Die Erfindung betrifft eine mehrschichtige Werkstoffverbundstruktur
mit integrierter Antennenanordnung mit einer Primärstruktur, einer auf der
Oberfläche der Primärstruktur flächig aufgebrachten Kernmaterialschicht
und einer Abdeckschicht auf der Kernmaterialschicht. Eine solche Werkstoffverbundstruktur
kann beispielsweise für aerodynamisch konforme Außengeometrien z. B. von
Luftfahrzeugen eingesetzt werden.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer
solchen mehrschichtigen Werkstoffverbundstruktur mit integrierter Antennenanordnung.
Datenübertragungssysteme mit hoher Frequenzbandbreite erfordern
verhältnismäßig große Aperturen, um die anfallenden Datenmengen
schnell und effizient weiterzuleiten und somit eine zeitnahe Verarbeitung gewährleisten
zu können. Die hierfür notwendigen konventionellen Antennen können
leicht geometrische Dimensionen erreichen, die entweder eine Integration in einer
Primärstruktur aus strukturmechanischen oder systemtechnischen Gründen
verhindern oder die Leistungsfähigkeit der Primärstruktur erheblich beeinträchtigen.
Dies trifft gleichermaßen für Radarantennen, Satellitennavigationsantennen
(z. B. GPS-Antennen – Global Positioning System) etc. zu. Ein großes
Problem stellt beispielsweise die Integration derartiger konventioneller Antennen
in Flugzeugen dar. Auf kleinen Flugzeugplattformen ist oftmals eine Anbringung dieser
Antennen nicht möglich.
Hinzu kommt, dass Datenfunksysteme oftmals große, mechanisch
nachgeführte Reflektor/Array-Antennen mit einem flugfähigen Radom benötigen.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass bei der in Flugzeuge zu integrierenden
Vielzahl von Antennen, die über diverse Positionen am Flugzug verteilt sind
und im Falle von Schwertantennen aus der Außenstruktur des Flugzeuges herausragen,
die Aerodynamik nachteilig beeinflusst wird. Bei Kampfflugzeugen führen die
Schwertantennen auch zu Nachteilen bezüglich der Radarsignatur, so dass diese
für feindliches Radar besser erkennbar sind.
Da eine Zusammenfassung mehrerer Funktionen mit einer oder wenigen
Antennen oftmals durch die zu gewährleistende Interoperabilität der Systeme
nicht möglich ist, existieren Bestrebungen, Antennenanordnungen in mehrschichtige
Werkstoffverbundstrukturen zu integrieren. Solche strukturintegrierte Antennen sind
in der Lage, die erforderlichen großen Aperturen bei minimalem Eingriff in
die strukturmechanischen Eigenschaften einer Primärstruktur zu erzeugen. So
können strukturintegrierte Antennen in bislang nicht genutzte Strukturflächen,
beispielsweise Rumpf-, Tragflügel- und Ruderflächen eines Flugzeugs, eingebunden
werden.
Aus der DE 37 38 506 A1
ist eine tragende Struktur bekannt, in die eine hochfrequenzleitende Struktur, wie
beispielsweise eine Mikrostripantenne integriert ist. Das Mikrostrip- oder Antennendielektrikum
der Antenne ist dabei in faserverstärktem Kunststoff mit hoher Festigkeit und
Steifigkeit ausgeführt und bildet selbst die Außenseite der tragenden
Struktur.
US-Patent 5,184,141 beschreibt eine Sandwichstruktur zur Verwendung
in Flugzeugteilen, in die eine Antenne integriert ist. Hierzu wird eine Antennenzuleitung
durch die Sandwichstruktur durchgeführt und an der Oberseite der Sandwichstruktur
auf einer Abdeckschicht eine flächige Antenne aufgebracht. Die Abdeckschicht
und die Antenne wird dann mit einer weiteren Schicht abgedeckt.
DE 37 38 506 A1 offenbart eine tragende
Struktur einer aktiven Antenne für Luft- oder Raumfahrtanwendungen aus faserverstärktem
Kunststoff. In die tragende Struktur sind wärmeleitende oder elektromagnetische,
wellenleitende Elemente integriert. Beispielsweise können elektrische Module
oder Elektronikplatinen in Hohlräume der tragenden Struktur integriert werden.
Die Antennen befinden sich an der Außenseite der Struktur.
DE 103 56 395 A1 offenbart eine
Außenstruktur-konforme Antenne in einer Trägerstruktur eines Fahrzeuges.
Hierbei ist ein elektromagnetischer Funktionskern in einer Mulde einer Primärstruktur
eingebettet und mit einer Abdeckplatte auf der gegenüberliegenden Seite abgedeckt.
Der Antennen-Funktionskern ist ein integrales Bauteil, das ebenso wie die Abdeckplatte
in die Mulde eingeklebt wird. Mit dem elektromagnetisch wirksamen Funktionskern
sind gekrümmte Bauteile nur bedingt realisierbar.
Bei der Konstruktion der tragenden Struktur müssen jedoch nachteilig
Einbauräume für die zu integrierenden Antennenstrukturen berücksichtigt
werden, die selbst keine strukturmechanische Funktion haben.
Aufgabe der Erfindung ist es eine verbesserte mehrschichtige Werkstoffverbundstruktur
mit integrierter Antennenanordnung zu schaffen.
Die Aufgabe wird mit der gattungsgemäßen mehrschichtigen
Verbundstruktur erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass im Unterschied
zur DE 37 38 506 A1 eine mehrschichtige
Werkstoffverbundstruktur mit Primärstruktur, Kernmaterialschicht und Abdeckschicht
eingesetzt wird. Dabei werden Antennenstrahlerelemente in die Kernmaterialschicht
eingebaut. Die Kernmaterialschicht hat hierzu eine Vielzahl ausgefräster Aussparungen
zur Aufnahme und Positionierung von entsprechend der Aussparung geformten Antennenstrahlerelementen.
Zudem ist eine lasttragende dielektrische Abdeckschicht vorgesehen, die eine geringe
Dielektrizitätskonstante und einen niedrigen Verlustfaktor hat und zur Aufnahme
von Transientenkräften aus der die Abdeckschicht umgebenden Struktur und dem
Schutz der Kernmaterialschicht vor externen Impactereignissen vorgesehen ist. Die
Primärstruktur, die Kernmaterialschicht mit den Antennenstrahlerelementen und
die lasttragende Abdeckschicht sind in situ zu einer integralen Verbundstruktur
zusammenlaminiert. Die Werkstoffverbundstruktur wird dabei in situ durch Infiltrieren
der Primärstruktur, der Kernmaterialschicht mit den Antennenstrahlerelementen
und der Abdeckschicht gemeinsam in einem Schritt mit Harzmaterial gebildet. Hierdurch
ist eine eindeutige und genaue Positionierung der Antennenstrahlerelemente in der
Kernmaterialschicht möglich. Der in situ-Fertigungsprozess ist mit minimalem
Aufwand verbunden und flexibel auch für stark gekrümmte Strukturen einsetzbar.
Derartige Werkstoffverbundstrukturen können beispielsweise einachsig oder sogar
zweiachsig gekrümmt sein.
Damit wird eine Antennenstruktur geschaffen, bei der die elektromagnetischen
Hochfrequenzkomponenten nicht in verbleibende Ausschnitte der tragenden Struktur
montiert sind, sondern bei denen die Antennenstrahlerelemente Teile der Kernmaterialschicht
bilden und zusammen mit dieser integral mit der Primärstruktur und der Abdeckschicht
zu einer einzigen Verbundstruktur zusammenlaminiert sind.
Damit ist die elektromagnetische Funktionsfähigkeit der strukturintegrierten
Antenne sichergestellt, die gleichzeitig mechanisch in den Kraftfluss der Werkstoffverbundstruktur
nach dem Prinzip eines Sandwichverbundes eingebunden ist.
Die Kernmaterialschicht kann beispielsweise ein Hartschaumwerkstoff,
ein wabenförmiger Werkstoff, glasfaserverstärkter Kunststoff, Leiterplattenmaterial
oder ein syntaktischer Film, wie beispielsweise Syncore sein.
Die lasttragende Abdeckschicht hat die Aufgabe, der Werkstoffverbundstruktur
die notwendige Formstabilität zu verleihen und äußere sowie strukturelle
Lasten aufzunehmen sowie die Antennenstrahlerelemente vor äußeren Einflüssen
zu schützen. Weiterhin muss die Abdeckschicht durch ihre dielektrischen Eigenschaften
eine Abstrahlung der von den Antennenstrahlerelementen emittierten elektromagnetischen
Wellen sicherzustellen. Hierzu sollte die Abdeckschicht eine Dielektrizitätskonstante
von weniger als 3,5 sowie einen Verlustfaktor von weniger als 0,01 haben.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine Regenerosionsschutzschicht
auf der freien Oberfläche der Abdeckschicht vorgesehen ist, die der Kernmaterialschicht
gegenüberliegt. Die Regenerosionsschutzschicht kann beispielsweise aus aufklebbaren
Folien oder Lackierlösungen gebildet sein. Dabei ist jedoch zu beachten, dass
die elektrischen Eigenschaften der Antennenstruktur erhalten bleiben müssen.
Die lasttragende Einbettung der Antenne in die Primärstruktur
hat den Vorteil, dass keine Verbindungs- und Versteifungselemente erforderlich sind.
Vielmehr erfolgt die Lastübertragung direkt über das Kernmaterial, die
Abdeckschicht und gegebenenfalls über die Antennenstrahlerelemente, die integral
in die Werkstoffverbundstruktur eingebaut sind. Die Kernmaterialschicht hat vorzugsweise
eine Dicke im Bereich von 2 bis 5 mm bevorzugt von etwa 3 mm. Die Abdeckschicht
hat vorzugsweise eine Dicke von etwa 0,5 bis 2 mm, bevorzugt von etwa 1 mm. Mit
dieser Bauweise wird eine deutliche Reduzierung des Gewichts und Integrationsvolumens
im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen erzielt.
Es ist aber auch denkbar, dass das Kernmaterial bereits ausgehärtet
ist und profilgefräst mit den Antennenstrahlerelementen und der Primärstruktur
sowie der Abdeckschicht zusammengebracht und gemeinsam ausgehärtet werden,
beispielsweise in einem Co-Curing/Co-Bonding-Prozess.
Das Matrix-Harzmaterial kann in einem Harzinfusionsprozess (LRI –
Liquid Resin Infusion), z. B. SLI – Single Line Injection, DP-RTM –
Differential Pressure Resin Transfer Moulding, VAP – Vacuum Assisted Process,
RTM – Resin Transfer Moulding, VARI – Vacuum Assisted Resin Infusion,
MVI – Modifiziertes Vakuum Infusionsverfahren etc., in den Gesamtverbund
eingeleitet und anschließend ausgehärtet werden.
Mögliche weitere derzeit bekannte Verfahren sind der Prepreg-
und Thermoplastdiaphragma-Prozess. Hier befindet sich das Harzmaterial zur Bildung
der Primärstruktur und Abdeckschicht bereits in harter Form (Thermoplast) oder
im B-Zustand (weich, unvernetzt und formbar) im Verbund. Dieses Harzmaterial verklebt
auch die Kernmaterialschicht und die Antennenstrahlerelemente in der Werkstoff-Verbundstruktur,
kann aber auch in Form einer Klebefilmschicht zusätzlich eingebracht und gemeinsam
ausgehärtet/konsolidiert werden.
Eine lagenweise gestufte Ausbildung des Übergangs von Abdeckschicht
zur Primärstruktur hat eine verbesserte Lasteinleitung in die lasttragende Abdeckschicht
zur Folge.
Die Kernmaterialschicht kann sich auch quer zu einer Krümmungsrichtung
erstreckenden Nuten zur Realisierung einer dem Krümmungsverlauf der Primärstruktur
folgenden Krümmung der Kernmaterialschicht haben. Auf diese Weise wird eine
Biegsamkeit der Kernmaterialschicht in definierte Krümmungsachsen erzielt.
Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die elektrische Kontaktierung der
Antennenstrahlerelemente mit isolierten, die Primärstruktur durchstoßenden
Kontaktierungselementen erfolgt, die elektrisch mit zugeordneten Antennenstrahlerelementen
verbunden sind. Die durch die Primärstruktur stoßende Kontaktierung hat
den Vorteil einer geringen Strukturschwächung.
Die Aufgabe wird weiterhin mit dem Verfahren zur Herstellung einer
solchen mehrschichtigen Werkstoffverbundstruktur mit integrierter Antennenanordnung
gelöst durch die Schritte:
- a) Ausfräsen einer Vielzahl von Aussparungen in die Kernmaterialschicht
und ein Einsetzen entsprechend der Aussparung geformter Antennenstrahlerelemente;
- b) Anordnen einer Kernmaterialschicht mit in die Kernmaterialschicht eingebrachten
Antennenstrahlerelementen zwischen einer Oberfläche der Primärstruktur
und einer dielektrischen Abdeckschicht;
- c) Verbinden der Primärstruktur, der Kernmaterialschicht mit den Antennenstrahlerelementen
und der dielektrischen Abdeckschicht zu einer integralen Verbundstruktur durch in
situ-Fertigung der Werkstoffverbundstruktur durch Infiltrieren der Primärstruktur,
der Kernmaterialschicht mit den Antennenstrahlerelementen und der Abdeckschicht
gemeinsam in einem Schritt mit Harzmaterial.
Hierdurch wird eine strukturmechanisch optimierte Werkstoffverbundstruktur
ohne zusätzliche Verbindungs- und Versteifungselemente bereitgestellt, die
relativ leicht und mit relativ geringem Volumen realisiert werden kann. Bedingt
durch die außenstrakkonforme Bauweise der strukturintegrierten Antenne ergeben
sich aerodynamische Vorteile für das Trägersystem.
Das Ausfräsen und Einsetzen in den Schritt a) hat den Vorteil,
dass eine eindeutige und genaue Positionierung der Antennenstrahlerelemente möglich
ist, ohne dass diese bei der Verbindung der Primärstruktur, der Kernmaterialschicht,
mit den Antennenstrahlerelementen und der dielektrischen Abdeckschicht aufschwimmen
und sich seitlich verschieben kann.
Die Aussparungen werden in Dickenrichtung der Kernmaterialschicht
vorzugsweise abgestuft.
Durch die in situ-Fertigung kann mit minimalem Aufwand eine tragfähige
Werkstoffverbundstruktur geschaffen werden, die auch stark gekrümmt sein kann.
Die in-situ-Fertigung kann beispielsweise mit einem Harzinfusionsprozess
erfolgen, bei dem das Matrix-Harzmaterial in den Gesamtverbund eingeleitet und anschließend
ausgehärtet wird. Derartige Harzinfusionsprozesse sind zum Beispiel die bereits
oben erwähnten Prozesse SLI, DP-RTM, VAP, RTM, VARI, MVI etc.
Die in-situ-Fertigung kann aber auch mit Verfahren erfolgen, bei denen
das Harzmaterial zur Bildung der Primärstruktur und Abdeckschicht nicht im
flüssigen Zustand infiltriert wird. Bei Nutzung des Thermoplastdiaphragma-Prozesses
ist das Harzmaterial in harter Form im Werkstoffverbund enthalten. Geeignet ist
auch das Prepreg-Verfahren, bei dem sich das Harz in einem anderen Zustand, beispielsweise
dem B-Zustand, im Werkstoffverbund befindet. Es ist auch denkbar, Harzmaterial in
Form einer Klebefilmschicht zusätzlich einzubringen.
Allen genannten Verfahren ist allerdings gemeinsam, dass bei der in-situ-Fertigung
die Aushärtung bzw. Konsolidierung der Werkstoffverbundstruktur gemeinsam erfolgt.
In dem Verfahren kann auch ein Einbringen von sich quer zu einer Krümmungsrichtung
erstreckende Nuten in die Kernmaterialschicht vorgesehen sein, so dass die Kernmaterialschicht
biegsam wird und an einen Krümmungsverlauf der Primärstruktur anpassbar
ist.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen
beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:
1 – Querschnittsansicht einer strukturintegrierten
Antenne im Transferbereich;
2 – Querschnittsansicht einer auf einem Werkzeug
aufgelegten mehrschichtigen Werkstoff-Verbundstruktur und perspektivische Ansicht
der Verbundstruktur;
3a-3d – Skizzen zur Darstellung des Herstellungsverfahrens
einer mehrschichtigen Werkstoff-Verbundstruktur mit integrierter Antennenanordnung.
Die 1 lässt eine Querschnittsansicht
einer strukturintegrierten Antenne im Transferbereich einer mehrschichtigen Werkstoff-Verbundstruktur
1
erkennen, bei der Antennenstrahlerelemente in eine Kernmaterialschicht
2 eingebaut sind. Die Kernmaterialschicht 2 ist auf die Oberfläche
einer Primärstruktur 3 aufgebracht und integral hiermit verbunden.
Die Primärstruktur 3 ist beispielsweise ein faserverstärktes
Verbundmaterial z. B. eine GFK- (glasfaserverstärkter Kunststoff) oder CFK-(kohlenfaserverstärkter
Kunststoff) Struktur.
Die Oberfläche der mit den Antennenstrahlerelementen versehenen
Kernmaterialschicht 2 ist durch eine lasttragende Abdeckschicht
4 abgedeckt, die als Frontdielektrikum wirkt.
Die Kernmaterialschicht 2, die Abdeckschicht 4 und
die Primärstruktur 2 bilden eine integrale mehrschichtige Werkstoff-Verbundstruktur.
Die Primärstruktur 3 kann beispielsweise ein Bauteil
eines Flugzeuges sein, z. B. ein Tragfläche. Die Kernmaterialschicht
2 kann aus mehreren miteinander verpressten Leiterplatten, z. B. verstärkten
Polymer- oder Keramiksubstraten, bestehen und beinhaltet die wesentlichen elektromagnetischen
Funktionsschichten der Antenne einschließlich von Strahlerelementen, beispielsweise
zwei Schichten mit Antennenpatches. Die Abdeckschicht 4 dient dazu, der
Antenne die notwendige Formstabilität zu verleihen, die aerodynamischen und
einen Teil der strukturellen Lasten aufzunehmen sowie die Antenne vor äußeren
Einflüssen zu schützen.
Es ist erkennbar dass die nicht dargestellten Antennenstrahlerelemente
in der Kernmaterialschicht mit die Primärstruktur 3 durchstoßenden
Kontaktierungselementen 5 elektrisch kontaktiert sind. Die 2
lässt eine Querschnittsansicht eines Herstellungsverfahrens einer gekrümmten
Werkstoff-Verbundstruktur 1 erkennen, die in der perspektivischen Darstellung
zusätzlich gezeigt ist.
Nach der Fertigung von Antennenstrahlerelementen 6 durch
Herstellung eines elektromagnetisch aktiven Funktionskerns, Zersägen dieses
Funktionskerns und Ausfräsen von Antennenstrahlerelementen 6 aus dem
Funktionskern wird eine Kernmaterialschicht 2, beispielsweise eine Syncore-Schicht,
hergestellt und zur Aufnahme der Antennenstrahlerelemente 6 entsprechend
ausgefräst. Die Aussparungen für die Antennenstrahlerelemente
6 sind vorzugsweise in Dickenrichtung gestuft und weisen im Bereich angrenzend
an die Oberfläche zur Verbindung mit der Abdeckschicht 4 einen geringeren
Durchmesser auf, als im Bereich angrenzend an die Oberfläche zur Verbindung
mit der Primärstruktur 3 auf. Die Abdeckschicht 4 wird hierbei
auf ein entsprechend der Form der herzustellenden gekrümmten Werkstoff-Verbundstruktur
1 geformtes Werkzeug 7 gelegt. Anschließend wird die ausgefräste
Kernmaterialschicht 3 eingelegt und die Antennenstrahlerelemente
6 eingesetzt. Die gestufte Ausfräsung der Antennenstrahlerelemente
6 bzw. der Kernmaterialschicht 3 hat den Vorteil, dass die Antennenstrahlerelemente
6 auch vorher in die Kernmaterialschicht 3 eingelegt werden können,
ohne dass diese herausfallen. Dann kann die Kernmaterialschicht 3 zusammen
mit den bereits eingesetzten Antennenstrahlerelementen 6 zusammen zusammen
auf die Abdeckschicht 4 in das Werkzeug 7 platziert und genau
ausgerichtet werden.
Anschließend wird die Primärstruktur 3 aufgelegt,
wobei Kontaktierungselemente 5 der Antennenstrahlerelemente 6
in Form von Stiften die Primärstruktur 3 durchstoßen, ohne dass
dies zu einer wesentlichen Schwächung der Werkstoff-Verbundstruktur
1 führt.
Die Werkstoff-Verbundstruktur 1 wird dann In-Situ mit an
sich bekannten Harzinfusionsprozessen, wie beispielsweise dem SLI-Prozess (Single
Line Injection), gefertigt, indem das Matrix-Harzmaterial in den Gesamtverbund mit
Hilfe von Vakuum eingeleitet und anschließend ausgehärtet wird.
Die 3a) bis 3d) zeigen die Verfahrensschritte
zur Herstellung der Antennenstrahlerelemente 6 und der Kernmaterialschicht
3.
Aus der 3a ist erkennbar, dass ein elektromagnetisch
wirksamer Funktionskern 8 aus einer Kernmaterialschicht 3 mit
elektromagnetisch aktiven Antennenbereichen 9 herstellt wird, wobei die
Antennenbereiche 9 in regelmäßigen Abständen voneinander
angeordnet sind.
Der elektromagnetische Funktionskern 8 wird dann zersägt
und einzelne oder zusammenhängende Antennenstrahlerelemente 6 ausgefräst
(siehe 3b).
Anschließend wird die Kernmaterialschicht 2 hergestellt
und durch Fräsen an die gewünschte Oberflächenprofilierung angepasst
(3c). In die Kernmaterialschicht 2 werden Bohrungen
10 zur Aufnahme der Antennenstrahlerelemente 6 aufgenommen.
Anschließend werden die Antennenstrahlerelemente 6 in
die Bohrungen 10 der Kernmaterialschicht 2 eingesetzt (3d).
Diese mehrschichtige Werkstoff-Verbundstruktur 1 mit integrierter
Antennenanordnung hat im Vergleich zur herkömmlichen Integration konventioneller
Antennen einen durch den Wegfall etwaiger Verbindungs- und Versteifungselemente
bedingten Gewichtsvorteil. Zudem ergeben sich minimale Aufwände für das
Volumen der strukturintegrierten Antenne. Durch die außenstrakkonforme Bauweise
der strukturintegrierten Antenne ergeben sich aerodynamische Vorteile
für das Trägersystem sowie die Möglichkeit der Integration in bisher
für Antennen nicht zugängliche Bereiche. Bei Flugzeugen sind dies z. B.
Ruder, Klappen, sowie in Kombination mit einer entsprechend isolierten HF-Zuleitung
zu den Antennenstrahlerelementen 6 auch betankte Bereiche. Mit der Werkstoffverbundstruktur
können große Flächen für Antennen realisiert werden.