Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zum automatischen Abstimmen
eines Empfängers für ein DVB-T-System.
Der Einsatz von digitalem Rundfunk wird derzeit in der ganzen Welt
immer populärer, da er eine große Auswahl von Kanälen und im Vergleich
mit Rundfunk über analoge Signale überlegene Audio- und Videoqualität
bietet.
Ist der DVB-T-Empfänger eines digitalen Rundfunksystems mobil,
ist es notwendig sicherzustellen, dass der Empfänger konstanten Zugriff auf
das Signal der höchsten Qualität hat, das für den speziellen, angeforderten
Dienst verfügbar ist. In weiten Teilen des europäischen Festlandes wurde
beispielsweise ein DVB-T-Übertragungssystem angenommen, das unter dem Namen
„Gleichwellennetz" (Single Frequency Network – SFN) bekannt ist; in
diesem System muss ein Benutzer, der sich zwischen verschiedenen Bereichen bewegt,
die Frequenz des angeforderten Dienstes nicht erneut abstimmen, da die Frequenz
für alle Bereiche identisch ist, selbst wenn die Bereiche durch verschiedene
Sender abgedeckt sind. Länder wie beispielsweise das Vereinigte Königreich
nutzen hingegen ein Übertragungssystem, das als „Mehrfrequenznetz" (Multi
Frequency Network – MFN) bekannt ist; bei diesem System muss der Benutzer
den Empfänger während der Reise erneut abstimmen, um die optimale verfügbare
Signalqualität empfangen zu können.
Bei dem MFN-Übertragungssystem ist ein erneutes Abstimmen auf
diese Weise notwendig, da der Gesamtbereich, für den der Dienst verfügbar
ist, in „Gebietszellen" unterteilt ist, von denen jede den Bereich darstellt,
der von einem bestimmten DVB-T-Sender abgedeckt wird. Daher wird eine Anzahl von
DVB-T-Sendern genutzt, um einen Dienst an verschiedene unterschiedliche Bereiche
zu senden, die durch die Gebietszellen definiert werden.
Frühere MFN-Übertragungssysteme stellen daher ein Problem
dahingehend dar, dass ein Benutzer, der sich von einer Gebietszelle in eine andere
bewegt, den DVB-T-Empfänger erneut auf eine neue Frequenz abstimmen muss, um
denselben Dienst weiterhin empfangen zu können, da die Sendefrequenz des Dienstes
sich von einer Gebietszelle zur nächsten unterscheidet. Dieses erneute Abstimmen
ist unpraktisch und kann schwierig durchzuführen sein.
In dem Dokument US-A-4 476 582 wird ein mobiler Rundfunkempfänger
beschrieben, der Kanäle automatisch gemäß seinem Standort auswählt.
In dem Empfänger sind die Standortkoordinaten sowie die Frequenzen der zugehörigen
Sendestationen vorprogrammiert, die dieselben Programme senden.
Mit der vorliegenden Erfindung sollen die oben genannten Probleme
durch Bereitstellen eines Systems und eines Verfahrens zum automatischen erneuten
Abstimmen eines mobilen DVB-T-Empfängers gelöst werden, wenn ein Benutzer
sich von einer Gebietszelle zu einer anderen bewegt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein automatisches
Abstimmsystem für einen mobilen DVB-T-Empfänger bereitgestellt, das System
umfasst:
ein Positionserfassungssystem;
eine Vielzahl von Tunern;
eine Vielzahl von Demodulatoren, die zum Verarbeiten von DVB-T-Signalen konfiguriert
sind und von denen jeder paarig mit einem der Vielzahl von Tunern verbunden ist,
um jedes der durch jeden der Tuner empfangenen Signale zu demodulieren und die Stärke
der Signale zu vergleichen; und
eine Datenbank in einem Prozessor zum Einstellen eines Frequenzcodes, der sich auf
die optimale von den Demodulatoren gefundene Frequenz sowie auf einen Gebietszellen-Code
bezieht, der sich auf die Empfängerposition bezieht,
wobei der Prozessor das automatische Abstimmsystem auf Basis der gespeicherten Frequenzcodes
und der aktuellen Positionsdaten von dem Positionserfassungssystem steuert.
Die vorliegende Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren
des automatischen Abstimmens eines mobilen DVB-T-Empfängers, das Verfahren
umfasst die folgenden Schritte:
Bestimmen der Position des Empfängers unter Verwendung eines Positionserfassungssystems;
Empfangen einer Vielzahl von Signalen, die digitale Rundfunkdaten enthalten, über
eine Vielzahl von Tunern;
Demodulieren der empfangenen Signale über eine Vielzahl von Demodulatoren,
die zum Verarbeiten von DVB-T-Signalen konfiguriert sind und von denen jeder paarig
mit einem der Vielzahl von Tunern verbunden ist;
Vergleichen der Stärke der Frequenzen der empfangenen Signale;
Speichern von Codes, die sich auf eine optimale Frequenz beziehen, sowie der Empfängerposition
in der Datenbank; und
Abstimmen des Empfängers auf die optimale empfangene Frequenz,
wobei das automatische Abstimmsystem durch einen Prozessor auf Basis der gespeicherten
Frequenzcodes und der aktuellen Positionsdaten von dem Positionserfassungssystem
gesteuert wird.
Das automatische Abstimmsystem kann in einem DVB-T-Empfänger
eingesetzt werden, der darüber hinaus folgende Bestandteile umfasst:
einen Demultiplexer;
digitale Audio- und Video-Decodierer;
analoge Audio- und Video-Codierer;
eine Anzeigeeinrichtung; und
einen Lautsprecher.
Die vorliegende Erfindung nutzt ein Positionierungssystem wie beispielsweise
GPS und einen oder mehrere Tuner in einem mobilen DVB-T-Empfangssystem, um digitale
Rundfunkdaten zu nutzen, um zu bestimmen, auf welchen Sender umgeschaltet werden
soll. Daher werden die digitalen Rundfunkdaten beim Erfassen der Frequenz genutzt,
bei der ein optimales Signal für einen speziellen digitalen Dienst empfangen
werden kann.
Das Positionserfassungssystem des automatischen Abstimmsystems kann
ein globales Positionierungssystem sein.
Das automatische Abstimmsystem kann für seinen Betrieb Hochfrequenzsignale
(RF-Signale), Zwischenfrequenzsignale (IF-Signale) oder Basisbandsignale nutzen.
Das Vergleichen der Signale zum Finden der optimalen Frequenz ist
eine effiziente Möglichkeit, diejenige Frequenz zu finden, bei der das stärkste
Signal für einen speziellen DVB-T-Dienst verfügbar ist, und das System
kann sich anschließend unterbrechungsfrei erneut auf diese Frequenz abstimmen.
Durch das Speichern der Frequenzcodes und der entsprechenden Gebietszellen-Codes
in einer Datenbank können die Informationen in der Zukunft automatisch abgerufen
werden. Die vorliegende Erfindung ermöglicht einen unterbrechungsfreien Übergang
zwischen den optimalen Frequenzen verschiedener Bereichszellen, somit muss ein Benutzer
den DVB-T-Empfänger nicht erneut abstimmen. Des Weiteren werden Störungen
des Dienstes minimiert.
Im Folgenden wird ein Beispiel der vorliegenden Erfindung in Bezug
auf die Zeichnungen ausführlich beschrieben, in den Zeichnungen:
ist 1 ein Blockdiagramm eines digitalen
Rundfunksystems, das das automatische Abstimmsystem der vorliegenden Erfindung nutzt;
und
2 stellt ein Ablaufdiagramm des Verfahrens dar, das
von dem automatischen Abstimmsystem der vorliegenden Erfindung genutzt wird.
In 1 wird ein Beispiel der Erfindung
in einem DVB-T-Empfängersystem genutzt, das eine globale Positionierungssystem
(GPS)-Einheit 1 nutzt, um einer Hauptprozessor-Einheit (central processing
unit – CPU) 2, die das Empfängersystem steuert, Positionsdaten
bereitzustellen. Das Empfängersystem ist im Allgemeinen in einem einzigen Gehäuse
aufgenommen, so dass alle Komponenten des Systems in einer einzigen, tragbaren Vorrichtung
bereitgestellt werden.
Durch die Nutzung der GPS-Einheit 1 kann das System die Position
des Empfängers genau bewerten, so dass diese anschließend mit der Frequenz
eines RF-Signals, das von der Antenne 3 empfangen wird, im Beziehung gesetzt
werden kann. Ein Abstimmblock 4 umfasst eine Anzahl von Tunern
5 zusammen mit einer Anzahl entsprechender Demodulatoren 6, von
denen jeder mit einem der Tuner 5 sowie mit seinen benachbarten Demodulatoren
verbunden ist. Wird ein Standard-DVB-T-Signal empfangen, agiert jeder Tuner als
ein Bandpassfilter und leitet ein Ausgabesignal, das in Form eines RF-, IF- oder
Basisbandsignals vorliegen kann und das eine bestimmte Frequenz und Bandbreite besitzt,
an seinen entsprechenden Demodulator 6 weiter.
Der Abstimmblock 4 besitzt eine Anzahl von Tunern und Demodulatoren,
um eine „Diversity-Empfang"-Funktion an dem eingehenden RF-Signal durchzuführen.
Der Diversity-Empfang-Prozess läuft wie folgt ab. Jeder Demodulator
6, der für das Verarbeiten von DVB-T-Signalen konfiguriert ist, wandelt
das von dem Ausgang seines entsprechenden Tuners empfangene Wellenformsignal in
einen Mehrfach-Transport-Datenstrom um, um eine Reihe von Daten auf Basis der DVB-Signalinformationen
zu erzeugen. Multiplikatorpaare von Tunern und Demodulatoren werden bereitgestellt,
damit die optimale Signalqualität gefunden werden kann. So werden beispielsweise
in einer Reihe von n Paaren von Tunern 5 und Demodulatoren 6 die
Qualitäten der von dem Demodulator n und dem Demodulator n-1 erzeugten demodulierten
Signale durch den Demodulator n-1 verglichen. Das stärkere oder qualitativ
höherwertige Signal wird anschließend an den Demodulator n-2 gesendet,
der dieselbe Funktion durch Vergleichen seines demodulierten Signals mit dem des
Demodulators n-1 durchführt.
Die Empfangsbedingung an jedem Demodulator 6 wird von der
CPU 2 durch Sammeln des Ergebnisses aller dieser Vergleiche gesammelt.
Hierdurch wird es der CPU 2 ermöglicht, die korrekte, für diese
Gebietszelle benötigte Frequenz zu bewerten, um einen spezifizierten, bereits
vorher empfangenen Dienst mit dem bestmöglichen Empfang auch weiterhin zu empfangen.
Eine Liste der Bereichszellen und der Frequenzen für einen gewünschten,
in dieser Zelle genutzten Dienst können in einer Netzwerk-Informationstabelle
(NIT) gespeichert werden, die zum Beschreiben der in einem terrestrischen Netzwerk
genutzten Informationen genutzt wird. Informationsrahmen, die den Kennungen jeder
einzelnen Gebietszelle entsprechen, sowie Informationen, die der besten, in dieser
Gebietszelle genutzten Frequenz entsprechen, können somit
in dieser Datenbank gespeichert werden, die auch als ein „Cell-Frequency-Link-Descriptor"
bekannt ist. In der vorliegenden Erfindung wird die optimale, von den Demodulatoren
gefundene Frequenz zusammen mit ihrer entsprechenden Gebietszelle gespeichert, so
dass das Empfängersystem bei einer Rückkehr in diese Gebietszelle in der
Zukunft weiß, dass der Empfänger für den aktuellen Dienst automatisch
erneut auf diese Frequenz abgestimmt werden muss, ohne dass der automatische Diversity-Empfang-Prozess
erneut durchgeführt werden muss.
Der von dem Demodulator 6 ausgegebene Mehrfach-Transportstrom
wird anschließend durch einen Demultiplexer 7 geleitet, der effizient
als Filter auf den dem Multiplexverfahren unterzogenen Strom wirkt, und wählt
einen Strom oder mehrere Ströme aus, die zu einem digitalen Audio-/Video-Decodierer
8 geleitet werden. Neben dem Auswählen bestimmter Transportströme
sammelt der Demultiplexer 7 DVB-Dienstinformationen (DVB-SI) aus dem demodulierten
Signal und sendet diese an die CPU 2, wenn er zum Verbessern der Abstimmfunktion
der CPU 2 genutzt wird. Der Audio-/Video-Decodierer 8, der im
Allgemeinen als ein MPEG-Decodierer bezeichnet wird, muss die komprimierten Audio-
und Videodateninformationen in dem Transportstrom, den er empfängt, entkomprimieren.
Die digitalen Video- und Audiodaten werden anschließend getrennt und an einen
Video-Codierer 9 beziehungsweise einen Audio-Codierer 10 weitergeleitet.
Alternativ dazu können Funktionen wie beispielsweise SPD-Audio- und Videodaten-Codierer
genutzt werden, oder es kann ein direkter digitaler Audio-/Videoquellen-Ausgang
genutzt werden. In dem Beispiel, in dem die Codierer genutzt werden, werden die
analogen Video- und Audiodaten an eine Anzeigeeinrichtung 11 beziehungsweise
an Lautsprecher 12 ausgegeben, wodurch dem Benutzer der gewünschte
Dienst bereitgestellt wird. Alternativ dazu können andere Ausgabevorrichtungen
wie beispielsweise ein Videokassettenrecorder (VCR) genutzt werden.
Wenn in 2 in dem von einem Tuner empfangenen
Signal Fehler aufzutreten beginnen (Schritt S1), wird in Schritt S2 die GPS-Einheit
1 genutzt, um den Standort des Empfängers zu verifizieren. In Schritt
S3 fragt das System ab, ob der Empfänger sich in einem geeigneten Bereich befindet,
um den Dienst auf der aktuellen Signalfrequenz empfangen zu können. Wird angenommen,
dass sich der Empfänger für die Frequenz, die empfangen wurde, innerhalb
der korrekten Gebietszelle befindet, behält das System diesen Kanal in Schritt
S4 bei und versucht in Schritt S5, das Signal erneut zu sichern. Wird jedoch herausgefunden,
dass sich der Empfänger außerhalb des Bereichs befindet, in dem das empfangene
Signal die höchste verfügbare Signalqualität besitzt, das heißt,
wenn der Empfänger in eine Gebietszelle bewegt wurde, in dem das System ein
Signal mit einer unterschiedlichen Frequenz findet, nutzt das System den Diversity-Empfang-Prozess.
In Schritt S6 wird auf die Datenbank zugegriffen und es werden Kennungscodes für
die neuen Frequenzen eingestellt, die der neuen Gebietszelle entsprechen. Die optimale
Frequenz für den bestehenden Dienst wird anschließend in Schritt S7 durch
das System eingestellt.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht einen unterbrechungsfreien
Übergang zwischen optimalen Frequenzen verschiedener Bereichszellen über
ein automatisches System zum erneuten Abstimmen. Daher ist es nicht nötig,
dass ein Benutzer den DVB-T-Empfänger erneut abstimmen muss, des Weiteren werden
Störungen des Dienstes minimiert.