Die Erfindung betrifft ein Rückschlagventil, insbesondere in
einem automatisierten Schaltsystem in einem Kraftfahrzeug, nach der im Oberbegriff
von Anspruch 1 näher definierten Art.
Automatisierte Schaltsysteme bestehen hinsichtlich ihrer Hauptkomponenten
aus konventionellen, gegebenenfalls auch manuell betätigbaren Schaltsystemen,
bei denen das Betätigen der Schalt- und/oder Anfahrkupplung zwischen Antriebsmotor
und Getriebe sowie das Wählen und Schalten von Getriebegängen über
entsprechende Betätigungsmittel automatisiert erfolgt. Diese Betätigungsmittel
sind üblicherweise als hydraulisch oder pneumatisch betätigbare Kolben-Zylinder-Anordnungen
oder als elektrische Aktuatoren ausgebildet, welche auf Stellmittel für die
genannten Getriebefunktionen einwirken. Die Stellmittel können am oder im Getriebe
angeordnet sein.
Zur Ansteuerung von hydraulischen bzw. pneumatischen Betätigungsmitteln
sind Druckerzeugungs- und Steuerungsvorrichtungen notwendig, die gemäß
dem Stand der Technik eine Hydraulik- bzw. Pneumatikpumpe als Druckerzeugungsvorrichtung,
einen Druckspeicher, eine hydraulische bzw. pneumatische Steuerungseinheit mit Steuerungsventilen
und Sensoren umfassen, welche mit einer zentralen Steuerungs- und Regelungsvorrichtung
in Verbindung stehen und von dieser nach dort abgespeicherten Steuerungs- und Regelungsfunktionen
ansteuerbar sind. Solche Druckerzeugungs- und Steuerungsvorrichtungen können
unter anderem Rückschlagventile aufweisen.
Rückschlagventile sind aus dem Stand der Technik bekannt und
können beispielsweise als Kugelrückschlag-, Schieberrückschlag- oder
Lamellenventil ausgebildet sein. In Durchflussrichtung sollen Rückschlagventile
einen geringen Strömungswiderstand aufweisen. Ein Rückflussstrom in einer
der Durchflussrichtung entgegengesetzten Richtung soll minimal sein, um Druckrückwirkungen
auf beispielsweise Betätigungsmittel zu vermeiden.
In der EP 0 878 650 B1
ist ein Kugelrückschlagventil offenbart. Das Rückschlagventil weist ein
Gehäuse auf, welches aus zwei Gehäuseteilen besteht. Der erste Gehäuseteil
enthält ein Führungselement und der zweite Gehäuseteil einen Ventilsitz.
Im Gehäuse ist eine auf dem Führungselement bewegbare Kugel angeordnet,
welche von einem Strömungsmedium mitnehmbar ist. Das Führungselement ist
als ein zum Ventilsitz schräg verlaufender Steg ausgebildet, an dessen Oberkante
die Kugel infolge Schwerkraft an oder in den Ventilsitz rollen kann. Eine freie
axiale Endfläche des Führungselements befindet sich innerhalb des ersten
Gehäuseteiles und liegt zweckmäßig an einer gegenüberliegenden
Fläche eines Kunststoffes bzw. einer Kunststoffauskleidung des zweiten Gehäuseteiles
an. Durch eine Ausbildung des Führungselementes und des Ventilsitzes aus Kunststoff,
wird eine leichtgängige Bewegbarkeit der Kugel sichergestellt und bereits bei
geringen Differenzdrücken ein Durchflussstrom bzw. eine dichte Anlage der Kugel
am Ventilsitz gewährleistet.
In der EP 1 125 074 B1
ist ein Rückschlagventil offenbart, welches ein Gehäuse aufweist, das
aus zwei Gehäuseteilen besteht. Das zweite Gehäuseteil ist so geformt,
dass es auf das erste Gehäuseteil aufgesteckt werden kann. Das erste Gehäuseteil
weist ein röhrenförmiges Ende auf, welches einen Flüssigkeitseinlass
bildet, und das zweite Gehäuseteil weist ein röhrenförmiges Ende
auf, welches einen Flüssigkeitsauslass des Rückschlagventils bildet. Zwischen
den beiden Gehäuseteilen befindet sich ein scheibenförmiges Ventilteil
aus Elastomer. Wenn durch den Einlass ein größerer Druck auf das scheibenförmige
Ventilteil wirkt als durch den Auslass, dann löst sich das Ventilteil von einem
am Gehäuse angeordneten Ventilsitz, und ein Flüssigkeitsstrom kommt zum
Fließen. Ist der Druck durch den Auslass größer als der Druck durch
den Einlass des Ventils, dann wird das Ventilteil an eine Dichtkante des Ventilsitzes
gedrückt. Das Rückschlagventil öffnet sich bei niedrigem Druck und
besitzt in Sperrrichtung eine hohe Dichtigkeit.
Nachteile des Standes der Technik sind, dass bekannte Rückschlagventile,
insbesondere Kugelrückschlagventile und Schieberrückschlagventile, nicht
verschleißfrei sind und dadurch ein immer größer werdender Rückflussstrom
entstehen kann. Des Weiteren sind bekannte Rückschlagventile schmutzanfällig
und benötigen einen großen Bauraum, beispielsweise in einer Druckerzeugungs-
und Steuerungsvorrichtung in einem automatisierten Schaltsystem eines Kraftfahrzeuges.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Rückschlagventil,
insbesondere für ein automatisiertes Schaltsystem in einem Kraftfahrzeug darzustellen,
welches in ein weiteres Ventil integrierbar ist und die Nachteile des Standes der
Technik beseitigt.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird durch ein, auch die
kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruchs aufweisendes, gattungsgemäßes
Rückschlagventil gelöst.
Aufgrund einer kompakten Bauweise eines automatisierten Schaltsystems
in einem Kraftfahrzeug kann es zu Druckrückwirkungen auf vorhandene Betätigungsmittel
kommen. Dies erfordert sehr dicht wirkende Rückschlagventile, welche einen
minimalen Bauraum benötigen, um eine kompakte Bauweise des
Schaltsystems aufrecht zu halten.
Das erfindungsgemäße Rückschlagventil ist als hohler
Körperstumpf ausgebildet und direkt in ein Ventilgehäuse integrierbar.
Beispielsweise kann das Rückschlagventil als hohler Kegelstumpf, Pyramidenstumpf
oder in ovaler Körperform ausgebildet sein. Vorzugsweise wird das Rückschlagventil
in ein bereits vorhandenes Ventil integriert, beispielsweise in ein Magnetventil
eines automatisierten Schaltsystems in einem Kraftfahrzeug. Das Rückschlagventil
besteht aus einem dauerelastischen Werkstoff, beispielsweise aus einem Elastomer,
und weist einen Flansch auf. Über diesen Flansch wird das Rückschlagventil
mit Hilfe eines Elements im Ventilgehäuse fixiert. Der Körperstumpf weist
ab einer bestimmten Körperhöhe eine Verjüngung des Körperquerschnitts
auf. Ab dieser Verjüngung können zwei gegenüberliegende Seiten des
Körperstumpfes stärker abgeflacht sein, wodurch eine entsprechende Form
einer Körperstumpfdeckfläche entsteht. Die Körperstumpfdeckfläche
ist mit einer Durchlassöffnung versehen, welche beispielsweise schnittförmig
ausgebildet sein kann. Das Ventilgehäuse weist mindestens eine Einlassöffnung
und mindestens eine Auslassöffnung auf. Das Element zur Fixierung des Rückschlagventils
im Ventilgehäuse ist derart ausgebildet, dass es die Auslassöffnung des
Ventilgehäuses nicht verschließt, beispielsweise kann es zu den Auslassöffnungen
des Ventilgehäuses deckungsgleiche Auslassöffnungen aufweisen. Das Rückschlagventil
ist über der Einlassöffnung des Ventilgehäuses angeordnet. Ein Durchflussstrom
strömt durch die Einlassöffnung des Ventilgehäuses, die Durchlassöffnung
an der Körperstumpfdeckfläche des Rückschlagventils, die Auslassöffnung
am Ventilgehäuse und gegebenenfalls durch die Auslassöffnung am Element
zur Fixierung des Rückschlagventils. Das Rückschlagventil ist so ausgebildet,
dass schon ein kleiner Durchflussstrom durch die Durchlassöffnung fließen
kann und dabei nur ein minimaler Strömungswiderstand vorherrscht. Entsteht
ein dem Durchflussstrom in entgegengesetzter Richtung wirkender Rückflussstrom
durch die Auslassöffnung des Ventilgehäuses bzw. des Elementes zur Fixierung
des Rückschlagventils, welcher einen Druck auf das Rückschlagventil bewirkt,
dann wird der hohle Körperstumpf so verformt, dass die Durchlassöffnung
an der Körperstumpfdeckfläche dicht macht. Somit ist gewährleistet,
dass kein bzw. nur ein minimaler, vernachlässigbarer Rückflussstrom durch
die Durchlassöffnung an der Körperstumpfdeckfläche und somit durch
die Einlassöffnung des Ventilgehäuses strömen kann, wodurch Druckrückwirkungen
auf beispielsweise vorhandene Betätigungsmittel vermieden werden.
Im Folgenden wird das Grundprinzip der Erfindung, welche mehrere Ausführungsformen
zulässt, an Hand einer Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
1 ein Rückschlagventil, welches in einem Ventilgehäuse
angeordnet ist und
2 eine Draufsicht der 1
entlang der Schnittlinie A.
Die 1 zeigt eine Darstellung des erfindungsgemäßen
Rückschlagventils 1, welches direkt in einem Ventilgehäuse
3 integriert ist. Das Ventilgehäuse 3 besteht aus einem oberen
Gehäuseteil 4 und einem unteren Gehäuseteil 5. Das Rückschlagventil
1 ist als hohler Kegelstumpf ausgebildet, welcher einen Flansch
2 aufweist und aus einem dauerelastischen Werkstoff besteht, beispielsweise
aus einem Elastomer. Der Kegelstumpf weist ab einem bestimmten Durchmesser eine
stärkere Verjüngung 16 des Durchmessers auf. Ab dieser Verjüngung
16 sind zwei gegenüberliegende Seiten 17, 18 des
Kegelstumpfes stärker abgeflacht, wodurch eine entsprechende Kegelstumpfdeckfläche
19 entsteht. Die Kegelstumpfdeckfläche 19 ist mit einer Durchlassöffnung
15 versehen. Das Ventilgehäuse 3 weist eine Einlassöffnung
6 und zwei Auslassöffnungen 7, 8 auf. Der obere
Gehäuseteil 4 des Ventilgehäuses 3 ist mit dem unteren
Gehäuseteil 5 des Ventilgehäuses 3 fest verbindbar,
beispielsweise über Schraubverbindungen 12, 13. Wird der
obere Gehäuseteil 4 des Ventilgehäuses 3 mit dem unteren
Gehäuseteil 5 des Ventilgehäuses 3 verbunden, dann wird
ein Element 9 auf den Flansch 2 des Rückschlagventils
1 gedrückt. Hierdurch wird das Rückschlagventil 1 im
Ventilgehäuse 3 fixiert und eine dichtende Wirkung zwischen dem Ventilgehäuse
3 und dem Flansch 2 erzielt. Das Rückschlagventil
1 ist über der Einlassöffnung 6 des Ventilgehäuses
3 angeordnet. Das Element 9 weist ebenfalls zwei Auslassöffnungen
10, 11 auf, welche mit den Auslassöffnungen 7,
8 des Ventilgehäuses 3 deckungsgleich angeordnet sind. Ein
Durchflussstrom 14 strömt durch die Einlassöffnung
6 des Ventilgehäuses 3 und durch die Durchlassöffnung
15 an der Kegelstumpfdeckfläche 19 des Rückschlagventils
1. Das Rückschlagventil 1 ist so ausgebildet, dass schon
ein kleiner Durchflussstrom 14 durch die Durchlassöffnung
15 fließen kann. Dieser Durchflussstrom 14 teilt sich in
zwei Durchflussströme 14a, 14b auf, welche durch die Auslassöffnungen
10, 11 des Elementes 9 und die Auslassöffnungen
7, 8 des Ventilgehäuses 3 fließen können.
Entsteht ein dem Durchflussstrom 14a, 14b in entgegengesetzter
Richtung wirkender Rückflussstrom durch die Auslassöffnungen
10, 11 des Elementes 9 und die Auslassöffnungen
7, 8 des Ventilgehäuses 3, welcher einen Druck auf
das Rückschlagventil 1 bewirkt, dann wird der hohle Kegelstumpf derart
verformt, dass die Durchlassöffnung 15 an der Kegelstumpfdeckfläche
19 abdichtet. Somit ist gewährleistet, dass kein bzw. nur
ein minimaler, vernachlässigbarer Rückflussstrom durch die Einlassöffnung
6 des Ventilgehäuses 3 strömen kann.
Die 2 zeigt eine Draufsicht einer Ventilanordnung
entlang der Schnittlinie A in der 1. Durch ein Element
9, welches mit einem Flansch 2 eines Rückschlagventils
1 in Verbindung steht, wird das Rückschlagventil 1 in einem
unteren Gehäuseteil 5 eines Ventilgehäuses 3 fixiert.
Das als hohler Kegelstumpf ausgebildete Rückschlagventil 1 weist ab
einem bestimmten Durchmesser eine stärkere Verjüngung 16 des
Durchmessers auf. Ab dieser Verjüngung 16 sind zwei gegenüberliegende
Seiten 17, 18 des Kegelstumpfes stärker abgeflacht, wodurch
eine entsprechende Kegelstumpfdeckfläche 19 entsteht. Die Kegelstumpfdeckfläche
19 weist eine Durchlassöffnung 15 auf. Durch die Auslassöffnungen
10, 11 im Element 9 und die Auslassöffnungen
7, 8 im unteren Gehäuseteil 5 des Ventilgehäuses
3 kann ein entsprechender Durchflussstrom fließen.
Das erfindungsgemäße Rückschlagventil 1 kann
auf engem Bauraum ausgebildet und in ein Ventilgehäuse 3 integriert
werden, beispielsweise in ein bereits vorhandenes Magnetventil in einem automatisierten
Schaltsystem in einem Kraftfahrzeug. Schon bei geringen Druckrückwirkungen
weist das Rückschlagventil eine extrem hohe Dichtigkeit auf. Im Vergleich zu
anderen Rückschlagventilen, beispielsweise Kugelrückschlag- und Schieberrückschlagventilen,
ist das erfindungsgemäße Rückschlagventil nicht schmutzanfällig
und verschleißfest.
- 1
- Rückschlagventil
- 2
- Flansch
- 3
- Ventilgehäuse
- 4
- Gehäuseteil
- 5
- Gehäuseteil
- 6
- Einlassöffnung im Ventilgehäuse
- 7
- Auslassöffnung im Ventilgehäuse
- 8
- Auslassöffnung im Ventilgehäuse
- 9
- Element
- 10
- Auslassöffnung im Element
- 11
- Auslassöffnung im Element
- 12
- Verbindung
- 13
- Verbindung
- 14
- Durchflussstrom
- 14a
- Durchflussstrom
- 14b
- Durchflussstrom
- 15
- Durchlassöffnung
- 16
- Verjüngung des Körperquerschnitts, Durchmesserverjüngung
- 17
- abgeflachte Seite des Körperstumpfes
- 18
- abgeflachte Seite des Körperstumpfes
- 19
- Körperstumpfdeckfläche
- A
- Schnittlinie für 2