Die Erfindung betrifft eine Pumpenanordnung mit zumindest einer Wasserpumpe
und einer Steuerung für deren Drehzahl, wobei die Pumpe zum Umwälzen von
Wasser in biologischen Einflüssen unterworfenen Gewässern wie beispielsweise
Teichen, Aquarien oder Springbrunnen ausgelegt ist. Derartige Pumpen können
sowohl zur Speisung von Filtern dienen als auch Wasserspiele oder Fontainen betreiben
und/oder auf andere Weise den Gasaustausch und den Sauerstoffeintrag verbessern
sowie im Winter durch Umwälzung einen Schutz durch des Gewässers vorm
Zufrieren bewirken. Gewässer oder Wasserbehältnisse, in denen derartige
Pumpen eingesetzt werden, können biologischen Einflüssen durch sich ändernde
Außen- und Wassertemperaturen ausgesetzt sein. Weitere biologische Einflüsse
sind beispielsweise ein Trübungsgrad des Gewässers, eventuelle Schadstoffbelastung,
Veränderung des Sauerstoffgehaltes oder dergleichen.
Da sich bei höheren Temperaturen in dem Gewässer auch die
biologische Reaktionsgeschwindigkeit erhöht, geht dies mit diesem einen erhöhten
Sauerstoffverbrauch einher. Es ist daher sinnvoll, derartige Pumpen bei höheren
Temperaturen mit einer erhöhten Drehzahl laufen zu lassen, damit der Umwälzgrad
des Wassers entsprechend angepaßt ist. Bei herkömmlichen Pumpen erfolgt
diese Steuerung der Drehzahl manuell. D.h. der Betreiber einer solchen Pumpe beobachtet
die biologischen Einflüsse auf sein Gewässer und regelt dann die Drehzahl
der Pumpe zur Beeinflussung des umgewälzten Wasservolumens entsprechend ein.
Da dies mit einer ständigen Beobachtung des Gewässers und der Umwelteinflüsse
verbunden ist, wird die Pumpe aus Bequemlichkeitsgründen häufig einen
wesentlichen Teil des Jahres unter Vollast, d.h. mit maximaler Drehzahl laufengelassen,
ohne daß dafür eine Notwendigkeit besteht. Hierdurch wird unnötig
viel Energie verbraucht.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Pumpenanordnung
zu schaffen, deren Bedienkomfort erhöht ist und die eine Energieeinsparung
möglich macht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Pumpenanordnung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Durch den Einsatz eines Temperatursensors
und dessen Verbindung mit der Steuerung werden die gemessenen Temperaturwerte direkt
und automatisch zur Regelung der Drehzahl der Pumpe verwendet. Ein vollautomatischer
Betrieb der Pumpe im optimalen Leistungs- und Drehzahlbereich, ohne daß manuelle
Eingriffe erforderlich sind, ist dadurch das ganze Jahr hindurch möglich.
Besonders komfortabel in der Bedienung und flexibel im Einsatzzweck
kann die Pumpenanordnung dann ausgestattet werden, wenn die Steuerung eine Steuerelektronik
und einen Datenspeicher mit einer Steuersoftware aufweist. Die Steuersoftware kann
auch im Bedarfsfall ausgetauscht werden, wenn sich grundlegende Gegebenheiten des
Gewässers, z.B. dessen Größe, die Höhe des Fischbesatzes, der
Bewuchs oder andere klimatische oder biologische Verhältnisse gravierend ändern.
Vorzugsweise ist im Datenspeicher ein Temperaturgrenzwert als Maximaltemperatur
hinterlegt, ab der und bei Temperaturen darüber die Steuerung die Pumpe immer
mit maximaler Drehzahl laufen läßt. Für Temperaturen unterhalb des
oberen Temperaturgrenzwertes können Teillasttemperaturgrenzwerte vorgegeben
sein, bei denen eine gestufte Anpassung der Pumpendrehzahl erfolgt. Da sich bei
einer Temperaturerhöhung von 10 Kelvin die biologische Reaktionsgeschwindigkeit
und damit auch der Sauerstoffverbrauch verdoppelt, ist die Steuerung bevorzugt so
ausgelegt, daß sich als Folge davon auch der Umwälzgrad, d.h. die Drehzahl,
verdoppelt.
Um auch bei niedrigen Temperaturen beispielsweise im Winterbetrieb
einen optimalen Gasaustausch und den notwendigen Sauerstoffeintrag zu gewährleisten,
sowie einen Schutz vorm Zufrieren sicherzustellen, kann es sinnvoll sein, unter
einer im Datenspeicher hinterlegten Minimaltemperatur die Drehzahl und damit den
Umwälzgrad der Pumpe wieder zu erhöhen statt weiter abzusenken.
Eine mögliche energiesparende Auslegung der Pumpe könnte
so gewählt sein, daß bei Wassertemperaturen von 6 bis 8 °C eine minimale
Wassermenge von 3.500 l/h umgewälzt wird. Bei Temperaturen zwischen 8 °C
und 20 °C könnte die Wassermenge und der Umwälzgrad kontinuierlich
oder gestuft erhöht werden. Beispielsweise kann eine mittlere Drehzahl bei
Temperaturen zwischen 15 und 18 °C vorgesehen sein. Ab einem Temperaturgrenzwert
von 20 °C sollte dann die Pumpe mit maximaler Drehzahl zur maximalen Umwälzung
laufen.
Die Erhöhung der Drehzahl der Pumpe bei sich erhöhenden
Wassertemperaturen kann linear erfolgen. Aufgrund der Erhöhung der biologischen
Reaktionsgeschwindigkeit ist in vielen Fällen jedoch zumindest bereichsweise
auch eine Erhöhung in exponentieller Abhängigkeit sinnvoll.
Die erfindungsgemäße Pumpenanordnung wird vorzugsweise bei
Pumpen mit einem elektronisch kommutierten Antrieb (EC-Pumpen) eingesetzt. Besonders
vorteilhaft ist es dabei, die Steuerung und den Temperatursensor direkt in die Pumpe
zu integrieren. Es ist aber ebenfalls möglich, eine externe Elektronik und/oder
Sensorik einzusetzen, die auch mit konventionellen Asynchron- oder Synchronpumpen
betrieben werden kann.
Ein Ausführungsbeispiel einer Pumpe mit integrierter Steuerung
wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels in den Figuren beschrieben;
es zeigen:
1 schematisch einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße
Pumpe und
2 einen Schnitt in Richtung II-II durch den Gegenstand
aus 1.
Die dargestellte Pumpe besitzt ein Gehäuse 1 mit einem
Ansaugstutzen 2, durch den das Wasser in die Pumpe hineintritt, und einem
Druckstutzen 3, über den das Wasser die Pumpe wieder verläßt.
Gefördert wird das Wasser über ein Laufrad 4, das über eine
Welle 5 von einem Elektromotor 6 angetrieben wird. Der Elektromotor
6 besitzt einen Rotor 7, der durch ein aus Elektrospulen
8 gebildetes elektromagnetisches Feld in Drehung versetzt wird. Ein Spaltrohr
9 trennt den wasserdurchflossenen Bereich 1' des Gehäuses
1 von dem elektrischen und damit trocken zu haltenden Gehäusebereich
1'' ab. Vorzugsweise ist in dem elektrischen Bereich 1'' auch
eine Steuerelektronik 11 angeordnet, über die die Drehzahl des Motors
und damit auch der Pumpe geregelt wird. Im Inneren des Gehäuses ist außerdem
ein Temperatursensor 12 angeordnet, der die Temperatur des an ihm vorbeibeförderten
Wassers an der Position des Pfeils 13 mißt. Der Temperatursensor
12 ist auf nicht dargestellte Weise mit der Steuerelektronik
11 verbunden.
Bevorzugt ist der Temperatursensor 12 so angeordnet, daß
er möglichst wenig Eigenwärme der Pumpe aufnimmt, um eine weitestgehend
unbeeinflußte Wassertemperaturmessung durchführen zu können. Eine
besonders vorteilhafte Position des Temperatursensors 12 ist in den
1 und 2 dargestellt. Die
Anordnung des Temperatursensors 12 ist dabei so gewählt, daß
er sich genau im Übergang zwischen dem wasserdurchflossenen Bereich
1' des Gehäuses und dem elektrischen Bereich 1'' des Gehäuses
befindet. So kann eine Messung der Temperatur im wasserdurchflossenen Bereich erfolgen,
während eine technisch sichere und trockene Anbindung an die Steuerelektronik
11 im elektrischen Bereich 1'' der Pumpe möglich ist. Vorteilhaft
ist der Temperatursensor 12 dazu im Flansch des Spaltrohrs 9 aufgenommen.
Diese Position wird dadurch optimiert, daß der Temperatursensor in möglichst
großer Entfernung von jeder der Spulen 8 des Pumpenmotors
6 anzuordnen ist. Bei wie dargestellt sternförmig angeordneten Spulen
8 befindet sich eine solche vorteilhafte Position des Temperatursensors
12 genau mittig in einem freien Segment zwischen zwei Spulen (sh.
2).
An der Gehäuseoberseite befindet sich von außen zugänglich
ein Schalter 14, über den über eine nicht dargestellte Verbindung
zur Steuerelektronik 11 die Regelung in Abhängigkeit von der am Temperatursensor
12 gemessenen Wassertemperatur ein- oder ausgeschaltet werden kann. Über
diesen Schalter kann daher zwischen manueller Steuerung und automatischem Betrieb
gewechselt werden.
Neben dem Temperatursensor 12 kann die gesamte Pumpenanordnung
noch weitere Sensorik beispielsweise zur Erfassung der Gewässertrübung
oder des aktuellen Sauerstoffgehalts beinhalten. Diese Signale können ebenfalls
von der Steuerelektronik ausgewertet werden und über die Steuersoftware in
die Drehzahlregelung einfließen. Da der wesentlichste Einflußfaktor jedoch
die Wassertemperatur ist, sind auch Pumpenanordnungen, die ausschließlich einen
Temperatursensor aufweisen, bereits sehr effektiv und sparen gegenüber herkömmlichen,
manuell geregelten Pumpen durch einen stets optimalen Betrieb erheblich Energie.
Derartige Pumpenanordnungen sind ganzjährig fast ohne Wartung und Aufwand zu
betreiben. Ihre Steuersoftware kann sozusagen als Jahresbiologieprogramm bezeichnet
werden, da eine automatische Anpassung der Pumpenleistung an die Jahreszeiten und
die sich dadurch ergebenden Betriebsnotwendigkeiten erzielt wird. Die Steuersoftware
kann daneben noch weitere kalendarische oder tageszeitabhängige Einflußfaktoren
berücksichtigen und dadurch die Pumpe an die Bedürfnisse des Betreibers
und des Gewässers, in dem sie zum Einsatz kommt, noch besser erfüllen.