Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Betätigung von Fenstern,
die ein Griffteil aufweist.
Typische Fenster sind häufig als sogenannte Dreh-Kipp-Fenster
ausgebildet und mit einem relativ kurzen Handgriff versehen. Der Handgriff ermöglicht
eine einfache und funktionelle Betätigung durch gesunde Personen, eine Betätigung
durch behinderte Personen, insbesondere durch Rollstuhlfahrer, ist jedoch mit erheblichen
Problemen verbunden, da ein Rollstuhlfahrer oder anderweitig gehbehinderte Person
den Griff nicht oder nur unter sehr schwierigen Umständen erreichen können.
Vergleichbare Bedienungsprobleme gibt es auch bei einfachen Fenstern,
die lediglich als Drehfenster ausgebildet sind sowie bei Terrassentüren und
vergleichbaren Bauelementen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend
genannten Art derart zu verbessern, daß eine Benutzung durch behinderte Personen
erleichtert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daß das Griffteil über ein Verlängerungssegment mit einem ersten
Schwenkgelenk verbunden ist und daß das erste Schwenkgelenk über einen
Adapter mit einem Zapfen gekoppelt ist, der in eine Aufnahme eines Verschlußteiles
des Fensters einführbar ist.
Durch die Anordnung eines Verlängerungssegmentes am Griffteil
und die Verwendung des Schwenkgelenkes ist es möglich, eine Betätigung
des Fensters auch aus einer größeren Entfernung und insbesondere von einem
Rollstuhl aus vorzunehmen. Durch die Verwendung des Schwenkgelenkes ist es insbesondere
möglich, auch bei einem Hochdrehen des Fenstergriffes eine Hauptbetätigungsrichtung
von schräg unten zu unterstützen.
Die oben stehend beispielhaft erwähnte Anwendung für die
Betätigung von Fenstern läßt sich auch auf alle anderen vergleichbaren
Bauelemente, beispielsweise auf Balkontüren, übertragen.
Sowohl eine Fertigung als auch eine Handhabung werden dadurch erleichtert,
daß das Griffteil und das Verlängerungssegment voneinander trennbar ausgebildet
sind.
Insbesondere erweist es sich zu einer Vergrößerung des Benutzungskomforts
als zweckmäßig, daß das Griffteil umsteckbar am Verlängerungssegment
angeordnet ist.
Eine günstige Krafteinleitung wird dadurch unterstützt,
daß sich das Griffteil mindestens bereichsweise quer zum Verlängerungssegment
erstreckt.
Eine weitere Steigerung des Benutzungskomforts läßt sich
dadurch erreichen, daß das erste Schwenkgelenk über ein Verbindungsstück
mit einem zweiten Schwenkgelenk verbunden ist, das im Bereich eines Adapters angeordnet
ist.
Eine Betätigung schräg von unten in allen denkbaren Benutzugssituationen
wird dadurch erreicht, daß eine erste Schwenkachse des ersten Schwenkgelenkes
und eine zweite Schwenkachse des zweiten Schwenkgelenkes im wesentlichen quer zueinander
angeordnet sind.
Eine Nachrüstbarkeit wird dadurch unterstützt, daß
der Adapter auf einen Fenstergriff aufsteckbar ist.
Zur Vermeidung eines unbeabsichtigten Trennens der Vorrichtung und
des Fenstergriffes wird vorgeschlagen, daß der Adapter am Fenstergriff arretierbar
ist.
Ein weiteres Anwendungsgebiet wird dadurch erschlossen, daß der
Adapter mit einem Türgriff koppelbar ist.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
1 eine Seitenansicht einer Griffverlängerung und
2 eine Darstellung der Griffverlängerung gemäß
Blickrichtung II in 1.
In 1 ist eine Vorrichtung zur Betätigung
von Fenstern oder Balkontüren dargestellt, die mit einem Griffteil (1)
versehen ist. Das Griffteil (1) ist über ein Verlängerungssegment
(2) mit einem ersten Schwenkgelenk (3) verbunden. Das erste Schwenkgelenk
(3) ist über einen Adapter (4) mit einem Zapfen (5)
gekoppelt, der in eine nicht dargestellte Aufnahme eines Verschlußteiles eines
ebenfalls nicht dargestellten Fensters einführbar ist.
Im Bereich des Adapters (4) ist ein zweites Schwenkgelenk
(6) angeordnet, dessen zweite Schwenkachse (7) im wesentlichen
senkrecht zu einer ersten Schwenkachse (8) des ersten Schwenkgelenkes (3)
angeordnet ist. Durch diese Anordnung ist eine Drehbeweglichkeit in allen räumlichen
Dimensionen möglich.
Bei der Ausführungsform gemäß 1
ist das Griffteil (11) vom Verlängerungssegment (2) abnehmbar.
Eine Kopplung erfolgt hierbei durch einen Verbindungszapfen (9).
Ebenfalls ist gemäß der Ausführungsform in 1
vorgesehen, daß der Adapter (4) auf einen konventionellen Fenstergriff
(10) aufsteckbar und an diesem fixierbar ist. Die Fixierbarkeit kann beispielsweise
über ein Verklemmen oder ein Verschrauben erfolgen. Ebenfalls ist es möglich,
den Adapter (4) irreversibel mit dem Fenstergriff (10) zu verbinden
und beispielsweise eine Verklebung herzustellen. Darüber hinaus ist daran gedacht,
einen spielfreien Kontakt zwischen dem Adapter (4) und dem Fenstergriff
(10) durch geeignete Verbindungsmaterialien, beispielsweise aushärtbare
Ausgleichsmassen, herzustellen.
Gemäß der Ausführungsform in 4 ist
der Fenstergriff (10) mit einem Sockel (11) versehen, der zur
Einführung in das nicht dargestellte Fenster Fixierungsvorsprünge (12)
aufweist. Der Zapfen (5) erstreckt sich ausgehend vom Fenstergriff (10)
durch den Sockel (11) hindurch.
Gemäß dem Ausführungsbeispiel in 1
ist das Verlängerungssegment (2) in ein Halterungselement (13)
des Adapters (4) eingeführt. Das Halterungselement (13) trägt
zusätzlich auch eine Drehachse (14) des ersten Schwenkgelenkes (3).
Auf der Drehachse (14) ist ein Verbindungsstück (15) drehbeweglich
geführt, das das Halterungselement (13) mit einem Basiselement (16)
des Adapters (4) verbindet. Das Basiselement (16) haltert eine
Drehachse (17) des zweiten Schwenkgelenkes (6), auf dem das Verbindungsstück
(15) ebenfalls drehbeweglich geführt ist.
Eine Fixierung des Fenstergriffes (10) im Bereich des Adapters
(4) kann beispielsweise unter Verwendung eines Arretierelementes (18)
erfolgen, das beim dargestellten Ausführungsbeispiel als Schraube ausgebildet
ist.
Der Aufbau der Vorrichtung wird in 2
entsprechend Blickrichtung II in 1 nochmals veranschaulicht.
Zu erkennen ist insbesondere, daß das Griffteil (1) relativ groß
ausgebildet ist, so daß ein einfaches Ergreifen und eine Bedienung auch durch
körperbehinderte Personen in einfacher weise möglich ist. 2
veranschaulicht ebenfalls, daß das Basiselement (16) zwei mit einem
Abstand zueinander angeordneter Platten aufweist, die die Drehachse (16)
haltern und zwischen die das Verbindungsstück (15) eingeführt
ist.
Zur Anpassung an unterschiedliche Körpergrößen oder
unterschiedliche Bedienpositionen eines Benutzers ist auch daran gedacht, das Verlängerungssegment
(2) längenvariabel auszubilden. Die veränderliche Länge
kann beispielsweise über eine teleskopierbare Ausführung des Verlängerungssegmentes
(2) realisiert werden. Insbesondere ist hierbei daran gedacht, über
Rastungen oder Arretierungen eine Fixierung für eine jeweils gewählte
Verlängerungspositionierung vorzusehen. Die Verlängerung kann stufenlos
oder stufig erfolgen. Die Längenveränderlichkeit kann auch über aufsteckbare
oder herausnehmbare Anpaßsegmente realisiert sein.