Die Erfindung betrifft das technische Gebiet der chemischen Verfahren
zur Herstellung von fluorhaltigen Verbindungen, spezieller der Verfahren zur Herstellung
von Carbonsäureestern, welche in &agr;-Position (alpha) ein Fluoratom als
Substituenten enthalten.
Es ist bereits bekannt, dass Ester, welche in &agr;-Position (alpha)
ein Fluoratom als Substituenten enthalten, durch die Umsetzung von &agr;-Hydroxyestern
mit Thionylchlorid zum Chlorsulfit, Umsetzung des Chlorsulfits mit einer Fluoridquelle
zum Fluorsulfit und anschließende thermische Zersetzung, gegebenenfalls unter
Amin oder Pyridinkatalyse, hergestellt werden können (DE
11 22 505), siehe Schema 1:
Schema 1
Durch den Einsatz von chiralen, nicht-racemischen &agr;-Hydroxyestern
kann diese Umsetzung bei ansonsten gleicher Reaktionsführung auch verwendet
werden, um die Zielprodukte als chirale, nicht-racemische Verbindungen herzustellen
(WO-A-2006/037887, FR-A1-2876100). Die nach diesen Verfahren benötigten Chlorsulfite
der &agr;-Hydroxyester können nach bekannten Verfahren hergestellt werden
(z.B. EP-A-0056981, DE-A1-3102516).
Nachteilig bei dieser Art der Herstellung ist die Bildung von SO2
als Abgas und die als Nebenreaktion beobachtete Zersetzung der Chlorsulfite zu den
entsprechenden in &agr;-Position chlorierten Estern (z.B. DE-A-3102516, dort als
Hauptreaktion genutzt).
Die chlorierten Ester sind aufgrund sehr ähnlicher Eigenschaften
nur schwer vom Zielprodukt abtrennbar.
Es ist ebenfalls bekannt, dass sich in &agr;-Position fluorierte
Ester auch durch Umsetzung von &agr;-Hydroxyestern zu den entsprechenden Sulfonsäureestern
und anschließende Umsetzung des Sulfonsäureesters mit einer Fluoridquelle
(z.B. Kaliumfluorid) herstellen lassen (z.B. DE-A-4131242). Diese Reaktion kann
enantioselektiv zur Herstellung chiraler, nicht-racemischer Zielprodukte genutzt
werden, wenn man das Edukt in chiraler, nicht-racemischer Form einsetzt (siehe Schema
2 an Beispiel eines enantiomeren in &agr;-Position fluorierten Esters).
Schema 2
Bedingt durch das hohe Molekulargewicht der Abgangsgruppe wird es
notwendig, während des Verfahrens mit relativ großen Massen umzugehen,
um am Ende ein relativ leichtes Zielprodukt zu erhalten. Hierdurch und durch die
schlechte biologische Abbaubarkeit der Abgangsgruppen kommt es im technischen Maßstab
zu Problemen.
Aus DE-A-3836855 ist bekannt, dass &agr;-fluorierte Ester durch
Desaminierung einer Aminosäure mit Natriumnitrit in Gegenwart von Fluorwasserstoff
und Pyridin erhalten werden können. Weiterhin ist in DE-A-3836855 die Ringöffnung
eines Epoxids mit einer Mischung von HF und Pyridin Mischung beschrieben, welche
nach Oxidation und Veresterung ebenfalls zu in &agr;-Position fluorierten Estern
führt. Bei beiden Verfahren sind die verwendeten Mengen an Fluorwasserstoff
und Pyridin relativ hoch, welches deren technische Einsetzbarkeit erschwert. Darüber
hinaus führt die Desaminierung im Fall der Herstellung von chiralen, nicht-racemischen
Produkten nur zu unbefriedigenden Enantiomerenüberschüssen (weniger als
60 %).
Desweiteren ist aus Tetrahedron Lett., 2002, 43, 4275–4279
bekannt, dass Alkylfluorformiate in Gegenwart von Hexabutylguanidiniumfluorid thermisch
zu Fluoralkanen zersetzt werden können (siehe Schema 3), wobei die Reaktion
weitgehend enantioselektiv verläuft. Die dabei eingesetzten Alkylfluorformiate
lassen sich nach J. Org. Chem. 1956, 21, 1319–1320 bzw. Tetrahedron Lett.,
2002, 43, 4275–4279 durch Umsetzung von Hydroxyalkanen mit Fluorbromphosgen,
Fluorchlorphosgen, Difluorphosgen bzw. Kaliumfluorid + UV-Strahlung herstellen.
Schema 3
Da in &agr;-Position fluorierte Ester, insbesondere in ihrer chiralen,
nicht-racemischen Form, wichtige Intermediate für biologisch aktive Verbindungen
darstellen, ist es wünschenswert einen Herstellungsweg zu finden, der die fluorierten
Ester in einfacher Weise technisch darstellbar macht.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen
der Formel (IV), gegebenenfalls in optisch aktiver Form,
worin
R1 für Wasserstoff, (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Aryl, Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl
oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl, wobei jeder der letztgenannten
4 Reste am Ring am Ring unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der
Gruppe Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
R2 für Wasserstoff, (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder gegebenenfalls substituiertes Aryl, vorzugsweise
Phenyl, das unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der Gruppe Halogen,
(C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy, (C1-C12)-Haloalkyl
und (C1-C12)-Haloalkoxy substituiert ist, steht,
R3 für (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl, Aryl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
R4 für (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl, Aryl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
dadurch gekennzeichnet, dass man
(a) eine Verbindung der Formel (I)
worin R1, R2 und R3 wie in Formel (IV) definiert
sind,
mit einer Dihalogencarbonylverbindung oder einem Äquivalent davon zur Verbindung
der Formel (II) [Variante (a1)] oder (III) [Variante (a2)] umsetzt,
wobei in den Formeln (II) und (III)
R1, R2 und R3 wie in Formel (IV) definiert sind
und
X ein Halogenatom aus der Gruppe Cl oder Br bedeutet,
und
(b) für den Fall, dass in Stufe (a) nach Variante (a1) die Verbindung die
Verbindung (II) erhalten worden ist, die Verbindung (II) mit einem Fluorierungsreagenz
zur Verbindung der genannten Formel (III) umsetzt,
(c) die nach Stufe (a) oder (b) erhaltene Verbindung der Formel (III) thermisch,
gegebenenfalls in Gegenwart eines Katalysators, unter Decarboxylierung zur Verbindung
der genannten Formel (IV) umsetzt.
In der Formel (I) und allen nachfolgenden Formeln können die
Reste Alkyl auch in den zusammengesetzten Bedeutungen wie Alkoxy, Haloalkyl und
Haloalkoxy sowie die entsprechenden ungesättigten und/oder substituierten Reste
im Kohlenstoffgerüst jeweils geradkettig oder verzweigt sein.
Der Ausdruck "(C1-C4)Alkyl" bedeutet eine Kurzschreibweise
für Alkyl mit einem bis 4 Kohlenstoffatomen, d. h. umfasst die Reste Methyl,
Ethyl, 1-Propyl, 2-Propyl, 1-Butyl, 2-Butyl, 2-Methylpropyl or tert-Butyl. Allgemeine
Alkylreste mit einem größeren angegebenen Bereich von C-Atomen, z. B.
"(C1-C6)Alkyl" umfassen entsprechend auch gradkettige oder
verzweigte Alkylreste mit einer größeren Zahl von C-Atomen, d. h. gemäß
Beispiel auch die Alkylreste mit 5 und 6 C-Atomen.
Wenn nicht speziell angegeben, sind bei den Kohlenwasserstoffresten
wie Alkyl-, Alkenyl- und Alkinylresten, auch in zusammengesetzten Resten, die niederen
Kohlenstoffgerüste, z.B. mit 1 bis 6 C-Atomen bzw. bei ungesättigten Gruppen
mit 2 bis 6 C-Atomen, bevorzugt. Alkylreste, auch in den zusammengesetzten Bedeutungen
wie Alkoxy, Haloalkyl usw., bedeuten z.B. Methyl, Ethyl, n- oder i-Propyl, n-, i-,
t- oder 2-Butyl, Pentyle, Hexyle, wie n-Hexyl, i-Hexyl und 1,3-Dimethylbutyl, Heptyle,
wie n-Heptyl, 1-Methylhexyl und 1,4-Dimethylpentyl; Alkenyl- und Alkinylreste haben
die Bedeutung der den Alkylresten entsprechenden möglichen ungesättigten
Reste; Alkenyl bedeutet z.B. Vinyl, Allyl, 1-Methyl-2-propenyl, 2-Methyl-2-propenyl,
2-Butenyl, Pentenyl, 2-Methylpentenyl oder Hexenyl group, vorzugsweise Allyl, 1-Methylprop-2-en-1-yl,
2-Methyl-prop-2-en-1-yl, But-2-en-1-yl, But-3-en-1-yl, 1-Methyl-but-3-en-1-yl oder
1-Methyl-but-2-en-1-yl. Alkenyl schließt insbesondere auch geradkettige oder
verweigte Kohlenwasserstoffreste mit mehr als einer Doppelbindung ein, wie 1,3-Butadienyl
und 1,4-Pentadienyl, aber auch Allenyl- oder Kumulenyl-reste mit einer bzw. mehreren
kumulierten Doppelbindungen, wie beispielsweise Allenyl (1,2-Propadienyl), 1,2-Butadienyl
und 1,2,3-Pentatrienyl; Alkinyl bedeutet z.B. Propargyl, But-2-in-1-yl, But-3-in-1-yl,
1-Methyl-but-3-in-1-yl. Alkinyl schließt insbesondere auch geradkettige oder
verweigte Kohlenwasserstoffreste mit mehr als einer Dreifachbindung oder auch mit
einer oder mehreren Dreifachbindungen und einer oder mehreren Doppelbindungen ein,
wie beispielsweise 1,3-Butatienyl bzw. 3-Penten-1-in-1-yl.
Alkyliden, z. B. auch in der Form (C1-C10)Alkyliden,
bedeutet den Rest eines geradkettigen oder verzweigten Alkans, der über eine
Zweifachbindung gebunden ist, wobei die Position der Bindungsstelle noch nicht festgelegt
ist. Im Falle eines verzweigten Alkans kommen naturgemäß nur Positionen
in Frage, an denen zwei H-Atome durch die Doppelbindung ersetzt werden können;
Reste sind z. B. =CH2, =CH-CH3, =C(CH3)-CH3,
=C(CH3)-C2H5 oder =C(C2H5)-C2H5.
Cycloalkyl bedeutet ein carbocyclisches, gesättigtes Ringsystem
mit vorzugsweise 3–8 C-Atomen, z.B. Cyclopropyl, Cyclobutyl, Cyclopentyl
oder Cyclohexyl. Im Falle von substituiertem Cycloalkyl werden cyclische Systeme
mit Substituenten umfaßt, wobei die Substituenten mit einer Doppelbindung am
Cycloalkylrest, z. B. eine Alkylidengruppe wie Methyliden, gebunden sind. Im Falle
von substituiertem Cycloalkyl werden auch mehrcyclische aliphatische Systeme umfaßt,
wie beispielsweise Bicyclo[1.1.0]butan-1-yl, Bicyclo[1.1.0]butan-2-yl, Bicyclo[2.1.0]pentan-1-yl,
Bicyclo[2.1.0]pentan-2-yl, Bicyclo[2.1.0]pentan-5-yl, Adamantan-1-yl und Adamantan-2-yl.
Halogen bedeutet beispielsweise Fluor, Chlor, Brom oder Iod. Haloalkyl,
-alkenyl und -alkinyl bedeuten durch gleiche oder verschiedene Halogenatome, vorzugsweise
aus der Gruppe Fluor, Chlor und Brom, insbesondere aus der Gruppe Fluor und Chlor,
teilweise oder vollständig substituiertes Alkyl, Alkenyl bzw. Alkinyl, z.B.
Monohaloalkyl (= Monohalogenalkyl), Perhaloalkyl, CF3, CHF2,
CH2F, CF3CF2, CH2FCHCl, CCl3,
CHCl2, CH2CH2Cl; Haloalkoxy ist z.B. OCF3,
OCHF2, OCH2F, CF3CF2O, OCH2CF3
und OCH2CH2Cl; Entsprechendes gilt für Haloalkenyl und
andere durch Halogen substituierte Reste.
Aryl bedeutet ein mono-, bi- oder polycyclisches aromatisches System,
beispielsweise Phenyl, Naphthyl, Tetrahydronaphthyl, Indenyl, Indanyl, Pentalenyl,
Fluorenyl und ähnliches, vorzugsweise Phenyl.
Ein heterocyclischer Rest oder Ring (Heterocyclyl) kann gesättigt,
ungesättigt oder heteroaromatisch sein; wenn nicht anders definiert, enthält
er vorzugsweise ein oder mehrere, insbesondere 1, 2 oder 3 Heteroatome im heterocyclischen
Ring, vorzugsweise aus der Gruppe N, O, und S; vorzugsweise ist er ein aliphatischer
Heterocyclylrest mit 3 bis 7 Ringatomen oder ein heteroaromatischer Rest mit 5 oder
6 Ringatomen. Der heterocyclische Rest kann z.B. ein heteroaromatischer Rest oder
Ring (Heteroaryl) sein, wie z.B. ein mono-, bi- oder polycyclisches aromatisches
System, in dem mindestens 1 Ring ein oder mehrere Heteroatome enthält. Vorzugsweise
ist er ein heteroaromatischer Ring mit einem Heteroatom aus der Gruppe N, O und
S, beispielsweise Pyridyl, Pyrrolyl, Thienyl oder Furyl; weiterhin bevorzugt ist
er ein entsprechender heteroaromatischer Ring mit 2 oder 3 Heteroatomen, z. B. Pyrimidinyl,
Pyridazinyl, Pyrazinyl, Triazinyl, Thiazolyl, Thiadiazolyl, Oxazolyl, Isoxazolyl,
Pyrazolyl, Imidazolyl und Triazolyl. Weiterhin bevorzugt ist er ein partiell oder
vollständig hydrierter heterocyclischer Rest mit einem Heteroatom aus der Gruppe
N, O und S, beispielsweise Oxiranyl, Oxetanyl, Oxolanyl (= Tetrahydrofuryl), Oxanyl,
Pyrrolinyl, Pyrrolidyl oder Piperidyl,
Weiterhin bevorzugt ist er ein partiell oder vollständig hydrierter
heterocyclischer Rest mit 2 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S, beispielsweise
Piperazinyl, Dioxolanyl, Oxazolinyl, Isoxazolinyl, Oxazolidinyl, Isoxazolidinyl
und Morpholinyl. Als Substituenten für einen substituierten heterocyclischen
Rest kommen die weiter unten genannten Substituenten in Frage, zusätzlich auch
Oxo. Die Oxogruppe kann auch an den Heteroringatomen, die in verschiedenen Oxidationsstufen
existieren können, z.B. bei N und S, auftreten.
Bevorzugte Beispiele für Heterocyclyl sind ein heterocyclischer
Rest mit 3 bis 6 Ringatomen aus der Gruppe Pyridyl, Thienyl, Furyl, Pyrrolyl, Oxiranyl,
2-Oxetanyl, 3-Oxetanyl, Oxolanyl (= Tetrahydrofuryl), Pyrrolidyl, Piperidyl, insbesondere
Oxiranyl, 2-Oxetanyl, 3-Oxetanyl oder Oxolanyl, oder ist ein heterocyclischer Rest
mit zwei oder drei Heteroatomen, beispielsweise Pyrimidinyl, Pyridazinyl, Pyrazinyl,
Triazinyl, Thienyl, Thiazolyl, Thiadiazolyl, Oxazolyl, Isoxazolyl, Pyrazolyl, Triazolyl,
Piperazinyl, Dioxolanyl, Oxazolinyl, Isoxazolinyl, Oxazolidinyl, Isoxazolidinyl
oder Morpholinyl.
Wenn ein Grundkörper "durch einen oder mehrere Reste" aus einer
Aufzählung von Resten (= Gruppe) oder einer generisch definierten Gruppe von
Resten substituiert ist, so schließt dies jeweils die gleichzeitige Substitution
durch mehrere gleiche und/oder strukturell unterschiedliche Reste ein.
Substituierte Reste, wie ein substituierter Aryl-, Phenyl-, Heterocyclyl-
und Heteroarylrest, bedeuten beispielsweise einen vom unsubstituierten Grundkörper
abgeleiteten substituierten Rest, wobei die Substituenten beispielsweise einen oder
mehrere, vorzugsweise 1, 2 oder 3 Reste aus der Gruppe Halogen, Alkoxy, Alkylthio,
Hydroxy, Amino, Nitro, Carboxy, Cyano, Azido, Alkoxycarbonyl, Alkylcarbonyl, Formyl,
Carbamoyl, Mono- und Dialkylaminocarbonyl, substituiertes Amino, wie Acylamino,
Mono- und Dialkylamino, und Alkylsulfinyl, Alkylsulfonyl und Alkyl, Haloalkyl, Alkylthio-alkyl,
Alkoxy-alkyl, gegebenfalls substituiertes Mono- und Dialkyl-aminoalkyl und Hydroxy-alkyl
bedeuten; im Begriff "substituierte Reste" wie substituiertes Alkyl etc. sind als
Substituenten zusätzlich zu den genannten gesättigten kohlenwasserstoffhaltigen
Resten entsprechende ungesättigte aliphatische und aromatische Reste, wie gegebenenfalls
substituiertes Alkenyl, Alkinyl, Alkenyloxy, Alkinyloxy, Phenyl, Phenoxy etc. eingeschlossen.
Die beispielhaft genannten Substituenten ("erste Substituentenebene")
können, sofern sie kohlenwasserstoffhaltige Anteile enthalten, dort gegebenenfalls
weiter substituiert sein ("zweite Substitutentenebene"), beispielsweise durch einen
der Substituenten, wie er für die erste Substituentenebene definiert ist. Entsprechende
weitere Substituentenebenen sind möglich. Vorzugsweise werden vom Begriff "substituierter
Rest" nur ein oder zwei Substitutentenebenen umfasst.
Bevorzugt Substituenten für die Subtituentenebenen sind beispielsweise
Bei Resten mit C-Atomen sind solche mit 1 bis 6 C-Atomen, vorzugsweise
1 bis 4 C-Atomen, insbesondere 1 oder 2 C-Atomen bevorzugt. Bevorzugt
sind in der Regel Substituenten aus der Gruppe Halogen, z.B. Fluor und Chlor, (C1-C4)Alkyl,
vorzugsweise Methyl oder Ethyl, (C1-C4)Haloalkyl, vorzugsweise
Trifluormethyl, (C1-C4)Alkoxy, vorzugsweise Methoxy oder Ethoxy,
(C1-C4)Haloalkoxy, Nitro und Cyano. Besonders bevorzugt sind
dabei die Substituenten Methyl, Methoxy, Fluor und Chlor.
Gegebenenfalls substituiertes Phenyl ist vorzugsweise Phenyl, das
unsubstituiert oder ein- oder mehrfach, vorzugsweise bis zu dreifach durch gleiche
oder verschiedene Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C4)Alkyl,
(C1-C4)Alkoxy, (C1-C4)Halogenalkyl,
(C1-C4)Halogenalkoxy und Nitro substituiert ist, z.B. o-,
m- und p-Tolyl, Dimethylphenyle, 2-, 3- und 4-Chlorphenyl, 2-, 3- und 4-Trifluor-
und -Trichlorphenyl, 2,4-, 3,5-, 2,5- und 2,3-Dichlorphenyl, o-, m- und p-Methoxyphenyl.
Die Formel (I) und nachfolgende Formeln umfassen auch alle Stereoisomeren
und deren Gemische. Solche Verbindungen der Formel (I) enthalten ein oder mehrere
asymmetrische C-Atome oder auch Doppelbindungen, die in den allgemeinen Formeln
(I) nicht gesondert angegeben sind. Die durch ihre spezifische Raumform definierten
möglichen Stereoisomeren, wie Enantiomere, Diastereomere, Z- und E-Isomere
sind alle von der Formel (I) umfaßt und können in den bevorzugten enantioselektiven
Verfahrensweise gezielt hergestellt werden, wenn optisch aktive Ausgangsstoffe eingesetzt
werden.
Bevorzugte Kettenlängen für Alkyl, Alkenyl, Alkinyl in den
Resten R1, R2, R3 und R4 sind C1-C12,
besonders bevorzugt C1-C6, ganz besonders C1-C4,
Bevorzugte Ringröße für Cycloalkyl in den R1,
R2, R3 und R4 ist C3-C7,
insbesondere C3-C6.
Vorzugsweise steht
R1 für Wasserstoff, (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl, Heterocyclyl mit 3 bis 6 Ringatomen,
Phenyl-(C1-C4)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C4)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C4)-Alkyl, (C1-C4)-Alkoxy,
(C1-C4)-Haloalkyl und (C1-C4)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet.
Insbesondere steht
R1 für Wasserstoff, (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl.
Ganz besonders steht R1 für Wasserstoff oder (C1-C4)-Alkyl.
Bevorzugt steht
R2 für Wasserstoff, (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder gegebenenfalls substituiertes Aryl, vorzugsweise
Phenyl, das unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der Gruppe Halogen,
(C1-C6)-Alkyl, (C1-C6)-Alkoxy, (C1-C6)-Haloalkyl
und (C1-C6)-Haloalkoxy substituiert ist.
Insbesondere steht
R2 für Wasserstoff, (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl.
Ganz besonders steht R2 für Wasserstoff oder (C1-C4)-Alkyl.
Bevorzugt steht
R3 für (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl, Phenyl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C4)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C4)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C4)-Alkyl, (C1-C4)-Alkoxy,
(C1-C4)-Haloalkyl und (C1-C4)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet,
Insbesondere steht
R3 für (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl
oder (C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl.
Ganz besonders steht R3 für (C1-C4)-Alkyl.
Bevorzugt steht
R4 für (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl, Phenyl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C4)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C4)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C4)-Alkyl, (C1-C4)-Alkoxy,
(C1-C4)-Haloalkyl und (C1-C4)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet.
Insbesondere steht
R4 für (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl
oder (C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl.
Ganz besonders steht R4 für (C1-C4)-Alkyl.
Bevorzugt sind auch Verfahren mit Verbindungen, worin zwei oder mehrere
der obengenannten bevorzugten Merkmale kombiniert werden.
Besonders bevorzugt sind dabei die Verfahren mit enantioselektiven
Stufen bis zur Herstellung von optisch aktiven Verbindungen (IV).
In der bevorzugten Ausführungsform werden die fluorierten Ester
schnell und ohne ökologisch schwierige Nebenkomponenten herstellbar. Die eingesetzten
Reagenzien führen durch ihr relativ geringes Molekulargewicht zu niedrigen
Masseströmen. Das erfindungsgemäße Verfahren stellt somit eine Bereicherung
des Standes der Technik dar, da es eine sehr vorteilhafte Herstellung von &agr;-fluorierten
Estern aus einfach zugänglichen &agr;-Hydroxyestern erlaubt. Von den bekannten
Verfahren aus war nicht zu erwarten, dass die erfindungsgemäße Herstellung
von Verbindungen der Formel (IV) effizient und mit der hohen Ausbeute und Reinheit
gelingen würde, insbesondere im Fall der Herstellung von chiralen nicht-racemischen
Verbindungen. Dies gilt auch wegen der Unterschiede in den Reaktivitäten, die
bekanntermaßen zwischen Fluorverbindungen im Vergleich zu Chlor- und Bromverbindungen
oftmals sehr groß sind.
Das Verfahren zur Herstellung der Verbindungen (IV) besteht nach einer
Variante aus den drei Stufen (a1) + (b) + (c) (siehe Schema 4), nach einer anderen
Variante aus den zwei Stufen (a2) + (c) (siehe Schema 5).
Schema 4
Schema 5
Gegenstand der Erfindung ist auch die Kombination der Verfahrensstufen
(b) + (c) oder das Verfahren (c), wobei die eingesetzten Verbindungen (II) bzw.
(III) dann auch auf anderem Wege hergestellt werden können.
Gegenstand der Erfindung sind auch die einzelnen Stufen (a2) und (b),
die Verbindungen der Formel (III) und die Kombinationen (a1) + (b) und (a2) + (b).
Zur Verfahrenstufe (a), Varianten (a1) und (a2):
Die Hydroxycarbonsäureester der Formel (I) sind weitgehend bekannt
oder können analog bekannten Verfahren hergestellt werden (siehe z. B. EP-A-0163435
und dort zitierte Literatur).
Deren Umsetzung zu Chlorformiaten der Formel (II) (X = Cl) nach Variante
(a1) ist bereits teilweise beschrieben (siehe auch EP-A-0163435). Die Chlor- oder
Bromformiate der Formel (II) können durch Umsetzung der Verbindungen (I) mit
einer Dihalogencarbonylverbindung oder einem Äquivalent davon hergestellt werden,
wobei als Dihalogenverbindung oder dessen Äquivalent beispielsweise Phosgen
(Cl-CO-Cl), Carbonyldibromid (Br-CO-Br), Carbonylbromidchlorid (Cl-CO-Br), Diphosgen,
Triphosgen, etc. eingesetzt werden können.
Die Verbindungen der Formel (II) (speziell, wenn X = Chlor) sind außerdem
teilweise bekannt aus DE-A-3102516 und können alternativ nach den dort angegebenen
Verfahren hergestellt werden.
Die Fluorformiate (III) und deren Herstellung nach Variante (a2) sind
neu. Im Unterschied zur Variante (a1) werden in Variante (a2) fluorhaltige Dihalogenverbindungen
oder dessen Äquivalente eingesetzt, beispielsweise Carbonyldifluorid (F-CO-F),
Carbonylfluoridchlorid (F-CO-Cl) Carbonylfluoridbromid (F-CO-Br), etc.
Die Variante (a2) kann ansonsten unter den Verfahrensbedingungen durchgeführt
werden, wie sie analog für die Variante (a1) bekannt sind.
Bevorzugt sind auch die Ausführungen der Variante (a1) und (a2)
mit Umsetzung von optisch aktiven Verbindungen der Formel (I) zu optisch aktiven
Verbindungen der Formel (II) bzw. (III). Die Verfahrensstufe (a) kann somit enantioselektiv
durchgeführt werden, was für die Herstellung von optisch aktiven Verbindungen
(IV) nach dem Gesamtverfahren von Bedeutung und vorteilhaft ist.
Zur Verfahrenstufe (b):
Die erfindungsgemäßen Umsetzung der Halogenformiate der
Formel (II) mit einem Fluorierungsmittel wird in der Regel bei Temperaturen zwischen
–15°C und 150°C, vorzugsweise zwischen –10°C und 100°C,
besonders bevorzugt zwischen 0°C und 50°C durchgeführt.
Als Fluorierungsmittel können übliche Fluorierungsreagenzien,
vorzugsweise salzartige, fluorhaltige Verbindungen verwendet werden, beispielsweise
Hydrogenfluorid (HF) oder Mischungen bzw. Salze von Hydrogenfluorid mit organischen
Basen wie organische Aminbasen, beispielsweise Pyridin/Hydrogenfluorid, Triethylamin/HF
oder Tributylamin/HF. Entsprechend gut geeignet sind Alkalimetallfluoride wie Natriumfluorid,
Kaliumfluorid, Ammoniumfluorid, mit organischen Resten substituierte Ammonium- oder
Phosphoniumfluoride, vorzugsweise quaternäre Ammonium- oder Phosphoniumfluoride,
wie beispielsweise Tetrabutylammoniumfluorid oder Tetraphenylphosphoniumfluorid.
Bevorzugt werden Pyridin/Hydrogenfluorid, Triethylamin/HF, NaF oder KF eingesetzt.
Zur Herstellung der Verbindungen der Fluorformiate der Formel (III)
wird in Stufe (b) das Fluorierungsreagenz vorzugsweise äquimolar oder im Überschuss
eingesetzt. Zweckmäßig werden in der Regel je Mol Edukt der Formel (II)
zwischen 1.0 und 10 Moläquivalente, vorzugsweise zwischen 1,0 und 1,6 Moläquivalente
Fluorierungsreagenz, insbesondere dabei ein stöichiometrischer Überschuss
an Fluorierungsreagenz eingesetzt. Unter 1 Moläquivalent wird dabei ein Mol
eines Fluorierungsreagenzes verstanden, das ein Mol Fluoratom pro Mol Reagenz überträgt.
Entsprechend bedeutet 1 Moläquivalent auch ein halbes Mol eines Fluorierungsreagenzes,
das pro Mol Reagenz zwei Fluoratome überträgt (z. B. ein Erdalkalifluorid).
Die Umsetzung in Stufe (b) kann mit oder ohne Lösungsmittel ausgeführt
werden. Als Lösungsmittel bei der Umsetzung werden bevorzugt inerte Lösungsmittel
eingesetzt z.B. alkylierte Aromaten, halogenierte Aromaten, halogenierte Alkane,
N,N-dialkylierte Amide, alkylierte Pyrrolidone, Ether, Nitrile, Pyridine und Sulfolan.
Besonders bevorzugt sind Chlorbenzol, Dichlorbenzol, Trichlorbenzol, Methylenchlorid,
Chloroform, Sulfolan, Dimethylacetamid, Dimethylformamid, Acetonitril,
Benzonitril und Pyridin. Ganz besonders bevorzugt sind Methylenchlorid, Pyridin,
Sulfolan und Dimethylacetamid.
Die Verfahrensstufe (b) kann, wie auch alle übrigen erfindungsgemäßen
Verfahren, zweckmäßig bei Normaldruck durchgeführt werden. Es ist
jedoch auch möglich, unter erhöhtem oder vermindertem Druck – vorzugsweise
zwischen 0,1 bar und 10 bar – zu arbeiten. Optional kann in Stufe (b) ein
Katalysator zugesetzt werden, der speziell den Austausch des Halogens X = Cl oder
Br in der Verbindung (II) gegen Fluor katalysiert und dabei vorzugsweise die nucleophile
Reaktivität des Fluoridanions im Reaktionsmedium erhöht. Geeignete Katalysatoren
sind beispielsweise Kronenether (z.B. 18-[K]-6), Polyethylenglycoldialkylether,
quaternäre Ammoniumfluoride oder quaternäre Phosphoniumfluoride oder CsF.
Zur Verfahrenstufe (c):
Die erfindungsgemäße Umsetzung (Decarboxylierung) der Fluorformiate
der Formel (III) zu den &agr;-fluorierten Estern (IV) wird in der Regel bei Temperaturen
zwischen –15°C und 200°C, vorzugsweise zwischen 60°C und 200°C,
besonders bevorzugt 90°C und 180°C durchgeführt.
Die Decarboxylierung kann ohne weitere Zusätze oder vorzugsweise
in Gegenwart eines Decarboxylierungsreagenzes oder -katalysators, gegebenenfalls
in Gegenwart einer Fluoridquelle wie beispielsweise Kaliumfluorid oder Hydrogenfluorid,
(gemeinsam hier auch als "Katalysator" bezeichnet) erfolgen.
Als Decarboxylierungsreagenzien oder -katalysatoren können beispielsweise
Alkalihalogenide (zum Beispiel KF, CsF, oder Mischungen aus diesen), aromatische
oder heteroaromatische tertiäre Amine und -Pyridine, beispielsweise N,N-Dimethylaminopyridin,
oder Phasen-Transfer-Katalysatoren oder Mischungen aus diesen verwendet werden.
Zu den Phasen-Transfer-Katalysatoren gehören beispielsweise:
(A) quartäre Phosphonium- oder Ammoniumverbindungen der Formel (V),
in welchen
R5, R6, R7 und R8 unabhängig voneinander
für C1-C22-Alkyl, jeweils gegebenenfalls substituiertes
Aryl oder (C1-C4-Alkyl)aryl steht, wobei Aryl die Bedeutung
Phenyl oder Naphthyl hat und die besagten Substituenten Halogen, C1-C4-Alkyl,
C1-C4-Alkoxy, Nitro oder Cyano bedeuten,
X– ein Äquivalent eines nucleophilen Anions (z.B. Cl–,
Br–, J–) bedeutet,
M+ für N oder P steht,
oder
(B) Amidophosphoniumsalze der Formel (VI),
in welchen
A1, A2, A3, A4, A5, A6,
A7 und A8 unabhängig voneinander für C1-C22-Alkyl
oder C2-C12-Alkenyl, C4-C8-Cycloalkyl,
C6-C12-Aryl, C1-C12-Aralkyl stehen,
oder
A1A2, A3A4, A5A6
und A7A8 unabhängig voneinander direkt oder über
O oder N-A9 miteinander zu einem 3- bis 7-gliedrigen Ring verbunden sind,
A9 für C1-C4-Alkyl steht,
X– für ein nucleophiles Anion steht (z.B. Cl–,
Br–, J–), oder
(C) Verbindungen der Formel (VII),
in welchen A10 und A11 unabhängig voneinander
für einen der folgenden Reste stehen
R9, R10, R11, R12, R13 und
R14 unabhängig voneinander für C1-C10-Alkyl,
C2-C10-Alkenyl oder C6-C12-Aryl stehen
oder
R9R10, R11R12, R13R14
paarweise mit den jeweils verbundenen N-Atomen direkt miteinander zu einem 3- bis
5-gliedrigen, gesättigten oder ungesättigten Ring verbunden sind, der
ein Stickstoffatom und ansonsten Kohlenstoffatome enthält
wobei der Rest
auch für einen gesättigten oder ungesättigten 4- bis 8-gliedrigen
Ring stehen kann, der zwei Stickstoffatome und sonst Kohlenstoffatome enthält,
X– ein Äquivalent eines nucleophilen Anions (z.B. Cl–,
Br–, J–) bedeutet,
oder
(D) Hexaalkylguanidiniumsalze der Formel (VIII),
in welchen
A12, A13, A14, A15, A16 und
A17 unabhängig voneinander für C1-C12-Alkyl
oder C2-C12-Alkenyl, C4-C8-Cycloalkyl,
C6-C12-Aryl, C7-C12-Aralkyl stehen,
oder
A12A13, A14A15 und A16A17
unabhängig voneinander direkt oder über O oder N-A18 miteinander
zu einem 3- bis 7-gliedrigen Ring verbunden sind,
A18 für C1-C4-Alkyl steht,
X– ein Äquivalent eines nucleophilen Anions bedeutet.
Bevorzugt werden N,N-Dimethylaminopyrimidin (DMAP), CsF, Tetraalkylammoniumsalze,
Tetraarylphosphoniumsalze und die Hexaalkylguanidiniumsalze eingesetzt; besonders
bevorzugt sind CsF, Tetraalkylammoniumchloride und -bromide.
Die genannten Verbindungen sind dem Fachmann als Phasen-Transfer-Katalysatoren
bekannt.
Optional kann ein weiterer Katalysator, wie beispielsweise ein Kronenether
(z.B. 18-[K]-6) oder ein Polyethylenglycoldialkylether zugesetzt werden.
Bevorzugt ist die enantioselektive Verfahrensweise der Stufe (c) unter
Anwendung von Decarboxylierungsreagenzien oder -katalysatoren. Die Unterscheidung
von Reagenzien und Katalysatoren ist nur sinnvoll hinsichtlich der unterschiedlichen
Mengen, die hierbei optimal sind; beide Stoffe haben gemeinsam, dass sie die Decarboxylierung
fördern ("katalysieren"). Geeignete Decarboxylierungsreagenzien oder -katalysatoren
für die enantioselektive Verfahrensweise sind Alkalihalogenide, vorzugsweise
Fluoride wie KF, CsF oder Mischungen von Fluoriden, oder aromatische oder heteroaromatische
tertiäre Amine wie N-substituierte Aminopyridine, beispielsweise N,N-Dimethylaminopyridin,
oder die genannten Phasen-Transfer-Katalysatoren oder Mischungen aus diesen.
Zur Herstellung der Verbindungen der Formel (IV) wird das Decarboxylierungsreagenz
bzw. der Decarboxylierungskatalysator in der Regel in einem Verhältnis zwischen
0,005 Mol und 6 Mol, vorzugsweise zwischen 0,005 Mol und 2 Mol, besonders bevorzugt
in einem Verhältnis zwischen 0,01 Mol und 2 Mol pro Mol Verbindung der Formel
(III) eingesetzt.
Die Decarboxylierungsreaktion kann mit oder ohne Lösungsmittel
ausgeführt werden. Als Lösungsmittel bei der Umsetzung werden bevorzugt
Lösungsmittel aus der Gruppe der halogenierte Aromaten, halogenierte Alkane,
N,N-dialkylierte Amide, N-alkylierte Pyrrolidone, Ether, Pyridine, Ester, Nitrile
und Sulfolan. Besonders bevorzugt sind Chlorbenzol, Dichlorbenzol, Trichlorbenzol,
Sulfolan und Dimethylacetamid. Ganz besonders bevorzugt sind Chlorbenzol, Sulfolan
Produkte der Reaktion selbst und Dimethylacetamid.
Bevorzugt ist auch die Umsetzung ohne Lösungsmittel, wobei die
Edukte und Produkte der Reaktion selbst als Lösungsvermittler oder Lösungsmittel
dienen. Alle erfindungsgemäßen Verfahren können zweckmäßig
unter Normaldruck durchgeführt werden. Es ist jedoch auch möglich, unter
erhöhtem oder vermindertem Druck – in der Regel zwischen 0,1 bar und
10 bar – zu arbeiten.
In den Folgenden Ausführungsbeispielen beziehen sich die Mengenangaben
(inklusive Prozentangaben) auf das Gewicht, wenn nicht speziell Anderes definiert
ist.
Beispiele 1 bis 5
Je 1,0 g Methyl 2S-[(fluorcarbonyl)oxy]propanoat wurde nach den in
der Tabelle 1 verzeichneten Bedingungen zum 2(R)-Fluorpropionsäuremethylester
umgesetzt. Die aufgeführte Temperatur gibt die mittlere Badtemperatur des Heizmediums
an. Die Ansätze wurden ohne Ausdestillieren des Produkts ausgeführt. Die
Umsätze zum Zielprodukt sind in der Tabelle 1 verzeichnet.
Das Produkt 2(R)-Fluorpropionsäuremethylester wurde auch durch
sein NMR-Spektrum charakterisiert: 1H NMR (400 MHz, CD3CN): &dgr; = 1.51 (dd, 3H, H-C3, J1
= 23,9 Hz, J2 = 6,8 Hz), 3.73 (s, 3H, Ester-Methyl), 5,06 (dq, 1H, 48,3
Hz, J2 = 6,9 Hz).
Der Enantiomerenüberschuss wurde durch Gaschromatographie an
einer chiralen Trägerphase bestimmt.
Tabelle 1
Abkürzungen zu Tabelle 1:
ee
= Enantiomerenüberschuss
*
= Enantiomerenüberschuß am Ende der Reaktionszeit;
Kat.
= Decarboxylierungskatalysator
Kat [eq]
= Menge Kat. in Moläquivalenten bezogen auf Edukt
T
= Reaktionstemperatur (mittlere Temperatur des Heizmediums)
Konz
= Konzentration an Edukt am Anfang der Reaktion
Lsgm
= Lösungsmittel
Umsatz
= Umsatz der Reaktion bezogen auf Edukt
DMAP
= N,N-Dimethylaminopyridin,
MCB
= Monochlorbenzol,
DMAA
= Dimethylacetamid,
18[K]6
= Kronenether 18-Krone-6
Beispiele 6 bis 10
Je 1,0 g racemisches Methyl 2-[(fluorcarbonyl)oxy]propanoatwurde nach
den in der Tabelle 2 verzeichneten Bedingungen zum racemischen 2-Fluorpropionsäuremethylester
umgesetzt. Die aufgeführte Temperatur gibt die mittlere Badtemperatur des Heizmediums
an. Die Ansätze wurden ohne Ausdestillieren des Produkts ausgeführt. Die
Umsätze zum Zielprodukt sind in der Tabelle 2 verzeichnet. Das Produkt 2(R)-Fluorpropionsäuremethylester
wurde auch durch sein NMR-Spektrum charakterisiert: 1H NMR (400 MHz,
CD3CN): &dgr; = 1,51 (dd, 3H, H-C3, J1 = 23,9 Hz, J2
= 6,8 Hz), 3,73 (s, 3H, Ester-Methyl), 5,06 (dq, 1H, 48,3 Hz, J2 = 6,9
Hz).
Tabelle 2
Abkürzungen zu Tabelle 2: Siehe Abkürzungen zu Tabelle 1Weitere Abkürzungen zu Tabelle 2:
HBGCl
= Hexabutylguanidiniumchlorid,
Bu4NBr
= Terabutylammoniumbromid,
Bu4NCl
= Terabutylammoniumchlorid,
THF
= Tetrahydrofuran
Beispiel 11
4,7 g Pyridin wurden in 10 ml Dichlormethan vorgelegt und bei Raumtemperatur
mit 1,9 g Pyridin-HF-Komplex versetzt (M = 99,11 g/mol). In diese Mischung wurden
10 g Methyl 2-[(chlorcarbonyl)oxy]propanoat (ee. 99 %) zugetropft und die resultierende
Reaktionsmischung über Nacht bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend
wurde die Mischung auf halbkonzentrierte Salzsäure geben, die organische Phase
abgetrennt und die wässrige Phase mit Dichlormethan nachextrahiert. Die vereinigten
organischen Phasen wurden getrocknet (Na2SO4) und eingeengt.
Man erhielt 7,8 g Methyl 2-[(fluorcarbonyl)oxy]propanoat mit einem Gehalt von 89
% (Ausbeute: 77 %, ee: 99 %). Die Analysen des Enantiomerenüberschusses wurden
mittels chiraler GC vorgenommen. 1H NMR (400 MHz, CD3CN): &dgr; = 1,55 (dd, 3H, H-C3, J1
= 7,1 Hz, J2 = 1.6 Hz), 3,76 (s, 3H, Ester-Methyl), 5,12 (dq, 1H, J1
= 7,6 Hz, J2 = 1,1 Hz).
Beispiel 12
11.2 g 2-RS-Ethylhexyl-2'S-[(chlorcarbonyl)oxy]propanoat wurden bei
Raumtemperatur in eine Mischung aus 3.7 g Kaliumfluorid und 0.56 g des Kronenethers
18-Krone-6 in 25 g Methylenchlorid zugetropft. Nach Rühren über Nacht
erhielt man 9.2 g 2-RS-Ethylhexyl-2'S-[(fluorcarbonyl)oxy]propanoat mit einem Gehalt
von 82 % (Ausbeute: 72 % der Theorie). 13C NMR (151 MHz, CD3CN): &dgr; = 11.2 (CH3CH2-),
14.3 (C6), 16.9 (C3'), 23.6 (C5), 24.3, 24.4 (CH3CH2-), 29.5
(C4), 30.9 (C3), 39.5 (C2), 68.7 (C1), 76.2 (C2'), 145.5 (COF, J = 1.9 Hz), 169.9
(C1').
Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel (IV), gegebenenfalls
in optisch aktiver Form,
worin
R1 für Wasserstoff, (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Aryl, Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl
oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl, wobei jeder der letztgenannten
4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der Gruppe
Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
R2 für Wasserstoff, (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder gegebenenfalls substituiertes Aryl, vorzugsweise
Phenyl, das unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der Gruppe Halogen,
(C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy, (C1-C12)-Haloalkyl
und (C1-C12)-Haloalkoxy substituiert ist, steht,
R3 für (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl, Aryl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
R4 für (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl, Aryl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
dadurch gekennzeichnet, dass man
(a) eine Verbindung der Formel (I)
worin R1, R2 und R3 wie in Formel (IV) definiert
sind,
mit einer Dihalogencarbonylverbindung oder einem Äquivalent davon zur Verbindung
der Formel (II) [Variante (a1)] oder (III) [Variante (a2)] umsetzt,
wobei in den Formeln (II) und (III)
R1, R2 und R3 wie in Formel (IV) definiert sind
und
X ein Halogenatom aus der Gruppe Cl oder Br bedeutet,
und
(b) für den Fall, dass in Stufe (a) nach Variante (a1) die Verbindung die Verbindung
(II) erhalten worden ist, die Verbindung (II) mit einem Fluorierungsreagenz zur
Verbindung der genannten Formel (III) umsetzt,
(c) die nach Stufe (a) oder (b) erhaltene Verbindung der Formel (III) thermisch,
gegebenenfalls in Gegenwart eines Katalysators, unter Decarboxylierung zur Verbindung
der genannten Formel (IV) umsetzt.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Formel
(IV)
R1 für Wasserstoff, (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl, Heterocyclyl mit 3 bis 6 Ringatomen,
Phenyl-(C1-C4)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C4)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C4)-Alkyl, (C1-C4)-Alkoxy,
(C1-C4)-Haloalkyl und (C1-C4)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
R2 für Wasserstoff, (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder gegebenenfalls substituiertes Aryl, vorzugsweise
Phenyl, das unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der Gruppe Halogen,
(C1-C6)-Alkyl, (C1-C6)-Alkoxy, (C1-C6)-Haloalkyl
und (C1-C6)-Haloalkoxy substituiert ist, steht,
R3 für (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl, Phenyl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C4)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C4)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C4)-Alkyl, (C1-C4)-Alkoxy,
(C1-C4)-Haloalkyl und (C1-C4)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht, und
R4 für (C1-C12)-Alkyl, (C2-C12)-Alkenyl,
(C2-C12)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl, Phenyl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C4)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C4)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C4)-Alkyl, (C1-C4)-Alkoxy,
(C1-C4)-Haloalkyl und (C1-C4)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der
Formel (IV)
R1 für Wasserstoff, (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl, steht,
R2 für Wasserstoff, (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl steht,
R3 für (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl
oder (C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl
steht und
R4 für (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl
oder (C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl
steht.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass für die thermische Decarboxylierung in Stufe (c) ein aromatisches oder
heteroaromatisches tert. Amin, ein Phasen Transfer Katalysator und/oder eine Fluoridquelle
verwendet wird.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Decarboxylierung in Stufe (c) bei Temperaturen zwischen 60 und 200 °C
durchgeführt wird.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Umsetzungen unter Verwendung eines chiralen, nicht-racemischen Edukts durchgeführt
und in der Stufe (c) die Decarboxylierung in Gegenwart eines Decarboxylierungsreagenzes
oder -katalysators aus der Gruppe DMAP, KF, CsF, Tetraalkylammoniumchloride, Tetralkylphosphoniumchloride,
Hexaalkylguanidiniumchloride, Hexaalkylguanidiniumfluoride und Mischungen der Verbindungen
aus der vorgenannten Gruppe enantioselektiv geführt wird.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass als Lösungsmittel in Stufe (c) ein halogenierter Aromat, ein N,N-dialkyliertes
Amid, Sulfolan oder ein Ester ist.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass in Stufe (c) 0,005 bis 6 Mol Decarboxylierungs-reagenz/-katalysators pro Mol
Verbindung der Formel (III) eingesetzt wird.Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel (IV), gegebenenfalls
in optisch aktiver Form,
worin
R1 für Wasserstoff, (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl
oder einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Aryl, Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl
oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl, wobei jeder der letztgenannten
4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der Gruppe
Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
R2 für Wasserstoff, (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder gegebenenfalls substituiertes Aryl, vorzugsweise
Phenyl, das unsubstituiert oder durch einen oder mehrere Reste aus der Gruppe Halogen,
(C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy, (C1-C12)-Haloalkyl
und (C1-C12)-Haloalkoxy substituiert ist, steht,
R3 für (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl, Aryl,
Heterocyclyl, Phenyl-(C1-C6)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
R4 für (C1-C24)-Alkyl, (C2-C24)-Alkenyl,
(C2-C24)-Alkinyl, (C3-C9)-Cycloalkyl,
(C1-C6)-Alkyl-(C3-C9)-cycloalkyl, Aryl,
Heterocyclyt, Phenyl-(C1-C6)-alkyl oder Heterocyclyl-(C1-C6)-alkyl,
wobei jeder der letztgenannten 4 Reste am Ring unsubstituiert oder durch einen oder
mehrere Reste aus der Gruppe Halogen, (C1-C12)-Alkyl, (C1-C12)-Alkoxy,
(C1-C12)-Haloalkyl und (C1-C12)-Haloalkoxy
substituiert ist und Heterocyclyl jeweils einen heterocyclischen Rest mit 1 bis
3 Heteroatomen aus der Gruppe N, O und S bedeutet, steht,
dadurch gekennzeichnet, dass man
(c) eine Verbindung der Formel (III)
wobei in Formeln (III) R1, R2 und R3 wie in Formel
(IV) definiert ist, thermisch, gegebenenfalls in Gegenwart eines Katalysators, unter
Decarboxylierung zur Verbindung der genannten Formel (IV) umsetzt.Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel (IV), gegebenenfalls
in optisch aktiver Form, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der Formel
(II),
worin R1, R2 und R3 wie in Formel (IV) nach Anspruch
1 definiert sind und
X ein Halogenatom aus der Gruppe Cl oder Br bedeutet,
Fluorierungsreagenz zur Verbindung zur Verbindung der Formel (III) umsetzt,
wobei in Formel (III) R1, R2 und R3 wie in der
genannten Formel (IV) definiert sind,
und die erhaltenen Verbindung (III) thermisch, gegebenenfalls in Gegenwart eines
Katalysators, unter Decarboxylierung zur Verbindung der genannten Formel (IV) umsetzt.Verbindungen der Formel (III), gegebenenfalls in optisch aktiver Form,
wie sie in Anspruch 9 definiert sind.Verbindungen der Formel (III) Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass
R1 für Wasserstoff, (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl, steht,
R2 für Wasserstoff, (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl,
(C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl oder
einen Rest der Formel -CO2R4, -(CH2)nCO2R4,
-COR4, -SOR4 oder -SO2R4, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 12 bedeutet, oder Phenyl steht,
R3 für (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl
oder (C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl
steht und
R4 für (C1-C6)-Alkyl, (C2-C6)-Alkenyl,
(C2-C6)-Alkinyl, (C3-C6)-Cycloalkyl
oder (C1-C4)-Alkyl-(C3-C6)-cycloalkyl
steht,
vorzugsweise chiral, nicht-racemische Verbindungen der genannten Formel (III).