Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung eines
mit Fluor dotierten Siliciumdioxid-Pulvers, wobei dieses dotierte Siliciumdioxid
zur Bildung von Vorformen einer optischen Faser bestimmt ist.
Die Dotierung ist ein Vorgang, der darin besteht, in ein Material
Atome oder Moleküle mit dem Ziel, die Eigenschaften desselben zu modifizieren,
einzubauen. Auf dem Gebiet der optischen Fasern zum Beispiel arbeitet man Dotierungsmittel
ein, um den Brechungsindex des Siliciumdioxids zu modifizieren. Das Dotierungsmittel
kann Germanium sein, wenn man den Brechungsindex des Siliciumdioxids erhöhen
möchte, oder kann Fluor sein, wenn man dagegen den Brechungsindex senken möchte.
Das verwendete Siliciumdioxid kann ein natürliches Siliciumdioxid
oder ein synthetisches Siliciumdioxid sein. Jedoch wird meistens das synthetische
Siliciumdioxid auf dem Gebiet der optischen Fasern verwendet. Das synthetische Siliciumdioxid
ist ein Siliciumdioxid, das durch chemische Synthese erhalten wird, zum Beispiel
durch Oxidation eines Vorläufergases von Siliciumdioxid, zum Beispiel Siliciumtetrachlorid
SiCl4, in Gegenwart von Wärme. Diese Reaktion führt zu einem
Pulver, das eine große Reinheit und eine sehr feine Granulometrie aufweist,
d.h. eine Größe zwischen 0,1 und 100 nm, hat, und das aufgrund dieser
Tatsache eine große spezifische Oberfläche hat. Ein derartiges Siliciumdioxid-Pulver
wird Ruß genannt.
Der Siliciumdioxidruß kann zum Beispiel zur Herstellung einer
Vorform durch das VAD-Verfahren („Vapor Axial Deposition") oder das OVD-Verfahren
(„Outside Vapor Deposition") verwendet werden.
Darüber hinaus beschreibt das Dokument JP
62252335 ein Verfahren zur Herstellung einer Vorform, bei dem eine Siliciumverbindung
in Gegenwart eines Siliciumoxyfluorids hydrolysiert wird, was zu einer Abscheidung
von fluoriertem Siliciumdioxidruß führt, der dann verglast wird.
Diese Verfahren sind dem Fachmann auf dem Gebiet der optischen Fasern
gut bekannt und werden hier nicht detaillierter beschrieben.
Der Siliciumdioxidruß kann auch nach dem Verfahren, das in der
Druckschrift EP 0 578 553 beschrieben ist,
transformiert werden. Die erhaltenen Siliciumdioxidkörner können dann
abgeschieden und verglast werden, um den Durchmesser der primären Vorformen,
die durch das MCVD-Verfahren (englisches Akronym für „Modified Chemical
Vapor Deposition") hergestellt wurden, zu vergrößern.
Für die Herstellung dieser Siliciumdioxidkörner werden die
Rußpartikel durch ein Sol-Gel-Verfahren agglomeriert, um Granulat zu bilden,
dann wird dieses Granulat durch Erhitzen verdichtet, was es ermöglicht, die
Porosität, die zwischen den verschiedenen Partikeln, die sie bilden, zu eliminieren,
so dass die erhaltenen Körner dicht sind. Diese Körner haben im Allgemeinen
eine Größe, die über einem Mikrometer liegt. Man nennt ein poröses
Siliciumdioxidpartikel in einem Zwischenzustand der Herstellung der verdichteten
Siliciumdioxidkörner Siliciumdioxidgranulat.
Es ist möglich, den Vorgang der Verdichtung des Granulats in
einer Atmosphäre durchzuführen, die ein Vorläufergas des gewünschten
Dotierungsmittels enthält. Um die Fluorierung des Siliciumdioxidgranulats durchzuführen,
führt man demnach die Verdichtung in einer Atmosphäre durch, die ein fluoriertes
Gas wie zum Beispiel Schwefelhexafluorid SF6 oder Siliciumtetrafluorid
SiF4 enthält. Das Siliciumdioxidgranulat wird in einen Tiegel gegeben,
den man in einen Ofen stellt, um ihn dann auf eine Temperatur zu bringen, die es
ermöglicht, die Verdichtung durchzuführen, wobei der Ofen mit einem Vorläufergas
des gewünschten Dotierungsmittels gespeist wird. Die Dotierung erfolgt durch
Diffusion und Reaktion der Dotierungsmoleküle in dem Siliciumdioxidgranulat,
was zur Bildung von komplexen Molekülen des SiO2-xF2x-Typs
führt. Das Verfahren wird bei hoher Temperatur, d.h. um 1400°C, durchgeführt.
Eine alternative Vorrichtung, die es ermöglicht, Granulat in
Bewegung in Gegenwart eines fluorierten Gases zu verdichten, ist in FR
2 749 005 beschrieben.
Diese Verfahren werfen eine ganze Reihe von Problemen auf.
Ihr erster Nachteil liegt in der Aggressivität der fluorierten
Gase. In der Tat bringt die starke Korrosivität der fluorierten Gase, die bei
erhöhter Temperatur verwendet werden, eine massive Korrosion der Öfen
mit sich, was bedeutende Wartungskosten mit sich zieht. Ein anderes Problem ist
die Handhabung dieser Gase und die Behandlung und die Wiedergewinnung, die ihre
Toxizität auferlegt. Schließlich haben diese Gase nicht vernachlässigbare
Kosten, insbesondere SiF4.
Der zweite Nachteil liegt in der Inhomogenität der so durchgeführten
Dotierung, wobei die Inhomogenität auf der Diffusion des fluorierten Reagenzes
im Inneren des zu behandelnden Pulvers basiert, hauptsächlich in dem Fall,
dass das Pulver in Tiegeln angeordnet ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht demnach darin, ein
Verfahren zur Herstellung eines Pulvers aus verdichteten Körnern von mit Fluor
dotiertem Siliciumdioxid bereitzustellen, welches es ermöglicht, die Korrosion
der Anlagen beträchtlich zu verringern, und welches die genannten Unzulänglichkeiten
nicht aufweist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist so ein Verfahren zur Herstellung
eines mit Fluor dotierten Siliciumdioxidpulvers, das zur Bildung von Vorformen einer
optischen Faser bestimmt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
– man Siliciumdioxidgranulat mit einer spezifischen Oberfläche von
über 30 m2/g mit einer festen fluorierten Verbindung mischt;
– man eine thermische Zersetzung der festen fluorierten Verbindung durchführt;
– man eine Verdichtung des erhaltenen dotierten Siliciumdioxidgranulats
durchführt, um dotierte Siliciumdioxidkörner zu erhalten.
Das Siliciumdioxidgranulat wird mit der gewünschten Menge an
fester fluorierter Verbindung gemischt und in ein geeignetes Aufnahmegefäß
eingeführt. Nach einer Ausführungsform enthält das Gemisch des Siliciumdioxidgranulats
und der festen fluorierten Verbindung 1 bis 30%, insbesondere 2 bis 12% an fester
fluorierter Verbindung.
Vorzugsweise verwendet man einen Tiegel aus Material wie Quarz, das
bei der Behandlungstemperatur gegenüber Fluor beständig ist.
Der für das Verfahren verwendete Ofen kann ein horizontaler Drehofen
aus Quarz sein, der das zusätzliche Interesse der Möglichkeit, kontinuierlich
zu arbeiten, bietet. Ein statischer Ofen mit einem Quarzreaktor kann ebenso verwendet
werden. Er kann horizontal oder vertikal angeordnet sein, ist aber vorzugsweise
vertikal. Dies bietet den Vorteil, die Austauschoberfläche zwischen dem Pulver
und der Atmosphäre und damit die Verdampfung von SiF4 zu minimieren.
In allen Fällen wird der Ofen unter einer Atmosphäre aus Inertgas wie
Helium gehalten.
Vorzugsweise verwendet man synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das
eine spezifische Oberfläche zwischen 30 m2/g und 200 m2/g
aufweist. Es wird angenommen, dass das freigesetzte Fluorierungsmittel vorzugsweise
die OH-Stellen des Siliciumdioxids angreift. Die Anzahl dieser Stellen hängt
von der spezifischen Oberfläche des Siliciumdioxids ab. So kann man erwarten,
dass ein sehr fein verteiltes Siliciumdioxid eine weiter fortgeschrittene Dotierung
mit Fluor erlaubt. Wenn man demnach ein mit Fluor dotiertes Siliciumdioxid erhalten
möchte, ist es vorteilhaft, Siliciumdioxidgranulat mit einer erhöhten
spezifischen Oberfläche zu verwenden. Eine spezifische Oberfläche von
über 30 m2/g ist demnach vorteilhaft.
Nach einer Ausführungsform ist die feste fluorierte Verbindung
Ammoniumbifluorid. Es ist jedoch auch in Betracht zu ziehen, andere feste fluorierte
Verbindungen zu verwenden, die thermisch instabil sind.
Außerdem wird das Verfahren vorzugsweise bei einer moderaten
Temperatur, d.h. unter 1450°C und vorzugsweise zwischen 250 und 600°C,
durchgeführt. Vorzugsweise liegt die Zersetzungstemperatur bei 600°C oder
darunter, sie ist insbesondere 425°C oder niedriger. In der Tat zersetzt sich
die verwendete fluorierte Verbindung bei einer moderaten Temperatur, d.h. unter
1450°C, vorzugsweise unter 600°C. Es stellte sich heraus, dass die Diffusion
des fluorierten Reagenzes in das/in dem Granulat selbst bei 250°C schnell abläuft.
Die Dauer des Haltens bei der Zersetzungstemperatur kann unter einer Stunde sein
und ist vorzugsweise 15 bis 60 Minuten.
Nach einer Ausführungsform hält man das Gemisch während
einer Dauer von 15 bis 60 Minuten bei der Zersetzungstemperatur.
Die Stufe der Verdichtung selbst ist bekannt. Es kann ein klassischer
Ofen, zum Beispiel aus Graphit, verwendet werden, der einen zusätzlichen Vorteil
des Verfahrens gemäß der Erfindung bildet. Die Verdichtungsbehandlung
wird ebenfalls vorzugsweise unter inerter Atmosphäre durchgeführt.
Nach einer Ausführungsform ist das Verfahren kontinuierlich.
Der erste Vorteil des Verfahrens gemäß der Erfindung ist,
dass die Freisetzung von potentiell korrosiven Verbindungen bei einer moderaten
Temperatur erfolgt, was den Verschleiß der Vorrichtungen beträchtlich
verringert.
Der zweite Vorteil des Verfahrens gemäß der Erfindung ist,
dass die Freisetzung des Fluorierungsmittels in situ es ermöglicht, die Homogenität
der Einarbeitung des Fluors in das Siliciumdioxidgranulat zu gewährleisten.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele detaillierter erläutert.
FluorierungBEISPIEL 1
In einen Quarztiegel mit einem Durchmesser von 50 mm und einer Höhe
von 144,5 mm führt man 94 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat mit einer
spezifischen Oberfläche von 50 m2/g und 6 g Ammoniumbifluorid (6%)
ein. Der Tiegel wird in einen Quarzreaktor eingeführt, der in einen vertikalen
Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird dann unter Heliumatmosphäre in 20 Minuten
auf 250°C erhitzt, dann wird die Temperatur während 15 Minuten gehalten.
Dann lässt man auf Umgebungstemperatur abkühlen (Dauer 150 Minuten).
Eine Probe wird dann durch alkalisches Fritten in Lösung gebracht
und das Fluor wird durch Ionometrie bestimmt. Die erhaltenen Resultate sind in Tabelle
1 angegeben.
BEISPIEL 2
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 1 identisch ist, führt
man 91 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 9 g Ammoniumbifluorid (9%) ein. Der Tiegel wird in einen Quarzreaktor eingeführt,
der in einen vertikalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird dann unter Heliumatmosphäre
in 30 Minuten auf 425°C erhitzt, dann wird die Temperatur während 15 Minuten
gehalten. Danach lässt man auf Umgebungstemperatur abkühlen (Dauer 150
Minuten).
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 analysiert. Die erhaltenen Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 3
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 1 identisch ist, führt
man 92 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 9 g Ammoniumbifluorid (9%) ein. Der Tiegel wird in einen Quarzreaktor eingeführt,
der in einen vertikalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird dann in 75 Minuten
unter Heliumatmosphäre auf 600°C erhitzt, dann wird die Temperatur während
60 Minuten gehalten. Danach lässt man auf Umgebungstemperatur abkühlen
(Dauer 150 Minuten).
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 analysiert. Die erhaltenen Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 4
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 1 identisch ist, führt
man 88 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 12 g Ammoniumbifluorid (12%) ein. Der Tiegel wird in einen Quarzreaktor
eingeführt, der in einen vertikalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird dann
in 75 Minuten unter Heliumatmosphäre auf 600°C erhitzt, dann wird die
Temperatur während 15 Minuten gehalten. Danach lässt man auf Umgebungstemperatur
abkühlen (Dauer 150 Minuten).
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 analysiert. Die erhaltenen Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 5
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 1 identisch ist, führt
man 94 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 6 g Ammoniumbifluorid (6%) ein. Der Tiegel wird in einen Quarzreaktor eingeführt,
der in einen vertikalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird dann in 75 Minuten
unter Heliumatmosphäre auf 600°C erhitzt, dann wird die
Temperatur während 15 Minuten gehalten. Danach lässt man auf Umgebungstemperatur
abkühlen (Dauer 150 Minuten).
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 analysiert. Die erhaltenen Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 6
In einen Tiegel, der aus einem Quarzrohr mit einem Durchmesser von
46 mm hergestellt worden war, an jedem Ende verkürzt und flach verschlossen
worden war, werden 56,40 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von
Beispiel 1 identisch ist, und 3,60 g Ammoniumbifluorid (6%) gewogen. Das Gemisch
wird in einen Quarzreaktor eingeführt, der in einen horizontalen Ofen gestellt
wird. Das Gemisch wird dann in 75 Minuten unter Heliumatmosphäre auf 600°C
erhitzt, dann wird die Temperatur während 15 Minuten gehalten. Danach lässt
man auf Umgebungstemperatur abkühlen.
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 angegeben analysiert. Die Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 7
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 6 identisch ist, werden
58,56 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 1, 44 g Ammoniumbifluorid (2,4%) gewogen. Das Gemisch wird in einen Quarzreaktor
eingeführt, der in einen horizontalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird
dann in 75 Minuten unter Heliumatmosphäre auf 600°C erhitzt, dann wird
die Temperatur während 60 Minuten gehalten. Danach lässt man auf Umgebungstemperatur
abkühlen.
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 angegeben analysiert. Die Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 8
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 6 identisch ist, werden
57,48 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 2,52 g Ammoniumbifluorid (4,2%) gewogen. Das Gemisch wird in einen Quarzreaktor
eingeführt, der in einen horizontalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird
dann in 30 Minuten unter Heliumatmosphäre auf 425°C erhitzt, dann wird
die Temperatur während 37,5 Minuten aufrechterhalten. Danach lässt man
auf Umgebungstemperatur abkühlen.
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 analysiert. Die Resultate sind in
Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 9
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 6 identisch ist, werden
56,40 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 3,60 g Ammoniumbifluorid (6%) gewogen. Das Gemisch wird in einen Quarzreaktor
eingeführt, der in einen horizontalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird
dann in 20 Minuten unter Heliumatmosphäre auf 250°C erhitzt, dann wird
die Temperatur während 60 Minuten aufrechterhalten. Danach lässt man auf
Umgebungstemperatur abkühlen.
Eine Probe wird wie in Beispiel 1 angegeben analysiert. Die Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben.
BEISPIEL 10
In einen Tiegel, der mit dem von Beispiel 6 identisch ist, werden
58,56 g synthetisches Siliciumdioxidgranulat, das mit dem von Beispiel 1 identisch
ist, und 1,44 g Ammoniumbifluorid (2,4%) gewogen. Das Gemisch wird in einen Quarzreaktor
eingeführt, der in einen horizontalen Ofen gestellt wird. Das Gemisch wird
dann in 20 Minuten unter Heliumatmosphäre auf 250°C erhitzt, dann wird
die Temperatur während 15 Minuten gehalten. Danach lässt man auf Umgebungstemperatur
abkühlen. Eine Probe wird wie in Beispiel 1 angegeben analysiert. Die Resultate
sind in Tabelle 1 angegeben. Tabelle 1: Fluorierung
VerdichtungBEISPIELE 11–15
Das mit Fluor dotierte Siliciumdioxidgranulat, das in den Beispielen
1 bis 5 erhalten wurde, wird jeweils in einem Röhrenofen aus Aluminium unter
Heliumatmosphäre in einem Tiegel, der mit dem identisch ist, der während
der Fluorierung verwendet wurde, bei 1450°C verdichtet. Das Heizprogramm ist
das folgende:
– freies Erhitzen auf 1100°C,
– 140°C/h von 1100°C auf 1300°C,
– 85°C/h von 1300°C auf 1400°C,
– 50°C/h von 1400°C auf 1450°C,
– 1450°C während 15 Minuten,
– Abkühlen auf eine Temperatur von 200°C und Entnahme aus dem
Ofen zur Abkühlung auf Umgebungstemperatur.
Nach dem Arbeitsgang erhält man ein Pulver dichter Körner
aus mit Fluor dotiertem Siliciumdioxid, das für die Herstellung von Vorformen
einer optischen Faser verwendet werden kann. Der Fluorgehalt wird durch Bestimmung
mittels Ionometrie nach Inlösungbringen durch alkalisches Fritten bestimmt.
Die Resultate sind in Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2: Verdichtung
Die Resultate beweisen, dass das Verfahren gemäß der Erfindung
eine Dotierung des synthetischen Siliciumdioxids mit Fluor bei tiefer Temperatur
ermöglicht. Das Pulver dichter Körner aus Siliciumdioxid, das erhalten
wird, weist nach Verdichtung einen Fluorgehalt auf, der bis zu 5000 ppm reichen
kann.
Dieses Verfahren verringert die während der Dotierung des Siliciumdioxids
durch Fluor mit Hilfe von gasförmigen Verbindungen beobachtete Korrosion und
gewährleistet eine homogene Wiederverteilung des Fluors in den dichten Siliciumdioxidkörnern.
So erlaubt das Verfahren den Erhalt einer schwächeren Indexschwankung
in einer Vorform für optische Fasern im Vergleich zu den früheren Fluorierungsverfahren
im Tiegel.
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines dotierten Siliciumdioxid-Pulvers, das
zur Bildung von Vorformen einer optischen Faser bestimmt ist, dadurch gekennzeichnet,
dass
– man Siliciumdioxid-Granulat mit einer spezifischen Oberfläche von
über 30 m2/g mit einer festen fluorierten Verbindung mischt;
– man eine thermische Zersetzung der festen fluorierten Verbindung durchführt;
– man eine Verdichtung des erhaltenen dotierten Siliciumdioxid-Granulats
durchführt, um dotierte Siliciumdioxidkörner zu erhalten.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die feste fluorierte Verbindung Ammoniumbifluorid
ist.Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Temperatur
der Zersetzung der festen fluorierten Verbindung unter oder gleich 600°C ist.Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Temperatur der Zersetzung unter
oder gleich 425°C ist.Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Gemisch
des Siliciumdioxid-Granulats und der festen fluorierten Verbindung 1 bis 30% an
fester fluorierter Verbindung enthält.Verfahren nach Anspruch 5, wobei das Gemisch aus Siliciumdioxid-Granulat
und fester fluorierter Verbindung 2 bis 12% an fester fluorierter Verbindung enthält.Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei man das
Gemisch während einer Dauer von 15 bis 60 Minuten bei der Temperatur der thermischen
Zersetzung hält.Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Verdichtung unter inerter Atmosphäre durchgeführt wird.Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die thermische
Zersetzung in einem Turmofen oder in einem horizontalen Drehofen durchgeführt
wird.Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass es kontinuierlich ist.