Die Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung zur Behebung von Signalstörungen
in einem passiven optischen Netzwerk sowie ein entsprechendes passives optisches
Netzwerk und ein Verfahren zur Behebung von Signalstörung in einem passiven
optischen Netzwerk.
Die Erfindung betrifft das Gebiet von passiven optischen Netzwerken.
Passive optische Netzwerke sind Netzwerke aus Glasfaserleitungen, in denen optische
Lichtsignale ohne Zwischenschaltung aktiver Verstärkungskomponenten übertragen
und verteilt werden. Solche passiven optischen Netzwerke werden beispielsweise als
Zugangsnetze zur Verteilung von Breitbanddaten aus einem öffentlichen Glasfasernetz
an eine Mehrzahl von Benutzereinheiten (auch als ONU bezeichnet, ONU = Optical Network
Unit) verwendet. In derartigen passiven optischen Netzwerken werden die Daten zwischen
einem so genannten OLT (OLT = Optical Line Terminal), der den Zugangspunkt zum passiven
optischen Netzwerk darstellt, und den einzelnen ONUs ausgetauscht. Hierzu umfasst
das optische Netzwerk einen Verzweigungspunkt, der eine vom OLT stammende Gesamtleitung
in eine Mehrzahl von Verzweigungsleitungen verzweigt, wobei jede Verzweigungsleitung
an einer ONU endet. Es besteht hierbei das Problem, dass in einem solchen optischen
Netzwerk bei einer Datenübertragung von den ONUs zu dem OLT eine Störung
in einer einzelnen ONU einen Zusammenbruch des gesamten Zugangsnetzes verursachen
kann, da ein von einer ONU ausgehendes gestörtes Signal auf die Gesamtleitung
gelangt und dort ein gestörtes Gesamtsignal verursacht, das nicht mehr richtig
verarbeitet werden kann. Beim Auftreten solcher Signalstörungen muss bei herkömmlichen
optischen Netzwerken der Fehler beispielsweise durch einen Servicetechniker behoben
werden, der die einzelnen Verzweigungsleitungen in dem Verzweigungspunkt des optischen
Netzes untersucht und einzeln auftrennt, bis der verursachende Fehler gefunden wurde.
Dieses Verfahren ist sehr zeitaufwändig und führt zu einer langen Ausfallzeit
des optischen Netzwerks. Ein weiteres Verfahren zur Behebung von Signalstörungen
in einem passiven optischen Netzwerk ist aus der US-amerikanischen Patentanmeldung
US 2004/0156635 bekannt. Diese offenbart ein Verfahren zum Abschalten einer fehlerhaften
ONU durch einen direkten Befehl des OLT. Die Detektion der fehlerhaften ONU erfolgt
dabei über den ONUs zugeordnete Pilottöne.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, eine Schutzvorrichtung für
ein passives optisches Netzwerk, welches automatisiert und in kurzer Zeit Signalstörungen
auf Verzweigungsleitungen in dem optischen Netzwerk behebt, sowie ein passives optisches
Netzwerk und ein Verfahren zur Behebung von Signalstörungen zu schaffen.
Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche
gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen
definiert.
Die erfindungsgemäße Schutzvorrichtung umfasst eine Mehrzahl
von ersten Abgriffen und/oder einen zweiten Abgriff. Hierbei ist in zumindest einem
Teil der Verzweigungsleitungen jeweils ein erster Abgriff vorgesehen, der dazu dient,
ein in der jeweiligen Verzweigungsleitung zur Gesamtleitung fließendes optisches
Signal abzugreifen. Ferner ist der zweite Abgriff in der Gesamtleitung angeordnet
und dient dazu, ein in der Gesamtleitung in Richtung weg von dem Verzweigungspunkt
fließendes optisches Signal abzugreifen.
Die Schutzvorrichtung umfasst ferner eine Mehrzahl von Schaltern,
wobei in zumindest einem Teil der Verzweigungsleitungen und insbesondere in allen
Verzweigungsleitungen jeweils ein Schalter vorgesehen ist, um die jeweilige Verzweigungsleitung
abzuschalten.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst ferner eine Steuereinrichtung,
welche derart ausgestaltet ist, dass beim Auftreten einer Signalstörung im
Betrieb des passiven optischen Netzwerks eine nachfolgend definierte erste bzw.
zweite Detektion durchgeführt wird. Die erfindungsgemäße Vorrichtung
kann entweder eine der beiden Detektionen oder beide Detektionen durchführen.
Bei der ersten Detektion wird detektiert, ob das durch den zweiten Abgriff abgegriffene
optische Signal bei zeitweiser Abschaltung einer oder mehrerer Verzweigungsleitungen
eine digitale Signalpegelfolge ist, wobei hier und im Folgenden unter einer digitalen
Signalpegelfolge eine Folge von Signalpegeln zu verstehen ist, deren Pegelwerte
ausschließlich einen vorbestimmten Niedrig-Pegel und einen vorbestimmten Hoch-Pegel
umfassen. Sollte eine solche digitale Signalpegelfolge durch die erste Detektion
erfasst werden, schalten die entsprechenden Schalter in der einen oder den mehreren
zeitweise abgeschalteten Verzweigungsleitungen diese Verzweigungsleitungen permanent
ab. Hierbei macht man sich die Erkenntnis zunutze, dass die abgeschalteten Signalleitungen
ursächlich für ein Störsignal waren, da bei ihrer Abschaltung ein
ordnungsgemäßes digitales Signal empfangen wurde.
Gemäß einer zweiten Detektion wird durch die erfindungsgemäße
Steuereinrichtung detektiert, ob das durch den ersten Abgriff in einer jeweiligen
Verzweigungsleitung abgegriffene optische Signal ebenfalls eine digitale Signalpegelfolge
ist. Sollte dies nicht der Fall sein, schaltet der Schalter in der jeweiligen Verzweigungsleitung
diese Verzweigungsleitung ab. Auf diese Weise kann direkt die Verzweigungsleitung
bestimmt werden, auf der eine Störung aufgrund der Tatsache vorliegt, dass
kein digitales Signal auf dieser Leitung detektiert werden kann.
Mit der erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung können
auf einfache Weise Störungen detektiert werden, die in den Verzweigungsleitungen
von den Teilnehmern am Ende der Verzweigungsleitungen verursacht werden. Insbesondere
kann der Fall erfasst werden, dass von einem Störer Dauerlicht in die Verzweigungsleitung
gesendet wird, da in diesem Fall der Signalpegel niemals auf den Niedrig-Pegel bzw.
Null-Pegel zurückgeht und folglich ein Fehler detektiert wird. Ebenso werden
auch solche Störer erfasst, welche in den Zeitschlitzen senden, welche regulären
Teilnehmern zugeordnet sind, da in diesem Fall Signale erzeugt werden, welche mehr
als zwei Pegel aufweisen, was daran liegt, dass das Störsignal sich mit dem
vorbestimmten Hoch-Pegel bzw. Eins-Pegel überlagert.
In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ist die Steuereinrichtung derart ausgestaltet, dass bei der Durchführung
der ersten Detektion einzelne Verzweigungsleitungen und/oder Kombinationen aus mehreren
Verzweigungsleitungen aufeinander folgend für eine vorbestimmte Zeitperiode
abgeschaltet werden. Die Zeitperiode beträgt hierbei vorzugsweise 10 ms oder
weniger. Durch eine derartig kurze Abschaltung der einzelnen Verzweigungsleitungen
kann sehr schnell diejenige Verzweigungsleitung bzw. diejenigen Verzweigungsleitungen
ermittelt werden, welche für die Störung ursächlich sind. Diese Leitungen
können dann bereits nach einer kurzen Unterbrechung ganz abgeschaltet werden,
so dass je nach Art des Datenverkehrs der Verbindungsausfall in nicht gestörten
Verzweigungsleitungen nicht einmal detektiert wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung umfasst die Steuereinrichtung in wenigstens einem Teil der Verzweigungsleitungen
jeweils eine an dem ersten Abgriff angeordnete Wandlereinrichtung, welche Lichtenergie
des abgegriffenen optischen Signals in elektrische Spannung zur Steuerung des entsprechenden
Schalters in der Verzweigungsleitung umfasst. Die Wandlereinrichtung führt
hierbei die zweite Detektion derart durch, dass im Falle, dass das abgegriffene
optische Signal keine digitale Signalpegelfolge ist, die durch die Wandlereinrichtung
erzeugte Spannung einen Wert annimmt, der das Abschalten des Schalters in der jeweiligen
Verzweigungsleitung bewirkt. Diese Wandlereinrichtung kann auf besonders einfache
Weise das Abschalten des Schalters in der jeweiligen Verzweigungsleitung dann bewirken,
wenn das abgegriffene optische Signal ein Dauerlichtsignal ist. Die Wandlereinrichtung
kann insbesondere auf einfache Weise als passive Komponente ausgeschaltet sein,
welche eine Photodiode und einen Kondensator umfasst, welche derart zusammenwirken,
dass die Photodiode bei Empfang von Lichtenergie aus dem abgegriffenen optischen
Signal den Kondensator lädt, wobei bei ausreichender Ladung des Kondensators
der Schalter durch die Ladung des Kondensators abgeschaltet wird.
Die in den Verzweigungsleitungen verwendeten Schalter können
beliebige Schalter zum Abschalten einer optischen Leitung sein, beispielsweise können
die Schalter piezoelektrische Schalter und/oder Mach-Zehnder-Modulatoren und/oder
Elektro-Absorptionsmodulatoren und/oder durch optische Signale schaltbare Schalter
umfassen.
In einer Ausführungsform kann der durch optische Signale schaltbare
Schalter einen Filter zum Durchlassen einer Abschaltwellenlänge in der Verzweigungsleitung
und einen Absorptionsfarbstoff in der Verzweigungsleitung umfassen, wobei das Auftreffen
eines durch den Filter durchgelassenen optischen Signals mit der Abschaltwellenlänge
bewirkt, dass der Absorptionsfarbstoff opak wird.
In einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
umfasst wenigstens einer der durch optische Signale schaltbaren Schalter einen Abzweig
in der Verzweigungsleitung, wobei in dem Abzweig ein Filter zum Durchlassen einer
Abschaltwellenlänge, eine Photodiode und ein Mach-Zehnder-Modulator angeordnet
sind, wobei ein durch das Filter durchgelassenes optisches Signal mit der Abschaltwellenlänge
auf die Photodiode trifft, welche eine elektrische Spannung erzeugt, die den Mach-Zehnder-Modulator
derart ansteuert, dass der Mach-Zehnder-Modulator ein Abschalten der Verzweigungsleitung
bewirkt.
Vorzugsweise sind der oder die durch optische Signale schaltbaren
Schalter derart in der Verzweigungsleitung bzw. in einem Abzweig angeordnet, dass
ein aus der Gesamtleitung fließendes optisches Signal den Schaltvorgang bewirkt.
Dies wird insbesondere dadurch ermöglicht, dass das Filter in Bezug auf den
Verzweigungspunkt in der Verzweigungsleitung immer vor den weiteren Komponenten,
das heißt dem Absorptionsfarbstoff bzw. der Photodiode und dem Mach-Zehnder-Modulator,
angeordnet wird. Das Filter in einem durch optische Signale schaltbaren Schalter
ist hierbei vorzugsweise ein CWDM-Filter (CWDM = Coarse Wavelength Division Multiplex)
und/oder ein dielektrischer Filter. Das CWDM-Verfahren sowie entsprechende Filter
hierzu sind hinlänglich aus dem Stand der Technik bekannt und werden deshalb
in dieser Anmeldung nicht näher beschrieben.
In einer weiteren Ausführungsform, bei der durch optische Signale
schaltbare Schalter verwendet werden, ist die Steuereinrichtung derart ausgestaltet,
dass sie die optischen Signale mit den entsprechenden Abschaltwellenlängen
erzeugt und in die Gesamtleitung aussendet. Auf diese Weise können verschiedene
Abschaltwellenlängen für die einzelnen Verzweigungsleitungen erzeugt werden,
und jede Verzweigungsleitung kann separat durch ein Signal auf der Gesamtleitung
angesprochen werden.
Neben der oben beschriebenen Schutzvorrichtung betrifft die Erfindung
ferner ein passives optisches Netzwerk, umfassend eine Gesamtleitung, welche in
mehrere optische Verzweigungsleitungen an einem Verzweigungspunkt verzweigt wird,
wobei das Netzwerk eine erfindungsgemäße Schutzvorrichtung umfasst. In
einem solchen Netzwerkerstreckt sich die Gesamtleitung des Netzwerks vorzugsweise
von einem OLT bis zu dem Verzweigungspunkt.
In einer weiteren Ausgestaltung des Netzwerks, welche insbesondere
in Kombination mit einer Steuereinrichtung mit durch optische Signale schaltbaren
Schaltern realisiert wird, ist die Steuereinrichtung an dem OLT angeordnet, wobei
der Schaltvorgang durch ein entsprechendes optisches Signal mit entsprechenden Abschaltwellenlängen
in der Gesamtleitung bewirkt werden kann.
In einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Netzwerks
wird der Verzweigungspunkt durch einen Kabelverzweiger, insbesondere in der Form
eines passiven optischen Strahlteilers, gebildet. Ferner enden die einzelnen Verzeigungsleitungen
vorzugsweise jeweils an einer ONU (ONU = Optical Network Unit).
Neben der oben beschriebenen Vorrichtung und dem oben beschriebenen
Netzwerk umfasst die Erfindung ferner ein Verfahren zur Behebung von Signalstörungen
in einem passiven optischen Netzwerk, in dem eine optische Gesamtleitung in mehrere
optische Verzweigungsleitungen an einem Verzweigungspunkt verzweigt wird, wobei
beim Auftreten einer Signalstörung im Betrieb des passiven optischen Netzwerks
folgende Schritte ausgeführt werden:
- – Durchführen einer ersten Detektion, mit der detektiert wird, ob
ein in der Gesamtleitung abgegriffenes und von dem Verzweigungspunkt weg fließendes
optisches Signal bei zeitweiser Abschaltung einer oder mehrerer Verzweigungsleitungen
eine digitale Signalpegelfolge aus einer Vielzahl von Signalpegeln ist, deren Pegelwerte
ausschließlich einen vorbestimmten Niedrig-Pegel und einen vorbestimmten Hoch-Pegel
umfassen, wobei die eine bzw. die mehreren zeitweise abgeschalteten Verzweigungleitungen
bei der Detektion einer digitalen Signalpegelfolge permanent abgeschaltet werden,
und/oder
- – Durchführen einer zweiten Detektion, mit der detektiert wird,
ob ein in einer jeweiligen Verzweigungsleitung abgegriffenes und zum Verzweigungspunkt
fließendes optisches Signal eine digitale Signalpegelfolge aus einer Vielzahl
von Signalpegeln ist, deren Pegelwerte ausschließlich einen vorbestimmten Niedrig-Pegel
und einen vorbestimmten Hoch-Pegel umfassen, wobei im Falle, dass keine digitale
Signalpegelfolge vorliegt, die jeweilige Verzweigungsleitung abgeschaltet wird.
Dieses erfindungsgemäße Verfahren kann insbesondere durch
eine oben beschriebene Schutzvorrichtung realisiert werden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand
der beigefügten Figuren detailliert beschrieben.
Es zeigen:
1 eine schematische Darstellung eines herkömmlichen
passiven optischen Netzwerks zur Verdeutlichung der erfindungsgemäßen
Problemstellung;
2 eine schematische Darstellung eines passiven optischen
Netzwerk, welches eine Schutzvorrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform
der Erfindung beinhaltet;
3 eine schematische Darstellung eines passiven optischen
Netzwerks, welches eine Schutzvorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform
der Erfindung beinhaltet;
4 eine Detailansicht der in der Ausführungsform
der 3 eingesetzten Steuerungen zum Abschalten der Verzweigungsleitungen;
5 und 6 zwei Ausgestaltungen
von in der erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung verwendbaren optischen
Schaltern.
1 zeigt in schematischer Darstellung ein herkömmliches
passives optisches Netzwerk. Bei dem dargestellten Netzwerk handelt es sich um ein
so genanntes Metro-Access-Netzwerk, über das Daten aus einem öffentlichen
optischen Glasfasernetz an verschiedene Haushalte verteilt werden. Das optische
Netz umfasst als Zugangspunkt einen so genannten OLT (OLT = Opitcal Line Terminal),
der hinlänglich aus dem Stand der Technik bekannt ist und die übertragungstechnische
Schnittstelle zwischen dem Metro-Access-Netz und dem dahinter liegenden öffentlichen
Backbone-Glasfasernetz ist.
In der hier beschriebenen Ausführungsform des optischen Netzwerks
werden über den OLT digitale Daten, insbesondere Datenpakete aus dem Internet
bzw. Daten von Multimedia-Diensten, aus dem Backbone-Netz zu den Haushalten bzw.
in umgekehrter Richtung von den Haushalten in das Backbone-Netz
übertragen. Der OLT ist mit einer Gesamtleitung 1 in der Form eines
Glasfaserkabels verbunden, wobei über diese Leitung mit Hilfe entsprechender
Multiplexverfahren digitale Daten in der Form von optischen Signalen übertragen
werden. An die Gesamtleitung 1 schließt sich ein Kabelverzweiger
2 an, der ein passiver optischer Verteiler ist und die Signale aus der
Gesamtleitung 1 entsprechenden optischen Verzweigungsleitungen
3 zuweist. An jeder dieser Verzweigungsleitungen hängt ein entsprechender
Teilnehmer, der eine ONU (ONU = Optical Network Unit) in dem passiven optischen
Netzwerk darstellt. In 1 sind beispielhaft fünf
Verzweigungsleitungen 3 gezeigt, wobei zum Zwecke der klareren Darstellung
nur drei ONUs wiedergegeben sind. Nichtsdestotrotz hängt an jeder Verzweigungsleitung
eine entsprechende ONU.
Die Datenübertragung in dem in 1
gezeigten Netzwerk erfolgt derart, dass ein optisches Gesamtsignal in der Leitung
1 von dem OLT zu den einzelnen ONUs gesendet wird, wobei jede einzelne
ONU nur auf die Daten reagiert, die an sie adressiert sind. Die Übertragung
der Daten von den ONUs zu der OLT erfolgt demgegenüber derart, dass einer jeweiligen
ONU ein Zeitschlitz zugeordnet ist, während dem die ONU sendet und alle anderen
ONUs inaktiv sein müssen.
In dem passiven optischen Netzwerk der 1
besteht das Problem, dass aufgrund der gemeinsamen Zugangsfaser 1 für
alle ONUs und der Art des Multiplexens für die einzelnen ONUs eine Störung
in einer einzelnen ONU zum Ausfall des gesamten optischen Netzwerks führen
kann. Wird beispielsweise in einer ONU entweder versehentlich oder aufgrund eines
technischen Fehlers Laserlicht auf der Übertragungswellenlänge eingestrahlt,
wird hierdurch das auf der Gesamtleitung 1 hin zum OLT übertragene
optische Signal unbrauchbar, da die mit dem Signal übertragene digitale Information
durch das Laserlicht zerstört wird. Das Metro-Access-Netzwerk wird somit für
alle ONUs unbrauchbar. Bisherige passive optische Netzwerke verarbeiten optische
Signale für 32 ONUs, jedoch werden in Zukunft auch passive optische Netzwerke
verwendet, bei denen die Anzahl an ONUs 1024 beträgt. Somit steigt die Gefahr
eines unabsichtlichen oder absichtlichen Netzausfalls in zukünftigen Netzwerken
stark an.
Gemäß dem Stand der Technik kann die soeben geschilderte
Signalstörung in dem Netzwerk der 1 beispielweise
dadurch behoben werden, dass ein Servicetechniker zu dem entsprechenden Verzweigungspunkt
2 fährt und nacheinander alle Faserleitungen der einzelnen ONUs auftrennt,
bis die den Fehler verursachende Faser gefunden wurde. Dieses Verfahren ist sehr
zeitaufwändig und schwierig, da der Zugang zu dem Faseraufteiler
2 nicht immer einfach gegeben ist.
2 zeigt eine erste Ausführungsform eines passiven
optischen Netzwerks, welches eine Schutzvorrichtung beinhaltet, mit der die im vorangegangenen
beschriebenen Probleme gelöst werden. Das optische Netzwerk der 2
weist im Wesentlichen den gleichen Aufbau wie das Netzwerk der 1
auf. Zur Verdeutlichung wurden Verzweigungsleitungen 3 als gestrichelte
Linien angedeutet und der optische Verteiler 2 ist lediglich als Knoten
wiedergegeben. Die in 2 verwendete Schutzvorrichtung
umfasst eine Vielzahl von optischen Schaltern, wobei unter einem optischen Schalter
ein Schalter zu verstehen ist, mit dem optische Signale in einer optischen Leitung
abgeschaltet werden können. Jede Verzweigungsleitung 3 weist hierbei
einen einzelnen optischen Schalter S1, S2, S3 und S4 auf. Diese optischen Schalter
werden über eine gemeinsame Steuereinrichtung CO gesteuert, wobei das Steuern
der Schalter über diese Steuereinrichtung durch entsprechende punktierte Linien
angedeutet ist.
In der Ausführungsform der 2 erfolgt
die Detektion von Signalstörungen über einen einzelnen Abgriff A0 in der
Gesamtleitung 1. Über diesen Abgriff wird das von dem Verteiler zur
OLT fließende, auf einer vorbestimmten Trägerfrequenz übertragene
Gesamtsignal in der Leitung 1 erfasst. Aufgrund des Aussendens von digitalen
Daten in verschiedenen Zeitschlitzen durch die ONUs ist das Gesamtsignal im ordnungsgemäßen
Betrieb ein digitales Signal, dem ein vorbestimmter Niedrig-Pegel zur Übertragung
des digitalen Null-Zustands und ein vorbestimmter Hoch-Pegel zur Übertragung
des digitalen Eins-Zustands zugeordnet ist. Die Steuereinrichtung CO detektiert
zunächst, ob das Signal in der Gesamtleitung einem solchen digitalen Signal
entspricht. Sollte festgestellt werden, dass ein solches Signal nicht vorliegt,
wird durch die Steuereinrichtung CO die entsprechende Fehlerquelle gesucht, wie
im Folgenden näher erläutert wird.
Eine Signalstörung kann in dem Netzwerk der 2
beispielsweise dann auftreten, wenn ein Störer in einer ONU ein Dauerlichtsignal
aussendet. In diesem Fall detektiert die Steuerung C0, dass das Gesamtsignal nie
auf dem Niedrig-Pegel abfällt und somit keinem digitalen Signal entspricht.
Darüber hinaus werden solche Störungen erfasst, bei dem ein Störer
in einer ONU moduliertes Licht nur zu den Zeitschlitzen sendet, zu denen auch ein
regulär funktionierendes ONU senden darf. In diesem Fall wird von der Steuereinheit
CO festgestellt, dass das Signal neben dem Niedrig-Pegel und dem vorbestimmten Hoch-Pegel
einen weiteren Pegel aufweist, der durch die Überlagerung des Störsignals
mit dem vorbestimmten Hoch-Pegel entsteht. Auch in diesem Fall stellt die Steuereinrichtung
CO fest, dass kein digitales Signal vorliegt.
Zur Behebung der Signalstörung wird in der Ausführungsform
der 2 nacheinander jede Verzweigungsleitung
3 über die entsprechenden Schalter S1, S2, S3 bzw. S4 abgeschaltet.
Die Abschaltzeit ist hierbei sehr kurz gewählt und beträgt insbesondere
weniger als 10 ms. Die Abschaltzeit ist jedoch gerade noch so groß, dass das
Signal in der Gesamtleitung 1 bei abgeschalteter Verzweigungsleitung detektiert
werden kann. Die Steuereinrichtung CO überprüft beim Abschalten einer
Verzweigungsleitung, ob die Signalstörung nun behoben ist, das heißt ob
auf der Gesamtleitung wieder ein digitales Signal vorliegt. Ist dies der Fall, konnte
die entsprechende abgeschaltete Verzweigungsleitung als Störleitung identifiziert
werden, an deren Ende sich eine ONU mit einer Störung befindet. Daraufhin wird
durch die Steuerung CO die entsprechende Störleitung über den entsprechenden
optischen Schalter permanent abgeschaltet. Anschließend kann Servicepersonal
zu der gestörten ONU geschickt werden, um die Störung in der ONU zu beheben.
Das restliche Metro-Access-Netzwerk funktioniert jedoch nach einer kurzen Unterbrechung
von wenigen Sekunden wieder und je nach Art des Datenverkehrs wird der Verbindungsausfall
nicht einmal detektiert.
Die erfindungsgemäße Schutzvorrichtung, welche in der Ausführungsform
der 2 eine gemeinsame Steuereinrichtung CO und optische
Schalter S1 bis S4 umfasst, verbraucht im Allgemeinen nur sehr wenig Strom und kann
beispielsweise durch Solar-Panels oder Batterie gespeist werden, wenn am Verzweigungspunkt
2, an dem die Steuereinrichtung üblicherweise integriert wird, keine
Stromversorgung zur Verfügung steht.
3 zeigt ein passives optisches Netzwerk mit dem gleichen
Aufbau wie in 2. Jedoch verwendet dieses optische Netzwerk
eine andere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung.
Diese Schutzvorrichtung weist – analog zu 2
– Schalter S1, S2, S3 bzw. S4 in jeder Verzweigungsleitung 3 auf.
Im Unterschied zu 2 werden die einzelnen Schalter jedoch
getrennt über entsprechende Steuereinheiten C1, C2, C3 und C4 gesteuert. Die
Steuereinrichtung wird somit durch diese dezentralen Steuereinheiten C1 bis C4 gebildet.
Jede der Steuereinheiten greift hierbei über einen entsprechenden Abgriff A1,
A2, A3 bzw. A4 das Signal in der entsprechenden Verzweigungsleitung 3 ab.
Das abgegriffene Signal gelangt über entsprechende Leitungen zu den Steuereinheiten
C1 bis C4, wobei die einzelnen Steuereinheiten den Schalter in Abhängigkeit
von dem abgegriffenen Signal über entsprechende Leitungen zwischen der jeweiligen
Steuereinheit und dem Schalter steuern. Die Steuereinheiten sind hierbei derart
ausgestaltet, dass sie im Falle, wenn das abgegriffene Signal keine digitale Signalpegelfolge
darstellt, das Abschalten des entsprechenden Schalters bewirken. Wie im Vorangegangenen
bereits beschrieben wurde, liegt eine digitale Signalpegelfolge nur dann vor, wenn
die einzelnen Signale in der Signalfolge nur zwei verschiedene Werte, nämlich
einen vorbestimmten Niedrig-Pegel und einen vorbestimmten Hoch-Pegel, annehmen können.
Mit den einzelnen Steuereinheiten C1 bis C4 können in
3 Störungen erfasst werden, welche beispielsweise
durch das Aussenden von Dauerlicht auf der Trägerfrequenz in eine Verzweigungsleitung
verursacht werden. In diesem Fall geht das Signal in der entsprechenden Verzweigungsleitung
nie auf den Niedrig-Pegel zurück.
4 zeigt eine einfache passive Realisierungsmöglichkeit
für eine Steuereinheit C1, C2, C3 bzw. C4 in einer jeweiligen Verzweigungsleitung
3. In 4 ist diese Realisierungsmöglichkeit
für die Steuereinheit C1 gezeigt, wobei die Steuereinheiten C2 bis C4 in gleicher
Weise ausgestaltet sein können. Die in 4 dargestellte
Realisation der Steuereinheit C1 dient dazu, eine Störung zu erfassen, bei
der Dauerlicht durch einen Störer von der ONU in die entsprechende Verzweigungsleitung
3 gesendet wird.
Die Steuereinheit C1 umfasst hierzu eine Photodiode PD, welche das
abgegriffene optische Signal von dem Abgriff A1 erhält. Die Photodiode PD erzeugt
aufgrund des abgegriffenen Signals einen Strom, der einen Kondensator K auflädt,
wobei ferner ein (nicht gezeigter) Entladewiderstand vorgesehen ist, über den
der Kondensator K mit der Zeit wieder entladen wird. Die durch den Kondensator K
erzeugte Spannung dient hierbei zur Steuerung des entsprechenden Schalters S1. Sollte
die Aufladung und somit die Spannung des Kondensators K groß genug sein, führt
dies zum Öffnen des Schalters S1 und somit zum Abschalten der Verzweigungsleitung.
Zur Detektion von ausgesendetem Dauerlicht sind hierbei die Photodiode PD, der Kondensator
K und der Schalter S1 derart aufeinander abgestimmt, dass durch das normale Senden
von Licht während der Zeitschlitze, die der ONU auf der Verzweigungsleitung
3 zugeordnet sind, der Kondensator K nicht ausreichend aufgeladen wird,
um eine Spannung zu erzeugen, welche das Öffnen des Schalters S1 bewirkt. Dies
liegt daran, dass zwischen den Zeitschlitzen, zu denen kein Signal gesendet wird,
sich der Kondensator K wieder entladen kann. Wird nunmehr hingegen Dauerlicht in
die Verzweigungsleitung 3 gesendet, wird der Kondensator K über die
Photodiode PD so weit aufgeladen, dass die erzeugte Spannung ausreicht, den Schalter
S1 zu öffnen und die Verzweigungsleitung 3 abzuschalten. Der Schalter
kann dann entweder manuell durch einen Servicetechniker oder automatisch (revertierter
Schalter) in den Normalbetrieb zurückgestellt werden.
Die Ausführungsform der 4 zeigt
somit eine sehr einfache Realisierungsmöglichkeit einer erfindungsgemäßen
Schutzvorrichtung, welche nur aus passiven Komponenten besteht und keine eigene
Energieversorgung benötigt.
Die in den vorangegangenen Ausführungsformen verwendeten optischen
Schalter zum Abschalten der Verzweigungsleitungen können beliebige Schalter
sein. Insbesondere können aus dem Stand der Technik bekannte Schalter, beispielsweise
mechanische piezoelektrische Schalter, Mach-Zehnder-Modulatoren bzw. Elektro-Absorptionsmodulatoren
eingesetzt werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, neuartige Schalter
zu verwenden, deren Aufbau in 5 bzw. 6
gezeigt ist.
Die beiden Schalter in 5 und
6 haben gemeinsam, dass sie durch optische Signale
in den Glasfaserleitungen geschaltet werden, wobei die optischen Signale in Richtung
zu den einzelnen ONUs ausgesendet werden. Die Ausführungsformen der
5 und 6 eignen sich deshalb
insbesondere bei der Realisation einer Schutzvorrichtung, deren Steuereinrichtung
entfernt von dem Verzweigungspunkt 2, insbesondere in dem OLT angeordnet
ist. Es ist in diesem Falle nämlich möglich, dass die Abschaltsignale
als optische Signale mit der entsprechenden Abschaltwellenlänge in die Gesamtleitung
1 gesendet werden und von dort an die entsprechenden optischen Schalter
gelangen.
Damit die Komponenten solcher optischen Schalter preiswert bleiben,
werden vorzugsweise so genannte CWDM-Techniken zur Erzeugen von Abschaltsignalen
mit entsprechenden Wellenlängen eingesetzt (CWDM = Coarse Wavelength Division
Multiplex). Bei diesen Techniken werden Wellenlängen als Abschaltwellenlängen
benutzt, die untereinander einen Wellenlängenabstand von mindestens 20 nm aufweisen,
so dass über preiswerte optische Filter ein Herausfiltern der Abschaltsignale
in den einzelnen optischen Schaltern realisiert werden kann. Die Anzahl der Abschaltsignalwellenlängen
ist jedoch bei der CWDM-Technik begrenzt, so dass auch Realisierungen denkbar sind,
bei denen eine ganze Gruppe von Verzweigungsleitungen mit einer Abschaltwellenlänge
abgeschaltet wird. Eine solche Variante stellt einen Kompromiss zwischen den aufzuwendenden
Kosten und der erreichbaren Ausfallsicherheit des optischen Netzwerks dar.
Die in 5 gezeigte Variante eines optischen
Schalters umfasst in der entsprechenden Verzweigungsleitung 3 einen CWDM-Filter
F sowie einen Absorptionsfarbstoff AD. Der CWDM-Filter stellt hierbei einen dielektrischen
Filter dar, der nur die Telekommunikationswellenlängen zur Datenübertragung
zwischen OLT und ONU sowie eine einzige ausgewählte Abschaltwellenlänge
durchlässt. Um ein Abschalten der Verzweigungsleitung 3 zu bewirken,
sendet die Steuereinrichtung ein Signal mit der Abschaltwellenlänge von dem
OLT über den Verzweigungspunkt 2 in die Verzweigungsleitungen
3. Durch das Filter F wird das Signal mit der Abschaltwellenlänge
durchgelassen und trifft auf den Absorptionsfarbstoff AD. Dieser Absorptionsfarbstoff
ist derart ausgestaltet, dass er sich beim Eintreffen von Licht mit der Abschaltwellenlänge
opak verfärbt und somit den optischen Faserzugang abschaltet.
6 zeigt eine weitere Realisierungsmöglichkeit
eines durch optische Signale schaltbaren Schalters. Die Komponenten des Schalters
sind hierbei in einem Abzweig A von der Verzweigungsleitung 3 angeordnet.
Sie umfassen ein Filter F, eine Photodiode PD sowie einen Mach-Zehnder-Modulator
MZM. Das Filter F ist wiederum ein CWDM-Filter, welches jedoch nur eine Abschaltwellenlänge
durchlässt. Wird durch die Steuereinrichtung nunmehr Licht mit der Abschaltwellenlänge
in die Leitung 3 gesendet, gelangt das Licht über das Filter F zur
einer nachgeschalteten Photodiode PD, welche dadurch eine Spannung generiert, die
wiederum den Mach-Zehnder-Modulator MZM ansteuert, der die Verzweigungsleitung
3 optisch abschaltet. Da ein Mach-Zehnder-Modulator im statischen Fall
nur eine Spannung, aber keine elektrische Leistung benötigt, reicht die von
der Photodiode erzeugte Spannung aus, um ein Abschalten der Verzweigungsleitung
3 zu bewirken. Wie bereits oben erwähnt, weisen die Ausführungsformen
von optischen Schaltern in 5 und 6
den Vorteil auf, dass die Steuereinrichtung auch entfernt von dem Verzweigungspunkt
bzw. den optischen Schaltern angeordnet werden kann, da die Steuerung der optischen
Schalter über ein eingespeistes optisches Signal mit entsprechender Abschaltwellenlänge
erfolgt.