Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Messung des Verstellhubes
einer hydraulischen Verstelleinrichtung für die Flügel des Laufrades eines
Axialventilators mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1.
Moderne Axialventilatoren sind regelbare Arbeitsmaschinen, die mechanische
Energie in Strömungsenergie umwandeln. Die Regelung der Axialventilatoren erfolgt
über die Drehzahl oder die Ansstellwinkel der Flügel. Soll die Flügelstellung
während des Betriebs verändert werden können, muss der Flügel
auf einer gelagerten Welle, dem Holm befestigt sein. Die Veränderung der Flügelstellung
geschieht meist hydraulisch. Zu dem Zweck wird eine hydraulische Verstellvorrichtung
an das Laufrad des Axialventilators angebaut. Eine solche Verstellvorrichtung besteht
im Wesentlichen aus einer hydraulischen Verstellzylinder-Anordnung, die mit der
Ventilatordrehzahl rotiert und aus einem nicht rotierenden Ölübergangsstück,
an das die Ölversorgungsleitungen angeschlossen sind.
Die Stellung der Flügel des Axialventilators entspricht einer
bestimmten Stellung der Verstellzylinder-Anordnung. Diese Stellung wird über
eine Stellungsanzeige, die mechanisch mit dem verschiebbaren Teil der Verstellzylinder-Anordnung
verbunden ist, außerhalb des Ventilatorgehäuses angezeigt und kann auch
mittels eines angekoppelten Winkelcodierers zu einer Warte weitergeleitet werden.
Eine derartige mechanische Anordnung zur Stellungsanzeige ist verhältnismäßig
ungenau. Wegen der mechanischen Verbindung ist außerdem ein Verschleiß
in den Verbindungsteilen zu berücksichtigen.
Die vorliegende Erfindung befasst sich mit dem Problem, eine vorteilhafte
Einrichtung zum Messen des Verstellhubes der hydraulischen Verstelleinrichtung von
Axialventilatoren vorzusehen. Eine solche Einrichtung muss für den Messeinsatz
an der Flügelverstelleinrichtung im Nabenraum des Axialventilators geeignet
sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für die gattungsgemäße
Vorrichtung ein Wegmesseinrichtung vorzusehen, die mit relativ hoher Genauigkeit
arbeitet, Absolutwerte liefert und frei von Verschleiß ist.
Die Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung erfindungsgemäß
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Lösung der Aufgabe liegt in der Anwendung einer magnetostriktiven
Wegmesseinrichtung für den angegebenen Zweck. Magnetostriktive Wegmesseinrichungen
sind an sich bekannt, z. B. aus der US 3 898
555 A. Die Einrichtungen zeichnen sich durch eine relativ hohe Genauigkeit,
eine geringe Linearitätstoleranz und eine sehr hohe Messwiederholungsgenauigkeit
aus. Die Wegmesseinrichtungen liefern eine Absolutwertmessung, so dass eine Referenzmarken-Anfahrt
entbehrlich ist. Schließlich arbeitet das Messsystem berührungslos, so
dass ein Verschleiß zwischen den relativ zueinander dreh- und verschiebbaren
Teilen des Messsystems und der Verstelleinrichtung nicht auftritt. Die magnetostriktiven
Wegmesseinrichtungen werden gemäß der Erfindung an der Flügelverstelleinrichtung
im Nabenraum des Axialventilators eingebaut und sind in vorteilhafter Weise an die
dort vorhandenen besonderen konstruktiven Gegebenheiten angepasst.
Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und werden im Folgenden näher erläutert. Es zeigen:
1 einen Längsschnitt durch ein Laufrad eines Axialventilators
mit einer Verstelleinrichtung nach der Erfindung und
2 einen Längsschnitt durch ein Laufrad eines Axialventilators
mit einer Verstelleinrichtung gemäß einer anderen Ausführungsform.
Ein Laufrad 1 eines Axialventilators ist auf seinem Umfang
mit mehreren Flügeln 2 bestückt, von denen ein Flügel teilweise
gezeigt ist. Die Flügel 2 sind zur Anpassung des Axialventilators
an die verschiedenen Betriebspunkte um ihre Längsachse anstellbar. Dazu ist
ein die Flügel 2 tragender Holm 3 in einem Tragring
4 des Laufrades 1 drehbar gelagert. An jedem Holm 3 ist
ein abgekröpfter Verstellhebel 5 befestigt, der in einer am Umfang
einer Verstellscheibe 22 angebrachten Nut geführt ist.
Gemäß 1 ist die Verstellscheibe
22 mit einer Kolbenstange 8 verbunden, auf der ein Kolben
7 befestigt ist. Der Kolben 7 befindet sich innerhalb eines Verstellzylinders
6. Die Kolbenstange 8 mit dem Kolben 7 und die Verstellscheibe
22 sind entlang der Achse des Axialventilators verschiebbar angeordnet
und rotieren mit der gleichen Drehzahl wie das Laufrad 1 und der Verstellzylinder
6. Der Verstellzylinder 6 ist mit dem Laufrad 1 verbunden
und steht relativ zur Kolbenstange 8 und zum Kolben 7 still.
Das dem Laufrad 1 abgewandte Ende der Kolbenstange
8 ist zur Verlängerung mit einer Welle 23 verschraubt, die
innerhalb eines nicht rotierenden Ölübergangsstücks 13 umläuft.
Durch die Kolbenstange 8 und die Welle 23 sind axiale Steuerkanäle
9, 10 geführt, die beiderseits des Kolbens 7 jeweils
in einen der Kolbenräume 11, 12 münden. Das Ölübergangsstück
13 dient der Versorgung des Verstellzylinders
6 mit Drucköl und ist mit einem Leckölablauf 16 und
mit zwei Versorgungsleitungen 14, 15 für die beiden Kolbenräume
11, 12 versehen. Die Versorgungsleitungen 14,
15 dienen dem jeweiligen Kolbenraum sowohl als Vorlauf als auch als Rücklauf,
je nach dem, in welche Richtung der Kolben 7 auf der Kolbenstange
8 mit der Verstellscheibe 22 verstellt werden soll.
Zur Messung des Verstellhubes, den der Kolben 7 auf der Kolbenstange
8 zur Anstellung der Flügel 2 ausführt, ist eine magnetostriktive
Wegmesseinrichtung 24 vorgesehen, wie diese beispielsweise aus der
US 3 398 555 A bekannt ist.
Die magnetostriktive Wegmesseinrichtung 24 besteht im vorliegenden
Ausführungsbeispiel aus verschiedenen Komponenten, und zwar aus einem stabförmigen
Sensorgehäuse 25, das einen Wellenleiter 26 aus ferromagnetischem
Material umgibt, aus einem mit dem Sensorgehäuse 25 verbundenen Sensorkopf
27, der die Elektronik zur Signalaufbereitung trägt, und aus einem
permanenten, relativ zum Sensorgehäuse 25 beweglichen Magneten
28 als Positionsgeber. Das Sensorgehäuse 25 kann auch als
Profil-Ausführung oder dergleichen ausgebildet sein.
Gemäß 1 ist der Sensorkopf
27 zusammen mit dem stabförmigen Sensorgehäuse 25 der
magnetostriktiven Wegmesseinrichtung 24 fest in einem Ringflansch
29 eingesetzt, der an dem Ölübergangsstück 13 befestigt
ist. Dabei ist das Sensorgehäuse 25 in Richtung der Achse des Axialventilators
und damit in Bewegungsrichtung der Kolbenstange 8 ausgerichtet. Anstelle
einer Wegmesseinrichtung 24 – wie dargestellt – können
auch mehrere Wegmesseinrichtungen in den Ringflansch 29 des Ölübergangsstückes
13 eingesetzt werden.
Der Magnet 28 der magnetostriktiven Wegmesseinrichtung
24 ist als Ringmagnet mit einem internen Magnethand ausgebildet. Der Magnet
28 umgibt somit in einem vorbestimmten Bereich die Sensorgehäuse
25 aller montierten oder eingesetzten magnetostriktiven Wegmesseinrichtungen
24.
Die Wegmesseinrichtung 24 und das Ölübergangsstück
13 sind von einem Schutzrohr 30 umgeben, das mit dem Verstellzylinder
6 fest verbunden ist. An der Wandung des Schutzrohres 30 ist der
ringförmige Magnet 28 befestigt. Das Schutzrohr 30 dient
damit als Träger für den Magneten 28. Das Schutzrohr
30 mit dem Magneten 28 rotiert mit der Drehzahl des Axialventilators.
Der Ringflansch 29 sowie die am Ringflansch befestigten Sensorgehäuse
25 rotieren nicht.
Um die Flügel 2 des Axialventilators zu verstellen,
wird die Kolbenstange 8 und damit auch das Ölübergangsstück
13 axial bewegt. Hierbei bleibt axial betrachtet der Magnet 28,
der an dem mit dem Verstellzylinder 6 verbundenen Schutzrohr
30 befestigt ist, in seiner Position. Die aus Sensorgehäuse
25 und Sensorkopf 27 bestehende Wegmesseinrichtung 24
mit dem Ringflansch 29 auf dem Ölübergangsstück
13 bewegt sich und gibt somit den Verstellhub als Wegsignal aus.
Die in 2 dargestellte Ausführungsform
einer Verstelleinrichtung für einen Axialventilator entspricht in der Funktionsweise
der in 1 dargestellten Verstelleinrichtung. Im Unterschied
zu 1 ist jedoch der Verstellzylinder 6' der
Verstelleinrichtung gemäß 2 axial verschiebbar,
und die Kolbenstange 8' ist axial nicht verschiebbar angeordnet.
Der Verstellzylinder 6' ist fest mit der axial verschiebbaren
Verstellscheibe 22 verbunden. Die Kolbenstange 8' mit dem darauf
befestigten Kolben 7 ist mittels eines Stützkonus 31 mit
dem Laufrad 1 verbunden. Das dem Laufrad 1 abgewandte Ende der
Kolbenstange 8' läuft als Welle 23 innerhalb des nicht rotierenden
Ölübergangsstück 13 um.
Der Sensorkopf 27 zusammen mit dem stabförmigen Sensorgehäuse
25 der magnetostriktiven Wegmesseinrichtung 24 ist bei der in
2 dargestellten Verstelleinrichtung fest in einem Halteflansch
32 eingesetzt. Der Halteflansch 32 ist an dem Ölübergangsstück
13 befestigt, das hier axial nicht verschiebbar ist. Dabei ist das Sensorgehäuse
25 in Richtung der Achse des Axialventilators und damit in Bewegungsrichtung
des Verstellzylinders 6' ausgerichtet. Anstelle einer Wegmesseinrichtung
24 – wie dargestellt – können auch mehrere Wegmesseinrichtungen
in den Halteflansch 32 des Ölübergangsstückes
13 eingesetzt werden.
Der Magnet 28 der magnetostriktiven Wegmesseinrichtung
24 ist als Ringmagnet ausgebildet, der das Sensorgehäuse umgibt. Jede
montierte oder eingesetzte magnetostriktive Wegmesseinrichtung 24 hat ihren
eigenen Magneten 28.
Der Verstellzylinder 6' ist fest mit einer Rückführstange
33 verbunden und führt die gleiche axiale Bewegung wie der Verstellzylinder
aus. Die Rückführstange 33 ist fest mit einer Halterung
34 verbunden, an welcher wiederum der Magnet 28 bzw. die Magneten
28 der evtl. mehreren Wegmesseinrichtungen befestigt sind.
Um die Flügel 2 des Axialventilators zu verstellen,
wird der Verstellzylinder 6' und damit auch die Verstellscheibe
22 und die Rückführstange 33 axial bewegt. Hierbei wird
auch der Magnet 28 axial in seiner Position bewegt. Die aus Sensorgehäuse
25 und Sensorkopf 27 bestehende Wegmesseinrichtung 24
und der Halteflansch 32 auf dem Ölübergangsstück
13 bewegen sich axial nicht. Die Wegmesseinrichtung 24 gibt somit
den Verstellhub als Wegsignal aus.