Gebiet der Erfindung
Das Gebiet dieser Erfindung sind Polypeptid-Autoantikörper-Inhibitoren
und Verfahren der Verwendung davon.
Hintergrund
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Krankheit mit rezidivierenden,
remittierenden Störungen des zentralen Nervensystems, die 350 000 Amerikaner
befällt und nach Traumata an zweiter Stelle der Hauptursachen einer Behinderung
unter jungen Erwachsenen steht. MS ist eine Autoimmunerkrankung, pathologisch gekennzeichnet
durch perivenuläre Infiltrate weißer Hirn- und Rückenmarkssubstanz,
die Makrophagen und mononukleäre Zellen (Entzündung) beinhalten, und Zerstörung
der Myelinscheiden, die Nervenfasern isolieren (Demyelinisierung).
Experimentelle allergische Enzephalomyelitis (EAE) bei Nagetieren
ist das am meisten gebrauchte Modell zum Untersuchen von Therapien für MS bei
Menschen gewesen. Diese traditionellen Krankheitsmodelle für MS haben im Allgemeinen
das Konzept gefördert, dass MS eine T-zellvermittelte Erkrankung ist. Die Autoantigene,
die als Ziel für den Immunangriff dienen, sind jedoch nicht identifiziert worden,
und die mit dem Myelinschaden verwickelten molekularen Mechanismen bleiben ungewiss.
Während klar ist, dass eine Entzündung des ZNS bei EAE durch autoagressive
T-Zellen ausgelöst wird, die Myelinantigene in dem Kontext von Molekülen
der MHC-Klasse II erkennen, mangelt es vielen der Modelle an der frühen Demyelinisierungskomponente
der MS-Läsion. Die Aktivierung von B-Zellen und die Reaktionen von Antikörpern
erscheinen für die volle Entwicklung von EAE notwendig, und frühere Studien
über autoimmune Demyeliniesierung unter Verwendung von myelinisierten Kulturen
von ZNS-Gewebe haben humorale Faktoren als Effektor-Mechanismen angedeutet.
Somit ist es nicht überraschend, dass EAE bei Nagetieren kein
stabiler Prädiktor der Wirksamkeit bei Menschen gewesen ist, da fundamentale
Unterschiede bei dem klinischen Verlauf, der Symptomatik und der immunologischen
Reaktion auf Myelinproteine EAE bei Nagetieren von MS bei Menschen unterscheiden.
Ein Beispiel einer derartigen Studie ist die von Linington et al.
(Brain 112, 895-911, 1989), die die Rolle des Komplements in der Pathogenese von
Demyelinisierung und Entzündung in einem synergistischen Modell akuter EAE
bei der Lewis-Ratte erforscht haben.
Kürzlich wurde eine neue MS-artige Erkrankung bei einem nicht
menschlichen Auszucht-Primaten, dem Weißbüscheläffchen Callithrix
jacchus definiert. Die EAE bei Weißbüscheläffchen weist eine herausragende
MS-artige frühe Demyelinisierungskomponente auf, die die Gegenwart Myelin-spezifischer
Autoantikörper erfordert, und hat eine Gelegenheit geboten, die Wechselwirkung
zwischen diesen Antikörpern und ihren Zielantigenen auf dem Myelin zu verstehen.
Charakteristika des Modells umfassen Folgendes: a. milde klinische Befunde und einen
rezidivierenden, remittierenden, MS-ähnlichen Verlauf; b. eine primäre
demyelinisierende Symptomatik mit früher Gliose, die nicht von MS-Läsionen
(demyelinisierenden Plaques) zu unterscheiden ist; c. natürlichen Knochenmarks-Chimärismus,
der erfolgreiche adoptive Übertragung enzephalitogener (z. B. Krankheit hervorrufender)
T-Zell-Klone und – Linien erlaubt; d. Diversität des enzephalitogenen
Repertoires von T-Zellen, die dem Hauptmyelinprotein, dem Myelinbasisprotein (MBP),
gegenüber reaktiv sind; e. unterschiedliche Krankheitsphänotypen, die
von der Immunisierung mit unterschiedlichen Myelinbestandteilen herrühren:
Im Gegensatz zu dem Gesamtmyelin produziert die Immunisierung mit MBP eine nicht
demyelinisierende Form von EAE; f. Demonstration, dass Demyelinisierung antikörpervermittelt
ist, aber ebenfalls eine enzephalitogene T-Zell-Reaktion erfordert, um den Zugang
der Autoantikörper zu dem Nervensystem zu erleichtern; und g. eine Schlüsselrolle
des Myelin-Oligodendrozyt-Glykoproteins (MOG) bei der Plaquebildung: adoptive Übertragung
von Anti-MOG-Antikörpern bei nicht demyelinisierender MBP-EAE reproduziert
eine voll entwickelte MS-ähnliche Symptomatik.
Die hoch immunogenen Eigenschaften von MOG (< 0,05 % des gesamten
Myelinproteins) können mit seinem extrazellulären Standort auf den äußersten
Lamellen der Myelinscheide zusammenhängen, wo es dem pathogenen Antkörper
in dem Kontext einer Störung der Blut-Hirn-Schranke durch enzephalitogene T-Zellen
zugänglich ist. Das C. jacchus-Modell erlaubt präzise Identifizierung
zellulärer und humoraler Immunreaktionen, die zu einer MS-Läsion bei einer
Art mit Immun- und Nervensystemgenen führen, die zu Menschen 90-95 % homolog
sind. Die Relevanz dieses Modells für MS bei Menschen wird durch die kürzliche
Erkenntnis über starke T-Zell- und Antikörperreaktionen auf MOG bei MS-Patienten
hervorgehoben.
WO 95/07096 offenbart Verfahren zum Behandeln von MS unter Verwendung
von MOG.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die Erfindung stellt die Verwendung eines Myelin-Oligodendrozyt-Glykoprotein(MOG)-Polypeptid-spezifischen
Antikörperfragments, das keinen funktionellen Fc-Abschnitt
aufweist, für die Herstellung eines Medikaments zur Inhibierung einer Demyelinisierung,
welche mit der Bindung eines Autoantikörpers an ein MOG-Polypeptid verbunden
ist, durch das Verabreichen des Antikörperfragments an einen Wirt, der für
eine pathogene Bindung zwischen MOG-Polypeptid und Autoantikörper anfällig
ist, bereit.
Das Medikament kann ferner ein MOG-tolerogenes T-Zell-Epitop beinhalten.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich somit auf die Inhibierung einer
pathogenen Bindung eines Autoantikörpers an ein Autoantigen, wobei die Bindung
zwischen Autoantigen und Autoantikörper mit einer demyelinisierenden Krankheit
des zentralen oder peripheren Nervensystems verbunden ist. In einer besonderen Ausführungsform
ist die Krankheit mit einer pathogenen Autoantikörperbindung, wie etwa MS,
Lupus, Arthritis oder Diabetes verbunden. In genaueren Ausführungsformen ist
das Autoantigen ein MOG-Autoantigen, und das Fragment ist ein F(ab')2-Fragment.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Inhibieren der mit
der Bindung eines Autoantikörpers an ein MOG-Polypeptid verbundenen Symptomatik,
wie sie bei MS auftritt. Dies beinhaltet das Verabreichen einer effektiven Menge
einer Zusammensetzung, die ein MOG-Polypeptid-spezifisches Antikörperfragment
beinhaltet, das keinen funktionellen Fc-Abschnitt aufweist und ausreicht, um das
MOG-Polypeptid spezifisch zu binden und die Bindung des Autoantikörpers an
das MOG-Polypeptid kompetitiv zu inhibieren, an einen Wirt, der für eine pathogene
Bindung zwischen MOG-Polypeptid und Autoantikörper anfällig ist, wodurch
die Symptomatik inhibiert wird. In einer besonderen Ausführungsform wird das
Fragment aus der Gruppe, bestehend aus Fv, F(ab')2, F(ab), F(ab)2
und Fragmenten davon, ausgewählt.
Die Zusammensetzungen umfassen pharmazeutische Zusammensetzungen,
die ein MOG-Polypeptid-spezifisches Antikörperfragment beinhalten, das ausreicht,
um ein natürliches MOG-Polypeptid spezifisch zu binden und die Bindung eines
Antikörpers an das MOG-Polypeptid kompetitiv zu inhibieren, wobei das Fragment
keinen funktionellen Fc-Abschnitt beinhaltet, und einen pharmazeutisch akzeptablen
Träger. Die Zusammensetzungen können ebenfalls ein MOG-tolerogenes T-Zell-Epitop
beinhalten, das Toleranz hervorruft und synergistisch mit dem Antikörperfragment
wirkt, um die Symptomatik zu inhibieren.
Wie hierin verwendet, bezieht sich der Begriff „Antikörper"
auf rekombinierte Immunproteine wie etwa T-Zell-Antigen-Rezeptoren und Immunoglobuline,
wie auch auf chimäre, humanisierte oder andere rekombinante Antikörper.
Wie hierin verwendet, bezieht sich der Begriff „Antikörperfragment"
auf Fragmente von Antikörpern wie etwa Fab, Fab', F(ab)2, F(ab')2
und Fv oder jede beliebige Kombination davon. Fv und Fragmente davon können
einwertig oder zweiwertig sein. Fv ist auf dem Stand der Technik ebenfalls als ein
minimales Antikörperfragment bekannt. Verfahren zur Fertigung von Antikörperfragmenten,
insbesondere F(ab'), sind auf dem Stand der Technik bekannt. (Siehe zum Beispiel
Harlow und Lane, Antibodies: A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory,
New York (1988)). Zum Beispiel können F(ab), Fv usw. ebenfalls durch rekombinante
Technologie produziert werden.
Wie hierin verwendet, bezieht sich „andere als natürliche
MOG-angrenzende Reste von Menschen oder Weißbüscheläffchen" auf alles
andere als Reste, die an die erwähnten Peptide in den arteigenen Proteinen
natürlich angrenzen. Zum Beispiel umfassen andere als natürliche angrenzende
Reste keine angrenzenden Reste oder angrenzende Reste, die sich von dem unterscheiden,
was natürlicherweise an das erwähnte Peptid angrenzt.
MOG wurde ursprünglich durch den monoklonalen Antikörper
8.18.C5 von Mäusen identifiziert, der gegen zerebellare Glykoproteine von Ratten
aufgebracht wurde. Es handelt sich um ein in geringen Mengen vorliegendes Protein,
das lediglich 0,01 bis 0,05 % der gesamten Myelinproteine repräsentiert und
keine bekannte Funktion innerhalb des ZNS aufweist. MOG ist ein Mitglied der Immunoglobulin(Ig)-Überfamilie
mit einer immunoglobulin-ähnlichen, extrazellulären Domäne, die 121
Aminosäuren beinhaltet, welche eine Glykosylierungsstelle (Asn in Position
31) enthalten, und zwei hoch hydrophoben Regionen, die transmembrane Domänen
repräsentieren könnten, für eine Gesamtlänge von 224 Aminosäuren.
MOG wird weitläufig auf Oligodendrozyt-Zellkörpern und Fortsätzen
exprimiert, vor allem auf den äußersten Schichten der Myelinscheiden,
und kann dem Antikörperangriff möglicherweise leichter zugänglich
sein als intrazytoplasmisches MBP oder intra- und intermembranöses Proteolipidapoprotein
(PLP). Bei allen untersuchten Arten, einschließlich C. jacchus, genügt
die glykosylierte, rekombinante extrazelluläre Domäne von MOG (rMOG),
die hoch konserviert ist, zum Sensibilisieren von Tieren für EAE. Wir haben
minimale T-Zell- und B-Zell-Epitope identifiziert, die die Reste 28-36, 13-21, 62-74,
27-34 oder 40-45 umfassen; natürliche MOG-Sequenzen bei Menschen und Ratten
sind auf dem Stand der Technik bekannt; natürliches MOG bei Weißbüscheläffchen
ist identisch mit dem von Menschen, abgesehen von den folgenden Substitutionen:
9S, 13Q, 19A, 20A, 42S, 60E, 75D, 84K, 91P, 112Q, 137F, 148Y und
151H.
Die Immunreaktion bei Autoimmunkrankheiten kann sowohl zelluläre
als auch humorale Komponenten besitzen. Unsere Daten zeigen an, dass die folgende
Sequenz an Vorgängen bei der Autoimmun-Demyelinisierung des ZNS zu einer Zerstörung
von Myelin führt:
- 1) Vakuolisierung von Myelin, die von löslichen Mediatoren (Zytokinen,
Antikörpern, freien Radikalen) und/oder zellulärer Zytotoxizität
verursacht wird. Ein Muster eines Intramyelin-Ödems, das ähnlich diesem
ist, wurde ebenfalls zuvor in dem ZNS von Ratten beobachtet, die mit Triethylzinnsulfat
vergiftet wurden, und interessanterweise waren diese Änderungen umkehrbar.
- 2) Umwandlung von vakuolisiertem Myelin in Netze kleiner Vesikel, die durch
2-3 Schichten veränderten Myelins mit einer reduzierten Periodizität (5-6
nm) getrennt sind. Diese drastische Umwandlung scheint mit der Ablagerung von MOG-spezifischem
IgG verbunden zu sein und antikörpervermittelte Schäden, möglicherweise
aufgrund einer Komplementaktivierung, oder eine durch Makrophagen, die unveränderlich
mit vesikulärer Myelinstörung verbunden sind, vermittelte antikörperabhängige
Zytotoxizität, zu reflektieren. Es ist anzunehmen, dass die anfängliche
vakuoläre Läsion die Myelin-Membranen zugänglich zu einem Angriff
durch Autoantikörper macht.
- 3) Aktivierung von Makrophagen, die zu rezeptorvermittelter Phagozytose der
blasigen nekrotischen Myelin-Zelltrümmer führt. Dieser Mechanismus wurde
zuvor bei MS und bei EAE demonstriert, wobei IgG als ein Ligand zwischen den nekrotischen
Myelin-Zelltrümmern und den Fc-Rezeptoren in clathrinbeschichteten Vertiefungen
auf der Oberfläche der Makrophagen gedient hat. Diese Stufe der Läsionspathogenese
kann unabhängig von der Spezifität der Antikörper sein, obwohl sie
antikörpervermittelt ist.
Wie gerade oben umrissen, ist zum Beispiel die entzündliche Komponente
bei MS T-zellvermittelt, während die demyelinisierende Komponente B-zellvermittelt
zu sein scheint. Somit sollten sich effektive Behandlungen gegen beide Komponenten
richten.
Zusammensetzungen, die die immundominanten Epitope von MOG beinhalten,
werden beschrieben. Die Aufhebung der peripheren T-Zell-Reaktion durch ein Tolerisierungsprotokoll
an dem extrazellulären Abschnitt von rekombinantem MOG (aa 1-125) (rMOG; rMOG
beinhaltet die Reste 1-125 des extrazellulären Aminoterminus von MOG, der durch
MRGS an dem NH2-Terminus ausgedehnt ist, und ASES(H)6 an den
COOH-Terminus) stellt die Basis für die epitopabgeleiteten Peptidzusammensetzungen
bereit. Das Mapping der kritischen MOG-Epitope (einschließlich 26-38 und 64-72)
wurde durch Klonen von T-Zellen von rMOG-immunisierten Tieren und durch Analysieren
von T-Zell- und Antikörperreaktionen auf kurze Peptide von MOG bei rMOG-immunisierten
Weißbüscheläffchen erreicht.
Das Mapping der Antikörperreaktion auf MOG bei C. jacchus zeigt
eine eingeschränkte Heterogenität an Epitop-Erkennung durch Antikörper
an. Wir haben unter Verwendung linearer Peptide Regionen von MOG identifiziert,
an die sich demyelinisierende Antikörper anhaften. Die arteigenen polyklonalen
Serumantikörper bei rMOG-immunisierten Weißbüscheläffchen werden
gegen 4 diskrete Epitope entlang der Aminosäuresequenz aa 13-21, 28-34, 40-45,
65-74 oder kürzerer Sequenzen, von denen die meisten artenübergreifende
konservierte Sequenzen sind, geleitet. Diese Peptide unterscheiden sich von denen,
die bislang als Antikörper-Epitope bei Nagetieren (aa 35-55) identifiziert
wurden, sie binden sich jedoch an Antikörper, die innerhalb des Netzes blasigen
Myelins bei akuten Läsionen von MS beim Menschen gegenwärtig sind, wie
in den Beispielen unten gezeigt. Da die meisten Antikörper im Allgemeinen diskontinuierliche
Epitope auf Proteinen erkennen, stellt unsere Analyse-Methodologie die Kenntnis
der Struktur von MOG bereit, die benötigt wird, um das antigene Repertoire
von demyeliniesierenden Antikörpern bei dem C. jacchus und bei Menschen vollständig
zu definieren. Kombinatorische Bibliotheken wurden dann gefertigt, um F(ab')2-Fragmente
mit hoher Affinität zu MOG zu erzeugen, die die Fähigkeit besitzen, mit
pathogenem IgG zu konkurrieren und komplementvermittelte und antikörperabhängige
zelluläre Zytotoxizität zu inhibieren. Diese F(ab')2-Fragmente
wurden alleine und in Kombination mit T-zelltolerogenen Peptiden auf ihre Fähigkeit
untersucht, die Krankheit bei C. jacchus zu verhindern und zu behandeln.
Ein kürzlich identifizierter Patient mit einer fortschreitenden
Rückenmarkserkrankung in Verbindung mit einer monoklonalen IgG-Gammopathie,
die auf MOG reagiert, bot ein einzigartiges Beispiel der pathophysiologischen Konsequenzen
einer Anti-MOG-Antikörperreaktion in einem natürlichen Experiment. Der
menschliche monoklonale Antikörper wurde adoptiv auf einen C. jacchus mit nicht
demyelinisierender EAE übertragen. Im Anschluss an die adoptive Übertragung
entwickelte das Weißbüscheläffchen eine Demyelinisierung. Die Übertragung
von menschlichem IgG bei dieser Art wird gut toleriert, und die Blockier-Fähigkeit
von F(ab')2-Fragmenten wird in dem adoptiven Übertragungssystem
demonstriert. Die Antikörperfragmente bewahren ihre Fähigkeit, antigene
Epitope zu erkennen, besitzen jedoch nicht die Fähigkeit, das Komplement zu
aktivieren oder Makrophagen zu binden, sie umhüllen das Autoantigen, so dass
die endogenen Autoantikörper unfähig sind, eine pathologische Ebene zu
binden.
Bei der Vorbereitung der pharmazeutischen Zusammensetzungen kann eine
Vielfalt von Arzneiträgern und Bindemitteln und Verabreichungsrouten verwendet
werden, wie dem erfahrenen Fachmann ersichtlich sein wird. Repräsentative Formulierungstechnologie
wird inter alia in Remington: The Science and Practice of Pharmacy, 19. Auflage,
Mack Publishing Co., Easton, Pennsylvania, 1995; z. B. Goodman & Gilman's The Pharmacological
Basis of Therapeutics, 9. Auflage, 1996, McGraw-Hill gelehrt.
Beispiele
Die folgenden Beispiele werden geboten, um diese Erfindung darzustellen,
und sollten nicht so ausgelegt werden, dass sie den Bereich dieser Erfindung einschränken.
Wir zeigen, dass Antikörper gegen MOG, die eine Demyelinisierung
bei Weißbüscheläffchen verursachen, chemisch modifiziert und als
therapeutische Werkzeuge verwendet werden können, um die Bindung eines pathogenen
Antikörpers aus dem wirklichen Leben kompetitiv zu blockieren. Dies wird durch
enzymatische Verdauung erreicht, z. B. mit Pepsin, das den intakten Antikörper
in eine großes Fragment (F[ab']2), welches die Stellen enthält,
die sich an das Zielantigen (MOG) binden, und kleinere Fragmente, die den Fc-Abschnitt,
einen Abschnitt von Antikörpern, der dafür bekannt ist, dass er Rezeptoren
für Systeme wie etwa Komplement und Makrophagen enthält (ebenfalls dafür
bekannt, viele pathogene oder zytotoxische Eigenschaften von Antikörpern zu
vermitteln) umfassen, spaltet. Somit bewahrt das F(ab')2 die Kapazität,
sich an MOG in dem Gehirn zu binden, ist aber ohne Kapazität, Komplement oder
Makrophagen mit Fc zu aktivieren, und verbirgt MOG, das andernfalls von den pathogenen
Antikörpern erkannt wird. In einem besonderen Beispiel wurde ein Paar Weißbüscheläffchen
zuerst mit MBP (nicht demyelinisierend) für EAE sensibilisiert, dann wurden
beiden intravenöse demyelinisierende Antikörper (monoklonale 8.18.C5 von
Mäusen) gegen MOG gegeben. Gleichzeitig erhielt ein Tier (Kontrolle) eine Placebo-F(ab')2-Injektion,
und das andere erhielt F(ab')2-Fragmente, die aus demselben demyelinisierenden
Antikörper zubereitet wurden. Das Kontrolltier zeigte eine Verschlimmerung
der klinischen Befunde von EAE, und das experimentelle Tier tat dies nicht. Die
Tiere wurden 3-5 Tage später gopfert und die Gewebestruktur des Gehirns und
des Rückenmarks eingeholt. Das Kontrolltier wies Anzeichen für demyelinisierende
Läsionen auf, und das experimentelle Tier wies Läsionen mit Entzündung
(zelluläre Infiltration), aber keine Demyelinisierung (keine Myelin-Zerstörung)
auf. Dieses Experiment zeigt, dass Weißbüscheläffchen durch MOG-spezifische
F(ab')2-Fragmente vor antikörpervermittelter Demyelinisierung geschützt
werden können.
Komplementäre Experimente des oben Genannten zeigen an, dass
ein derartiges therapeutisches Prinzip von F(ab')2- oder F(ab')-Fragmenten
für MS bei Menschen oder ähnliche Erkrankungen hilfreich sein könnte:
Antikörper gegen MOG sind innig mit aktiven Läsionen von MS verbunden,
wo morphologische Anzeichen für die laufende Zersetzung von Mylin (siehe „Identifizierung
von Autoantikörpern, die mit Demyelinisierung bei multipler Sklerose verbunden
ist" unten) vorhanden sind. In dieser Arbeit werden die Epitope von MOG, die von
Weißbüscheläffchen erkannt werden, zum ersten Mal offenbart, und
diese Information wird verwendet, um Goldkonjugate als Immunsonden zu konstruieren,
um die Gegenwart von MOG-spezifischen Autoantikörpern in sowohl Primaten-Geweben
als auch menschlichen Geweben zu identifizieren.
Induktion von EAE bei Weißbüscheläffchen. EAE wurde
in Weißbüscheläffchen induziert wie von Genain et al. (1999) Nature
Medicine 5, 170-175 beschrieben. Sechs Weißbüscheläffchen wurden
aktiv mit 50 bis 100 &mgr;g von rekombinantem Ratten-MOG sensibilisiert, das in
100 &mgr;l phosphatgepufferter Kochsalzlösung aufgelöst und mit einem
gleich großen Volumen an komplettem Freund-Adjuvans (CFA), das 3 mg/ml abgetötetes
Mycobacterium tuberculosis (h37Ra; DIFCO, Detroit, Michigan) enthielt, emulgiert
wurde. Die MOG/CFA-Emulsion wurde mit einem Gesamtvolumen von 0,2 ml an vier Injektionsstellen
intradermal in die Skapula- und Hüftregionen gegeben. An dem Tag der Immunisierung
mit MOG/CFA wurden 1 × 1010 inaktivierte Bordetella pertussis-Organismen
in 2,5 ml isotonischer Kochsalzlösung intravenös gegeben, und die Dosis
wurde 2 Tage später wiederholt. Zum Vergleich wurden 4 Weißbüscheläffchen,
die mit 200 mg ganzer weißer Hirn- und Rückenmarkssubstanz (WM)/CFA und
B. pertussis sensibilisiert wurden, zwischen 18 und 39 Tagen nach der Immunisierung
untersucht. MOG-sensibilisierte Weißbüscheläffchen wurden für
bis zu 93 Tage nach der Immunisierung behalten. Tiere, die entweder mit WM oder
mit MOG sensibilisiert wurden, zeigten innerhalb von 21 Tagen Immunisierung Zeichen
von EAE auf. Die Tiere wurden durch intrakardiale Perfusion unter tiefer Anästhesie
18 bis 93 nach der Immunisierung geopfert.
MS-Gewebe von Menschen. Menschliche ZNS-Gewebe wurden von 3 Testpersonen
mit MS durch Biopsie oder Autopsie (8 Wochen, 11 Jahre und 17 Jahre nach der Diagnose)
erhalten. Patient 1 war eine 18-jährige weiße Frau mit einer 3-monatigen
Vorgeschichte sich akut entwickelnder rechtsseitiger Hemiplegie, Sinnesverlust und
Spastik. Eine computertomographische Abtastung deckte WM-Hypodensität in der
linken parieto-okzipitalen Region auf. Eine Gehirn-Biopsie wurde für die neuropathologische
Evaluierung durchgeführt. Die resultierende Diagnose waren aktiv demyeliniesierende,
entzündliche, ödematöse Läsionen kürzlichen
Ursprungs, typisch bei fulminanten, entzündlichen demyelinisierenden Leiden,
entsprechend akuter MS.
Patient 2 war eine 31-jährige weiße Frau mit einer 8-jährigen
Vorgeschichte chronischer fortschreitender MS, gekennzeichnet durch Taubheit und
Schwäche der Glieder, Gangstörung, Harninkontinenz, Tremor, Nystagmus
und verschwommenes Sehvermögen. Schlussendlich war die Patientin an den Rollstuhl
gebunden, entwickelte Anfälle und Aspirationspneumonie und starb. Eine Autopsie
wurde innerhalb von 1,5 Stunden post mortem durchgeführt. Eine neuropathologische
Untersuchung deckte eine Dominanz kleiner (3-5 mm), verbreiteter, kürzlicher,
intensiv entzündeter, ödematöser, demyelinisierender Läsionen
sowie großer, etablierterer Plaques mit fibröser Astrogliose und gut demarkierten
Grenzlinien auf.
Patient 3 war eine 34-jährige weiße Frau mit einer Vorgeschichte
von rezidivierender remittierender MS für 10 Jahre nach der anfänglichen
Diagnose im Alter von 20. Die Krankheit trat während der letzten 7 Jahre ihres
Lebens in einen chronischen fortschreitenden Verlauf. Zu dem Zeitpunkt ihres Todes
wies die Patientin bilaterale Optikusatrophie, internukleäre Ophthalmoplegie,
spastische Paraparese und gemäßigte Gliedataxie auf. Die Todesursache
war Atmungsversagen. Eine Autopsie wurde 4 Stunden post mortem durchgeführt.
Die Neuropathologie dieses Falls deckte intensiv entzündliche, ödematöse,
aktiv demyelinisierende Läsionen kürzlichen Ursprungs sowie aktive chronisch
demyelinisierte Läsionen auf.
Gewebevorbereitung zur Analyse. Zu der Zeit der Probenahme wurden
Tiere unter Pentobarbitalanästhesie durch intrakardiale Perfusion mit 200 ml
phosphatgepufferter Kochsalzlösung, gefolgt von 150 bis 200 ml kaltem PO4-gepuffertem
2,5-prozentigem Glutaraldehyd geopfert. Zwei MOG-sensibilisierte Weißbüscheläffchen
wurden während der akuten Phase der Krankheit (14-16 Tage nach der Immunisierung)
erprobt, 3 wurden nach der akuten Phase, entweder während der Rezidive oder
der Remission (23, 25 und 27 Tage nach der Immunisierung) genommen, und 1 wurde
nach zwei Rezidiven 93 Tage nach der Immunisierung untersucht. Die 4 mit ganzem
WM sensibilisierten Tiere wurden 18, 30, 30 und 39 Tage nach der Immunisierung nach
akutem Ausbruch, aber vor dem Rezidiv untersucht. Aus den glutaraldehydperfundierten
Tieren wurde das ZNS entnommen und eine routinemäßige Neuropathologie
auf mit Formalin nachfixiertem, paraffineingebettem Material durchgeführt,
das mit Hematoxylin und Eosin, Lusol Fast Blue (für Myelin) und der Versilberungstechnik
nach Bodian (für Axone) gefärbt war.
Für eine Analyse der Feinstruktur von Weißbüscheläffchen-Geweben
wurden 1-mm-Scheiben aus dem Sehnerv, den Gehirnhälften, dem Kleinhirn, dem
Gehirnstamm, dem Knochenmark und dem Rückenmark bei C7, T3, L2, L5, L6 und
L7 entnommen. Zusätzlich dazu wurden Proben aus den Rückenmarksnervenwurzeln
und den Ischiasnerven genommen. Die Scheiben des glutaraldehydfixierten Gehirngewebes
wurden zu flachen Rechtecken (~ 4 × 6 mm) zurechtgeschnitten, und das Rückenmark
wurde in ganzen Scheiben belassen. Aus den 3 Fällen von MS, die in Beispiel
2 beschrieben wurden, wurden kleine Stücke von Biopsie-Gewebe oder Scheiben
von autopsiertem ZNS-Material, 3 bis 5 mm dick, 4 bis 24 Stunden lang bei 4 °C
immersionsfixiert, dann in dünne 1-mm-Scheiben auf 3 bis 5 mm Durchmesser geschnitten.
Glutaraldehydfixierte Gewebe wurden dann in PO4-gepuffertem 1-prozentigem
OsO4 1 Std lang auf Eis nachfixiert. Die Proben wurden entwässert,
in Propylenoxid gereinigt und flach in Epoxidharz eingebettet. Dünne (1 &mgr;m)
Teilabschnitte von epoxid-eingebettetem Gewebe wurden für eine Licht-Mikroskopie
(LM) zubereitet und mit Toluidinblau gefärbt oder für die Immunocytochemie
zur Reaktion gebracht. Für die Elektronenmikroskopie (EM) wurden Teilabschnitte
auf Kupfergittern platziert, mit Blei- und Uransalzen (Bleizitrat und Uranylazetat)
kontrastiert, mit Kohlenstoff beschichtet und in einem Siemens 101 oder Hitachi
H 600-S abgetastet.
Ultrastrukturelle Muster von Demyelinisierung sind bei C. jacchus-EAE
und bei akuten MS-Plaques identisch. ZNS-Gewebe von 6 C. jacchus-Pinseläffchen
mit MOG-induzierter EAE und von 3 menschlichen Testpersonen mit MS, die alle akute
Läsionen zeigten, wurden durch Elektronenmikroskopie (EM) untersucht. Bei Weißbüscheläffchen-EAE
waren große demyelinisierte Plaques bis zu einigen mm Durchmesser im ganzen
ZNS verteilt, immer auf Venulen zentriert und durch perivaskuläre Entzündung
und einen hervortretenden Rand, entlang dem viele myelinisierte Nervenfasern vakuolisierte
Myelinscheiden aufzeigten, gekennzeichnet. Dieses typische Muster einer Myelinvakuolisierung
resultierte aus der Erweiterung individueller Myelinscheiden aufgrund interlamellarer
Spaltung und Schwellung, wobei das Axon zu einer Seite, die von einigen Schichten
intakten Myelins umgeben war, versetzt war. Mikrographische Darstellungen, die den
Sehnerv eines Tieres mit akuter EAE, die durch Immunisierung mit 50 &mgr;m von
rekombinatem Ratten-MOG in dem Adjuvans induziert wurde, das 3 Tage nach Beginn
klinischer Befunde geopfert wurde, zeigen, demonstrierten die Gegenwart großer
Intramyelin-Vakuolen an dem Perimeter einer demyelinisierten Läsion, wobei
die Axone andernorts von normal erscheinenden Myelinscheiden umgeben waren.
Zwischen dem Läsionszentrum und dem Rand war eine breite Zone
von Demyelinisierung, die mit nekrotischen Myelin-Zelltrümmern
beladene Makrophagen enthielt. Die auffälligste Erkenntnis war die Gegenwart
großer Anzahlen an Axonen innerhalb der demyelinisierten Zone, die von Aggregaten
zerstörten Myelins umgeben waren, das als ein erweitertes Netz neu angeordnet
war. Diese Axone wurden lateral versetzt, als das Membrannetz allmählich von
dem Axon dissoziiert und von den anrenzenden Makrophagen aufgenommen wurde.
Die Demyelinisierung von Fasern bei akuter MS war mit der, die bei
der Weißbüscheläffchen-EAE gesehen wurde, strukturell identisch,
wobei das demyelinisierte Axon innerhalb eines Membrannetzes von Myelin lag. Andernorts
in dem ödematösen Parenchym kamen frei schwebende Aggregate von nekrotischen
Myelin-Zelltrümmern häufug vor. Elektronenmikroaufnahmen von Gewebe, das
aus einer Biopsie der subkortikalen weißen Hirn- und Rückenmarkssubstanz
einer 18-jährigen Patientin mit einer 8-wöchigen Vorgeschichte neurologischer
Anzeichen, Hypodensität von weißer Hirn- und Rückenmarkssubstanz
auf einem MRI-Bild und eine Diagnose akuter MS genommen wurde, zeigten Myelin um
Axone, die in ein vesikuläres Netz, ähnlich dem oben beschriebenen, transformiert
waren. Fibröse Astrogliafortsätze, nackte Axone und eine reaktive amöboide
Mikroglia-Zelle (unten) wurden ebenfalls identifiziert. Eine hochauflösende
Analyse der Myelinnetze bei sowohl Weißbüscheläffchen-EAE als auch
menschlicher MS deckte Vesikel auf, die im Vergleich zu intaktem Myelin in normalem
Gewebe von 2 oder 3 Schichten lose verdichteter Membranen mit einer reduzierten
Periodizität (5-6 nm) umgeben waren.
MOG-spezifische Autoantikörper sind bei der C. jacchus-EAE-Läsion
mit Myelin-Vesikulation verbunden. MOG ist ein in geringen Mengen vorliegendes Myelinprotein
(weniger als 0,05 % des totalen Myelinproteins) mit einer immunoglobulin(Ig)-ähnlichen
extrazellulären Domäne, die in Fülle auf der äußersten
Schicht der Myelinscheiden exprimiert wird, was sie Antikörperangriffen zugänglich
machen kann. Obwohl gezeigt wurde, dass Autoantikörper gegen MOG Demyelinisierung
bei einigen EAE-Modellen steigern, wurden die detaillierten Wechselwirkungen zwischen
diesen Antikörpern und Myelinmembranen nicht erforscht. Um diese Bindungsstellen
von Autoantikörpern innerhalb demyelinisierender Läsionen zu identifizieren,
haben wir an gefrorenem und epoxideingebettetem Weißbüscheläffchen-ZNS-Gewebe
mit goldmarkiertem anti-menschlichem IgG-Antikörper (kreuzreaktiv mit Weißbüscheläffchen-IgG)
gefolgt von Silberverstärkung Immunocytochemie durchgeführt.
Zur Demonstration antigen-spezifischer Autoantikörper bei Weißbüscheläffchen-
und menschlichem MS-Gewebe in situ wurde eine Auswahl an myelin-bezogenen und Kontrollpeptiden
direkt an Immunogold gekoppelt und auf Gewebeteilabschnitte aufgetragen. Immunogoldmarkierung
wurde auf ultradünnen Teilabschnitten gefrorener oder fixierter Gewebe durchgeführt.
Goldkonjugate wurden aus (1) drei MOG-Peptiden (Aminosäuren [aa] 1-20, aa 21-40
und aa 41-60 von menschlichem MOG) mit bekannter enzephalitogener Aktivität
bei Weißbüscheläffchen; (2) einem MOG-Peptid, das sich als nicht
enzephalitogen bei Weißbüscheläffchen erwies (aa 101-120); (3) einem
menschlichen Myelinbasisprotein(MBP)-Peptid (aa 82-101), das enzephalitogen bei
Weißbüscheläffchen und immundominant bei Menschen mit dem DR2-Haplotyp
ist; und zur Kontrolle (4) einem Peptid eines Serumalbumins der Maus (MSA; aa 560-574)
zubereitet. Peptide, die menschliche MOG-Subsequenzen aufwiesen, wurden unter Verwendung
der Standard-Fmoc-Chemie synthetisiert und durch HPLC (Research Genetics Inc., Huntsville,
Alabama) gereinigt (> 95 %): MOG 1-20, MOG 21-40, MOG 61-80, MBP 82-101 und MSA
560-574. Die Goldkonjugate wurden unter Verwendung eines Monosulfo-N-Hydroxysuccinimid-Nanogold-markierenden
Reagens (Partikeldurchmesser 1,4 nm) gemäß den Anweisungen des Herstellers
(Nanoprobes, Stonybrook, New York) synthetisiert, gefolgt von einer umfangreichen
Dialyse, um nicht umgesetzte Peptide zu entnehmen. Immunreaktivität wurde auf
1-&mgr;m-Epoxidteilabschnitten des Rückenmarksgewebes von Weißbüscheläffchen
und aktiven MS-Läsionen nachgewiesen. Dafür wurden Teilabschnitte mit
Natriumethylat geätzt, in PO4-gepufferter Kochsalzlösung, die
0,05 % Triton X-100 enthielt, equilibriert und mit 10 % normalem Kaninchenserum
blockiert. Die Teilabschnitte wurden mit Peptid-Immunogoldkonjugaten (1:100 in Puffer)
2 Stunden lang bei Raumtemperatur inkubiert. Nach dem Waschen wurde der Nachweis
durch Verwendung von Silberverstärkung (Nanoprobes) durchgeführt. Die
Teilabschnitte wurden mit Toluidinblau gegengefärbt. Für den Nachweis
von IgG wurden die Teilabschnitte mit goldmarkiertem anti-affen- oder antimenschlichem
IgG (Nanoprobes) bei 1:100 zur Reaktion gebracht.
Als Kontrollen wurden Teilabschnitte entweder mit unmarkierten enzephalitogenen
MOG-Peptiden oder MBP vorbehandelt, um die Reaktion zu blockieren, mit unmarkierten
nicht enzephalitogenen MOG-Peptiden (aa 101-120) vor dem Auftragen der Goldkonjugate
zur Reaktion gebracht oder mit goldmarkierten irrelevanten Antigenen (Histone oder
MSA) oder irrelevantem IgG (anti-Ziege) behandelt. Die Spezifität des Markierens
mit den Goldkonjugaten enzephalitogener MOG-Peptide wurde ebenfalls in Westernblots
bewertet, wobei das MOG-Protein zuerst mit immunem Weißbüscheläffchenserum
zur Reaktion gebracht wurde. Vollständige Details der Versuchs- und Kontrollreagenzien,
die verwendet werden, um die Spezifität der Immunreaktivität zu bestimmen,
können in Genain et al., Nature Med. 5: 170-175 (1999) gefunden werden.
Teilabschnitte aus der Lumbalregion des Rückenmarks der Tiere
wurden eingeholt. Die positive Reaktivität (braune Färbung) von blasigem
Myelin um Axone (Pfeile) zeigten die Gegenwart von IgG an. Nicht demyelinisierende
Axone wurden nicht gefärbt. Positive Reaktivität für IgG wurde spezifisch
über den blasigen Netzen von zerstörtem Myelin, das die Axone umgab, gefunden.
Im Anschluss daran identifizierten wir die Zielantigene, die von diesen
Immunoglobulinen gebunden wurden, durch das Auftragen von immunogoldmarkierten Konjugaten
ausgewählter Peptide von MOG und Myelinbasisprotein (MBP). Diese Myelinantigene
wurden direkt mit den Goldpartikeln auf ihren primären NH2-Resten
markiert und wurden verwendet, um antigenspezifische Autoantikörper in situ
nachzuweisen. Mit dieser Technik wurden drei separate goldkonjugierte Peptide von
MOG über die Netze von integrierenden Myelinscheiden in einem Muster ähnlich
dem, dass für goldkonjugiertes Anti-IgG beobachtet wurde, co-lokalisiert.
Diese Peptide enthielten die Aminosäuresequenzen von MOG, die
von demyelinisierenden Antikörpern, die sich in dem Serum von MOG-immunisierten
Weißbüscheläffchen (aa 1-20, aa 21-40 und aa 61-80) entwickeln, erkannt
werden. Das verwendete goldkonjugierte MOG-Peptid (aa 21-40) weist eine Sequenz
auf, die artübergreifend konserviert ist. MOG-reaktive Tröpfchen wurden
ebenfalls in umgebenden Makrophagen gesehen, wobei sie die Gegenwart von internalisierten
nekrotischen Myelin-Zelltrümmern anzeigen, an die der Anti-MOG-Antikörper
gebunden wurde. Positive Reaktivität mit dem markierten Antigen zeigte die
Gegenwart des MOG-spezifischen Antikörpers in situ auf vesikulärem Myelin
um Axone und auf nekrotischen Myelin-Zelltrümmern innerhalb des extrazellulären
Raumes und der Makrophagen an. Normales Myelin (um die Mehrheit der Fasern) wurde
nicht gefärbt.
Im Gegensatz dazu haben goldmarkierte Konjugate eines Peptids, das
ein immundominantes Epitop von menschlichem MBP (aa 82-101, bei Primaten artenübergreifend
konserviert), und eines Kontrollpeptids eines Serumalbumins der Maus (MSA, aa 560-574)
enthält, Myelinmambranen oder Makrophagen nicht markiert. Somit sind die blasigen
Myelinnetze weder durch das goldkonjugierte Peptid von MBP noch durch das goldkonjugierte
Peptid von MSA gefärbt (Pfeile).
Diese Beobachtungen demonstrieren bei diesem Modell von EAE eines
nicht menschlichen Primaten, dass Antikörper, die spezifisch für MOG sind,
in direktem Kontakt mit den sich zersetzenden Myelinmembranen stehen, und zeigen
an, dass die Bildung der blasigen membranösen Netze von einem lytischen Angriff
durch diese Autoantikörper herrührt.
MOG-spezifische Autoantikörper sind mit Myelin-Vesikulation bei
Läsionen von akuter MS bei Menschen verbunden. Im Anschluss daran erforschten
wir mit ähnlichem Immunogoldmarkieren die Gegenwart von MOG- und MBP-spezifischen
Autoantikörpern im ZNS-Gewebe, das bei einer Biopsie oder Autopsie von Patienten
mit MS erhalten wurde. Wie bei der Weißbüscheläffchen-EAE markierte
goldkonjugiertes Anti-IgG die mambranösen Myelinnetze um einzelne demyelinisierende
Axone, zusammen mit Tröpfchen nekrotischer Myelin-Zelltrümmer, die durch
das Paremchym verstreut sind. IgG ist entlang der zersetzten Myelinscheide eines
Axons (Pfeil), das im Längsschnitt geschnitten ist, lokalisiert; (as), Zytoplasma
eines hypertrophierten Astrozyten, (ol), tangentialen Teilabschnitt eines Oligodendrozyten.
Dicht gefärbte, IgG-beschichtete nekrotische Myelin-Zelltrümmer sind in
dem Parenchym und in 3 Makrophagen (wahrscheinlich amöboide Mikroglia) sichtbar.
Zusätzlich dazu zeigten gelegentliche Plasmazellen positives Färben durch
Anti-IgG. Mit den immunogoldmarkierten Myelinantigen-Konjugaten wurden blasige Myelinnetze
intensiv durch goldkonjugierte MOG-Peptide im mit geringeren Ausmaß durch goldkonjugierte
MBP, aber nicht durch MSA gefärbt.
IgG-Myelin-Komplexe, die mit Goldkonjugaten von MOG und MBP markiert
wurden, waren ebenfalls in Makrophagen, aber nicht in Astrozyten oder Oligodendrozyten
gegenwärtig. Es wurden keine MOG- oder MBP-markierten Plasmazellen angetroffen.
Eine Reaktivität bei Goldkonjugaten wurde nicht bei normal erscheinender weißer
MS-Hirn- und Rückenmarkssubstanz oder um perivaskuläre entzündliche
Manschetten beobachtet. Bei Weißbüscheläffchen, die gegen Gesamtmyelin
immunisiert wurden, wurde ein ähnliches Muster von sowohl Anti-MOG- als auch
Anti-MBP-Ig-Ablagerung beobachtet. ZNS-Gewebe von amyotrophischer Lateralsklerose,
einer anderen neurologischen Erkrankung, die mit Schäden an der weißen
Hirn- und Rückenmarkssubstanz und Makrophagenaktivität verbunden ist,
zeigte keine myelinantigenspezifische Immunogoldreaktivität. Diese Erkenntnisse
identifizieren direkt MOG-spezifische Antikörper in aktiv demyelinisierenden
Läsionen von MS bei Menschen, wobei sie anzeigen, dass, wie bei MOG-induzierter
EAE, diese Autoantikörper bei der Bildung kleiner Vesikel in den zersetzten
Myelinscheiden eine kausale Rolle spielen. Das lösliche Ig und das Ig der B-Zell-Oberfläche
mit Anti-MBP-Spezifität wurden in MS-Gehirngewebe beschrieben, und in der aktuellen
Studie wurde MBP-spezifisches Ig innerhalb der blasigen Myelinnetze in MS-Läsionen
lokalisiert. Obwohl experimentell nicht gezeigt wurde, dass Anti-MBP-Antikörper
die demyelinisierende Symptomatik einleiten, können diese Autoantikörper
separate pathogene Mechanismen wie etwa rezeptorvermittelte Phagozytose durch Makrophagen
und/oder die Präsentation von Myelinautoantigenen zu spezifischen
T-Zellen vermitteln.
Es ist bemerkenswert, dass Autoantikörper ausschließlich
an die kleinen Vesikel, die das Stadium vollständiger Zersetzung der Myelinmembranen
kennzeichnen, und an die nekrotischen Myelin-Zelltrümmer, die in dem extrazellulären
Raum oder in phagozytischen Zellen gegenwärtig sind, gebunden zu sein scheinen.
Interessanterweise wurde in früheren Studien über EAE bei Nagetieren eine
ähnliche, aber weniger umfangreiche Vesikulation von Myelin festgestellt, wobei
dies dort als ein vorrübergehendes frühes Phänomen perzipiert wurde.
Bei dem Weißbüscheläffchen, bei dem Läsionsformation langwierig
ist und sich stets ausdehnt, wurde das zerstörte Myelin jedoch immer wieder
gefunden. Die Vakuolisierung von Myelin in großem Maßstab an dem Läsionsrand
unter normal myelinisierten Fasern trat in der Abwesenheit signifikanter lokaler
zellulärer Infiltration oder IgG-Ablagerung auf und wurde ebenfalls an der
Grenzlinie aktiver MS-Läsionen festgestellt. Diese Änderung der Myelinstruktur
könnte von löslichen Faktoren, die von dem Zentrum der demyelinisierenden
Plaque oder von aktivierten Gliazellen an der Grenzlinie der Läsion diffundieren,
vermittelt werden. Morphologische Änderungen, die diesen großen Vakuolen
ähnlich sind, wurden in myelinisierten ZNS-Kulturen festgestellt, die TNF-Alpha
ausgesetzt wurden, und einem geringeren Grad in Kulturen, die Serum von Tieren mit
EAE und von Testpersonen mit MS ausgesetzt wurden.
Viele der therapeutischen Ansätze, die auf pathogene T-Zell-Reaktionen
bei EAE-Modellen abzielen, sind noch nicht in eine erfolgreiche Behandlung von MS
bei Menschen umgesetzt worden, wobei vermutlich angeregt wird, dass andere Komponenten
des Immunsystems berücksichtigt werden müssen. B-Zell-Reaktionen scheinen
ein Schlüsselfaktor für die Schwere einer klinischen Krankheit und Symptomatik
bei C. jacchus-EAE zu sein. Die aktuellen Ergebnisse unterstreichen die Rolle von
Autoantikörpern bei der weit verbreiteten Zerstörung von Myelin bei MS
und heben hervor, dass bei Krankheiten, die durch T-Zell-Reaktionen eingeleitet
wurden, Antikörper gegen kritische Antigene des Zielorgans für die Entwicklung
von unabänderlichen Gewebeschäden essentiell sind.
In vivo-Verabreichung von MOG-spezifischen F(ab')2-Fragmenten.
Weißbüscheläffchen wurde am 0. Tag 1 mg MBP in CFA, das B. Pertussis
enthielt, verabreicht, wobei nicht demyelinisierende EAE induziert wurde. Am 21.
Tag wurden den Tieren intravenös 0,17 mmol/kg des F(ab')2 aus entweder
8.18.C5, einem monoklonalen Maus-Anti-MOG-Antikörper, oder einem Anti-Influenza-A-(Kontroll-)Antikörper
verabreicht, dann wurden ihnen 0,17 mmol/kg 8.18.C5-Antikörper verabreicht,
gefolgt von einer zweiten intravenösen Verabreichung des ensprechenden F(ab')2
für zwei Stunden. Die Tiere wurden am 35. Tag eingeschläfert. Gewebeproben
wurden zubereitet wie in Beispiel 3 beschrieben. Unter Verwendung einer hochauflösenden
Mikroskopie und von immunogoldmarkierten Peptiden von Myelinantigenen, die fähig
sind, antigenspezifische Antikörper in situ nachzuweisen, haben wir Autoantikörper
identifiziert, die für Myelin/Oligodendrozyt-Glykoprotein (MOG) um individuelle
demyelinisierende Axone in akuten Läsionen von sowohl MS bei Menschen als auch
EAE bei Weißbüscheläffchen spezifisch sind, wobei sie für die
Zersetzung von Myelinscheiden direkt verantwortlich zu sein scheinen. Tiere, die
mit Kontroll-F(ab')2-Fragmenten behandelt wurden, d. h. gegen das Influenza-Antigen
gerichtet, deckten große demyelinisierende Plaques in dem zervikalen Rückenmark
auf, und mit MOG-spezifischen F(ab')2-Fragmenten behandelte Tiere zeigten,
dass die demyelinisierende Aktivität von Anti-MOG-Antikörpern bei Weißbüscheläffchen
abhängig von intakter Frangmentfunktion ist, da sie durch Verabreichung von
MOG-spezifischen F(ab')2-Fragmenten in vivo kompetitiv blockiert werden
kann. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Rolle von myelinspezifischen Autoantikörpern
bei der weit verbreiteten Zerstörung von Myelin bei MS und stellen eine Basis
für eine schützende Therapie bei ZNS-demyelinisierenden Erkrankungen bereit.
Enzephalitogene Epitopbestimmung (MOG) bei MS-ähnlicher Weißbüscheläffchen-EAE.
Bei C. jacchus-Pinseläffchen mit demyelinisierender EAE, die mit rekombinantem
Ratten-MOG (rMOG: extrazelluläre Domäne aa 1-125) induziert wurde, wurden
die genauen Spezifitäten von T-Zell-Reaktivität (proliferative Reaktionen
bei PBMC) und B-Zell-Reaktivität (Serumantikörper) auf MOG unter Verwendung
sich überlappender 15-mer PIN-Peptide (Verschiebungen von 1 und 3), die den
Aminosäuresequenzen von sowohl Ratten- als auch menschlichem MOG entsprechen
(Chiron Mimotopes, San Diego, Kalifornien), serienmäßig geprüft.
Ergebnisse: Alle geprüften Tiere (n = 6) wiesen eine herausragende und anhaltende
T-Zell-Reaktion auf, die auf aa 27-36 beschränkt ist, einer Sequenz, die artübergreifend
vollständig konserviert ist. Ein einzelnes Weißbüscheläffchen
reagierte auf ein zweites T-Zell-Epitop, das innerhalb von aa 62-72 lokalisiert
ist. Serumantikörper-Reaktionen (n = 10), die in 4 unterschiedlichen Regionen
von MOG, einschließlich 2 Hauptepitopen, aa 13-21 und aa 62-74 (100 % bzw.
60 von Tieren) und zusätzlichen Epitopen, abgebildet sind, wurden bei einigen
Tieren (aa 28-36 und 40-45) identifiziert. Weder für T-Zellen noch für
Antikörper bei Tieren mit rezidivierender EAE, die für bis zu 93 Tage
überwacht wurden, wurde eine Epitopausbreitung beobachtet. Schlussfolgerungen:
Enzephalitogene Reaktionen auf MOG bei MS-ähnlicher Weißbüscheläffchen-EAE
scheinen auf eine begrenzte Anzahl an B-Zell- und T-Zell-Epitopen
beschränkt zu sein. Diese Erkenntnisse demonstrieren die Umsetzbarkeit von
spezifischer Immuntherapie für MS bei Menschen.
Nachweisen von B-Zellen mit oberflächengebundenen Antikörpern.
Frühzeitig bei der Immunreaktion weisen B-Zellen auf ihrer Oberfläche
Immunoglobuline auf, die spezifisch mit Antigenen reagieren können. Das B-Zell-Immunoglobulin,
das mit einem Selbstantigen reagiert, kann der erste Schritt in einer Autoimmunkrankheit
sein. Somit kann einen frühzeitigen Nachweis von Autoantikörpern auf der
Oberfläche von B-Lymphozyten das Mittel zum Entwerfen einer Methode einer Behandlung
vor dem Ausbruch von Symptomen bereitstellen.
B-Zellen konstituieren ungefähr 3-5 % von Lymphozyten und wurden
positiv aus frisch isolierten peripheren mononuklearen Blutzellen (PBMC), die unter
Verwendung Anti-CD-19-beschichteter Körner von C. jacchus-Pinseläffchen
mit MOG-induzierter EAE, von Menschen mit MS und von gesunden Kontrollen erhalten
wurden, ausgewählt. Antikörper für jeden anderen geeigneten B-Zell-Marker
können verwendet werden. Objektträger, die 2 × 105 B-Zellen
(> 98 Reinheit) enthalten, wurden mit 1 % Glutaraldehyd fixiert und gewaschen.
Alternativ dazu können nicht fixierte Zellen verwendet werden. Die isolierten
B-Zellen wurden dann mit markierten Immunogoldkonjugaten einer Mischung von elf
überlappenden 20mer-Peptiden, die der Sequenz des NH2-Terminus von
menschlichem MOG (1-120) entsprechen, inkubiert; identische B-Zell-Präparate
wurden mit Kontroll-Polypeptiden, die der Sequenz von Histon- oder MBP-Peptiden
entsprechen, markiert. Objektträger wurden mit Silber verstärkt, und markierte
B-Zellen wurden von zwei unterschiedlichen neutralen Beobachtern gezählt.
B-Zellen, die MOG-spezifische Oberflächenimmunoglobuline exprimieren,
wurden mit goldkonjugierten MOG-Peptiden in PBMC von MOG-immunisierten Weißbüscheläffchen
(n = 8) leicht nachgewiesen. Bei diesen Tieren, die dafür bekannt sind, dass
sie Anti-MOG-Serumantikörper entwickeln, traten zirkulierende MOG-spezifische
B-Zellen mit einer Häufigkeit von ungefähr 1:500 bis zu ungefähr
1:2 000, erhöht von 0-1:10 000 bei gesunden, nicht immunisierten Weißbüscheläffchen
(n = 8) auf. Nicht markierte MOG-Peptide, die im Übermaß hinzugegeben
wurden, inhibierten das Markieren vollständig, und das goldkonjugierte Kontrollprotein
markierte keine B-Zelle. Bei Menschen konnten zirkulierende MOG-spezifische B-Zellen
bei 8 von 17 MS-Patienten (47 %) und bei 9 von 18 gesunden Kontrollen (50 %) nachgewiesen
werden. Die Häufigkeit dieser autoreaktiven B-Zellen reichte von ungefähr
1:11 000 bis ungefähr 1:200 000 B-Zellen, wobei die höchsten Häufigkeiten
bei zwei Patienten mit rezidivierender-remittierender MS (1:16 000 bzw. 1:11 000)
beobachtet wurden.
Dieser Immunogold-Assay weist empfindlich MOG-spezifische B-Zellen
in peripherem Blut nach. Dieser Assay weist eine Empfindlichkeit von ungefähr
1:500, vorzugsweise von ungefähr 1:2 000, besser von ungefähr 1:10 000,
noch besser von ungefähr 1:15 000 und am besten von ungefähr 1:200 000
auf. Bei Menschen können autoreaktive B-Zellen bei etwa 50 % der Individuen
nachgewiesen werden und sind ebenso gegenwärtig bei MS-Patienten und Kontrollen.
Dies legt nahe, dass die Gegenwart von Anti-MOG-Antikörpern in dem Nervensystem
von Individuen mit MS nicht mit einer wesentlichen Ausdehnung von MOG-reaktiven
B-Zellen in dem peripheren Blut in Verbindung steht. Die hohe Häufigkeit von
MOG-reaktiven B-Zellen, die bei PBMC beobachtet wurde, stellt neue Unterstützung
für die Hypothese bereit, dass MOG ein wichtiges Autoantigen bei Menschen ist.
Bei dem obigen Beispiel wurden MOG-spezifische Antikörper ausschließlich
in Bereichen, in denen die Transformation von kompaktem Myelin in kleine Vesikel
um einzelne demyelinisierende Axone auftrat, und in nekrotischen Myelin-Zelltrümmern,
die entweder in dem ZNS-Parenchym schweben oder von phagozytischen Zellen (Makrophagen
und Mikroglia) internalisiert sind, lokalisiert. Somit können diese Antikörper
zusätzlich zu einem direkten lytischen Angriff auf Myelin und Oligodendrozyte
ebenfalls für rezeptorvermittelte Phagozytose durch Makrophagen oder antikörperabhängige
zelluläre Zytotoxität verantwortlich sein, die schon lange als möglicher
Effektormechanismus von Myelinschäden erkannt wurden. Unter Verwendung passiver
Übertragung von Antikörpern in das C. jacchus-System haben unsere Experimente
gezeigt, dass es möglich ist, pathogene Effekte des monoklonalen Anti-MOG-Antikörpers
8.18.C5 durch In vivo-Verabreichung von gereinigten 8.18.C5-F(ab')2-Fragmenten
kompetitiv zu blockieren, wobei angezeigt wurde, dass intakte Fc-Fragmente und nicht
die MOG-spezifische CDR3-Sequenz selbst Myelin Schäden zufügten. Basierend
auf diesen Erkenntnissen stellen Analoge oder kompetitive Inhibitoren einer Antikörperbindung,
die ohne toxische Wirkungen auf Myelin sind, einen rationalen Ansatz für eine
Therapie bei EAE und zugehörigen demyelinisierenden Erkrankungen bereit. Somit
benutzt die vorliegende Erfindung Zusammensetzungen von Autoantigenepitopen, Anti-Autoantigen-Antikörperfragmenten
oder Kombinationen daraus, um eine Behandlung von demyelinisierenden Autoimmunkrankheiten
zu erzielen.