Die Erfindung betrifft eine Kreiselpumpe zur Förderung von Flüssigkeiten
in einem Fördersystem mit einem nasslaufenden Motor in einem Motorgehäuse,
wobei ein Rotorraum über mindestens eine Einströmöffnung fluid- und
gasdurchlässig mit einem Pumpenraum verbunden ist und über ein Mittel
zur Entlüftung des Rotorraumes verfügt, das eine fluid- und gasdurchlässig
mit dem Pumpenraum verbundene Ausströmöffnung und eine mit der Umgebung
des Motorgehäuses verbindbare Auslassöffnung aufweist.
Kreiselpumpen dieser Art sind beispielsweise als Umwälzpumpen
oder Tauchpumpen in Wasser- oder Kühlmittelkreisläufen von Wärmeübertragungssystemen,
wie Heizungs- oder Kühlanlagen, bekannt. Tauchpumpen saugen die Flüssigkeit
direkt aus einem Speicherbecken an, wie zum Beispiel aus Brunnen oder aus Ausgleichs-
oder Kondensatsammelbehälter, wogegen Umwälzpumpen saug- und druckseitig
an die flüssigkeitsführenden Rohrleitungen angeschlossen sind. In Wärmeübertragungssystemen
wird das Wasser meist mittels einer Umwälzpumpe permanent in den Heizungs-
bzw. Kühlkreisläufen umgewälzt. Dabei nehmen spezielle Wärmeübertragungselemente
der Heizungs- bzw. Kühlkreisläufe die Wärme an einer Stelle des Kreislaufes
aus der Umgebung auf, um sie an anderer Stelle des Kreislaufes an die Umgebung abzugeben,
während das von der Kreiselpumpe geförderte Wasser den Transport der Wärmeenergie
zwischen den Wärmeübertragungselementen ermöglicht. Diese Wärmeübertragungssysteme
verfügen zur Kompensation der veränderlichen Flüssigkeitsausdehnung
entweder einen gegenüber der Atmosphäre offenen Ausdehnungsbehälter
(offenes Fördersystem) oder einen gegenüber der Atmosphäre geschlossenen
Ausdehnungsbehälter (geschlossenes Fördersystem).
Der Elektromotor der Kreiselpumpe ist am Pumpengehäuse der Umwälzpumpe
oder Tauchpumpe angeflanscht. Je nach Konstruktion unterscheidet man Kreiselpumpen
mit Trockenläufermotoren und mit Nassläufermotoren. Bei den Trockenläufermotoren
ist die Pumpenwelle mit einer Stopfbuchse oder mit einer Gleitring-Wellendichtung
zwischen dem Pumpenraum und dem Rotorraum abgedichtet, wogegen die gattungsgemäßen
Nassläufermotoren stopfbuchsenlos ausgeführt sind und daher alle rotierenden
Teile einschließlich des Rotors im Wasser liegen. Die Trennung zu den trockenlaufenden
Teilen des Elektromotors wird durch ein koaxial um den Rotor angeordnetes Spaltrohr
bewirkt, das den Rotorraum zwischen Rotor und Stator abdichtet. Die Schmierung der
rotierenden Teile der Nassläufermotoren erfolgt nur durch das Wasser; sie werden
daher vornehmlich für geringere Drehzahlen und Förderleistungen eingesetzt.
Zum Zwecke der Kühlung des Motors während des Betriebes und zur Entlüftung
des Rotorraumes, insbesondere bei der ersten Inbetriebnahme der Kreiselpumpe nach
deren Montage im Fördersystem, verfügen die Nassläufermotoren über
einen internen Flüssigkeitskreislauf mit Entlüftungseinrichtung.
Aus der Druckschrift DE 197
02 723 A1 ist ein nasslaufender Tauchmotor zum Antreiben einer Kreiselpumpe
mit einer speziellen Funktionseinheit bekannt, welche bewirkt, dass die Flüssigkeit
im Rotorraum umgewälzt wird und gleichzeitig den Rotorraum entlüftet.
Dazu ist die Pumpenwelle hohl ausgeführt und verfügt an ihrem pumpenraumseitigen
Ende über ein spezielles federbelastetes Durchlassventil. Die Pumpenwelle umgibt
eine spezielle Dichtungsausbildung an der Trennwand zwischen Pumpenraum und Rotorraum,
durch die bei entsprechendem Druck Förderflüssigkeit von dem Pumpenraum
in den Rotorraum eindringen kann. Die Flüssigkeit durchströmt den Zwischenraum
zwischen dem Spaltrohr und dem Rotor in Richtung rotorraumseitiges Ende der Pumpenwelle,
passiert den Lagerspalt des rotorraumseitigen fluid- und gasdurchlässigen Wellenlagers
und kann dann durch den Wellenhohlraum zum pumpenraumseitigen Ende der Pumpenwelle
zurückströmen. Baut sich ein genügend hoher Flüssigkeitsdruck
im Rotorraum auf, so öffnet sich das federbelastete Durchlassventil und die
Flüssigkeit kann über die Funktionseinheit in den Pumpenraum abströmen.
Beim Befüllen des Rotorraumes vor der Inbetriebnahme wird hiermit zunächst
die Luft über die Funktionseinheit in den Pumpenraum abgeführt. Ein weiterer
Flüssigkeitsaustausch zwischen Pumpenraum und Rotorraum und eine vollständige
Entlüftung des Rotorraumes wird danach infolge der unterschiedlichen Druckverhältnisse
an den Einströmöffnungen in der Trennwand zwischen Pumpenraum und Rotorraum
gegenüber der Ausströmöffnung am pumpenraumseitigen Ende der hohlen
Welle im Laufe des Betriebes der Kreiselpumpe allmählich erreicht.
Nachteilig an der Lösung ist, dass die im Rotorraum befindliche
Luft in den Pumpenraum zurückgeführt wird. Dieser Transportweg der abzuführenden
Luft ist sehr langwierig und belastet die Förderflüssigkeit im Pumpenraum
mit unerwünschtem Luftanteil. Solange jedoch die Luft nicht auch vollständig
aus dem Pumpenraum und dem Rotorraum entfernt ist, ist einerseits eine ausreichende
Schmierung und Kühlung des Motors nicht gewährleistet und andererseits
die Förderleistung der Kreiselpumpe beeinträchtigt. Die Beeinträchtigung
wirkt sich besondere erheblich bei Kreiselpumpen mit geringer Förderleistung
aus, wie sie zum Beispiel in kleineren Kühlkreisläufen für die Kühlung
elektrischer oder elektronischer Baugruppen verwendet werden. In derartigen Einsatzfällen
der Kreiselpumpe ist es jedoch häufig unerlässlich, dass zur Gewährleistung
der Kühlleistung dieser thermisch sensiblen elektrischen und
elektronischen Baugruppen die erforderliche Förderleistung sofort nach dem
Einschalten des Kühlsystems uneingeschränkt zur Verfügung steht,
um Schäden an den elektrischen oder elektronischen Baugruppen zu vermeiden.
Die Förderleistung der Kreiselpumpe kann außerdem durch
möglicherweise aus dem Förderkreislauf wiederholt in den Saugstutzen der
Kreiselpumpe gelangende Luftblasen unerwünscht gemindert werden. Dies kann
beispielsweise bei Kreiselpumpen, die in einem geschlossenen, transportablen Förderkreislauf
mit Luftsammelgefäß eingebunden sind, auftreten. Das Luftsammelgefäß
enthält die aus dem Förderkreis angesammelte Luft als ein Luftraum über
dem Flüssigkeitsspiegel, der gleichzeitig als Kompressionsraum bei der Ausdehnung
der Förderflüssigkeit dient. Bei einer Lageveränderung des Luftsammelgefäßes
gegenüber der betriebsbestimmten Lage, zum Beispiel während des Transportes,
können Luftblasen in den Förderkreislauf vagabundieren und sich im Pumpenraum
und eventuell auch dem Rotorraum der Kreiselpumpe ansammeln. Beim erneuten Betriebsstart
der Kreiselpumpe muss der Rotorraum wiederholt in oben beschriebener Weise entlüftet
werden, wobei die Luftblasen im Pumpenraum die Förderleistung der Kreiselpumpe
erneut über geraume Zeit beeinträchtigen. Erst nach einer längeren
Laufzeit der gattungsgemäßen Kreiselpumpe ist die gewünschte Förderleistung
erreicht und die störende Luft vollständig in das vorbestimmte Luftsammelgefäß
des Förderkreislaufes zurücktransportiert. Während des Transportweges
der Luft im Förderkreislauf vermindern die im Wasser vorhandene Lufteinschlüsse
jedoch die Wärmeübertragungseigenschaften der Heiz- bzw. Kühlelemente,
was die Heizleistung bzw. Kühlleistung des Wärmeübertragungssystems
ebenfalls schmälert und insbesondere bei Kühlsystemen für thermisch
sensible elektrische oder elektronische Baugruppen zu Schäden an diesen Baugruppen
führen kann.
Aus der DE 37 015 62 C2
wie aus DE 38 037 74 C2 ist jeweils
eine gattungsgemäße Kreiselpumpe mit einem Spaltrohrmotor bekannt, bei
der zur Verkürzung der Entlüftungsphase eine direkte Entlüftung des
Rotorraumes in die Umgebung beschrieben wird. Vor dem ersten Start der Kreiselpumpe
wird der Rotorraum durch Entfernen eines in Verlängerung der Pumpenwellenachse
in der pumpenabgewandten Stirnwand des Rotorraumes befindlichen Entlüftungsstopfens
vom Pumpenraum her mit Wasser gefüllt. Der Entlüftungsstopfen verschließt
eine Gewindebohrung in der am Motorgehäuse anliegenden Stirnwand des Rotorraumes,
die eine direkte Verbindung zur Umgebung darstellt. Eine Füllung des Rotorraumes
ist jedoch hiermit nur teilweise möglich, weil das in den Rotorraum eintretende
Wasser bei stehendem Rotor die Luft nur bis in Höhe des Spaltes des pumpenraumseitigen
Wellenlagers verdrängen kann. Wird die Entlüftungsöffnung anschließend
wieder geschlossen und die Kreiselpumpe eingeschalten, verdrängt das im Rotorraum
befindliche Wasser die verbleibende Luftblase zum Drehzentrum hin, was eine ungenügende
Schmierung der Lager über längere Betriebszeit zur Folge hat. Auch ein
Lösen des Entlüftungsstopfens während des Pumpenbetriebes erzielt
kein vollständiges Entlüften des Rotorraumes in kürzester Zeit, da
in diesem Fall der pumpenraumseitige Flüssigkeitsdruck gegenüber dem atmosphärischen
Druck am geöffneten Entlüftungsstopfen den Rotor auf der Pumpenwelle in
Richtung pumpenabgewandten Wellenlager verschiebt und den Rotor abbremst. Die Flüssigkeitsströmung
im Rotorraum verlangsamt sich, so dass sich die Luft in Außenbereichen des
Rotorraumes absetzt und nicht durch den zentrischen Lagerspalt des rotorraumseitigen
Wellenlagers in die Umgebung entweichen kann.
Des Weiteren sind in DE 80
296 58 U1 und US 3652186 Pumpenaggregate
zur Förderung einer Flüssigkeit in einem Fördersystem mit einem in
einem Spaltrohr nasslaufenden Motor mit einem Motorgehäuse offenbart, wobei
ein Rotorraum über mindestens eine Einströmöffnung fluid- und gasdurchlässig
mit einem Pumpenraum verbunden ist und zur Entlüftung des Rotorraumes über
ein Mittel verfügt, das eine mit dem Pumpenraum verbundene Ausströmöffnung
und eine mit der Umgebung verbindbare Auslassöffnung aufweist. Beide vorgestellten
Pumpenaggregate sind jedoch nicht in der Lage, den Förderkreislauf schnell
und vollständig zu entlüften.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine effektive Entlüftung
für Kreiselpumpen vorzuschlagen, welche die Entlüftungszeit sowohl der
Kreiselpumpe selbst als auch des Förderkreislaufes, in dem die Kreiselpumpe
eingebunden ist, verringert.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß damit gelöst, dass
die Auslassöffnung beständig fluid- und gasdurchlässig ist, wobei
der Strömungswiderstand der Auslassöffnung größer als der Strömungswiderstand
der Ausströmöffnung ist.
Nach Maßgabe der Erfindung ist das Pumpenaggregat als Tauchpumpe
ausgebildet und in einem geschlossenen Fördersystem eingesetzt, das mit einem
die Flüssigkeit aufnehmenden, membranlosen Ausdehnungsbehälter ausgestattet
ist.
Durch die Anwendung der erfindungsgemäßen Kreiselpumpe wird
unmittelbar nach deren Einschalten eine vollständige Entlüftung der Kreiselpumpe
gewährleistet, so dass folglich die Kreiselpumpe in sehr kurzer Zeit mit voller
Förderleistung ansaugt. Im Pumpenraum gegebenenfalls vorhandene Luftblasen
werden durch die gas- und fluiddurchlässige Verbindung zwischen
Pumpenraum und Rotorraum in den Rotorraum aufgenommen und anschließend durch
die eintretenden Druckdifferenzen zwischen Pumpenraum, Rotorraum und Umgebung bei
Inbetriebnahme der Kreiselpumpe über die erfindungsgemäße Auslassöffnung
aus dem Rotorraum in die Umgebung verdrängt. Somit gelangt die im Saugstutzen
oder im Rotorraum befindliche Luft weitestgehend nicht erst in den Förderkreislauf,
so dass die Wärmeübertragungsleistung der Heiz- bzw. Kühlelemente
des Wärmeübertragungssystems bereits im Einschaltmoment ungemindert zur
Verfügung stehen.
Die erfindungsgemäße Kreiselpumpe wird nachfolgend an einem
Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die zugehörigen Zeichnungen
zeigen in einer schematischen Darstellung in
1 eine erfindungsgemäße Kreiselpumpe als
Tauchpumpe in einem mit Kühlwasser befüllten Behälter,
2 eine erfindungsgemäße Kreiselpumpe als
Tauchpumpe in einem membranlosen Ausdehnungsbehälter eines geschlossenen Fördersystems.
Im Folgenden soll die Funktionsweise der erfindungsgemäßen
Pumpe anhand einer Anordnung, bei der sich die Pumpe in einem mit Kühlwasser
befüllten Behälter befindet, erläutert werden. Wie aus
1 ersichtlich besteht die erfindungsgemäße
Kreiselpumpe 1 aus einem Pumpengehäuse 2 mit einem Laufrad
3 und aus einem an das Pumpengehäuse 2 angeflanschtem Motorgehäuse
4 mit Motor 5. Das in einem Pumpenraum 6 des Pumpengehäuses
2 angeordnete Laufrad 3, ist über eine Pumpenwelle
7 mit dem Rotor 8 des Motors 5 verbunden, der im Betrieb
der Kreiselpumpe 1 in einem Rotorraum 9 rotiert. Pumpenraum
6 und Rotorraum 9 sind durch fluid- und gasdurchlässige Einströmöffnungen
10 in einer Trennwand 11 zwischen Pumpenraum 6 und Rotorraum
9 und in der Lagerdichtung des pumpenseitigen Wellenlagers 12
und außerdem durch eine fluid- und gasdurchlässige Ausströmöffnung
13 miteinander verbunden, so dass sich die Förderflüssigkeit
14, hier Wasser 14, auch im Rotorraum 9 befindet. Die
Ausströmöffnung 13 ist dabei durch den gesamten Strömungsweg,
den das Wasser 14 in einem internen Flüssigkeitskreislauf des nasslaufenden
Motors 5 vom Austritt aus dem Rotorraum 9 bis zum Eintritt in
den Pumpenraum 6 überwinden muss, bestimmt. Im Ausführungsbeispiel
erstreckt sich die Ausströmöffnung 13 von der Einmündung
des Wassers 14 am rotorraumseitigen Ende 15 der hohl ausgebildeten
Pumpenwelle entlang des Wellenhohlraumes und mündet am pumpenraumseitigen Ende
16 der Pumpenwelle in den Pumpenraum 6. Die Trennung zu den trockenlaufenden
Teilen des Motors 5 wird durch ein koaxial um den Rotor 8 angeordnetes
Spaltrohr 17 bewirkt, das den Rotorraum 9 zwischen Rotor
8 und Stator 18 abdichtet. An der dem Pumpenraum 6 abgewandten
Stirnwand 19 des Rotorraumes 9, die einen Teil des Motorgehäuses
4 bildet, befindet sich eine unverschließbare Auslassöffnung
20, die durch den gesamten Strömungsweg, den das Wasser
14 im Übergang vom Rotorraum 9 in die freie Umgebung des
Motorgehäuses 4 überwinden muss, bestimmt ist. Im Ausführungsbeispiel
besteht die Auslassöffnung 20 in Gestalt einer Bohrung 20
in der genannten Stirnwand 19 des Rotorraumes 9. Die erfindungsgemäße
Kreiselpumpe 1 in Ausführung als Tauchpumpe 1 sitzt, zumindest
teilweise geflutet, in einem zur Atmosphäre offenen Behälter
21 mit beliebigem Flüssigkeitsfüllstand 22, wobei die
Tauchpumpe 1 über einen auf dem Boden 23 des offenen Behälters
21 aufsitzenden Saugstutzen 24 mit seitlichen Ansaugöffnungen
25 zum direkten Ansaugen des Wassers 14 aus dem Behälter
21 verfügt. Druckseitig verfügt die Tauchpumpe 1 über
einen aus dem Behälter 21 reichenden Druckstutzen 26 zum
Anschluss an eine nicht dargestellte Rohleitung des offenen Fördersystems.
Der Entlüftungsvorgang in der erfindungsgemäßen Kreiselpumpe
1 erfolgt im Wesentlichen in zwei Phasen. In der Phase vor der Inbetriebnahme
der Kreiselpumpe 1 füllt sich der Rotorraum 9 über die
Einström- wie auch über die Ausströmöffnung 10,
13 mit Wasser 14 bis in Höhe des jeweiligen Flüssigkeitsfüllstandes
22 im umgebenden Behälter 21, da die Auslassöffnung
20 wie der Behälter 21 mit der freien Atmosphäre verbunden
ist. Vorteilhafter Weise ist der Rotorraum 9 oberhalb des Pumpenraumes
6 angeordnet, so kann möglicherweise im Saugstutzen 24 oder
im Pumpenraum 6 angesammelte Luft bereits im Stillstand der Kreiselpumpe
1 durch die Auftriebswirkung infolge der Dichteunterschiede zwischen dem
Wasser 14 und Luft in den Rotorraum 9 aufsteigen und über
die Auslassöffnung 20 entweichen. Ist zudem, wie im Ausführungsbeispiel,
die Auslassöffnung 20 an der dem Pumpenraum 6 abgewandten
Stirnwand 19 des Rotorraumes 9 angeordnet, kann bei einem Flüssigkeitsfüllstand
22 oberhalb des Motorgehäuses 4 Pumpenraum 6 und
Rotorraum 9 bereits im Stillstand der Kreiselpumpe 1 weitestgehend
vollständig entlüftet werden.
Mit der Phase der Inbetriebnahme der Kreiselpumpe 1 wird
der interne Flüssigkeitskreislauf zur Entlüftung und Kühlung des
Motors 5 in Gang gesetzt. Das Laufrad 3 erzeugt im Pumpenraum
6 jenseits des Saugstutzens 24 einen Flüssigkeitsdruck der
über dem atmosphärischen Umgebungsdruck des Motorgehäuses
4 liegt, wogegen im Saugstutzen 24 und im Zentrum des Pumpenraumes
6 ein Unterdruck gegenüber dem atmosphärischen Umgebungsdruck
entsteht. Infolge der entstehenden Druckdifferenz zwischen den Einströmöffnungen
10 in der Trennwand 11 und der Ausströmöffnung
13 am pumpenraumseitigen Ende 16 der hohlen Pumpenwelle
wird eine interne Strömung durch den Rotorraum 9 erzeugt, die den
Rotorraum 9 vollständig mit Wasser 14 füllt und restliche
Luft im Rotorraum 9 nach oben verdrängt. Auf Grund der Druckdifferenz
zwischen dem Überdruck im Rotorraum 9, der annähernd dem des
Pumpenraumes 6 entspricht, und dem atmosphärische Umgebungsdruck an
der Auslassöffnung 20 wird erfindungsgemäß ein weiterer
Strömungsweg eröffnet, über den die restliche Luft auf kürzestem
Wege aus dem Rotorraum 9 entweichen kann, bevor ein unbedeutender Flüssigkeitsstrom
nachfolgt. Der Durchmesser der Bohrung 20 ist dabei so gewählt, dass
die Druckverhältnisse im Rotorraum 9 weitestgehend unverändert
bleiben und der interne Flüssigkeitskreislauf nicht beeinträchtigt wird.
Das wird dadurch erzielt, dass der Strömungswiderstand der Auslassöffnung
20, der sich aus dem Durchmesser der Bohrung 20 ergibt, im Wesentlichen
gleich oder größer als der Strömungswiderstand der Ausströmöffnung
13 ist. Der Flüssigkeitsstrom aus der Auslassöffnung
20 wird im umgebenden Behälter 21 aufgefangen und dem Fördersystem
wieder zugeführt.
Mit der erfindungsgemäßen Kreiselpumpe 1 nach dem
Ausführungsbeispiel wird eine vollständige Entlüftung des Pumpenraumes
6 und des Rotorraumes 9 in kürzester Zeit erreicht. Die Tauchpumpe
1 saugt unmittelbar nach dem Start mit voller Förderleistung an und
gewährleistet dauerhaft eine ausreichende Schmierung und Kühlung des Motors
5. Die Vorzüge dieses Ausführungsbeispiels kommen insbesondere
bei Kühlsystemen für wärmeempfindliche elektrische oder elektronische
Baugruppen, wie zum Beispiel Serverschränken, zum Tragen. Die sich selbsttätig
entlüftende Tauchpumpe 1 stellt sicher, dass direkt nach dem Einsschalten
des Kühlsystems die volle Förderleistung der Tauchpumpe 1 bereitsteht,
was für die Kühlung der wärmeempfindlichen Baugruppen unabdingbar
ist, um sie vor Schäden durch kurzfristigen Wärmestau zu schützen.
2 zeigt die erfindungsgemäße Kreiselpumpe
1 als Tauchpumpe 1 in einem Ausdehnungsbehälter
27 eines nicht näher dargestellten geschlossenen Fördersystems.
Der Ausdehnungsbehälter 27 ist hermetisch dicht verschlossen, indem
das Unterteil 28 des Ausdehnungsbehälters 27 mit dem Deckel
29 des Ausdehnungsbehälters 27 unter Zwischenlage einer Dichtung
30 mittels einer Schraubverbindung 31 fluid- und gasdicht verschraubt
ist. Über den Druckstutzen 26 der Tauchpumpe 1 und über
einen Zulaufstutzen 32 ist der Ausdehnungsbehälter 27 vor-
und rücklaufseitig mit dem Förderkreis des geschlossenen Fördersystems
verbunden. Der Ausdehnungsbehälter 27 ist bis zu einem Flüssigkeitsfüllstand
33 mit der Förderflüssigkeit 14, hier Wasser
14, gefüllt. Darüber befindet sich ein Luftraum 34,
der als Kompensationsraum bei thermisch bedingter Ausdehnung des Wassers
14 im geschlossenen Fördersystem dient. Da es sich um einen Ausdehnungsbehälter
27 ohne Membran zwischen dem Wasser 14 und dem Luftraum
34 handelt, ist dieser Ausdehnungsbehälter 27 außerdem
als Luftsammelgefäß geeignet. Um eine vollständige Sammlung der Luft
aus dem geschlossenen Fördersystem im Ausdehnungsbehälter 27
zu bewirken, ist dieser Ausdehnungsbehälter 27 bei bestimmungsgemäßer
Anordnung des Fördersystems an dessen höchstem Punkt angeordnet. In Verbindung
mit der erfindungsgemäßen Kreiselpumpe 1 in beschriebener Ausführung
und Funktion als Tauchpumpe 1 nach 1 ergeben
sich analoge Druckverhältnisse in den Phasen vor dem Start und während
der Inbetriebnahme der Tauchpumpe 1, wobei der Umgebungsdruck des Motorgehäuses
4 nicht durch den atmosphärischen Druck, sondern durch den Druck des
geschlossenen Fördersystems im Ausdehnungsbehälter 27 gebildet
wird. Damit ergibt sich auch hier bereits im Stillstand der Tauchpumpe
1 eine weitestgehend vollständige Entlüftung der Tauchpumpe
1 entsprechend des Flüssigkeitsfüllstandes 33, wobei
die Luft in den Luftraum 34 entweicht. Mit dem Einschalten der Tauchpumpe
1 wird in vorbeschriebener Weise sofort ein nahezu luftfreier Förderkreislauf
gewährleistet. Die Vorzüge dieses Ausführungsbeispiels kommen insbesondere
bei transportablen Fördersystemen, wie Kühlsystemen für elektrische
oder elektronische Baugruppen in mobilen Geräten zum Tragen. Dies können
zum Beispiel Kühlsysteme für Computer mit wärmeempfindlichen Baugruppen,
wie die Central Processor Unit (CPU) oder die Graphic Processor Unit (GPU) sein.
Beim Transport oder anderweitiger Lageänderung des Computers kann die im Ausdehnungsbehälter
27 des Kühlsystems gesammelte Luft erneut in das Fördersystem
oder in den Saugstutzen 24 der Tauchpumpe 1 gelangen. Mit der
Tauchpumpe 1 in der Anordnung nach 2 kann
nicht nur bei der ersten Inbetriebnahme der Tauchpumpe 1 nach deren Montage
in diesem Kühlsystem, sondern auch mit jedem Neustart nach der Ortsveränderung
des Computers jederzeit selbsttätig und kurzfristig die volle Förderleistung
der Tauchpumpe 1 wieder bereitgestellt und die schnelle Entlüftung
des Förderkreislaufes bewirkt werden, was für die betriebssichere Kühlung
der CPU oder GPU unabdingbar ist, um sie vor Schäden durch kurzfristigen Wärmestau
zu schützen.
- 1
- Kreiselpumpe, Tauchpumpe
- 2
- Pumpengehäuse
- 3
- Laufrad
- 4
- Motorgehäuse
- 5
- Motor
- 6
- Pumpenraum
- 7
- Pumpenwelle
- 8
- Rotor
- 9
- Rotorraum
- 10
- Einströmöffnung
- 11
- Trennwand
- 12
- pumpenseitiges Wellenlager
- 13
- Ausströmöffnung
- 14
- Förderflüssigkeit, Wasser
- 15
- rotorraumseitigen Ende der Pumpenwelle
- 16
- pumpenraumsaumseitigen Ende der Pumpenwelle
- 17
- Spaltrohr
- 18
- Stator
- 19
- Stirnwand des Rotorraumes
- 20
- Auslassöffnung, Bohrung
- 21
- offener Behälter
- 22
- Flüssigkeitsfüllstand
- 23
- Boden des Behälters
- 24
- Saugstutzen
- 25
- seitliche Ansaugöffnung
- 26
- Druckstutzen
- 27
- Ausdehnungsbehälter
- 28
- Unterteil
- 29
- Deckel
- 30
- Dichtung
- 31
- Schraubverbindung
- 32
- Zulaufstutzen
- 33
- Flüssigkeitsfüllstand
- 34
- Luftraum