Die Erfindung betrifft ein Formteil für eine Wandverkleidung
oder als Stützelement unter Verwendung körniger Natursteine.
In DE 43 20 118 C2
werden offenporige Formteile für den Baustoffbereich beschrieben, welche auf
der Basis eines duromeren Polyurethans als Bindemittel für ein körniges
Material hergestellt werden, wobei ein Isocyanat/Polyol-Reaktivharz gemischt wird,
welches einen Zinnkatalysator und ein Suspendierhilfsmittel enthält und anschließend
das Isocyanat/Polyol-Reaktivharz mit dem körnigen Material vermischt wird.
Das Isocyanat/Polyol-Reaktivharz enthält dabei bis zu 50% Füllstoff und
das körnige Material bis zu 10% an Körnern mit einem Durchmesser von weniger
als 1mm. Die hergestellte Füllmasse wird unter Rütteln in Formen eingefüllt,
für eine Stunde auf 80 bis 150°C erwärmt und dann entformt. Diese
Formteile werden dort eingesetzt, wo offenporige Formteile erforderlich sind und
Wasser versickern soll, beispielsweise für Gehwegplatten, Beläge für
Terrassen, atmungsaktive Mauersteine usw.
Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, dass eine Wasserdurchlässigkeit
der Formteile gegeben ist, die jedoch nicht immer gewünscht wird. Die Herstellung
von Formteilen, die komplett aus körnigen Natursteinen bestehen, ist relativ
teuer. Da die Füllmasse mit den körnigen Natursteinen nur durch Rütteln
in die Formen eingefüllt wird, kann es vorkommen, dass ein ungenügender
Zusammenhalt zwischen den körnigen Natursteinen entsteht und die Formteile
bei Druckbelastung brechen.
In der DE 199 58 774 A1
wird ein Formteil unter Verwendung einer Feststoffschicht und einer klebstoffgebundenen
Kiesschicht beschrieben. Diese Verbundkörper werden für die Befestigung
von Geh- und Fahrwegen, Plätzen oder Hallen eingesetzt. Eine Verwendung dieser
Formteile als Wandelemente ist nicht möglich, da der in der Körnung relativ
große Kies bei senkrechter Belastung keine genügende Haftung mit der Feststoffschicht
bietet und sich ablösen kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Formteil für eine Wandverkleidung
oder als Stützelement zu schaffen, das eine hohe Festigkeit aufweist, im Bedarfsfall
weitestgehend wasserundurchlässig ist, kostengünstig hergestellt werden
kann und eine große Formen- und Farbenvielfalt ermöglicht. Diese Aufgabe
wird mit den Merkmalen des 1. Patentanspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Das Formteil für eine Wandverkleidungen oder als Stützelement
besteht aus einem Grundelement, einer auf dem Grundelement aufgebrachten Grundschicht
aus Polyurethanharz oder Epoxydharz, einer darauf aufgebrachten ersten Schicht aus
körnigen Natursteinen geringer Körnung und einer zweiten Schicht aus Natursteinen
größerer Körnung, wobei die körnigen Natursteine beider Schichten
mit Polyurethanharz oder Epoxydharz umhüllt sind und sowohl untereinander an
ihren Kontaktstellen als auch mit der Grundschicht des Grundelementes verbunden
sind, und eine Oberflächenversiegelung aus einer Polyurethanharz- oder Epoxydharzschicht
vorgesehen ist, die auf der zweiten Schicht zumindest in Sichtrichtung angebracht
ist.
Das Grundelement ist insbesondere plattenförmig ausgebildet und
besteht bevorzugt aus Beton (z.B. Stützelement oder Winkelstützelement),
kann aber auch aus Metall, Kunststoff, Gipskarton, Hartfaserwerkstoff oder anderen
Baumaterialien gefertigt sein.
Die körnigen Natursteine können als eine Schicht an dem
Grundelement angeordnet sein, es ist aber auch möglich, diese als eine Wand
auszubilden, die z.B. ein Formteil mit einer Ausnehmung mit oder ohne Boden ergibt.
Die auf dem Grundelement aufgebrachte Schicht aus sich verfestigenden
Polyurethanharz oder Epoxydharz gewährleistet eine innige Haftung der körnigen
Natursteine zum Grundelement.
Vorteilhaft ist insbesondere bei einer zu erzielenden Oberfläche
aus sehr grobkörnigen Steinen, wenn zuerst auf dem Grundelement die erste Schicht
mit körnigen Natursteinen geringer Körnung angeordnet ist, an welche sich
dann die (zweite) Schicht mit sehr grobkörnigen Steinen anschließt.
Es ist auch möglich, dass sich (mit oder ohne Verwendung eines
Grundelementes) jeweils eine erste Schicht aus Natursteinen kleinerer Körnung
und eine zweite Schicht aus Natursteinen größerer Körnung abwechseln.
Dadurch wird der Halt der Steine untereinander durch eine größere
Anzahl von Kontaktstellen verbessert.
Bevorzugt weist die erste Schicht Natursteine eine Körnung von
0,3 bis 3 cm bei einer Schichtdicke von 1 bis 6 cm auf.
Die zweite Schicht besteht dann z.B. aus Natursteinen einer Körnung
von 2 bis 10 cm und besitzt eine Schichtdicke von 4 bis 60 cm.
Weiterhin sollte die Oberfläche der Formteile und damit der körnigen
Natursteine zumindest in Sichtrichtung mit einer Schicht aus sich verfestigendem
Polyurethanharz oder Epoxydharz versiegelt sein. Neben der dadurch
verbesserten Haltbarkeit wird ein Nass-Effekt erzielt, der eine dekorative Wirkung
hat und die Maserung der Steine besser zur Geltung bringt.
Zur Erzielung von Farb- und Dekorationseffekten kann das Polyurethanharz
oder Epoxydharz auch eingefärbt oder mit Partikeln oder Fasern versehen sein.
Die Partikel oder Fasern können aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen oder
einen hohen Glanzgrad aufweisen, so dass bei entsprechendem Lichteinfall ein Glitzereffekt
entsteht. Das sich verfestigende Polyurethanharz oder Epoxydharz kann zur Beschleunigung
des Verfestigungsvorganges mit einem Härter versehen sein.
Die Herstellung der Formteile erfolgt mit dem nachfolgend beschriebenen
Verfahren:
Das Grundelement wird verschalt und mit einer Grundschicht aus noch flüssigem
Polyurethanharz oder Epoxydharz (mit oder ohne Härter) versehen. Die körnigen
Natursteine werden in einem Mischer unter Beimengung von flüssigem Polyurethanharz
oder Epoxydharz gemischt bis sie keine trockenen Stellen mehr aufweisen. Bedarfsweise
erfolgt während des Mischvorganges die Zugabe von Farbe, Partikeln oder Fasern.
Um eine zuverlässige Benetzung der gesamten Oberfläche der Steine zu gewährleisten,
sollte der Mischvorgang ca. 3 bis 8 Minuten betragen. Dann wird diese Mischung auf
das Grundelement in der erforderlichen Schichtdicke aufgebracht und planeben abgezogen.
Die aufgebrachte Schicht wird nun verdichtet (z.B. mit Flächenrüttler
für 30 Sekunden bis 2 Minuten) und mit einer Oberflächenversiegelung aus
flüssigem Polyurethanharz oder Epoxydharz versehen. Dabei ist der entstehende
Glanzgrad von der Menge der Oberflächenversiegelung abhängig –
es gilt: je mehr flüssiges Polyurethanharz oder Epoxydharz um so größer
ist der Glanzgrad. Überschüssiges von flüssigem Polyurethanharz oder
Epoxydharz fließt zwischen die Lücken der Steine und verbindet diese zusätzlich.
Die Formteile müssen dann für ca. 1 Stunde bis 24 h aushärten
und können dann entschalt werden; die Endfestigkeit tritt nach ca. 1 Woche
ein.
Vorteilhafterweise wird zuerst auf das Grundelement eine erste Schicht
aus Steinen mit kleiner Körnung (z.B. Splitt oder Kies mit rundem oder gebrochenem
Korn) und dann erst die Schicht aus Steinen mit größerer Körnung
aufgebracht. Dadurch wird die Haftung der Steine mit der größeren Körnung
verbessert. Je größer die Steine für die Deckschicht gewählt
werden, um so größer sollte die Schichtdicke der darunter liegenden ersten
Schicht sein, so dass die größeren Steine zu diesem Untergrund eine größere
Verbindungsfläche und somit eine innigere Verbindung erhalten.
Die Aushärtezeit kann durch Erhöhung der Temperatur reduziert
werden.
Die Steine sollten vorbehandelt, d.h. um Verunreinigungen zu beseitigen,
vorgewaschen werden. Anschließend erfolgt ein Trocknungsprozess der Steine
(z.B. bei 40°-80°C). Die Steine werden dann bevorzugt im vorgewärmten
Zustand dem Mischer zugeführt.
Die Formteile können als Wandverkleidungen, Stützelemente
oder Winkelstützelemente eingesetzt werden, wofür Grundelemente aus Beton
mit den gewünschten Steinen bestückt werden.
Da Grundelemente aus Beton preiswert sind und nur eine oder zwei Schichten
aus körnigen Steinen darauf befestigt werden, sind die erfindungsgemäßen
Formelemente kostengünstig herstellbar.
Neben der Herstellung von Wandverkleidungen sowie Stütz- und
Winkelstützelementen können auch Bodenplatten, Treppenstufen und ähnliche
Formteile hergestellt werden. Weiterhin ist es möglich dekorative Behältnisse,
wie z.B. Pflanzkübel zu fertigen.
Ohne Verwendung eines Grundelements werden die mit flüssigem
Polyurethanharz oder Epoxydharz benetzten körnigen Steine in eine entsprechende
Form geschüttet, verdichtet und nach dem Aushärten entformt.
Alternativ ist es selbstverständlich auch möglich, das Grundelement
als Boden eines Behältnisses auszubilden mit einer entsprechend gestalteten
Grundfläche auszuführen. Es wird dann eine innere und eine äußere
Verschalung entsprechend des gewünschten Verlaufes der Behälterwand gewählt.
Die beiden Verschalungen werden mit den mittels Polyurethanharz oder Epoxydharz
benetzten körnigen Steine gefüllt. Vorher wurde das Grundelement zwischen
den Verschalungen mit einer Grundschicht aus Polyurethanharz oder Epoxydharz versehen.
Die Steine werden dann verdichtet und nach dem Aushärten des Polyurethanharzes
oder Epoxydharzes entformt. Abschließend wird die Oberfläche des Pflanzkübels
komplett mit einer Versiegelung aus flüssigem und sich verfestigendem Polyurethanharz
oder Epoxydharz versehen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
und zugehörigen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
1: Grundelement 2 in Schnittdarstellung,
2: mit Verschalung 3 und erster Schicht S1
und zweiter Schicht S2 versehenes Grundelement 1, in Schnittdarstellung,
3: Formelement 1 in der Art eines Stützelements
in Schnittdarstellung,
4: Herstellung eines Formelements in der Form eines
runden Pflanzkübels mit Boden in Schnittdarstellung,
5: Formelement 1 in der Form eines Pflanzkübels
mit Boden in Schnittdarstellung,
6: Pflanzkübel (Formelement 1) mit Boden
in Draufsicht,
7: Herstellung eines Formelements in der Form eines
rechteckigen Pflanzkübels ohne Boden in Schnittdarstellung,
8: Formelements in der Form eines rechteckigen Pflanzkübels
ohne Boden in der Draufsicht.
1 zeigt ein Grundelement 2 aus Beton in Schnittdarstellung.
Das Grundelement 2 ist plattenförmig ausgebildet. Gem. 2
wurde das Grundelement 2 mit einer Verschalung 3 ummantelt. Die
Oberseite des Grundelements 2 wurde mit einer Grundschicht S.G aus noch
flüssigem Polyurethanharz (PUR Harz) versehen. Auf die Grundschicht S.G wurde
eine erste Schicht S1 aus mit flüssigem Polyurethanharz benetzten Steinen kleinerer
Körnung geschüttet und darüber wurde eine zweite Schicht S2 aus mit
flüssigem Polyurethanharz benetzten Steinen größerer Körnung
aufgebracht. Beide Schichten wurden verfestigt (mittels Flächenrüttler).
Abschließend wurde die zweite Schicht mit einer Oberflächenversiegelung
S.O aus flüssigem Polyurethanharz versehen.
Nach dem Aushärten des Polyurethanharzes (ca. 1-24 Stunden) kann
die Verschalung 3 entfernt werden.
Man erhält nun ein Formelement 1 gem. 3
(Schnittdarstellung), welches in Sichtrichtung eine sehr schöne Oberfläche
aufweist, die durch die Steine der zweiten Schicht S2 geprägt wird.
Die Natursteine der Schichten S1 und S2 wurden vorher gereinigt und
getrocknet und mit einer Suspension PUR Harz vermischt, so dass deren Oberfläche
vollständig damit benetzt ist.
Die Herstellung eines Formelements 1 in der Form eines runden
Pflanzkübels mit Boden in Schnittdarstellung zeigt 4.
Das Grundelement 2, welches hier den Boden bildet, wurde mit einer äußeren
Verschalung 3.1 und einer inneren Verschalung 3.2 versehen. Zwischen
beiden Verschalungen 3.1, 3.2 wurde auf dem Grundelement
2 die Grundschicht SG aufgebracht und darüber die erste S1 und die
zweite Schicht S2 aus mit flüssigem PUR Harz benetzten Steinen und dann wurden
die Schichten verfestigt. Nach dem Aushärten wird der Pflanzkübel entschalt.
Das so hergestellte Formelement 1 in der Art eines runden Pflanzkübels
ist in 5 in Schnittdarstellung und in 6
in der Draufsicht dargestellt. Das Grundelement 2 bildet dabei den Boden
des Pflanzkübels.
Neben einer zylindrischen Wand gem. 6
kann auch ein anderer Wandverlauf gewählt und z.B. auch ein Formteil mit durchgehendem
Hohlraum ohne Boden mit oder ohne Verwendung eines Grundelementes erzeugt werden.
Die Herstellung eines Formelements 1 in der Form eines rechteckigen
Pflanzkübels ohne Boden in Schnittdarstellung zeigt 7.
Auf einer Bodenplatte 4 werden die äußere Verschalung
3.1 und die innere Verschalung 3.2 im gewünschten Abstand
fixiert. Nun werden die mit flüssigem Epoxydharz umhüllten Steine zwischen
beide Verschalungen gefüllt. In diesem Fall wurden jeweils abwechselnd zwei
Schichten S1 mit Steinen kleiner Körnung und zwei Schichten S2 mit größerer
Körnung eingeschüttet und verdichtet. Die sich zwischen beiden Schichten
S2 befindlichen Steine kleinerer Körnung der oberen Schicht S1 werden dabei
zwischen die Seine der darunter liegende Schicht S2 größerer Körnung
in Pfeilrichtung eingerüttelt, wodurch sich besserer Verbund nach dem Aushärten
ergibt. Nach dem Aushärten wird die Verschalung 3.1, 3.2
entfernt und es liegt ein hohles Formelement in Form eines Pflanzkübels ohne
Boden vor. Das Formelement 1 weist entsprechend der in 8
gezeigten Draufsicht einen rechteckigen Wandverlauf auf und wurde vollständig
mit einer Oberflächenversiegelung S.O versehen.
Selbstverständlich ist es auch möglich, eine einheitliche
Körnung zu verwenden.
Weiterhin können auch massive Körper mit diesem Verfahren
hergestellt werden.