Die Erfindung betrifft eine Sende-/Empfangsanordnung, ein Verfahren
zur Signalverarbeitung in einer Sende-/Empfangsanordnung sowie eine Verwendung der
Sende-/Empfangsanordnung.
In heutigen Funkübertragungssystemen ist es oft möglich,
Funksignale gleichzeitig zu senden und zu empfangen. Dabei spricht man von einem
Vollduplexbetrieb. Sendefrequenz und Empfangsfrequenz sind hierbei häufig verschieden
und weisen einen gewissen Frequenzabstand zueinander auf, der auch als Duplexabstand
bezeichnet wird.
Bei Anwesenheit eines Störsignals mit einer Störfrequenz,
die zur Sendefrequenz als Frequenzabstand den Duplexabstand aufweist, kann es zur
Bildung eines Intermodulationssignals kommen, welches eine Frequenz aufweist, die
der Empfangsfrequenz entspricht. Intermodulationsprodukte können an jedem nur
geringfügig nichtlinearen Element, beispielsweise im Pfad zwischen Antenne
und einem Duplexer gebildet werden, so etwa an einem elektronischen Schalter.
Beispielhaft ist in 7 eine herkömmliche
Sende-/Empfangsanordnung dargestellt. Die Anordnung umfasst einen Duplexer
30 mit einem Eingang 31 zur Zuführung eines Sendesignals,
einem Anschluss 32 zur Abgabe eines Empfangssignals und einem Anschluss
33, der über eine Schalteinrichtung 50 mit einer Antenne
20 gekoppelt ist. Der Duplexer 30 ist dabei an einen Schalteingang
54 von mehreren Schalteingängen 52, 53,
54, 55 der Schalteinrichtung 50 angeschlossen. Über
einen Schalter kann eine leitende Verbindung zu einem Schaltausgang 51
hergestellt werden, Während vom Duplexer 30 ein Sendesignal mit der
Sendefrequenz fTX über die Schalteinrichtung 50 an die
Antenne 20 abgegeben wird, wird gleichzeitig über die Antenne
20 ein Störsignal mit einer Störfrequenz fB empfangen.
An der Schalteinrichtung 50, die als nichtlineares Element wirkt, wird
aus dem Sendesignal und dem Störsignal ein Intermodulationssignal mit einer
Intermodulationsfrequenz FIM3 gebildet, die beispielsweise gerade einer
entsprechenden Empfangsfrequenz fRX entspricht. Somit wird das Intermodulationssignal
wie ein Empfangssignal vom Duplexer 30 über den Anschluss
32 an einen hier nicht gezeigten Empfangspfad weitergeleitet. Dies führt
in der Regel zu einer Beeinträchtigung der Empfangsqualität.
Intermodulationsprodukte können in Funkübertragungssystemen
aus beliebigen Hochfrequenzsignalen gebildet werden. Die jeweilige Intermodulationsfrequenz
ergibt sich aus der Summe oder der Differenz von beliebigen Vielfachen der Frequenzen
der beteiligten Hochfrequenzsignale.
8 zeigt ein beispielhaftes Intermodulationsdiagramm
für ein Intermodulationsprodukt dritter Ordnung. Dargestellt ist die Leistung
P eines Hochfrequenzsignals über die jeweilige Frequenz f. Ein Sendesignal
mit der Frequenz fTX weist zu einem Störsignal mit der Frequenz
fB einen Frequenzabstand &Dgr;f1 auf. Der Abstand der Sendefrequenz
fTX zur Empfangsfrequenz fRX beträgt &Dgr;f2, wobei
im vorliegenden Beispiel die Frequenzabstände &Dgr;f1 und &Dgr;f2 gleich
sind. Durch eine Intermodulation dritter Ordnung wird ein Intermodulationssignal
mit einer Intermodulationsfrequenz fIM3 gebildet, die sich aus dem Doppelten
der Sendefrequenz fTX weniger der Störfrequenz fB ergibt.
Mit dem Frequenzabstand &Dgr;f1 der Störfrequenz fB ist die Intermodulationsfrequenz
fIM3 somit gleich der Empfangsfrequenz fRX.
Wegen dieses nichtlinearen Verhaltens ist die Verwendung von Schaltern
im Antennenpfad von Funkübertragungssystemen mit Vollduplexbetrieb problematisch.
Wenn jedoch mehrere Frequenzbänder beziehungsweise Funkstandards wie Universal
Mobile Telecommunications System, UMTS, oder Global System for Mobile Communications,
GSM, an einer einzigen Antenne betrieben werden sollen, ist es jedoch schwierig,
auf die Verwendung von Schaltern zu verzichten. Alternativ können zwei oder
mehrere Antennen genutzt werden, entsprechend der Zahl der gewünschten Frequenzbänder
beziehungsweise Funkstandards. Da Sendefrequenz und Störfrequenz in der Regel
nahe beieinander liegen, ist es auch nicht möglich, das Störsignal zufriedenstellend
herauszufiltern.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Sende-/Empfangsanordnung
bereitzustellen, bei der ein störender Einfluss von Intermodulationsprodukten
aufgrund von Störsignalen reduziert ist. Es ist ferner Aufgabe der Erfindung,
ein Verfahren anzugeben, mit dem die Entstehung von Intermodulationsprodukten durch
Störsignale in einer Sende-/Empfangsanordnung verringert ist. Weiterhin ist
es Aufgabe der Erfindung, eine Verwendung für die Sende-/Empfangsanordnung
aufzuzeigen.
Diese Aufgaben werden mit den Gegenständen der unabhängigen
Patentansprüche gelöst. Ausgestaltungsformen und Weiterbildungen der Erfindung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Aufgabe wird beispielsweise gelöst, durch eine Sende-/Empfangsanordnung,
die ein nichtlineares Element und eine Antenne umfasst, die an das nichtlineare
Element anschließbar ist. Ferner umfasst die Sende-/Empfangsanordnung einen
Duplexer, der einen ersten Anschluss zur Zuführung eines Sendesignals, einen
zweiten Anschluss zur Abgabe eines Empfangssignals und einen dritten Anschluss aufweist.
Ein Phasenschieber koppelt den dritten Anschluss des Duplexers mit dem nichtlinearen
Element.
In der erfindungsgemäßen Sende-/Empfangsanordnung kann ein
Sendesignal über den Duplexer, den Phasenschieber, das nichtlineare Element
und eine Antenne als Funksignal abgegeben werden. Gleichzeitig kann ein Signal über
die Antenne empfangen werden, welches als Störsignal wirkt. Dabei kann es am
nichtlinearen Element zur Bildung von Intermodulationsprodukten kommen. Die Höhe
oder Amplitude der Intermodulationsprodukte hängt dabei von der Amplitude,
insbesondere einer Spannungsamplitude des Störsignals am nichtlinearen Element
ab. Aufgrund von Filtereigenschaften des Duplexers weist dieser in der Regel eine
hohe Reflexion für Störsignale mit einer Störfrequenz auf, aus denen
Intermodulationssignale mit einer der jeweiligen Empfangsfrequenz entsprechenden
Frequenz gebildet werden können.
Wenn der Duplexer direkt am nichtlinearen Element angeschlossen wäre,
würde dies zu einer hohen Amplitude des Störsignals am nichtlinearen Element
und folglich zu einer hohen Amplitude eines Intermodulationssignals führen.
Dieses Intermodulationssignal würde sich störend in einem Empfangspfad
auswirken, der beispielsweise an den zweiten Anschluss des Duplexers angeschlossen
ist.
Durch den Phasenschieber zwischen dem Duplexer und dem nichtlinearen
Element wird das Reflexionsverhalten des Duplexers für das zugrunde liegende
Störsignal verändert. Dadurch wird die Amplitude des Störsignals
am nichtlinearen Element verringert, was auch zu geringer ausgeprägten Intermodulationsprodukten
führt. Somit gelangen weniger Störungen in den Empfangspfad.
Das nichtlineare Element kann beispielsweise eine Schalteinrichtung
umfassen, die mehrere Schalteingänge und einen Schaltausgang aufweist. Dabei
ist die Antenne an den Schaltausgang anschließbar und der Phasenschieber koppelt
den dritten Anschluss des Duplexers mit einem der Schalteingänge.
Wenn mehrere Frequenzbänder und/oder Funkstandards wahlweise
über eine Antenne abgestrahlt und empfangen werden sollen, kann eine Schalteinrichtung
vorgesehen werden, über die eine Umschaltung zwischen den verschiedenen Frequenzbändern
beziehungsweise Funkstandards erfolgt. Eine Schalteinrichtung weist in der Regel
nichtlineare Eigenschaften auf, so dass an ihr Intermodulationsprodukte gebildet
werden können. Beispielsweise kann die Schalteinrichtung mehrere Transistoren
umfassen, die jeweils einen der Schalteingänge mit dem Schaltausgang koppeln.
Die Transistoren können etwa als Feldeffekttransistoren ausgebildet sein.
In der Schalteinrichtung wird üblicherweise jeweils einer der
Schalteingänge niederohmig mit dem Schaltausgang gekoppelt, während die
übrigen Schalteingänge mit dem Schaltausgang hochohmig, also nichtleitend
gekoppelt sind. Bei Transistoren erfolgt dies wahlweise durch leitend oder nichtleitend
Schalten der gesteuerten Strecken. Wenn Feldeffekttransistoren verwendet werden,
tragen insbesondere die nichtlinearen Sperrschichtkapazitäten der Transistoren
im gesperrten, nichtleitenden Zustand zur Bildung der Intermodulationsprodukte bei.
Eine Sende-/Empfangsanordnung kann einen weiteren Duplexer umfassen,
der einen ersten Anschluss zur Zuführung eines weiteren Sendesignals, einen
zweiten Anschluss zur Abgabe eines weiteren Empfangssignals und einen weiteren dritten
Anschluss aufweist. Zudem kann ein weiterer Phasenschieber vorgesehen werden, der
den dritten Anschluss des weiteren Duplexers mit einem weiteren der Schalteingänge
koppelt.
Somit kann an jedem der Schalteingänge über einen Phasenschieber
ein Duplexer angeschlossen werden, welcher für ein bestimmtes Frequenzband
mit einer jeweiligen Sendefrequenz und einer dazugehörigen Empfangsfrequenz
ausgelegt ist. An einem der Schalteingänge kann beispielsweise ein Sende-/Empfangspfad
für den GSM-Standard angeschlossen sein, während an einem weiteren Schalteingang
ein Sende-/Empfangspfad für ein Frequenzband nach dem UMTS-Standard angeschlossen
wird. Da für jeden der angeschlossenen Duplexer ein Phasenschieber vorgesehen
werden kann, kann ein Reflexionsverhalten eines jeweiligen Duplexers entsprechend
der jeweiligen Sendefrequenz und Empfangsfrequenz passend verändert werden,
so dass der störende Einfluss von Intermodulationsprodukten jeweils verringert
ist.
Der Duplexer kann ausgebildet sein, das Sendesignal und das Empfangssignal
im Vollduplexbetrieb zu verarbeiten. Beispielsweise umfasst der Duplexer ein Duplexfilter,
das zwei Bandpassfilter aufweist. Die Bandpassfilter sind dabei jeweils für
die entsprechende Sendefrequenz beziehungsweise Empfangsfrequenz durchlässig.
Somit können gleichzeitig ein Sendesignal vom ersten Anschluss zum dritten
Anschluss und ein Empfangssignal vom dritten Anschluss zum zweiten Anschluss durchgeleitet
werden.
Zur Veränderung des Reflexionsverhaltens des Duplexers kann ein
Reflexionsfaktor des Duplexers für ein Störsignal mit einer Störfrequenz
durch den Phasenschieber derart transformiert werden, dass eine Amplitude des Störsignals
an dem nichtlinearen Element minimiert ist. Die Transformation des Reflexionsfaktors
entspricht dabei im Wesentlichen einer Impedanztransformation. Der Reflexionsfaktor wird
gewöhnlich aus dem Verhältnis einer Amplitude einer einfallenden Welle
und der Amplitude einer rücklaufenden, reflektierten Welle ermittelt. Da das
Störsignal mit der Störfrequenz beispielsweise durch die Filtereigenschaften
der Bandpassfilter vom Duplexer nicht durchgelassen, sondern nahezu vollständig
reflektiert wird, weist der Duplexer in der Regel einen hohen Reflexionsfaktor auf.
Durch den Phasenschieber lässt sich jedoch der Reflexionsfaktor transformieren,
so dass dieser am nichtlinearen Element, also beispielsweise der Schalteinrichtung,
etwa –1 beträgt. Ohne Phasenschieber würde der Duplexer für
das Störsignal mit der Störfrequenz nahezu wie ein sogenannter Leerlauf
wirken, wodurch sich in etwa ein Maximum der Spannungsamplitude des Störsignals
einstellen würde. Durch die Transformation über den Phasenschieber kann
der Duplexer nun am nichtlinearen Element wie ein sogenannter Kurzschluss wirken,
bei dem sich hinlaufende und reflektierte Welle des Störsignals gegenseitig
auslöschen und es dadurch zu einem Spannungsminimum des Störsignals kommt.
Durch die Verringerung der Amplitude, insbesondere der Spannungsamplitude des Störsignals
am nichtlinearen Element ist auch die Bildung der störenden Intermodulationsprodukte
reduziert.
Der Phasenschieber kann so vorgesehen werden, dass ein Frequenzabstand
einer Sendefrequenz des Sendesignals zu der Störfrequenz gleich einem Frequenzabstand
einer Empfangsfrequenz des Empfangssignals zu der Sendefrequenz ist. Sendefrequenz
und Empfangsfrequenz weisen einen in der Regel festen Abstand auf, der auch als
Duplexabstand bezeichnet wird. Störsignale mit einer Störfrequenz, die
zu der Sendefrequenz ebenfalls den Duplexabstand aufweisen, haben in der Regel den
größten Einfluss bei der Bildung von Intermodulationsprodukten. Durch
das Anpassen des Phasenschiebers an eine derart kritische Störfrequenz kann
der störende Einfluss von Intermodulationsprodukten effektiv verringert werden.
In einer Ausführungsform kann der Phasenschieber eine Leitung
mit einer Länge umfassen, die von einer gewünschten Frequenz und einer
gewünschten Phasenverschiebung abhängt. Die Frequenz kann sich dabei aus
der Sendefrequenz und dem jeweiligen Duplexabstand der entsprechenden Empfangsfrequenz
ergeben. Eine nötige Phasenverschiebung kann unter anderem vom jeweiligen Reflexionsfaktor
des Duplexers abhängen. Die notwendige Länge zwischen Duplexer und Schalteinrichtung
beziehungsweise nichtlinearem Element kann so beispielsweise aus der Wellenlänge
der Störfrequenz ermittelt werden. Wenn der Duplexer einen Reflexionsfaktor
aufweist, der einem vollständigen Leerlauf entspricht, kann die Leitung als
Lambda-Viertel-Leitung vorgesehen werden. Dadurch wird der Reflexionsfaktor des
Duplexers am nichtlinearen Element zu einem vollständigen Kurzschluss, also
einem Spannungsminimum für das Störsignal transformiert. Die Bezeichnung
Lambda-Viertel steht dabei für eine Leitung mit einer Länge, die einem
Viertel der Wellenlänge der Störfrequenz auf der Leitung entspricht.
Der Phasenschieber kann auch ein LC-Netzwerk umfassen. Durch das LC-Netzwerk
erfolgt eine Phasenverschiebung beziehungsweise eine Impedanztransformation, die
den Reflexionsfaktor des Duplexers entsprechend am nichtlinearen Element transformiert.
Die Sende-/Empfangsanordnung kann insbesondere ausgebildet sein für
den Betrieb nach dem UMTS-Standard und/oder dem GSM-Standard.
Die Sende-/Empfangsanordnung kann in einer der beschriebenen Ausführungsformen
in einem mobilen Kommunikationsgerät verwendet werden. Beispielsweise kann
sie in einem Mobiltelefon für den UMTS und/oder den GMS-Standard eingesetzt
werden. Ebenso ist es möglich, die Sende-/Empfangsanordnung in einer Basisstation
für ein Funknetzwerk einzusetzen.
Die Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Verfahren zur Signalverarbeitung
in einer Sende-/Empfangsanordnung. Dabei wird ein Sendesignal mit einer Sendefrequenz
über einen Signalpfad gesendet, der einen Duplexer und ein nichtlineares Element
umfasst. Über den Signalpfad werden auch ein Empfangssignal mit einer Empfangsfrequenz
sowie ein Störsignal mit einer Störfrequenz empfangen. Ein Reflexionsfaktor
des Duplexers wird derart transformiert, dass eine Amplitude des Störsignals
an dem nichtlinearen Element minimiert wird.
Durch die Minimierung der Amplitude des Störsignals, insbesondere
einer Spannungsamplitude an dem nichtlinearen Element, wird die Bildung von Intermodulationsprodukten
aus dem Sendesignal und dem Störsignal verringert. Somit kann der Einfluss
von störenden Intermodulationssignalen, die eine Frequenz aufweisen, die der
Empfangsfrequenz entspricht, reduziert werden.
Die Transformation des Reflexionsfaktors entspricht im Wesentlichen
einer Impedanztransformation. Das Transformieren kann somit durch einen Phasenschieber
erfolgen. Beispielsweise erfolgt das Transformieren durch eine Leitung mit einer
Länge, die von einer gewünschten Frequenz und einer gewünschten Phasenverschiebung
abhängt. Die Frequenz ergibt sich dabei aus der Störfrequenz, aus der
störende Intermodulationssignale entstehen. Diese Störfrequenz weist auf
der Leitung eine bestimmte Wellenlänge auf, welche die Länge der Leitung
zum Transformieren beeinflusst. Ferner hängt die Länge von der gewünschten
Phasenverschiebung ab, die sich aus dem Reflexionsfaktor des Duplexers
für die Störfrequenz und dem gewünschten Reflexionsfaktor am nichtlinearen
Element ergibt.
Beispielsweise erfolgt die Transformation über eine Lambda-Viertel-Leitung,
die eine Länge aufweist, die einem Viertel der Wellenlänge des Störsignals
auf der Leitung entspricht. Das Transformieren kann auch durch ein LC-Netzwerk erfolgen.
Das LC-Netzwerk bewirkt eine Impedanztransformation, die den Reflexionsfaktor
des Duplexers am nichtlinearen Element verändert.
In einer Ausführungsform des Verfahrens kann das nichtlineare
Element eine Schalteinrichtung umfassen, über die weitere Signalpfade mit jeweils
einem weiteren Duplexer gebildet werden können. Reflexionsfaktoren der jeweiligen
weiteren Duplexer werden dabei derart transformiert, dass eine Amplitude des Störsignals
an dem nichtlinearen Element minimiert wird.
Somit kann das Verfahren in einer Sende-/Empfangsanordnung eingesetzt
werden, die beispielsweise für mehrere Frequenzbänder und/oder Funkstandards
ausgelegt ist. Eine Transformation der Reflexionsfaktoren der Duplexer für
die jeweiligen Störsignale erfolgt dabei angepasst an eine jeweilige Sendefrequenz
und Empfangsfrequenz des jeweiligen Duplexers. Das Transformieren des Reflexionsfaktors
der weiteren Duplexer kann ebenso über einen Phasenschieber, eine entsprechende
Leitung oder durch ein LC-Netzwerk erfolgen.
Das Verfahren kann derart angepasst sein, dass ein Frequenzabstand
der Sendefrequenz zu der Störfrequenz gleich einem Frequenzabstand der Empfangsfrequenz
zu der Sendefrequenz ist. Somit kann jeweils der Reflexionsfaktor für ein Störsignal
transformiert werden über das störende Intermodulationsprodukte gebildet
werden.
Das Senden und Empfangen kann über eine Antenne erfolgen. Ferner
kann die Sende-/Empfangsanordnung ausgebildet sein für den Betrieb nach dem
UMTS-Standard und/oder dem GSM-Standard.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen im Detail erläutert.
Es zeigen:
1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Sende-/Empfangsanordnung
gemäß der Erfindung,
2 ein beispielhaftes Diagramm für einen Reflexionsfaktor,
3 ein zweites Ausführungsbeispiel einer Sende-/Empfangsanordnung
gemäß der Erfindung,
4 ein drittes Ausführungsbeispiel einer Sende-/Empfangsanordnung
gemäß der Erfindung,
5 ein Ausführungsbeispiel einer Schalteinrichtung
gemäß der Erfindung,
6 ein Ausführungsbeispiel eines LC-Netzwerks gemäß
der Erfindung,
7 ein Ausführungsbeispiel einer herkömmlichen
Sende-/Empfangsanordnung und
8 ein beispielhaftes Intermodulationsdiagramm.
1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Sende-/Empfangsanordnung. Ein Duplexer 30 weist einen ersten Anschluss
31 zur Zuführung eines Sendesignals, einen zweiten Anschluss
32 zur Abgabe eines Empfangssignals und einen dritten Anschluss
33 auf. Dieser dritte Anschluss 33 ist über einen Phasenschieber
40 mit einem nichtlinearen Element 10 gekoppelt, an dem eine Antenne
20 angeschlossen ist.
Ein über den Anschluss 31 zugeführtes Sendesignal
wird über den Phasenschieber 40 und das nichtlineare Element
10 durch die Antenne 20 abgestrahlt. Der Duplexer 30
ist für einen Vollduplexbetrieb ausgelegt, so dass gleichzeitig über die
Antenne 20 Signale empfangen werden können, darunter ein Empfangssignal,
welches vom Duplexer 30 am zweiten Anschluss 32 an einen nicht
gezeigten Empfangspfad abgegeben wird. Der Duplexer 30 umfasst dazu ein
Duplexfilter mit zwei Bandpässen, die jeweils auf die Sendefrequenz beziehungsweise
die Empfangsfrequenz abgestimmt sind.
Zudem können über die Antenne 20 Störsignale
empfangen werden. Durch die nichtlinearen Eigenschaften des nichtlinearen Elements
10 kann es dort zur Bildung von Intermodulationsprodukten aus Störsignalen
und dem Sendesignal kommen. Problematisch können insbesondere derartige Störsignale
sein, die eine Störfrequenz aufweisen, aus denen Intermodulationsprodukte mit
der Empfangsfrequenz gebildet werden. Eine Welle eines Störsignals kann über
das nichtlineare Element 10 und den Phasenschieber 40 zum Duplexer
30 laufen, von wo sie zurück bis zum nichtlinearen Element reflektiert
wird. Durch den Phasenschieber 40 erfährt die Welle jedoch eine Phasendrehung,
so dass sich hinlaufende und reflektierte Welle am nichtlinearen Element im Idealfall
auslöschen. Dadurch entsteht ein örtliches Minimum der Amplitude des Störsignals,
insbesondere der Spannungsamplitude des Störsignals. Dadurch wird auch die
Höhe von Intermodulationsprodukten reduziert, die aus dem
Störsignal gebildet werden.
In 2 ist ein beispielhaftes Diagramm
für einen Reflexionsfaktor dargestellt. Ein Reflexionsfaktor r kann in der
komplexen Ebene dargestellt werden. An dem mit r = 1 gekennzeichneten Punkt sind
eine hinlaufende und eine reflektierte Welle in Phase. Dadurch lassen sich ihre
Amplituden addieren und es kommt zu einem Spannungsmaximum für das entsprechende
Signal. Dieser Punkt wird auch als Leerlauf bezeichnet. Am Punkt r = –1 weisen
die hinlaufende und die reflektierte Welle einen Phasenunterschied von 180°
gegeneinander auf, was zur Auslöschung des entsprechenden Signals führen
kann. Dieser Punkt wird auch als Kurzschluss bezeichnet. Der Reflexionsfaktor ist
unter anderem abhängig von der Frequenz des entsprechenden Signals.
Ein Duplexer weist in der Regel für die relevante Störfrequenz,
also die Frequenz, aus der die größten Intermodulationsprodukte mit der
Empfangsfrequenz gebildet werden können, einen Reflexionsfaktor im Bereich
des Punktes r = 1 auf. Durch eine Transformation des Reflexionsfaktors, der im Wesentlichen
einer Impedanztransformation entspricht, kann der ungünstige Reflexionsfaktor
des Duplexers in die Gegend des Punktes r = –1, also im Idealfall bis zum
Punkt r = –1, verändert werden.
3 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Sende-/Empfangsanordnung. Funktions- beziehungsweise
wirkungsgleiche Bauelemente tragen dabei gleiche Bezugszeichen. Der Phasenschieber
40 umfasst eine Leitung 41, die den dritten Anschluss
33 des Duplexers 30 mit einem Schalteingang 54 einer
Schalteinrichtung 50 koppelt. Die Schalteinrichtung 50 ist von
dem nichtlinearen Element 10 umfasst und weist weitere Schalteingänge
52, 53, 55 sowie einen Schaltausgang 51 auf,
an dem die Antenne 20 angeschlossen ist. Über die Antenne
20 wird beispielsweise ein Störsignal mit der relevanten Störfrequenz
fB empfangen. Aus dieser werden zusammen mit dem Sendesignal an der nichtlinearen
Schalteinrichtung 50 Intermodulationsprodukte mit einer Frequenz fIM3
gebildet, die einer Empfangsfrequenz fRX entspricht, wie beispielsweise
in 8 gezeigt.
Die Störfrequenz weist auf der Leitung 41 eine Wellenlänge
&lgr; auf. Die Leitung ist in ihrer Länge l für den beispielhaften Fall,
dass der Duplexer für die Störfrequenz fB einen Reflexionsfaktor
von 1 aufweist, derart angepasst, dass die Länge l einem Viertel der Wellenlänge
&lgr; entspricht. Dadurch erfolgt vom Duplexer 30 zur Schalteinrichtung
50 eine Transformation des Reflexionsfaktors vom Punkt r = 1 zum Punkt
r = –1, wie in 2 gezeigt. Ein örtlicher
Verlauf einer Spannungsamplitude des Störsignals über die Leitung
41 ist unterhalb der Leitung 41 dargestellt. Die Darstellung ist
in normierter Form als Verhältnis der Spannungsamplitude U zu einer maximalen
Spannungsamplitude UMax dargestellt. Man sieht, dass direkt am Anschluss
33 des Duplexers 30 ein Maximum der örtlichen Spannungsamplitude
erreicht ist, was einem Reflexionsfaktor von 1 entspricht. Am anderen Ende der Leitung,
also am Schalteingang 54 sieht man, dass sich dort ein Spannungsminimum
einstellt, das etwa einem Reflexionsfaktor von –1 entspricht. In der dargestellten
Ausführungsform ist somit die Bildung von Intermodulationsprodukten mit der
Empfangsfrequenz fRX minimiert. Dies führt zu einer Verbesserung
der Empfangsqualität der Sende-/Empfangsanordnung.
4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Sende-/Empfangsanordnung. Zusätzlich zu dem Duplexer
30 und dem Phasenschieber 40 ist ein weiterer Duplexer
30a und ein weiterer Phasenschieber 40a vorgesehen. Auch der weitere
Duplexer 30a weist einen ersten Anschluss 31a auf, über den
ein weiteres Sendesignal zugeführt werden kann. Das weitere Sendesignal weist
in der Regel eine andere Sendefrequenz als das Sendesignal am Duplexer
30 auf. Über einen zweiten Anschluss 32a des weiteren Duplexers
30a kann ein weiteres Empfangssignal abgegeben werden, das sich üblicherweise
ebenfalls in seiner Frequenz von der Frequenz am Duplexer 30 unterscheidet.
Ein dritter Anschluss 33a des weiteren Duplexers 30a ist über
den weiteren Phasenschieber 40a an den Schalteingang 55 gekoppelt.
Die Phasenverschiebung des weiteren Phasenschiebers 40a ist an die Sendefrequenz
und Empfangsfrequenz des weiteren Duplexers 30a und eine sich daraus ergebende
Störfrequenz angepasst.
An die weiteren Schalteingänge 52, 53 können
in gleicher Weise Duplexer mit oder ohne Phasenschieber angeschlossen werden. Dies
ist aus Übersichtsgründen hier nicht dargestellt.
Mit der in 4 dargestellten Sende-/Empfangsanordnung
ist es möglich, für verschiedene Frequenzbänder und/oder Funkstandards
jeweils eine Minimierung der gebildeten Intermodulationsprodukte zu erreichen.
Beispielsweise beträgt bei einem Mobiltelefon nach dem UMTS-Standard
die Sendefrequenz fTX 1950 MHz. Bei einem Duplexabstand &Dgr;f2 von
190 MHz ergibt sich eine Empfangsfrequenz von 2140 MHz. Eine relevante Störfrequenz
fB liegt um den Duplexabstand &Dgr;f2 unterhalb der Sendefrequenz fTX
und damit bei 1760 MHz. Eine Dimensionierung des Phasenschiebers kann somit für
diese Störfrequenz fB erfolgen.
5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Schalteinrichtung
50 gemäß der Erfindung. Die Schalteingänge
52, 53, 54, 55 sind über Transistoren
56, 57, 58, 59 mit dem Schaltausgang
51 gekoppelt. Eine Ansteuerung der Transistoren 56,
57, 58, 59, die als Feldeffekttransistoren ausgebildet
sind, erfolgt jeweils über Steueranschlüsse 560, 570,
580, und 590. Im Betrieb der Sende-/Empfangsanordnung ist in der
Regel jeweils ein Transistor leitend gesteuert, während die anderen Transistoren
gesperrt sind. Dadurch kann gewährleistet werden, dass jeweils nur ein Duplexer
leitend mit dem Schaltausgang und einer daran anschließbaren Antenne
20 gekoppelt ist. Eine Bildung von Intermodulationsprodukten erfolgt in
der Schalteinrichtung 50 insbesondere durch die nichtlinearen Eigenschaften
der Sperrschichtkapazitäten der jeweils gesperrten Transistoren. Durch den
Einsatz eines oder mehrerer Phasenschieber zur Ankopplung eines oder mehrerer Duplexer
wird es möglich, eine Sende-/Empfangsanordnung mit mehreren Frequenzbändern
und/oder Funkstandards zu realisieren, ohne dass die Empfangsqualität durch
Intermodulationsprodukte beeinträchtigt wird.
6 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines LC-Netzwerks
gemäß der Erfindung. Der Phasenschieber 40 kann anstelle oder
zusätzlich zu einer Leitung 41 auch ein LC-Glied 42 umfassen.
Dieses weist eine Spule L sowie zwei Kondensatoren C1, C2 auf. Die Kombination der
Spule L und der Kondensatoren C1, C2 bewirkt eine Phasenverschiebung eines über
das LC-Glied 42 laufenden Signals. Dadurch erfolgt eine Impedanztransformation,
die sich als Transformation des Reflexionsfaktors eines Duplexers für die Störfrequenz
auswirkt. Die Werte der Induktivität der Spule L und der Kapazitäten der
Kondensatoren C1, C2 sind entsprechend des ursprünglichen Reflexionsfaktors
des Duplexers für die Störfrequenz und die Störfrequenz anzupassen.
Das erfindungsgemäße Prinzip lässt sich beispielsweise
in einem Dualmode-Telefon einsetzen, das heißt in einem Telefon für einen
Betrieb nach dem UMTS- und dem GSM-Standard.
- 10
- nichtlineares Element
- 20
- Antenne
- 30, 30a
- Duplexer
- 31, 32, 33
- Anschlüsse
- 31a, 32a, 33a
- Anschlüsse
- 40
- Phasenschieber
- 41
- Leitung
- 42
- LC-Netzwerk
- l
- Länge
- 50
- Schalteinrichtung
- 52, 53, 54, 55
- Schalteingang
- 51
- Schaltausgang
- 56, 57, 58, 59
- Transistoren
- 560, 570, 580, 590
- Steuereingänge
- U, UMax
- Amplitude
- L
- Spule
- C1, C2
- Kondensator
- fB
- Störfrequenz
- fRX
- Empfangsfrequenz
- fTX
- Sendefrequenz
- fIM3
- Intermodulationsfrequenz
- &Dgr;f1, &Dgr;f2
- Frequenzabstand
- &lgr;
- Wellenlänge
- r
- Reflexionsfaktor