Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verdampfen eines flüssigen
Kraftstoffs, welches insbesondere zur Herstellung eines Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisches
geeignet ist, sowie eine Mischkammer zur Durchführung dieses Verfahrens.
Stand der Technik
Neben der klassischen Dampfreformierung zur Wasserstoffproduktion
stellt die autotherme Reformierung eine vielversprechende Alternative dar. Dabei
reagiert ein Sauerstoff-Wasser-Gemisch im Reaktor ohne externe Wärmequelle
mit Kohlenwasserstoff CnHm entsprechend folgender Gleichungen:
CnHm + nH2O → nCO + (m/2 + n)H2
&Dgr;HR > 0 (Dampfreformierung)
CnHm + n/2O2 → m/2H2
+ nCO &Dgr;HR < 0 (partielle Oxidation)
Für Methan CH4 (n = 1, m = 4) stellen sich die Reaktionsgleichungen
wie folgt dar:
CH4 + H2O ⇒ CO + 3H2 &Dgr;HR
= +206 kJ/mol
CH4 + 0,5O2 ⇒ CO + 2H2 &Dgr;HR
= –35 kJ/mol
Der Sauerstoff wird in der Regel mittels Luft bereitgestellt. Die
Wärme, die für die Dampfreformierung notwendig ist, wird durch die partielle
Oxidation des Kohlenwasserstoffs zur Verfügung gestellt. Der Prozess kann somit
in einem autothermen Betriebsmodus gefahren werden. Prinzipiell ist ein höherer
Wirkungsgrad möglich, da systembezogene Enthalpieverluste nur durch den warmen
Produktgasstrom möglich sind. Besonders für den Gebrauch von Brennstoffzellensystemen
als Fahrzeugantrieb mit Benzin oder Diesel als Kraftstoff scheint die autotherme
Reformierung sehr viel versprechend. Dies ist durch die hohe Reaktionstemperatur
(ca. 800°C) und eine gute Reaktionskinetik zu erklären.
Neben der Entwicklung von geeigneten Katalysatoren für die autotherme
Reformierung von Mitteldestillaten hängt die Einsatzfähigkeit eines Reformers
wesentlich davon ab, ob optimierte Betriebsbedingungen eingestellt werden können.
Die Reformierung von flüssigen Kraftstoffen stellt hohe Ansprüche an die
Vorbereitung der Edukte, bevor sie in die Reaktionszone des Reaktors, d. h. des
Reformers eintreten.
Eine schlechte Qualität des Eduktgemisches hat regelmäßig
eine negative Wirkung auf den Umsatz des Kraftstoffs, da sich in der Reaktionszone
Ruß und so genannte "Hot Spots" bilden. Um diese Probleme zu vermeiden, ist
es insbesondere wichtig, dass die O2/C- und H2O/C-Verhältnisse
im Gemisch möglichst konstant bleiben und nicht schwanken. Teilweise bildet
sich auch bereits bei der Herstellung des Eduktgemisches Ruß, der sich in der
Mischkammer ablagert.
Die Mischkammer eines Reformers hat daher die folgenden Funktionen:
- • Zuführung des Kraftstoffs
- • Zerstäubung und Verdampfung des Kraftstoffs
- • Gemischbildung (Homogenisierung der Kraftstoffkonzentration im Luft-Dampf-Strom)
- • Homogenisierung der Durchflussverteilung (Fließgeschwindigkeitsprofil)
Aus der WO 00/10911 ist eine Mischkammer bekannt, in der Kraftstoff
mit Hilfe von überhitztem Wasserdampf verdampft und in einem zweiten Bereich
mit Luft durchmischt wird. Nachteilig ist mit einer solchen Mischkammer die Verdampfung
der schwer siedenden Komponenten einiger flüssiger Kraftstoffe wie Diesel oder
Heizöl sehr schwierig. Wird der Kraftstoff nur durch den direkten Wärmeaustausch
mit einem heißen Gas verdampft, verdampfen zuerst nur die leicht siedenden
Komponenten. Da dem Gas hierfür große Energiemengen entzogen werden, sinkt
die Gastemperatur fortwährend ab, so dass sie nicht mehr ausreicht, um die
schwer siedenden Komponenten zu verdampfen. Daher können komplexe Kraftstoffe
auf diese Weise in der Regel nur unvollständig verdampft werden.
Die DE 198 60 308 A1
offenbart ein Verfahren zur Verwertung eines Brennstoffs, bei dem als Wärmequelle
für die Verdampfung des flüssigen Kraftstoffs die so genannte „Kalte
Flamme" als genau definierte exotherme Reaktion genutzt wird. Nachteilig besteht
bei diesem Verfahren die Gefahr der Rußbildung, falls eine Reaktion zwischen
dem Oxidaten und dem flüssigen Kraftstoff zündet.
In der US 5,826,422 wird ein
Teil des Kraftstoffs verbrannt, um die für die Verdampfung notwendige Wärme
zu erzeugen. Nachteilig wird auch bei dieser klassischen Verbrennung Ruß gebildet.
Aufgabe und Lösung
Aufgabe der Erfindung ist daher, ein Verfahren zur vollständigen
Verdampfung eines komplexen flüssigen Kraftstoffs ohne Rußbildung, insbesondere
zur Herstellung eines Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisches für einen Reformer,
zur Verfügung zu stellen. Das Verfahren sollte auch schwer siedende Bestandteile
flüssiger Kraftstoffe verdampfen. Das Endprodukt des Verfahrens sollte eine
solche Qualität aufweisen, dass auch bei seiner Umsetzung in einem nachgeschalteten
Reformer kein Ruß entsteht. Aufgabe der Erfindung ist außerdem, eine Mischkammer
zur Verfügung zu stellen, in der das Verfahren zur vollständigen Verdampfung
eines Kraftstoffs, beispielsweise zur Herstellung des Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisches,
durchgeführt werden kann.
Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß gelöst durch
ein Verfahren gemäß Hauptanspruch und eine Mischkammer
gemäß Nebenanspruch. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich
aus den jeweils darauf rückbezogenen Unteransprüchen.
Gegenstand der Erfindung
Im Rahmen der Erfindung wurde ein Verfahren gefunden, mit dem ein
flüssiger Kraftstoff auch dann vollständig verdampft werden kann, wenn
er schwer siedende Komponenten enthält. Beispielsweise enthalten Diesel und
Benzin solche schwer siedenden Komponenten. Es wurde erkannt, dass sich der Kraftstoff,
wie im Folgenden dargestellt, in zwei Stufen verdampfen lässt.
Welche Bestandteile leicht, beziehungsweise schwer siedend sind, wird
üblicherweise bei jedem Kraftstoff anders definiert. Bei Diesel werden Komponenten
als schwer siedend bezeichnet, wenn ihre Siedetemperatur höher als 350 bis
400°C liegt. Dementsprechend werden Komponenten mit einer Siedetemperatur bis
etwa 300°C als leicht siedende Komponenten bezeichnet.
In der ersten Stufe wird der Kraftstoff durch Wärmekontakt mit
einem primären Medium teilweise verdampft. Als primäres Medium ist jedes
Medium geeignet, das eine höhere Temperatur aufweist als die Verdampfungstemperatur
des Kraftstoffs und keine chemische Reaktion mit dem Kraftstoff eingeht.
Bei einem Gemisch aus mehreren Komponenten versteht man unter der
Verdampfungstemperatur des Gemisches die mittlere Verdampfungstemperatur seiner
Komponenten.
Vorzugsweise handelt es sich bei dem primären Medium um überhitzten
Wasserdampf. Durch den direkten Wärmeaustausch mit dem primären Medium
können in der Regel zwischen 50 und 99 Prozent, insbesondere zwischen 70 und
90 Prozent, der gesamten Kraftstoffmenge verdampft werden. Wenn es sich bei dem
Kraftstoff um ein Mehrstoffgemisch handelt, wie beispielsweise Diesel oder Benzin,
verdampfen in der ersten Stufe vor allem die leicht siedenden Komponenten des Kraftstoffs,
im Falle von Diesel diejenigen Komponenten mit einer Siedetemperatur unterhalb 300°C.
In der ersten Stufe findet keine chemische Reaktion zwischen dem Kraftstoff und
dem primären Medium statt.
Nach der ersten Stufe wird dem Kraftstoff ein oxidierendes sekundäres
Medium zugeführt, bei dem es sich insbesondere um Luft handeln kann. Das sekundäre
Medium kann bis auf 400°C vorgewärmt werden, wird jedoch vorzugsweise
mit Umgebungstemperatur zugeführt. Wird auf eine Vorwärmung verzichtet,
hat das Gesamtsystem einen höheren Wirkungsgrad, und es wird außerdem
vorteilhaft der für die Vorwärmung notwendige Wärmetauscher eingespart.
Wenn das sekundäre Medium auf das Gemisch von primärem Medium, bereits
verdampftem Kraftstoffanteil und noch unverdampftem Kraftstoffanteil trifft, reagiert
es exotherm mit dem bereits verdampften Kraftstoffanteil, der mit dem primären
Medium vorgemischt ist. Dieser wird teilweise oxidiert.
Ob das sekundäre Medium vorgewärmt werden muss oder nicht,
hängt von der Konstruktion der Anordnung ab, in der das Verfahren durchgeführt
wird. Es müssen derartige Bedingungen herrschen, dass die teilweise Oxidation
zündet. Insbesondere muss die Aktivierungsenergie für diese Oxidation
zur Verfügung stehen.
Der verdampfte Kraftstoff oxidiert ausdrücklich nur teilweise
und keinesfalls vollständig. Darunter ist eine Umsetzung des Kraftstoffs zu
verstehen, die weniger Energie freisetzt als die totale Verbrennung der umgesetzten
Kraftstoffmenge. Bei der teilweisen Oxidation entstehen als Reaktionsprodukte oxidierte
und nicht oxidierte Kohlenwasserstoffe, wie beispielsweise Formaldehyd, Acetaldehyd
oder Alkohole, sowie Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Diese Reaktionsprodukte können
in der nachgeschalteten Reformierung noch zu einem wasserstoffreichen Gas umgesetzt
werden. Reaktionsprodukte der totalen Verbrennung (Wasser und Kohlendioxid) können
dagegen bei der weiteren Reformierung nicht mehr zu einem wasserstoffreichen Gas
umgesetzt werden.
Um eine nur teilweise Oxidation des Kraftstoffs herbeizuführen,
reicht es nicht aus, die Oxidation unter Sauerstoffmangel durchzuführen. Bei
einer Oxidation unter Sauerstoffmangel wird nur ein Teil des Kraftstoffs umgesetzt,
dieser Teil wird jedoch vollständig verbrannt. Für eine nur teilweise
Oxidation muss dagegen der Reaktionsablauf der Oxidation, in unserem Fall bei Erreichen
einer Temperatur zwischen etwa 500 und 600°C, unterbrochen werden. Dies kann
über die Temperatur und das Strömungsprofil der Reaktionspartner sowie
über die Dauer ihrer Wechselwirkung gesteuert werden.
Die noch unverdampften Kraftstoffanteile beteiligen sich an dieser
Reaktion nicht. Dies ist dadurch bedingt, dass der bereits verdampfte Kraftstoff
eine höhere Tendenz zur Zündung aufweist als der noch nicht verdampfte.
Träfe das Oxidationsmittel nicht auf Kraftstoffdämpfe, würde der
nicht verdampfte Kraftstoff zünden, wie beispielsweise in der DE
198 60 308 A1.
Durch die exotherme Reaktion entsteht Wärme, durch die in der
zweiten Stufe des Verfahrens der noch unverdampfte Kraftstoffanteil vorteilhaft
vollständig verdampft wird.
Handelt es sich bei dem Kraftstoff um ein Mehrstoffgemisch,
verdampfen hier die schwer siedenden Komponenten (bei Diesel beispielsweise die
Komponenten mit einer Siedetemperatur oberhalb von 300°C).
Der entscheidende Vorteil gegenüber Verdampfungsverfahren nach
dem Stand der Technik besteht darin, dass der Kraftstoff vollständig verdampft
wird und zugleich eine Rußbildung vermieden wird. Dadurch entsteht ein Gemisch
aus Kraftstoffdampf, Wasserdampf und Luft, das sich besonders für die Reformierung
des Kraftstoffs zu einem wasserstoffreichen Gas eignet. Verdampfer, die das erfindungsgemäße
Verfahren verwenden, müssen nicht regelmäßig von Ruß gereinigt
werden, was in der Regel mit einer Betriebsunterbrechung einhergeht. Zugleich wird
durch die hohe Qualität des Gemisches der Edukte Kraftstoffdampf, Wasserdampf
und Luft auch eine Rußbildung bei seiner Umsetzung in einem nachgeschalteten
Reformer vermieden. Gelänge Ruß als Abfallprodukt der Verdampfung in den
Reformer oder entstünde er bei der Umsetzung des Kraftstoffdampfs im Katalysator,
würde durch ihn die Aktivfläche des Katalysators blockiert. Die Nutzung
der oben erwähnten exothermen Reaktion verbessert die Wärmebilanz des
Systems gegenüber den Systemen, die zur Kraftstoffverdampfung ausschließlich
Wärmetauscher benutzen. Gleichzeitig sinkt dadurch nicht die Wasserstoffausbeute
wie in den Systemen, in denen ein Teil des Kraftstoffs verbrannt wird.
Die teilweise Oxidation des bereits verdampften Kraftstoffs verbraucht
einen Teil der im Kraftstoff enthaltenen Energie. Dafür tragen auch die schwer
siedenden Komponenten des Kraftstoffs zum am Ende des Verfahrens entstehenden Kraftstoffdampf
bei. Nach dem Stand der Technik waren diese Komponenten nicht nutzbar, sondern mussten
im Gegenteil sogar als Abfallprodukt aus dem Verdampfer abgeschieden werden. Da
nunmehr auch diese Komponenten verdampft werden, enthält der mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren aus einer gegebenen Kraftstoffmenge hergestellte Dampf in der Regel genauso
viel Kraftstoff wie bei einem Verzicht auf die zweite Stufe. Sofern unerwünschterweise
ein Teil des Kraftstoffs in der zweiten Stufe vollständig verbrennt, gehen
dabei höchstens bis zu 2,5 Prozent des Kraftstoffs verloren. In beiden Fällen
bietet das erfindungsgemäße Verfahren den Vorteil, dass keinerlei Abfallprodukte
entstehen, die aus dem Verdampfer abgeschieden werden müssen.
Vorteilhaft wird der Kraftstoff vor der ersten Stufe fein zerstäubt.
Dies kann beispielsweise durch eine Zerstäubungsdüse oder einen Injektor
bewirkt werden. Durch das Zerstäuben wird die Oberfläche des Kraftstoffs
maximiert, was den Wärmeübertrag vom primären Medium auf den Kraftstoff
verbessert.
Vorteilhaft weist das primäre Medium vor dem Kontakt mit dem
Kraftstoff eine Temperatur unterhalb von 700°C, insbesondere unterhalb von
500°C, auf. Dadurch wird bei gleicher Verdampfungsleistung Energie eingespart.
Zugleich wird der Anlagenteil, in dem das Verfahren durchgeführt wird, thermisch
weniger belastet.
Um intensive Durchmischung des Kraftstoffs mit dem primären Medium
zu erzielen, sollte das primäre Medium möglichst nah zum Einspritzpunkt
des Kraftstoffs zugeführt werden. Eine Rotation des Gasstroms ist für
die Vermischung ebenso von Vorteil.
Vorteilhaft strömt das sekundäre Medium dem teilweise verdampften,
mit dem primären Medium vermischten Kraftstoff entgegen. Dadurch wird die Durchmischung
des Kraftstoffs mit dem sekundären Medium verbessert und seine Verteilung in
der Vorrichtung, in der das Verfahren durchgeführt wird, homogenisiert. Dies
stellt sicher, dass überall dort, wo noch unverdampfter Kraftstoff vorhanden
ist, auch die partielle Oxidation stattfindet und die Wärme für die Verdampfung
des unverbrannten Kraftstoffs bereitstellt.
Vorteilhaft beträgt die Temperatur der Reaktionsprodukte nach
der partiellen Oxidation 800°C oder weniger, insbesondere 450°C oder weniger.
Dadurch wird für die vollständige Verdampfung des Kraftstoffs nicht mehr
Energie eingesetzt als nötig, und die Temperaturbelastung der Umgebung wird
vermindert.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfolgen die erste
Stufe der Verdampfung in einer primären Verdampfungszone und die zweite Stufe
in einer davon räumlich beabstandeten sekundären Verdampfungszone. Dadurch
wird gewährleistet, dass sich die beiden Stufen nicht gegenseitig stören.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird
der in einem ersten Bereich (Verdampfer) erfindungsgemäß verdampfte und
teilweise oxidierte Kraftstoff in einem davon räumlich beabstandeten Bereich
mit einem Oxidationsmittel durchmischt. Es wurde erkannt, dass sich durch diese
Kombination von Maßnahmen auch aus minderwertigen Kraftstoffen ein homogenes
Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisch für einen Reformer herstellen lässt.
Unter minderwertigen Kraftstoffen sind solche Kraftstoffe zu verstehen,
die einen hohen Anteil schwer siedender Komponenten enthalten.
Das Oxidationsmittel kann insbesondere mit dem für die Verdampfung
verwendeten oxidierenden sekundären Medium identisch sein. Es kann aber auch
einen anderen Sauerstoffgehalt aufweisen als dieses sekundäre
Medium. Über den Sauerstoffgehalt des Oxidationsmittels kann sichergestellt
werden, dass Kraftstoff und Oxidationsmittel nach der Verdampfung nur noch mit dem
Oxidationsmittel durchmischt werden und nicht mehr mit ihm reagieren.
Unter einem Bereich ist ein räumliches Gebiet zu verstehen, das
insbesondere durch ein Reaktionsgefäß definiert sein kann.
Durchmischung mit dem Oxidationsmittel schließt ausdrücklich
den Fall ein, dass der Kraftstoff sich nach seiner vollständigen Verdampfung
noch im Verdampfer mit dem noch nicht reagierten Anteil des sekundären Mediums
vermischt, ohne dass von außen weiteres Oxidationsmittel zugeführt wird.
Durch die räumliche Trennung von Verdampfung und Vermischung
kann dem Kraftstoffdampf bei der Vermischung gerade so viel Sauerstoff zugeführt
werden, dass sich Oxidationsmittel und verdampfter Kraftstoff zwar möglichst
homogen durchmischen, jedoch nicht miteinander reagieren. Eine Reaktion zwischen
Kraftstoff und Oxidationsmittel findet nur während der teilweisen Oxidation
im Verdampfer statt, nicht aber im dem Verdampfter nachgeschalteten Bereich. Zusätzlich
können weitere Parameter der Durchmischung im Hinblick auf ein letztendlich
möglichst homogenes Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisch optimiert werden, ohne
die Verdampfung des Kraftstoffs zu stören.
Die Qualität eines Kraftstoff-Luft-Gemisches im Sinne einer Reformierbarkeit
zu einem wasserstoffreichen Gas lässt sich an der Wasserstoffausbeute pro Einheit
Primärbrennstoff messen. Diese Ausbeute wird durch die Einführung der
zweiten Stufe in den Verdampfungsprozess höchstens um 2,5 Prozent, in der Regel
jedoch überhaupt nicht, vermindert.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird von der dem
Kraftstoff insgesamt zugeführten Stoffmenge an Sauerstoff ein Anteil zwischen
25 und 100 Prozent, vorzugsweise zwischen 35 und 50 Prozent, für die Verdampfung
verwendet.
Unter der insgesamt zugeführten Stoffmenge an Sauerstoff ist
die Summe der über das sekundäre Medium und über das Oxidationsmittel
zugeführten Stoffmengen an Sauerstoff zu verstehen.
Bei dieser Sauerstoffverteilung wird der Kraftstoff besonders gut
verdampft, während gleichzeitig nach dem Durchmischen ein besonders homogenes
Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisch entsteht. Dies führt zu einer vollständigen
Umsetzung des Gemisches bei der Reformierung und unterbindet die Bildung kohlenstoffhaltiger
Ablagerungen, die den Katalysator deaktivieren würden.
Im Rahmen der Erfindung wurde eine Mischkammer gefunden, die einen
Verdampfer und mindestens einen damit verbundenen zweiten Bereich aufweist. Diese
Mischkammer ist für die vollständige Verdampfung eines Kraftstoffs nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren und hier insbesondere für die Herstellung
eines Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisches vorgesehen. Es wurde erkannt, dass bei
Verwendung dieser Mischkammer die erfindungsgemäße Verdampfung und die
erfindungsgemäße Durchmischung des Kraftstoffs mit dem Oxidationsmittel
in besonders vorteilhafter Weise zusammenwirken.
Vorteilhaft ist das Oxidationsmittel mit dem bei der Verdampfung verwendeten
sekundären Medium stofflich identisch. Es kann der Mischkammer dann zusammen
mit dem sekundären Medium oder aber separat zugeführt werden. Im letzteren
Fall lassen sich die zweite Stufe der Verdampfung und die Durchmischung unabhängig
voneinander steuern, obwohl für beide Zwecke das gleiche Oxidationsmittel verwendet
wird. Hierzu weist die Mischkammer vorteilhaft voneinander unabhängige Düsen
für die Zufuhr des sekundären Mediums und für die Zufuhr des Oxidationsmittels
auf.
Die Düsen können jeweils als Düsenkränze ausgebildet
sein.
Für die Verdampfung bewirkt dies eine homogene Temperaturverteilung
in der sekundären Verdampfungszone. Die Durchmischung wird durch diese Maßnahme
homogener.
Vorteilhaft weist die Mischkammer zwischen dem Verdampfer und dem
zweiten Bereich eine Verengung auf. In der Verengung kommt es zur Beschleunigung
der Strömung und damit zur Intensivierung der Turbulenz, was für schnelle
Vermischung vorteilhaft ist. Außerdem wird damit räumlich der Verdampferteil
von dem zweiten Bereich abgetrennt.
Spezieller Beschreibungsteil
Nachfolgend wird der Gegenstand der Erfindung anhand von Figuren näher
erläutert, ohne dass der Gegenstand der Erfindung dadurch beschränkt wird.
1 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine
Vorrichtung (Verdampfer), mit der das Verfahren durchgeführt werden kann. Die
Pfeile geben die typischen Strömungsprofile der Betriebsstoffe während
des Betriebes an. Der Verdampfer, umfassend die primäre Verdampfungszone
1 und die sekundäre Verdampfungszone 2, enthält Düsen
für den flüssigen Kraftstoff 3 und für das primäre
Medium 4, die in unmittelbarer Nähe zueinander angeordnet sind. Dadurch
kann das primäre Medium 4 besonders intensiv mit dem Kraftstoff
3 durchmischt werden, wobei der größte Teil in der primären
Verdampfungszone 1 verdampft. Die Düsen sind zudem so angeordnet,
dass die Düse für den Kraftstoff 3 im Betrieb vom primären
Medium 4 umströmt wird. Dies verhindert einen möglichen Tropfenniederschlag
an der Düse für den Kraftstoff 3, was zu einer Rußbildung
und zu einer Verstopfung dieser Düse führen könnte.
Die Düsen für das sekundäre Medium 5 sind
so angeordnet, dass das sekundäre Medium dem Kraftstoff entgegen strömt.
Die Stoffaustrittsrichtung der Düsen und der Druck, mit dem das sekundäre
Medium aus ihnen austritt, entscheiden darüber, wo sich die sekundäre
Verdampfungszone 2 ausbildet. Der verdampfte Kraftstoff kann aus dem Verdampfer
in einen Durchmischungsbereich 6 strömen, in dem er mit weiterem Oxidationsmittel
7 durchmischt wird, ohne mit diesem zu reagieren.
2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine
erfindungsgemäße Mischkammer. Die Pfeile geben die typischen Strömungsprofile
der Betriebsmittel während des Betriebs an. Räumlich beabstandet von einem
erfindungsgemäßen Verdampfer, umfassend die primäre Verdampfungszone
1 und die sekundäre Verdampfungszone 2, als erstem Bereich
befindet sich der zweite Bereich, in dem der verdampfte Kraftstoff homogen mit Oxidationsmittel
durchmischt wird (Durchmischungsbereich 6). Zwischen dem ersten und dem
zweiten Bereich sind ein Düsenkranz zur Versorgung des ersten Bereichs mit
sekundärem Medium 5 und ein weiterer Düsenkranz zur Versorgung
des zweiten Bereichs mit Oxidationsmittel 7 vorgesehen. Am rechten Ende
des zweiten Bereichs ist der Katalysator 9 eines autothermen Reformers
eingezeichnet, dem das in der Mischkammer hergestellte Kraftstoff-Oxidationsmittel-Gemisch
8 typischerweise zugeführt wird.
Bei einer konkreten Ausführung des Verfahrens zur Verdampfung
wurde Aral Ultimate Diesel verwendet, der ein O2/C-Verhältnis von
0,47 und ein H2O/C-Verhältnis von 1,90 aufweist. Die nachgeschaltete
Reformierung liefert bei einer Verdampfung des Kraftstoffs nur mit der ersten Stufe
ein trockenes Produktgas mit 35,7 Volumenprozent Wasserstoff. Bei der erfindungsgemäßen
zweistufigen Verdampfung ist die Wasserstoffkonzentration im Produktgas bei einer
Messgenauigkeit von 0,5 Volumenprozent nicht messbar vermindert.
Bei einer weiteren konkreten Ausführung des Verfahrens wird eine
Mischkammer mit nachgeschaltetem Katalysator verwendet.
Diese Mischkammer weist einen inneren Durchmesser von 53 mm und eine
Länge von 150 mm von der Einspritzdüse bis zum Katalysator auf. Als Oxidationsmittel
wird Luft eingedüst, wobei hierfür je 1 mm Durchmesser 30 Bohrungen
angebracht sind. Die Gesamtanordnung aus Mischkammer und Katalysator liefert genügend
Brenngas für eine Brennstoffzelle der 5-kW-Leistungsklasse. Sie verbraucht
1,3 kg/h Kraftstoff (Diesel oder Kerosin), 5,8 kg/h Luft und 3,1 kg/h Wasser.