Die Erfindung betrifft eine Radialkreiselpumpe mit einem Laufrad,
dessen Schaufeln um ihr inneres Ende verschwenkbar angeordnet sind, um für
beide Drehrichtungen des Laufrades jeweils eine entsprechend unterschiedliche Schrägstellung
und Krümmung einzunehmen.
Um das Laufrad einer Radialkreiselpumpe in beiden Laufrichtungen arbeiten
lassen zu können, ist es bekannt, die Laufradschaufeln radial und damit sternförmig
anzuordnen. Diese Radialsternlaufräder führen aufgrund ihrer von einer
optimalen Geometrie stark abweichenden Form zu hohen Verlusten.
Aus der US 4 863 344 ist es
bekannt, die Schaufeln um ihr inneres Ende verschwenkbar zu lagern, wobei die über
die Laufradseitenwände weit hinausragenden flexiblen Schaufeln zwischen zwei
Anschlägen hin- und herschwenken können. Die Schaufeln besitzen in beiden
Lagen und damit in beiden Laufrichtungen keine optimale Form, so dass eine geringe
Effizienz gegeben ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine drehrichtungsunabhängige Pumpe
zu schaffen, die einen hohen Wirkungsgrad erreicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass in mindestens einer Seitenwand des Laufrades mindestens ein koaxialer Ring
um seine Achse drehverstellbar gelagert ist und die Schaufeln am Ring mit mindestens
einer zwischen den zwei Schaufelenden liegender Stelle angelenkt sind.
Ein solches Laufrad erzeugt bei einfacher und sicherer Konstruktion
in beiden Drehrichtungen optimal geformte Schaufeln, so dass in beiden Drehrichtungen
eine hohe Effizienz erricht wird. Es entfällt der Zwang, den Motor in definierte
Richtung laufen lassen zu müssen; damit kann insbesondere auf zusätzliche
elektronische Bauteile verzichtet werden.
Optimale Schaufelformen werden erreicht, wenn zwei oder mehr Ringe
koaxial und drehverstellbar in einer Laufradseitenwand gelagert sind, wobei die
Schaufeln an jedem Ring angelenkt sind. Auch wird hierzu vorgeschlagen, dass die
Schaufeln aus zwei oder mehr Gliedern bestehen, die jeweils aneinander angelenkt
sind und wenigstens jedes zweite Glied und/oder Gelenk an dem oder den Ringen befestigt
insbesondere angelenkt ist. Hierdurch erhalten alle Schaufeln stets dieselbe Form.
Eine sichere und exakte Führung der Schaufeln wird erreicht,
wenn an mindestens einer Schaufel insbesondere an den Schaufelgliedern oder Gelenken
Stifte achsparallel zur Laufradachse vorstehen, die in Führungsbahnen der Laufradseitenwand
insbesondere der Tragscheibe gleiten. Hierbei wird vorgeschlagen, dass jedes Schaufelglied
in zwei Abschnitte unterteilt ist, die über ein Mittengelenk miteinander verbunden
sind.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Schaufeln sich innerhalb des
Außenrandes der Tragscheibe befinden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen
perspektivisch dargestellt und wird im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
1: eine Ansicht der Saugseite des Pumpenlaufrades mit
einer Seitenwand mit konzentrischen Ringen,
2: eine Ansicht des Laufrades nach 1
bei abgenommener Seitenwand,
3: die Rückseite der Ringe aufweisenden Seitenwand
mit nur einer Schaufel,
4: einen Querschnitt durch das Laufrad und das Pumpengehäuse.
Das Laufrad 1 der Radialkreiselpumpe besitzt zwei zueinander
parallele, kreisförmige, koaxiale Seitenwände 2, 3 zwischen
denen die gebogenen Schaufeln 4 gelagert sind. Je nach Drehrichtung des
Laufrades stellen sich hierbei alle Schaufeln in eine erste oder zweite Stellung
oder in Zwischenstellungen, wobei in der Stellung der ersten Drehrichtung die Schaufeln
4 entgegengesetzt gekrümmt sind wie in der Stellung der zweiten Drehrichtung.
Die dem Laufradeintritt bzw. Saugstutzen 5 des Laufrades
abgewandte Seitenwand bildet eine Tragscheibe 2, die auf der Pumpen- bzw.
Motorenwelle konzentrisch befestigt ist und auf der dem Saugstutzen 5 zugewandten
Innenseite konzentrische teilkreisförmige Nutenabschnitte als Führungsbahnen
6 bildet. Die zur Tragscheibe 2 parallele Seitenwand
3 bildet um den Saugstutzen 5 herum zwei oder mehr konzentrische
Ringe 7, die ineinander liegen, so dass jeder Ring einen von den anderen
Ringen 7 abweichenden Innen- und Außendurchmesser aufweist. Durch
ringförmige Federn und Nuten am Außen- und Innenumfang sind die sechs
Ringe 7 aneinander und zueinander verdrehbar gelagert.
Im Zwischenraum zwischen der Tragscheibe 2 und der Seitenwand
3 liegen die Schaufeln 4, die aus zwei oder mehr Schaufelgliedern
9 zusammengesetzt sind. Im Ausführungsbeispiel besteht jede der sieben
Schaufeln 4 aus fünf Gliedern 9, die über Gelenke
10 aneinander gelenkt sind, wobei die Achsen der Gelenke 10 parallel
zur Laufradachse liegen. Hierbei bildet jedes Gelenk 10 an dem der Seitenwand
3 zugewandten Ende einen vorspringenden Stift
11, der jeweils in einer Bohrung 12 in den Ringen 7 gelagert
ist. Da alle Schaufeln mit ihren Stiften 11 in denselben Ringen
7 gelagert sind, ist dafür gesorgt, dass alle Schaufeln
4 stets dieselbe Lage und Krümmung einnehmen.
Die Gelenke 10 der Schaufel 4 bilden auf der der
Tragscheibe zugewandten Seite jeweils einen insbesondere zur Gelenkachse koaxialen
Vorsprung insbesondere Stift 13, der jeweils in eine Führungsbahn
6 der Tragscheibe 2 hineinragt und durch sie geführt ist,
so dass für jeden Stift 13 eine Führungsbahn 6 vorhanden
ist. Hierbei ist vorzugsweise pro Führungsbahn 6 nur ein Stift
13 vorhanden. Dies kann dadurch verwirklicht werden, dass die Stifte über
die Schaufeln 4 verteilt sind oder alle Stifte 13 an einer einzigen
Schaufel angeordnet sind.
Jedes Glied 9 bildet in der Mitte zwischen seinen zwei Enden
bzw. zwischen seinen zwei Gelenken 10 ein Verbindungsteil 14,
so dass jedes Glied 9 aus zwei aneinander gelenkten Teilen 9a,
9b besteht, wodurch die Schaufel 4 aus einer hohen Anzahl von
Teilen besteht, die eine verhältnismäßig gleichmäßige Krümmung
der Schaufel erzeugen.
Somit ist jede Schaufel 4 nicht als ein Ganzes hergestellt,
sondern besteht aus Gliedern 9 als Segmenten. Die Anzahl der Glieder je
Schaufel richtet sich nach der Schaufelgeometrie und stellt einen Kompromiss dar
zwischen möglichst genauer Abbildung des Schaufelverlaufs und der Realisierbarkeit
der Konstruktion. Die Gliederform kann beliebig gewählt und muss nach jeweiligen
geometrischen Gegebenheiten definiert werden. Zwei miteinander verbundene Glieder
bilden ein Scharnier. Eines oder mehrere miteinander verbundene Glieder bilden eine
Schaufel.
Die Seitenwand 3 weist somit radial ineinander konzentrisch
angeordnete Ringe 7 auf, die relativ zueinander bewegt werden können.
Die Ringe erfüllen nicht nur die Funktion einer üblichen Deckscheibe,
sondern sie verbinden die Schaufeln miteinander, so dass der gewünschte Abstand
zwischen den Schaufeln eingehalten wird. Dabei sind die Schaufeln 4 an
ausgewählten (insbesondere jedem zweiten) Gelenken 10 mit den Ringen
7 verbunden. Ein Teil der Gelenke 14 ist nicht verbunden, weder
mit der Seitenwand 3 bzw. den Ringen 7, noch mit der Tragscheibe
2. Der erste (innere) Ring 7 in Strömungsrichtung bildet
den Saughals bzw. Saugstutzen 5 und ist mit der Tragscheibe 2
fest verbunden.
Die Führungsbahnen 6 in der Tragscheibe 2 haben
die Funktion, die Grenzpositionen für die Schaufeln 4 in beide Drehrichtungen
vorzugeben sowie die Schaufeln beim Wechsel zwischen den Grenzpositionen zu führen.
Die Lage der Führungsbahnen kann beliebig gewählt werden und richtet sich
an jeweilige konstruktive Gegebenheiten. Die Führungsbahnen können mitunter
zum Ausgleich des Axialschubs verwendet werden, indem sie die Tragscheibe
2 durchdringen. In die Führungsbahnen 6 greifen die Stifte
13 als Führungselemente ein, die mit ausgewählten Gelenken der
Scharniere verbunden sind. Die Auslenkung der Schaufel in axialer Richtung ist vorgegeben
durch die Wahl der Spaltgrößen und der Toleranzen verwendeter Elemente.
Diese Auslenkung wird begrenzt in Richtung der Tragscheibe 2 durch die
Tragscheibe selbst. Die Auslenkung in Richtung der Seitenwand 3 kann begrenzt
werden ebenfalls durch die Seitenwand 3. Hierzu durchdringen die Führungselemente
13 die Tragscheibe 2 und an deren Enden sind Begrenzungselemente
angebracht. Die Begrenzungselemente sind so ausgeführt, dass sie sich auf der
Rückseite der Tragscheibe 2 abstützen.
Die Ausgangslage der Schaufeln 4 ergibt sich entweder aus
der Laufradmontage oder aus der zuletzt verwendeten Drehrichtung. Durch Aufbringen
des Drehmomentes über die Antriebswelle auf die Tragscheibe 2 und
den ersten Ring der Seitenwand 3 werden diese in Bewegung versetzt. Dabei
wirken auf die Schaufeln sowohl die Trägheitskräfte der Schaufel selbst,
als auch die Trägheit der Wassermasse. Bedingt durch diese Kräfte bewegen
sich die Segmente/Glieder entgegen der Rotationsrichtung. Dabei werden die Führungselemente
13 in den Führungsbahnen 6 geführt bis zum Erreichen
der Grenzpositionen. Die Schaufeln 4 bewegen sich am Umfang gleichförmig
in den Gelenken, die über die Ringe 7 verbunden sind. Gelenke, die
nicht mit den Ringen verbunden sind, beschreiben beim Wechsel zwischen den Grenzpositionen
Bahnen, die sich aus der Lage geführter Gelenke ergeben.
Eine Anordnung, bei der die Seitenwand 3 die Funktionen der
Tragscheibe 2 übernimmt, während die Tragscheibe 2 die
Funktionen der Seitenwand 3 übernimmt, ist ebenfalls denkbar und kann
im gegebenen Fall entsprechend konstruiert werden.
Die Erfindung im Bezug auf das Pumpengehäuse betrifft die Gestaltung
des Raumes nach dem Laufradaustritt. Um die Verluste im Pumpengehäuse zum einen
zu minimieren zum anderen in beide Drehrichtungen gleiche Ergebnisse zu erreichen,
wird der Raum bestehend aus zwei gleichen Gehäuseteilen konstruiert, die um
eine Ebene gespiegelt sind. Die Spiegelebene ist gebildet durch zwei Vektore: Der
erste fällt mit der Rotationsachse zusammen, der zweite steht senkrecht auf
dem ersten. Ein Gehäuseteil wird gebildet von einer Teilspirale, die beginnt
an der Stelle gegenüberliegend dem Druckstutzen und endet an dem Austrittsquerschnitt
aus dem Spiralraum. Dem Spiralraum kann ein Diffusor folgen, der am Druckstutzen
anschließt. In Abhängigkeit von der Drehrichtung nimmt ein am Ausgang
15 gelagertes verschwenkbares Trennelement (Klappe
16) eine der zwei möglichen Grenzstellungen ein, 4.
Das Trennelement 16 ist drehbar gelagert und besteht aus mindestens einem
Segment, kann bei Bedarf aus mehreren Segmenten bestehen, die miteinander über
Gelenke verbunden sind. Die Gelenke können derart ausgeführt werden, dass
sie einen bestimmten Drehwinkel zulassen. Damit kann der Verlauf des Trennelementes
16 definiert werden.
Das Pumpengehäuse und/oder das Laufrad 4 können
aus Blech gefertigt sein.