1. Gebiet der Erfindung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und dessen pharmazeutisch annehmbare Salze, Zusammensetzungen umfassend (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz von diesem, und deren Verwendung zur Behandlung
oder Prävention von bzw. Vorbeugen gegen eine Krankheit, die durch die Hemmung
von Dopamin-Wiederaufnahme begünstigt bzw. erleichtert wird.
2. Hintergrund der Erfindung
Dopamin ist ein Monoamin-Neurotransmitter, der eine wesentliche Rolle
der Hypothalamus-Vorsteherdrüse-Achse und der Integration und der Integration
von Informationen in sensorischen, limbischen und Bewegungssystemen spielt. Der
primäre Mechanismus für die Beendigung einer Dopamin-Neurotransmission
findet über Wiederaufnahme von ausgeschüttetem Dopamin über Na+/CL--abhängige
Plasmamembrantransporter statt (Hoffman et al., 1998, Front. Neuroendocrinol. 19(3):
187-231). Abhängig von den umgebenden ionischen Bedingungen kann der Dopamintransporter
als Vermittler von sowohl nach innen gewandtem Dopamintransport (d.h. "Wiederaufnahme"),
als auch nach außen gerichtetem Transport (d.h. "Ausschüttung") fungieren.
Die funktionelle Signifikanz des Dopamintransporters ist seine Regulation der Neurotransmission
durch Beenden der Wirkung von Dopamin in einer Synapse über Wiederaufnahme
(Hitri et al., 1994, Clin. Pharmacol. 17:1-22).
Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ist eine Lernschwäche, die
entwicklungsmäßig unangebrachte Unaufmerksamkeit mit oder ohne Hyperaktivität
umfasst. Die primären Anzeichen für ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
sind die Unaufmerksamkeit und Impulsivität eines Patienten. Inadäquate
Unaufmerksamkeit verursacht erhöhte Aktivitätsraten oder Widerwilligkeit,
teilzunehmen oder zu reagieren. Ein Patient, der an einem Aufmerksamkeitsdefizitsynsdrom
leidet, zeigt ein beständiges Muster von Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivitäts-Impulsivität,
welche häufiger und schwerwiegender ist als man typischerweise bei Individuen
mit einem vergleichbaren Entwicklungsstand beobachtet. (Siehe z.B. U.S.-Patent Nr.
6,121,261, Glatt et al.).
Patienten mit Parkinson-Syndrom zeigen zuckende oder zitternde Bewegungen
der Gliedmaßen, des Kopfes und des Kiefers auf. Das Parkinson-Syndrom geht
mit Steifigkeit und Fallsucht einher (Stacy et al., 1996, Am. Fam. Phys. 53:1281-1287).
Die Bewegungsstörungen, die bei Parkinson-Patienten beobachtet werden, rühren
von einer Degeneration von Dopamin-Neuronen, einem Verlust von Nervenendigungen,
und Dopamindefizienz her. Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Ursache für
die Degeneration der Dopaminneuronen aus Apoptose resultiert, welche aus erhöhten
Spiegeln an Cytokinen herrührt (Nagatsu et al., 2000, J. Neural Transm. Suppl.
60:277-290). Anomalien beim Dopamintransporter wurden mit Parkinson-Syndrom in Verbindung
gebracht (Hitri et al., 1994, Clin. Neuropharmacol. 17:1-22). Symptome von Parkinson-Syndrom
können durch Verbindungen wie Pergolid, welches die Wirkungen von Dopamin nachahmt,
oder durch Verbindungen, die den Dopaminstoffwechsel inhibieren (z.B. Carbidopa)
oder durch Dopamin-Vorläufer (z.B. L-DOPA ± Carbidopa) vermindert werden.
Appetitzüglung oder -suppression ist eine Reduzierung, eine Verminderung
oder, in Fällen von exzessiver Nahrungsaufnahme, eine Verbesserung des Appetits.
Diese Suppression kann zu weniger Gewicht oder zu einer Gewichtskontrolle führen,
je nachdem was erwünscht ist. Eine Appetitzügelung kann die Nahrungsaufnahme
regulieren über die Verabreichung von Arzneimitteln, die auf ein oder mehrere
Systeme ausgerichtet sind, die dafür bekannt sind, dass sie eine Rolle bei
der Nahrungsverdauung spielen. Siehe zum Beispiel Sullivan et al., "Mechanisms of
Appetite Modulation by Drugs", Federation Proceedings, Vol. 44, Nr. 1, Teil 1, Seiten
139-144 (1985). Verfahren zur Kontrolle der Appetitsuppression umfassen die Regulation
des Serotoninspiegels, der Thermogenese und der Inhibierung der Lipogenese. (Siehe
z.B. U.S.-Patent Nr. 5.911,992, Braswell et al.).
Depression ist von den Geisteserkrankungen die am weitesten verbreitete,
mit einer Morbiditätsrate von über 10% in der allgemeinen Bevölkerung.
Depression ist durch Gefühle intensiver Traurigkeit, Verzweiflung, mentaler
Verlangsamung, Konzentrationsverlust, pessimistische Angst, Panik, und Selbstverletzungen
gekennzeichnet (Harrison's Principles of Internal Medicine 2490-2497 (Fauci et al.,
Hrsg., 14. Ausg., 1998)). Depression kann sich physisch manifestieren, einschließlich
Schlaflosigkeit, Übermüdung, Anorexie, Gewichtsverlust, übermäßiges
Essen, verminderte Energie, verminderte Libido, und Durchbrechung normaler zyklischer
Aktivitäts-, Körpertemperatur-Zyklen und Endosinfunktionen. Tatsächlich
zeigen gar 10% bis 15% depressiver Individuen Selbstmordverhalten. R.J. Baldessarini,
Drugs and the Treatment of Psychiatric Disorders; Depression and
Mania, in Goodman and Gilman's The Pharmacological Basis of Therapeutics 431 (9.
Ausg. 1996). Anhedonie ist eines der prinzipiellen (Kern-)Symptome von Depression.
Dopamin-Stoffwechselwege wurden mit Glücks-suchenden Verhaltensweisen in Verbindung
gebracht, und Strategien, um die synaptischen Konzentrationen von Dopamin zu erhöhen,
wurden als anti-depressive Therapien vorgeschlagen. (Siehe z.B. D'Aquila et al.,
2000, Eur. J. Pharmacol. 406:365-373).
Fettsucht bzw. Fettleibigkeit ("Obesity") wird allgemein als eine
Erkrankung mit erhöhtem Körpergewicht aufgrund von überschüssigem
Fett beschrieben. Arzneimittel zur Behandlung von Fettsucht können in drei
Gruppen aufgeteilt werden: (1) jene die die Nahrungsmittelaufnahme vermindern, wie
Arzneimittel, die Monoaminrezeptoren stören, wie Noradrenerge Rezeptoren, Serotonin-Rezeptoren,
und Histaminrezeptoren; (2) jene die den Metabolismus erhöhen; und (3) jene,
die die Thermogenese erhöhen oder die Fettabsorption durch Hemmung von Pankreaslipase
(Bray, 2000, Nutrition 16:953-960 und Leonhardt et al., 1999, Eur. J. Nutr. 38:1-13).
Viele Arzneimittel können eine physische und/oder psychologische
Abhängigkeit hervorrufen. Jene bekanntesten Arzneimittel umfassen Opiate, wie
Heroin, Opium und Morphium; Sympathomimetica, einschließlich Kokain und Amphetamine;
sedative Hypnotika, einschließlich Alkohol, Benzodiazepine und Barbiturate;
und Nikotin, welches Wirkungen aufweist, die zu Opioiden und Sympathomimitika ähnlich
sind.
Arzneimittelabhängigkeit ist durch Begierde oder Zwang, das Arzneimittel
bzw. die Droge einzunehmen, und eine Unfähigkeit, die Einnahme einzuschränken,
gekennzeichnet. Zusätzlich geht Drogenabhängigkeit mit Drogentoleranz
einher, dem Verlust bzw. der Einbuße der Wirkung der Droge bzw. des Arzneimittels
nach wiederholter Verabreichung, und die Absetzung bzw. der Entzug geht mit dem
Auftreten von physischen und Verhaltenssymptomen einher, wenn die Droge bzw. das
Arzneimittel nicht verabreicht wird. Eine Sensitivierung tritt auf, wenn eine wiederholte
Verabreichung eines Arzneimittels zu einer erhöhten Reaktion auf die jeweilige
Dosis führt. Toleranz, Sensitivierung und Entzug sind Phänomene, die eine
Veränderung im Zentralnervensystem belegen, die von der fortwährenden
Verwendung der Droge bzw. des Arzneimittels herrühren. Diese Veränderung
motiviert das abhängige Individuum, mit dem Konsum des Arzneimittels bzw. der
Droge fortzufahren trotz ernsthafter sozialer, rechtlicher, physischer und/oder
beruflicher Konsequenzen. (siehe z.B. U.S.-Patent Nr. 6,109,269, Rise et al.). Kokainabhängigkeit
bleibt eines der großen Gesundheitsprobleme in den Vereinigten Staaten. Grundlegende
Studien vieler Labors haben gezeigt, dass Kokain die Aufnahme von Dopamin aus dem
synaptischen Spalt durch den Dopamin-Transporter blockiert (Kreek, 1996, J. Addict.
Dis. 15:73-96). Zum Beispiel erklärt jedoch die Hemmungswirkung von Kokain
auf die Wiederaufnahme von ausgeschüttetem Dopamin nicht vollständig die
Entwicklung und Aufrechterhaltung des Sucht- bzw. Abhängigkeitsverhaltens.
Die Koexistenz von funktionell antagonistischen Hemmungswirkungen von Kokain auf
die Dopamin-Ausschüttung und -Wiederaufnahme des ausgeschütteten Dopamins
kann für Fluktuationen in der Dopamintransmission verantwortlich sein (Kiyatkin,
1994, Int. J. Neurosci. 78:75-101).
Bestimmte pharmazeutische Mittel wurden zur Sucht- bzw. Abhängigkeitsbehandlung
verabreicht. Das U.S.-Patent Nr. 5,556,838, Mayer et al., offenbart die Verwendung
von nicht-toxischen NMDA-blockierenden Mitteln, zusammen verabreicht mit einer Suchtsubstanz,
um die Entwicklung von Toleranz- oder Entzugssymptomen zu verhindern. Das U.S.-Patent
Nr. 5,574,052, Rose et al, offenbart die gleichzeitige Verabreichung einer Suchtsubstanz
mit einem Antagonisten, um die pharmakologischen Wirkungen der Substanz teilweise
zu blockieren. Das U.S.-Patent Nr. 5,075,341, Mendelson et al., offenbart die Verwendung
einer Mischung aus Opiat-Agonisten/-Antagonisten, um Kokain- und Opiat-Abhängigkeit
zu behandeln. Die U.S.-Patente Nr. 5,093,680 und 5,198,459, Imperato et al., offenbaren
die Verwendung eines Serotoninantagonisten, um chemische Abhängigkeit zu behandeln.
U.S.-Patent Nr. 5,556,837, Nestler et al., offenbart das Infundieren von BDNF oder
NT-4-Wachstumsfaktoren, um neurologische adaptive Veränderungen, die mit Verhaltensveränderungen
bei einem abhängigen Individuum korrelieren, zu hemmen oder rückgängig
zu machen. Das U.S.-Patent Nr. 5,762,925, Sagan, offenbart die Implantation von
eingekapselten adrenalen Medullazellen in das Zentralnervensystem eines Patienten,
um die Entwicklung von Opioid-Intoleranz zu hemmen. Bupropion besitzt hemmende Eigenschaften
bezüglich der Dopamin-Wiederaufnahme und wird verwendet, um Nikotinabhängigkeit
zu behandeln.
Dopaminerge Rückgewinnungs-Pathways wurden mit Erkrankungen in
Verbindung gebracht, die aus Suchtverhalten herrühren. Varianten des Dopamin
D2-Rezeptorgens wurden mit Alkoholismus, Fettsucht, pathologischem Verwahrlosen,
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, Tourette-Syndrom, Kokainabhängigkeit,
Nikotinabhängigkeit, Polysubstanzmißbrauch und anderen Drogenabhängigkeiten
in Verbindung gebracht (Noble, 1994, Alcohol Supp. 2:35-43, und Blum et al., 1995,
Pharmacogenetics 5:121-141). Da verminderte dopaminerge Funktionen bei Individuen
gefunden wurden mit einem geringeren Al-Allel des Dopamin D2-Rezeptors,
wurde vermutet, dass der Dopamin D2-Rezeptor ein Verstärker- oder ein Wiedergewinnungsgen
sein kann (Noble, 1994, Alcohol Supp. 2:35-43). Weiterhin deuten viele Studien darauf
hin, dass ein Bindungspartner des Dopamin D2-Rezeptors-Genpolymorphismus mit Impuls-Abhängigkeits-Zwangs-Verhalten
in Verbindung steht, d.h. "Reward-Defizienz-Syndrom" (Review von Blum et al., 1995,
Pharmacogenetics 5:121-141).
Das Patent der Vereinigten Staaten Nr. 4,435,419, Epstein et al.,
offenbart razemisches (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan zur
Verwendung als Antidepressivum.
Das Patent der Vereinigten Staaten Nr. 6,204,284, Beer et al., offenbart
razemisches (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan zur Verwendung
bei der Vorbeugung gegen oder Linderung von einem Entzugssymptom, das aus der Zugabe
von Drogen bzw. Arzneimitteln herrührt, und für die Behandlung von chemischen
Abhängigkeiten.
Die Verabreichung eines razemischen, d.h. 50:50, Gemisches von (+)-
und (-)-Enantiomer einer Droge bzw. eines Arzneimittels an einen Patienten kann
nachteilig sein. Zuerst einmal kann das razemische Gemisch pharmakologisch weniger
aktiv sein als eines seiner Enantiomere, was razemische Arzneimittel inhärent
ineffizient macht. Zum zweiten kann das razemische Gemisch für einen Patienten
toxischer sein als eines seiner Enantiomere, so dass die Verabreichung eines razemischen
Gemisches zu unerwünschten Nebenwirkungen beim Patienten führen kann.
Dementsprechend besteht ein klares Bedürfnis im Stand der Technik
nach einem Enantiomer, wobei das Enantiomer bevorzugt im Wesentlichen frei von dem
entsprechenden entgegengesetzten Enantiomer ist, was einen oder beide vorgenannten
Nachteile ausräumen würde.
3. Zusammenfassung der Erfindung
In einer Ausführungsform stellt die Erfindung (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
nach Anspruch 1 und dessen pharmazeutisch annehmbare Salze bereit. (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und dessen pharmazeutisch annehmbare Salze sind nützlich bei der Behandlung
von oder Vorbeugung gegen Erkrankungen, die durch Hemmen der Dopamin-Wiederaufnahme
gelindert werden.
Die vorliegende Erfindung stellt weiterhin Zusammensetzungen bereit,
die eine wirksame Menge an (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan nach
Anspruch 1 umfassen, oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon. Die vorliegenden
Zusammensetzungen können zusätzlich ein pharmazeutisch annehmbares Vehikel
bzw. einen Trägerstoff enthalten. Diese Zusammensetzungen sind nützlich
bei der Behandlung von oder Vorbeugung gegen Erkrankungen, die durch Hemmen der
Dopamin-Wiederaufnahme gelindert werden.
In einer Ausführungsform ist die Erkrankung, die durch Hemmung
der Wiederaufnahme von Dopamin gelindert wird, ein Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom,
eine Depression, Fettsucht, Parkinson-Syndrom, ein Tic-Syndrom, oder eine Suchterkrankung.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz von diesem, entsprechend Anspruch 1, verwendet,
um eine Erkrankung zu behandeln oder gegen diese vorzubeugen, die durch selektive
Hemmung der Wiederaufnahme von Dopamin gelindert wird. Die Verwendung entsprechend
dieser bevorzugten Ausführungsform blockiert auf überraschende und vorteilhafte
Weise den Norepinephrin- oder Serotonin-Transport, insbesondere nicht die Norepinephrin-
oder Serotonin-Aufnahme. Es wurde überraschenderweise herausgefunden, dass
die Verwendung von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder dessen
pharmazeutisch annehmbaren Salzes nach Anspruch 1 zur Behandlung von oder Vorbeugung
gegen Erkrankungen, die durch Hemmung der Dopamin-Aufnahme gelindert werden, Nebenwirkungen
vermeidet wie cardiovaskuläre Nebenwirkungen, Schlafunterbrechungen, Bluthochdruck
oder sexuelle Dysfunktionen, die mit Norepinephrin- oder Serotonin-Aufnahme-Inhibitoren
verbunden sind.
In noch einer weiteren Ausführungsform stellt die Erfindung ein
Verfahren zum Erhalten von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan nach
Anspruch 1 bereit, umfassend die Schritte:
- (a) Leiten einer Lösung aus einem organischen Elutionsmittel und (+/-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
über eine stationäre chirale Polysaccharidphase, unter Erhalt einer ersten
Fraktion enthaltend (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan;
- (b) Leiten der ersten Fraktion über die stationäre chirale Polysaccharidphase,
unter Bereitstellung einer zweiten Fraktion enthaltend (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan,
mit nicht mehr als 5% Gew./Gew. des entsprechenden (+)-Enantiomers.
In noch einer weiteren Ausführungsform stellt die Erfindung ein
Verfahren zum Erhalten von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan nach
Anspruch 1 bereit, umfassend die Schritte:
- (a) Leiten einer Lösung aus einem organischen Elutionsmittel und (+/-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
über eine stationäre chirale Polysaccharidphase, unter Bereitstellung
einer ersten Fraktion enthaltend (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan;
- (b) Aufkonzentrieren der ersten Fraktion unter Erhalt eines Rests; und
- (c) Leiten einer Lösung aus einem organischen Elutionsmittel und dem Rest
über eine stationäre chirale Polysaccharidphase, unter Bereitstellung
einer zweiten Fraktion enthaltend (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
mit nicht mehr als 5% Gew./Gew. des entsprechenden (+)-Enantiomers.
Die vorliegende Erfindung kann durch Bezugnahme auf die detaillierte
Beschreibung und Beispiele vollständiger verstanden werden, welche die Ausführungsformen
der Erfindung beispielhaft darstellen sollen.
4. DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
4.1 DEFINITIONEN
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein pharmazeutisch
annehmbares Salz davon enthält nicht mehr als 5% Gew./Gew. des entsprechenden
(+)-Enantiomers, bevorzugt nicht mehr als 2% Gew./Gew. des entsprechenden (+)-Enantiomers,
noch bevorzugter nicht mehr als 1% Gew./Gew. des entsprechenden (+)-Enantiomers.
Der Ausdruck "entsprechendes (+)-Enantiomer" meint, wenn er in Verbindung
mit (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder einem entsprechenden
Salz davon verwendet wird, (+)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder
ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon.
Ein "Patient" ist ein Tier, einschließlich eines Tieres wie Kuh,
Affe, Pferd, Schaf, Schwein, Huh, Truthahn, Gans, Katze, Hund, Maus, Ratte, Kaninchen,
und Meerschweinchen, und ist bevorzugt ein Säugetier, bevorzugt ein Mensch.
Der Ausdruck "pharmazeutisch annehmbares Salz", wie er hier verwendet
wird, ist ein Salz, das aus einer Säure und der basischen Stickstoffgruppe
von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan gebildet wird. Bevorzugte
Salze umfassen Sulfat, Citrat, Acetat, Oxalat, Chlorid, Bromid, Iodid, Nitrat, Sulfat,
Bisulfat, Phosphat, Säurephosphat, Isonicotinat, Acetat, Lactat, Salicylat,
Citrat, Säurecitrat, Tartrat, Oleate, Tannat, Pantothenat; Bitartrat, Ascorbat,
Succinat, Maleat, Gentisinat, Fumarat, Gluconat, Glucaronat, Saccharat, Formiat,
Benzoat, Glutamat, Methansulfonat, Ethanesulfonat, Benzenesulfonat, p-Toluensulfonate,
und Pamoat (i.e., 1,1'-Methylen-bis(2-hydroxy-3-naphthoat))-Salze.
4.2 (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan mit nicht mehr
als 5% Gew./Gew. des entsprechenden (+)-Enantiomers kann aus (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
unter Verwendung von chiralen chromatografischen Verfahren erhalten werden, wie
Hochdurchsatz-Flüssigchromatografie ("HPLC") mit einer geeigneten, bevorzugt
chiralen, Säule. (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan ist
erhältlich mit Verfahren, die in dem U.S.-Patent 4,435,419, Epstein et al.,
offenbart sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform erhält man (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
durch Leiten einer Lösung aus einem organischen Elutionsmittel und (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
über eine stationäre chirale Polysaccharidphase. Bevorzugt ist das Polysaccharid
Stärke oder ein Stärkederivat. Vorteilhafterweise liegt die chirale stationäre
Phase in einer HPLC-Säule vor, zum Beispiel eine CHIRALPAK AD-Säule, hergestellt
durch Daicel und kommerziell erhältlich von Chiral Technologies, Inc., Exton,
Pennsylvania, besonders bevorzugt eine 1 cm × 25 cm CHIRALPAK AD HPLC-Säule.
Das bevorzugte Elutionsmittel ist ein Kohlenwasserstofflösungsmittel, bei dem
die Polarität mit einem mischbaren polaren organischen Lösungsmittel einjustiert
ist. Bevorzugt enthält das organische Elutionsmittel ein nicht-polares Kohlenwasserstofflösungsmittel,
das mit ungefähr 95% bis ungefähr 99,5% (Volumen/Volumen) vorliegt, und
ein polares organisches Lösungsmittel, das mit ungefähr 5 bis ungefähr
0,5% (Volumen/Volumen) vorliegt. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das Kohlenwasserstofflösungsmittel Hexan und das mischbare polare organische
Lösungsmittel ist Isopropylamin.
Das Leiten der Lösung des organischen Elutionsmittels mit (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
über die stationäre chirale Polysaccharidphase stellt eine erste Fraktion
(d.h. eine oder mehrere Fraktionen) bereit, die (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
enthält. Die erste Fraktion kann direkt über die stationäre chirale
Polysaccharidphase geleitet werden, unter Erhalt einer zweiten Fraktion (d.h. einer
oder mehrerer Fraktionen), die (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
enthält mit nicht mehr als 5% Gew./Gew. seines entsprechenden (+)-Enantiomers.
Alternativ dazu kann die erste Fraktion aufkonzentriert werden, unter Erhalt eines
Restes, die mit einem organischen Elutionsmittel verdünnt werden kann, und
die daraus hervorgehende Lösung kann über die stationäre chirale
Polysaccharidphase geleitet werden, unter Erhalt einer zweiten Fraktion enthaltend
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan mit nicht mehr als 5% Gew./Gew.
seines entsprechenden (+)-Enantiomers. In jedem Fall kann die zweite Fraktion bzw.
können die zweiten Fraktionen aufkonzentriert werden, bevorzugt im Vakuum,
unter Erhalt einer festen Form von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
mit nicht mehr als 5% Gew./Gew. seines entsprechenden (+)-Enantiomers.
4.3 THERAPEUTISCHE VERWENDUNGEN VON (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
NACH ANSPRUCH 1
Entsprechend der vorliegenden Erfindung wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon nach Anspruch 1 an einen Patienten
verabreicht, bevorzugt ein Säugetier, besonders bevorzugt einen Menschen, und
zwar zur Behandlung von oder Vorbeugung gegen eine Erkrankung, die durch Hemmen
der Dopamin-Wiederaufnahme gelindert wird. In einer Ausführungsform bezieht
sich "Behandlung" oder "Behandeln" auf eine Verbesserung einer Erkrankung, die durch
Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme gelindert wird, oder zumindest Verbesserung eines
unterscheidbaren Symptoms von der Erkrankung. In einer anderen Ausführungsform
bezieht sich "Behandlung" oder "Behandeln" auf eine Verbesserung von mindestens
einem messbaren physischen Parameter, der nicht notwendigerweise vom Patient wahrgenommen
werden kann. In noch einer weiteren Ausführungsform bezieht sich "Behandlung"
oder "Behandeln" auf die Hemmung des Fortschreitens einer Erkrankung, die durch
Hemmung der Wiederaufnahme von Dopamin gelindert wird, entweder physisch, z.B. Normalisierung
eines erkennbaren Symptoms, physiologisch, z.B. Normalisierung eines physikalischen
Parameters, oder beides. In noch einer weiteren Ausführungsform bezieht sich
"Behandlung" oder "Behandeln" auf ein Verzögern des Beginns bzw. des Ausbruchs
einer Erkrankung, die durch Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme gelindert wird.
In bestimmten Ausführungsformen wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon nach Anspruch 1 an einen Patienten,
bevorzugt ein Säugetier, besonders bevorzugt einen Menschen, verabreicht, und
zwar als vorbeugende bzw. präventive Maßnahme gegen das Zuziehen bzw.
den Erwerb einer Krankheit, die durch Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme gelindert
wird. Wie hier verwendet bezieht sich "Prävention" oder "Vorbeugen" oder "Vorbeugung"
auf eine Verminderung des Risikos, sich eine Erkrankung zuzuziehen, die durch die
Hemmung der Domapin-Wiederaufnahme gelindert wird, oder auf die Verminderung des
Risikos des Wiederauftretens der Erkrankung, nachdem sie einmal geheilt war oder
auf einen normalen Status zurückgeführt worden war. In einer Ausführungsform
wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein pharmazeutisch
annehmbares Salz davon entsprechend Anspruch 1 als präventive Maßnahme
an einen Patienten verabreicht. Entsprechend dieser Ausführungsform kann der
Patient eine genetische Prädisposition für eine Erkrankung haben, die
durch Hemmung der Wiederaufnahme von Dopamin gelindert wird, wie beispielsweise
eine Familienhistorie biochemischen Ungleichgewichts im Hirn, oder eine nicht-genetische
Prädisposition für eine Erkrankung, die durch Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme
gelindert wird. Dementsprechend können (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und dessen pharmazeutisch annehmbare Salze entsprechend Anspruch 1 zur Behandlung
einer Manifestierung einer Erkrankung verwendet werden, die durch Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme
gehemmt wird, und zur Prävention gegen eine andere.
4.3.1 ERKRANKUNGEN DIE GELINDERT WERDEN UNTER VERWENDUNG VON (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo(3.1.0]hexan
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan und pharmazeutisch
annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch 1 sind nützlich für die Behandlung
von oder Vorbeugung gegen endogene Erkrankungen, die durch Hemmung der Wiederaufnahme
von Dopamin gelindert werden. Solche Erkrankungen umfassen Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom,
Depression, Fettsucht, Parkinson'sche Erkrankung, Tic-Syndrome, und Sucht-
bzw. Abhängigkeitserkrankungen.
Erkrankungen, die durch Hemmung der Dopamin-Wiederaufnahme gelindert
werden, umfassen viele Arten bzw. Typen von Erkrankungen, welche sich aus der primären
Erkrankung manifestieren. Wie zum Beispiel offenbart im U.S.-Patent Nr. 6,132,724,
Blum, kann sich das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom in Form von Alkoholmißbrauch,
Drogenmißbrauch, obsessiven Zwangsverhaltensweisen, Lernstörungen, Leseproblemen,
Verwahrlosung, manischen Symptomen, Phobien, panischen Attacken, akademischen Problemen
in der Schule, Rauchen, abnormen sexuellen Verhaltensweisen, schizoiden Verhaltensweisen,
Somatisierung, Depression, Schlafstörungen, allgemeinen Angstzuständen,
Stottern, und Tic-Syndromen manifestieren. Alle diese Verhaltensweisen und andere,
die hierin als solche beschrieben werden, die mit Erkrankungen in Verbindung stehen,
die durch Hemmung der Wiederaufnahme von Dopamin gelindert werden, sind als Erkrankungen
bzw. Störungen umfasst, die Teil dieser Erfindung sind. Zusätzlich finden
sich klinische Begriffe, die hier verwendet werden, für viele spezifische Erkrankungen
in dem Werk "Quick Reference to the Diagnostic Criteria From DSM-IV" (Diagnostic
and Statistical Manual of Mental Disorders, 4. Ausgabe), The American Psychiatric
Association, Washington, D.C., 1994, 385 Seiten. Spezifische Erkrankungen, deren
Definitionen in dieser Literaturstelle gefunden werden können, sind unten beschrieben.
Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bzw. -störungen umfassen Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom,
vornehmlich unaufmerksamer Typ; Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom,
vornehmlich hyperaktiv-impulsiver Typ; Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom,
kombinierter Typ; Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom nicht anders
spezifiziert ("not otherwise specified" (NOS)); Oppositional Defiant Disorder; und
disruptive Verhaltensstörung NOS.
Depressive Erkrankungen umfassen hauptsächliches Depressivsyndrom,
wiederauftretend; Dysthymische Erkrankung; Depressive Erkrankung nicht anders spezifiziert
(NOS); und hauptsächliches Depressivsyndrom, einmalige Episode.
Parkinson bzw. Parkinsonsche Erkrankung umfasst Neurolepsie-induzierte
Parkinson.
Sucht- bzw. Abhängigkeitserkrankungen umfassen Essstörungen,
Impulskontrollstörungen, Alkohol-bezogene Erkrankungen, Nikotin-bezogene Erkrankungen,
Amphetamin-bezogene Erkrankungen, Cannabis-bezogene Erkrankungen, Kokain-bezogene
Erkrankungen, Halloziogonmissbraucherkrankungen, Inhalationsbezogene Erkrankungen,
und Opioid-bezogene Erkrankungen, alle weiter unterklassifiziert wie unten aufgelistet.
Essstörungen umfassen Bulimia Nervosa, nicht-übergebender
Typ; Bulimia Nervosa, übergebender Typ; und Essstörungen, die nicht anders
spezifiziert sind (NOS).
Impulskontrollstörungen umfassen intermittierendes explosives
Syndrom, Kleptomanie, Pyromanie, pathologische Verwahrlosung, Trichotillomanie,
und nicht anders spezifizierte Impulskontrollstörungen (NOS).
Alkohol-bezogene Erkrankungen umfassen Alkohol-induzierte psychotische
Erkrankungen, mit Delusionen; Alkoholmißbrauch; Alkoholvergiftung; Alkoholentzug;
Alkoholvergiftungsdelirium; Alkoholentzugsdelirium; Alkohol-induzierte persistierende
Demens; Alkohol-induzierte Amnesie-Erkrankungen; Alkoholabhängigkeit; Alkohol-induzierte
psychotische Erkrankungen, mit Halluzinationen; Alkohol-induzierte Gemütsstörungen;
Alkohol-induzierte Angstzustände; Alkohol-induzierte sexuelle Dysfunktion;
Alkohol-induzierte Schlafstörungen; Alkohol-induzierte Erkrankungen, die nicht
anders spezifiziert sind (NOS); Alkoholintoxikation; und Alkoholentzug.
Nikotin-bezogene Erkrankungen umfassen Nikotinabhängigkeit, Nikotinentzug,
und nicht anders spezifizierte Nikotin-bezogene Erkrankungen (NOS).
Amphetamin-bezogene Erkrankungen umfassen Amphetaminabhängigkeit,
Amphetaminmissbrauch, Amphetaminvergiftung, Amphetaminentzug, Amphetaminintoxikationsdelirium,
Amphetamin-induzierte psychotische Erkrankungen mit Delusionen, Amphetamin-induzierte
psychotische Erkrankungen mit Halluzinationen, Amphetamin-induzierte Gemütsstörungen,
Amphetamin-induzierte Angstzustände, Amphetamin-induzierte sexuelle Dysfunktion,
Amphetamin-induzierte Schlafstörungen, nicht anders spezifizierte Amphetamin-bezogene
Erkrankungen (NOS), Amphetaminintoxikation und Amphetaminentzug.
Cannabis-bezogene Erkrankungen umfassen Cannabis-Abhängigkeit,
Cannabis-Missbrauch, Cannabis-Vergiftung, Cannabisintoxikationsdelirium,
Cannabis-induzierte psychotische Erkrankungen, mit Delusionen; Cannabis-induzierte
pyschotische Erkrankungen mit Hallizinationen; Cannabis-induzierte Angstzustände;
Cannabis-bezogene Erkrankungen, die nicht anders spezifiziert sind (NOS); und Cannabisintoxication.
Kokain-bezogene Erkrankungen umfassen Kokainabhängigkeit, Kokainmissbrauch,
Kokainvergiftung, Kokainentzug, Kokainintoxikationdelirium, Kokain-induzierte psychotische
Erkrankungen mit Delusionen, Kokain-induzierte psychotische Erkrankungen mit Halluzinationen,
Kokain-induzierte Gemütsstörungen, Kokain-induzierte Angstzustände,
Kokain-induzierte sexuelle Dysfunktion, Kokain-induzierte Schlafstörungen,
Kokain-bezogene Erkrankungen, die nicht anders spezifiziert sind (NOS), Kokainintoxikation
und Kokainentzug.
Halluzinogen-bezogene Erkrankungen umfassen Halluzinogenabhängigkeit,
Halluzinogenmissbrauch, Halluzinogenvergiftung, Halluzinogenentzug, Halluzinogenintoxikationdelirium,
Halluzinogen-induzierte psychotische Erkrankungen mit Delusionen, Halluzinogen-induzierte
psychotische Erkrankungen mit Halluzinationen, Halluzinogen-induzierte Gemütsstörungen,
Halluzinogen-induzierte Angstzustände, Halluzinogen-induzierte sexuelle Dysfunktion,
Halluzinogen-induzierte Schlafstörungen, Halluzinogen-bezogene Erkrankungen,
die nicht anders spezifiziert sind (NOS), Halluzinogenintoxikation und anhaltende
Halluzinogenperceptionsstörungen ("Flashbacks").
Inhalationsmittel-bezogene Erkrankungen umfassen Inhalaltionsmittel-Abhängigkeit;
Inhalationsmittelmissbrauch; Inhalationsmittelvergiftung; Inhalationsmittelintoxikationsdelirium;
Inhalationsmittel-induzierte psychotische Erkrankungen, mit Delusionen; Inhalationsmittel-induzierte
psychotische Erkrankungen mit Halluzinationen; Inhalationsmittel-induzierte Angstzustände;
Inhalationsmittel-bezogene Erkrankungen ohne andere Spezifizierung (NOS); und Inhalationsmittelvergiftung.
Opioid-bezogene Erkrankungen umfassen Opioidabhängigkeit, Opioidmissbrauch,
Opioidvergiftung, Opioidintoxikationsdelirium, Opioid-induzierte psychotische Erkrankungen,
mit Delusionen; Opioid-induzierte psychotische Erkrankungen, mit Halluzinationen,
Opioid-induzierte Angstzustände, Opioid-bezogene Erkrankungen, die nicht anders
spezifiziert sind (NOS), Opioidintoxikation, und Opioidentzug.
Tic-Syndrome umfassen Tourette-Syndrom, chronische Bewegungs- oder
Vokal-Tics, Transiente Tic-Erkrankungen, nicht anders spezifizierte Tic-Erkrankungen
(NOS), Stottern, Autismus, und Somatisierungserkrankungen.
4.4 THERAPEUTISCHE/PROPHYLAKTISCHE VERABREICHUNG UND ERFINDUNGSGEMÄßE
ZUSAMMENSETZUNG
Aufgrund seiner Aktivität sind (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und pharmazeutisch annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch 1 nützlich
in Veterinär- und Humanmedizin. Wie oben beschrieben sind (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und pharmazeutisch annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch 1 nützlich
für die Behandlung von oder Vorbeugung gegen eine Erkrankung, die durch Hemmung
der Dopamin-Wiederaufnahme gelindert wird.
Bei der Verabreichung bzw. Gabe an einen Patienten wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder dessen pharmazeutisch annehmbares Salz entsprechend Anspruch 1 bevorzugt als
Komponente einer Zusammensetzung verabreicht, die wahlweise ein pharmazeutisch annehmbares
Vehikel bzw. einen pharmazeutisch annehmbaren Trägerstoff umfasst. Die vorliegenden
Zusammensetzungen, welche eine wirksame Menge von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder einem seiner pharmazeutisch annehmbaren Salze nach Anspruch 1 umfassen, werden
bevorzugt oral verabreicht. Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können
auch über jeden anderen bequemen Weg verabreicht werden, zum Beispiel durch
Infusion oder Bolusinjektion, durch Absorption über epitheliale oder muköse
Flächen (orale Schleimhäute, rektale und intestinale Schleimhäute,
etc.), und sie können zusammen mit anderen biologisch aktiven Mitteln bzw.
Wirkstoffen verabreicht werden. Die Verabreichung kann systemischer oder lokaler
Art sein. Verschiedene Systeme sind bekannt, z.B. Einkapseln in Liposomen, Mikropartikel,
Mikrokapseln, und Kapseln, und sie können verwendet werden, um (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und dessen pharmazeutisch annehmbare Salze entsprechend Anspruch 1 zu verabreichen.
In bestimmten Ausführungsformen kann die vorliegenden Erfindung
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan und/oder eines oder mehrere pharmazeutisch
annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch 1 umfassen.
Arten der Verabreichung umfassen die Verabreichung intradermal, intramuskuläre,
intraperitoneal, intravenös, subcutan, intranasal, epidural, oral, sublingual,
intranasal, intracerebral, intravaginal, transdermal, rektal, durch Inhalation,
oder topisch, insbesondere über die Ohren, die Nase, die Augen, oder die Haut.
Die Art der Verabreichung bleibt dem behandelnden Arzt überlassen. In den meisten
Fällen wird die Verabreichung zur Freisetzung von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Salz davon in den Blutstrom führen.
In spezifischen Ausführungsformen kann es wünschenswert
sein, (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan entsprechend Anspruch 1
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon lokal zu verabreichen. Dies kann
erreicht werden durch zum Beispiel lokale Infusion während eines chirurgischen
Eingriffs, topisches Aufbringen, z.B. in Verbindung mit einem Wundverband nach einem
chirurgischen Eingriff, durch Injektion, mittels eines Katheters, mittels eines
Suppositoriums, oder mittels eines Implantats, wobei das Implantat aus einem porösen,
nicht-porösen oder gelertartigen Material besteht, einschließlich Membranen
wie sialatischen Membranen, oder Fasern.
In bestimmten Ausführungsformen kann es wünschenswert sein,
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein pharmazeutisch annehmbares
Salz davon entsprechend Anspruch 1 in das Zentralnervensystem einzubringen, und
zwar auf irgendeinem dazu geeigneten Weg, einschließlich intraventriculär,
intrathecal und epiduraler Injektion. Eine intraventriculäre Injektion kann
durch einen intraventriculären Katheter erleichtert werden, zum Beispiel angeschlossen
an ein Reservoir wie ein Ommaya-Reservoir.
Eine pulmonale Verabreichung kann ebenso verwendet werden, z.B. unter
Verwendung eines Inhalators oder eines Zerstäubers bzw. eines Mittels zur Erzeugung
eines (Sprüh-)Nebels, und einer Formulierung mit einem Zerstäubungsmittels,
oder über Perfusion in Fluorkohlenstoff oder einem synthetischen oberflächenaktiven
Mittel. In bestimmten Ausführungsformen können (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und pharmazeutisch annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch 1 als Suppositorium
bzw. Zäpfchen formuliert werden, mit traditionellen Bindemitteln und Vehikeln
wie Triglyceriden.
In einer anderen Ausführungsform können (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und pharmazeutisch annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch 1 in einem System
mit kontrollierter Freisetzung verabreicht werden (siehe z.B. Goodson, in Medical
Applications of Controlled Release, siehe oben, Ausg. 2, Seiten 115-138 (1984)).
Andere Systeme mit kontrollierter Ausschüttung, die in dem Übersichtsartikel
von Langer, 1990, Science 249:1527-1533) diskutiert sind, können verwendet
werden. In einer Ausführungsform kann eine Pumpe verwendet werden (siehe Langer,
siehe oben; Sefton, 1987, CRC Crit. Ref. Biomed. Eng. 14:201; Buchwald et al., 1980,
Sugery 88, 507; Saudek et al., 1989, N. Engl. J. Med. 321:574). In einer anderen
Ausführungsform können polymere Materialien verwendet werden (siehe Medical
Applications of Controlled Release, Langer and Wise (Hrsg.), CRC Pres., Boca Raton,
Florida (1974); Controlled Drug Bioavailability, Drug Product Design and Performance,
Smolen und Ball (Hrsg.), Wiley, New York (1984); Ranger and Peppas, 1983, J.Macromol.
Sci. Rev. Macromol. Chem. 23:61; siehe auch Levy et al., 1985, Science 228:190;
During et al., 1989, Ann. Neurol. 25:351; Howard et al., 1989, J. Neurosurg. 71:105).
In noch einer weiteren Ausführungsform kann ein System mit kontrollierter Ausschüttung
in der Nähe eines Ziels von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder einem pharmazeutisch annehmbaren Salz davon entsprechend Anspruch 1 plaziert
werden, z.B. der Wirbelsäule oder dem Gehirn, wodurch nur ein Bruchteil der
systemischen Dosis benötigt wird.
Die vorliegenden Zusammensetzungen können wahlweise eine geeignete
Menge eines pharmazeutisch annehmbaren Trägerstoffes umfassen, um so die Form
für eine geeignete Verabreichung an den Patienten bereitzustellen.
In einer spezifischen Ausführungsform bedeutet der Ausdruck "pharmazeutisch
annehmbar", zugelassen von einer föderalen oder staatlichen regulatorischen
Behörde oder aufgelistet in der U.S.-Pharmacopeia oder einer anderen allgemein
anerkannten Pharmacopeia zur Verwendung in Tieren, Säugetieren, und insbesondere
in Menschen. Der Ausdruck "Vehikel" oder "Trägerstoff' bezieht sich auf ein
Verdünnungsmittel, Adjuvans, einen Hilfsstoff oder einen Trägerstoff (als
solchen), mit dem eine erfindungsgemäße Verbindung verabreicht wird. Solch
pharmazeutische Vehikel können Flüssigkeiten, wie Wasser oder Öle,
einschließlich Petroleum-, Tier-, Pflanzen- oder synthetischen Ursprungs, wie
Erdnußöl, Sojaöl, Mineralöl, Sesamöl und ähnliche,
sein. Die pharmazeutischen Vehikel können Kochsalzlösung, Gummi arabica,
Gelatine, Stärkepaste, Talk, Keratin, colloidales Siliciumoxid, Harnstoff,
und ähnliche sein. Zusätzlich können Hilfsstoffe, Stabilisatoren,
Verdickungsmittel, Benetzungsmittel und Farbstoffe verwendet werden. Bei der Verabreichung
an einen Patienten sind die pharmazeutisch annehmbaren Hilfsstoffe bevorzugt steril.
Wasser is ein bevorzugtes Vehikel, wenn die erfindungsgemäße
Erfindung intravenös verabreicht wird. Kochsalzlösungen und wässrige
Dextrose und Glyzerinlösungen können ebenso als flüssige Vehikel
verwendet werden, insbesondere für injizierbare Lösungen. Geeignete pharmazeutische
Vehikel umfassen auch Hilfsstoffe wie Stärke, Glucose, Lactose, Saccharose,
Gelatine, Malz, Reis, Mehl, Chalk, Silikagel, Natriumstearat, Glycerinmonostearat,
Talk, Natriumchlorid, getrocknete entrahmte Milch, Glycerin, Propylen, Glykol, Wasser,
Ethanol und ähnlich. Die vorliegenden Zusammensetzungen können auch, wenn
dies erwünscht ist, geringe Mengen an Befeuchtungsmittel oder Emulgator enthalten,
oder pH-Puffermittel.
Die vorliegenden Zusammensetzungen können die Form von Lösungen,
Suspensionen, Emulsionen, Tabletten, Pillen, Pellets, Kapseln, Kapseln enthaltend
Flüssigkeiten, Pulver, Retardformulierungen, d.h. Formulierungen mit kontrollierter
Ausschüttung, Zäpfchen, Emulsionen, Aerosolen, Sprays, Suspensionen, oder
jede andere zur Verwendung geeignete Form einnehmen. In einer Ausführungsform
ist die pharmazeutisch annehmbare Form (das Vehikel) eine Kapsel (siehe z.B. U.S.-Patent
Nr. 5,689,155). Andere Beispiele für geeignete pharmazeutische Vehikel sind
beschrieben in Remington's Pharmaceutical Sciences, Alfonso R. Gennaro Hrsg., Mack
Publishing Co. Easton, PA, 19. Ausg., 1995, S. 1447 bis 1676.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon entsprechend Anspruch 1 für
eine orale Verabreichung an Menschen ausgelegt. Zusammensetzungen zur oralen Verabreichung
können die Form von Tabletten, Lutschpastillen, wässrigen oder öligen
Suspensionen, Granulat, Pulver, Emulsionen, Kapseln, Sirupen oder Elixiren einnehmen,
als Beispiel. Oral verabreichte Zusammensetzungen können eine oder mehrere
Mittel enthalten, zum Beispiel Süßstoffe wie Fructose, Aspartam oder Saccharin;
Geschmacksstoffe wie Pfefferminz, Wintergrünöl, oder Kirsche; Farbstoffe;
und Konservierungsmittel umfassen, um eine pharmazeutisch annehmbare Zusammensetzung
herzustellen. Weiterhin können die Zusammensetzungen, wenn sie in Tabletten-
oder Pillenform vorliegen, beschichtet sein, um den Zerfall und die Absorption im
Magen-Darm-Trakt zu verzögern, wodurch eine anhaltende Wirkung über eine
verlängerte Zeitspanne erreicht wird. Selektive permeable Membranen, die eine
osmotisch-aktive Treibersubstanz umgeben, sind ebenso für oral verabreichte
Zusammensetzungen geeignet. Bei diesen späteren Plattformen wird Flüssigkeit
aus der Umgebung der Kapsel durch die Treiberverbindung aufgesogen, welche unter
Verdrängung des Mittels oder der Mittelzusammensetzung quillt. Diese Verabreichungsplattformen
können ein Ausschüttungs- bzw. Verabreichungsprofil von im Wesentlichen
0-ter Ordnung, im Gegensatz zu den Profilen mit Spitzen von Formulierungen mit direkter
Ausschüttung. Ein Zeitverzögerungsmaterial kann ebenso verwendet werden,
wie Glycerinmonostearat oder Glycerinstearat. Orale Zusammensetzungen können
Standardvehikel umfassen, wie Mannitol, Lactose, Stärke, Magnesiumstearat,
Natriumsaccharin, Zellulose, und Magnesiumcarbonat. Solche Vehikel sind bevorzugt
pharmazeutischen Grades. Typischerweise umfassen Zusammensetzungen zur intravenösen
Verabreichung sterile isotonische wässrige Puffer. Wo es notwendig ist können
die Zusammensetzungen auch Solubilisierungsmittel umfassen.
In einer anderen Ausführungsform kann (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon entsprechend Anspruch 1 für
eine intravenöse Verabreichung formuliert werden. Zusammensetzungen zur intravenösen
Verabreichung können wahlweise eine lokales Anästetikum umfassen, wie
Lignocain, um den Schmerz an der Stelle der Verabreichung herabzusetzen. Im allgemeinen
werden die Inhaltsstoffe entweder getrennt oder gemischt in Einheitsdosisform bereitgestellt,
zum Beispiel als trockenes lyophilisiertes Pulver oder Wasser-freies Konzentrat
in einem hermetisch versiegelten Behältnis wie einer Ampulle oder einem Beutel,
der die Menge an aktivem Inhaltsstoff angibt. Wenn (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon durch Infusion verabreicht werden
soll kann es zum Beispiel zusammen mit einer Infusionsflasche enthaltend steriles
Wasser oder Kochsalzlösung medizinischen Grades. Wenn das (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon durch Injektion verabreicht werden
soll, kann eine Ampulle sterilen Wassers zur Injektion oder Kochsalzlösung
bereitgestellt werden, so dass die Inhaltsstoffe vor der Verabreichung gemischt
werden können.
Die Menge an (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder
eines pharmazeutisch annehmbaren Salzes davon entsprechend Anspruch 1, die bei der
Behandlung einer bestimmten Erkrankung oder eines bestimmten Zustandes, der hierin
offenbart ist, wirksam sein wird, hängt von der Art und Natur der Erkrankung
bzw. des Zustandes ab, und sie kann mittels klinischer Standardtechniken bestimmt
werden. Zusätzlich und wahlweise können in vitro oder in vivo Assays verwendet
werden, um dabei zu helfen, die optimalen Dosisbereiche zu indentifizieren. Die
genaue zu verwendende Dosis hängt auch von der Art der Verabreichung und der
Schwere der Erkrankung oder des Syndroms ab, und sie sollte vom behandelnden Arzt
nach seiner Einschätzung und den Umständen des Patienten entschieden werden.
Geeignete Dosisbereiche für die orale Verabreichung sind jedoch im Allgemeinen
0,001 mg bis 200 mg (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder eines pharmazeutisch annehmbaren Salzes davon entsprechend Anspruch 1 pro Kilogramm
Körpergewicht pro Tag. In spezifischen Ausführungsformen der Erfindung
liegt die orale Dosis bei 0,01 mg bis 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro
Tag, noch mehr bevorzugt 0,1 mg bis 75 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag,
noch bevorzugter 0,5 mg bis 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, und
noch mehr bevorzugt 1 mg bis 30 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. In
einer anderen Ausführungsform beträgt die orale Dosis 1 mg bis 3 mg (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder eines pharmazeutisch annehmbaren Salzes davon entsprechend Anspruch 1 pro Kilogramm
Körpergewicht pro Tag. In einer anderen Ausführungsform ist die orale
Dosis 0,1 mg bis 2 m (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder eines
pharmazeutisch annehmbaren Salzes davon entsprechend Anspruch 1 pro Kilogramm Körpergewicht
einmal oder zweimal pro Tag. Die Dosismengen, die hierin beschrieben sind, beziehen
sich auf verabreichte Gesamtmengen; d.h., wenn (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und/oder ein oder mehrere pharmazeutisch annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch
1 verabreicht werden, entsprechen die bevorzugten Dosierungen der verabreichten
Gesamtmenge. Orale Zusammensetzungen enthalten bevorzugt 10 bis 95 Gew.-% aktiven
Inhaltsstoff bzw. Wirkstoff.
Geeignete Dosierungsbereiche für die intravenöse (i.v.)
Verabreichung sind 0.01 mg bis 100 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag,
0.1 mg bis 35 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, und 1 mg bis 10 mg pro
Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Geeignete Dosierungsbereiche für die
intranasale Verabreichung sind im allgemeinen 0,01 pg/kg Körpergewicht pro
Tag bis 1 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Suppositorien umfassen im Allgemeinen
0,01 mg bis 50 mg (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein pharmazeutisch
annehmbares Salz davon entsprechend Anspruch 1 pro Kilogramm Körpergewicht
pro Tag und umfassen aktiven Inhaltsstoff im Bereich von 0,5 bis 10 Gew.-%.
Empfohlene Dosierungsbereiche für intradermally, intramuskuläre,
intraperitoneale, subcutane, epidurale, sublinguale, intracerebrale, intravaginale,
transdermale Verabreichung oder Verabreichung durch Inhalation liegen im Bereich
von 0,001 mg bis 200 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Geeignete Dosen
für die topische Verabreichung liegen im Bereich von 0,001 mg bis 1 mg, abhängig
vom Bereich der Aufbringung. Wirksame Dosen können aus Dosis-Reaktions-Kurven,
die in vitro oder in Tiermodell-Testsystemen erhalten werden, extrapoliert werden.
Solche Tiermodelle und Systeme sind im Stand der Technik wohl bekannt.
Die Erfindung stellt auch pharmazeutische Pakete oder Kits bereit,
die ein oder mehr Behältnis umfassen, die (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon entsprechend Anspruch 1 enthalten.
Wahlweise kann solch einem Gefäß bzw. solchen Gefäßen eine Anmerkung
beigefügt werden, die von einer Regierungsstelle, welche die Herstellung, Verwendung
oder den Verkauf von pharmazeutischen oder biologischen Produkten reguliert, vorgeschrieben
ist, wobei die Anmerkung die Zulassung durch die Stelle für die Herstellung,
Verwendung oder den Verkauf für humane Verabreichung widerspiegelt. In einer
bestimmten Ausführungsform enthält der Kit (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
und/oder ein oder mehrere pharmazeutisch annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch
1. In einer anderen Ausführungsform umfasst der Kit ein therapeutisches Mittel
und (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein pharmazeutisch annehmbares
Salz davon entsprechend Anspruch 1.
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan und pharmazeutisch
annehmbare Salze davon entsprechend Anspruch 1 werden bevorzugt in vitro oder in
vivo, vor der Verwendung in Menschen, auf die gewünschten therapeutischen oder
prophylaktischen Aktivitäten hin überprüft. Zum Beispiel können
in vitro-Assays verwendet werden, um zu bestimmen, ob es bevorzugt ist, (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan,
ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon, und/oder ein anderes therapeutisches
Mittel zu verabreichen. Tiermodellsysteme können verwendet werden, um Sicherheit
und Wirksamkeit zu zeigen.
4.5 KOMBINATIONSTHERAPIE
In bestimmten Ausführungsformen der Erfindung kann (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon entsprechend Anspruch 1 in Kombinationstherapie
mit mindestens einem anderen therapeutischen Mittel verwendet werden. (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon und das andere therapeutische Mittel
können additiv oder, bevorzugter, synergistisch wirken. In einer bevorzugten
Ausführungsform wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder
ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon entsprechend Anspruch 1 gleichzeitig mit
der Verabreichung eines anderen therapeutischen Mittels verabreicht, welches Teil
derselben Zusammensetzung sein kann oder in einer unterschiedlichen Zusammensetzung
von der, die (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein pharmazeutisch
annehmbares Salz davon umfasst, vorliegen. Das andere therapeutische Mittel kann
für die Behandlung von und/oder Vorbeugen gegen (wie hierin
definiert) eine zweite Beschwernis, die von einer anderen Erkrankung herrührt,
welche durch Hemmung der Dopaminwiederaufnahme gelindert wird, resultiert. In einer
anderen Ausführungsform wird (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon vor oder nach der Verabreichung eines
anderen therapeutischen Mittels verabreicht. Da viele der Erkrankungen, für
die (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan pharmazeutisch annehmbare
Salze davon nützlich bei der Behandlung sind, chronisch sind, umfasst die Kombinationstherapie
das Alternieren von der Verabreichung von einer Zusammensetzung umfassend (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder ein pharmazeutisch annehmbares Salz davon und einer Zusammensetzung, die ein
anderes therapeutisches Mittel umfasst. Die Dauer der Verabreichung von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan,
einem pharmazeutisch annehmbaren Salz davon, oder dem anderen therapeutischen Mittel
kann z.B. ein Monat, drei Monate, sechs Monate, ein Jahr, oder länger ausgedehnte
Zeitspannen sein, wie beispielsweise die Lebensdauer des Patienten. Wenn in bestimmten
Ausführungsformen (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein
pharmazeutisch annehmbares Salz davon gleichzeitig mit einem anderen therapeutischen
Mittel verabreicht wird, das möglicherweise Nebenwirkungen hervorruft, einschließlich
Toxizität, kann das andere therapeutische Mittel vorteilhaft mit einer Dosis
verabreicht werden, die unter dem Schwellenwert liegt, ab dem die nachteilige Nebenwirkung
ausgelöst wird.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Mittel gegen Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
sein. Nützlich Mittel gegen das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom umfassen Methylphenidat;
Dextroamphetamin; tricyclische Antidepressiva, wie Imipramine, Desipramin, und Nortriptylin;
und ein Psychostimulanz, wie Pernolin und Deanol.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Mittel gegen Suchtkrankheiten
sein. Nützliche Mittel gegen Suchtkrankheiten umfassen tricyclische Antidepressiva,
MOA-Inhibitoren und Dizocilpin (MK801); abbauende Enzyme, wie Anesthetica und Aspartatantagonisten;
GABA-Agonisten, wie Baclofen und Muscimol HBr; Blocker der Wiederaufnahme; Blocker
für Abbauenzyme; Glutamatagonisten, wie D-Cycloserin, Carboxyphenylglycin,
L-Glutaminsäure, und cis-Piperidin-2,3-dicarbonsäure; Aspartatagonisten;
GABA antagonisten wie Gabazin (SR-95531), Saclofen, Bicucullin, Picrotoxin und (+)-Apomorphin-HCl;
und Dopaminantagonisten, wie Spiperon-HCl, Haloperidol, und (-)-Sulpirid.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Anti-Alkohol-Mittel sein.
Nützliche Anti-Alkohol-Mittel umfassen Disulfiram und Naltrexon.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Anti-Nicotin-Mittel sein.
Nützliche Anti-Nicotin-Mittel umfassen Clonidin.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Anti-Opiat-Mittel sein.
Nützliche Anti-Opiat-Mittel umfassen Methadon, Clonidin, Lofexidin, Levomethadylacetat
HCl, Naltrexon, und Buprenorphin.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Anti-Kokain-Mittel sein.
Nützliche Anti-Kokain-Mittel umfassen Desipramin, Amantadin, Fluoxidin, und
Buprenorphin.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Appetitzügler sein.
Nützliche Appetitzügler Fenfluramin, Phenylpopanolamin, und Mazindol.
Das andere therapeutische Mittel kann ein anti-Lyserginsäurediethylamid
("anti-LSD")-Mittel sein. Nützliche Anti-LSD-Mittel umfassen Diazepam.
Das andere therapeutische Mittel kann ein anti-Phencyclidin ("anti-PCP")-Mittel
sein. Nützliche anti-PCP-Mittel umfassen Dopamin-Vorläufer, wie Levodopa,
L-Phenylalanin, und L-Tyrosin; neuroprotektive Mittel; Dopamin-Agonisten; Inhibitoren
der Dopaminwiederaufnahme; Anticholinergica wie Amantadin und Memantin; und 1,3,5-trisubstituierte
Adamantane, wie 1-Amino-3,5-dimethyladamantan (U.S.-Patent Nr. 4,122,193, Sherm
et al.).
Das andere therapeutische Mittel kann ein Antidepressivum sein. Nützliche
Antidepressiva umfassen Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, Trimipramin,
Amoxapin, Desipramin, Maprotilin, Nortriptylin, Protripylin, Fluoxetin, Fluvoxamin,
Paroxetin, Setralin, Venlafaxin, Bupropion, Nefazodon, Trazodon, Phenelzin, Tranylcypromin
und Selegilin.
Das andere therapeutische Mittel kann ein anxiolytisches Mittel sein.
Nützliche anxiolytische Mittel umfassen Benzodiazepine, wie
Alprazolam, Chrodiazepoxid, Clonazepam, CLrazepat, Diazepam, Halazepam, Lorazepam,
Oxazepam, und Prazepam; nicht-Benzodizeprin-Mittel, wie Buspiron; und Tranquilizer
bzw. Beruhigungsmittel, wie Barbiturate.
Das andere therapeutische Mittel kann ein antipsychotische Arzneimittel
sein. Nützliche antipsychotische Arzneimittel umfassen Phenothiazine, wie Chlorpromazin,
Mesoridazinbesylat, Thioridazin, Acetophenazinmaleat, Fluphenazin, Perphenazin,
and Trifluorperazin; Thioxanthene, wie Chlorprothixen, and thiothixen; und andere
heterocyclische Verbindungen wie Clozapin, Haloperidol, Loxapine, Molindon, Pimozid,
und Risperidon. Bevorzugte antipsychotische Arzneimittel umfassen Chlorpromazin
HCl, Thioridazin HCl, Fluphenazin HCl, Thiothixen HCl, and Molindone HCl.
Das andere therapeutische Mittel kann ein Mittel gegen Fettsucht sein.
Nützliche solche Mittel umfassen &bgr;-adrenerger Rezeptor-Agonisten, bevorzugt
&bgr;-3-Rezeptoragonisten wie Fenfluramin; Dexfenfluramin; Sibutramin; Bupropion;
Fluoxetin; Phentennin; Amphetamin; Methamphetamin; Dextroamphetamin; Benzphetarnin;
Phendimetrazin; Diethylpropion; Mazindol; Phenylpropanolamin; Norepinephme-Serotonin-Wiederaufnahmeinhibitoren,
wie Sibutramin; and Pankreaslipaseinhibitoren, wie Orlistat.
5. BEISPIEL: (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexanhydrochlorid
Zu 279 mg (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexanhydrochlorid,
erhalten nach den von Epstein et al., J.Med.CHem., 24:481-490 (1981) beschriebenen
Verfahren, wurden 7 ml 9:1 Hexan:Isopropylalkohol gegeben, gefolgt von 8 Tropfen
Diethylamin. Zum daraus hervorgehenden Gemisch wurde tropfenweise Isopropylalkohol
hinzugegeben, bis eine Lösung erhalten wurde. Die Lösung wurde bis auf
ein Volumen von 6 ml aufkonzentriert unter Verwendung eines Heliumgasstroms, und
sechs 1 ml-Teile des Konzentrats wurden einer HPLC unterzogen, und zwar unter Verwendung
eines HPLC-Geräts, das mit einer 1 cm × 25 cm Daicel CHIRALPAK AD-Säule
(Chiral Technologies, Inc., Exton, Pennsylvania) ausgerüstet war. Die Elution
wurde bei Umgebungstemperaturen unter Verwendung von 95:5 (Vol./Vol.) Hexan: Isopropylalkohollösung
enthaltend 0,05% Diethylamin als Mobile Phase mit einer Fließgeschwindigkeit
von 6 ml/min. Die Fraktion, die ungefähr bei 26.08 bis 34 Minuten eluierte,
wurde aufgenommen und aufkonzentriert, unter Erhalt eines ersten Restes, welcher
in einer Minimalmenge Ethylacetat gelöst wurde. Unter Verwendung eines Stickstoffstroms
wurde die Ethylacetatlösung abgedampft, unter Erhalt eines zweiten Restes,
welcher in 1 ml Diethylether gelöst wurde. Zur Diethyletherlösung wurde
1 ml Diethylether gesättigt mit gasförmiger Chlorwasserstoffsäure
hinzugegeben. Es bildete sich ein Niederschlag, welcher abgefiltert wurde, mit 2
ml Diethylether gewaschen und getrocknet wurde, unter Erhalt von 33 mg (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexanhydrochlorid
mit 88%igem enantiomeren Überschuß. Dieses Material wurde unter Verwendung
der oben beschriebenen Chromatografiebedingungen wiederaufgereinigt. Die Fraktion,
die bei 28 bis 34 Minuten eluierte, wurde aufkonzentriert, angesäuert, und
getrocknet, wie oben beschrieben, unter Erhalt von 16,0 mg (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexanhydrochlorid:
Optische Drehung [&agr;]25
D = -56° in Methanol bei 2 mg/ml; 99,1% enantiomerer Überschuß.
6. BEISPIEL: AKTIVITÄTSVERGLEICH VON (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-HCL
UND (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCL IN EINEM DOPAMIN-,
NOREPINEPHRIN-, UND SEROTONIN-TRANSPORTERBINDUNGSASSAY
Die Inhibierungsaktivität von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexanhydrochlorid
bei Dopamin-, Norepinephrin- und Serotonin-Aufnahme wurde mit der von (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexanhydrochlorid
unter Verwendung eines Standard-Domanintransporterbindungsassays verglichen.
6.1 MATERIALIEN UND METHODEN
6.1.1 Dopamintransporterassay
Der Dopaminaufnahme-Transporterbindungsassay wurde entsprechend den
Methoden, die in Madras et al., 1989, Mol. Pharmacol. 36(4):518-524 und Javitch
et al., 1984, Mol. Pharmacol. 26(1):35-44 beschrieben wurden, durchgeführt.
Die Quelle für den Rezeptor war Meerschweinchen-Stratummembranen; der Radioligand
war [3H]WIN 35,428 (DuPont-NEN, Boston, Massachusetts) (60-87 Ci/mmol)
bei einer finalen Ligandenkonzentration von 2,0 nM; die nicht-spezifische Determinante
1 &mgr;M 1-[2-[bis(4-Fluorphenyl)methoxy]ethyl]-4-[3-phenylpropyl]piperazindihydrochlorid
(GBR 12909), ein hochaffiner Dopaminaufnahmeinhibitor; die Bezugsverbindun war ebenfalls
GBR 12909. (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-HCl erhielt man
nach dem Verfahren, das in Beispiel 5 oben beschrieben ist. Die Reaktionen wurden
in 50 mM TRIS-HCl (pH 7,4) enthaltend 120 mM NaCl und bei 0°C bis 4°C
für zwei Stunden durchgeführt. Die Reaktion wurde durch schnelle Vakuumfiltration
auf Glasfaserfiltern gestoppt. Radioaktivität, die in den Filtern festgehalten
wurde, wurde bestimmt und mit Kontrollwerten verglichen, um die Wechselwirkungen
der Testverbindung mit der Domaninaufnahmestelle sicherzustellen. Die Daten sind
in Tabelle 1 unten wiedergegeben.
6.1.2 NOREPINEPHRINTRANSPORTERASSAY
Der Norepinephrintransporterbindungsassay wurde entsprechend der Verfahren
durchgeführt, die in Raisman et al., 1982, Eur. Jrnl. Pharmacol. 78:345-351
und Langer et al., 1981, Eur. Jrnl. Pharmacol 72:423 beschrieben sind. Die Rezeptorquelle
war Rattenvorderhirnmembranen; der Radioligand war [3H]-Nisotexin (60-85
Ci/mmol) bei einer finalen Ligandenkonzentration von 1,0 nM; die nicht-spezifische
Determinante 1 &mgr;M Desipramin (DMI), ein hochaffiner Norepinephrinaufnahme-Inhibitor;
die Bezugsverbindung war Desipramin (DMI), Imipramin, Amitriptylin, oder Nisoxetin.
(-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-HCl erhielt man nach dem in Beispiel
5 oben beschriebenen Verfahren. Die Reaktionen wurden in 50 mM TRIS-HCl (pH 7,4)
enthaltend 300 mM NaCl und 5 mM KCl und bei einer Temperatur von 0°C bis 4°C
für vier Stunden durchgeführt. Die Reaktion wurde durch schnelle Vakuumfiltration
auf Glasfaserfiltern gestoppt. Radioaktivität, die in den Filtern festgehalten
wurde, wurde bestimmt und mit Kontrollwerten verglichen, um die Wechselwirkungen
der Testverbindung mit der Norepinephrinaufnahmestelle sicherzustellen. Die Daten
sind in Tabelle 2 unten wiedergegeben.
6.1.3 SEROTONINTRANSPORTERASSAY
Der Serotonintransporterbindungsassay wurde entsprechend den Verfahren,
die bei D'Amato et al., 1987, Jrnl. Pharmacol. & Exp. Ther. 242:364-371 und Brown
et al., 1986, Eur. Jrnl. Pharmacol. 123:161-165 beschrieben sind, durchgeführt.
Die Rezeptorquelle waren menschliche Blutplättchenmembranen; der Radioligand
war [3H]-Citalopram (70-87 Ci/mmol) bei einer finalen Ligandenkonzentration von
0,7 nM; die nicht-spezifische Determinante 1 &mgr;M Clomipramin, ein hochaffiner
Serotoninaufnahmeinhibitor; die Bezugsverbindung war Imipramin. (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-HCl
erhielt man nach dem in Beispiel 5 oben beschriebenen Verfahren. Die Reaktionen
wurden in 50 mM TRIS-HCl (pH 7,4) enthaltend 120 mM NaCl und 5 mM KCl und bei 25°C
für eine Stunde durchgeführt. Die Reaktion wurde durch schnelle Vakuumfiltration
auf Glasfaserfiltern gestoppt. Radioaktivität, die in den Filtern festgehalten
wurde, wurde bestimmt und mit Kontrollwerten verglichen, um die Wechselwirkungen
der Testverbindung mit der Serotoninaufnahmestelle sicherzustellen. Die Daten sind
in Tabelle 3 unten wiedergegeben.
6.2. ERGEBNISSE
TABELLE 1: Dopaminetransporterbindungsassay
Verbindung
Ki
(-)-1-(3,4-Dichlorophenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-HCl
2.61 × 10–7
(±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl
1.54 × 10–7
GBR 12909
1.16 × 10–8
TABELLE 2: Norepinephrihrintransporterbindungsahssay
Verbindung
Ki
(-)-1-(3,4-Dichlorophenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-HCl
N/A
(±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl
1.42 × 10–7
Desimipramin-HCl ("DMI")
1.13 × 10–9
- N/A = keine meßbare Affinität
TABELLE 3: Serotonintransporterbindungsassay
Verbindung
Ki
(-)-1-(3,4-Dichlorophenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan-HCl
N/A
(±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl
1,87 × 10–7
Imipramin-HCl
2,64 × 10–8
- N/A = keine meßbare Affinität
Die Daten in Tabelle 1 zeigen, dass sowohl (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
HCl als auch (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl eine Affinität
für die Dopaminaufnahmestelle aufweisen. Im Gegensatz dazu zeigen die Daten
in Tabelle 2 und 3, dass (+)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl
eine Affinität für die Norepinephrin- und Serotonin-Aufnahmestellen aufweisen,
wobei das (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl keine meßbare
Affinitt für diese Aufnahmestellen aufweist. Obwohl (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
HCl eine höhere Bindungsaffinität für die Dopamin-Wiederaufnahmestelle
aufweist als (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl, kann die Verwendung
von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl vorteilhafter sein als
die Verwendung von (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan HCl zur
Inhibierung der Dopaminwiederaufnahme aufgrund seiner Spezifität für die
Inhibierung der Dopaminaufnahme. In anderen Worten, die Verwendung von (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
HCl kann unerwünschte Nebenwirkungen, die mit der Hemmung von Norepinephrinaufnahme
und Serotoninaufnahme einhergehen, wie Bluthochdruck bzw. sexuelle Dysfunktion,
vermeiden.
Die erfolgreiche Hemmung der Dopaminwiederaufnahme wurde mit der Behandlung
von Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Depression, Fettsucht, Parkinson, einem Tic-Syndrom
und einer Suchterkrankung in Verbindung gebracht (Hitri et al., 1994, Clin. Pharmacol.
17:1-22; Noble, 1004, Alcohol. Supp. 2:35-43; und Blum et al., 1995, Pharmacogenetics
5:121-141). Aufgrund seiner Spezifität für die Hemmung der Dopaminaufnahme
is (-)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan oder ein pharmazeutisch annehmbares
Salz davon vorteilhafter als (±)-1-(3,4-Dichlorphenyl)-3-azabicyclo[3.1.0]hexan
oder eines pharmazeutisch annehmbaren Salzes davon für die Behandlung von oder
Vorbeugung gegen eine Erkrankung, die durch Hemmung der Dopaminwiederaufnahme in
einem Patienten gelindert wird.