Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxid bei direkter Synthese aus Wasserstoff und Sauerstoff
Anmelder
The Trustees of Princeton University, Princeton, N.J., US; Thompson, Mark E., Anaheim Hills, Calif., US; Snover, Jonathan Lee, Columbia, Md., US; Joshi, Vijay, Livingston, N.J., US; Vermeulen, Lori Ann, Hurst, Ill., US; Tang, Xiaozhang, New Brunswick, N.J., US
Erfinder
Thompson, Mark, Anaheim Hills CA 92807, US; Snover, Jonathan Lee, Apex, North Carolina 27502, US; Joshi, Vijay, Livingston NJ 07039, US; Vermeulen, Lori Ann, Thompsonville, Illinois 62890, US; Tang, Xiaozhang, New Brunswick NJ 08901, US
Die vorliegende Erfindung betrifft stabile Elektronenakzeptor-Zusammensetzungen,
welche über wirksame und nachhaltige fotoinduzierte Ladungstrennungszustände
verfügen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Solarenergie kann durch die wirksame Produktion einer langlebigen
fotoinduzierten Ladungstrennung eingesetzt und gespeichert werden. Dabei handelt
es sich um einen Zustand, der in fotosynthetischen Systemen durch die Bildung eines
langlebigen Radikalpaares erreicht wird. Es sind schon zahlreiche künstliche
Systeme beschrieben worden, bei denen ein wirksamer fotochemischer Ladungstransfer
stattfindet. Leider schreitet der thermale Elektronen-Rücktransfer häufig
sehr schnell voran, wodurch die Nützlichkeit dieser Systeme eingeschränkt
wird. Es wird ein System benötigt, das über einen sehr wirksamen fotoinduzierten
Ladungstransfer verfügt und einen Zustand mit einer Ladungstrennung bildet,
der an der Luft lange bestehen bleibt. Bei der Ladungstrennung in diesen Systemen
ist typischerweise eine Redoxreaktion zwischen einem fotoangeregten Donor und einem
geeigneten Akzeptor beteiligt, wobei die Produktion von radikalen Ionenpaaren gemäß
der folgenden Formel abläuft:
D + hv → D*(1a)
D* + A → A- + D+(1b)
D+ + A- → D + A(2)
Das auf diese Weise gebildete Kation und Anion stellen bessere Oxydantien
bzw. Reduktionsmittel als jedes der neutralen Moleküle im Grundzustand dar.
Um das in dieses System eingeführte Licht zu nutzen, muss die oxydierende und
reduzierende Kraft der fotoerzeugten Spezies ausgenutzt werden, bevor die Elektronen
unter Erzeugung der Ausgangsmaterialien zurücktransferiert werden (Gleichung
2). Es ist wünschenswert, diese fotochemische unproduktive thermale schnelle
Elektronen-Rücktransfer-Reaktion zu kontrollieren. Ein entsprechendes Verfahren
besteht darin, die Donoren und Akzeptoren in feste Matrizen zu inkorporieren.
Die individuellen Komponenten in dem Zustand der Ladungstrennung verfügen
über die geeigneten Potentiale, um die Reduktion und Oxydation von Wasser durchzuführen.
Leider sind diese direkten Umsetzungen kinetisch beschränkt, so dass Katalysatoren
erforderlich sind, um diese kinetischen Barrieren zu beseitigen. Kolloidale Platinpartikel
stellen ideale Katalysatoren für die Reduktion von Wasser unter Bildung von
H2 dar. In Systemen, die für die Fotoreduktion von Wasser eingesetzt
werden, ist der enge Kontakt von Radikalen hohen Potentials, die in den Verbindungen
gebildet werden, und von Pt-Partikeln vorteilhaft, da der Elektronen-Transfer von
dem reduzierten Viologen zu den Platinpartikeln mit dem Elektronen-Rücktransfer
in einen wirksamen Wettbewerb treten sollte. Diese Platinpartikel können in
der Reaktionslösung vorhanden sein oder in die Struktur der Zusammensetzungen
inkorporiert sein oder auch beides.
Verbindungen, die unter Verwendung von Wasserstoffgas als deren reduzierende
Äquivalente Reduktionsreaktionen durchführen können, sind als Katalysatoren
für die Umwandlungen von Mischungen aus Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasserstoffperoxid
nützlich. Wasserstoffperoxid wird in sehr großem Umfang hergestellt. Die
jährliche Produktion in den Vereinigten Staaten beträgt mehr als 500 Millionen
lbs. Für die Produktion von Wasserstoffperoxid sind verschiedene Verfahren
patentiert worden, die auf den beiden folgenden Umsetzungen beruhen. Das Ziel dabei
ist, die Umsetzung bzw. Reaktion (3) zu fördern und die Reaktion (4) zu verlangsamen:
H2 + O2 → H2O2(3)H2O2 + H2 → 2 H2O(4)
Für diese Umwandlung sind zahlreiche Katalysatoren vorgeschlagen
worden, zu denen sowohl homogene als auch heterogene Katalysatoren gehören.
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen sind in der Lage,
einen anhaltenden fotoinduzierten Ladungstrennungs-Zustand zu produzieren, wodurch
die Zusammensetzungen für die Unwandlung und Speicherung von
Solarenergie nützlich sind. Außerdem ermöglichen diese Zusammensetzungen
die Reduktion verschiedener Metall-Ionen unter Herstellung null-wertigen Metalls
in kolloidaler Form, das in den Matrizen der Zusammensetzungen eingeschlossen ist.
Letztere Matrizen, welche das null-wertige Metall enthalten, können vielfältig
eingesetzt werden, beispielsweise bei der Zersetzung von Wasser unter Herstellung
von Wasserstoffgas und dem Aufspüren von Sauerstoff. Außerdem können
die Matrizen mit dem null-wertigen Metall bei der Katalyse Anwendung finden, beispielsweise
bei der Produktion von Wasserstoffperoxid und der Oligomerisation von Methan unter
Bildung von höheren Kohlenwasserstoffen.
Aus der WO 97/06661 sind stabile Elektronenakzeptorzusammensetzungen
bekannt, die zusammengesetzt sind aus einer Vielzahl von Säulen darstellenden
Metallkomplexen, die auf einem Trägersubstrat angeordnet sind. Mindestens ein
Metall der Gruppe VIII im null-wertigen Zustand ist innerhalb dieser Matrix eingeschlossen.
Die Komplexe weisen eine bis etwa 100 Einheiten der Formel: -(Y1O3-Z-Y2O3)Me1-,
wobei Y1 und Y2 für Phosphor oder Arsen stehen, Z eine
divalente Gruppe bedeutet, die in reversibler Weise eine stabile reduzierte Form
bildet und zwei konjugierte kationische Zentren mit einem negativen E°red-Wert
besitzen und Me1 ein trivalentes oder tetravalentes Metall der Gruppe
III, IVA oder IVB mit einer Atomzahl von mindestens 21 oder ein Lanthanid bedeutet.
Die Einheiten sind mit dem Substrat über eine divalente Verbindungsgruppe verbunden.
Gegenanionen gleichen die Ladung von Z aus. Die Zusammensetzungen können bei
der Zersetzung von Wasser unter Bildung von Wasserstoffgas, dem Fühler von
Sauerstoff, und als Katalysatoren eingesetzt werden.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Erfindungsgemäß wird ein katalytisches Verfahren zur Herstellung
von Wasserstoffperoxyd aus Sauerstoff und Wasserstoff gemäß der Lehre
des Anspruchs 1 bereit gestellt. Bevorzugte Merkmale sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 zeigt eine schematische Ansicht einer hochgeordneten
Struktur eines Substrats und Filmes.
2 zeigt eine schematische Ansicht einer festen Zusammensetzung,
in der „Stalaktit"- und „Stalagmit"-Liganden inkorporiert sind, gemäß
der Lehre der vorliegenden Erfindung.
3 zeigt eine schematische Ansicht eines Feststoffes,
in den gemäß der Lehre der vorliegenden Erfindung Metallpartikel und „Stalaktit"-
und „Stalagmit"-Liganden inkorporiert sind.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
Gegenstand der Erfindung im allgemeinen sind geschichtete Zusammensetzungen,
welche zwei oder mehr benachbarte Metallschichten aufweisen, die voneinander unabhängig
sind und aus Atomen eines divalenten, trivalenten oder tetravalenten Metalls der
Gruppe III, IVA oder IVB mit einer Atomzahl von mindestens 21 oder aus Atomen eines
Lanthanids zusammengesetzt sind, welche eine zusammenhängende Schicht bilden.
Die Metallschichten sind nebeneinanderliegend voneinander beabstandet und im wesentlichen
parallel zueinander und zum Substrat ausgerichtet. Zwischen den Metallschichten
und im wesentlichen senkrecht dazu befinden sich organische Säulen bzw. Pfeiler,
die unabhängig voneinander mit zwei der benachbarten Metallschichten kovalent
verbunden sind und somit Hohlräume zwischen den Säulen und den beiden
benachbarten Metallschichten bilden. Diese geschichtete Zusammensetzung kann beispielsweise
die Form eines dünnen Filmes oder eines mikrokristallinen Feststoffes annehmen.
Die organischen Säulen entsprechen der folgenden Formel:
-(Y1O3-Z-Y2O3)-I.
dabei bedeuten die Reste Y1 und Y2 unabhängig voneinander
Phosphor oder Arsen;
Z steht für eine elektronenakzeptierende, divalente Gruppe, welche zwei konjugierte
kationische Zentren aufweist, die zusammen einen negativen E°red-Wert
besitzen, wobei Z in der Lage ist, zwischen einer stabilen reduzierten Form und
einer stabilen oxidierten Form zu wechseln;
Eine ausreichende Anzahl von Anionen sind an die Metall-Ionen gebunden,
welche die Metallschichten ausmachen, und zwar derart, dass die Metall-Ionen eine
effektive Wertigkeit von +1 bis +6 und insbesondere von +3 oder
+4 besitzen.
Innerhalb des durch die Säulen und die Metallatome gebildeten
Gitters ist eine separate Gruppe von Anionen vorhanden, um jegliche restliche Ladung
in der Zusammensetzung auszugleichen.
Die Zusammensetzung kann zusätzlich Partikel mindestens eines
Metalls der Gruppe VIII im null-wertigen Zustand aufweisen, das in den Hohlräumen
zwischen den Säulen und den benachbarten Metallschichten eingeschlossen ist.
Diese Partikel können die Funktion der Zusammensetzung verstärken, indem
sie beispielsweise als Katalysator für Reduktionsreaktionen dienen. Die Zusammensetzungen
können auch organische Liganden aufweisen, die zwischen den Metallschichten
und zwischen den Säulen angeordnet sind und die unabhängig voneinander
kovalent an eine der Metallschichten gebunden sind. Die Liganden entsprechen der
folgenden Formel:
-Y3O3-R3II.
worin Y3 für Phosphor oder Arsen steht, und
R3 eine nicht-reduzierbare Abdeckgruppe bildet.
Eine erste Ausführungsform betrifft eine Komposit-Zusammensetzung,
bei der ein Film auf einem Trägersubstrat angeordnet ist. Bei dieser Form ist
die dem Substrat benachbarteste Schicht über ein Verbindungsmittel mit dem
Substrat verbunden. Bei dem Substrat kann es sich beispielsweise um Metalle, Glas,
Silicamaterialien, Polymere, Halbleiter (beispielsweise Silizium, Gallium, Arsenit)
und Kombinationen davon, beispielsweise einer Goldschicht auf einer Aluminiumbasis,
und dergleichen handeln. Das Substrat kann in jeder Form vorliegen und stellt beispielsweise
Blätter, Folien, Objektträger, Filme, Elektroden, kolloidale Partikel
in Suspension, Polymermatrizes, Träger mit einer großen Oberflächenfläche
und dergleichen dar. Der Film ist aus einer Vielzahl von säulenartigen Metallkomplexen
aufgebaut, welche jeweils der nachstehenden Formel entsprechen:
-L-[(Y1O3-Z-Y2O3)MeYlk•k*p(Xq-)III.
Für diese Formel gilt folgendes:
L bedeutet ein Verbindungsmittel,
jeder der Reste Y1 und Y2 steht unabhängig voneinander
für Phosphor oder Arsen,
Z bedeutet eine divalente Gruppe, die in reversibler Weise eine stabile reduzierte
Form annimmt und zwei konjugierte kationische Zentren besitzt, welche zusammen einen
negativen E*rot-Wert besitzen,
X steht für ein Anion,
MeY steht für Me1nWm, wobei
Me1 bedeutet ein divalentes, trivalentes oder tetravalentes Metall der
Gruppe III, IVA oder IVB mit einer Atomzahl von mindestens 21 oder ein Lanthanid,
W steht für ein Anion, beispielsweise, jedoch nicht darauf beschränkt,
Halogenide oder Pseudohalogenide oder für -OH,
n steht für 1, 2 oder 3,
m steht für 0, 1, 2, 3 oder 4,
k besitzt einen Wert von 1 bis etwa 100,
p besitzt einen Wert von 0, 1, 2 oder 3, und
q bedeutet die Ladung auf dem Anion,
wobei für jeden zusätzlichen k-Wert eine weitere Schicht zu dem Film hinzugefügt
ist.
Bei Me1 kann es sich beispielsweise um ein Metall der Gruppe
IVA mit einer Atomzahl von mindestens 21 wie Germanium, Zinn oder Blei, um ein Metall
der Gruppe IVB, wie Titan, Zirkon oder Hafnium, um ein Metall der Gruppe IIIA mit
einer Atomzahl von mindestens 21, wie Gallium, Indium oder Thallium, ein Metall
der Gruppe IIIB, wie Scandium, Yttrium oder ein Lanthanid, beispielsweise Lanthan,
Cer, Praseodym etc., handeln. Von diesen sind Titan, Zirkon, Hafnium, Germanium,
Zinn und Blei bevorzugt, wobei Zirkon besonders nützlich ist.
Jeder der Reste Y1 und Y2 steht für Phosphor
oder Arsen, vorzugsweise für Phosphor, so dass jeder der Reste Y1O3
und Y2O3 somit eine Phosphonato- oder Arsenatogruppe darstellt.
Bei der Gruppe Z handelt es sich um eine divalente Gruppe, die an
das Phosphor- oder Arsenatom in der durch Y1O3 und Y2O3
definierten Phosphonato- oder Arsenatogruppe gebunden ist. In der Praxis ist die
genaue Struktur der Gruppe Z von geringerer Bedeutung als dessen elektronische Eigenschaften.
Sie muss als erstes zwei konjugierte kationische Zentren enthalten,
welche zusammen einen negativen E°red-Wert besitzen; d.h. ein Reduktionspotential
unterhalb demjenigen von Wasserstoff. Als zweites muss die Gruppe Z in der Lage
sein, sowohl in einer stabilen reduzierten Form als auch in reversibler Weise in
einer oxidierten Form zu existieren.
Bei den beiden konjugierten kationischen Zentren kann es sich beispielsweise
um tetravalente Stickstoffatome handeln, die in einem aromatischen Ringsystem konjugierte
Ringglieder bilden. Bei einer Ausführungsform ist jedes tetravalente Stickstoffatom
ein Ringglied in einem separaten aromatischen Ringsystem, und zwei derartige Ringsysteme,
welche gleiche oder verschiedene Strukturen besitzen können, sind direkt über
eine kovalente Bindung miteinander verbunden. Bei jedem dieser aromatischen Ringsysteme
kann es sich um einen Monozyklus, beispielsweise Pyridin, Pyrazin oder Pyrimidin
handeln. In alternativer Weise kann jedes aromatische Ringsystem einen kondensierten
Polyzyklus darstellen, bei dem ein Pyridin-, Pyrazin- oder Pyrimidinring an einen
oder mehrere Benzo- oder Naphto-Ringsysteme, beispielsweise Chinolinium, Isochinolinium,
Phenanthridin, Acridin, Benz[h]isochinolin und dergleichen, kondensiert ist.
Die beiden aromatischen Ringsysteme, die gleiche oder unterschiedliche
Struktur besitzen können, können in alternativer Weise durch ein divalentes
konjugiertes System, beispielsweise Diazo (-N=N-), Imino (-CH=N-), Vinylen, Buta-1,3-dien-1,4-diyl,
Phenylen, Biphenylen und dergleichen, verbunden sein.
Bei einer weiteren Ausführungsform können die beiden kationischen
Zentren in einem einzelnen aromatischen System, beispielsweise Phenanthrolin, 1,10-Diazaanthren
und Phenazin vorhanden sein.
Zu den typischen di-kationischen Strukturen, die als Gruppe Z in Frage
kommen, zählen somit 2,2-Bipyridinium, 3,3-Bipyridinium, 4,4-Bipyridinium,
2,2-Bipyrazinium, 4,4-Bichinolinium, 4,4-Biisochinolinium, 4-[2-(4-Pyridinium)vinyl]pyridinium
und 4-[4-(4-Pyridinium)phenyl]pyridinium.
Die aromatischen Systeme, welche zwei konjugierte kationische Zentren
aufweisen, können unsubstituiert oder substituiert sein, beispielsweise mit
einer Alkylgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen oder einer Alkoxygruppe mit 1 bis
6 Kohlenstoffatomen. Eine derartige Substitution kann inerter Art sein oder kann
aufgrund sterischer Gründe oder durch Induktion die Reduktionspotentiale der
kationischen Zentren beeinflussen.
Während die beiden kationischen Zentren mittels Konjugation miteinander
verbunden sein müssen, muss das gesamte System, welches durch die Gruppe Z
umfasst wird, nicht konjugiert sein. Somit kann die Gruppe Z mit jedem Y1O3
und Y2O3 durch eine konjugierte oder durch eine nichtkonjugierte
Brücke verbunden sein. Eine sehr wünschenswerte Struktur für die
Gruppe Z ist daher die folgende Struktur:
-(R1)n-Z'-(R2)m-IV.
Für diese Formel gilt folgendes:
Z' bedeutet eine divalente aromatische Gruppe, die mindestens zwei konjugierte tetravalente
Stickstoffatome besitzt. Jeder der Indizes n und m bedeutet unabhängig voneinander
einen Wert von 0 oder 1. Jeder der Reste R1 und R2 bedeutet
unabhängig voneinander eine divalente aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffgruppe.
Typischerweise steht jeder der Indizes n und m für 1, und jeder der Reste R1
und R2 bedeutet unabhängig voneinander eine gerade oder verzweigte
divalente Alkankette mit sechs oder weniger Kohlenstoffatomen, beispielsweise Methylen,
Ethano, Trimethylen, Propan-1,2-diyl, 2-Methylpropan-1,2-diyl, Butan-1,2-diyl, Butan-1,3-diyl,
Tetramethylen und dergleichen.
Bei der Gruppe X handelt es sich um eine anionische Gruppe, wobei
eine oder mehrere davon (in Abhängigkeit von dem Wert für k und der Ladung
von X) die kationischen Ladungen von Z ausgleicht, so dass eine positive Nettowertigkeit
von MeY resultiert, die (4-p*q) entspricht. Die genaue Natur von X ist
verhältnismäßig unwichtig. So kann X beispielsweise für ein
Halogenanion, beispielsweise Chlorid, Bromid, Iodid, ein Pseudohalogenid, Sulfat,
Sulfonat, Nitrat, Carbonat, Carboxylat etc. stehen.
Bei der Gruppe W handelt es sich um eine anionische Gruppe, wobei
eine oder mehrere davon (in Abhängigkeit von dem eingesetzten Metall-Ion Me1)
zu einer positiven Nettowertigkeit von MeY führt, die (4-(p*q))
entspricht. Die genaue Art von W ist verhältnismäßig unwichtig, so
kann W beispielsweise ein Halogenid, ein Pseudohalogenid, eine Hydroxygruppe usw.
bedeuten.
Jeder der durch die Formel III wiedergegebene Komplexe ist durch das
wiedergegebene Verbindungsmittel mit dem Substrat verbunden. Die Vielzahl der -L-Y1O3-Z-Y2O3MeY-Einheiten
auf dem Substrat produziert eine säulenartige Struktur. Jeder
Komplex kann eine Z-haltige Einheit („Säule") enthalten, in welchem
Falle &kgr; einen Wert von 1 besitzt. Vorzugsweise hat &kgr; jedoch einen Wert
von größer als 1, so dass die Einheit -(Y1O3-Z-Y2O3)MeY-
das Monomer des säulenartigen polymeren Komplexes wird, worin &kgr; von 2
bis etwa 100 reicht, und typischerweise etwa 5 bis etwa 50 bedeutet. Diese Mehrschichtstruktur
kann durch die folgende Formel wiedergegeben werden:
Solche Filme können durch sequentielle Adsorptionsreaktionen
hergestellt werden, die zu denen analog sind, welche von Rong et al., in Coordination
Chemistry Reviews, 97, 237 (1990) beschrieben sind. Das Syntheseverfahren und die
dabei eingesetzte Stöchiometrie können die resultierende Konfiguration
und Morphologie der Zusammensetzungen beeinflussen und bestimmen.
Ein Herstellungsverfahren beginnt mit einem Substrat, das typischerweise
endständige Hydroxygruppen besitzt, beispielsweise Metalle (die Oberflächen
davon weisen in unveränderlicher Weise das Metalloxyd auf), Glas, Silica-Verbindungen,
Galliumarsenid und dergleichen. Dieses Substrat wird zuerst mit einem Reagenz derivatisiert,
das mit einer Hydroxygruppe reagieren kann. Dabei wird das Verbindungsmittel L oder
Komponenten des Verbindungsmittels eingeführt. In typischer Weise endet der
distale Bereich von L in (und wird somit ggf. an Y1O3 gebunden
durch) ein Metallatom Me3, das dem Me1 ähnlich ist, i.
e. ein divalentes, trivalentes oder tetravalentes Metall der Gruppe III, IVA oder
IVB mit einer Atomzahl von mindestens 21 oder einem Lanthanid.
Das Substrat kann somit beispielsweise mit einer Verbindung der folgenden
Formel behandelt werden:
X''-R1-Z-Y3O3H2•2X'VI.
worin R1 und Z die hier angegebenen Bedeutungen besitzen, Y3
für Phospor oder Arsen steht, X' ein Anion bedeutet, das dem von
X analog ist (X' kann, muss jedoch nicht notwendigerweise das gleiche
Anion sein, das auch in dem Endkomplex auftritt) und X'' eine reaktive
Halogengruppe, beispielsweise eine Chlor- oder Bromgruppe bedeutet.
Dabei wird die folgende Zwischenverbindung erhalten:
Substrat-O-R1-Z-Y3O3H2•2X'VII.
Die oben aufgeführten Reaktionen können in zwei Stufen durchgeführt
werden. In der ersten Stufe wird das Substrat mit einer Verbindung der Formel X''-R1-Z•2X'
behandelt. Anschließend wird das Produkt mit Phosphorylhalogenid, beispielsweise
Phosphorylchlorid oder Phosphorylbromid, oder einem entsprechenden Arsonylhalogenid,
behandelt.
Bei jedem Aspekt dieser Ausführungsform ähnelt das hergestellte
Verbindungsmittel der wiederkehrenden Einheit insofern, als es -Z-Y3O3
enthält.
In alternativer Weise kann sich das Verbindungsmittel von der wiederkehrenden
Einheit unterscheiden. Das Substrat kann somit mit einem Silan
wie einem Aminoalkyltrialkoxysilan, beispielsweise 3-Aminopropyltriethoxysilan,
behandelt werden. Dieses derivatisierte Substrat wird dann mit einem Phosphorylhalogenid,
beispielsweise Phosphorylchlorid oder Phosphorylbromid oder mit einem entsprechenden
Arsonylhalogenid, behandelt, wobei erhalten wird.
Substrat-Alkyl-NH-Y3O3H2.VIII.
Andere Beispiele für Verbindungsmittel sind:
Substrat-O-Alkyl-Y3O3H2.IX.Substrat-Alkyl-O-Y3O3H2.X.
Bei einer weiteren Ausführungsform wird eine Matrize aus einem
organischen Polymer als Verbindungsmittel eingesetzt, um die Zusammensetzungen/Filme
mit den Oberflächen von hydrophoben Substraten (beispielsweise Quarz, Silicium
und Metalle) zu verbinden. Diese Polymermatrizen werden mit Phosphonat- oder Arsonatgruppen
derivatisiert, indem beispielsweise Epoxidgruppen, die an den polymeren Grundgerüsten
hängen, mit Phosphorsäure behandelt werden, wobei hängende Phospate
erhalten werden.
Die hydrophobe Polymermatrize wird an der Oberfläche des hydrophoben
Substrats adsorbiert, wobei die hydrophilen Phosphonat/Arsonatgruppen für Vernetzungen
frei bleiben. Diese hängenden Phosphonat- oder Arsonatgruppen werden mit Ionen
eines divalenten, trivalenten oder tetravalenten Metalls der Gruppe III, IVA oder
IVB mit einer Atomzahl von mindestens 21 oder einem Lanthanid vernetzt, wodurch
eine erste Metallschicht gebildet wird. Diese Polymermatrizen haften gut an der
Substratoberfläche und ergeben eine sehr poröse Struktur (insbesondere
auf Metallsubstraten).
Bei dem Polymer kann es sich um jegliches Polymer mit Seitenketten
handeln, die mit Phosphonat- oder Arsonatgruppen derivatisiert werden können.
Ein bevorzugtes Polymer ist Polyvinylpyridin, bei dem ein Anteil, vorzugsweise weniger
als die Hälfte, der Pyridylgruppen mit X(CH2)nPO3H2
alkyliert wurden, wobei X ein Anion bedeutet und n für 1 bis 16 und vorzugsweise
für 2 bis 4 steht (abgekürzt als PVP-CnP). Ein Polymergrundgerüst
mit hängenden Thiolgruppen ist bevorzugt, um Au-, Ag- und Pt-Substrate verstärkt
zu binden.
Bei einem weiteren Verfahren kann die Polymermatrize als solche das
Substrat darstellen. Die auf der Polymermatrize gewachsenen Filme können in
Lösung wachsen. Die hydrophoben Eigenschaften des polymeren Grundgerüstes
bewirken, dass sich das in Lösung befindliche Polymer ähnlich wie bei
Lipiddoppelschichten zu einer Blattform aggregiert, wobei hängende hydrophile
Phosphonat- oder Arsonatgruppen vorhanden sind, welche in die Lösung hineinragen
und Lipid-Doppelschichten ähneln. Diese Struktur kann mit der folgenden Formel
wiedergegeben werden:
Kolloidale Partikel eines Metalls der Gruppe VIII, vorzugsweise Platin,
können in der Lösung vorhanden sein. Die hydrophoben Eigenschaften des
Aggregats aus dem Polymergrundgerüst ziehen diese Partikel an. Die Partikel
werden dann innerhalb der hydrophoben Umgebung zwischen den Polymergrundgerüsten
eingeschlossen. Diese Struktur kann durch die folgende Formel wiedergegeben werden:
In jedem Fall wird das Substrat, welches eine an Phosphonat- oder
Arsonat-Gruppen reiche Oberfläche besitzt, dann mit einem Reagenz behandelt,
das Me3-Ionen, beispielsweise Zirconylchlorid, bereitstellt. Die Metall-Ionen
binden an und vernetzen wirksam die Phosphonat- oder Arsonatgruppen, welche wiederum
eine Zwischenverbindung mit einer metallreichen Oberfläche bilden, die charakterisiert
wird als „Substrat-L'-Me3", worin L'-Me3 dem Verbindungsmittel
L der Formel III entspricht. Dadurch wird ein Mittel bereitgestellt, das (i) einerseits
sich an das Substrat binden kann und (ii) andererseits ein Metall Me3
für eine weitere Komplexierung darstellt.
Herstellung der Schichten
Das Substrat L wird dann von dem Me3-Ionen bereitstellenden
Reagenz getrennt, mit Wasser gewaschen und mit einer Lösung einer Bisphosphonsäure
oder Bisarsonsäure der folgenden Formel gewaschen:
H2Y1O3-Z-Y2O3H2·2X',XIII.
worin Y1, Y2, Z und X' die oben angegebenen Bedeutungen besitzen.
Diese Umsetzung ist innerhalb weniger Stunden, beispielsweise während
etwa 4 bis 5 Stunden, vollständig abgelaufen und kann durch den Einsatz von
moderater Hitze, beispielsweise von etwa 80 bis etwa 100 °C, beschleunigt werden.
Die Ablagerung der Schicht kann auf einfache Weise spektrofotometrisch bei Wellenlängen
von etwa 260 bis etwa 285 nm überwacht werden. Um gleichbleibende Ergebnisse
zu erhalten, wird üblicherweise ein Bereich von 280 bis 285 nm eingesetzt.
Eine der -Y1O3H2 und -Y2O3H2-Gruppen
bindet sich an die metallreiche Oberfläche, während die andere unkoordiniert
bleibt, wodurch nun eine Zwischenverbindung geschaffen wird, die eine an Phosphonat-
oder Arsonat-Gruppen reiche Oberfläche besitzt. Diese Zwischenverbindung kann
wie folgt dargestellt werden:
Substrat-L'-Me3-Y1O3-Z-Y2O3H2·2X'.XIV.
Das Substrat-L'-Me3-Y1O3-Z-Y2O3H2·2X'
wird aus der Lösung der Bisphosphonsäure oder Bisarsonsäure entfernt,
gründlich gespült und dann mit einem Me1 Ionen-bereitstellenden
Reagenz behandelt, wobei ein Komplex der Formel III, worin &kgr; für 1 steht,
erhalten wird.
Die zuvor beschriebene Reihenfolge der beiden letzten Synthesestufen,
nämlich die Behandlung mit Biphosphonsäure oder Biarsonsäure sowie
die anschließende Behandlung mit einem Me1 Ionen-bereitstellenden
Reagenz, wird wiederholt, um Komplexe mit höheren &kgr;-Werten zu erhalten.
Die Extension, beispielsweise bei 280 bis 285 nm scheint linear mit der Anzahl von
Schichten zuzunehmen und stellt ein geeignetes Verfahren zur Überwachung
der Bildung von multilaminaren Zusammensetzungen dar.
Das oben beschriebene Verfahren kann leicht modifiziert werden, wobei
dies bevorzugt ist, um Atome mindestens eines Metalls der Gruppe VIII einzuschließen,
beispielsweise Platin, Palladium, Eisen, Kobalt, Nickel, Ruthenium, Rhodium, Osmium
oder Iridium, mit einer Null-Wertigkeit innerhalb der Komplexe. Somit wird im Anschluss
an die Behandlung mit einer Biphosphonsäure oder einer Biarsonsäure, jedoch
vor der Behandlung mit einem Me1 Ionen-bereitstellenden Reagenz die Probe
in eine wässrige Lösung eines löslichen anionischen Salzes eines
Metalls der Gruppe VIII getaucht. Nach einer kurzen Zeit findet ein Austausch des
Metallanions durch einige Chloridanionen in der Probe statt. Die Stöchiometrie
dieses Austausches hängt von den entsprechenden Wertigkeiten der beiden Anionen
ab. Die Platintetrachlorid- und Platinhexachloridanionen haben beispielsweise jeweils
eine Wertigkeit von -2. Handelt es sich bei dem Startanion um ein Chlorid, dann
wird ein Anion von jedem dieser Metallanionen durch zwei Chloridanionen ausgetauscht.
Im Anschluss an diesen Austausch findet eine Behandlung mit einem
Me1 Ionen-bereitstellenden Reagenz auf die oben beschriebene Weise statt.
Wie bereits oben dargestellt, werden diese Umsetzungen wiederholt, bis der gewünschte
&kgr;-Wert erreicht ist. Der Kompositwerkstoff wird dann lediglich Wasserstoffgas
ausgesetzt, das das Metallanion reduziert, wodurch ein Metall in einem null-wertigen
Zustand und in kolloidaler Form innerhalb der Matrix des Kompositwerkstoffes erzeugt
wird. Wie bereits oben dargelegt wurde, stellen derartige Materialien hochwirksame
Katalysatoren für die Herstellung von Wasserstoffperoxid, die Oligomerisation
von Methan zur Bildung höherer Kohlenwasserstoffe, für die Zersetzung
von Wasser unter Ausbildung von Wasserstoffgas und als Sauerstoffsensoren dar. Die
Zusammensetzungen können dazu eingesetzt werden, verschiedene organische Substrate
zu reduzieren.
Werden die geschichteten Verbindungen auf einer Polymermatrix als
Substrat wachsen gelassen, werden die oben beschriebenen Arbeitsweisen im allgemeinen
eingehalten. Jedoch werden die aufeinanderfolgenden Behandlungsstufen durch die
Dialysestufen und nicht durch Spülen voneinander getrennt, um nicht umgesetzte
Reaktanden zu entfernen.
Es ist möglich, mehr als ein Metall der Gruppe VIII in jeder
Probe einzusetzen, indem entweder lösliche Salze verschiedener Metalle der
Gruppe VIII in einem oder mehreren Austauschen) eingesetzt werden oder indem ein
oder mehrere Austausche) mit einem ersten Metall der Gruppe VIII und anschließende
Austausche mit einem anderen Metall der Gruppe VIII durchgeführt werden. Dadurch
werden nach einer eventuellen Reduktion einzigartige Zusammensetzungen geschaffen,
bei denen kolloidale Partikel aus mindestens zwei Metallen der Gruppe VIII mit unterschiedlichen
chemischen und elektronischen Eigenschaften in einer einzelnen Matrix eingeschlossen
sind.
Es hat sich herausgestellt, dass eine bevorzugte Zusammensetzung dieser
geschichteten Metallphosphonatverbindungen, bei denen Z ein Viologen bedeutet, sehr
effektiv in der Lage ist, Solarstrahlen zu sammeln und in gespeicherte chemische
Energie umzuwandeln. Die aktiven Wellenlängen für dieses Verfahren liegen
im ultravioletten Bereich des Spektrums. Die Energiespeicherreaktion zeigt sich
durch eine tiefblaue Farbe an, die sich in dem Feststoff entwickelt, welche für
eine lange Zeitspanne an der Luft bestehen bleibt. Diese blaue Farbe beruht auf
einer reduzierten Viologenverbindung. Reduziertes Viologen reagiert, sofern es in
Lösung hergestellt wird, schnell mit Sauerstoff, reagiert jedoch nicht in dem
Feststoff, da es innerhalb des dichten Feststoffes eingeschlossen ist. Sauerstoff
und andere externe Agenzien sind nicht in der Lage, Zugang zu den reaktiven internen
Schichten des Feststoffes zu erlangen.
Um die in diesen Verbindungen gespeicherte chemische Energie nutzen
zu können, weist eine zweite Ausführungsform eine offenere Struktur auf.
Der Vorteil der offenen Strukturen besteht darin, dass sie es externen Reagenzien
ermöglichen, schnell. zu der foto-generierten chemischen Energie zu gelangen.
Diese Feststoffe sind aus einer Mischung aus Säulen der ersten Ausführungsform
zusammengesetzt und weisen weiterhin weitere kleine Liganden auf, die zwischen den
Säulen verstreut sind. Diese kleineren Komponenten führen zu einem offenen
Raum in diesem neuen Feststoff. Eine Vielzahl unterschiedlicher kleinerer Komponenten
mit unterschiedlichen Eigenschaften und Größen kann eingesetzt werden,
um diese Feststoffe herzustellen, wobei eine sehr vielfältig diversifizierte
Familie von Feststoffen erhalten wird. Die allgemeine Formel für die Materialien
dieser zweiten Ausführungsform ist folgende:
worin jedes Y1, Y2, Z, X, MeY, p und q die oben
angegebenen Bedeutungen besitzt, Y3 für Phosphor oder Arsen steht,
n einen Wert von 0,1 bis 0,8 besitzt und
R3 eine nicht reduzierbare Abdeckgruppe bedeutet.
Im Gegensatz zu den Materialien der ersten Ausführungsform, die
vorzugsweise in Form von Filmen auf einem Substrat hergestellt werden, werden die
Materialien der zweiten Ausführungsform vorzugsweise als kristalline oder amorphe
Feststoffe hergestellt. Ähnlich wie bei den Filmen der ersten Ausführungsform
können jedoch null-wertige Metalle der Gruppe VIII in diese Matrizen inkorporiert
werden.
Wie aus der Formel XV ersichtlich ist, komplexieren frei voneinander
getrennte Liganden die Metalle Me1 und Me2. Der erste von
diesen ist analog zu demjenigen, der in der Formel III eingesetzt wird, nämlich
Y1O3-Z-Y2O3. Zudem ist jeder derartige
Ligand in der Lage, mit zwei Metallatomen einen Komplex zu bilden. Der zweite Ligand
Y3O3R3 ist in der Lage, nur mit einem Metallatom
einen Komplex zu bilden. Somit kann die Gesamtstruktur angesehen werden als eine
Reihe von parallelen Schichten aus den Metallen Me1 und Me2,
wobei die Y1O3-Z-Y2O3-Gruppen als Säulen
fungieren. Von den Metallschichten zwischen diesen Säulen ragen die Y3O3R3-Gruppen
weg, und zwar derart, dass eine Reihe von „Stalaktiden" und „Stalagmiten"
zwischen den Säulen gebildet wird. Die resultierende Struktur besitzt somit
eine Reihe von Zwischenräumen bzw. Hohlräumen um jede -Z-Gruppe. Die Abmessungen
dieser Hohlräume und die Hydrophobizität der diese definierenden Oberflächen
kann durch Wahl von R3 kontrolliert werden. So können beispielsweise
verhältnismäßig kleine R3-Gruppen, beispielsweise Methyl,
wodurch größere Zwischenräume gebildet werden, oder verhältnismäßig
große R3-Gruppen, beispielsweise Phenyl oder Benzyl, wodurch verhältnismäßig
kleine Zwischenräume gebildet werden, eingesetzt werden. In ähnlicher
Weise kann man den die Zwischenräume definierenden Oberflächen hydrophobe
Eigenschaften verleihen, indem man eine Kohlenwasserstoffgruppe, beispielsweise
die Propylgruppe, als Rest R3 einsetzt. In alternativer Weise kann man
die Hydrophobizität verringern, indem man eine R3-Gruppe einsetzt,
die mit einer hydrophilen Gruppe, beispielsweise einer Karboxygruppe, substituiert
ist. Als Beispiele für geeignete R3-Gruppen kann man, ohne dass
dies irgendeine Beschränkung darstellt, nennen: H, CH3, CH2Cl,
CH2CH3, CH2CH2CH3, OH, O-
und OCH3.
Bedingt durch diese Hohlräume ist es möglich, Metalle der
Gruppe VIII nach der Bildung der Komplexe und somit nicht nach jeder Stufe einzuführen
und danach diese zum null-wertigen Zustand, wie oben beschrieben, zu reduzieren.
Somit wird ein Komplex der Formel XV mit einer wässrigen Lösung eines
löslichen anionischen Salzes eines Metalls der Gruppe VIII behandelt und die
resultierende Zusammensetzung wird dann mit Wasserstoff behandelt, um das Metall
der Gruppe VIII in kolloidaler Form herzustellen. Diese Zusammensetzungen können,
wie oben beschrieben, als Katalysatoren eingesetzt werden. Zudem ermöglichen
diese Hohlräume den Durchtritt verschiedener Moleküle in die Komplexe.
So kann beispielsweise Sauerstoff in die Matrizen eintreten und dann die -Z-Gruppen
oxidieren. Da die reduzierte Form der -Z-Gruppe gefärbt ist, während die
oxidierte Form weiß oder gelb ist, kann dieses Phänomen eingesetzt werden,
um Sauerstoff in extrem niedrigen Mengen zu detektieren.
Außerdem ist es durch die Möglichkeit, die Abmessungen der
Hohlräume zu kontrollieren, möglich, diese Materialien zur Durchführung
selektiver Reaktionen einzusetzen. So ist es beispielsweise möglich, Acetophenon
in einer Mischung aus Acetophenon und 3,5-di-tert.-Butylacetophenon zu reduzieren,
falls die Abmessungen der Hohlräume derart ausgewählt sind, dass der Durchtritt
des ersteren Moleküls, jedoch nicht des anderen mehr raumfüllenden Moleküls,
ermöglicht wird.
Die Komplexe können einfach hergestellt werden, indem eine Mischung
aus R3Y3O3H2 und H2Y1O3-Z-Y2O3H2
in dem gewünschten Molverhältnis in einer Quelle für Metall-Ionen
behandelt wird. Die Umsetzung kann entweder durch Kochen am Rückfluss oder
hydrothermisch durchgeführt werden. Die Produkte können ohne weiteres
isoliert und gereinigt werden.
Diese porösen Feststoffe zeigen aufgrund der schnellen Diffusion
von Sauerstoff in das Innere des Feststoffes keine fotochemische Aktivität
an der Luft. Werden die porösen Feststoffe mit ultraviolettem Licht unter anaeroben
Bedingungen bestrahlt, dann werden die gleichen aktiven Spezies, d.h. ein reduzierter
Elektronen-Akzeptor, die für den dichten Feststoff beobachtet wurden, gebildet.
Interessanterweise ist die fotochemische Wirksamkeit dieser offenen Feststoffe wesentlich
größer als die der dichten Materialien. Werden die porösen Feststoffe,
die unter anaeroben Bedingungen bestrahlt wurden, mit Luft behandelt, dann werden
sie schnell gebleicht. Sauerstoff kann frei in die Feststoffe diffundieren und reagiert
mit dem foto-erzeugten reduzierten Elektronen-Akzeptor. Das Produkt der Umsetzung
zwischen dem reduzierten Elektronen-Akzeptor und Sauerstoff ist Wasserstoffperoxid.
Man könnte somit diese Materialien als Katalysator für die fotochemische
Produktion von Wasserstoffperoxid einsetzen.
Es wäre wünschenswert, die fotochemisch gelagerte Energie
extrahieren zu können, indem mobile chemische Spezies hoher Energie erzeugt
werden, welche aus dem Feststoff hinausdiffundieren könnten. Das Ziel ist es,
kolloidale Metallpartikel in bevorzugte Viologen-haltige Feststoffe zu inkorporieren.
Von diesen Metallen ist gut bekannt, dass sie als Katalysatoren für die Reaktion
von reduziertem Viologen mit Wasser unter Herstellung von Wasserstoffgas wirken.
Anhand von Experimenten konnte erfolgreich gezeigt werden, dass die Materialien
der zweiten Ausführungsform dazu eingesetzt werden können, Solarenergie
in chemische Energie in Form von Wasserstoffgas zu konvertieren. Das Verfahren umfasst:
1) Foto-Erzeugung von reduziertem Viologen, 2) Elektronentransfer vom reduzierten
Viologen zu dem kolloidalen Metallpartikel, 3) Protonierung des Metallpartikels
und 4) Eliminierung von Wasserstoffgas. Da diese Materialien wirkliche Katalysatoren
sind, beschleunigen sie sowohl die Hin- als auch die Rückreaktion in gleichem
Maße. Wird somit „metallisiertes" Material mit Wasserstoff behandelt,
dann wird dieselbe Menge an reduziertem Viologen erzeugt. Auf dieser Basis können
diese Materialien als reduzierende Agenzien eingesetzt werden. Eine fotochemische
Energie ist nicht erforderlich, um reduziertes Viologen zu produzieren. Wasserstoff
kann eingesetzt werden, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Das Verfahren für
diese chemische Erzeugung von reduziertem Viologen ist somit folgendes: 1) Zugabe
von Wasserstoff zu dem Metallpartikel, 2) Elektronentransfer von dem Metallpartikel
zum Viologenmolekül unter Bildung von reduziertem Viologen und 3) Deprotonierung
des Metallkolloids. Experimente haben gezeigt, dass Viologenmoleküle aus diesen
Materialien quantitativ mit Wasserstoffgas bei Atmosphärendruck reduziert werden
können.
Schematische Zeichnungen dieser porösen Partikel sind in den
2 und 3 gezeigt.
Die folgenden Beispiele dienen zur weiteren Erläuterung der Natur
der Erfindung, sollen diese jedoch keinesfalls einschränken. Der Umfang der
Erfindung wird lediglich durch die anhängenden Ansprüche definiert.
Beispiel 1
Diethyl-2-bromethylphosphonat (25 g) und 4,4'-Bipyridin (7,35 g) in
125 ml Wasser wurden 3 Tage am Rückfluss gekocht. Ein gleiches Volumen konzentrierter
Chlorwasserstoffsäure wurde hinzugegeben, und es wurde für mehrere Stunden
weiterhin am Rückfluss gekocht. Die Lösung wurde durch atmosphärisches
Destillieren auf 120 ml eingeengt, und 550 ml Isopropanol wurden unter Rühren
hinzugetropft, während die Mischung in einem Eisbad gekühlt wurde. Der
sich bildende Feststoff wurde durch Vakuumfiltration gesammelt und mit kaltem Isopropanol
gewaschen, wobei 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium-dichlorid erhalten wurde.
(1H NMR (D2O) 9,1 (d), 8,5 (d), 4,2 (m), 2,0 (m) ppm;
13C NMR (D2O) 151, 147, 128, 58, 30 ppm; 31P NMR(D2O)
17,8 (s) ppm; IR (KBr) 3112, 3014, 1640, 1555, 1506, 1443, 1358, 1281, 1175, 1112,
1020, 936, 816,485 cm-1.
In ähnlicher Weise wurden 2,2-Bipyridinium, 3,3-Bipyridinium,
2,2-Bipyrazinium, 4,4-Bichinolinium, 4,4-Biisochinolinium, 4-[2-(4-Pyridinium)vinyl]pyridinium
und 4-[4-(4-Pyridinium)phenyl]pyridinium umgesetzt, wobei jeweils erhalten wurde:
1,1'-Bisphosphonethyl-2,2-bipyridinium-dichlorid, 1,1'-Biphosphonoethyl-3,3-bipyridinium-dichlorid,
1,1'-Bisphosphonoethyl-2,2-bipyrazinium-dichlorid, 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4-bichinolinium-dichlorid,
1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4-biisochinolinium-dichlorid, 1-Phosphonoethyl-4-[2-(1-phosphonoethyl-4-pyridinium)vinyl]pyridinium-dichlorid
und 1-Phosphonoethyl-4-[4-(1-phosphonoethyl-4-pyridinium)phenyl]pyridinium-dichlorid.
Andere kationische Spezies, wie die entsprechenden Dibromide oder
Disulfate, können erhalten werden, indem die entsprechenden Säuren, beispielsweise
konzentrierte Bromwasserstoffsäure oder Schwefelsäure anstelle der Chlorwasserstoffsäure
bei der Arbeitsweise dieses Beispieles ersetzt werden.
Beispiel 2
Planere Substrate aus geschmolzenem Silica (9 × 25 mm) werden
in einer 1:3 Lösung aus 30 %-igem Wasserstoffperoxid und konzentrierter Schwefelsäure
gewaschen, bei 200 °C für eine h getrocknet und dann mit einer am Rückfluss
gekochten Lösung aus 2 % (V/V) 3-Aminopropyltriethoxysilan in 50 ml Octan für
20 min. behandelt.
Die Substrate werden mit Octan und Acetonitril gespült und dann
12 h bei Raumtemperatur mit einer Lösung von jeweils 10 mm Phosphorylchlorid
und 2,6-Lutidin in Acetonitril behandelt. Nach dem Spülen in Wasser werden
die Substrate mit einer 65 mm Lösung von Zirconylchlorid während eines
Zeitraums von 3 h bei Raumtemperatur behandelt.
Obige Arbeitsweise kann eingesetzt werden, um Multischichtfilme auf
anderen Substraten, beispielsweise Siliciumwafern und aus der Dampfphase abgeschiedenen
Goldfilmen, herzustellen.
Das Substrat wird dann als nächstes nacheinander den beiden folgenden
Stufen unterworfen.
A) Nach Entfernung der Zirconylchloridlösung werden die Proben mit entsalztem
Wasser sorgfältig gespült und mit 6 mm 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium-dichlorid
bei 80 °C während eines Zeitraumes von 4 h behandelt und dann mit entsalztem
Wasser gründlich gespült. (Die Absorption wird nach der Behandlung bei
284 nm gemessen; der gemessene Extinktionskoeffizient für 4,4'-Bipyridiniumbisphosphonat
beträgt 24.000 M-1 cm-1 bei 265 nm).
B) Die Proben werden dann mit einer 65 mm Zirconylchloridlösung bei Raumtemperatur
1 h lang behandelt und erneut mit entsalztem Wasser gründlich gespült.
Nach Beendigung eines Zyklus aus den Stufen A und B wird eine Vielzahl
eines Metallkomplexes der Formel III, bei dem k für 1 steht, auf dem planaren
Silica-Trägersubstrat erhalten. Jede Wiederholung der Stufen A und B erhöht
den Wert von k um 1. Die Zahl der Schichten und somit die Zahl der Zyklen korreliert
mit der Extinktion bzw. dem Absorptionmaß bei 284 nm, wie aus dem folgenden
ersehen werden kann:
Zahl der SchichtenExtinktion00,05710,08320,09130,10940,13050,15260,17770,20180,21790,242100,263110,281120,299130,327140,341150,357160,367170,373180,383190,407200,423210,452220,458
Beispiel 3
Durch Ersatz des 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium-dibromids
bei der Arbeitsweise gemäß des Beispiel 2 kann eine Reihe von multilaminaren
Zusammensetzungen mit den folgenden Extinktionen erhalten werden:
Zahl der SchichtenExtinktion10,08320,09830,11340,15750,18260,23970,28680,35090,353100,391110,465120,557
Beispiel 4
Durch Einsatz anderer Metalle anstelle von Zircon in der Stufe B,
beispielsweise durch Hafnium, Titan, Zinn, Gallium etc., können Filme hoher
Qualität gemäß der folgenden Arbeitsweise erhalten werden.
Planare Substrate aus geschmolzenem Silica (9 × 25 mm) werden
wie im Beispiel 2 beschrieben gereinigt, und eine Schicht aus 3-Aminopropyltriethoxysilan
wird darauf aus der Gasphase nach der Methode von Haller, J. Am. Chem. Soc., 100,
8050 (1978) abgeschieden. Die Substrate werden wie im Beispiel 2 beschrieben phosphoryliert,
gespült und mit 10 ml einer 65 mm wässrigen Lösung von Hafnylchlorid
während eines Zeitraumes von 3 h bei Raumtemperatur behandelt.
Alternierende Behandlungen mit (A) einer wässrigen Lösung
mit einem Gehalt von 6 mm 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium-dibromid und
20 mm Natriumchlorid bei 80 °C während eines Zeitraumes von 4 h und (B)
einer 65 mm wässrigen Lösung von Hafnylchlorid bei Raumtemperatur während
eines Zeitraumes von 1 h mit gründlichem Spülen mit entsalztem Wasser
nach jeder Behandlung führen zu einer Reihe von multilaminaren Zusammensetzungen,
die spektrofotometrisch bei 284 nm charakterisiert werden können.
Zahl der SchichtenExtinktion10,05220,08640,17560,25080,304100,384120,518
Beispiel 5
Die im Beispiel 2 beschriebene Arbeitsweise wird, nachdem die Stufe
A ein oder mehrmals durchgeführt wurde, jedoch vor der Durchführung der
entsprechenden Stufe B durchgeführt, indem die Proben in eine 6 mm wässrige
Dikaliumplatintetrachloridlösung während eines Zeitraumes von 0,5 h getaucht
wird, wodurch ein Platintetrachloridanion für 2 Chloridanionen ausgetauscht
wird. Die Stufe B wird dann wie im Beispiel 2 beschrieben durchgeführt.
Nach Beenden des letzten Zyklus der Stufen A und B wird der Kompositwerkstoff
in Wasser suspendiert, und Wasserstoffgas wird 2 h durch die Mischung hindurch perlen
gelassen. Das Platin wird zu einem null-wertigen kolloidalen Zustand, eingeschlossen
in die Gesamtmatrix, reduziert.
Beispiel 6
Silicapartikel (1 g) werden in einem Trockenofen 1 h erhitzt, und
dann werden 150 ml einer wässrigen Zirkonylchloridlösung (60 mm) mit dem
Silica (1 g) bei 60 °C für 2 Tage gerührt. Der Feststoff wird durch
Filtrieren oder durch Zentrifugieren isoliert, dreimal mit 150 ml entsalztem Wasser
gewaschen und mit 150 ml einer 20 mm Lösung von 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium
6 h bei 65 °C unter Bewegen behandelt. Der Feststoff wird aus der wässrigen
Lösung abgetrennt und dreimal mit entsalztem Wasser gewaschen.
Der Feststoff wird dann mit 150 ml einer 20 mm Lösung von Kaliumplatinhexachlorid
3 h bei Raumtemperatur behandelt, wodurch ein Platinhexachloridanion für zwei
Chloridanionen ausgetauscht wird.
150 ml einer 60 mm Lösung von Zirkonylchlorid werden zu dem Feststoff
hinzugefügt, und die Aufschlämmung wird 3 h bei Raumtemperatur bewegt
und dreimal mit entsalztem Wasser gewaschen.
Oben beschriebene Schritte werden viermal wiederholt, um eine Platinkationen
enthaltende pentalaminare Zusammensetzung zu erhalten. Die Behandlung einer wässrigen
Aufschlämmung der platinierten Materialien mit Wasserstoff überführt
die Platinionen dann in kolloidales null-wertiges Platinmetall.
Beispiel 7
Zirkonylchlorid-octahydrat (1,444 g, 4,8 mmol) wird in 50 ml Wasser
gelöst, und 50 %-ige Fluorwasserstoffsäure (0,756 g, 19 mmol) wird hinzugegeben.
Dazu wird eine Lösung aus 1 g 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium-dichlorid
(2,2 mmol) und 0,516 g 85 %-iger Phosphorsäure (4,5 mmol) in 50 ml Wasser hinzugegeben.
Der Ansatz wird 7 Tage am Rückfluss erhitzt. Dann wird das weiße kristalline
Produkt abfiltriert, mit Wasser, Methanol und Aceton gewaschen und an der Luft getrocknet,
wobei der folgende gemischte Komplex erhalten wird:
Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,5·(O3POH)
Zirkonylchlorid-octahydrat (0,21 g; 0,7 mmol) wird in 10 ml Wasser
gelöst, und 50 %-ige Fluorwasserstoffsäure (0,11 g; 2,8 mmol) wird hinzugegeben.
Dazu wird eine Lösung aus 0,15 g 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium-dichlorid
(0,35 mmol) und 0,0686 g 85 %-ige Phosphorsäure (0,6 mmol) in 10 ml Wasser
hinzugegeben. Die Lösung wird in eine 45 ml Teflonbombe gegeben, und das gesamte
Volumen wird auf 27 ml eingestellt. Die Bombe wird verschlossen und 6 Tage auf 150
°C erhitzt, wobei der folgende gemischte Komplex erhalten wird:
Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,5·(O3POH)
Die Röntgenbeugungsanalyse ergibt d = 14Å. Die Infrarot-
und 31P NMR (ppm) Daten sind identisch mit denen, die im Beispiel 7 aufgeführt
sind.
Beispiel 9
Zirkonylchlorid-octahydrat (0,36 g; 1,12 mmol) wird in 10 ml Wasser
gelöst, und 50 %-ige Fluorwasserstoffsäure (0,179 g; 4,5 mmol) werden
hinzugegeben. Dazu wird eine Lösung aus 0,25 g 1,1'-Bisphosphonoethyl-4,4'-bipyridinium-dichlorid
(0,56 mmol) und 0,129 g 85 %-ige Phosphorsäure (0,11 mmol) in 50 ml 3N Chlorwasserstoffsäure
hinzugegeben. Der Ansatz wird 7 Tage am Rückfluss erhitzt. Das weiße kristalline
Produkt wird abfiltriert und mit Wasser, Methanol und Aceton gewaschen, sowie an
der Luft getrocknet, wobei folgender gemischter Komplex erhalten wird:
Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,5·(O3POH)
Die Röntgenbeugungsanalyse ergibt d = 18,5Å. Die Infrarot-
und 31P NMR (ppm) Daten sind identisch mit denen, die im Beispiel 7 aufgeführt
sind.
Beispiel 10
Zirkonylchlorid-octahydrat (0,361 g, 1,12 mmol) wird in 10 ml Wasser
gelöst, und 0,189 g 50%-ige Fluorwasserstoffsäure (4,8 mmol) werden hinzugegeben.
1,1'-Bisphosphonoethyl-bipyridinium-dichlorid (0,25 g; 0,56 mmol) und Phosphorsäure
(0,092 g; 1,12 mmol) werden in 10 ml Wasser gelöst, und diese Lösung wird
zu der wässrigen Zirkonlösung hinzugefügt. Der Ansatz wird 7 Tage
am Rückfluss erhitzt, und das weiße kristalline Produkt wird abfiltriert,
mit Wasser, Methanol und Aceton gewaschen und an der Luft getrocknet, wobei folgender
gemischter Komplex erhalten wird:
Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,5·HPO3
Die Röntgenbeugungsanalyse ergibt d = 18,4Å. Die Infrarotanalyse
ergibt folgendes: 3126, 3056, 2436, 2358, 2330, 1633, 1555, 1499, 1443, 1386, 1210,
1161, 1048, 830, 731, 548. Die 31P NMR (ppm) sind folgende: 5,5; –9,5.
Beispiel 11
Die Arbeitsweise entspricht derjenigen des Beispiels 10, wobei jedoch
0,167 (0,38 mmol) 1,1'-Bisphosphonoethyl-bipyridinium-dichlorid und 0,123 g (1,5
mmol) Phosphorsäure eingesetzt werden. Dabei wird folgender gemischter Komplex
erhalten:
Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,5·(HPO3)1,32
Das Material ist amorph. Die Daten für das Infrarotspektrum und
für 31P NMR (ppm) sind mit denen identisch, die im Beispiel 10 aufgeführt
sind.
Beispiel 12
Die Arbeitsweise entspricht derjenigen des Beispiels 10. Jedoch werden
0,125 (0,28 mmol) 1,1'-Bisphosphonoethyl-bipyridinium-dichlorid und 0,138 g (1,68
mmol) Phosphorsäure eingesetzt. Dabei wird der folgende gemischte Komplex erhalten:
Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,25·(HPO3)1,50
Das Material ist Amorph. Die Infrarotdaten und die Daten für
31P NMR (ppm) sind mit denen identisch, die im Beispiel 10 aufgeführt
sind.
Beispiel 13
Zirkonylchlorid-octahydrat (0,151 g; 0,47 mmol) wird in 10 ml Wasser
gelöst, und 50 %-ige Fluorwasserstoffsäure (0,079 g; 1,9 mmol) wird hinzugegeben.
1,1'-Bisphosphonoethyl-bipyridinium-dichlorid (0,105 g; 0,24 mmol) und Methylphosphorsäure
(0,045 g; 0,47 mmol) werden in 10 ml Wasser gelöst. Diese Lösung wird
zu der wässrigen Zirkonlösung hinzugefügt. Der Ansatz wird 7 Tage
am Rückfluss erhitzt, und das weiße kristalline Produkt wird abfiltriert,
mit Wasser, Methanol und Aceton gewaschen und an der Luft getrocknet, wobei folgender
gemischter Komplex erhalten wird:
Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,5·(CH3PO3)1,0
Das Material ist amorph. Die Daten für die Infrarotanalyse sind
folgende:
(IR (cm-1), 3450, 3133, 3056, 2922, 1633, 1555, 1499, 1450, 1309, 1168,
1027, 823, 781, 527).
Beispiel 14
In ähnlicher Weise wie im Beispiel 8 beschrieben werden 0,93
mmol Zirkonylchlorid, 0,34 mmol 1,1'-Bisphosphonoethyl-bipyridinium-dichlorid und
0,90 mmol 3-Aminoethylphosphansäure in einer Bombe auf 150 °C erhitzt.
Nach der dort beschriebenen Isolation besitzt der amorphe gemischte Komplex die
folgenden IR-Spectraldaten: (IR (cm-1), 3500, 3126, 3055, 1646, 1548,
1499, 1443, 1379, 1154, 1041, 865, 823, 760, 731, 541, 499.
Beispiel 15
In ähnlicher Weise wie entweder im Beispiel 7 oder im Beispiel
8 beschrieben werden Zirkonylchlorid, 1,1'-Bisphosphonoethyl-bipyridinium-dichlorid
und ein in der nachstehenden Tabelle aufgeführter phosphorhaltiger Co-Ligand
miteinander umgesetzt.
0,05 g Zr(O3PCH2CH2-bipyridinium-CH2CH2PO3(Cl-)2)0,5·(O3POH)
(es handelt sich um den im Beispiel 7 hergestellten Komplex) werden mit 10 ml einer
10 mm wässrigen Dikaliumplatintetrachloridlösung 2 Tage bei Raumtemperatur
gerührt. Während der Umsetzung verändert sich die Farbe des Feststoffes
von weiß zu gelb. Der Feststoff wird dann abfiltriert, intensiv
mit entsalztem Wasser gewaschen und an der Luft getrocknet. Der Feststoff wird in
entsalztem Wasser suspendiert, und Wasserstoffgas wird 10 h durch die Mischung hindurchperlen
gelassen. Die Farbe des Feststoffes verändert sich von gelb nach tiefviolett.
Der Feststoff wird abfiltriert, mit entsalztem Wasser gewaschen und an der Luft
getrocknet, wobei ein brauner Feststoff erhalten wird.
Beispiel 17
Ein Goldsubstrat, das auf einem Chrommetallfilm abgeschieden ist,
der wiederum auf Glas abgeschieden ist, wird mit 3-Aminopropyltriethoxysilan und
dann mit Phosphorylchlorid wie zuvor beschrieben behandelt und anschließend
der im Beispiel 2 beschriebenen Arbeitsweise dreimal unterworfen, um eine Zusammensetzung
der Formel III herzustellen, worin k für 3 steht.
Diese Zusammensetzung zeigt gegenüber einer gesättigten
Calomelelektrode eine reversible Reduktionswelle bei – 0,74 V. In Wasser
zeigt sie eine irreversible Reduktion unterhalb – 1,4 V gegenüber der
gleichen Standardelektrode.
Beispiel 18
25 mg einer gemäß Beispiel 16 hergestellten Zusammensetzung
in 5 ml von 0,1 M Dinatriumethylendiamintetraessigsäure als Opferreduktionsmittel
werden in einer 1 cm2-Zelle mit einer 200 Watt Hg/Xe-Lampe bestrahlt.
Die Mengen an Wasserstoff werden gaschromatographisch gemessen. Das Ausmaß
der Wasserstoffproduktion während einer 18-stündigen Fotolyse beträgt
0,07 ml/h. Wird das Licht durch einen 330 nm Ausschlussfilter (G > 330 nm) geleitet,
nimmt das Ausmaß der Wasserstoffproduktion um mehr als eine Größenordnung
ab. Wird der Filter entfernt, dann fotoerzeugt die Probe Wasserstoff wie zuvor.
Die Quantenausbeute für die Wasserstoffbildung (2 × Mole an H2/Mole
an einfallenden Fotonen mit G < 330 nm) in diesem System beträgt 0,008.
Eine bevorzugte Klasse von Zusammensetzungen der zweiten Ausführungsform
besteht aus kolloidalen Partikeln aus Pt und Pd in einer porösen Viologen-Metall-Phosphonat-Matrix.
Diese Materialien unterscheiden sich sehr von anderen Pt- + Pd-Katalysatoren. Die
Viologengruppen bewirken einen signifikanten Unterschied hinsichtlich der stattfindenden
Chemie. Die Sauerstoffreduktion wird durch das reduzierte Viologen und nicht an
der kolloidalen Oberfläche (dies ist der Fall bei den Materialien des DuPont-Patents)
durchgeführt, da die Geschwindigkeit der Reduktion des Sauerstoffs durch das
reduzierte Viologen wesentlich größer ist als bei den kolloidalen Metallpartikeln.
Durch die Art und Weise, auf welche die Feststoffe hergestellt werden,
werden Chlorid- oder Bromid-„Verstärker" unvermeidlicherweise inkorporiert.
Es wurde eine große Anzahl an verschiedenen Materialien getestet. Eine sehr
aktive Verbindung enthält eine Mischung aus Bisphosphonsäure und Phosphat
(i. e. Me(O3P-OH)1(O3P-Z-PO3)0,5·nH2O·Pt/Pd).
Es wurde gefunden, dass Verbindungen mit dem Phosphat-Co-Ligand, bei dem R3
für OH steht, zwischen 10 bis 100 mal aktiver ist als die Verbindungen, bei
denen R3 für H, CH3, CH2Cl, CH2CH3
oder CH2CH2CN3 steht. Es wurde ein großer
Bereich von verschiedenen Verhältnissen von Pd:Pt getestet. Die Katalysatoren
wurden untersucht, um ihre Gleichförmigkeit und Zusammensetzung zu bestimmen.
Die Proben wurden in HF gelöst, und die resultierenden Lösungen wurden
mittels ICP analysiert, um den Metall-Gesamtgehalt zu bestimmen (Gew.-% an Zr, Pt
und Pd, man vergleiche Tabelle 3).
Einzelne Partikel wurden mittels Elektronenmicrosonden analysiert,
wobei festgestellt wurde, dass sie ein gleichmäßiges Zr:Pt:Pd-Verhältnis
innerhalb der Partikel besaßen.
Eine Vielzahl von unterschiedlichen Elektronen-Akzeptor-Gruppen kann
in diese Struktur assoziiert werden, die einer Reduktion durch Wasserstoff (via
kolloidale Metallpartikel) zugänglich wäre und anschließend als ein
Katalysator für die Herstellung von Wasserstoffperoxid und anderen reduzierten
Spezies dienen könnten.
Nachstehend sind die Ergebnisse von Side-by-Side-Vergleichen der erfindungsgemäßen
neuen Katalysatoren mit anderen Pt + Pd Katalysatoren aufgeführt, die bei identischen
Bedingungen durchgeführt wurden, man vergleiche Tabelle 3. Die Menge an Edelmetall
(Pt + Pd) sowohl in den erfindungsgemäßen Materialien als auch in anderen
Materialien wurde analysiert. Diese Analysen wurden dann dazu verwendet, die Menge
an Katalysator in den Experimenten einzustellen, damit die Menge an Edelmetall in
jedem Fall gleich war. Die Vergleiche wurden mit Mischungen aus Wasserstoff und
Sauerstoff bei Atmosphärendruck durchgeführt. Bei erhöhten Drücken
nimmt die Konzentration an Wasserstoffperoxid im stationären Zustand zu (die
Geschwindigkeit der obigen Gleichungen 1 und 2 sind identisch,
so dass die Konzentration an H2O2 gegenüber der Zeit
konstant ist).
Tabelle 3
* aktuell 0,22 M: Bei diesem Verfahren wird die Lösung wieder bis auf 10
ml gebracht, bevor ein Aliquot entnommen wird, um die Verdampfung auszugleichen.
Die Konzentration im stationären Zustand von Peroxid (Geschwindigkeit der Umsetzung
1 = Geschwindigkeit der Umsetzung 2) sollte konstant sein, unabhängig von dem
Volumen der Probe. Wird somit die Probe verdünnt, dann ist die gemessene Menge
an Peroxid geringer. Sind die Bedingungen der Umsetzung die gleichen, wobei 0,14
M Peroxid erhalten werden, wird die Reaktionsmischung jedoch nicht auf 10 ml aufgefüllt,
bevor das Aliquot entnommen wird, beträgt die gemessene Konzentration 0,22
M. Somit wurde die Konzentration im stationären Zustand von Peroxid um ungefähr
50 % zu niedrig bewertet.
Der beste im DuPont-Patent (US-Patent No. 4,832,938) beschriebene Katalysator
Es wurde eine Vielzahl von erfindungsgemäßen sowie unterschiedlichen
Materialien (sowohl poröse massive Feststoffe als auch dünne, auf Trägern
mit einer großen Oberfläche gewachsene Filme) hergestellt und untersucht.
Die massiven Stoffe werden hergestellt, indem zuerst der geschichtete
poröse Feststoff der Formel XV hergestellt wird. Dann werden die Halogenidionen
durch Polyhalogenmetall-Anionen (beispielsweise PtCl42-) durch Ionenaustausch ersetzt. Anschließend werden die Polyhalogenmetall-Ionen
mit Wasserstoff reduziert, wobei ein poröser Feststoff erhalten wird, der mit
Metallpartikeln imprägniert ist.
Beim Durchführen der Ionenaustausch-Reaktion wurde festgestellt,
dass erhöhte Temperaturen erforderlich sind. Bei Raumtemperatur wird mehr PtCl42- als PdCl42- aufgenommen, was zu einem Feststoff führt, der reicher ist an
Pt als die Lösung, aus der die Herstellung erfolgte. Wird der Ionenaustausch
bei erhöhten Temperaturen durchgeführt, ist der Austausch gleichmäßig
und die Zusammensetzung in dem Feststoff entspricht genau derjenigen der Lösung.
Das für die nachstehenden Beispiele eingesetzte Zr(O3POH)(O3PCH2HC2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
wurde gemäß den oben beschriebenen Beispielen 7, 8 und 9 hergestellt.
Verschiedene Mengen an Platin und Palladium wurden dann wie folgt inkorporiert:
Beispiel 19Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pt∘Pd-58:
170 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
wurden mit 4,6 ml PdCl2(7,3 × 10-3m) und 2,8 ml K2PtCl4(6,1
× 10-3m) vermischt. Die Mischung wurde dann unter ständigem
Rühren 1 h auf 60 °C erhitzt. Das gelbe Pulver wurde abfiltriert und drei-
bis viermal mit Wasser gewaschen. Der gelbe Feststoff wurde in Wasser suspendiert,
und Wasserstoffgas wurde S h bei 60 °C hindurchperlen gelassen. Der graue/schwarze
Feststoff wurde abfiltriert und zuerst mit Wasser und dann mit Ethanol gewaschen.
Der Feststoff wurde dann an der Luft getrocknet. 0,0072 g des
oben beschriebenen Feststoffes wurden in konzentrierter HCl, wenige Tropfen konzentrierter
HNO3 und wenige Tropfen 59 % HF gelöst. Die Lösung wurde auf
100 ml verdünnt und auf Zr, Pt und Pd durch ICP analysiert. Die Analyse (ppm)
der Lösung ergab folgendes:
Zr = 14,05; Pt = 1,01; Pd = 0,73.
Beispiel 20Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pt∘Pd-32
260 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
und 3 ml einer Lösung von 0,11 m K2PdCl4 und 6,4 ×
10-3m K2PtCl4 wurde 30 min. unter ständigem
Rühren auf 60 °C erhitzt. Der so erhaltene gelbe Feststoff wurde abfiltriert
und mehrere Male mit Wasser gewaschen. Der Feststoff wurde in Wasser resuspendiert
und mit H2-Gas wie bei der ersten Synthese behandelt. 0,0136 g des getrockneten
Feststoffes wurden gelöst und wie zuvor analysiert. Die nachstehenden Werte
sind in ppm angegeben:
Zr = 24,72; Pt = 0,69; Pd = 1,5.
Beispiel 21Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pt∘Pd-00:
200 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
wurden mit 1 ml von 0,11 m K2PdCl4 und 0,18 ml von 1,6 ×
10-3m K2PtCl4 behandelt und wie im vorherigen Beispiel
beschrieben hydriert. 0,0117 g des endgültigen schwarzen Feststoffes wurden
in konz. HCl, einigen Tropfen HNO3 und einigen Tropfen 50 %-haltigem
HF gelöst. Die Lösung wurde auf 25 ml verdünnt. Die Analyse der Lösung
ergab folgendes:
Zr (ppm) = 48,92; Pt = nicht detektiert; Pd (ppm) = 6,75.
Beispiel 22Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pt∘Pd-30:
200 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl,
1 ml von 4,8 × 10-2m K2PdCl4 und 0,275 ml
von 4,7 × 10-2m K2PtCl4 wurden 20 min. bei
60 °C gerührt. Der so hergestellte gelbe Feststoff wurde abfiltriert,
mit Wasser gewaschen und wie zuvor hydriert. 0,0125 g des Feststoffes wurden wie
zuvor gelöst und zur Analyse auf 25 ml verdünnt. Es ergab sich: Zr = 49,91
ppm, Pt = 2,15 ppm, Pd = 4,92 ppm.
500 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
wurden 6 h mit 15 ml von 7,4 × 10-3m PdCl2 und 0,99 ml
von 5,1 × 10 -3m K2PtCl4 am Rückfluss
erhitzt: Der Feststoff wurde abfiltriert und wie zuvor gewaschen. Die Hydrierung
des Feststoffes wurde wie zuvor, jedoch während eines Zeitraumes von 1 h durchgeführt.
0,0172 g dieses Feststoffes wurden wie zuvor gelöst und auf 25 ml für
Analysezwecke verdünnt, welche folgendes ergab:
Zr = 70,29 ppm; Pt = 1,18 ppm; Pd = 9,10 ppm.
Beispiel 24Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pt∘Pd-093:
500 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl,
15 ml von 7,4 × 10-3m PdCl2 und 0,99 ml von 5,1 ×
10-3m K2PtCl4 wurden 65 h am Rückfluss erhitzt.
Dann wurde wie im vorherigen Beispiel beschrieben filtriert, gewaschen und hydriert.
0,018 g des Feststoffes wurden wie zuvor gelöst und für Analysezwecke
auf 25 ml verdünnt. Dabei ergab sich: Zr = 127,98 ppm; Pt = 0,78 ppm; Pd =
7,72 ppm.
Beispiel 25Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pt:
200 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
wurde mit 2 ml einer 5,1 × 10-3m Lösung von
K2PtCl4 1 h bei 60 °C behandelt. Der Feststoff wurde
wie im vorherigen Beispiel beschrieben abfiltriert, gewaschen und hydriert. 0,0162
g des Feststoffes wurden eingesetzt, um eine 25 ml Lösung für Analysezwecke
herzustellen. Es ergab sich:
Zr = 117,9 ppm; Pt = 20,01 ppm.
Beispiel 26Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pd:
100 mg Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
und 1 ml von 6,3 × 10-2m PdCl2 wurden 4 h bei 60 °C
behandelt. Der orangene Feststoff wurde wie zuvor abfiltriert, gewaschen und hydriert.
0,0131 g des Feststoffes wurden in 25 ml wie zuvor beschrieben für Analysezwecke
gelöst, welche folgendes ergab: Zr = 92,96 ppm; Pd = 8,54 ppm.
Die Materialien werden auf Trägern mit einer großen Öberfläche
in einem wie zuvor beschriebenen Multistufenverfahren gewachsen bzw. gezogen. Der
Ionenaustausch kann entweder beim Wachsen des Filmes oder nach dessen Herstellung
durchgeführt werden.
Beispiel 27Synthese von SiO2∘Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘:
1 g Silicagel (Selecto, Inc. Cat.#162544, lot # 216C173) wurde 1 h
auf 200 °C erhitzt. Dieses wurde mit 150 ml von 65 mm ZrOCl2 2 Tage
bei 60 °C behandelt. Anschließend erfolgte eine Behandlung mit 150 ml
einer Lösung, die bestand aus 20 mm, (O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl,
20 mm Phosphorsäure und 60 mm NaCl bei 60 °C während eines Zeitraumes
von 18 h. Diese Behandlungen wurden viermal wiederholt. Am Schluss wurde der hellgelbe
Feststoff mit Wasser gewaschen und getrocknet.
Beispiel 28SiO2∘Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl∘Pt∘Pd-21:
270 mg SiO2∘Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl
wurden mit 3 ml einer Lösung mit 0,12 m K2PdCl4 und 6,4
× 10-3 m K2PtCl4während 1 h bei 60 °C
behandelt. Dann wurde filtriert und gewaschen. Der Feststoff wurde wie zuvor beschrieben
hydriert. 0,0494 g dieses Feststoffes wurden in HCl, HNO3 und 50 % HF
gelöst und auf 25 ml verdünnt. Analysen: Zr = 166,8 ppm; Pt = 2,97 ppm;
Pd = 10,89 ppm.
Beispiel 29
Die Proben wurden wie zuvor bei der Synthese jeder der Verbindungen
in den Beispielen 19-28 beschrieben hergestellt. Der Metallgehalt dieser Lösungen
wurde mittels ICP bestimmt. Der Anteil an Viologen in Gew.-% wurde aus dem Wert
für Zr abgeleitet, wobei angenommen wurde, dass 2 Zr-Atome pro Viologenmolekül
in dem Feststoff vorhanden sind. Die Viologen-Einheit wurde als C10H8N2
angenommen. Die erhaltenen Daten sind in der nachstehenden Tabelle 4 aufgeführt.
Tabelle 4Elementaranalysen aller in dieser Offenbarung aufgeführten Verbindungen
(ICP von gelösten Proben) (% bedeutet: Gew.-%)
Definitionen für Tabelle 4:
DU-D: DuPont's Patent US 4,832,938 Tabelle
1 A Präp. D; DU-F: DuPont's Patent US 4,832,938
Tabelle 1 A Präp. F; DU-H: DuPont's Patent US
4,832,938 Tabelle 1 A Präp. H
R(beob.) = Das aus der Analyse aus Pt und Pd durch ICP berechnete Verhältnis.
R(theor.) = Das aus den anfänglichen Konzentrationen von Pt und Pd in der
Reaktionslösung berechnete Verhältnis.
BILDUNG VON WASSERSTOFFPEROXID
Die erfindungsgemäßen Materialien können als Katalysatoren
für die Herstellung von Wasserstoffperoxid eingesetzt werden. Das Verfahren
umfasst die Behandlung einer wässrigen Suspension des Katalysators mit einer
Quelle für Sauerstoff und einer Quelle für Wasserstoff. Quellen für
Sauerstoff sind beispielsweise reiner Sauerstoff, Luft, Ozon oder jegliches Stickoxid.
Die Suspension kann auch Säuren oder Basen zur Einstellung des pH-Wertes des
Systemes enthalten.
Beispiel 30
Eine Menge von jedem der Katalysatoren wurde in ein 50 ml Plastikröhrchen
gegeben. 10 ml einer 0,15 mm Lösung von Acetanilid in 0,1 m HCl wurde zu jedem
Röhrchen hinzugegeben, das mit einem Gummiseptum verschlossen wurde. Eine Mischung
aus Sauerstoff und Wasserstoff wurde durch die Suspension hindurchperlen gelassen.
In einigen Fällen wurde Luft anstelle von O2 eingesetzt. Zu verschiedenen
hintereinanderliegenden Zeitpunkten, beginnend bei 1 h bis etwa 28 h wurde der Verlust
an Lösungsvolumen aufgrund von Verdampfung durch die Zugabe einer 0,15 mm Lösung
von Acetanilid in 0,1 m HCl ausgeglichen. Ein Anteil der Reaktionsmischung wurde
entnommen und auf 5 ml mit einer Titansulfatlösung verdünnt, die zuvor
in Schwefelsäure hergestellt wurde. Die Extinktion der Lösungen wurde
bei 410 nm bestimmt. Die kalorimetrischen Analysen wurden durch Titrieren der gleichen
Lösungen mit KMnO4 untersucht und erwiesen sich als sehr korrekt.
In der Tabelle 4 sind die Elementaranalysen der synthetisierten und/oder verwendeten
Verbindungen aufgeführt. Die Daten belegen die katalytischen Eigenschaften
der Verbindungen bei der Produktion von Wasserstoffperoxid bei verschiedenen Zuständen
und bei verschiedenen Bedingungen einschließlich unterschiedlichen Verhältnissen
von Pt zu Pd und einer Vielzahl von pH-Werten.
Die in der Tabelle 5 aufgeführten Daten zeigen die Produktion
von H2O2 für zwei bevorzugte erfindungsgemäße
Materialien und für einige andere Katalysatoren. Tabelle 6 zeigt ähnliche
Testdaten für andere erfindungsgemäße Verbindungen und weitere Verbindungen.
In der Tabelle 7 sind Daten für verschiedene Katalysatoren mit unterschiedlichen
Verhältnissen von Pt zu Pd aufgeführt. Tabelle 8 zeigt die Daten bei einer
Vielzahl von unterschiedlichen pH-Werten.
Tabelle 5
Bildung von Wasserstoffperoxid, pH = 1 atm. Die Menge an Katalysatoren,
die bei jedem Experiment eingesetzt wurde, wurde so eingestellt, dass für jedes
Experiment eine konstante Molzahl von Pd + Pt erreicht wurde.
Tabelle 5
Tabelle 5 (Fortsetzung)
DU-D: DuPont's Patent US 4,832,938 Tabelle
1 A Präp. D.
DU-F: DuPont's Patent US 4,832,938 Tabelle
1 A Präp. F
DU-H: DuPont's Patent US 4,832,938 Tabelle
1 A Präp. H
Vergleich der Katalysatoren von DuPont und der neuen erfindungsgemäßen
Katalysatoren unter Verwendung eines H2:O2 Verhältnisses
von 2:1 (O2 aus der Luft) bei einem pH-Wert von 1. Die Menge des in jedem
Experiment 15 eingesetzten Katalysators wurde derart eingestellt, dass eine konstante
Molzahl von Pd + Pt in jedem Experiment erreicht wurde.
Tabelle 6
DU-D: DuPont's Patent US 4,832,938 Tabelle
1 A Präp. D.
DU-F: DuPont's Patent US 4,832,938 Tabelle
1 A Präp. F
DU-H: DuPont's Patent US 4,832,938 Tabelle
1 A Präp. H
Herstellung von H2O2 mit Katalysatoren mit unterschiedlichen
Mengen von Pt (unterschiedliche R-Werte) 2:1 Mischung von H2:O2
(Luft wurde als Quelle für Sauerstoff eingesetzt) 1 atm, pH = 1
Tabelle 8Veränderung des pH-Wertes mit HCl, H2:O2
= 1:5, 1 atm unter Verwendung Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)Cl.Pt.Pd-093.
Alle obigen Beispiele wurden bei Atmosphärendruck durchgeführt.
Diesbezüglich sind zwei Parameter von Bedeutung. Es handelt sich dabei um die
anfängliche Bildungsgeschwindigkeit von Wasserstoffperoxid und
die Konzentration von Wasserstoffperoxid im stationären Zustand. Die Konzentration
im stationären Zustand zeigt die Konzentration an, bei dem im System Wasser
aus Peroxid mit der gleichen Geschwindigkeit hergestellt wird, wie Peroxid gebildet
wird, während die anfängliche Geschwindigkeit die Menge der Bildung an
Wasserstoffperoxid anzeigt. Der beste Wert im stationären Zustand wurde bei
140 mm (Tabelle 5) beobachtet. Im stationären Zustand ist die Geschwindigkeit
der Sauerstoffreduktion (Gleichung 3) unter Wasserstoffperoxidreduktion (Gleichung
4) die gleiche, so dass die Konzentration an Wasserstoffperoxid konstant bleibt.
Die anfängliche Reaktionsgeschwindigkeit bei diesen Experimenten beträgt
30 Umsätze pro h (basierend auf der Anzahl der Mole von Viologen, das im System
vorhanden ist). Diese Experimente wurden mit einem Katalysator, bei dem der R-Wert
0,093 betrug, und einer Mischung von 1:5 von H2:O2 durchgeführt.
Der beste, auf identische Weise behandelte DuPont-Katalysator (DU-D) produzierte
lediglich 77 mm Wasserstoffperoxid im stationären Zustand. Wird die Mischung
von H2 und O2 reicher an Sauerstoff (i. e. H2:O2
= 1:10), dann nimmt die Menge an hergestelltem Wasserstoffperoxid ab.
Andere Katalysatoren verlieren einen guten Anteil ihrer Aktivität
äußerst schnell. Um dies zu testen, wurde eine Probe des Katalysators
genommen und dann in verschiedenen, aufeinanderfolgenden Experimenten eingesetzt.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle 9 zusammengefasst. Um Schwierigkeiten zu minimieren,
wurde eine Mischung von Wasserstoff und Luft bei diesen Experimenten eingesetzt,
so dass die Werte im stationären Zustand für die Konzentration von Peroxid
verhältnismäßig niedrig sind im Vergleich zu den oben aufgeführten
Werten. Die drei Experimente zeigen ein sehr ähnliches Ausmaß der Peroxidproduktion.
Das vierte Experiment zeigt ein geringeres Ausmaß der Aktivität als die
ersten drei. Dieses Ausmaß an Aktivität ist immer noch wesentlich höher
als das für den DuPont Katalysator bei identischen Bedingungen beobachtete.
Elementaranalysen zeigen, dass nach dem vierten Zyklus die Gew.-% von Pt und Pd
etwas angestiegen waren, während die Menge an Zr geringer war. Die Beobachtung
legt den Schluss nahe, dass die Aktivitätsabnahme mit der teilweisen Lösung
des Metallphosphonats zusammenhängt.
Tabelle 9Bildung von Wasserstoffperoxid unter Verwendung von Zr.PV(POH).Pt.Pd-093,
pH = 1, H2:O2 = 2:1 (Luft wurde als Quelle für O2
eingesetzt), Druck = 1 atm.
Beispiel 31Bildung von Wasserstoffperoxid bei hohem Druck:
Eine Vielzahl von Experimenten wurde bei unterschiedlichen Kombinationen
von Gasdrücken (H2O2N2) in einem 70 ml Druckgefäß
durchgeführt. 5 ml von 0,1 m HCl und 25 mg von Zr(O3POH)(O3PCH2CH2bipyridiniumCH2CH2PO3)CL*Pt*Pd-14
wurden in das Gefäß gegeben. Eine Mischung aus Sauerstoff, Wasserstoff
und Stickstoff bei den vorgeschriebenen Drücken wurde in das Gefäß
gegeben. Die Umsetzungen wurden für verschiedene Zeitspannen durchgeführt
(Tabelle 10). Die Konzentrationen an H2O2
entsprechen denen, die bei den Experimenten bei Atmosphärendruck erhalten wurden
(siehe oben). Die Daten zeigen, dass eine Zunahme entweder an dem Volumen des Reaktorgefäßes
oder eine Druckzunahme zu höheren H2O2-Konzentrationen
führen würden. Dies heißt, falls PH2 und PO2
um einen Faktor von 5 erhöht werden, dies zu einem Ergebnis von einem Mol-H2O2
führen würde (man vergleiche Beispiel 2 in Tabelle 10).
Tabelle 10
✝ Nach 24 h wurde das System belüftet, und eine frische Ladung der
gleichen Gasmischung wurde hinzugefügt. Dann wurde für weitere 24 h umgesetzt.
Beispiel 32Synthese einer Phosphonat-derivatisierten Polymermatrix:
Diethyl-4-brombutylphosphonat wurde durch die Michaelis-Arbuzov-Umlagerung
von Br(CH2)4Br mit Triethylphosphit hergestellt. 1,4-Dibrombutan
(21,5 g; 100 mmol) und Triethylphosphit (6,65 g; 40 mmol) wurden bei 150 °C
6 h erhitzt. Nicht umgesetztes 1,4-Dibrombutan wurde im Vakuum abdestilliert.
Poly(4-vinylpyridine) (PVP) wurde mit Diethyl-4-brombutyl-phosphonat
alkyliert, wobei Polymere (PVP-C4P) erhalten wurden. PVP (1 g; 9,5 mmol)
wurde in 60 ml N,N-Dimethylformamid (DMF) mit 1,48 g (5,4 mmol) Diethyl-4-brombutylphosphonat
gelöst. Die Mischung wurde 2 h bei 60 °C gerührt, und DMF wurde im
Vakuum entfernt. Der zurückbleibende Feststoff wurde mit einer 1:4 (V:V) Mischung
aus Methanol und Diethylether gewaschen und dann in Ether 2 h am Rückfluss
erhitzt. Die feste Probe wurde abfiltriert und getrocknet. Die getrocknete Probe
wurde dann in 30 ml Methylenchlorid getrocknet, dann wurden 12 g Bromtrimethylsilan
hinzugegeben und die Mischung wurde 6 h unter einer Ar-Atmosphäre gerührt.
80 ml H2O wurden hinzugegeben, und die Lösung wurde eine weitere
Stunde gerührt. Die Wasserphase wurde abgetrennt und im Vakuum entfernt, wobei
ein gelb-brauner. Feststoff (PVP-C4P) erhalten wurde. Die CHN-Analyse
von PVP-C4P ergab: C: 55,76; H: 6,67; N: 8,20. Diese Analyse zeigt, dass
25 % der Pyridylgruppen alkyliert sind. [C7H7N]3[C11H17NO3PBr]*3H2O
würde eine CHN-Analyse von C: 55,57; H: 6,41; N: 8,10 ergeben. Die NMR-Spektren
von PVP-C4P bestehen aus verhältnismäßig breiten Linien.
Dies beruht auf der polymeren Natur des Materials. Drei breite Linien erscheinen
in dem 1H NMR-Spektrum in d6-DMSO/D2O bei 8,2, 6,6 und 1,6 ppm mit integrierten
Intensitäten von 1,1 und 2,4. Dieses Verhältnis zeigt eine Derivatisierung
von 25 % an, falls die beiden zum unteren Feld verschobenen Peaks den Pyridyl/Pyridinium-Resonanzen
zugeordnet werden und der Peak bei 1,6 ppm allen CH2-Gruppen zugeordnet
wird, jedoch nicht der, die an Stickstoff gebunden ist (auf Basis von Modellverbindungen
wird erwartet, dass der letztere Peak unter HDO fällt), da dies ein Verhältnis
von 1:1:2,3 geben sollte.
Beispiel 33
Platinkolloide wurden durch Reduktion einer Hexachlorplatinatlösung
durch Natriumcitrat hergestellt. Die Reduktion entsprach derjenigen, die beschrieben
ist von Brugger, et al., wobei jedoch die Temperatur bei 90 °C gehalten wurde,
um eine gleichmäßige Partikelgröße zu erhalten (P. Brugger,
P. Cuendet, M. Gazel, J. Am. Chem. Soc., (1981), 103, Seite 2923.). 40 mg K2PtCl6
wurden in 30 ml destilliertem Wasser gelöst, und die Lösung wurde auf
90 °C erhitzt. Eine wässrige Lösung von Natriumcitrat (30 ml, 1 Gew.-%
Natriumcitrat) wurde hinzugegeben, und die Lösung wurde 3 h gerührt. Nach
dem Abkühlen der kolloiden Suspension auf Raumtemperatur wurde Amberlit-MB-1
Austauschharz hinzugefügt, und die Mischung wurde gerührt, um überschüssiges
Citrat zu entfernen, bis die Leitfähigkeit der Lösung weniger als 5 mS/cm
betrug.
Beispiel 34Wachstum von Zirkonium-Viologen-Bisphosphonat (ZrVP) auf PVP-C4P:
Das Polymer PVP-C4P (5 mg) wurde in 50 ml der oben beschriebenen
kolloiden Pt-Suspension gelöst. Das Gewichtsverhältnis von Pt:Polymer
betrug 1:2,5. Nachdem die Mischung 1 h geschüttelt worden war, um ein Gleichgewicht
einzustellen, wurden 0,3 g ZrOCl2·8H2O in der PVP-C4P/Pt-Suspension
gelöst. Die Mischung wurde über Nacht bei Raumtemperatur geschüttelt,
um die Umsetzung der Zr4+-Ionen mit den Phosphonatgruppen des Polymers
zu vervollständigen. Die Mischung wurde dann in Wasser dialysiert, um freie
Ionen zu entfernen. Der Schnitt für das Molekulargewicht des für die Dialyse
eingesetzten Röhrchens betrug 12.000-15.000.
Die Dialyse wurde durchgeführt, bis die Leitfähigkeit des
Wassers weniger als 5 mS/cm betrug. Die Suspension wurde in einen Kolben zurückgegossen,
0,04 g Viologen-Bisphosphonsäure wurden hinzugegeben, und die Mischung wurde
über Nacht bei 60 °C geschüttelt. Ein ähnliches Dialyseverfahren
wurde bis zu einer Leitfähigkeit von weniger als 5 mS/cm durchgeführt.
Die Zirkon-bisphosphonat-Behandlungen wurden bis zu 5 mal wiederholt, um mehrfache
Schichten auf den ZrVP-Materialien wachsen zu lassen.
Beispiel 35Fotochemische Herstellung von Wasserstoff:
Die fotochemische Herstellung von Wasserstoff wurde durchgeführt,
indem Proben der ZrVP Polymermatrix auf Pt-Kolloiden (Beispiel 34) in EDTA-Lösungen
bestrahlt wurden. Die Suspension wurde in einer 1 cm2 Zelle bei 20 °C
während des fotochemischen Experimentes gehalten. Eine Mischung von 4 ml der
Probensuspension und 1 ml von 0,1 m NaEDTA (Reduktionsmittel, das geopfert wird)
wurden gründlich entgast, indem N2 vor der Fotolyse hindurchgeperlt
wurde. Die Probe wurde dann mit einer 200 Watt Hg/Xe Bogenlampe bestrahlt. Die Mengen
an Wasserstoff wurden mittels Gaschromatographie bestimmt.
Die Fotolyse einer Suspensionsprobe mit 11 mg ZrPV(Cl) in 0,05 m NaEDTA
mit einer 200 Watt Hg/Xe-Lampe führte zu einer Wasserstoffproduktionsgeschwindigkeit
von 0,25 ml/h während der ersten Stunde. EDTA wird als Opferreduktionsmittel
eingesetzt, um für einen Stoffumsatz im System zu sorgen. Die Geschwindigkeit
der Wasserstoffproduktion nimmt bei längerer Bestrahlungszeit nach und nach
ab. Dies entspricht derjenigen von mehrschichtigen dünnen Filmen, die auf einer
Silikaoberfläche gewachsen sind.
Wird das Licht durch einen 260 nm Ausschlussfilter geleitet, nimmt
die Geschwindigkeit der Wasserstoffproduktion um etwa 50 % ab, wobei jedoch etwa
20 % mehr Wasserstoff in einer längeren Zeitspanne produziert wird. Die Abhängigkeit
der Wellenlänge für die Fotoproduktion von Wasserstoff in diesem System
korreliert gut mit derjenigen, die bei der Bildung des Zustandes mit Ladungstrennung
sowohl bei mikrokristallinen als auch dünnen Filmproben von ZrPV(Cl) beobachtet
wurde.
Beispiel 36Proben- und Substratherstellung:
Polymer PVP-C4P (Molekulargewicht = 100.000) wurde aus
Poly(4-vinylpyridin) und Diethyl-4-brombutyl-phosphonat nach der im Beispiel 32
beschriebenen Arbeitsweise hergestellt. H2O3PCH2CH2(bipyridinium)CH2CH2PO3H2Cl2
(V2P) wurde wie im Beispiel 1 beschrieben hergestellt. Polierte Silizium-Einkristall-Wafer
und Objektträger (~ 1 × 3 cm2) aus mikroskopischem geschmolzenen
Silika (Quartz) und Folien (~ 1 × 0,5 cm2) aus Gold, Platin und
Palladium mit einer Dicke von 0,05-0,1 mm wurden jeweils als Substrate eingesetzt.
Sie wurden vor der Verwendung mit einer Mischung aus konzentrierter H2SO4
und 30 %-igem H2O2 (V/V 3:1) gereinigt, gründlich mit
destilliertem Wasser gespült und über Nacht auf 500 °C erhitzt, um
eine dehydroxylierte Oberfläche zu schaffen.
Verfahren zur Initialisierung der Oberfläche:
Ein Siliziumwafer, ein Quartzobjektträger und ein Metallfolienstreifen
wurden in eine wässrige 0,5 % (Gew./Gew.) Lösung von PVP-C4P
getaucht. Nach 5 min. wurde der Objektträger aus der Lösung entnommen
und durch Blasen mit reinem N2 getrocknet. Eine dünne Schicht einer
80 mm Lösung von ZrOCl2 wurde auf die Oberfläche des Objektträgers
aufgetragen, um die Vernetzung der Phosphonsäurereste des Polymers zu bewirken.
Dann wurde der Film an der Luft getrocknet. Um sicherzustellen, dass das Polymer
mit den Zr4+-Ionen vollständig vernetzt war, wurde dieser Arbeitsschritt
zweimal wiederholt. Der Objektträger wurde dann mit destilliertem Wasser gewaschen,
um überschüssige Ionen von der Oberfläche zu entfernen.
Filmwachstum:
Multischichten aus der ZrPV(Cl)-Verbindung wurden auf den Oberflächen,
die reich an Zirkon waren, hergestellt, indem das initialisierte Substrat wiederholt
in eine wässrige 10 mm V2P Lösung von 80 °C für 4 h (Stufe 1)
und dann in eine wässrige 60 mm ZrOCl2-Lösung bei Raumtemperatur
für 2 h (Stufe 2) getaucht wurde. Die Oberfläche wurde zwischen den Tauchvorgängen
(Stufe 3) gründlich mit Wasser gespült. Die Stufen 1-3 stellten einen
Behandlungszyklus dar. Es wurden verschiedene Filme hergestellt, indem bis zu 15
Zyklen wiederholt wurden. Im letzten Zyklus wurde die Stufe 2 üblicherweise
weggelassen.
Beispiel 37
AFM-Bilder (Atomic force microscopic images) wurden mit einem NanoScope
III Scanning Probe Microscope (Digital Instrument) erhalten. Die Oberfläche
wurde in einem Tapping-Modus mit Siliziumauslegern (typisch F0 320-360
kHz) abgebildet. AFM-Abbildungen (0,5 × 0,5 &mgr;m2) der Proben
ergeben deren Feinmerkmale und zeigen, dass die Struktur und die Dicke der auf diese
Weise hergestellten Filme von der Art der Substrate abhängen. Alle die Proben
zeigten eine signifikante Zunahme der RMS Rauheit beim Filmwachstum.
Die Untersuchung der AFM-Abbildungen zeigt, dass in allen Filmen die
auf der Oberfläche wachsenden Materialien aus Microkristalliten bestehen. Dies
steht im Gegensatz zu dem Wachstum von mehrschichtigen Zn- und Cu-Alkanbisphosphonatfilmen
(Yang, H. C., K. Aoki, H.-G. Hong, D. D. Sackett, M. F. Arendt, S.-L. Yau, C. M.
Bell, T. E. Mallouk J. Am. Chem. Soc. 1993, 115, 11855-11862.), was zu einer Glättung
der Oberflächenrauhigkeit führt. Die Kristalle sind im Falle von Quartz-
und Siliziumsubstraten feiner und im Falle von Metallen größer. Es scheint
keine direkte Korrelation zwischen der gesamten Rauhigkeit des Films und der Kristallgröße
sowie zwischen der Rauhigkeit des reinen Substrats und des Filmes darauf zu existieren.
Die Filme auf Quartz bestehen aus kleinen Kristallen, die gleichmäßig
auf der Oberfläche verteilt sind. Filme auf Gold und Platin sind aus etwas
größeren Kristallen als solche auf Quartz aufgebaut; sie sind jedoch immer
noch gleichmäßig auf Gold verteilt und neigen dazu, auf Platin zu größeren
Clustern zu aggregieren. Das Wachstum von Filmen auf Pd führt zu großen
Kristallen, welche sogar zu größeren Inseln zu clustern scheinen. Im Gegensatz
dazu bestehen Filme auf Silizium aus sehr kleinen Partikeln, welche auch zu größeren
Inseln clustern. Bei den AFM-Abbildungen von nichtbehandelten und PVP-C4P-behandelten
Substraten konnten keine Unterschiede beobachtet werden.
Beispiel 38
Zyklische voltammetrische Kurven (CV) wurden mit Au-, Pt- und Pd-Elektroden
(Arbeitsoberfläche ~ 0,3 cm2) bestimmt, die mit ZrPV(Cl)-Filmen
bedeckt waren, die in den obigen Beispielen 36-37 beschrieben sind. Es wurde das
PAR Potentiostat/Galvanostat Model 283 eingesetzt. Eine Gegenelektrode (Pt-Draht)
wurde durch eine poröse Glasfritte von der Arbeitslösung (wässrige
0,1 m KCl-Lösung) getrennt. Als Bezug wurde eine gesättigte Calomel-Elektrode
(SCE) eingesetzt. Sauerstoff wurde aus der Arbeitslösung entfernt, indem Argongas
hoher Reinheit hindurchperlen gelassen wurde.
Zyklische voltammetrische Kurven (CV) der ZrPV(Cl)-Filme bei den Au-,
Pt- und Pd-Elektroden zeigten breite Peaks mit Reduktionspotentialen (E°surf
= (Ep,c + Ep,a)/2, worin Ep,c und Ep,a
die kathodischen bzw. anodischen Peak-Potentiale bedeuten) in der Nähe von
–0,77 V mit Peak-zu-Peak Abständen (&Dgr;E) von 120-200 mV. &Dgr;E
wird durch die Zahl der Behandlungen auf Gold und Platin geringfügig beeinflusst,
zeigte jedoch keine Veränderung für Palladium. Dieses große &Dgr;E,
das zunimmt, wenn die Experimentierzeit verkürzt wird (bei höheren Potential-Scannraten)
zeigt die kinetischen Limitierungen für den Ladungstransfer, die für anodische
Verfahren und für Pt- sowie Pd-Elektroden stärker ausgeprägt sind.
Die Integration der Reduktionspeaks in den zyklischen voltammetrischen
Kurven bestätigt, dass die Menge an ZrPV(Cl), die sich auf der Oberfläche
nach der selben Anzahl von Behandlungen angesammelt hat, für unterschiedliche
Substrate unterschiedlich ist. Bei Pt und Pd sammelt sich wesentlich mehr Material
an als bei Au. Diese Ergebnisse sind mit den AFM-Daten konsistent, was darauf hindeutet,
dass Filme bei Pt und Pd rauer sind als bei Au. Abschätzungen, die auf den
Integralen basieren, die für die zyklischen voltammetrischen Kurven erhalten
wurden, deuten daraufhin, dass jeder Behandlungszyklus nicht zu einer einzelnen
Beschichtungsschicht führt, sondern 3-6 Schichten in Abhängigkeit von
dem Substrat hinzufügt.
Die E°surf-Werte sind 100 mV negativer als E°
für die Ein-Elektronen-Reduktion von V2P in wässriger Lösung, die
mit –0,67 V (&Dgr;E = 70 mV) bestimmt wurde. Dies ist in der Nähe
des Redoxpotentials, das für das Methylviologen-Dikation/Kation-Radical-Redox-Paar
(–0,69 V) gefunden wurde. Die 100 mV-Verschiebung von E°surf
zu den negativeren Werten bei Filmen im Vergleich zu V2P in Lösung wird nicht
signifikant beeinflusst durch die Zahl der Behandlungen des Substrates mit Zr4+
und Viologen-bisphosphonat.
Beispiel 39
Aufgrund der fotochemischen Ladungstrennung wird auf geschichtetem
ZrPV(Cl) mit einer Polysoap-Matrix eine blaue Farbe beobachtet, wenn die Probe mit
einer 200 W Hg/Xe Lampe im Vakuum oder unter N2 fotolysiert wird. Eine
5-minütige Fotolyse führt zur Bildung von sowohl reduziertem Viologen-monomer
als auch -dimer auf der bestrahlten Probe. Elektrodenspektren zeigen die abnehmende
Bande bei 270 nm und das Auftreten von Banden bei 405, 605 nm und 380, 540 nm, welche
dem Monomer bzw. dem Dimer entsprechen. Die Elektronenspektren des ZrPV(Cl) mit
„Polysoap-Matrix" sowie die Luftempfindlichkeit der fotoreduzierten Probe
zeigen an, dass diese Mehrschichtverbindung nicht so dicht gepackt ist wie mikrokristalline
Proben von ZrPV(Cl).
Die Behandlung einer fotoreduzierten Suspensionsprobe von geschichtetem
ZrPV(Cl) mit Matrix mit Luft führt zu einem vollständigen Bleichen innerhalb
von wenigen Sekunden, während die mikrokristallinen Proben Stunden bis zu Tagen
benötigen. Sauerstoff scheint durch das offenere Gitter der Verbindung frei
zu diffundieren. Dies beruht wahrscheinlich auf der flexiblen deckenartigen Ausbildung
der Materialien mit Matrix.
Anspruch[de]
Katalytisches Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd aus Sauerstoff
und Wasserstoff mit folgenden Stufen:
A) Behandeln einer wässrigen Suspension eines heterogenen Katalysators mit
einer Sauerstoffquelle und einer Wasserstoffquelle,
B) Abtrennen des Katalysators und
C) Isolieren des hergestellten Wasserstoffperoxyds, wobei dieser Katalysator ein
Komplex der Formel:
[[(Y1O3-Z-Y2O3) p(X2/p-)1-n
(Y3O3R3)2n Me']*Pt*Pd
ist, wobei jeder der Reste Y1', Y2 und Y3 unabhängig
voneinander für Phosphor oder Arsen steht,
Z eine divalente Gruppe bedeutet, die in reversibler Weise eine stabile reduzierte
Form bildet, wobei diese Gruppe zwei konjugierte kationische Zentren enthält,
die zusammen einen negativen E°red-Wert besitzen,
Me' ein trivalentes oder tetravalentes Metall der Gruppe IIIA, IIIB, IVA oder IVB
mit einer Atomzahl von mindestens 21 oder ein Lanthanid bedeutet,
X für ein Anion steht,
n einen Wert von 0 bis 0,8 besitzt,
p einen Wert von 1,2 oder 3 besitzt und
R3 eine nicht reduzierbare Abdeckgruppe bedeutet.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem Z für
-(R1)n-Z1-(R2)m
steht, worin
Z' eine divalente aromatische Gruppe bedeutet, die mindestens zwei konjugierte tetravalente
Stickstoffatome enthält,
n und m unabhängig voneinander für einen Wert von 0 oder 1 stehen
und
jeder der Reste R1 und R2 unabhängig voneinander eine
divalente aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffgruppe bedeutet.Verfahren nach Anspruch 2, wobei jedes tetravalente Stickstoffatom in
Z' ein Ringglied in einem separaten aromatischen Ringsystem darstellt, wobei die
Ringsysteme direkt oder über eine konjugierte Kohlenwasserstoffkette miteinander
verbunden sind.Verfahren nach Anspruch 3, bei dem jedes aromatische Ringsystem einen
Monozyklus oder einen kondensierten Polyzyklus enthaltend einen Pyridin-, Pyrazin-
oder Pyrimidinring darstellt, wobei jeder Monozyklus oder kondensierte Polyzyklus
unsubstituiert oder mit Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen substituiert ist.Verfahren nach Anspruch 2, bei dem beide tetravalente Stickstoffatome
in Z' Ringglieder in einem kondensierten polyzyklischen aromatischen System sind.Verfahren nach Anspruch 5, bei dem das kondensierte polyzyklische aromatische
System zwei Glieder aufweist, die unabhängig voneinander ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus Pyridin, Pyrazin und Pyrimidin, wobei dieses kondensierte
polyzyklische aromatische System unsubstituiert oder mit Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
substituiert ist.Verfahren nach Anspruch 2, bei dem beide n und m für 1 stehen und
jeder der Reste R1 und R2 unabhängig voneinander eine
gerade oder verzweigte divalente Alkankette mit 6 oder weniger Kohlenstoffatomen,
ein Aren oder ein Polyaren bedeutet.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem Me' für Titan, Zirkon, Hafnium,
Germanium, Zinn oder Blei steht.Verfahren nach Anspruch 8, bei dem Me' für Zirkon steht.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem jeder der Reste Y1, Y2
und Y3 für Phosphor steht.Verfahren nach Anspruch 1, bei dem der Katalysator ein Komplex der folgenden
Formel:
SiO2*[[(Y1O3-Z-Y2O3)
p(X2/p-)1-n (Y3O3R3)2n
Me']*Pt*Pd
ist, worin
jeder der Reste Y1, Y2 und Y3 unabhängig voneinander
für Phosphor oder Arsen steht,
Z eine divalente Gruppe bedeutet, die reversibel eine stabile reduzierte Form bildet,
wobei diese Gruppe zwei konjugierte kationische Zentren enthält, die zusammen
einen negativen E°red-Wert besitzen,
Me' ein trivalentes oder tetravalentes Metall der Gruppe III, IVA oder IVB mit einer
Atomzahl von mindestens 21 oder ein Lanthanid bedeutet,
X ein Anion bedeutet,
n einen Wert von 0 bis 0,8 besitzt,
p einen Wert von 1, 2 oder 3 besitzt und
R3 eine nicht reduzierbare Abdeckgruppe bedeutet.Verfahren nach Anspruch 11, bei dem Z für
-(R1)n-Z1-(R2)m
steht, worin
Z' eine divalente aromatische Gruppe bedeutet, die mindestens zwei konjugierte tetravalente
Stickstoffatome enthält,
beide n und m unabhängig voneinander einen Wert von 0 oder 1 besitzen und
jeder der Reste R1 und R2 unabhängig voneinander eine
divalente aliphatische oder aromatische Kohlenwasserstoffgruppe bedeuten.Verfahren nach Anspruch 12, bei dem jedes tetravalentes Stickstoffatom
in Z' ein Ringglied in separaten aromatischen Ringsystemen bedeutet, wobei diese
Ringsysteme direkt oder über eine konjugierte Kohlenwasserstoffkette miteinander
verbunden sind.Verfahren nach Anspruch 13, bei dem jedes aromatische Ringsystem einen
Monozyklus oder einen kondensierten Polyzyklus enthaltend einen Pyridin-, Pyrazin-
oder Pyrimidinring darstellt, wobei jeder Monozyklus oder kondensierte Polyzyklus
unsubstituiert oder mit Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen substituiert ist.Verfahren nach Anspruch 12, bei dem beide tetravalente Stickstoffatome
in Z' Ringglieder in einem kondensierten polyzyklischen aromatischen System darstellen.Verfahren nach Anspruch 15, bei dem das kondensierte polyzyklische aromatische
System zwei Glieder enthält, die unabhängig voneinander ausgewählt
sind aus der Gruppe bestehend aus Pyridin, Pyrazin und Pyrimidin, wobei dieses kondensierte
polyzyklische aromatische System unsubstituiert oder mit Alkyl mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen
substituiert ist.Verfahren nach Anspruch 12, bei dem beide n und m für 1 stehen
und jeder der Reste R1 und R2 unabhängig voneinander
eine gerade oder verzweigte divalente Alkankette aus 6 oder weniger Kohlenstoffatomen,
ein Aren oder ein Polyaren bedeutet.Verfahren nach Anspruch 11, bei dem Me' für Titan, Zirkon, Hafnium,
Germanium, Zinn oder Blei steht.Verfahren nach Anspruch 18, bei dem jedes Me' für Zirkon steht.Verfahren nach Anspruch 11, bei dem jeder der Reste Y1, Y2
und Y3 für Phosphor steht.