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Dokumentenidentifikation DE102006025004A1 06.12.2007
Titel Vorrichtung zur Betätigung von Fenstern
Anmelder Wittern, Herbert, 22297 Hamburg, DE
Erfinder Wittern, Herbert, 22297 Hamburg, DE
Vertreter Patentanwälte HANSMANN-KLICKOW-HANSMANN, 22767 Hamburg
DE-Anmeldedatum 30.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006025004
Offenlegungstag 06.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.12.2007
IPC-Hauptklasse E05F 11/02(2006.01)A, F, I, 20060530, B, H, DE
Zusammenfassung Die Vorrichtung dient zur Betätigung von Fenstern und weist ein Griffteil auf. Das Griffteil ist über ein Verlängerungssegment mit einem ersten Schwenkgelenk verbunden. Das erste Schwenkgelenk ist über einen Adapter mit einem Zapfen gekoppelt, der in eine Aufnahme eines Verschlußteiles des Fensters einführbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Betätigung von Fenstern, die ein Griffteil aufweist.

Typische Fenster sind häufig als sogenannte Dreh-Kipp-Fenster ausgebildet und mit einem relativ kurzen Handgriff versehen. Der Handgriff ermöglicht eine einfache und funktionelle Betätigung durch gesunde Personen, eine Betätigung durch behinderte Personen, insbesondere durch Rollstuhlfahrer, ist jedoch mit erheblichen Problemen verbunden, da ein Rollstuhlfahrer oder anderweitig gehbehinderte Person den Griff nicht oder nur unter sehr schwierigen Umständen erreichen können.

Vergleichbare Bedienungsprobleme gibt es auch bei einfachen Fenstern, die lediglich als Drehfenster ausgebildet sind sowie bei Terrassentüren und vergleichbaren Bauelementen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu verbessern, daß eine Benutzung durch behinderte Personen erleichtert wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Griffteil über ein Verlängerungssegment mit einem ersten Schwenkgelenk verbunden ist und daß das erste Schwenkgelenk über einen Adapter mit einem Zapfen gekoppelt ist, der in eine Aufnahme eines Verschlußteiles des Fensters einführbar ist.

Durch die Anordnung eines Verlängerungssegmentes am Griffteil und die Verwendung des Schwenkgelenkes ist es möglich, eine Betätigung des Fensters auch aus einer größeren Entfernung und insbesondere von einem Rollstuhl aus vorzunehmen. Durch die Verwendung des Schwenkgelenkes ist es insbesondere möglich, auch bei einem Hochdrehen des Fenstergriffes eine Hauptbetätigungsrichtung von schräg unten zu unterstützen.

Die oben stehend beispielhaft erwähnte Anwendung für die Betätigung von Fenstern läßt sich auch auf alle anderen vergleichbaren Bauelemente, beispielsweise auf Balkontüren, übertragen.

Sowohl eine Fertigung als auch eine Handhabung werden dadurch erleichtert, daß das Griffteil und das Verlängerungssegment voneinander trennbar ausgebildet sind.

Insbesondere erweist es sich zu einer Vergrößerung des Benutzungskomforts als zweckmäßig, daß das Griffteil umsteckbar am Verlängerungssegment angeordnet ist.

Eine günstige Krafteinleitung wird dadurch unterstützt, daß sich das Griffteil mindestens bereichsweise quer zum Verlängerungssegment erstreckt.

Eine weitere Steigerung des Benutzungskomforts läßt sich dadurch erreichen, daß das erste Schwenkgelenk über ein Verbindungsstück mit einem zweiten Schwenkgelenk verbunden ist, das im Bereich eines Adapters angeordnet ist.

Eine Betätigung schräg von unten in allen denkbaren Benutzugssituationen wird dadurch erreicht, daß eine erste Schwenkachse des ersten Schwenkgelenkes und eine zweite Schwenkachse des zweiten Schwenkgelenkes im wesentlichen quer zueinander angeordnet sind.

Eine Nachrüstbarkeit wird dadurch unterstützt, daß der Adapter auf einen Fenstergriff aufsteckbar ist.

Zur Vermeidung eines unbeabsichtigten Trennens der Vorrichtung und des Fenstergriffes wird vorgeschlagen, daß der Adapter am Fenstergriff arretierbar ist.

Ein weiteres Anwendungsgebiet wird dadurch erschlossen, daß der Adapter mit einem Türgriff koppelbar ist.

In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

1 eine Seitenansicht einer Griffverlängerung und

2 eine Darstellung der Griffverlängerung gemäß Blickrichtung II in 1.

In 1 ist eine Vorrichtung zur Betätigung von Fenstern oder Balkontüren dargestellt, die mit einem Griffteil (1) versehen ist. Das Griffteil (1) ist über ein Verlängerungssegment (2) mit einem ersten Schwenkgelenk (3) verbunden. Das erste Schwenkgelenk (3) ist über einen Adapter (4) mit einem Zapfen (5) gekoppelt, der in eine nicht dargestellte Aufnahme eines Verschlußteiles eines ebenfalls nicht dargestellten Fensters einführbar ist.

Im Bereich des Adapters (4) ist ein zweites Schwenkgelenk (6) angeordnet, dessen zweite Schwenkachse (7) im wesentlichen senkrecht zu einer ersten Schwenkachse (8) des ersten Schwenkgelenkes (3) angeordnet ist. Durch diese Anordnung ist eine Drehbeweglichkeit in allen räumlichen Dimensionen möglich.

Bei der Ausführungsform gemäß 1 ist das Griffteil (11) vom Verlängerungssegment (2) abnehmbar. Eine Kopplung erfolgt hierbei durch einen Verbindungszapfen (9). Ebenfalls ist gemäß der Ausführungsform in 1 vorgesehen, daß der Adapter (4) auf einen konventionellen Fenstergriff (10) aufsteckbar und an diesem fixierbar ist. Die Fixierbarkeit kann beispielsweise über ein Verklemmen oder ein Verschrauben erfolgen. Ebenfalls ist es möglich, den Adapter (4) irreversibel mit dem Fenstergriff (10) zu verbinden und beispielsweise eine Verklebung herzustellen. Darüber hinaus ist daran gedacht, einen spielfreien Kontakt zwischen dem Adapter (4) und dem Fenstergriff (10) durch geeignete Verbindungsmaterialien, beispielsweise aushärtbare Ausgleichsmassen, herzustellen.

Gemäß der Ausführungsform in 4 ist der Fenstergriff (10) mit einem Sockel (11) versehen, der zur Einführung in das nicht dargestellte Fenster Fixierungsvorsprünge (12) aufweist. Der Zapfen (5) erstreckt sich ausgehend vom Fenstergriff (10) durch den Sockel (11) hindurch.

Gemäß dem Ausführungsbeispiel in 1 ist das Verlängerungssegment (2) in ein Halterungselement (13) des Adapters (4) eingeführt. Das Halterungselement (13) trägt zusätzlich auch eine Drehachse (14) des ersten Schwenkgelenkes (3). Auf der Drehachse (14) ist ein Verbindungsstück (15) drehbeweglich geführt, das das Halterungselement (13) mit einem Basiselement (16) des Adapters (4) verbindet. Das Basiselement (16) haltert eine Drehachse (17) des zweiten Schwenkgelenkes (6), auf dem das Verbindungsstück (15) ebenfalls drehbeweglich geführt ist.

Eine Fixierung des Fenstergriffes (10) im Bereich des Adapters (4) kann beispielsweise unter Verwendung eines Arretierelementes (18) erfolgen, das beim dargestellten Ausführungsbeispiel als Schraube ausgebildet ist.

Der Aufbau der Vorrichtung wird in 2 entsprechend Blickrichtung II in 1 nochmals veranschaulicht. Zu erkennen ist insbesondere, daß das Griffteil (1) relativ groß ausgebildet ist, so daß ein einfaches Ergreifen und eine Bedienung auch durch körperbehinderte Personen in einfacher weise möglich ist. 2 veranschaulicht ebenfalls, daß das Basiselement (16) zwei mit einem Abstand zueinander angeordneter Platten aufweist, die die Drehachse (16) haltern und zwischen die das Verbindungsstück (15) eingeführt ist.

Zur Anpassung an unterschiedliche Körpergrößen oder unterschiedliche Bedienpositionen eines Benutzers ist auch daran gedacht, das Verlängerungssegment (2) längenvariabel auszubilden. Die veränderliche Länge kann beispielsweise über eine teleskopierbare Ausführung des Verlängerungssegmentes (2) realisiert werden. Insbesondere ist hierbei daran gedacht, über Rastungen oder Arretierungen eine Fixierung für eine jeweils gewählte Verlängerungspositionierung vorzusehen. Die Verlängerung kann stufenlos oder stufig erfolgen. Die Längenveränderlichkeit kann auch über aufsteckbare oder herausnehmbare Anpaßsegmente realisiert sein.


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Betätigung von Fenstern, die ein Griffteil aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das Griffteil (1) über ein Verlängerungssegment (2) mit einem ersten Schwenkgelenk (3) verbunden ist und daß das erste Schwenkgelenk (3) über einen Adapter (4) mit einem Zapfen (5) gekoppelt ist, der in eine Aufnahme eines Verschlußteiles des Fensters einführbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Griffteil (1) und das Verlängerungssegment (2) voneinander trennbar ausgebildet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Griffteil (1) umsteckbar am Verlängerungssegment (2) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Griffteil (1) mindestens bereichsweise quer zum Verlängerungssegment (2) erstreckt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Schwenkgelenk (3) über ein Verbindungsstück (15) mit einem zweiten Schwenkgelenk (6) verbunden ist, das im Bereich eines Adapters (4) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine erste Schwenkachse (8) des ersten Schwenkgelenkes (3) und eine zweite Schwenkachse (7) des zweiten Schwenkgelenkes (6) im wesentlichen quer zueinander angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Adapter (4) auf einen Fenstergriff (10) aufsteckbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Adapter (4) am Fenstergriff (10) arretierbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Adapter (4) mit einem Türgriff koppelbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Verlängerungssegment (2) längenveränderlich ausgebildet ist. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Verlängerungssegment (2) teleskopierbar ausgebildet ist.






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