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Dokumentenidentifikation DE102007022553A1 13.12.2007
Titel Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Angert, Roland, Dr., 64319 Pfungstadt, DE;
Friedrichs, Jens, 69151 Neckargemünd, DE;
Görbing, Christian, 69121 Heidelberg, DE;
Hauptmann, Gerald Erik, Dr., 69245 Bammental, DE;
Helmstädter, Karl-Heinz, 69115 Heidelberg, DE;
Krüger, Michael, 68535 Edingen-Neckarhausen, DE;
Lorenz, Olaf, 67065 Ludwigshafen, DE;
Möhringer, Markus, 69469 Weinheim, DE;
Schaum, Frank, 69151 Neckargemünd, DE;
Schmidt, Thomas, 69214 Eppelheim, DE;
Schröder, Raimund, 68766 Hockenheim, DE;
Seipel, Martin, 69198 Schriesheim, DE;
Weindel, Volker, 69493 Hirschberg, DE
DE-Anmeldedatum 14.05.2007
DE-Aktenzeichen 102007022553
Offenlegungstag 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse F16D 28/00(2006.01)A, F, I, 20070514, B, H, DE
Zusammenfassung Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften, mit einer Betätigungseinrichtung zum Herstellen und Lösen einer drehfesten Verbindung zwischen an den Kupplungshälften ausgebildeten Kupplungsflächen, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung (8, 9, 11) einen Wärmeenergie erzeugenden Aktor (16, 24, 29) aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Schaltkupplungen sind mit einem Betätigungsglied ausgestattet, mit dem Kupplungshälften für eine Drehmomentenübertragung in Eingriff gebracht werden oder für eine Unterbrechung der Drehmomentenübertragung von einander abgestellt werden können. Als Betätigungsglieder dienen mechanische und/oder nichtmechanische Bauteile. Bei nichtmechanisch ein- und ausrückbaren Kupplungen werden druckmittelbetätigte, elektrische oder magnetische Stellglieder verwendet, die an mindestens eine Kupplungshälfte angreifen. Schaltkupplungen werden einem speziellen Anwendungsfall entsprechend dimensioniert. Wesentliche Parameter beim Auslegen einer Schaltkupplung sind das zu übertragende Drehmoment, der zur Verfügung stehende Bauraum und das Einhalten der Phasenlage der zu kuppelnden Elemente.

Es sind Bogendruckmaschinen bekannt, die in der Betriebsart wahlweise zum Drucken auf nur einer Seite oder zum Drucken auf beiden Seiten der Bogen eingestellt werden können. Zum Einstellen des Druckens auf beiden Seiten wird im Förderweg der Bogen eine Wendevorrichtung in Betrieb gesetzt. Die Drehphasenlagen der Zylinder und Trommeln unterscheiden sich beim Drucken auf nur einer Seite und im Perfektorbetrieb. Aus der DE 42 23 189 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, die es ermöglicht, den Hauptantriebsräderzug aufzutrennen und die Drehphase der Zylinder und Trommeln vor einer Wendevorrichtung zur Drehphasenlage der Zylinder und Trommeln nach der Wendevorrichtung auf die gewünschte Betriebsart einzustellen. Die Vorrichtung umfasst eine Kupplung, die ein Zahnrad vom Wellenzapfen einer Wendetrommel ausschalten kann. Die Kupplung ist als Reibkupplung ausgeführt, wobei beim Drucken Reibflächen des ausschaltbaren Zahnrades und eines drehfest mit dem Wellenzapfen verbundenen Zahnrades mittels eines Federpaketes aneinander gepresst werden. Das ausschaltbare Zahnrad und das drehfest mit dem Wellenzapfen verbundene Zahnrad stehen dauernd mit den Zahnrädern einer benachbarten Speichertrommel und eines Druckzylinders in Eingriff.

Die im Hauptantriebsräderzug übertragbaren Drehmomente sind durch die Konstruktion der Zahnräder, die Verbindung zu den Wellenzapfen und durch Kupplungen begrenzt. Insbesondere bei Maschinen mit einer Vielzahl von Druckwerken und großen zu druckenden Bogenformaten treten statische und dynamische Drehmomente auf, die zu einem Ausfall der Kupplung führen können. Bei Ausfall der Kupplung verändert sich die Drehphasenlage der Druckwerke, so dass Druckfehler entstehen oder im Extremfall Greifer mit Trommelkörpern kollidieren.

Es ist möglich, eine Kupplung einer Wendevorrichtung einer Bogendruckmaschine auf ein maximal zu übertragendes Drehmoment auszulegen. Gemäß der DE 102 02 386 A1 wurde eine Lamellenkupplung sowohl mit Reibgliedern als auch mit formschlüssigen Gliedern ausgestattet. Derartig dimensionierte Kupplungen benötigen einen großen Bauraum, der nicht in jedem Fall zur Verfügung steht.

In den DE 41 32 250 C2 und DE 198 43 066 A1 sind Einrichtungen zum Umstellen auf Schön- oder Schön- und Widerdruck an einer Bogendruckmaschine beschrieben, bei denen mit einer Kupplung ein Hauptantriebsräderzug an einer Wendetrommel aufgetrennt und mit einem zusätzlichen Getriebe und einem Hilfsantrieb eine Phaseneinstellung vorgenommen wird. Als zusätzliches Getriebe dienen ein Umlaufrädergetriebe, ein Kegelradgetriebe oder ein Differentialgetriebe. Die Konstruktion mit einem zusätzlichen Getriebe ist material- und kostenaufwendig und benötigt einen großen Bauraum.

Bei einem Antrieb für eine Bogendruckmaschine nach der DE 35 34 486 C2 sind im Zahnräderzug zwei nebeneinander angeordnete Zahnräder vorgesehen, die in einem Pressverband miteinander verbunden sind. Der Pressverband kann durch unter Druck gesetztes Öl aufgehoben werden. Um den Druck aufzubringen, bedarf es aufwendiger konstruktiver Maßnahmen, wie Abdichtungen und Leitungen für Leckageöl.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften zu entwickeln, deren Zuverlässigkeit beim Übertragen hoher Drehmomente erhöht ist.

Die Aufgabe wird mit einer Kupplung gelöst, welche die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Gemäß der Erfindung ist zum Herstellen und Lösen einer drehfesten Verbindung zwischen Kupplungshälften ein Aktor vorgesehen, der thermische Energie einer Betätigungseinrichtung zuführt.

Gemäß einer Variante der Erfindung werden die Abmessungen eines Gliedes der Betätigungseinrichtung beim Einwirken von Wärme oder Kälte verändert, wodurch ein axialer oder radialer Pressverband zwischen zu kuppelnden Teilen gelöst wird. Es ist möglich, die Betätigung der Kupplung so vorzunehmen, dass beim Überschreiten einer Grenztemperatur die Kupplungshälften miteinander im Eingriff stehen und beim Unterschreiten der Grenztemperatur die Kupplungshälften getrennt sind. Das Glied, welches beim Einwirken von Wärme oder Kälte seine Abmessungen ändert, kann aus einem Kunststoff bestehen.

Bei einem radialen oder axialen Pressverband zwischen den zu kuppelnden Teilen kann ein Teil bzw. ein Glied der Betätigungseinrichtung einer Kupplung zwischen den Teilen ganz oder teilweise aus einer Formgedächtnislegierung bestehen. Beim Überschreiten einer Sprungtemperatur ändert sich die Gitterstruktur und damit das Volumen schlagartig, so dass die Kupplung gelöst wird. Die Sprungtemperatur muss deutlich über der Betriebstemperatur liegen.

Bei einer weiteren Variante der Erfindung wird ein Phasenübergang eines Zwischenstoffes von einem festen zu einem flüssigen Zustand genutzt, um Kupplungshälften zu verbinden oder zu trennen. Wesentlich ist die unterschiedliche Scherfestigkeit des Zwischenstoffes im festen und flüssigen Zustand. Zum Lösen der Kupplung wird der Zwischenstoff soweit erwärmt, bis er sich verflüssigt. Dadurch sinkt die Scherspannung auf nahezu Null ab. Um einer Alterung des Zwischenstoffes vorzubeugen, kann die Oxidationsbeständigkeit durch Zusatzstoffe erhöht werden.

Um die Zeit für ein Betätigen einer Kupplung zu verringern, können die zu erwärmenden Teile durch Ausnutzen der Energie, die beim Abbremsen von Maschinenelementen frei wird, vorgewärmt werden. Die Energie kann durch Reibung oder Wirbelstromeffekte dem vorzuwärmenden Teil zugeführt werden.

Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert werden, es zeigen:

1: zwei Zahnräder einer Druckmaschine in einem axialen Pressverband,

2 + 3: zwei Zahnräder einer Druckmaschine in einem radialen Pressverband,

4: eine Kupplung mit einem schmelzbaren Stoff zwischen den Kupplungshälften und wärmeisolierenden Aussparungen,

5: eine Kupplung mit einem schmelzbaren Stoff zwischen Kupplungshälften und zusätzlichem Wärmeisolationsmaterial,

6: eine Kupplung mit einem schmelzbaren Stoff zwischen Kupplungshälften und einem Volumenausgleichsbehältnis,

7: eine Kupplung nach 6 mit einer den Stoff abweisenden Beschichtung,

8: eine Kupplung mit einem schmelzbaren Stoff zwischen Kupplungshälften und einer Heizwendel auf einer Nabe, und

9: eine Schnittdarstellung durch die Kupplung nach 8

Die nachstehend beschriebenen Kupplungen sind im Zahnräderzug einer Bogendruckmaschine anwendbar, wobei zwei Zahnräder an einem Wellenzapfen einer Bogentransfertrommel angeordnet sind. Beim Lösen der Kupplung können die Drehphasen der Zahnräder zueinander verstellt werden, was z. B. beim Umstellen vom Drucken auf einer Seite auf beidseitiges Drucken erforderlich ist.

1 zeigt ein erstes Zahnrad 1, welches drehfest auf einem Wellenzapfen einer Bogentransfertrommel angeordnet ist. Das Zahnrad 1 besitzt eine Nabe 3, auf der koaxial zum Zahnrad 1 ein Zahnkranz 4 gelagert ist. Das Zahnrad 1 und der Zahnkranz 4 stehen mit weiteren Zahnrädern im Antriebsstrang der Bogendruckmaschine im Eingriff. Die einander zugewandten Stirnflächen des Zahnrades 1 und des Zahnkranzes 4 sind als Reibflächen 5, 6 ausgebildet. An der zweiten Stirnfläche 7 des Zahnkranzes 4 liegt eine Druckplatte 8 an, die mit den Schrauben 9 in Richtung der Drehachse eine Kraftwirkung F1 auf den Zahnkranz 4ausübt. Die Dehnschrauben 9 ragen durch Bohrungen der Druckplatte 8 und sind im Zahnrad 1 verschraubt. Durch die Kraftwirkung F1 werden das Zahnrad 1 und der Zahnkranz 4 an den Reibflächen 5, 6 zusammengepresst. Die Reibungskräfte an den Reibflächen 5, 6 sind so hoch, dass beim Drucken die Drehmomente sicher übertragen werden können, wobei kein Schlupf zwischen dem Zahnrad 1 und dem Zahnkranz 4 auftritt.

Zum Lösen des Pressverbandes zwischen den Reibflächen 5, 6 dient ein Druckstück 11 aus Aluminium. Das zylindrische Druckstück 11 sitzt konzentrisch in einer Bohrung 12 des Zahnrades 1. Zwischen dem Druckstück 11 und dem Zahnrad 1 befindet sich ein inkompressibler thermischer Isolator 13. In axialer Richtung liegt das Druckstück 11 gegen den Isolator 13 und einer Innenfläche 14 der Druckplatte 8 an. Während des Druckens besitzt das Druckstück 11 Raumtemperatur, so dass keine oder nur eine geringe Kraftwirkung vom Druckstück 11 auf die Druckplatte 8 ausgeht. Im Druckstück 11 befindet sich eine Bohrung 15 zur Aufnahme eines axial verschieblichen Heizdorns 16. Der Heizdorn 16 ist in der Darstellung gemäß 1 in die Bohrung 15 eingeführt und von einer wärmeleitenden Paste 17 umgeben. Der Heizdorn 16 ist durch eine Bohrung 18 der Druckplatte 8 geführt, wobei eine Dichtung 19 den Austritt von Paste 17 verhindert. Im Heizdorn 16 befindet sich eine Heizwicklung 20 oder eine Induktionsschleife.

Zum Lösen des Pressverbandes zwischen den Reibflächen 5, 6 wird der Heizwicklung 20 Strom I zugeführt. Im Heizdorn 16 entsteht Wärme, die über die Paste 17 auf das Druckstück 11 übertragen wird. Der Isolator 13 verhindert einen Übertritt der Wärme auf das Zahnrad 1. Durch die Wärme dehnt sich das Druckstück 11 in axialer Richtung aus. Durch Entnahme der Druckplatte und Längsdehnung der Schrauben 9 entsteht eine Kraftwirkung F2 > F1 auf die Druckplatte 8, was zu einer Entlastung der Reibflächen 5, 6 führt. Das Zahnrad 1 und der Zahnkranz 4 können frei zueinander verdreht werden. Besitzen das Zahnrad 1 und der Zahnkranz 4 eine gewünschte Drehstellung zueinander, wird der Heizdorn 16 aus der Bohrung 15 zurückgeschoben, so dass das Druckstück 11 abkühlt. Durch das Schrumpfen des Druckstückes 11 in axialer Richtung verschwindet die Kraftwirkung F2, so dass der Pressverband an den Reibflächen 5, 6 wieder hergestellt ist.

Wenn das Druckstück 11 aus einer Formgedächtnislegierung besteht, dann entsteht zwischen dem Zahnrad 1 und dem Zahnkranz 4 eine Kupplung, die beim Überschreiten der Sprungtemperatur der Formgedächtnislegierung gelöst wird. Beim Uberschreiten der Sprungtemperatur, z. B. größer als 100°C, ändert sich die Gitterstruktur im Druckstück 11, so dass durch eine schlagartige Längenänderung in axialer Richtung die Kraftwirkung F2 auf die Druckplatte 8 entsteht. Die Sprungtemperatur liegt deutlich über der Betriebstemperatur des Zahnrades 1 und des Zahnkranzes 4.

Die 2 und 3 zeigen das Zahnrad 1 und den Zahnkranz 4 in einem radialen Pressverband. Der Zahnkranz 4 ist auf der Nabe 3 des Zahnrades 1 gelagert. Zwischen dem Zahnkranz 4 und dem Material der Nabe 3 befindet sich ein thermischer Isolator 21 aus Keramik. Die dem Zahnrad 1 zugewandte Seitenfläche des Zahnkranzes 4 ist so ausgespart, dass der Zahnkranz 4 nur eine geringe thermische Kopplung zum Zahnrad 1 besitzt. Der Zahnkranz 4 und der Isolator 21 sind mit einem Sicherungsring 22 auf der Nabe 3 gehalten. Auf der dem Zahnrad 1 abgewandten Seitenfläche 23 befinden sich am Umfang verteilt mehrere Heizelemente 24 mit Heizwicklungen 25.

Werden die Heizwicklungen 25 von einem Heizstrom I durchflossen, entsteht in den Heizelementen 24 Wärme, die auf den Zahnkranz 4 einwirkt. Der Zahnkranz 4 dehnt sich, so dass der Pressverband zum Isolator bzw. zur Nabe 3 gelöst wird.

Auf den Isolator 21 kann verzichtet werden, wenn der Zahnkranz 4 aus einem Material besteht, welches einen größeren Wärmeausdehnungskoeffizienten als das Zahnrad 1 bzw. die Nabe 3 aufweist. In diesem Fall wird eine Drehmomentenübertragung zwischen dem Zahnrad 1 und dem Zahnkranz 4 aufgehoben, wenn Zahnrad 1 und Zahnkranz 4 gemeinsam von einer Heizeinrichtung erwärmt werden.

Es ist möglich, eine Kupplung vorzusehen, bei der ein Zahnrad 1 und ein Zahnkranz 4 in einem radialen Presssitz erst dann für eine Drehmomentenübertragung gekoppelt sind, wenn eine Mindesttemperatur überschritten ist, wobei die Kupplung bei geringeren Temperaturen als die Mindesttemperatur gelöst ist. Dabei ist das Zahnrad 1 bzw. dessen Nabe 3 aus einem Material gefertigt, welches einen größeren Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweist als der Zahnkranz 4.

Gemäß den 4 und 5 ist jeweils ein stählerner Zahnkranz 4 auf der Nabe 3 eines stählernen Zahnrades 1 angeordnet. Zwischen der Nabe 3 und der Bohrung des Zahnkranzes 4 liegt eine Zwischenschicht 26 aus einem schmelzbaren Material z. B. aus einer Zinnlegierung, insbesondere zur Verbesserung der Oxidationsbeständigkeit aus einer Zinn-Gold-Legierung. Die Dicke der Zwischenschicht 26 beträgt wenige Zehntel Millimeter bis zu einigen Millimetern.

Wie in 4 dargestellt, befinden sich im Zahnkranz 4 und in der Nabe 3 des Zahnrades 1 umlaufend thermisch isolierende Hohlräume 27, 28 in der näheren Umgebung der Zwischenschicht 26. An der zylindrischen Oberfläche der Nabe 3 sind Heizwicklungen 29 eingebettet, die in den Bereichen gegenüber der Hohlräume 28 dicht angeordnet sind. Werden die Heizwicklungen 29 von einem Heizstrom durchflossen, entsteht Wärme, die das Material der Zwischenschicht 26 z. B. bei ca. 220°C zum Schmelzen bringt. Im flüssigen Zustand besitzt das Material der Zwischenschicht 26 eine sehr geringe Scherfestigkeit, so dass sich das Zahnrad 1 und der Zahnkranz 4 relativ zueinander verdrehen lassen. Besitzen das Zahnrad 1 und der Zahnkranz 4 eine gewünschte Drehstellung zueinander, wird der Heizstrom abgeschaltet, so dass sich das Material der Zwischenschicht 26 wieder verfestigt und eine Drehmomentenübertragung zwischen dem Zahnrad 1 und dem Zahnkranz 4 möglich ist. Die Hohlräume 27, 28 behindern ein Abfließen der von der Heizwicklung 29 ausgehenden Wärme in die Materialien des Zahnrades 1 und des Zahnkranzes 4. Die gleiche Funktion erfüllen Isolationsmaterialschichten 30, 31 auf der Nabe 3 des Zahnrades 1 und in der Bohrung des Zahnkranzes 4, was näher in 5 gezeigt ist. Die Schichten 30, 31 bestehen aus Keramik, wobei für eine Drehmomentenübertragung die Schichten 30, 31 formschlüssig mit der Nabe 3 bzw. dem Zahnkranz 4 verbunden sind.

Die 6 und 7 zeigen näher die Ausbildung der Zwischenschicht 26 im Schnitt längs der Drehachse 10 des Zahnrades 1 und des Zahnkranzes 4. Der Zahnkranz 4 sitzt mit einer Spielpassung von 4 bis 40 &mgr;m auf der Nabe 3 des Zahnrades 1. Zur Aufnahme der Zwischenschicht 26 ist in der Nabe 3 eine Nut 32 eingearbeitet. Die Nut 32 steht mit einem Volumenausgleichsbehältnis 33 in Verbindung. Im Volumenausgleichsbehältnis 33 befindet sich ein Kolben 34, der mit einer Feder 35 beaufschlagt ist. Die Passflächen 36, 37 des Zahnrades 1 und des Zahnkrankes 4 sind mit Beschichtungen 38, 39 versehen, die eine niedrige Oberflächenenergie aufweisen und deren Verhältnisse von polarem und dispersem Anteil der Oberflächenenergie möglichst unterschiedlich sind. Die Beschichtungen 38, 39 verhindern ein Auslaufen des Materials der Zwischenschicht 26, wenn dieses zum Lösen der Kupplung verflüssigt wird. Die Flächen der Nut 32 und die der Nut 32 radial gegenüberstehende Fläche der Bohrung des Zahnkranzes 4 sind mit Beschichtungen 40, 41 versehen, die eine starke Benetzung bzw. eine hohe Oberflächenenergie mit dem Material der Zwischenschicht 26 bieten. Das Verhältnis von polarem und dispersem Anteil der Oberflächenenergie der Zwischenschicht 26 und der Flächen der Nut 32 und besagter gegenüberliegender Fläche der Bohrung des Zahnkranzes 4 ist möglichst gleich.

Die Verbindung des Materials der Zwischenschicht 26 zu den Kupplungsflächen des Zahnrades 1 und des Zahnkranzes 4 kann durch eine mikrostrukturierte Oberfläche verstärkt werden, so dass für die Drehmomentenübertragung nur die innere Scherfestigkeit des Materials der Zwischenschicht maßgebend ist. Zur Mikrostrukturierung können die Kupplungsflächen quer zur Laufrichtung mit Riefen versehen oder durch Sandstrahlen behandelt werden. Aufgrund der großen Wirkflächen ist die Scherspannung innerhalb des Materials der Zwischenschicht 26 gering, so dass auch relativ weiche Materialien verwendet werden können. Das Ein- und Auskuppeln zwischen Zahnrad 1 und Zahnkranz 4 lässt sich beliebig oft wiederholen.

In 8 ist eine Anordnung einer schlangenförmigen Heizwicklung 29 auf der Nabe 3 des Zahnrades 1 dargestellt. Die Anschlüsse für die Heizwicklung 29 sind als Schleifkontakte 42, 43 an der Stirnseite der Nabe 3 ausgeführt. Zum Lösen der Kupplung zwischen Zahnrad 1 und Zahnkranz 4 werden die Kontakte einer Stromquelle an die Schleifkontakte 42, 43 angelegt.

9 zeigt eine Ausführungsform, bei der die Heizwicklung 29 am Boden der Nut 32 angeordnet ist. Die Heizwicklung 29 hat direkten Kontakt zum Material der Zwischenschicht 26, so dass ein schnelles Verflüssigen des Materials möglich ist.

1
Zahnrad
2
Wellenzapfen
3
Nabe
4
Zahnkranz
5, 6
Reibfläche
7
Stirnfläche
8
Druckplatte
9
Dehnschraube
10
Drehachse
11
Druckstück
12
Bohrung
13
Isolator
14
Innenfläche
15
Bohrung
16
Heizdorn
17
Paste
18
Bohrung
19
Dichtung
20
Heizwicklung
21
Isolator
22
Sicherungsring
23
Seitenfläche
24
Heizelement
25
Heizwicklung
26
Zwischenschicht
27, 28
Hohlräume
29
Heizwicklung
30, 31
Schicht
32
Nut
33
Volumenausgleichsbehältnis
34
Kolben
35
Feder
36, 37
Passfläche
38–41
Beschichtung
42, 43
Schleifkontakt


Anspruch[de]
Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften,

mit einer Betätigungseinrichtung zum Herstellen und Lösen einer drehfesten Verbindung zwischen an den Kupplungshälften ausgebildeten Kupplungsflächen,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Betätigungseinrichtung (8, 9, 11) einen Wärmeenergie erzeugenden Aktor (16, 24, 29) aufweist.
Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (16, 24, 29) mindestens einer Kupplungshälfte (1, 3, 4) Wärmeenergie zuführend angeordnet ist. Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor mindestens einer Kupplungshälfte (1, 3, 4) Wärmeenergie entziehend angeordnet ist. Kupplung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Kupplungshälften (1, 4) axial liegende Kupplungsflächen (5, 6) aufweisen,

und dass als Aktor ein konzentrisch zur Drehachse (10) der Kupplungshälften (1, 4) angeordneter Heizdorn (16) vorgesehen ist, der Wärme auf einen Stellkörper (11) abgibt, welcher sich bei Erwärmung ausdehnt.
Kupplung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der bezüglich der Kupplungshälften (1, 4) gestellfest angeordnete Heizdorn (16) zum Betätigen der Kupplung aus einer Ruhestellung in eine Betriebstellung bewegbar ist. Kupplung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Heizdorn (16) und dem Stellkörper (11) ein Wärme leitendes Medium (17) angeordnet ist. Kupplung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Kupplungshälften (3, 4) koaxial zur Drehachse (10) der Kupplungshälften (3, 4) liegende Kupplungsflächen aufweisen,

dass der Wärmeausdehnungskoeffizient der außen liegende Kupplungshälfte (4) größer als der der innen liegenden Kupplungshälfte (3) ist,

und dass der Aktor auf beide Kupplungshälften (3, 4) wirkend angeordnet ist.
Kupplung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Kupplungshälften (3, 4) koaxial zur Drehachse (10) der Kupplungshälften (3, 4) liegende Kupplungsflächen aufweisen,

dass zwischen den Kupplungshälften (3, 4) ein thermischer Isolator (21) angeordnet ist,

und dass der Aktor (24) auf die äußere Kupplungshälfte (4) wirkend angeordnet ist.
Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung ein Glied (11) aus einer Formgedächtnislegierung aufweist, welches thermisch mit dem Aktor (16) gekoppelt ist. Kupplung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass zwischen den Kupplungsflächen (3, 4) ein Stoff (26) mit niedrigerem Schmelzpunkt als die die Kupplungsflächen (3, 4) bildende Materialien angeordnet ist,

dass der Stoff (26) im festen Zustand eine stoffschlüssige Verbindung mit den Materialien der Kupplungsflächen (3, 4) bildet,

und dass der Aktor (29) auf den Stoff (26) wirkend angeordnet ist.
Kupplung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass in der Umgebung der Kupplungsflächen (3, 4) in den Kupplungshälften (1, 3, 4) thermisch isolierende Hohlräume (27, 28) bestehen. Kupplung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsflächen (3, 4) aus einem thermisch isolierenden Material (30, 31) gebildet sind. Kupplung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Aktor eine Heizwicklung (29) vorgesehen ist, die in einer Kupplungshälfte (3) auf den Stoff (26) wirkend angeordnet ist. Kupplung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass den Kupplungsflächen benachbarte Flächen (36, 37) den Stoff (26) abweisend ausgebildet sind. Kupplung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass dem Stoff (26) ein Volumenausgleichsbehältnis (3335) zugeordnet ist. Kupplung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Stoff (26) einzubringende Wärmemenge mittels mindestens einem Thermoelement regelbar ist.






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