Bestimmte statistische Zeitgebungsmessungen periodischer elektrischer
Signale machen es wünschenswert, eine große Anzahl von Einheitsintervallen
bzw. -schritten zu erfassen, gegenüber denen die Messung durchgeführt
wird. Wie ein Einheitsintervall hierin verwendet wird, ist es in dem Zusammenhang
eines periodischen Signals ein vollständiger Zyklus des periodischen Signals.
Zu Zwecken einer Genauigkeit und Auflösung für Zeitgebungsmessungen ist
es wünschenswert, die Daten mit einer Hochgeschwindigkeits-Echtzeit-Abtastvorrichtung
zu erfassen. Damit statistische Zeitmessungen gültig sind, sollte eine statistisch
signifikante Anzahl von Einheitsintervallen ausgewertet werden. Bei Hochgeschwindigkeits-Abtastraten
muss deshalb eine relativ große Menge an Daten gesammelt werden, um eine geeignete
Anzahl von Einheitsintervallen zu erhalten, um eine erwünschte Vertrauensschwelle
bei einer erwünschten Genauigkeit bereitzustellen.
Es ist möglich, Daten für Zeitgebungsmessungen unter Verwendung
eines Hochgeschwindigkeits-Echtzeit-Digitaloszilloskops zu erfassen. In einigen
Fällen liegt nicht genügend Speicher, der der Echtzeit-Abtastvorrichtung
zugeordnet ist, vor, um ausreichend viele Einheitsintervalle bei einer einzelnen
Erfassung zu erfassen. Um die erwünschte Anzahl von Einheitsintervallen zu
erfassen, ist es deshalb von Vorteil, die Daten in einer Mehrzahl von Erfassungen
zu erfassen.
Als ein Beispiel ist es wünschenswert, Jitter eines Streuspektrum-Taktsignals
zu messen und zu charakterisieren. Die Messung eines 200 MHz-Taktsignals mit einer
30–33 kHz-Streuspektrum-Modulation mit einer Abtastrate von 40 Milliarden
Abtastwerten/Sek., einer Primärspeichertiefe von 2 Millionen Abtastwerten erfasst
etwa 6.000 Einheitsintervalle. Eine statistisch gültige Zeitgebungsmessung
könnte zwischen 128.000 und 1.000.000 Einheitsintervallen erfordern. Deshalb
ist es bei dem Beispiel von Vorteil, 22 oder mehr Erfassungen durchzuführen,
um ausreichend viele Einheitsintervalle zu erhalten. Entsprechend besteht Bedarf,
Abtastwerte über mehrere Erfassungen hinweg zu erhalten, um statistische Messungen
an dem Signal von Interesse zu unterstützen.
Deshalb besteht Bedarf nach einem verbesserten Verfahren zum genauen
und zuverlässigen Sammeln von Daten, die für die Durchführung statistischer
Messungen an periodischen Signalen geeignet sind.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren, ein
System oder eine Vorrichtung mit verbesserten Charakteristika zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1,
ein System gemäß Anspruch 10 oder eine Vorrichtung gemäß Anspruch
18 gelöst.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden
nachfolgend Bezug nehmend auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert,
wobei sich gleiche Bezugszeichen in unterschiedlichen Zeichnungen auf die gleichen
oder ähnliche Elemente beziehen. Es zeigen:
1 einen Graphen einer Amplitude eines Taktsignals mit
Streuspektrum- bzw. Spread-Spectrum-Modulation aufgetragen gegenüber einer
Zeit, die typisch für Daten ist, die durch ein Digitalisierungsoszilloskop
gesammelt werden;
2 einen Graphen einer Amplitude einer Periode des Taktsignals
aus 1 aufgetragen gegenüber einer Zeit;
3 ein Flussdiagramm eines Ausführungsbeispiels
eines Verfahrens gemäß den vorliegenden Lehren;
4 ein Blockdiagramm eines Ausführungsbeispiels
einer Messvorrichtung gemäß den vorliegenden Lehren;
5 und 7 Flussdiagramme,
die alternative Ausführungsbei spiele des Trimmschritts darstellen;
6 einen Graphen eines exemplarischen Signals, das verarbeitet
werden soll, gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Lehren;
8 ein Ausführungsbeispiel eines Neuordnungsschritts
und 9 gemäß den vorliegenden Lehren;
10 das Phänomen der Hysterese in Anwendung auf
die vorliegenden Lehren; und
11 ein Flussdiagramm eines Ausführungsbeispiels
gemäß den vorliegenden Lehren zum Identifizieren einer 0-Grad- und einer
180-Grad-Phasengrenze.
In der folgenden detaillierten Beschreibung sind zu Zwecken einer
Erklärung und nicht als Einschränkung exemplarische Ausführungsbeispiele,
die spezifische Details offenbaren, dargelegt, um ein Verständnis der vorliegenden
Lehren bereitzustellen. Es ist jedoch für einen durchschnittlichen Fachmann
auf dem Gebiet unter Beihilfe der vorliegenden Beschreibung ersichtlich, dass andere
Ausführungsbeispiele gemäß den vorliegenden Lehren, die von den spezifischen
Details abweichen, die hierin offenbart sind, innerhalb des Schutzbereichs der beigefügten
Ansprüche verbleiben. Ferner werden Beschreibungen bekannter
Vorrichtungen und Verfahren unter Umständen weggelassen, um so die Beschreibung
der exemplarischen Ausführungsbeispiele nicht zu verschleiern, werden jedoch
als innerhalb des Schutzbereichs der vorliegenden Lehren betrachtet.
Unter besonderer Bezugnahme auf 1 der
Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele von Messungen unter Bezugnahme auf ein
Streuspektrum-Takttestsignal 100 beschrieben und konsistent mit denjenigen,
die in der FB-DIMM High Speed Differential Point To Point Link at 1.5 Volts Specification
(Spezifizierung einer FB-DIMM-Hochgeschwindigkeits-Differenzial-Punkt-Zu-Punkt-Verbindung
bei 1,5 Volt), Überarbeitung 0.85 vom 15. Dezember 2005, deren Inhalt hierin
durch Bezugnahme aufgenommen ist, definiert sind. Ein durchschnittlicher Fachmann
auf dem Gebiet erkennt, dass die Lehren auf andere Messungen und andere Typen von
Signalen angewendet werden könnten, wie z. B. diejenigen in Bezug auf eine
PCI ExpressTM Card. Einige gemeinsame Messungen, die für Signale
in Bezug auf die PCI ExpressTM Card durchgeführt werden, sind in
der PCI ExpressTM Card Electromechanical Specification Revision 1.1 (Elektromechanische
Spezifizierung der PCI ExpressTM Card Überarbeitung 1.1) vom 28.
März 2005 definiert.
1 zeigt eine Darstellung eines Abschnitts eines periodischen
Testsignals 100, das digital über die Zeit mit einer konstanten Abtastrate,
wie z. B. 40 Milliarden Abtastwerten/Sek., abgetastet wird. Ein Abtastoszilloskop
könnte für diesen Zweck eingesetzt werden. Abhängig von der spezifischen
Abtastrate, der Größe eines Primärspeichers und einer Frequenz des
Testsignals könnte eine bestimmte Anzahl zusammenhängender Einheitsintervalle
bei einem einzelnen Durchlauf des Primärspeichers gespeichert werden.
Das Beispiel in 1 zeigt das Testsignal
100 als ein Rechteckwellentaktsignal, aufgetragen als eine Spannungsmessung
gegenüber einer Zeit. Eine Frequenz des Testsignals 100 ist verglichen
mit einer Frequenz eines Sinuswellensignals, das dasselbe einer Frequenzmodulation
unterzieht, hoch. Aufgrund des Hochfrequenzinhalts des Testsignals 100ist
es schwierig, den Niederfrequenzinhalt des Modulationssignals aus der Zeitbasisdarstellung
zu erkennen.
Unter besonderer Bezugnahme auf 2 der
Zeichnungen ist bei einem Bezugszeichen 101 ein Graph einer Amplitude einer
Periode 102 des Testsignals 100, aufgetragen gegenüber der
Zeit, gezeigt. Die Zeitbasis aus 2 der Zeichnungen
ist wesentlich größer als die Zeitbasis aus 1
der Zeichnungen. Wie für einen durchschnittlichen Fachmann auf dem Gebiet zu
erkennen sein kann, weisen mehrere Abtastwerte in 1
eine Digitalisierung einer Periode 102 des Testsignals 100 auf.
Deshalb geben mehrere Datenpunkte aus der Digitalisierung des Taktsignals
100 einen einzelnen Datenpunkt zur Verwendung in dem Graph aus
2 wieder. Je größer die Anzahl von Datenpunkten
ist, die zur Darstellung eines Zyklus 102 des Testsignals 100
verwendet wird, desto größer ist die Genauigkeit des Signals
101, das in 2 aufgetragen ist. Eine Erfassung
des Testsignals 100 und eine Messung und Auftragung der Periode
102 des erfassten Testsignals 100 über die Zeit ergeben eine
Sinuswelle, die die Modulationsfrequenz 101 des Testsignals 100
darstellt.
Bei einem spezifischen Ausführungsbeispiel ist es wünschenswert,
statistische Messungen basierend auf einer Differenz zwischen dem streuspektrum-modulierten
Testsignal 102 und einem nichtmodulierten idealen Takt mit konstanter Frequenz
durchzuführen. Man könnte die Differenz zwischen einer gemessenen Signalperiode
gegenüber der idealen Signalperiode als den Zeitintervallfehler oder „TIE"
(TIE = time interval error) bezeichnen. Der TIE ist zyklischer Natur, da die Streuspektrum-Modulation
des Testsignals und statistische Messungen durchgeführt werden könnten,
um ein Verhalten der Modulation des Takts anzuzeigen.
Unter besonderer Bezugnahme auf 4 der
Zeichnungen ist ein Blockdiagramm einer Messvorrichtung, wie z. B. eines Abtastoszilloskops,
die geeignet zur Verwendung bei einer Messung gemäß den vorliegenden Lehren
ist, gezeigt. Die Messvorrichtung weist eine Abtastvorrichtung 402 auf,
die das Testsignal 100 annimmt und von einer stabilen Hochgeschwindigkeits-Zeitbasis
403 arbeitet. Das Testsignal 100 wird durch die Abtastvorrichtung
402 digitalisiert und die erfassten Daten werden in einem Primärspeicher
400 gespeichert. Ein Prozessor 404 überträgt die Daten
aus dem Primärspeicher 400 an den Sekundärspeicher
401 und vergleicht dieselben gegenüber einem idealen Signal und verarbeitet
sie. Die verarbeiteten Daten werden dann in einem Sekundärspeicher
401 gespeichert. Nachfolgende Erfassungen des Testsignals 100
werden in dem Primärspeicher 400 überschrieben, verarbeitet und
die verarbeiteten Daten werden in zusammenhängenden Speicherorten in den Sekundärspeicher
401 gespeichert. Resultierende Daten, die in dem Sekundärspeicher
401 gespeichert sind, stellen ein Signal mit einer längeren Zeitdauer
als ein Signal, das in dem Primärspeicher 400 gespeichert werden kann,
dar. Der Prozessor 404 nimmt das in dem Sekundärspeicher
401 gespeicherte Signal an, führt eine statistische Verarbeitung durch
und zeigt dann Ergebnisse auf einer Anzeige 406 an. Bei einem Ausführungsbeispiel
ist der Prozessor 404, der die erfassten Daten vor einer Speicherung in
dem Sekundärspeicher 401 verarbeitet, der gleiche wie der Prozessor
404, der eine statistische Verarbeitung an den Daten durchführt und
die Ergebnisse auf einer Anzeige vorlegt. Ein durchschnittlicher
Fachmann auf dem Gebiet sieht jedoch ohne weiteres, dass ein entfernter Prozessor
oder eine entfernte Anzeige oder beides ebenso geeignet sind.
Unter besonderer Bezugnahme auf 3 der
Zeichnungen erfasst 300 ein Verfahren gemäß den vorliegenden
Lehren einen Satz von Abtastwerten des Testsignals 100 mit einer konstanten
Abtastrate und speichert 300 dieselben in einem Primärspeicher
400. Je höher die Abtastrate ist, desto größer ist die Auflösung
der Zeitgebungsmessungen und desto genauer die TIE-Messung. Bei einem spezifischen
Beispiel beträgt die Abtastrate 40 Milliarden Abtastwerte/Sek. und
der Primärspeicher 400 kann 2 Millionen (2 × 106)
Abtastwerte speichern. Entsprechend hält der Primärspeicher
400 einen Abtastsatz, der einen Abschnitt des Testsignals darstellt, der
50 &mgr;sek lang ist. Jeder vollständige Zyklus 102 des Signals
100, das in dem Primärspeicher 400 erfasst und an den Sekundärspeicher
401 übertragen wird, wird gemessen und von einer Periode des idealen
Signals subtrahiert 301. Das Verfahren einer Wiedergewinnung des idealen
Signals und darauffolgenden Subtraktion des gemessenen Signals von dem idealen Signal
zur Erzeugung des TIE ist in der US-Patentveröffentlichung 2004/0183518 A1
von Weller und anderen, veröffentlicht am 23. September 2004, deren Inhalt
hierin durch Bezugnahme aufgenommen ist, offenbart. Ein Ausführungsbeispiel
der Lehren in der Weller-Veröffentlichung ist in dem InfiniiumTM-Oszilloskop
von Agilent, auf dem die InfiniiumTM-Software Version 5.0 läuft,
implementiert. Der Idealsignal-Wiedergewinnungs- und Subtraktionsvorgang wiederholt
sich 302 für alle ganzen Perioden des Signals, das in dem Primärspeicher
erfasst und dann an den Sekundärspeicher 401 übertragen wird.
Die berechneten Datenpunkte sind ein Varianzdatensatz, der in einem Sekundärspeicher
401 gespeichert ist 303. Nachdem die Daten in dem Primärspeicher
400 verarbeitet wurden, ist der Primärspeicher 400 verfügbar,
um einen neuen Satz erfasster Datenpunkte aus dem Testsignal 100 zu speichern.
Die Erfassung des neuen Satzes von Datenpunkten aus dem Testsignal 100
überschreibt den Primärspeicher 400.
Das Verfahren wiederholt 304 den Schritt des Erfassens eines
Satzes von Abtastwerten, Berechnens 301 des TIE und Speicherns
303 des resultierenden Varianzdatensatzes in einen nächsten zusammenhängenden
Abschnitt des Sekundärspeichers 401, bis eine erwünschte Anzahl
von Einheitsintervallen in dem Sekundärspeicher 401 gespeichert ist.
Allgemein muss eine statistisch signifikante Anzahl von Einheitsintervallen
erfasst werden, um eine statistische Sicherheit bei den statistischen Messungen
zu erhalten. Unterschiedliche Messanwendungen erfordern eine unterschiedliche Anzahl
von Einheitsintervallen und eine geeignete Anzahl von Einheitsintervallen könnte
durch einen durchschnittlichen Fachmann auf dem Gebiet abhängig von der erwünschten
spezifischen Messung bestimmt werden. Die FB-DIMM-Spezifizierung schlägt vor,
dass 1.000.000.000 Abtastwerte für eine spezifische Messung gesammelt werden.
Die Spezifizierung schlägt jedoch keine spezifische Anzahl von Einheitsintervallen
vor. Bei einer spezifischen Messung ist es deshalb von Vorteil, eine Anzahl von
Einheitsintervallen zu bestimmen, die geeignet ist, und dieselbe mit der Anzahl
von Abtastwerten zu multiplizieren, die pro Einheitsintervall gesammelt werden.
Wenn die Gesamtzahl gesammelter Abtastwerte oberhalb der Nyquist-Rate ist und die
vorgeschlagenen 1.000.000.000 Abtastwerte überschreitet, erfüllt die Messung
sowohl die Spezifizierung als auch die allgemeinen Prinzipien statistischer Messungen.
Bei einem Ausführungsbeispiel gemäß den vorliegenden
Lehren wird der Inhalt des Sekundärspeichers 401 verkettet, um ein
einzelnes Signal darzustellen, das mehr Datenpunkte aufweist, als in dem Primärspeicher
400 gespeichert werden können. Statistische Messungen werden an den
verketteten Daten durchgeführt. Vorzugsweise könnte eine statistische
Messung an einem Datensatz durchgeführt werden, der ein kontinuierliches Signal
mit einer statistisch signifikanten Anzahl von Einheitsintervallen darstellt, selbst
wenn der Primärspeicher 400 nicht in der Lage ist, so viele zusammenhängende
Einheitsintervalle zu speichern, wie erforderlich ist. Da die Einheitsintervalle
über die Zeit auf einem periodischen Signal gesammelt werden, liegt eine ausreichende
Darstellung des Signals vor, dass statistische Messungen durchgeführt werden
können.
Mehrfacherfassungen führen oft zu Phasendiskontinuitäten
zwischen den separaten Erfassungen. Die Phasendiskontinuitäten können
die Zeitgebungsdaten versetzen, da sie abrupte Abtastwert-Zu-Abtastwert-Übergänge
und ein ungenaues Gleichgewicht positiver und negativer Energie relativ zu dem gerade
gemessenen tatsächlichen Signal beinhalten können. Die Charakteristika
aus den Phasendiskontinuitäten führen zu Messfehlern, die den tatsächlichen
Fehler, der von Interesse ist, verschleiern können.
Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß den vorliegenden
Lehren wird jeder Varianzdatensatz vor einer Speicherung 303 in dem Sekundärspeicher
401 getrimmt 306. Bei einem Ausführungsbeispiel wird das
Trimmen 306 an einer vordefinierten Phasengrenze durchgeführt und
die getrimmten Varianzdatensätze werden in dem Sekundärspeicher
401 gespeichert 303, verkettet und statistisch verarbeitet
305. Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel wird das Trimmen
306 an zwei vordefinierten Phasengrenzen durchgeführt und die Polarität
ganzer Halb-Zyklen wird neu geordnet, um Diskontinuitäten
zu beseitigen und die positive und negative Energie des zu verarbeitenden Signals
ordnungsgemäß auszugleichen.
Bei dem spezifischen Ausführungsbeispiel des Trimmschritts
306, der eine einzelne Phasengrenze definiert, und unter besonderer Bezugnahme
auf die 5 und 6 der Zeichnungen
werden Negativ-Zu-Positiv-Übergänge durch eine 0-Amplitude als eine 0-Grad-Phasengrenze
600 definiert. Alle 0-Grad-Phasengrenzen 600 sind in dem Varianzdatensatz
identifiziert 500. Alternativ könnte eine beliebige andere einzelne
Phasengrenze verwendet werden, um ganze Voll-Zyklen in dem Varianzdatensatz abzugrenzen.
In der vorliegenden Darstellung definieren zwei benachbarte 0-Grad-Phasengrenzen
600 einen einzelnen ganzen Zyklus 601 des Varianzdatensatzes.
Alle ganzen Voll-Zyklen in dem Varianzdatensatz werden extrahiert 501.
Alle Daten vor 603 einer ersten ganzen Periode 601 und alle Daten
nach 604 einer letzten ganzen Periode 602 werden verworfen
502 und der getrimmte Varianzdatensatz wird in den nächsten zusammenhängenden
Orten des Sekundärspeichers 401 gespeichert 303. Das Verfahren
wiederholt sich 304 für jeden Varianzdatensatz, bis eine ausreichende
Anzahl von Einheitsintervallen in dem Sekundärspeicher 401 gespeichert
ist. Wie für durchschnittliche Fachleute zu erkennen ist, könnten benachbarte
und zusammenhängende Varianzdatensätze natürlich die Sequenz mit
geeigneter Polarität besitzen.
Bei dem anderen Ausführungsbeispiel, bei dem das Trimmen
306 an zwei Phasengrenzen durchgeführt wird, wird ein kleinerer Teil
des Varianzdatensatzes getrimmt, was es erlaubt, dass ein größerer Teil
des Varianzdatensatzes bei der statistischen Messung verwendet werden kann. Vorzugsweise
müssen bei einem Ausführungsbeispiel, das einen kleineren Teil jedes Varianzdatensatzes
trimmt, weniger Primärspeichererfassungen durchgeführt werden, um eine
ausreichende Anzahl von Einheitsintervallen in dem Sekundärspeicher
401 zu sammeln. Unter besonderer Bezugnahme auf die 6
und 7 der Zeichnungen werden 0-Grad- und 180-Grad-Phasengrenzen
600, 605 identifiziert 700 und ganze Halb-Zyklen
606 des Varianzdatensatzes werden extrahiert 701. Daten in dem
Varianzdatensatz vor 603 dem ersten ganzen Halb-Zyklus 606 und
nach 608 dem letzten ganzen Halb-Zyklus werden verworfen 702.
Unter besonderer Bezugnahme auf 8 der
Zeichnungen ist eine graphische Darstellung eines vorherigen und eines gegenwärtigen
Varianzdatensatzes 800, 801 gezeigt, die auf Ganzer-Halb-Zyklus-Phasengrenzen
600, 605 getrimmt wurden. Da eine Abgrenzung an Ganze-Halb-Zyklen-Grenzen
600, 605 erfolgt, besteht eine Wahrscheinlichkeit, dass an einem
bestimmten Punkt in dem Datensammelvorgang, wie in 8
gezeigt ist, eine Polarität eines zuletzt gespeicherten ganzen Halb-Zyklus
802 in dem vorherigen Varianzdatensatz 800 gleich einer Polarität
eines ersten gespeicherten ganzen Halb-Zyklus 803 in einem gegenwärtigen
Varianzdatensatz 801 ist. Es ist wünschenswert, statistische Messungen
an einem verketteten Varianzdatensatz mit einer ausgeglichen Energieverteilung ohne
abrupte Phasenverschiebungen durchzuführen. Wie ein Fachmann auf dem Gebiet
erkennt, entsteht, wenn die Varianzdaten bei ganzen Vollzyklen 601getrimmt
sind wie bei dem zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiel, das Problem einer
Polaritätskonsistenz nicht. Entsprechend ordnet ein Ausführungsbeispiel
gemäß den vorliegenden Lehren, das auf Ganzer-Halb-Zyklus-Grenzen
600, 605 trimmt, den getrimmten gegenwärtigen Varianzdatensatz
neu 703 basierend auf der Polarität des zuletzt gespeicherten ganzen
Halb-Zyklus 802 in dem vorherigen Varianzdatensatz 800.
Bei einem spezifischen Ausführungsbeispiel weist das Neuordnen
703 ein Identifizieren einer Polarität des zuletzt gespeicherten ganzen
Halb-Zyklus 802 des vorherigen Varianzdatensatzes 800 auf. Wenn
die Polarität des letzten gespeicherten ganzen Halb-Zyklus 802 des
vorherigen Varianzdatensatzes 800 die gleiche wie die Polarität des
ersten ganzen Halbzyklus 803 des gegenwärtigen Varianzdatensatzes
801 ist, wird der erste ganze Halb-Zyklus 803 des gegenwärtigen
Varianzdatensatzes 801 mit einem zweiten ganzen Halb-Zyklus 804
des gegenwärtigen Varianzdatensatzes 801 getauscht. Alle nachfolgenden
ganzen Halb-Zyklen 805, 806 werden ebenso getauscht, um eine abwechselnde
Polarität für den gegenwärtigen Varianzdatensatz 801 beizubehalten.
Vorzugsweise werden die Polaritäten der ganzen Halb-Zyklen getauscht, die Mehrzahl
bleibt jedoch wesentlich zeitnah bei einer tatsächlichen Zeit des ganzen Halb-Zyklus.
Wenn der letzte ganze Halb-Zyklus 807 in dem gegenwärtigen Varianzdatensatz
801 nach dem Tausch die gleiche Polarität mit dem vorherigen ganzen
Halb-Zyklus teilt und keinen ganzen Partner-Halb-Zyklus besitzt, mit dem ein Austausch
durchzuführen ist, wird der nächste ganze Halb-Zyklus 807 zur
Verwendung bei der Neuordnung eines nächsten Varianzdatensatzes 900
zwischengespeichert. Bei einem anderen Ausführungsbeispiel wird der nächste
ganze Halb-Zyklus 807, der bei dem Vorgang der Phasenkorrektur zum Waisen
gemacht wird, verworfen, anstatt zur späteren Verwendung zwischengespeichert
zu werden.
Bei einem spezifischen Ausführungsbeispiel, das das Neuordnen
703 implementiert, liegt eine Zwischenspeicherwarteschlange mit positiver
Polarität und eine Zwischenspeicherwarteschlange mit negativer Polarität
vor. Jede Polaritätswarteschlange ist eine Zuerst-Hinein-Zuerst-Hinaus- (FIFO-)
Warteschlange, die ganze Halb-Zyklen 606 mit der jeweiligen
beschriebenen Polarität speichert. Wenn die Halbzyklen 606 als Teil
der Varianzdatensatzverarbeitung neu geordnet werden, wird der älteste ganze
Halb-Zyklus der erforderlichen Polarität zuerst verwendet, um den Varianzdatensatz
aufzubauen, der in dem Sekundärspeicher 401 gespeichert werden soll.
Insbesondere und unter Bezugnahme auf 9
der Zeichnungen liegt bei dem gegebenen Beispiel an dem Ende der Neuordnung des
gegenwärtigen Varianzdatensatzes ein ganzer Halb-Zyklus 807 in der
Zwischenspeicherwarteschlange mit negativer Polarität vor und kein Zyklus in
der Zwischenspeicherwarteschlange mit positiver Polarität. Bei einer Verarbeitung
des nächsten Varianzdatensatzes 900 wird der zwischengespeicherte
ganze Halb-Zyklus 807 in der Zwischenspeicherwarteschlange mit negativer
Polarität sobald wie möglich in dem nächsten Varianzdatensatz
900 verwendet. Da keine Daten in der Zwischenspeicherwarteschlange mit
positiver Polarität vorliegen, zieht das Verfahren den nächsten ganzen
Halb-Zyklus 901 mit positiver Polarität aus dem nächsten Varianzdatensatz,
anstelle der FIFO-Warteschlange.
Das System prüft z. B. die Polarität des letzten ganzen
Halb-Zyklus 805, der in dem Sekundärspeicher 401 gespeichert
ist. Wenn die Polaritätszwischenspeicherwarteschlange für die erwünschte
Polarität Daten aufweist, nimmt das System den ältesten ganzen Halb-Zyklus
in der Warteschlange, um den nächsten Varianzdatensatz 900 aufzubauen.
Wenn die Polaritätszwischenspeicherwarteschlange für die erwünschte
Polarität leer ist, wertet das System den ersten ganzen Halb-Zyklus
901 in dem nächsten Varianzdatensatz 900 aus. Wenn der erste
ganze Halb-Zyklus in dem nächsten Varianzdatensatz 900 die erwünschte
Polarität besitzt, verwendet er diesen beim Neuordnen des nächsten Varianzdatensatzes
900. Wenn der erste ganze Halb-Zyklus in dem nächsten Varianzdatensatz
900 eine entgegengesetzte Polarität der erwünschten Polarität
aufweist, sieht das System zuerst nach der erwünschten Polaritätszwischenspeicherwarteschlange
und, wenn dieselbe leer ist, nach dem nächsten ganzen Halb-Zyklus
903, der die erwünschte Polarität aufweist. Der Neuordnungsvorgang
703 wird fortgesetzt, bis alle ganzen Halb-Zyklen eine abwechselnde Polarität
aufweisen und eine geeignete Anzahl von Einheitsintervallen in dem Sekundärspeicher
401 gespeichert ist.
Wie ein Fachmann auf dem Gebiet weiß, zeigen einige zyklische
Daten, wie z. B. TIE-Daten, eine Hysterese. Die Hysterese kann als Teil der vorliegenden
Lehren untergebracht sein. In diesem Zusammenhang und unter besonderer Bezugnahme
auf 10 der Zeichnungen bezieht sich der Ausdruck Hysterese
auf das Phänomen, bei dem das zu verarbeitende Signal 607 tatsächlich
null mehr als einmal bei jedem 0-Grad-Phasen- und 180-Grad-Phasenort in dem ganzen
Zyklus kreuzt. Nur einer der Nulldurchgänge jedoch grenzt die ganzen Halb-Zyklen
606 des zu verarbeitenden Signals 607 ordnungsgemäß
ab. Es ist von Vorteil für eine Messgenauigkeit, deshalb einen einzelnen Nulldurchgang
für jede 0-Grad- und 180-Grad-Phasengrenze basierend auf konsistenten Kriterien
einzurichten.
Bei einem spezifischen Ausführungsbeispiel gemäß den
vorliegenden Lehren und unter weiterer Bezugnahme auf die 10
und 11 der Zeichnungen sind zusätzliche Details
gezeigt, die den Schritt eines Identifizierens einer 0-Grad- und einer 180-Grad-Phasengrenze
600, 605 in dem zu verarbeitenden Signal 607 aufweisen.
Bei dem spezifischen Ausführungsbeispiel werden alle tatsächlichen Nulldurchgänge
609 identifiziert 610. Ein Unterschied zwischen benachbarten tatsächlichen
Nulldurchgängen 609 wird für jeden tatsächlichen Nulldurchgang
609 in dem Varianzdatensatz berechnet 611. Es könnte vernünftigerweise
angenommen werden, dass eine maximale berechnete Differenz 612 in dem Varianzdatensatz
zwischen benachbarten Nulldurchgängen 609 in Bezug auf die Dauer nahe
an einem ganzen Halb-Zyklus 606 ist. Eine Schwelle wird basierend auf der
maximalen berechneten Differenz 612 zwischen benachbarten tatsächlichen
Nulldurchgängen 609 eingerichtet 613. Bei einem spezifischen
Ausführungsbeispiel wird die Schwelle als 30 % der maximalen berechneten Differenz
612 eingerichtet. Bei einem spezifischen Ausführungsbeispiel wird
die Schwelle für jeden Varianzdatensatz nach jeder Erfassung berechnet. Bei
einem anderen Ausführungsbeispiel könnte die Schwelle einmal berechnet
und für nachfolgende Erfassungen als die Schwelle verwendet werden, bis ausreichend
viele Einheitsintervalle gesammelt sind. Ein durchschnittlicher Fachmann auf dem
Gebiet weiß, dass auch andere Schwellenberechnungen geeignet sind.
Eine Null-(0-)Grad-Phasen- und 180-Grad-Phasengrenze 600,
605 werden dann als die tatsächlichen Nulldurchgänge 609 eingerichtet
614, die einen post-benachbarten Nulldurchgang aufweisen, der weiter entfernt
ist als die definierte Schwelle. Diese tatsächlichen Nulldurchgänge, die
keinen post-benachbarten Nulldurchgang aufweisen, der weiter entfernt als die definierte
Schwelle ist, werden nicht als Nulldurchgänge identifiziert, sondern werden
als Teil des jeweiligen ganzen Halb-Zyklus 606 verwendet, der durch Nulldurchgänge
abgegrenzt ist, die die Schwellenanforderung des Phasengrenze-Nulldurchgangs erfüllen.
Vorzugsweise wird der Abschnitt des Signals, der eine Hysterese zeigt, d. h. der
Abschnitt des Signals, der tatsächliche Nulldurchgänge 609 beinhaltet,
die keine Phasengrenzen sind, noch zu Zwecken eines Aufbauens des verketteten Datensatzes
verwendet, jedoch nicht zu Zwecken eines Definierens der Phasengrenzen
600, 605 der ganzen Halb-Zyklen verwendet. Wie ein durchschnittlicher
Fachmann auf dem Gebiet weiß, erzeugt eine Definition von Phasengrenzen
600, 605, wie beschrieben wurde, eine konsistente Verwendung der
tatsächlichen Nulldurchgänge 609, die einer Hysterese
600, 605 folgen. Wie ein durchschnittlicher Fachmann auf dem Gebiet
außerdem weiß, ist eine konsistente Verwendung der Nulldurchgänge
609, die der Hysterese 615 vorausgehen, zur Definition der Phasengrenzen
600, 605 gleichermaßen gültig.
Die 0-Grad-Phasengrenzen 600 werden ferner als die Phasengrenzen
eingerichtet, die einem ganzen Halb-Zyklus 606a mit positiver Polarität
vorausgehen, und die 180-Grad-Phasengrenzen 605 werden als die Phasengrenzen
eingerichtet, die einem ganzen Halb-Zyklus 606b mit negativer Polarität
vorausgehen. Wenn die 0-Grad- und 180-Grad-Phasengrenzen 600,
605 eingerichtet sind, werden die Informationen wie geeignet bei den unterschiedlichen
Ausführungsbeispielen gemäß den vorliegenden Lehren verwendet, wie
z. B. in den 5 und 7 dargestellt
ist.
Ausführungsbeispiele der Lehren sind hierin beispielhaft unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, die ein Verfahren und
ein System zum Erfassen und statistischen Verarbeiten eines periodischen Signals
beschreiben. Weitere Variationen, Anpassungen und Ausführungsbeispiele der
vorliegenden Lehren werden durchschnittlichen Fachleuten auf dem Gebiet unter Zuhilfenahme
der vorliegenden Lehren einfallen.