Die Erfindung betrifft einen Systemtrenner zum physischen Trennen
eines stromaufwärtigen Flüssigkeitssystems von einem stromabwärtigen
Flüssigkeitssystem mittels eines Auslaßventils in Abhängigkeit von
einem Druckgefälle mit einem stromaufwärtigen Rückflußverhinderer,
einem stromabwärtigen Rückflußverhinderer und einem als Kolben ausgebildeten
Auslaßventilkörper, der strömungsmäßig zwischen den Rückflußverhinderern
angeordnet ist, wobei stromaufwärts von dem stromaufwärtigen Rückflußverhinderer
ein Eingangsdruck des stromaufwärtigen Flüssigkeitssystems, zwischen dem
Auslaßventilkörper und dem stromabwärtigen Rückflußverhinderer
ein Mitteldruck in einem Mitteldruckraum und stromabwärts von dem stromabwärtigen
Rückflußverhinderer ein Ausgangsdruck des stromabwärtigen Flüssigkeitssystems
herrscht, und wobei an dem Auslaßventilkörper die Druckdifferenz zwischen
Eingangsdruck und Mitteldruck in Schließrichtung einer in Öffnungsrichtung
auf den Auslaßventilkörper wirkenden Belastungsfeder entgegenwirkt, wobei
ein den Mitteldruckraum begrenzendes Hubglied vorgesehen ist, das auf einer Seite
von dem Eingangsdruck und auf der anderen Seite von dem Mitteldruck beaufschlagt
und von der Druckdifferenz gegen die Wirkung einer Belastungsfeder zwischen zwei
Anschlägen beweglich ist.
In der DE 198 54 951 C2
ist ein Systemtrenner mit einem stromaufwärtigen und einem koaxialen, stromabwärtigen
Rückflusverhinderer offenbart. Zwischen den Rückflussverhinderern ist
ein in die Atmosphäre entlüftendes Ablassventil angeordnet. Das Ablassventil
wird von der Druckdifferenz zwischen Eingangsdruck und Zwischenkammerdruck (Mitteldruck)
gesteuert. Die Anordnung weist zwei miteinander verbundene Anschlussflansche auf,
die über Zuganker fest miteinander verbunden sind. Zwischen diesen Anschlussflanschen
ist die Systemtrennerbaugruppe schwimmend gelagert, so dass die Baugruppe nach Entfernen
eines der Zuganker zu lösen möglich ist.
In der DE 199 02 574 C1
ist ein Systemtrenner mit einem stromaufwärtigen und stromabwärtigen Rückflussverhinderer
offenbart. Der stromabwärtige Rückflußverhinderer ist koaxial zur
Rohrleitung angeordnet. Der stromaufwärtige Rückflußverhinderer ist
in einem senkrecht zur Rohrachse angeordneten Stutzen angeordnet. Zwischen den Rückflussverhinderern
ist eine Mittelkammer mit Mittelkammerdruck gebildet. Ein rohrförmig ausgebildetes
Absperrorgan des Ablaufventils ist gegen den Druck einer Feder verschiebbar in dem
Stutzen auf einem gehäusefesten Kolben geführt. Der stromaufwärtige
Rückflussverhinderer ist innerhalb des Absperrorgans vorgesehen.
Die DE 203 20 356 U1
offenbart einen Systemtrenner mit zwei Rückflussverhinderern, die unter einem
Winkel in einem Gehäuse angeordnet sind. Zwischen den Rückflussverhinderern
ist ein einen nach außen gerichteten Ablaufkanal steuernder Ventilkörper
vorgesehen. Der federbeaufschlagte Ventilkörper ist mit einer Membrandichtung
gegenüber dem Gehäuse abgedichtet.
DE 102 14 747 A1 offenbart einen
Systemtrenner mit einem stromaufwärtigen und stromabwärtigen Rückflussverhinderer
und einem dazwischen angeordneten Entlastungsventil. Die Rückflussverhinderer
und der Ventilkörper des Entlastungsventils sind koaxial zueinander angeordnet
und als Ganzes zu einer Baugruppe vereinigt.
Keine der genannten Dokumente offenbart ein den Mitteldruckraum zwischen
den Rückflussverhinderern begrenzendes Hubglied, das von der Druckdifferenz
gegen die Wirkung einer Belastungsfeder zwischen zwei Anschlägen beweglich
ist und mit dem Eingangsdruckschwankungen kompensierbar sind.
Ein gattungsgemäße Systemtrenner und seine Verwendung in
Heizungssystemen ist in der Hauptanmeldung DE
10 2005 031 422.8 der Anmelderin offenbart. Der Systemtrenner umfasst eine
Anordnung, bei welcher vier Federn verwendet werden. Jeweils eine Feder ist in den
Rückflußverhinderern vorgesehen. Eine weitere Feder dient zur Belastung
des Auslaßventilkörpers. Eine vierte Feder beaufschlagt das Hubglied,
welches geringe Druckschwankungen des Eingangsdrucks kompensiert. Jede der Federn
weist eine Federkraft mit einer Toleranz auf. Bei der Einstellung der Druckverhältnisse
addieren sich diese Toleranzen.
Offenbarung der Erfindung
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Anordnung zu vereinfachen
und die Einstellgenauigkeit der Druckverhältnisse zu verbessern.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß
die Belastungsfeder einlaßseitig an dem Hubglied abgestützt ist und die
Federkraft über das Hubglied bei Erreichen seines einlaßseitigen Anschlags
auf den Auslaßventilkörper wirkt, so daß die Belastungsfeder, die
auf das Hubglied wirkt, gleichzeitig als Belastungsfeder für den Auslaßventilkörper
dient.
Dann sind keine separaten Federn für das Hubglied und den Auslaßventilkörper
mehr erforderlich. Vielmehr kann die gleiche Feder für beide Bauteile verwendet
werden. In der Betriebsstellung drückt die gemeinsame Belastungsfeder gegen
das Hubglied, so daß diese am einlaßseitigen Anschlag anliegt.
Dann wirkt die Federkraft auch auf den Auslaßventilkörper. Der Auslaßventilkörper
wird also seinerseits von der Federkraft gegen den Eingangsdruck in seiner Position
gehalten.
Bei geringem Druckanstieg des Eingangsdrucks wird das Hubglied gegen
die Federkraft der gemeinsamen Belastungsfeder bis zum auslaßseitigen Anschlag
bewegt. Steigt der Druck weiter, so öffnet auch der Rückflußverhinderer.
Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Ein Ausführungsbeispiel ist nachstehend unter Bezugnahme der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Systemtrenner in
Betriebsstellung.
2 zeigt einen Ausschnitt aus dem Systemtrenner in
1 in Kompensationsstellung.
3 zeigt einen Ausschnitt aus dem Systemtrenner in
1 in Durchflußstellung.
4 zeigt einen Ausschnitt aus dem Systemtrenner in
1 in Trennstellung.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
Die in den 1–4
dargestellte Anordnung dient dem gleichen Zweck und ist bis auf nachstehend beschriebene
Kolbenanordnung baugleich wie die Armatur der Hauptanmeldung, auf welche hier Bezug
genommen wird.
In 1 ist mit 110 ein rohrartiges
Armaturengehäuse bezeichnet. Das Armaturengehäuse 110 weist einen
Einlaß 114 auf. Das Armaturengehäuse 110 weist am entgegengesetzten
Ende ein Auslaß (nicht dargestellt) auf. In dem Armaturengehäuse
110 ist ein Anschlag für einen Auslaßventilkörper, der von
einem Kolben 126 gebildet ist, vorgesehen.
In dem Armaturengehäuse 110 ist eine zylindrische Kammer
132 gebildet. In der Kammer 132 ist der Kolben 126 geführt.
Von der Kammer 132 geht ein Auslaß 134 ab, welcher einen
mit der Atmosphäre verbundenen Ablaufstutzen 136 aufweist.
Der Kolben 126 dient als Auslaßventilkörper. Der
Kolben 126 ist auf seiner Mantelfläche mit einer Dichtung
138 abdichtend in der zylindrischen Kammer 132 geführt. An
seiner stromabwärtigen Stirnfläche bildet der Kolben 126 einen
ringförmigen Ventilsitz 140.
Der Ventilsitz 140 liegt in der in 1
dargestellten, stromabwärtigen Endstellung an einer Sitzdichtung
142 an. Mit der Mantelfläche überdeckt der Kolben 126
den Auslaß 134. Das ist ein Auslaßventil 135.
Der Kolben 126 weist einen zentralen Durchgang
144 auf. An dem Kolben 126 ist an dessen stromaufwärtigem
Ende ein nach innen ragender, ringscheibenförmiger Rand 146 gebildet.
In dem Durchgang 144 sitzt ein stromaufwärtiger, allgemein mit
148 bezeichneter Rückflußverhinderer.
Der Rückflußverhinderers 148 weist ein Sitzteil
152 auf. Das Sitzteil 152 bildet den Ventilsitz 172 des
Rückflußverhinderers 148. Das Sitzteil ist nach unten in
2 offen und erstreckt sich in axialer Richtung über
die gesamte Länge des Rückflußverhinderers 148. Das Sitzteil
152 ist an einen Federwiderlagerkörper 154 angeformt. Der
Federwiderlagerkörper 154 ist mit einem außermittigen, axialen
Durchgang 156 versehen. Weiterhin weist der Federwiderlagerkörper
154 um einen zentralen Durchbruch 160 des Federwiderlagerkörpers
in axialer Richtung eine Ringnut 162 auf. Die Ringnut 162 ist
zur stromaufwärtigen Seite hin offen. In der Ringnut 162 bildet der
Federwiderlagerkörper 154 ein Federwiderlager für eine Schraubenfeder
180.
Der Ventilsitz 172 wirkt mit einem Ventilschließkörper
174 zusammen. Der Ventilschließkörper 174 weist einen
konischen Kopf 176 und einen Schaft 178 auf. Der Schaft
178 ist in dem Durchbruch 160 geführt. Der Schaft
178 ist von der Schraubenfeder 180 umgeben. Die Schraubenfeder
180 ist mit einem Ende in der Ringnut 162 geführt und liegt
mit dem anderen Ende an dem Kopf 176 an.
Das Sitzteil 152 ist in einen als Kompensationskolben ausgebildetes
Hubglied 164 eingeschraubt. Der Kompensationskolben 164 ist schalenförmig
mit einem zylindrischen Mantel und einem zentralen Durchbruch 170. Der
Kompensationskolben 164 ist in einem Führungszylinder 165
axial beweglich geführt. Der Führungszylinder 165 ist mit einem
Gewinde 169 in den Auslaßventilkörper 126 eingeschraubt
und gegen dessen Innenfläche mit einer Dichtung 166 abgedichtet.
Der Führungszylinder 165 weist stromabwärtig einen
nach innen ragenden Rand 171 auf. Der Rand 171 dient als Anschlag
für den Kompensationskolben 164. Ein stromaufwärtiger Anschlag
wird von dem Rand 146 des Auslaßventilkörpers 126 gebildet,
an welchem der Kompensationskolben 164 mit einem Ringvorsprung
168 zur Anlage kommt.
Eine Schraubenfeder 182 ist an einer Schulter (nicht dargestellt)
auf der Innenseite des Armaturengehäuses 110 abgestützt und liegt
stromabwärts an stromabwärtigen Stirnfläche des Kompensationskolbens
164 an. Die Schraubenfeder 180 sucht den Kompensationskolben zur
stromaufwärtigen Seite hin gegen den Rand 146 zu drücken. Die
Federkraft der Feder 180 wirkt über den Kompensationskolben auch auf
den Rand 146. Dadurch wird über den Rand 146 der Auslaßventilkörper
126 des Auslaßventils von der Feder 180 belastet. Der Schraubenfeder
180 wirkt die Druckdifferenz zwischen dem Eingangsdruck und dem Druck hinter
dem stromaufwärtigen Rückflußverhinderer entgegen.
Stromab von der beschriebenen Anordnung sitzt in dem Armaturengehäuse
ein stromabwärtiger Rückflußverhinderer (nicht dargestellt). Der
stromabwärtige Rückflußverhinderer ist im Prinzip ähnlich aufgebaut
wie der stromaufwärtige Rückflußverhinderer 148 und daher
nicht im einzelnen beschrieben. Beide Rückflußverhinderer öffnen
nur in Richtung vom Eingangsdruck zum Ausgangsdruck hin.
Zwischen dem Auslaßventilkörper 126 und dem stromabwärtigen
Rückflußverhinderer ist ein Mitteldruckraum 190 gebildet.
Die Schraubenfeder 180 des Rückflußverhinderers
148 ist stärker als die Schraubenfeder 182, die auf den Auslaßventilkörper
126 und den Kompensationskolben 164 wirkt. Daher öffnet der
Rückflußverhinderer erst, wenn der Auslaßventilkörper
126 und der Kompensationskolben 164 durch die Druckdifferenz zwischen
Eingangsdruck und dem im Mitteldruckraum herrschenden Mitteldruck in seine stromabwärtige
Endstellung bewegt ist. Diese Situation ist in den 2
und 3 dargestellt. In 1
ist die Anordnung in ihrer Betriebsstellung dargestellt. Dabei ist der Kompensationskolben
in seiner stromaufwärtigen Endstellung, das Auslaßventil 135
ist geschlossen und der Rückflußverhinderer 148 ist geschlossen.
In 2 ist die Situation bei leicht erhöhtem Eingangsdruck
dargestellt. In dieser „Kompensationsstellung" ist der Kompensationskolben
164 gegen den Druck der Feder 182 nach rechts in der Figur in
seine stromabwärtige Endstellung verschoben. Der Rückflußverhinderer
ist jedoch vollständig geschlossen.
In 3 ist die Durchflußstellung dargestellt.
Dann ist sowohl der Kompensationskolben 164 in seiner stromabwärtigen
Endstellung als auch der Rückflußverhinderer 148 geöffnet.
Das Auslaßventil 135 ist geschlossen.
Wenn in der Durchflußstellung der Durchgang zum Auslaßstutzen
gegenüber dem Auslaß 135 und der Atmosphäre abgeschlossen
ist, werden die Rückflußverhinderer von dem Wasserdruck aufgedrückt.
Das Heizungssystem wird auf einen Ausgangsdruck aufgefüllt, der etwas unter
dem Eingangsdruck liegt. Der Kompensationskolben 164 liegt unter dem Einfluß
der Druckdifferenz gegen den Einfluß der Schraubenfeder 182 an dem
stromabwärtigen Anschlag, d.h. an dem nach innen ragenden Rand 171
an, wie in 3 dargestellt ist.
Tritt eine Änderung des Eingangsdrucks ein, so bewegt die Schraubenfeder
den Kompensationskolben 164 zur stromaufwärtigen Seite hin. Damit
wird das Volumen des Mitteldruckraumes 190 vergrößert und der
Mitteldruck sinkt ebenfalls ab. Die Schraubenfeder 182 wird etwas entspannt.
Es stellt sich ein neuer Gleichgewichtszustand, der in 2
dargestellt ist, ein, bei welchem eine etwas verminderte Druckdifferenz der Federkraft
der etwas entspannten Schraubenfeder 182 entgegenwirkt. Der Kolben
126 wird dadurch noch nicht bewegt.
Bei stärkerem Druckabfall des Eingangsdrucks sinkt die Druckdifferenz
linear mit der Entspannung der Schraubenfeder aber weniger stark, als der Eingangsdruck
sinkt. Schließlich erreicht der Kompensationskolben den stromaufwärtigen
Anschlag, indem sich der Ringvorsprung 168 an den Rand 146 des
Auslaßventilkörper 126 anlegt. Diese Betriebsstellung ist in
1 dargestellt.
Jetzt kann ein weiterer Druckabfall des Eingangsdrucks nicht mehr
durch Volumenvergrößerung des Mitteldruckraumes 190 kompensiert
werden. Ein weiterer Druckabfall des Eingangsdruckes bewirkt ein Absinken der Druckdifferenz
unter den Schwellwert. Der Auslaßventilkörper 126 wird durch
die Schraubenfeder 182 in seine stromaufwärtige Endstellung gedrückt.
Er hebt dann mit dem ringförmigen Ventilsitz 140 von der Ringdichtung
142 ab und stellt eine Verbindung zum Ablauf 135 her. Diese Trennstellung
ist in 4 dargestellt.
Das Verhalten des System- oder Rohrtrenners ist gegenüber der
Anordnung in der Hauptanmeldung unverändert. Auch hier wird ein unnötiges
Öffnen des Auslaßventils vermieden. Der Druckausgleich bewegt sich in
einem unkritischen Druckbereich. Bei einem Rückfluß von Heizungswasser
durch einen undichten stromabwärtigen Rückflußverhinderer fährt
der Kompensationskolben sofort in seine stromaufwärtige Endstellung. Dann findet
kein Druckausgleich statt, und das Auslaßventil spricht sofort an.
Da der Auslaßventilkörper und das Hubglied unterschiedliche
Wirkdurchmesser aufweisen, ist die erforderliche Reihenfolge der Öffnungsbewegungen,
nämlich zuerst Auslaßventilkörper, dann Kompensationskolben, anschließend
Rückflußverhinderer bzw. die Schließbewegungen in umgekehrter Reihenfolge
bei gleicher Federkraft automatisch vorgegeben.