Gebiet der Erfindung
Gegenstand der Erfindung sind konzentrierte, transparente,
bei 23°C fließfähige, selbstemulgierende Emulsionsgrundlagen/Konzentrate,
die zur Herstellung von kosmetischen oder pharmazeutischen Emulsionen eingesetzt
werden.
Stand der Technik
Sogenannte selbstemulgierende Emulsionsgrundlagen zur Herstellung
von Öl in Wasser Emulsionen enthalten aufeinander abgestimmte Mengen an Emulgatoren,
Ölkomponenten und Wachsen. Es handelt sich hierbei üblicherweise um wasserfreie
Produkte mit wachsartiger bis fester Konsistenz, deren Schmelzpunkte/Schmelzbereiche
u.a. von den eingesetzten Wachsen und Ölkomponenten abhängt, die aber
in der Regel Schmelzpunkte von mindestens 30°C aufweisen. Der Kosmetikchemiker
erspart sich bei Einsatz derartiger Systeme zeitintensive Versuche bei der Entwicklung
von kosmetischen Emulsionen. Gleichzeitig wird auch der Aufwand für Lagerhaltung
Rohstoffprüfung beim Kunden reduziert. Selbstemulgierende Grundlagen auf Basis
von Fettalkoholen und Alkyloligoglykosiden sind beispielsweise Gegenstand der
EP 553 241 A1
und der
WO 97/18033
. Typische selbstemulgierende Grundlagen sind unter der Bezeichnung Emulgade®
CL und Emulgade® CBN von der Fa. Cognis erhältlich. Zur Herstellung von
Emulsionen werden in der Regel 10 - 20 Teile dieser Konzentrate (selbstemulgierenden
Grundlagen), falls gewünscht mit weiteren Ölkörpern, auf eine Temperatur
erhitzt, die 20°C über der Schmelztemperatur der selbstemulgierenden Grundlage
liegt, und mit 80 Teilen Wasser, das ebenfalls auf diese Temperatur erhitzt wurde,
emulgiert und ggf. mit weiteren Hilfsstoffen wie Konservierungsmittel, Parfum oder
Wirkstoffen versetzt. Auf diese Weise entstehen Emulsionen mit Tröpfchen, die
üblicherweise einen mittleren Teilchendurchmesser von ≥ 10 µm aufweisen.
Um Sedimentationen zu vermeiden, sollte die Viskosität derartiger Emulsionen
erfahrungsgemäß > 5000 mPa·s (Brookfield RVF, Spindel 5, 10 UpM
b. 23°C) betragen. Die Einsatzmöglichkeit derartiger Konzentrate ist deutlich
eingeschränkt. Sie sind nicht geeignet, wenn eine Verarbeitung in einem energiesparenden
Kaltprozess vorgesehen ist oder wenn niedrigviskose Emulsionen mit einer Viskosität
von ≤ 1000 mPa·s entwickelt werden sollen, die als Roll on, Spray oder
als Tränkflüssigkeit für Wet-Wipe-Tücher Verwendung finden sollen.
Neben den sogenannten selbstemulgierenden Grundlagen werden
im Markt auch Emulsionskonzentrate angeboten, die ebenfalls die wesentlichen Bestandteile
einer Emulsion, nämlich Emulgatoren, Ölkomponenten und Wachse enthalten,
und einen Wasseranteil von ca. 60% aufweisen. Diese Konzentrate werden üblicherweise
nach dem PIT Verfahren hergestellt und weisen dementsprechend einen mittleren Tröpfchendurchmesser
von < 1 µm, häufig zwischen 100 nm und 500 nm auf. Sie können
problemlos mit Wasser kalt verdünnt werden und eignen sich besonders zur Herstellung
von Roll-on-Konzepten, Sprays oder als Tränkflüssigkeit für Reinigungstücher.
In Kombination mit viskositätsaufbauenden Polymeren können auch Lotionen
und Cremes hergestellt werden. Nachteilig ist, dass die Zugabe von weiteren Ölkörpern
nur unter Einsatz großer Homogenisierungsenergien möglich ist. Darüber
hinaus sind derartige Emulsionskonzentrate aufgrund des hohen Wasseranteils mikrobiologisch
anfällig und aus transport-ökonomischer Sicht ungünstig. Außerdem
können derartige PIT-Konzentrate üblicherweise nur auf Basis von ethoxylierten
Emulgatoren hergestellt werden. Diese Emulgatorklasse wird aber aus dermatologischen
und ökologischen Gründen vermehrt negativ diskutiert. Sogennannte "ethoxylatfreie"
Nanoemulsionen, allerdings mit relativ hohem Wassergehalt, sind aus der
DE 103 46 515
bekannt, ethoxylatfreie selbstemulgierende Grundlagen aus der
DE 103 47 940
. O/W Emulsionen mit einem niedrigen Wassergehalt, die also prinzipiell
Konzentraten entsprechen, sind auch aus der
WO 02/056841
bekannt. Diese Emulsionen, die einen Wasseranteil von maximal 30% aufweisen,
können allerdings den Nachteil aufweisen, dass sie bei Temperaturen > 30°C
nicht lagerstabil sind und auch nicht ohne größeren Energieaufwand mit
weiteren Ölkörpern emulgiert werden können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, selbstemulgierende
Emulsionsgrundlagen oder - konzentrate zur Verfügung zu stellen, die flüssig
und dementsprechend kaltverarbeitbar sind, die einen niedrigen Wasseranteil aufweisen,
problemlos mit weiteren Ölkörpern emulgiert werden können und mit
Wasser weiter verdünnbar sind, ohne dass Separationen eintritt. Idealerweise
liegen solche Konzentrate als transparente Lösung vor, da derartige Systeme
im Gegensatz zu den herkömmlichen flüssigen Emulsionskonzentraten eine
verbesserte Langzeitstabilität aufweisen.
Beschreibung der Erfindung
Überraschenderweise wurde gefunden, dass eine Mischung
enthaltend Laurylglucosid, Myristylglucosid, Polyglycerin-2-dipolyhydroxystearat,
Cetylalkohol, Stearylalkohol und dünnflüssige Ölkörpern in genau
aufeinander abgestimmten Verhältnissen mit maximal 10 Gew.-% Wasser die Aufgabenstellung
lösen. Derartige Mischungen sind transparent, lassen sich problemlos mit weiteren
Ölkörpern versetzen und mit Wasser verdünnen, ohne dass Separationen
auftreten.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine Zusammensetzung
enthaltend:
- (a) 3 - 5 Gew. % Laurylglucosid
- (b) 1-2 Gew. % Myristylglucosid
- (c) 5 - 7 Gew. % Polyglycerin-2-dipolyhydroxystearat
- (d) 4 - 8 Gew.-% C12-C24-Fettalkohole
- (e) 70 - 75 Gew. % Ölkörper
- (f) 4 - 5 Gew.-% eines Hydrotrops ausgewählt aus den Diolen, Polyolen oder
aus Glycerin und
- (e) 2 -10 Gew. % Wasser.
Die Zusammensetzungen sind bei 23° C fließfähig,
d.h. vorzugsweise weisen sie bei 23° C eine Viskosität von weniger als
2000 mPa·s auf (Brookfield RVF, Spindel 5,10 UpM). Vorzugsweise sind die Emulsionsgrundlagen
transparent. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform haben sie eine mittlere
Teilchengröße von maximal 100 nm, vorzugsweise von weniger als 100 nm
vorzugsweise weniger als 50 nm und besonders bevorzugt weniger als 10 nm. Es handelt
sich dabei um sogenannte micellare Lösungen.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind die C12-C24
Fettalkohole ausgewählt aus Cetylalkohol oder Stearylalkohol oder einer Kombination
dieser beiden Fettalkohole. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist
das Hydrotrop Glycerin.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform enthält
somit:
- (a) 3 - 5 Gew. % Laurylglucosid
- (b) 1-2 Gew. % Myristylglucosid
- (c) 5-7 Gew. % Polyglycerin-2-dipolyhydroxystearat
- (d) 4 - 8 Gew.-% Stearylalkohol oder Cetylalkohol oder eine beliebige Kombination
dieser beiden Fettalkohole
- (e) 70-75 Gew. % Ölkörper
- (f) 4 - 5 Gew.-% Glycerin und
- (g) 2 -10 Gew. % Wasser
Es hat sich gezeigt, dass nur Mischungen in dem angegebenen
Verhältnis und auf Basis dieser Rohstoffe die geforderten Eigenschaften zeigen.
Abweichungen führen dazu, dass die Mischungen eintrüben und sehr schnell
separieren, nicht mehr mit weiteren Ölkörpern problemlos, das heißt
ohne einen Homogenisierschritt, versetzt werden können und wässrige Verdünnungen
sofort aufrahmen. Zu den bevorzugten Ölkörpern zählen wasserunlösliche,
organische Verbindungen, die bei 25°C flüssig vorliegen und eine Viskosität
von 1 bis 100 mPa·s (Höppler/Kugelfall-Methode, Deutsche Gesellschaft
für Fettchemie, DGF C-IV 7, 20°C) aufweisen. Besonders bevorzugt sind
dünnflüssige Ölkörper mit einer Viskosität von 1 bis 50
mPa·s.
Gewerbliche Anwendbarkeit
Die erfindungsgemäßen Konzentrate können
mit 30 - 95 Teilen Wasser pro 1 Teil Konzentrat verdünnt werden und zur Herstellung
von Sprays, Roll-on-Konzepten, Wet-Wipe - Tränkflüssigkeiten und, unter
Einsatz von Polymeren, zur Formulierung von Lotionen und / oder Cremes eingesetzt
werden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind daher kosmetische
oder pharmazeutische Zubereitungen enthaltend 5-40 Gew.-% der erfindungsgemäßen
Konzentrate. Vorzugsweise handelt es sich dabei um O/W-Emulsionen. Gegenstand der
Erfindung ist auch die Verwendung der erfindungsgemäßen Emulsionskonzentrate
zum Imprägnieren von Kosmetik-Tüchem und Wet Wipes sowie die Verwendung
zur Herstellung von Körperpflegeformulierungen, Sonneschutzformulierungen,
Antitranspirant-Formulierungen und Insektenschutz-Formulierungen. Ein weiterer Gegenstand
der Anmeldung sind Wipes und Pads, die mit dem erfindungsgemäßen Emulsionskonzentrat
oder einer Emulsion enthaltend 5 - 40 Gew.-% des Emulsionskonzentrates imprägniert
sind. Aufgrund ihrer Feinteiligkeit und Transparenz eignen sich diese Emulsionskonzentrate
und auch die daraus erhaltenen erfindungsgemäßen Emulsionen besonders
gut zum Imprägnieren verschiedenartigster, saugfähiger Unterlagen. Beispiele
für derartige beschichtete Substrate sind: Wipes zur Körperpflege und
Intimhygiene, Abschminktücher, beschichtet Wattepads, Wipes mit Sonnenschutzformulierungen
oder Insektenschutzformulierungen.
Ein weiterer Gegenstand der Anmeldung ist ein Verfahren
zur Kalt-Herstellung von Emulsionen, wobei man das erfindungsgemäße Emulgatorkonzentrat
mit einer Ölphase, die ggf. weitere öllösliche Komponenten enthält,
und mit einer Wasserphase, enthaltend ggf. weitere wasserlösliche Wirkstoffe,
versetzt und unter einfachem mechanischen Rühren dispergiert oder emulgiert,
wobei der Emulgierungsprozess bei Temperaturen im Bereich von 15 - 40 °C, vorzugsweise
20 - 30 °C stattfindet. Hierbei ist es nicht notwendig Scherkräfte anzuwenden,
einfaches mechanisches Rühren ist ausreichend. Die Viskosität kann, falls
erforderlich, durch Zugabe von Polymeren eingestellt werden.
Ölkörper/Ölkomponenten
Die erfindungsgemäßen kosmetischen oder pharmazeutischen
Zubereitungen enthalten eine wässrige und eine Ölphase, die beide weitere
Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten können. Allerdings ist es aufgrund der Zusammensetzung
des Emulgatorkonzentrates und seines hohen Ölanteils nicht zwingend notwendig,
weitere Ölkomponenten zuzusetzen. Das Konzentrat kann auch nur mit eine wässrigen
Phase verdünnt werden. Der Anteil der wässrigen Phase, inklusive wasserlöslicher
Wirkstoffe, liegt üblicherweise im Bereich von 50 - 95 Gew.-% bezogen auf die
Gesamtzusammensetzung, der Anteil der Ölphase bei 5 - 50 Gew.-% bezogen auf
die Gesamtzusammensetzung des Endproduktes. Die Ölphase kann sich aus einer
Ölkomponente oder einem beliebigen Gemisch von Ölkomponenten zusammensetzen
sowie aus öllöslichen Wirkstoffen.
Als Ölkörper sind beispielsweise die nachstehend
genannten Verbindungsklassen geeignet: Guerbetalkohole auf Basis von Fettalkoholen
mit 6 bis 18, vorzugsweise 8 bis 10 Kohlenstoffatomen, z.B. 2-Ethylhexanol oder
2-Octyldodecanol; Ester von linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
C6-C24-Fettsäuren mit linearen oder verzweigten, gesättigten
oder ungesättigten C6-C24-Fettalkoholen. Beispielhaft
seien genannt Hexyllaurat, Myristylisostearat, Myristyloleat, Cetylisostearat, Cetyloleat,
Stearylisostearat, Stearyloleat, Isostearylmyristat, Isostearylpalmitat, Isostearylstearat,
Isostearylisostearat, Isostearyloleat, Oleylmyristat, Oleylisostearat, Oleyloleat,
Oleylerucat, Erucylisostearat, Erucyloleat, Cococaprylat/caprat. Weitere geeignete
Ester sind z.B. Ester von C18-C38-Alkylhydroxycarbonsäuren
mit linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten C6-C22-Fettalkoholen,
Ester von linearen und/oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten
Fettsäuren mit mehrwertigen Alkoholen (wie z. B. Propylenglycol, Dimerdiol
oder Trimertriol) und/oder Guerbetalkoholen, Triglyceride oder Triglyceridmischungen,
flüssige Mono-/Di-/Triglyceridmischungen, Ester von C6-C22-Fettalkoholen
und/oder Guerbetalkoholen mit aromatischen Carbonsäuren, insbesondere Benzoesäure
(z. B. Finsolv® TN), Ester von C2-C12-Dicarbonsäuren
mit linearen oder verzweigten, gesättigten oder ungesättigten Alkoholen
mit 1 bis 22 Kohlenstoffatomen oder Polyolen mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen und
2 bis 6 Hydroxylgruppen. Geeignet sind auch pflanzliche Öle, Triglyceridmischungen,
substituierte Cyclohexane, lineare symmetrische oder unsymmetrische Dialkylcarbonate
(z.B. Cetiol® CC), Guerbetcarbonate auf Basis von Fettalkoholen mit 6 bis 18,
vorzugsweise 8 bis 10 C-Atomen, lineare oder verzweigte, symmetrische oder unsymmetrische
Dialkylether mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen pro Alkylgruppe, wie z. B. Di-n-octyl
Ether (Cetiol® OE), Ringöffnungsprodukte von epoxidierten Fettsäureestern
mit Polyolen, Kohlenwasserstoffe wie Paraffin- oder Mineralöle, Oligo- oder
Polyalphaolefine. Die Dialkylcarbonate und Dialkylether können symmetrisch
oder unsymmetrisch, verzweigt oder unverzweigt, gesättigt oder ungesättigt
sein und lassen sich nach Reaktionen, die aus dem Stand der Technik hinlänglich
bekannt sind, herstellen. Geeignete Siliconverbindungen sind beispielsweise Dimethylpolysiloxane,
Methylphenylpolysiloxane, cyclische Silicone (Cyclomethicon) sowie amino-, fettsäure-,
alkohol-, polyether-, epoxy-, fluor-, glykosid- und/oder alkylmodifizierte Siliconverbindungen.
Weiterhin geeignet sind Simethicone, bei denen es sich um Mischungen aus Dimethiconen
mit einer durchschnittlichen Kettenlänge von 200 bis 300 Dimethylsiloxan-Einheiten
und hydrierten Silicaten handelt.
Erfindungsgemäß einsetzbar sind auch lineare
Kohlenwasserstoffe mit einer Kettenlänge 8 bis 40 C-Atomen, die verzweigt oder
unverzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein können. Unter diesen
sind verzweigte, gesättigte C8-C40-Alkane bevorzugt. Es können sowohl
Reinsubstanzen eingesetzt werden als auch Substanzgemische. Üblicherweise handelt
es sich um Substanzgemische verschiedener isomerer Verbindungen. Zusammensetzungen,
die Alkane mit 10 bis 30, vorzugsweise 12 bis 20, und besonders bevorzugt 16 bis
20 Kohlenstoffatome aufweisen, sind besonders geeignet, und unter diesen ein Gemisch
aus Alkanen, welches wenigstens 10 Gew.-% verzweigte Alkane bezogen auf die Gesamtmenge
der Alkane enthält. Vorzugsweise handelt es sich um verzweigte, gesättigte
Alkane. Besonders gut geeignet sind Gemische aus Alkanen ist, welche mehr als 1
Gew.-% 5,8-Diethyldodecan und/oder mehr als 1 Gew.-% Didecen enthalten.
Weitere fakultative Hilfs- und Zusatzstoffe
Je nach Applikationszweck können die kosmetischen
End-Formulierungen eine Reihe weiterer Hilfs- und Zusatzstoffe enthalten, wie beispielsweise
Verdickungsmittel, Überfettungsmittel, Stabilisatoren, Polymere, Lecithine,
Phospholipide, biogene Wirkstoffe, UV-Lichtschutzfaktoren, Antioxidantien, Deodorantien,
Filmbildner, Quellmittel, Insektenrepellentien, Hydrotrope, Solubilisatoren, Konservierungsmittel,
Parfümöle, Farbstoffe, die nachstehend exemplarisch aufgelistet sind.
Ggf. könnten auch noch die weiteren üblichen Emulgatoren zugesetzt werden,
obgleich dies nicht notwendig ist. Die Mengen der jeweiligen Zusätze richten
sich nach der beabsichtigten Verwendung.
Als Verdickungsmittel eignen sich beispielsweise
Aerosil-Typen (hydrophile Kieselsäuren), Polysaccharide, insbesondere Xanthan-Gum,
Guar-Guar, Agar-Agar, Alginate und Tylosen, Carboxymethylcellulose und Hydroxyethyl-
und Hydroxypropylcellulose, Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon und Bentonite
wie z. B. Bentone® Gel VS-5PC (Rheox).
Unter oder pharmazeutische sind beispielsweise bei Raumtemperatur
flüssig oder kristallin vorliegende organische Substanzen (Lichtschutzfilter)
zu verstehen, die in der Lage sind, ultraviolette Strahlen zu absorbieren und die
aufgenommene Energie in Form längerwelliger Strahlung, z. B. Wärme wieder
abzugeben. UV-B-Filter können öllöslich oder wasserlöslich sein.
Als typische UV-A-Filter kommen insbesondere Derivate des Benzoylmethans in Frage.
Die UV-A und UV-B-Filter können selbstverständlich auch in Mischungen
eingesetzt werden, z.B. Kombinationen aus den Derivaten des Benzoylmethans, z. B.
4-tert.-Butyl-4'-methoxydibenzoylmethan (Parsol® 1789) und 2-Cyano-3,3-phenylzimtsäure-2-ethyl-hexylester
(Octocrylene) sowie Estern der Zimtsäure, vorzugsweise 4-Methoxyzimtsäure-2-ethylhexylester
und/oder 4-Methoxyzimtsäurepropylester und/oder 4-Methoxyzimtsäureisoamylester.
Häufig werden derartige Kombinationen mit wasserlöslichen Filtern wie
z.B. 2-Phenylbenzimidazol-5-sulfonsäure und deren Alkali-, Erdalkali-, Ammonium-,
Alkylammonium-, Alkanolammonium- und Glucammoniumsalze kombiniert.
Neben den genannten löslichen Stoffen kommen auch
unlösliche Lichtschutzpigmente, nämlich feindisperse Metalloxide in Frage.
Beispiele für geeignete Metalloxide sind insbesondere Zinkoxid und Titandioxid.
Neben den beiden vorgenannten Gruppen primärer Lichtschutzstoffe können
auch sekundäre Lichtschutzmittel vom Typ der Antioxidantien eingesetzt werden,
die die photochemische Reaktionskette unterbrechen, welche ausgelöst wird,
wenn UV-Strahlung in die Haut eindringt.
Unter oder pharmazeutische sind beispielsweise Tocopherol,
Tocopherolacetat, Tocopherolpalmitat, Ascorbinsäure, (Desoxy)Ribonucleinsäure
und deren Fragmentierungsprodukte, &bgr;-Glucane, Retinol, Bisabolol, Allantoin,
Phytantriol, Panthenol, AHA-Säuren, Aminosäuren, Ceramide, Pseudoceramide,
essentielle Öle, Pflanzenextrakte, wie z. B. Prunusextrakt, Bambaranussextrakt
und Vitaminkomplexe zu verstehen.
Desodorierende Wirkstoffe wirken Körpergerüchen entgegen, überdecken
oder beseitigen sie. Körpergerüche entstehen durch die Einwirkung von
Hautbakterien auf apokrinen Schweiß, wobei unangenehm riechende Abbauprodukte
gebildet werden. Dementsprechend eignen sich als deosodorierende Wirkstoffe u.a.
keimhemmende Mittel, Enzyminhibitoren, Geruchsabsorber oder Geruchsüberdecker.
Als Insekten-Repellentien kommen beispielsweise
N,N-Diethyl-m-toluamid, 1,2-Pentandiol oder 3-(N-n-Butyl-N-acetyl-amino)-propionsäureethylester),
welches unter der Bezeichnung Insect Repellent® 3535 von der Merck
KGaA vertrieben wird, sowie Butylacetylaminopropionate in Frage.
Als Selbstbräuner eignet sich Dihydroxyaceton.
Als Tyrosinhinbitoren, die die Bildung von Melanin verhindern und Anwendung in Depigmentierungsmitteln
finden, kommen beispielsweise Arbutin, Ferulasäure, Kojisäure, Cumarinsäure
und Ascorbinsäure (Vitamin C) in Frage.
Als Konservierungsmittel eignen sich beispielsweise
Phenoxyethanol, Formaldehydlösung, Parabene, Pentandiol oder Sorbinsäure
sowie die unter der Bezeichnung Surfacine® bekannten Silberkomplexe und die
in Anlage 6, Teil A und B der Kosmetikverordnung aufgeführten weiteren Stoffklassen.
Als Parfümöle seien genannt Gemische aus
natürlichen und synthetischen Riechstoffen. Natürliche Riechstoffe sind
Extrakte von Blüten, Stengeln und Blättern, Früchten, Fruchtschalen,
Wurzeln, Hölzern, Kräutern und Gräsern, Nadeln und Zweigen, Harzen
und Balsamen. Weiterhin kommen tierische Rohstoffe, wie beispielsweise Zibet und
Castoreum sowie synthetische Riechstoffverbindungen vom Typ der Ester, Ether, Aldehyde,
Ketone, Alkohole und Kohlenwasserstoffe in Frage.
Als Farbstoffe können die für kosmetische
Zwecke geeigneten und zugelassenen Substanzen verwendet werden. Beispiele sind Kochenillerot
A (C.I. 16255), Patentblau V (C.I.42051), Indigotin (C.I.73015), Chlorophyllin (C.I.75810),
Chinolingelb (C.I.47005), Titandioxid (C.I.77891), Indanthrenblau RS (C.I. 69800)
und Krapplack (C.I.58000). Diese Farbstoffe werden üblicherweise in Konzentrationen
von 0,001 bis 0,1 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Mischung, eingesetzt.
Die nachfolgenden Beispiele betreffen die erfindungsgemäßen
Emulgatorkonzentrate und Emulsionen, die auf Basis der erfindungsgemäßen
Emulgatorzusammensetzungen hergestellt wurden.
Beispiele
Rezepturen 1 - 4 in der Tabelle 1 geben erfindungsgemäße
Beispiele wieder. Rezepturen V1 - V3, die außerhalb der erfindungsgemäßen
Grenzen liegen, dienen zum Vergleich. Die Mengenangaben beziehen sich auf Gew.-%
der Gesamtzusammensetzung.
Tabelle 1
Inhaltsstoffe
1
2
3
4
V1
V2
V3
Laurylglucosid
4,2
4,6
3,8
4,9
2,8
4,2
5,3
Myristylglucosid
1,7
1,4
1,3
1,8
1,2
1,7
-
Polyglycerin-2-di-polyhydroxystearat
6,0
6,0
5,4
6,4
6,0
6,0
5,3
Myristylalkohol
-
-
-
-
-
3,5
-
Cetylalkohol
2,2
2,5
6,0
-
2,2
-
-
Stearylalkohol
2,3
2,5
-
6,0
2,3
-
-
Glycerylstearat
-
-
-
-
-
-
3,0
Cocoglyceride
36,0
30,0
-
-
36,0
36,0
30,0
Dicaprylylcarbonat
38,0
12,0
-
-
38,0
38,0
30,0
Octyldodecanol
-
-
30,0
-
-
-
-
Cetearylisononanoat
-
15,0
-
32,0
-
-
-
Caprylic/Capric Triglyceride
-
15,0
30,0
-
-
-
-
Isopropylmyristat
-
-
-
25,0
-
-
-
Mineral Oil
-
-
13,0
13,0
-
-
-
Glycerin
4,5
4,5
4,5
4,5
4,5
4,5
4,0
Wasser
5,1
6,5
6,0
6,4
7,0
6,1
22,4
Aussehen
Transparent
transparent
transparent
transparent
trüb
transparent
trüb
Phasenstabilität 4 Wochen RT/40°C
+
+
+
+
-
+
-
Verdünnbar mit H2O
homogen
homogen
homogen
homogen
Separation
Separation
ja
Verdünnbar mit Öl
ja
ja
ja
ja
ja
Ja
Separation
Die Ergebnisse zeigen, dass nur die erfindungsgemäßen
Beispiele phasenstabil sind und/oder problemlos weiterverarbeitet werden können.
Die nachfolgenden Beispiele beschreiben die technische
Anwendung der erfindungsgemäßen Konzentrate. Die Mengenangaben beziehen
sich auf Gew.-% der Gesamtzusammensetzung.
1. Anwendung für Wet Wipe Konzepte
Die Tücher können besprüht oder aber auch
getränkt werden. Es wurden je ca. 3 g der nachfolgenden Emulsionen (Beispiel
1a,1b) pro 1 g des Tuches aufgetragen. Tuchmaterial: Spunlace Viscose 65% / Polyester
35% - 55 g/m2.
1a. Konzentrat Beispiel 1
10,0 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
90,0 Gew.-%
1b. Konzentrat Beispiel 1
8,0 Gew.-%
Cetearylisononanoat
4,0 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
88,0 Gew.-%
2. Anwendung für Hautpflegekonzepte
2a. Bodyspray
Konzentrat Beispiel 2
12,0 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
88,0 Gew.-%
2b. Bodylotion
Konzentrat Beispiel 4
10,0 Gew.-%
Dicaprylylcarbonat
10,0 Gew.-%
Vitamin E
2,0 Gew.-%
Natriumpolyacrylat
0,7 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
77,3 Gew.-%
2c. Sonnenspray
Konzentrat Beispiel 1
15,0 Gew.-%
Dicaprylylcarbonat
5,0 Gew.-%
Cosmedia® DC
2,0 Gew.-%
Ethylhexylmethoxycinnamat
7,5 Gew.-%
Butylmethoxydibenzoylmethan
2,5 Gew.-%
Natriumpolyacrylat
0,1 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
67,9 Gew.-%
2d. Selbstbräunungsspray
Konzentrat Beispiel 4
10,0 Gew.-%
Dicaprylylcarbonat
10,0 Gew.-%
Vitamin E
2,0 Gew.-%
Natriumpolyacrylat
0,7 Gew.-%
Dihydroxyaceton
4,0 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
73,3 Gew.-%
2e. Insektrepellent Spray
Konzentrat Beispiel 1
10,0 Gew.-%
Dicaprylylcarbonat
10,0 Gew.-%
Vitamin E
2,0 Gew.-%
Natriumpolyacrylat
0,7 Gew.-%
Ethylbutylacetylaminopropionat
8,0 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
69,3 Gew.-%
3. Anwendung für AP/Deo Konzepte
3a. AP/Deo Spray
Konzentrat Beispiel 3
10,0 Gew.-%
Dicaprylylcarbonat
10,0 Gew.-%
Triethylcitrat
2,0 Gew.-%
Vitamin E
2,0 Gew.-%
Aluminiumchlorohydrat
6,0 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
70,0 Gew.-%
3b. AP/Deo Roll on
Konzentrat Beispiel 3
10,0 Gew.-%
Dicaprylylcarbonat
10,0 Gew.-%
Triethylcitrat
2,0 Gew.-%
Vitamin E
2,0 Gew.-%
Hydroxypropylcellulose
0,5 Gew.-%
Aluminiumchlorohydrat
6,0 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
69,5 Gew.-%
3c. AP/Deo Roll on
Konzentrat Rezeptur 3
15 Gew.-%
Cyclomethicon
10 Gew.-%
Triethylcitrat
4 Gew.-%
Vitamin E
1 Gew.-%
Hydroxypropylcellulose
0,5 Gew.-%
Aluminium-Zirkoniumtetra-chlorhydrat
10 Gew.-%
Wasser, Konservierungsmittel
59,5 Gew.-%
In den aufgeführten Beispielen wurden als Konservierungsmittel
Phenonip, Euxyl K 702 und Symdiol 68 eingesetzt.
4. Anwendung für Körperpflegekonzepte
4a. Körpercreme
Konzentrat Rezeptur 4
25 Gew.-%
Dicaprylylether
5 Gew.-%
Natriumpolyacrylat
1,5 Gew.-%
Aluminiumstarchoctenylsuccinat
1 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
64,5 Gew.-%
4b. Körperlotion
Konzentrat Rezeptur 4
20 Gew.-%
Cyclomethicon
4 Gew.-%
Cosmedia DC
1,5 Gew.-%
(Hydrogenated Dimer Dilinoleyl/Dimethylcarbonate Copolymer)
Carbomer
0,5 Gew.-%
Glycerin
2 Gew.-%
Wasser, Konservierung
72 Gew.-%
4c. Körperlotion
Konzentrat Rezeptur 4
20 Gew.-%
Hydriertes Polyisobuten
4 Gew.-%
Carbomer
0,5 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
72,5 Gew.-%
5. Anwendung für Sonnenschutzkonzepte
5a. Sonnenschutzlotion
Konzentrat Rezeptur 1
25 Gew.-%
Titandioxid nanonisiert
3 Gew.-%
Zinkoxid nanonisiert
4 Gew.-%
Cosmedia DC
1 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
64 Gew.-%
5b. Sonnenschutzcreme
Konzentrat Rezeptur 2
25 Gew.-%
Dibutyladipat
5 Gew.-%
Ethylhexyltriazon
2 Gew.-% (Uvinul T 150)
Diethylamino-hydroxy-benzoylhexylbenzoat
2 Gew.-% (Uvinul A plus)
Ethylhexylmethoxycinnamat
6 Gew.-% (Neo Heliopan AV)
Cosmedia DC
1 Gew.-%
(Hydrogenated Dimer Dilinoleyl / Dimethylcarbonate Copolymer)
Natriumpolyacrylat
1 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
55 Gew.-%
5c. Sonnenschutzlotion
Konzentrat Rezeptur 1
25 Gew.-%
Dibutyladipat
3 Gew.-%
Diethylhexylbutamidotriazon
2 Gew.-% (Uvasorb HEB)
Ethylhexylmethoxycinnamate
6 Gew.-% (Neo Heliopan AV)
Natriumphenylbenzimidazolsulfonat
2 Gew.-% (Neo Heliopan hydro)
Dinatriumphenyldibenzimidazoltetrasulfonat
2 Gew.-% (Neo Heliopan AP)
Cosmedia DC
1 Gew.-%
(Hydrogenated Dimer Dilinoleyl / Dimethylcarbonate Copolymer)
Xanthan Gum
0,5 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
55,5 Gew.-%
5d. Sonnenschutzlotion
Konzentrat Rezeptur 1
25 Gew.-%
Dibutyladipat
5 Gew.-%
Methylen-bis-benzotriazolyl tetramethylbutylphenol
2 Gew.-% (Tinosorb M)
Bis-ethylhexyloxyphenolmethoxyphenyltriazin
2 Gew.-% (Tinosorb S)
Ethylhexylmethoxycinnamate
6 Gew.-% (Neoo Heliopan AV)
Natriumphenylbenzimidazolsulfonat
2 Gew.-% (Neo Heliopan hydro)
Dinatriumphenyldibenzimidazoltetrasulfonat
2 Gew.-% (Neo Heliopan AP)
Cosmedia DC
1 Gew.-%
(Hydrogenated Dimer Dilinoleyl / Dimethylcarbonate Copolymer)
Xanthan Gum
0,5 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
51,5 Gew.-%
5e. Sonnenschutzcreme
Konzentrat Rezeptur 2
25 Gew.-%
Dibutyladipat
5 Gew.-%
Octocrylen
2 Gew.-%
Methylbenzylidencampher
2 Gew.-% (Neo Heliopan MBC)
Ethylhexylmethoxycinnamat
6 Gew.-% (Neo Heliopan AV)
Cosmedia DC
1 Gew.-%
(Hydrogenated Dimer Dilinoleyl / Dimethylcarbonate Copolymer)
Natriumpolyacrylat
1,2 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
54,8 Gew.-%
6. Anwendung für Insektenschutzkonzepte
6a. Insectrepellent Lotion
Konzentrat Rezeptur 4
25 Gew.-%
Dicaprylylether
5 Gew.-%
Natriumpolyacrylat
0,5 Gew.-%
N,N-Diethyl-m-toluolamid
2 Gew.-%
Glycerin
3 Gew.-%
Wasser, Konservierung
64,5 Gew.-%