", enthaltend:
(A) ein Polyorganosiloxan mit einer Viskosität von kleiner als 50 centiStoke
(mm2/s) und (B) einen thermisch leitfähigen Füllstoff. Diese
Erfindung betrifft weiterhin Verfahren und Vorrichtungen, in denen das „Technische
Fett" verwendet werden kann.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Alle Mengenangaben, Verhältnisangaben und Prozentangaben sind
nach Gewicht, es sei denn, dieses wird anderweitig ausgedrückt. Das Folgende
ist eine Liste von Definitionen, wie sie hierin verwendet werden.
Definitionen und Verwendung von Begriffen
„Ein" und „eine" bedeuten jeweils ein(e) oder mehrere.
„Bluten" bedeutet die Tendenz von Siloxanspezies, aus einem „Technischen
Fett" auf eine Oberfläche zu wandern, auf die das „Technische Fett"
aufgetragen wird. „Kombination" bedeutet zwei oder mehr Gegenstände,
die durch irgendein Verfahren zusammengestellt werden. Die Abkürzung „cSt"
bedeutet centiStoke. „Siloxan" und „Silicon" werden hierin synonym
verwendet. „Substituiert" bedeutet, dass ein oder mehrere Wasserstoffatome,
die an einen Kohlenstoff gebunden sind, durch einen anderen Substituenten ersetzt
wurden. „Oberflächenbehandelt" bedeutet, dass alle oder ein Teil der
reaktiven Gruppen auf einem Teilchen mit irgendeinem konventionellen chemischen
oder nicht reaktiven Mittel nicht reaktiv gemacht wurden. Die Abkürzung „W/mK"
bedeutet Watt pro Meter Kelvin.
Zusammensetzung
Diese Erfindung betrifft ein „Technisches Fett", enthaltend:
(A) 2 bis 50 Gew.-% eines Polyorganosiloxans, wobei Bestandteil (A) eine Viskosität
von kleiner als 50 centiStoke (mm2/s) hat und Bestandteil (A) frei von
Hydroxylgruppen ist, und
(B) 50 bis 98 Gew.-% eines thermisch leitfähigen Füllstoffs, wobei
das „Technische Fett" frei von Siliciumdioxid ist.
Polyorganosiloxan
Bestandteil (A) ist ein Polyorganosiloxan mit einer Viskosität
von kleiner als 50 cSt (mm2/s) oder alternativ dazu 1 bis 47 cSt (mm2/s).
Bestandteil (A) kann inert sein, so dass der Bestandteil (A) mit der Zeit nicht
reagiert oder sich in der Viskosität erhöht, wenn er in dem „Technischen
Fett" verwendet wird. Der Bestandteil (A) kann frei von reaktiven Gruppen wie Hydroxylgruppen
sein. „Frei von reaktiven Gruppen" bedeutet, dass weniger als 0,01 Gew.-%
der Polyorganosiloxanspezies reaktive Gruppen enthalten. „Frei von Siliciumdioxid"
bedeutet, dass das „Technische Fett" weniger Siliciumdioxid als eine Menge
enthält, die ausreicht, um ein Ausbluten zu eliminieren. Der Bestandteil (A)
kann eine lineare, verzweigte oder zyklische Struktur aufweisen. Der Bestandteil
(A) kann ein einzelnes Polyorganosiloxan oder eine Kombination sein, die zwei oder
mehr Polyorganosiloxane enthält, die sich in wenigstens einer der folgenden
Eigenschaften unterscheiden: Struktur, Viskosität, mittleres Molekulargewicht,
Siloxaneinheiten und Sequenz.
Der Bestandteil (A) kann die allgemeine Formel: RmSiO(4-m)/2
aufweisen, worin jedes R unabhängig voneinander eine organische Gruppe darstellt
und m gleich 1,8 bis 2,3 ist. R wird beispielhaft durch substituierte und nicht
substituierte einbindige Kohlenwasserstoffgruppen, die 1 bis 30 Kohlenstoffatome
enthalten, stickstoffhaltige Gruppen, polyetherhaltige Gruppen und epoxyhaltige
Gruppen dargestellt. Beispiele von nicht substituierten einbindigen Kohlenwasserstoffgruppen
umfassen Alkylgruppen wie Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Pentyl, Hexyl, Heptyl, Octyl,
Nonyl und Decyl sowie aromatische Gruppen wie Phenyl, Tolyl und Xylyl. Beispiele
von substituierten einbindigen Kohlenwasserstoffgruppen umfassen halogenierte Kohlenwasserstoffgruppen
wie 3,3,3-Trifluorpropyl und Chlormethyl und cyanofunktionelle Gruppen wie Cyanoethyl
und Cyanopropyl.
Der Bestandteil (A) kann eine Struktur aufweisen, die aus den Folgenden
ausgewählt ist:
(a) R13SiO(R12SiO)&agr;(R1R2SiO)&bgr;SiR13,
(b) R32R4SiO(R32SiO)&lgr;(R3R4SiO)&dgr;SiR32R4 oder
(c) eine Kombination derselben.
In den oben genannten Formeln ist jedes R1 unabhängig
voneinander eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
oder alternativ dazu mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen. Jedes R2 ist unabhängig
voneinander eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen
oder alternativ dazu mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen. Jedes R3 ist unabhängig
voneinander eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
oder alternativ dazu mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen. Jedes R4 ist unabhängig
voneinander eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen
oder alternativ dazu mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen. Die tiefgestellten Indizes
&agr;, &bgr;, &lgr; und &dgr; haben Werte, so dass die Viskosität des
Bestandteils (A) kleiner als 50 cSt (mm2/s) bei 25 °C ist.
Verfahren zur Herstellung von Polyorganosiloxanen, die zur Verwendung
als Bestandteil (A) geeignet sind, wie die Hydrolyse und Kondensation der entsprechenden
Organohalogensilane oder die Äquilibrierung von zyklischen Polydiorganosiloxanen
sind auf dem Gebiet wohlbekannt.
Thermisch leitfähiger Füllstoff
Der Bestandteil (B) ist ein thermisch leitfähiger Füllstoff.
Die Menge des Bestandteils (B) in dem „Technischen Fett" hängt von einer
Reihe von Faktoren einschließlich des für den Bestandteil (A) gewählten
Polyorganosiloxans und dem für den Bestandteil (B) gewählten Füllstoff
ab. Die Menge des Bestandteils (B) kann 50 bis 98 Gew.-% bezogen auf das Gewicht
des „Technischen Fetts" sein.
Der Bestandteil (B) kann sowohl thermisch leitfähig wie auch
elektrisch leitfähig sein. Alternativ dazu kann der Bestandteil (B) thermisch
leitfähig und elektrisch isolierend sein. Geeignete thermisch leitfähige
Füllstoffe für den Bestandteil (B) umfassen Metallteilchen, Metalloxidteilchen
und Kombinationen derselben. Geeignete thermisch leitfähige Füllstoffe
für den Bestandteil (B) werden beispielhaft durch Aluminiumoxid, Bariumtitanat,
Berylliumoxid, Bornitrid, Diamant, Graphit, Magnesiumoxid, teilchenförmiges
Metall wie Kupfer, Gold, Nickel und Silber, Siliciumcarbid, Wolframcarbid, Zinkoxid
und Kombinationen derselben dargestellt. Alternativ dazu wird der Bestandteil (B)
beispielhaft durch Aluminiumoxid, Bornitrid, Siliciumcarbid, Zinkoxid und Kombinationen
derselben dargestellt. Alternativ dazu kann der Bestandteil (B) ein Metallteilchen
mit einer Lage aus einem leitenden Material (das nicht das Metall ist) auf seiner
Oberfläche umfassen. Zum Beispiel kann der Bestandteil (B) einen metallischen
Füllstoff mit einer Metalloxidschicht auf der Oberfläche des Füllstoffes
enthalten, z. B. einen Aluminiumfüllstoff mit einer Aluminiumoxidschicht auf
der Oberfläche des Aluminiumfüllstoffes. Bedingt durch die reaktive Natur
des Aluminiumnitrids kann das „Technische Fett" frei von Aluminiumnitrid
sein.
Thermisch leitfähige Füllstoffe sind auf dem Gebiet bekannt
und kommerziell verfügbar, siehe zum Beispiel das U.S. Patent 6,169,142 (Spalte
4, Zeilen 7-33). Zum Beispiel sind CB-A20S und A1-43-Me Füllstoffe aus Aluminiumoxid
mit unterschiedlichen Teilchengrößen, die kommerziell von Showa-Denko
verfügbar sind, und AA-04, AA-2 und AA18 sind Füllstoffe aus Aluminiumoxid,
die kommerziell von der Sumitomo Chemical Company verfügbar
sind. Zinkoxid wie das Zinkoxid 205XL ist kommerziell von U.S. Zinc verfügbar.
Füllstoffe aus Silber sind kommerziell von der Metalor Technologies
U.S.A. Corp. of Attleboro, Massachusetts, U.S.A., verfügbar.
Die Form der thermisch leitfähigen Füllstoffteilchen ist
nicht sonderlich beschränkt. Jedoch können gerundete oder kugelförmige
Teilchen die Viskosität daran hindern, auf eine unerwünschte Größe
bei einer hohen Beladung des thermisch leitfähigen Füllstoffes in das
„Technische Fett" anzusteigen.
Der Bestandteil (B) kann ein einzelner thermisch leitfähiger
Füllstoff oder eine Kombination von zwei oder mehreren thermisch leitfähigen
Füllstoffen sein, die sich in wenigstens einer der folgenden Eigenschaften
unterscheiden: Teilchenform, mittlere Teilchengröße und Verteilung der
Teilchengröße. Zum Beispiel kann es wünschenswert sein, ein erstes
Aluminiumoxid mit einer größeren mittleren Teilchengröße mit
einem zweiten Aluminiumoxid mit einer kleineren mittleren Teilchengröße
in einem Verhältnis zu kombinieren, das der dichtesten Packung der theoretischen
Verteilungskurve entspricht. Dies verbessert die Packungseffizienz und kann die
Viskosität verringern und die Wärmeübertragung verbessern. Alternativ
dazu kann es wünschenswert sein, zum Beispiel ein Aluminiumoxid mit einer größeren
mittleren Teilchengröße mit einem Zinkoxid mit einer kleineren mittleren
Teilchengröße zu kombinieren.
Die durchschnittliche Teilchengröße des thermisch leitfähigen
Füllstoffes wird von verschiedenen Faktoren abhängen, einschließlich
der Art des für den Bestandteil (B) gewählten thermisch leitfähigen
Füllstoffes und der exakten zu dem „Technischen Fett" hinzu gegebenen
Menge. Jedoch kann der thermisch leitfähige Füllstoff eine mittlere Teilchengröße
von 0,2 bis 80 Mikrometer oder alternativ dazu von 2 bis 50 Mikrometer aufweisen.
Der thermisch leitfähige Füllstoff für den Bestandteil
(B) kann optional oberflächenbehandelt sein. Behandlungsmittel und Behandlungsverfahren
sind auf dem Gebiet bekannt, siehe zum Beispiel das U.S. Patent 6,169,142 (Spalte
4, Zeile 42 bis Spalte 5, Zeile 2) und das U.S. Patent 6,136,758. Das „Technische
Fett" kann 0,05 % bis 10 % oder alternativ dazu 0,05 % bis 5 % oder alternativ dazu
0,05 % bis 0,5 % eines Bestandteils (C), d.h. eines Behandlungsmittels, enthalten.
Das Behandlungsmittel kann ein Alkoxysilan mit der Formel: R5xSiO(OR6)(4-x), sein, worin x gleich 1, 2 oder
3 ist oder alternativ dazu x gleich 3 ist. R5 ist eine substituierte
oder unsubstituierte einbindige Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 50 Kohlenstoffatomen
oder alternativ dazu mit 8 bis 30 Kohlenstoffatomen oder alternativ dazu mit 8 bis
18 Kohlenstoffatomen. R5 wird beispielhaft durch Alkylgruppen wie Hexyl,
Octyl, Dodecyl, Tetradecyl, Hexadecyl und Octadecyl sowie aromatische Gruppen wie
Benzyl und Phenylethyl dargestellt. R5 kann gesättigt oder ungesättigt,
verzweigt oder unverzweigt und unsubstituiert sein. R5 kann gesättigt,
unverzweigt und unsubstituiert sein.
R6 ist eine unsubstituierte gesättigte Kohlenwasserstoffgruppe
mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder alternativ dazu mit 1 bis 2 Kohlenstoffatomen.
Die Komponente (C) wird beispielhaft durch Hexyltrimethoxysilan, Octyltriethoxysilan,
Decyltrimethoxysilan, Dodecyltrimethoxysilan, Tetradecyltrimethoxysilan, Phenylethyltrimethoxysilan,
Octadecyltrimethoxysilan, Octadecyltriethoxysilan und Kombinationen derselben dargestellt.
Alkoxyfunktionelle Oligosiloxane können auch als Behandlungsmittel
verwendet werden. Alkoxyfunktionelle Oligosiloxane und Verfahren zu deren Herstellung
sind auf dem Gebiet bekannt, siehe zum Beispiel EP
1 101 167 A2. Zum Beispiel umfassen geeignete alkoxyfunktionelle Oligosiloxane
solche der Formel (R6O)aSi(OSiR72R8)4-a. In dieser Formel ist a gleich 1, 2 oder
3 oder alternativ dazu ist a gleich 3. Jedes R6 kann eine Alyklgruppe
sein. Jedes R7 kann unabhängig aus ungesättigten einbindigen
Kohlenwasserstoffgruppen mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen ausgewählt werden.
Jedes R8 kann eine ungesättigte einbindige Kohlenwasserstoffgruppe
mit wenigstens 10 Kohlenstoffatomen sein.
Füllstoffe aus Metal können mit Alkylthiolen wie Octadecylmercaptan,
Fettsäuren wie Ölsäure und Stearinsäure und einer Kombination
derselben behandelt werden.
Behandlungsmittel für Aluminiumoxid umfassen alkoxysilylfunktionelle
Alkylmethylpolysiloxane (z. B. ein Kondensat der Teilhydrolyse von R9bR10cSi(OR11)(4-b-c) oder Kondensate einer Cohydroloyse
oder Mischungen) und ähnliche Materialien, bei denen die hydrolysierbare Gruppe
Silazan, Acyloxy oder Oximo wäre. In allen von diesen Verbindungen ist eine
Gruppe, die an Si gebunden ist, wie R9 in der oben genannten Formel,
ein langkettiger ungesättigter einbindiger Kohlenwasserstoff oder ein einbindiger
aromatischfunktioneller Kohlenwasserstoff. R10 ist eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe
und R11 ist eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen.
In der oben genannten Formel ist b gleich 1, 2 oder 3 und c ist gleich 0, 1 oder
2 und zwar unter der Voraussetzung, dass b + c gleich 1, 2 oder 3 ist. Ein Fachmann
auf dem Gebiet könnte eine spezifische Behandlung zur Unterstützung der
Dispersion des Füllstoffes ohne übermäßiges Experimentieren
optimieren.
Andere Behandlungsmittel für Füllstoffe umfassen alkenylfunktionelle
Polyorganosiloxane. Geeignete alkenylfunktionelle Polyorganosiloxane umfassen, sind
aber nicht eingeschränkt auf:
worin n einen Wert bis zu 1500 aufweist.
Andere optionale Bestandteile
Der optionale Bestandteil (D) ist ein Antioxidans. Der Bestandteil
(D) kann jegliches Antioxidans enthalten, das üblicherweise in Plastikmaterialien
wie Polypropylen verwendet wird. Der Bestandteil (D) kann zu dem „Technischen
Fett" in einer Menge von 0,001 % bis 1 % hinzu gegeben werden.
Geeignete Antioxidantien sind auf dem Gebiet bekannt und kommerziell
verfügbar. Geeignete Antioxidantien umfassen phenolische Antioxidantien und
Kombinationen von phenolischen Antioxidantien mit Stabilisatoren. Phenolische Antioxidantien
umfassen vollständig sterisch gehinderte Phenole und teilweise gehinderte Phenole.
Stabilisatoren umfassen Organophosphorderivate wie trivalente Organophosphorverbindungen,
Phosphite, Phosphonate und eine Kombination derselben; thiosynergistische Verbindungen
wie Organoschwefelverbindungen einschließlich Sulfide, Dialkyldithiocarbamate,
Dithiodipropionate und eine Kombination derselben; sowie sterisch gehinderte Amine
wie Tetramethylpiperidinderivate. Geeignete Antioxidantien und Stabilisatoren werden
in Zweifel, Hans, „Effect of Stabilization of Polypropylene During Processing
and Its Influence an Long-Term Behavior under Thermal Stress", Polymer Durability,
Ciba-Geigy AG, Additives Division, CH-4002 Basel, Schweiz, American Chemical Society,
Bd. 25, S. 375–396, 1996.
Geeignete phenolische Antioxidantien umfassen Vitamin E und IRGANOX®
1010 von Ciba Specialty Chemicals, U.S.A. IRGANOX® 1010 enthält
Pentaerythrioltetrakis(3-(3,5-di-t-butyl-4-hydroxyphenyl)propionate).
Der optionale Bestandteil (E) ist ein Trägerstoff wie ein Lösungsmittel
oder Verdünnungsmittel. Der Bestandteil (E) kann während der Herstellung
des „Technischen Fetts" hinzu gegeben werden, um zum Beispiel die Vermischung
und Verarbeitung zu unterstützen. Der gesamte oder ein Teil des Bestandteils
(E) kann optional entfernt werden, nachdem das „Technische Fett" hergestellt
wurde.
Der optionale Bestandteil (F) ist ein Benetzungsmittel. Geeignete
Benetzungsmittel umfassen anionische, kationische und nicht ionische Tenside, von
denen auf dem Gebiet bekannt ist, dass sie als Benetzungsmittel wirken. Anionische
Benetzungsmittel werden beispielhaft durch TERGITOL® Nr. 7 dargestellt,
kationische Benetzungsmittel werden beispielhaft durch TRITON® X-100
dargestellt und nicht ionische Benetzungsmittel werden beispielhaft durch TERGITOL®
Nr. 27 dargestellt.
Der optionale Bestandteil (G) ist ein Entschäumer.
Der optionale Bestandteil (H) ist ein Pigment. Beispiele von geeigneten
Pigmenten umfassen Stan-Tone 50SP01 Green (das kommerziell von PolyOne verfügbar
ist) und Ruß wie Shawinigan Acetylene black, das kommerziell von der Chevron
Phillips Chemical Company LP verfügbar ist.
Der optionale Bestandteil (I) ist ein Brandverzögerer.
Der optionale Bestandteil (J) ist eine „Spacer-Substanz". „Spacer-Substanzen"
umfassen organische Teilchen, anorganische Teilchen oder eine Kombination derselben.
„Spacer-Substanzen" können thermisch leitfähig, elektrisch leitfähig
oder beides sein. „Spacer-Substanzen" können eine Teilchengröße
von 25 Mikrometer bis 250 Mikrometer aufweisen. Spacer können monodisperse
Kügelchen enthalten. Die Menge des Bestandteils (J) hängt von einer Reihe
von Faktoren einschließlich der Verteilung der Teilchen, des während des
Einbringens aufgetragenen Drucks und der Temperatur während des Einbringens
ab. Das „Technische Fett" kann bis zu 15 % oder alternativ zu bis zu 5 %
des Bestandteils (J) enthalten, der zusätzlich zu oder anstelle eines Teils
des Bestandteils (B) hinzu gegeben wird.
Der optionale Bestandteil (K) ist ein niedrig schmelzendes Metall.
Der Bestandteil (K) kann Ga, In, Sn oder eine Legierung davon enthalten. Das niedrig
schmelzende Metall kann optional zusätzlich Ag, Bi, Cd, Cu, Pb, Zn oder eine
Kombination davon enthalten. Beispiele von geeigneten niedrig schmelzenden Metallen
umfassen Ga, In-Bi-Sn-Legierungen, Sn-In-Zn-Legierungen, Sn-In-Ag-Legierungen, Sn-Ag-Bi-Legierungen,
Sn-Bi-Cu-Ag-Legierungen, Sn-Ag-Cu-Sb-Legierungen, Sn-Ag-Cu-Legierungen, Sn-Ag-Legierungen,
Sn-Ag-Cu-Zn-Legierungen und Kombinationen derselben. Das niedrig schmelzende Metall
kann einen Schmelzpunkt von bis zu 250 °C oder alternativ dazu bis zu 225 °C
aufweisen. Das niedrig schmelzende Metall kann einen Schmelzpunkt von wenigstens
50 °C oder alternativ dazu wenigstens 150 °C aufweisen. Das niedrig schmelzende
Metall kann eine eutektische Legierung, eine nicht eutektische Legierung oder ein
reines Metall sein. Niedrig schmelzende Metalle sind kommerziell
verfügbar. Das niedrig schmelzende Metall kann 1 % bis 20 % des Gewichts des
„Technischen Fetts" ausmachen.
Herstellungsverfahren
Das oben beschriebene „Technische Fett" kann durch das Vermischen
aller Bestandteile bei Umgebungs- oder erhöhter Temperatur unter Verwendung
jeglichen passenden Mischzubehörs wie eines Zentrifugalmischers (wie ein Mischer,
der kommerziell von Hauschild verfügbar ist) oder eines Resonanzschallmischers
(der kommerziell von der Resodyn Corporation verfügbar ist) hergestellt werden.
Wenn der Bestandteil (C) vorhanden ist, dann wird das „Technische Fett" optional
durch die Oberflächenbehandlung des Bestandteils (B) und jeglicher anderer
teilchenförmiger Bestandteile mit dem Bestandteil (C) zusammen und danach das
Mischen der resultierenden behandelten Teilchen mit anderen Bestandteilen in dem
„Technischen Fett" hergestellt. Alternativ dazu kann der Bestandteil (C)
mit einigen oder allen anderen Bestandteilen gleichzeitig vermischt werden.
Verwendungsverfahren
Das oben beschriebene „Technische Fett" kann als ein thermisches
Grenzflächenmaterial (TGM) verwendet werden. Das „Technische Fett" kann
entlang eines normalen Wärmeweges zwischen einer Wärmequelle und einem
Wärmeverteiler oder einer Wärmesenke positioniert werden. Das „Technische
Fett" kann mittels jeglicher passender Mittel wie Nassdispensieren, Siebdrucken,
Schablonendrucken oder Lösungsgießen des „Technischen Fettes" eingebracht
werden. Die Wärmequelle kann eine elektronische Komponente wie einen Halbleiter,
einen Transistor, einen integrierten Schaltkreis oder ein diskretes Bauteil enthalten.
Der Wärmeverteiler kann eine thermisch leitfähige Platte,
eine thermisch leitfähige Abdeckung, einen Ventilator, ein zirkulierendes Kühlsystem
oder eine Kombination derselben umfassen. Das „Technische Fett" kann in direktem
Kontakt mit der elektronischen Komponente und dem Wärmeverteiler (TGM1) verwendet
werden. Das „Technische Fett" kann entweder auf die elektronische Komponente
und danach auf den Wärmeverteiler aufgetragen werden, oder das „Technische
Fett" kann auf den Wärmeverteiler und danach auf die elektronische Komponente
aufgetragen werden. Alternativ dazu kann das „Technische Fett" in direktem
Kontakt mit dem Wärmeverteiler und einer Wärmesenke verwendet werden (TGM2).
Das „Technische Fett" kann entweder auf die Wärmesenke und danach auf
den Wärmeverteiler aufgetragen werden oder das „Technische Fett" kann
auf den Wärmeverteiler und danach auf die Wärmesenke aufgetragen werden.
Alternativ dazu kann das „Technische Fett" in direktem Kontakt mit der elektronischen
Komponente und der Wärmesenke verwendet werden. Das „Technische Fett"
kann entweder auf die elektronische Komponente und danach auf die Wärmesenke
aufgetragen werden oder das „Technische Fett" kann auf die Wärmesenke
und danach auf die elektronische Komponente aufgetragen werden.
Diese Erfindung betrifft weiterhin ein Produkt, enthaltend:
a) eine elektronische Komponente,
b) ein Grenzflächenmaterial und
c) eine Wärmesenke,
wobei das Grenzflächenmaterial entlang eines thermischen Wärmeleitungsweges
angeordnet ist, der sich von einer Oberfläche der elektronischen Komponente
zu einer Oberfläche der Wärmesenke erstreckt, wobei das Grenzflächenmaterial
das oben beschriebene „Technische Fett" umfasst.
Diese Erfindung betrifft zudem ein Produkt, enthaltend:
a) einen Wärmeverteiler und
b) ein Grenzflächenmaterial auf einer Oberfläche des Wärmeverteilers,
wobei das Grenzflächenmaterial und der Wärmeverteiler in einer Weise angeordnet
sind, dass sie einen Teil eines Wärmeleitungsweges zwischen einer elektronischen
Komponente und einer Wärmesenke umfassen, und wobei das Grenzflächenmaterial
das oben beschriebene „Technische Fett" umfasst.
Das Produkt kann zusätzlich eine Wärmesenke c) umfassen,
wobei das Grenzflächenmaterial mit einer Oberfläche der Wärmesenke
in Kontakt steht. Alternativ dazu kann das Grenzflächenmaterial mit der elektronischen
Komponente in Kontakt stehen.
1 zeigt ein Bauteil 100 gemäß dieser
Erfindung. Das Bauteil 100 enthält eine elektronische Komponente
103 (gezeigt als ein Chip mit integrierten Schaltkreisen), die auf ein
Substrat 104 durch eine Klebstoffbefestigungsaufnahme 109 aufgesetzt
ist. Das Substrat 104 weist Lötkügelchen 105 auf, die
daran durch Dämpfungsglieder befestigt sind. Ein erstes Grenzflächenmaterial
106 (TGM1) ist zwischen dem Chip mit integrierten Schaltkreisen
103 und einer Metallabdeckung 107 angeordnet. Die Metallabdeckung
107 wirkt als ein Wärmeverteiler. Ein zweites Grenzflächenmaterial
102 (TGM2) ist zwischen der Metallabdeckung 107 und einer Wärmesenke
101 angeordnet. Wenn die Vorrichtung betrieben wird, bewegt sich die Wärme
entlang eines Wärmeleitungsweges, der durch die Pfeile 108 dargestellt
wird.
Beispiele
Diese Beispiele sind dazu vorgesehen, dem Fachmann auf dem Gebiet
die Erfindung zu illustrieren und sollten nicht als beschränkend für den
Umfang der Erfindung, wie sie in den Ansprüchen dargestellt wird, interpretiert
werden. In den unten genannten Beispielen stellt „Me" eine Methylgruppe dar.
Vergleichsbeispiel 1 – Messung des Ausblutens
Das Ausbluten wird unter Verwendung des Konus-Maschen-Öl-Ausblutungstests,
ASTM D6184 bei 120 °C für zwei Tage gemessen.
Vergleichsbeispiel 2 – Messung des Ausblutens
Die Gewichtsverluste der Proben des „Technischen Fetts" werden
durch eine thermogravimetrische Analyse (IGA-Experiment) gemessen. Das „Technische
Fett" wird bei 10 °C/Min. auf 30 °C bis 120 °C erwärmt und isotherm
für 24 Stunden unter einem N2-Fluss von 10 ml/Min. gehalten.
Vergleichsbeispiel 3 – Herstellung eines Polyorganosiloxans
Ein Siloxan mit einer durchschnittlichen Struktur von Me3SiO(SiMe2O)3-(SiHMeO)6SiMe3
wird mit 1-Decen in der Gegenwart eines H2PtCl6-Katalysators
umgesetzt. Nach der Reaktion wird der Überschuss an Decenen und niedermolekulargewichtigen
Siloxanen unter reduziertem Druck bei 150 °C entfernt. Bei moderaten Reaktionsbedingungen
(die 140 °C nicht überschreiten) werden die funktionellen SiH-Gruppen
teilweise in SiC10H21 umgesetzt. Das resultierende Polyorganosiloxan
hat eine Viskosität von 47 cSt (mm2/s) bei Messung mit einem Cannon-Manning
Semi-Mikro-Viskosimeter bei 25 °C.
Beispiel 1 – Herstellung eines „Technischen Fetts"
Das in Vergleichsbeispiel 3 hergestellte Polyorganosiloxan (4,8 g),
C18H37Si(OMe)3 (0,21 g) und IRGANOX®
1010 (0,04 g) werden mit Al2O3 und ZnO als Füllstoffmischung
(79,3 g) vermischt. Die Füllstoffmischung enthält ein 2 : 1 Verhältnis
von Al2O3 : ZnO. Die mittlere Teilchengröße des
Al2O3 beträgt 10 Mikrometer und die mittlere Teilchengröße
des ZnO beträgt 1 Mikrometer. Das Vermischen wird mit einem Hauschild-Mischer
durchgeführt. Das resultierende „Technische Fett” hat eine Viskosität
von 14.000 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von 0,5 s–1 in
einem Steady State-Durchlaufexperiment mit einem ARES-Rheometer.
Das Ausbluten wird mit dem „Technischen Fett" gemäß
dem Verfahren von Vergleichsbeispiel 2 gemessen. Die TGA-Spur zeigt, dass in den
ersten 500 Minuten ein Gewichtsverlust von 0,22 % statffand und dass das Gewicht
dann konstant blieb. Die thermische Leitfähigkeit des „Technischen Fetts"
beträgt gemäß dem Hotdisk-Verfahren von Mathis 3,5 W/mK.
Das Ausbluten wird auch entsprechend dem Verfahren von Vergleichsbeispiel
1 gemessen und es wird kein Ausbluten beobachtet. Das Ausbluten wird erneut durch
das Verfahren des Vergleichbeispiels 1 mit der gleichen Probe gemessen, außer
dass die Temperatur für 2 Tage auf 150 °C erhöht wird. Wiederum wurde
kein Ausbluten beobachtet.
Beispiel 2 – Herstellung eines „Technischen Fetts"
Ein Polyorganosiloxan mit einer Viskosität von 29,4 cSt (mm2/s)
und einer durchschnittlichen Struktur von:
(8,4 g), C18H37Si(OMe)3 (0,4 g) und
IRGANOX® 1010 (0,07 g) werden mit einer Mischung aus Al2O3
und ZnO als Füllstoff (117,8 g) vermischt. Die Füllstoffmischung enthält
ein 2,3 : 1-Verhältnis von Al2O3 zu ZnO. Die mittlere
Teilchengröße des Al2O3 beträgt 10 Mikrometer
und die mittlere Teilchengröße des ZnO beträgt 1 Mikrometer. Das
Mischen wird mit einem Hauschild-Mischer durchgeführt. Das resultierende „Technische
Fett" hat eine Viskosität von 1133 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von
0,5 s–1 in einem Steady State-Durchlaufexperiment mit einem ARES2000-Rheometer.
Die thermische Leitfähigkeit des „Technisches Fetts", die durch das
Hotdisk-Verfahren von Mathis gemessen wird, beträgt 3,0 W/mK.
Beispiel 3 – Herstellung eines „Technischen Fetts"
Ein Polyorganosiloxan mit einer Viskosität von 15 cSt (mm2/s)
und der durchschnittlichen Struktur von
(8,4 g), C18H37Si(OMe)3 (0,4 g) und
IRGANOX® 1010 (0,07 g) werden mit einer Mischung aus Al2O3
und ZnO als Füllstoff (117,9 g) vermischt. Die Füllstoffmischung enthält
ein 2,3 : 1-Verhältnis von Al2O3 zu ZnO. Die mittlere
Teilchengröße des Al2O3 beträgt 10 Mikrometer
und die mittlere Teilchengröße des ZnO beträgt 1
Mikrometer. Das Mischen wird mit einem Hauschild-Mischer durchgeführt. Das
„Technische Fett" hat eine Viskosität von 1162 Poise bei einer Schergeschwindigkeit
von 0,5 s–1 in einem Steady State-Durchlaufexperiment mit einem
ARES2000-Belastungsrheometer. Die thermische Leitfähigkeit des „Technisches
Fetts", die durch das Hotdisk-Verfahren von Mathis gemessen wird, beträgt 3,0
W/mK.
Beispiel 4 – Herstellung eines „Technischen Fetts"
Ein Polyorganosiloxan mit einer Viskosität von 22 cSt (mm2/s)
und der durchschnittlichen Struktur von:
(8,4 g), C18H37Si(OMe)3 (0,4 g) und
IRGANOX® 1010 (0,07 g) werden mit einer Mischung aus Al2O3
und ZnO als Füllstoff (117,9 g) vermischt. Die Füllstoffmischung enthält
ein 2,3 : 1-Verhältnis von Al2O3 zu ZnO. Die mittlere
Teilchengröße des Al2O3 beträgt 10 Mikrometer
und die mittlere Teilchengröße des ZnO beträgt 1 Mikrometer. Das
Mischen wird mit einem Hauschild-Mischer durchgeführt. Das „Technische
Fett" hat eine Viskosität von 2279 Poise bei einer Schergeschwindigkeit von
0,5 s–1 bei einem Steady-State-Durchlaufexperiment mit einem AR2000
Belastungsrheometer. Die thermische Leitfähigkeit des „Technischen Fetts",
die durch das Hotdisk-Verfahren von Mathis gemessen wird, beträgt 3,2 W/mK.
Beispiel 5 – Herstellung eines „Technischen Fetts"
Ein „Technisches Fett" wird durch das Vermischen der folgenden
Bestandteile hergestellt, enthaltend: 5,4 Gewichtsanteile Trimethylsiloxy-endständiges
Dimethylmethyldecylsiloxan; 0,02 Gewichtsanteile Dimethylvinylsiloxy-endständiges
Polydimethylsiloxan; 0,05 Gewichtsanteile IRGANOX® 1010; 0,01 Gewichtsanteile
Kohlenstoffruß; 66 Gewichtsanteile Aluminiumoxid, behandelt mit Monotrimethoxysiloxy,
Mono(vinyl, methyl oder butyl)dimethylsiloxan; 28 Gewichtsanteile Zinkoxid und 0,1
Gewichtsanteile Octadecyltrimethoxysilan.
Gewerbliche Anwendbarkeit
Die Erfinder haben überraschenderweise herausgefunden, dass die
Verwendung eines Polyorganosiloxans mit einer Viskosität von kleiner als 50
cSt (mm2/s) bei 25 °C ein „Technisches Fett" ergibt, das
wenig oder kein Ausbluten zeigt, sogar in Abwesenheit eines die Ausblutung hemmenden
Mittels wie Siliziumdioxid in dem „Technischen Fett". „Kein Ausbluten"
bedeutet, dass das „Technische Fett" kein Ausbluten zeigt, wenn es durch
das Verfahren von Vergleichsbeispiel 1 getestet wird. Das „Technische Fett"
kann eine thermische Leitfähigkeit von 3 W/mK oder größer aufweisen.
Das „Technische Fett" ist zur Verwendung als ein thermisches Grenzflächenmaterial
in einer Reihe von elektronischen Bauteilen geeignet.
ZEICHNUNGEN
1 ist eine schematische Darstellung eines Querschnitts
eines elektronischen Bauteils, dad das „Technische Fett" der Erfindung enthält.
100
Bauteil
101
Wärmesenke
102
zweites Grenzflächenmaterial (TGM2)
103
Chip mit integrierten Schaltkreisen
104
Substrat
105
Lotkügelchen
106
erstes Grenzflächenmaterial (TGM1)
107
Metallabdeckung
108
durch Pfeile dargestellter Wärmeleitungsweg
109
Klebstoffbefestigungsaufnahme
110
Dämpfungsglieder
Anspruch[de]
Ein „Technisches Fett", enthaltend:
(A) 2 bis 50 Gew.-% eines Polyorganosiloxans, wobei Bestandteil (A) eine Viskosität
von kleiner als 50 Centistoke (mm2/s) hat und
Bestandteil (A) frei von Hydroxylgruppen ist, und
(B) 50 bis 98 Gew.-% eines thermisch leitfähigen Füllstoffs, ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus Aluminiumoxid, Bornitrid, Siliciumcarbid, Zinkoxid
und Kombinationen daraus, wobei das „Technische Fett" frei von Siliciumdioxid
ist.Ein „Technisches Fett", enthaltend:
(A) 2 bis 50 Gew.-% eines Polyorganosiloxans, wobei Bestandteil (A) eine Viskosität
von kleiner als 50 Centistoke (mm2/s) hat und
Bestandteil (A) frei von reaktiven Gruppen ist, und
(B) 50 bis 98 Gew.-% eines thermisch leitfähigen Füllstoffs, wobei das
„Technische Fett" frei von Siliciumdioxid ist.Das „Technische Fett" gemäß Anspruch 1 oder 2, außerdem
enthaltend wenigstens einen Bestandteil, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus:
(C) einem Behandlungsmittel, (D) einem Antioxidans, (E) einem Trägerstoff,
(F) einem Benetzungsmittel, (G) einem Entschäumer, (H) einem Pigment, (I) einem
Brandverzögerer, (J) einer „Spacer-Substanz", und (K) einem niedrig
schmelzenden Metall.Das „Technische Fett" gemäß Anspruch 2, wobei
Bestandteil (B) ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus Aluminiumoxid,
Bariumtitanat, Berylliumoxid, Bornitrid, Diamant, Graphit, Magnesiumoxid, teilchenförmigem
Metall, Siliciumcarbid, Wolframcarbid, Zinkoxid und Kombinationen daraus.Ein „Technisches Fett", enthaltend:
(A) 2 bis 50 Gew.-% eines Polyorganosiloxans mit der Formel
R13SiO(R12SiO)&agr;(R1R2SiO)&bgr;SiR13, worin
jedes R1 unabhängig voneinander eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen ist;
jedes R2 unabhängig voneinander eine einbindige Kohlenwasserstoffgruppe
mit 1 bis 30 Kohlenstoffatomen ist; und
die Indices &agr; und &bgr; solche Werte haben, dass die Viskosität des
Bestandteils (A) kleiner als 50 Centistoke (mm2/s) bei 25°C ist;
(B) 50 bis 98 Gew.-% eines thermisch leitfähigen Füllstoffs, der Aluminiumoxid
und Zinkoxid enthält;
(C) 0,05 bis 10 Gew.-% eines Alkoxysilans mit der Formel
R5xSi(OR6)(4-x), worin
x gleich 1, 2 oder 3 ist;
R5 eine substituierte oder unsubstituierte einbindige Kohlenwasserstoffgruppe
mit 1 bis 50 Kohlenstoffatomen ist; und
R6 eine unsubstituierte, gesättigte Kohlenwasserstoffgruppe mit
1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist:
(D) 0,001 bis 1 Gew.-% eines Antioxidans und
(E) 0,001 bis 1 Gew.-% eines Pigments.Ein Verfahren, umfassend: das Einführen des „Technischen
Fettes" gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 entlang eines Wärmeleitungsweges
zwischen eine Wärmequelle und einen Wärmeverteiler.Das Verfahren gemäß Anspruch 6, wobei die Wärmequelle
eine elektronische Komponente enthält.Das Verfahren gemäß Anspruch 6, wobei der Wärmeverteiler
eine Wärmesenke, eine thermisch leitfähige Platte, eine thermisch leitfähige
Abdeckung, einen Ventilator oder ein zirkulierendes Kühlsystem umfasst.Ein Bauteil, enthaltend:
a) eine elektronische Komponente,
b) ein Grenzflächenmaterial und
c) eine Wärmesenke;
wobei das Grenzflächenmaterial entlang eines thermischen Wärmeleitungsweges
angeordnet ist, der sich von einer Oberfläche der elektronischen Komponente
zu einer Oberfläche der Wärmesenke erstreckt, wobei das Grenzflächenmaterial
das „Technische Fett" gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5 umfasst.Ein Bauteil, enthaltend:
a) einen Wärmeverteiler und
b) ein Grenzflächenmaterial auf einer Oberfläche des Wärmeverteilers,
wobei das Grenzflächenmaterial und der Wärmeverteiler in einer Weise angeordnet
sind, dass sie einen Teil eines Wärmeleitungsweges zwischen einer elektronischen
Komponente und einer Wärmesenke umfassen, und wobei das Grenzflächenmaterial
das „Technische Fett" gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4 umfasst.Das „Technische Fett" gemäß einem der Ansprüche
1, 2 und 5, wobei das Polyorganosiloxan eine Viskosität von 1 bis 47 Centistoke
(mm2/s) hat.