Es wird eine Austenit-Edelstahlzusammensetzung geschaffen, die beständig gegenüber Wasserstoffversprödung und/oder Tieftemperaturversprödung ist. Die Stahlzusammensetzung umfasst Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr 17 Gew.-%; Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 13 Gew.-%; Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,16 Gew.-%. Der Stahl ist im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo). In verschiedenen Ausführungsformen wird der Stahl dazu verwendet, um eine Oberfläche eines Wasserstoff-Speichergefäßes zu bilden, die mit Wasserstoff in Berührung steht und gegenüber Wasserstoffversprödung und Tieftemperaturversprödung (kleiner oder gleich ungefähr - 100°C) beständig ist. Es werden weiterhin auch Verfahren zum Speichern von Wasserstoff in Gefäßen geschaffen, die aus der wasserstoffversprödungsbeständigen Austenitstahlzusammensetzung gefertigt sind.
Beschreibung[de]
GEBIET
Die vorliegende Erfindung betrifft korrosionsbeständigen Edelstahl
und im Spezielleren einen stabilen Austenit-Edelstahl für Gefäße,
die zur Speicherung von druckbeaufschlagtem Wasserstoff dienen.
HINTERGRUND
Brennstoffzellen sind als Energiequellen für Kraftfahrzeuge und
andere Anwendungen vorgeschlagen worden. Brennstoffzellensysteme umfassen einen
Brennstoffzellenstapel, der basierend auf einer Reaktion zwischen einem wasserstoffhaltigen
Einsatzgas und einem Oxidations-Einsatzgas (z.B. Sauerstoff oder sauerstoffhaltige
Luft) elektrische Energie produziert.
Die Wasserstoffspeicherung ist eine für den Brennstoffzellenbetrieb
und für andere Arten von Stromerzeugungsanwendungen kritische Technologie.
Typische Stromerzeugungssysteme umfassen ein Speichergefäß, das einen
wasserstoffhaltigen Zustrom speichert und an ein Antriebsaggregat (z.B. den Brennstoffzellenstapel)
liefert, welches Wasserstoff verbraucht. Der wasserstoffhaltige Zustrom kann in
dem Speichergefäß als Flüssigkeit oder als Druckgas gespeichert werden.
Bei bestimmten Anwendungen wird das wasserstoffhaltige Einsatzgas vorzugsweise bei
einer besonders tiefen Temperatur von ungefähr –250°C bis –260°C
als Flüssigkeit oder, alternativ dazu, innerhalb eines Temperaturbereichs von
annähernd –100°C bis 100°C als Druckgas gespeichert.
Die Handhabung und die Einschließung von wasserstoffhaltigen
Strömen kann Schwierigkeiten bereiten. Zahlreiche Materialien (z.B. hochfeste,
ferritische Stähle) sind potentiell für Wasserstoffkorrosion d.h. Wasserstoffversprödung
anfällig. Wasserstoffversprödung ist eine Form von Sprödrissbildung,
die bei verschiedenen Stählen und Legierungen auftreten kann, wenn die betreffenden
Materialien Wasserstoff ausgesetzt werden.
Darüber hinaus können Tieftemperaturen unabhängig von
atmosphärischen Bedingungen potentiell zu einem Sprödbruchverhalten von
ferritischen Stählen beitragen. Für Tieftemperaturanwendungen wie etwa
jene, bei denen die Temperaturen –100°C oder darunter erreichen, sind
Austenitstähle die am besten formbaren Stähle. Die meisten Austenit-Edelstähle
weisen eine metastabile austenitische Struktur auf, was bedeutet, dass die austenitische
Struktur nur bis zu einer charakteristischen Temperatur hinab, welche als die "Ms-Temperatur
bezeichnet wird, stabil ist. Wenn das Material abgekühlt wird und der Anstieg
der freien Enthalpie &Dgr;G übersteigt, werden Teile der flächenzentrierten
Struktur des Austenitkörpers in kubisch-raumzentrierten Martensit umgewandelt.
Es wird allgemein davon ausgegangen, dass der Wert für &Dgr;G in hohem Maße
von der chemischen Zusammensetzung des Stahls abhängig ist. Die Ausbildung
von Martensit trägt zu einer Versprödung des Materials bei, und zwar entweder
durch Tieftemperatur, durch Wasserstoffeinwirkung oder durch beides. Es ist somit
optimal, die Ausbildung von Martensit zu minimieren. Üblicherweise wird die
Stabilität des Austenits durch Erhöhen des Gehalts an Nickel (Ni) in dem
Stahl erhöht.
Es sind bisher im Allgemeinen hochwertigere Materialien verwendet
worden, um ein potentielles Versagen bei der Ausrüstung zur Speicherung und
Handhabung von Wasserstoff zu vermeiden. So sind etwa höherwertige Austenit-Edelstähle
mit relativ hohem Gehalt an Nickel, Chrom, Mangan und/oder Molybdän weniger
anfällig für Wasserstoffversprödung und/oder Tieftemperaturversprödung.
Diese Materialien sind jedoch relativ teuer und es besteht ein Bedarf an kostengünstigen,
dauerhaften Materialien für die Speicherung und Handhabung von Wasserstoff.
ZUSAMMENFASSUNG
In verschiedenen Ausführungsformen schafft die vorliegende Erfindung
ein Wasserstoff-Speichergefäß mit einer Oberfläche, welche eine Austenit-Edelstahlzusammensetzung
umfasst, die Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr
17 Gew.-%; Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 13
Gew.-%; und Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,16 Gew.-%
umfasst. Die Stahlzusammensetzung ist vorzugsweise im Wesentlichen frei von Molybdän
(Mo). Weiterhin steht die Oberfläche in Berührung mit Wasserstoff und
ist sie vorzugsweise versprödungsbeständig bis zu einer Temperatur von
ungefähr –100°C.
In bestimmten Ausführungsformen schafft die Erfindung eine Austenitstahlzusammensetzung,
die beständig gegen Wasserstoffversprödung ist. Die Zusammensetzung
umfasst Kohlenstoff (C) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 0,07
Gew.-%; Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 10,5 Gew.-%;
Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr 17 Gew.-%;
und Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,18 Gew.-%. Die Zusammensetzung
ist vorzugsweise im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo).
In anderen Ausführungsformen schafft die Erfindung ein Verfahren
zum Speichern von Wasserstoff, das die Schaffung eines Speichergefäßes
umfasst, welches bis zu einer Temperatur von zumindest ungefähr –100°C
versprödungsbeständig ist. Das Gefäß weist eine Oberfläche
auf, welche eine Austenit-Edelstahlzusammensetzung umfasst, die Chrom (Cr) in einem
Anteil von größer oder gleich ungefähr 17 Gew.-%; Nickel (Ni) in
einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 13 Gew.-%; und Stickstoff (N)
in einem Anteil von größer als 0,16 Gew.-% umfasst. Die Zusammensetzung
ist vorzugsweise im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo). Das Verfahren umfasst
weiterhin das Übertragen eines wasserstoffhaltigen Stroms in das Gefäß,
wobei der Strom mit der Oberfläche in Kontakt steht. Der wasserstoffhaltige
Strom wird in dem Gefäß gespeichert, wobei die Oberfläche keine Versprödung
erfährt. Der wasserstoffhaltige Strom wird dann in dem Gefäß gespeichert,
und zwar ohne dass dadurch irgendeine Versprödung oder damit verbundene abträgliche
Auswirkungen oder ein Schaden verursacht werden.
Weitere Anwendbarkeitsbereiche der vorliegenden Erfindung sind aus
der nachfolgenden, detaillierten Beschreibung ersichtlich. Es versteht sich, dass
die detaillierte Beschreibung und die spezifischen Beispiele zwar die bevorzugte
Ausführungsform der Erfindung angeben, jedoch nur Veranschaulichungszwecken
dienen und den Umfang der Erfindung keineswegs einschränken sollen.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Die vorliegende Erfindung wird aus der detaillierten Beschreibung
und anhand der beigefügten Zeichnungen besser verständlich, in denen:
1 eine schematische Darstellung eines beispielhaften
Brennstoffzellensystems mit einem erfindungsgemäßen Wasserstoff-Speichergefäß
ist;
2 eine schematische Darstellung eines Wasserstoff-Speichergefäßes
gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist; und
3 eine schematische Darstellung eines Wasserstoff-Speichergefäßes
gemäß einer alternativen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
Die nachfolgende Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
ist rein beispielhafter Natur und es sollen dadurch die Erfindung bzw. deren Anwendung
oder deren Nutzungsbereiche nicht eingeschränkt werden. Das Wort "ein" wird
hier verwendet, um anzugeben, dass "zumindest eines" der Elemente vorhanden ist;
wo immer möglich, kann eine Mehrzahl solcher Elemente vorhanden sein. Alle
angegebenen Prozentanteile sind, wenn nicht ausdrücklich anders angegeben,
auf Gewichtsbasis zu verstehen.
Edelstähle werden allgemein basierend auf der vorherrschenden
Phase, aus welcher ihre Mikrostruktur besteht, in drei Klassen unterteilt, nämlich:
martensitisch, ferritisch oder austenitisch. Werden Nickel und Chrom in ausreichenden
Mengen zu dem Stahl hinzugefügt, so verändert sich die Kristallstruktur
zu Austenit. Ein höherer Nickelgehalt in einem Edelstahl verbessert die Beständigkeit
gegenüber Wasserstoffversprödung und erhält eine austenitische Struktur
aufrecht, während ein geringerer Nickelgehalt potentiell zu einer metastabilen
Struktur führt, wobei der Austenit in Martensit umgewandelt werden kann, wenn
er tiefen Temperaturen ausgesetzt wird. Bei Austenit-Edelstählen handelt es
sich um Stahllegierungen mit einer kubisch zentrierten Gitterstruktur. Der Erhalt
der Stabilität der austenitischen Struktur ist wichtig für die Erzielung
einer guten Beständigkeit gegenüber Versprödung, die durch Wasserstoffeinwirkung,
durch niedrige Temperaturen, oder durch beides bedingt sein kann.
Somit umfassen die Wasserstoff-Speichergefäße der verschiedenen
Ausführungsformen der Erfindung vorzugsweise zumindest eine Oberfläche,
die aus Austenit-Edelstahlzusammensetzungen gebildet ist. Weiterhin ist es vorzuziehen,
wie weiter oben beschrieben, dass die Oberfläche, welche eine austenitische
Struktur umfasst, eine gute Beständigkeit gegenüber Versprödung beibehält.
Der hier verwendete Ausdruck "Versprödung" bezieht sich auf
eine Form von Sprödbruch bzw. Sprödrissbildung, die bei einem Material
auftritt, wenn dieses bestimmten Umgebungsbedingungen, wie etwa Wasserstoff und/oder
tiefen Temperaturen ausgesetzt wird. Wasserstoffversprödung bezieht sich insbesondere
auf eine Verschlechterung der Materialeigenschaften (im Speziellen Risswachstumsrate)
bedingt durch den Einfluss von Wasserstoff. Gemäß den verschiedenen Ausführungsformen
ist es bevorzugt, dass die erfindungsgemäßen Stahlwerkstoffe bei tiefen
Temperaturen versprödungsbeständig sind. Somit liegen die Temperaturen,
bei denen für die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen eine Versprödung
nicht auftritt, für manche Ausführungsformen bei etwa 0°C; für
bestimmte Ausführungsformen, je nach Anwendung, bei etwa –50°C;
etwa –100°C; etwa –200°C; und wahlweise bei etwa –250°C,
wie weiter unten noch eingehender beschrieben wird. Bei einigen Anwendungen sind
die Stahlwerkstoffe bei besonders tiefen Temperaturen von ungefähr –260°C
gegen Versprödung beständig.
Eine typische Austenitstahlzusammensetzung weist einen Chromgehalt
von größer oder gleich ungefähr 16% und einen Nickelgehalt von größer
oder gleich ungefähr 8% auf. Austenit-Edelstähle umfassen die Edelstahl-Güteklassen
der Serie 300. Wie für den Fachmann erkenntlich ist, können unterschiedliche
Mengen von Elementen, wie beispielsweise Nickel, Chrom, Molybdän und Mangan,
hinzugefügt werden, wobei die Güteklasse des Stahls sich mit zunehmenden
Mengen dieser Elemente, die hinzugefügt werden, erhöht. Von den im Handel
erhältlichen Austenitstahlzusammensetzungen sind bekanntermaßen nur höherwertige
Güteklassen (mit teureren Legierungselementen) gegen Wasserstoffversprödung
beständig.
Ein beispielhafter, geringerwertiger Stahl ist 316L, in welchem Kohlenstoff
(C) in einem Anteil von kleiner oder gleich 0,03%, Chrom (Cr) in einem Anteil von
ungefähr 17%, Nickel (Ni) in einem Anteil von ungefähr 9%, Mangan in einem
Anteil von ungefähr 2% und Molybdän (Mo) in einem Anteil von ungefähr
2,5% vorhanden sind. "L" bezeichnet einen niedrigen Kohlenstoffgehalt. 316L ist
im Wesentlichen frei von Stickstoff. Es ist bekannt, dass diese Güteklasse
unter verschiedenen Bedingungen für Wasserstoffversprödung anfällig
ist. Ein höherwertiger Austenit-Edelstahl ist die Güteklasse 317LMN, die
Kohlenstoff (C) in einem Anteil von kleiner oder gleich 0,03%, Chrom (Cr) in einem
Anteil von ungefähr 16,5 bis 18,5%, Nickel (Ni) in einem Anteil von ungefähr
13,5 bis 17,5%, Mangan in einem Anteil von ungefähr 1 bis 2% und Molybdän
(Mo) in einem Anteil von ungefähr 4 bis 5% aufweist. Bei der Güteklasse
317LMN wird durch "M" und "N" angezeigt, dass die Zusammensetzung jeweils höhere
Mengen an Molybdän und Stickstoff enthält. Die Klasse 317LMN wird allgemein
als stabiler Austenitstahl betrachtet, was bedeutet, dass die Struktur austenitisch
bleibt, und zwar ungeachtet einschlägiger industrieller Temperaturbedingungen.
Der Versprödungsgrad ist in großem Ausmaß von der Festigkeit
und Zusammensetzung des Stahls abhängig. Wie zuvor erörtert, ist die Hinzufügung
von Chrom, Nickel, Mangan und Molybdän zu Edelstahl zwar wünschenswert;
sie ist jedoch auch kostspielig. Daher weisen herkömmliche Edelstähle
einen Kompromiss zwischen dem Kostenfaktor und der Beständigkeit gegenüber
Versprödung und/oder gutem Leistungsverhalten über einen Temperaturbereich
hinweg auf. Es werden somit gemäß bevorzugten Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung geringwertige Austenit-Edelstahlzusammensetzungen modifiziert,
um die Versprödungsbeständigkeit zu verbessern. Der hier verwendete Begriff
"modifiziert" bedeutet, dass eine herkömmliche, relativ geringwertige Stahlzusammensetzung
einen erhöhten Stickstoffgehalt aufweist, und dafür gemäß den
Prinzipien der vorliegenden Erfindung geringere Mengen an teuren Legierungselementen
aufweist. Das Leistungsverhalten der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
in Bezug auf Wasserstoffversprödung ist mit höherwertigen Austenit-Edelstählen
vergleichbar.
Daher schaffen verschiedene Ausführungsformen der Erfindung eine
kostengünstige, modifizierte, geringerwertige Austenit-Edelstahlzusammensetzung,
die bei Anwendungen zur Speicherung von Wasserstoff verwendet werden kann. Solche
Zusammensetzungen weisen einen erhöhten Stickstoffgehalt auf, wodurch ein relativ
kostengünstiger, leistungsstarker, versprödungsbeständiger Edelstahl
geschaffen wird. Auf diese Weise können kostengünstigere Stähle (d.h.
Stähle mit geringerem Nickel-, Chrom- und Molybdängehalt) verwendet werden,
die dennoch eine hohe Beständigkeit gegenüber Wasserstoffversprödung,
sowie eine ausreichende (der Versprödung entgegenwirkende) Zähigkeit bei
tiefen Temperaturen aufweisen.
Der erhöhte Stickstoffgehalt ohne entsprechende Erhöhung
des Nickelgehalts verbessert die Stabilität der austenitischen Struktur und
die Beständigkeit gegenüber Wasserstoffversprödung und/oder tiefen
Temperaturen. In verschiedenen Ausführungsformen ist der Nickelgehalt in den
erfindungsgemäßen Zusammensetzungen kostenbedingt und aufgrund der Tatsache,
dass dessen Vorhandensein die Löslichkeit von Stickstoff während des Schmelzvorgangs
verringert, begrenzt. Weiterhin sind in verschiedenen Ausführungsformen die
Stahlzusammensetzungen im Wesentlichen frei von Molybdän. Die Wendung "im Wesentlichen
frei" bedeutet, dass der Gehalt an Molybdän oberhalb eines Verunreinigungsgehalts
in der Stahlzusammensetzung nicht nachweisbar ist. Die erfindungsgemäßen
Austenit-Edelstahlzusammensetzungen weisen als solche ohne erhöhte
Kosten eine erhöhte Beständigkeit gegenüber Versprödung und
eine erhöhte Zähigkeit bei tiefen Temperaturen auf.
Gemäß verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung
wird ein geringerwertiger, kostengünstiger Austenit-Edelstahl auf diese Weise
modifiziert. Die gängigsten Austenitstähle sind die relativ kostengünstigeren,
geringerwertigen Stähle der Güte 304, welche typischerweise ungefähr
17 bis 20% Chrom und ungefähr 8% Nickel enthalten. Die Klassen der Güte
304 sind im Wesentlichen frei von Molybdän. Ein beispielhafter, geringerwertiger
Austenit-Edelstahl der Klasse 304 weist beispielsweise Kohlenstoff (C) in einem
Anteil von kleiner oder gleich 0,08%, Chrom (Cr) in einem Anteil von ungefähr
17 bis 19,5%, Nickel (Ni) in einem Anteil von ungefähr 8 bis 10,5%, Mangan
in einem Anteil von kleiner oder gleich 2% auf, wobei der Zusammensetzung kein Molybdän
(Mo) hinzugefügt ist, d.h. der Stahl im Wesentlichen frei von Mo ist. Bei diesen
Stählen handelt es sich typischerweise um metastabile Stähle, was bedeutet,
dass der Legierungsanteil an Nickel im Allgemeinen als nicht hoch genug betrachtet
wird, um eine austenitische Struktur bei tiefen Temperaturen beizubehalten.
In der folgenden Tabelle 1 veranschaulichen verschiedene Zusammensetzungen
die chemische Zusammensetzung eines Stahls der Standard Güteklasse 317LMN des
Amerikanischen Eisen- und Stahlinstituts AISI (eines höherwertigen Austenitstahls),
eines Stahls der Standard AISI-Güteklasse 304 (eines geringerwertigen Austenitstahls),
eines Stahls der Standard AISI-Güteklasse 304N (eines handelsüblichen,
geringerwertigen Stahls mit relativ geringem Stickstoffgehalt), sowie von zwei erfindungsgemäß
zubereiteten, austenitischen Beispielen, Beispiel 1 und 2, für zwei verschiedene
Ausführungsformen von modifizierten Stählen der Güteklasse 304. Die
Mengen eines jeden Elements in dem Stahl sind als Gewichtsprozentanteile ausgedrückt.
TABELLE 1
(*) Berechneter Wert
Wie weiter oben erörtert, handelt es sich bei der Ms-Temperatur
um die Temperatur, bei welcher eine martensitische Umwandlung beginnt, d.h. sich
die austenitische Struktur in eine martensitische Struktur umwandelt. In Tabelle
1 wird die vorhergesagte Ms-Temperatur durch Berechnen der Ms-Temperatur
aus den weiter unten angeführten Gleichungen 1–3 und durch Verwenden
des maximalen vorausberechneten Wertes aus den drei Gleichungen gewonnen. In den
Gleichungen 1–3 steht "a" für den Gewichtsprozentanteil an Kohlenstoff
in der Stahlzusammensetzung; "b" für den Gewichtsprozentanteil an Nickel; "c"
für den Gewichtsprozentanteil an Silicium; "d" für den Gewichtsprozentanteil
an Mangan; "e" für den Gewichtsprozentanteil an Chrom; "f" für den Gewichtsprozentanteil
an Nickel; "g" für den Gewichtsprozentanteil an Kupfer; und "h" für den
Gewichtsprozentanteil an Molybdän. Die Gleichungen stellen sich wie folgt dar:
Ms(°C) = 1305 – 1665(a + b) – 28(c) – 33(d)
– 42(e) – 61(f)(Gleichg. 1)
Ms(°C) = 1182 – 1456(a + b) – 37(e) – 57(f)(Gleichg.
2)
Ms(°C) = 502 – 810(a) – 1230(b) – 13(d) –
30(f) – 12(e) – 54(g) – 46(h)(Gleichg. 3)
Gleichung 1 stammt aus Eichelmann, et al., "The Effect of Composition
on the Temperature of Spontaneous Transformation of Austenite to
Martensite in 18-8-type Stainless Steels", 45 Transactions of the A. S. M., Seite
95 (1953). Gleichung 2 stammt aus Monkman, et al., "Computation of Ms
for Stainless Steels", Metal Progress, Seite 95 (Apr. 1957). Gleichung 3 stammt
aus Pickering, "Physical Metallurgy and the Design of Steels", Appl. Sci. Pub. Ltd.,
London, (1978).
Die vorausberechneten Ms-Temperaturen zeigen an, ob ein
Stahl bei bestimmten Temperaturen gegen Versprödung beständig ist. Wie
weiter oben beschrieben, ist die Stabilität in hohem Maße von der chemischen
Zusammensetzung des Stahls abhängig. Es wird davon ausgegangen, dass eine Erhöhung
des Ni-Gehalts anscheinend eine bedeutende Reduzierung der Ms-Temperatur
bewirkt. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung kann
ein erhöhter Gehalt an Stickstoff (N) wünschenswerte Ms-Temperaturen
schaffen, und zwar ohne dass der Gehalt an Nickel oder ähnlichen, teuren Elementen
erhöht werden muss. Gemäß verschiedenen Ausführungsformen der
Erfindung und wie zuvor weiter oben beschrieben, ist es bevorzugt, dass die Stahlzusammensetzungen
sich in der austenitischen Phase befinden und dass der Stahl in einer Umgebung oberhalb
der Ms-Temperatur verwendet wird, um die austenitische Mikrostruktur
in dem Stahl zu erhalten.
Gemäß bestimmten Ausführungsformen der Erfindung, die
durch das Beispiel 1 veranschaulicht werden, ist der modifizierte Stahl der Güteklasse
304 mit einem Stickstoffgehalt von mehr als ungefähr 0,22% für die Speicherung
von flüssigen, wasserstoffhaltigen Fluiden besonders gut geeignet. Flüssigwasserstoff
wird typischerweise bei Temperaturen von unter –200°C, und in manchen
Fällen bei besonders tiefen Temperaturen von ungefähr –250°C
bis –260°C gespeichert. Bei Temperaturen von nahe –250°C,
oder in bestimmten Ausführungsformen darunter, behält der Stahl aus Beispiel
1 seine austenitische Struktur, seine Zähigkeitseigenschaften und seine Beständigkeit
gegenüber Versprödung, insbesondere bei Vorhandensein von Wasserstoff,
bei.
In bestimmten Ausführungsformen ist der erfindungsgemäße,
modifizierte Stahl der Güteklasse 304 aus Beispiel 2 für Anwendungen zur
Speicherung von Wasserstoff in Form von Druckgas brauchbar und enthält er einen
Stickstoffgehalt von mehr als ungefähr 0,18%. Gasförmiger (und druckbeaufschlagter)
Wasserstoff wird typischerweise innerhalb eines Temperaturbereichs von ungefähr
–100°C bis etwa 100°C gespeichert; somit behält das Beispiel
2 vorzugsweise seine austenitische Struktur, seine Zähigkeitseigenschaften
und seine Beständigkeit gegenüber Wasserstoffversprödung zumindest
innerhalb des Bereichs von ungefähr –100°C bis ungefähr 100°C
bei.
Die Güteklasse 317LMN weist einen höheren Gehalt an Molybdän,
Nickel und Chrom auf, wodurch sie beträchtlich teurer ist als der Stahl der
Klasse 304. Die erhöhten Mengen an Molybdän, Nickel und Chrom verbessern
die Versprödungsbeständigkeit. Die modifizierten Stähle der Güteklasse
304 aus den Beispielen 1 und 2 sind erfindungsgemäß beide bedeutend kostengünstiger
als Stahl der Güteklasse 317LMN, sind jedoch zur Verwendung für Wasserstoff-Speichergefäße
geeignet.
In verschiedenen Ausführungsformen schafft die vorliegende Erfindung
ein Wasserstoff-Speichergefäß, das eine Austenit-Edelstahlzusammensetzung
umfasst, welche Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr
17 Gew.-%; Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 13
Gew.-%; und Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,16 Gew.-%
umfasst, wobei der Anteil an Stickstoff vorzugsweise bei größer als ungefähr
0,18 Gew.-% und in einigen Ausführungsformen bei größer als ungefähr
0,22 Gew.-% liegt. In bestimmten Ausführungsformen ist der Nickelgehalt kleiner
oder gleich ungefähr 12%, mehr bevorzugt kleiner als 12%, noch mehr bevorzugt
kleiner als 11%, und in einigen Ausführungsformen kleiner als ungefähr
10,5%. Die Stahlzusammensetzung ist im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo)
und ist versprödungsbeständig. Vorzugsweise weist die Zusammensetzung
bis hinab zu Temperaturen von ungefähr –250°C, der Temperatur von
Flüssigwasserstoff, eine stabile austenitische Struktur auf. Vorzugsweise ist
zumindest eine Oberfläche des Gefäßes aus einer solchen Zusammensetzung
gebildet. Diese Oberfläche steht mit dem Wasserstoff in Berührung.
In einigen Ausführungsformen ist der Stickstoffgehalt größer
als ungefähr 0,18 Gew.-%; wahlweise größer als ungefähr 0,22
Gew.-%. Die Zusammensetzung ist im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo). In
einigen Ausführungsformen ist die Stahlzusammensetzung beständig gegenüber
Wasserstoffversprödung und besteht sie im Wesentlichen aus: einem Anteil von
kleiner oder gleich ungefähr 0,07 Gew.-% an Kohlenstoff (C); kleiner oder gleich
ungefähr 1,0 Gew.-% an Silicium (Si); kleiner oder gleich ungefähr 2,0
Gew.-% an Mangan (Mn); kleiner oder gleich ungefähr 0,045 Gew.-% an Phosphor
(P); kleiner oder gleich ungefähr 0,03 Gew.-% an Schwefel (S); kleiner oder
gleich ungefähr 13 Gew.-% an Nickel (Ni); größer oder gleich ungefähr
17 Gew.-% an Chrom (Cr); größer als 0,16 Gew.-% an Stickstoff (N) und
für den Rest aus Eisen (Fe) und begleitende, unvermeidbare Verunreinigungen.
In bestimmten Ausführungsformen ist der Nickelgehalt kleiner oder
gleich ungefähr 12%, mehr bevorzugt kleiner als 12%, noch mehr bevorzugt kleiner
als 11%, und in einigen Ausführungsformen kleiner als ungefähr 10,5%.
Die Zusammensetzung ist beständig gegenüber Wasserstoffversprödung
und weist vorzugsweise bis hinab zu –150°C eine stabile austenitische
Struktur auf. Die Zusammensetzung ist dauerhaft, fest, und beständig gegenüber
Wasserstoffversprödung, und zwar bis zu einer für gasförmigen Wasserstoff
in Kraftfahrzeuganwendungen typischen Temperatur.
Die erfindungsgemäßen Stahlzusammensetzungen können
zur Herstellung von Wasserstoff-Speichergefäßen verwendet werden, die
insofern betriebssicher sind, als sie eine erhöhte Gefügestabilität
aufweisen, sowie die Fähigkeit, einer potentiellen Versprödung durch den
Kontakt mit wasserstoffhaltigen Fluiden standzuhalten. Aufgrund der erhöhten
Gefügestabilität kann das Speichergefäß eine im Vergleich zu
Speichergefäßen aus herkömmlichem, höherwertigem Austenit-Edelstahl
dünnere Wanddicke aufweisen, wodurch eine Gewichts- und Größenverringerung
geschaffen wird.
1 zeigt ein beispielhaftes Brennstoffzellensystem
10. Das Brennstoffzellensystem 10 umfasst einen Brennstoffzellenstapel
12, ein Wasserstoff-Speichergefäß 14 und einen Kompressor
16. In verschiedenen Ausführungsformen befindet sich das System in
einem Fahrzeug-Antriebsaggregat bzw. einem mobilen Antriebsaggregat. Das Brennstoffzellensystem
10 umfasst weiterhin ein Druckhaltersystem 18 und ein Druckverwaltungssystem
19. Das Druckhaltersystem 18 regelt den Druck im Inneren des Wasserstoff-Speichergefäßes
14 und wird unabhängig von dem Brennstoffzellenstapel 12
betrieben (d.h. ungeachtet dessen, ob der Brennstoffzellenstapel auf EIN oder AUS
steht). Das Druckverwaltungssystem 19 regelt den Druck des zu dem Brennstoffzellenstapel
12 geleiteten Wasserstoffs und wird betrieben, wenn der Brennstoffzellenstapel
12 auf EIN steht.
Der Kompressor 16 liefert druckbeaufschlagte, sauerstoffreiche
Luft durch einen Regler 20 zu einer Kathodenseite des Brennstoffzellenstapels
12. Die Reaktionen zwischen dem Wasserstoff und dem Sauerstoff im Inneren
des Brennstoffzellenstapels 12 erzeugen elektrische Energie, die dazu verwendet
wird, um eine Last (nicht gezeigt) zu treiben. Es sei angemerkt, dass der dem Brennstoffzellenstapel
12 zugeführte Wasserstoff vorzugsweise einen hohen Reinheitsgrad mit
einer möglichst geringen Menge an unerwünschten Verunreinigungssubstanzen,
wie etwa Kohlenmonoxiden, aufweist. Somit weist der einem Brennstoffzellenstapel
12 zugeführte Wasserstoff tendenziell eine relativ hohe Wasserstoffkonzentration
auf. Ein Steuermodul 22 regelt den allgemeinen Betrieb des Brennstoffzellensystems,
und zwar basierend auf dem Lasteingang und den Betriebsparametern des Brennstoffzellensystems.
Der Lasteingang gibt die gewünschte elektrische Energieabgabe von dem Brennstoffzellenstapel
12 an. Im Fall eines Fahrzeugs könnte der Lasteingang beispielsweise
eine Drossel umfassen.
2 zeigt eine Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung, in welcher das Wasserstoff-Speichergefäß 14 in der
beispielhaften Form eines Tanks 30 ausgebildet ist. Es ist ein Durchlass
32 vorgesehen, um den Eintritt und den Austritt eines wasserstoffhaltigen
Fluids (d.h. Flüssigkeit oder Gas) zu erlauben. Der Tank 30 weist
eine innere Kammer 34 zur Speicherung des wasserstoffhaltigen Fluids auf.
In verschiedenen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann das Wasserstoff-Speichergefäß
14 ein hochdruckbeaufschlagtes Fluid einschließen, weswegen die Wasserstoff-Speichergefäße,
wie zum Beispiel der Tank 30, vorzugsweise als Hochdruck-Speichertanks
konzipiert sind. Der Ausdruck "Hochdruck-" bedeutet, dass des wasserstoffhaltige
Fluid bei Drücken von bis zu ungefähr 70 MPa und darüber gespeichert
wird. In verschiedenen Ausführungsformen handelt es sich bei dem wasserstoffhaltigen
Fluid um ein druckbeaufschlagtes Gas. In anderen Ausführungsformen handelt
es sich bei dem wasserstoffhaltigen Fluidstrom um eine Flüssigkeit. Wie weiter
oben beschrieben, wird das Gas vorzugsweise bei einem Temperaturbereich von ungefähr
–100°C bis ungefähr 100°C gespeichert. Eine wasserstoffhaltige
Flüssigkeit wird vorzugsweise bei besonders tiefen Temperaturen von –250°C
gespeichert. Wie bereits zuvor weiter oben beschrieben wurde, sind die erfindungsgemäßen
Austenitstahlzusammensetzungen mit einem Stickstoffanteil von größer oder
gleich ungefähr 0,18% dauerhaft und über den Temperaturbereich von ungefähr
–100°C bis ungefähr 100°C hinweg beständig gegenüber
Wasserstoffversprödung. Daher sind Oberflächen des Tanks 30,
welche mit dem wasserstoffhaltigen Fluidstrom in Berührung stehen, vorzugsweise
aus erfindungsgemäßen Stahlwerkstoffen gebildet, die eine gute Dauerhaftigkeit
über diese Temperaturbereiche hinweg aufweisen. Gleichermaßen kann in
Fällen, in denen Oberflächen des Tanks 30 mit wasserstoffhaltiger
Flüssigkeit in Berührung stehen, die Austenitstahlzusammensetzung vorzugsweise
Temperaturen bis hinab zu ungefähr –250°C standhalten. Daher ist
es bevorzugt, dass die Stahlzusammensetzung einen Stickstoffgehalt von größer
oder gleich ungefähr 0,22% umfasst.
Die Wände 36 der Tankstruktur bilden die innere Kammer
34 und die äußere Struktur 38 des Tanks 30.
Der Abschnitt der inneren Kammer 34, welcher unmittelbar mit dem wasserstoffhaltigen
Strom in Berührung steht, ist vorzugsweise aus dem erfindungsgemäßen,
modifizierten, wasserstoffversprödungsbeständigen Austenitstahl
gebildet. Wie für den Fachmann festzustellen ist, sind die für die Wasserstoff-Speichergefäße
gezeigten Entwürfe vereinfacht und kann das Speichergefäß in verschiedenen,
unterschiedlichen Formen oder Gestaltungen ausgebildet sein und verschiedene, zusätzliche
Ausrüstungselemente und Durchlässe aufweisen.
In einer anderen Ausführungsform ist das Wasserstoff-Speichergefäß
in Form einer alternativen Auslegung eines beispielhaften, vereinfachten Tanks
40 ausgebildet, wie in 3 gezeigt. Der Tank
weist eine innere Auskleidung 42 auf, die eine kontinuierliche Fläche
einer inneren Speicherkammer 44 bildet, die mit dem wasserstoffhaltigen
Fluid in Berührung steht und dieses einschließt. Die Auskleidung
42 ist innerhalb der Außenwände 46 des Tanks
40 angeordnet. Es ist ein Durchlass 48 zur Beförderung wasserstoffhaltiger
Ströme zu der inneren Speicherkammer 44 und von dieser weg vorgesehen.
In der vorliegenden Ausführungsform bildet die erfindungsgemäße Austenitstahlzusammensetzung
die Auskleidung 42. Die Außenwände 46 des Tanks
40 können jedoch aus anderen, kostengünstigeren Materialien gefertigt
sein. Das Material, das mit dem wasserstoffhaltigen Strom in Berührung steht
und diesen einschließt, ist dauerhaft und beständig gegenüber Wasserstoffversprödung;
der Rest der Struktur des Tanks 40 kann jedoch aus anderen Materialien
gefertigt sein, um Kosteneinsparungen, eine erhöhte Festigkeit und Dauerhaftigkeit
und/oder eine Gewichtsreduktion zu realisieren. Weiterhin kann in bestimmten Ausführungsformen
in einem Zwischenbereich zwischen der Auskleidung 42 und den Außenwänden
46 ein Isoliermaterial 50 vorgesehen sein, um die gewünschten
Speichertemperaturen für das Wasserstoff-Fluid aufrechtzuerhalten.
In verschiedenen Ausführungsformen wird ein Verfahren zum Speichern
und/oder Einschließen von Wasserstoff geschaffen. Das Verfahren umfasst die
Bereitstellung eines Speichergefäßes mit einer Oberfläche, die bis
zu einer Temperatur von zumindest ungefähr –100°C versprödungsbeständig
ist. Wie für den Fachmann festzustellen ist, kann die Oberfläche des Gefäßes,
welches beständig gegenüber Wasserstoffversprödung ist, jede beliebige
der weiter oben beschriebenen, verschiedenen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Austenit-Edelstahlzusammensetzungen umfassen. In einer Ausführungsform weist
das Gefäß eine Oberfläche auf, welche eine Austenit-Edelstahlzusammensetzung
umfasst, die Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr
17 Gew.-%; Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 13
Gew.-%; und Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,16 Gew.-%
umfasst. Die Zusammensetzung ist vorzugsweise im Wesentlichen frei von Molybdän
(Mo).
Das Verfahren umfasst weiterhin das Übertragen eines wasserstoffhaltigen
Stroms zu dem Gefäß, wobei der Strom mit der Oberfläche in Berührung
steht. In bestimmten Ausführungsformen wird der Strom vor dem oder während
des Übertragens mit Druck beaufschlagt. Der wasserstoffhaltige Strom wird in
dem Gefäß gespeichert und die Oberfläche(n) des Gefäßes,
die mit dem Strom in Berührung steht/stehen, erfährt/erfahren keine Versprödung.
Der wasserstoffhaltige Strom wird dann in dem Gefäß gespeichert, und zwar
ohne dass dadurch irgendeine Versprödung oder damit verbundene abträgliche
Auswirkungen oder ein Schaden verursacht werden.
Stähle werden typischerweise in Öfen, wie beispielsweise
in Sauerstoffaufblaskonvertern (BOF), Siemens-Martin-Öfen (OHF) und elektrischen
Lichtbogenschmelzöfen (EAF) hergestellt. Die meisten Stähle werden heutzutage
in integrierten Stahlwerken unter Verwendung einer Version des Sauerstoffblasverfahrens
oder in Spezial-Stahlwerken, die das Lichtbogenverfahren verwenden, hergestellt.
In einem beispielhaften Sauerstoffblasverfahren wird ein Konverter (Ofen) mit heißem,
flüssigem Einsatz, Schrott und Flussmittel beschickt. Stickstoff und andere
Legierungselemente werden in den gewünschten Konzentrationen hinzugefügt.
Stickstoff kann in die Stahlzusammensetzung eingebracht werden, indem beispielsweise
Chromnitrid (CrN), Mangannitrid (MnN) oder Mischungen davon in den Ofen eingebracht
werden. Eine Lanze wird in den Konverter hineingesenkt und hochdruckbeaufschlagter
Sauerstoff wird eingeblasen. Der Sauerstoff verbindet sich mit der Ladung und entfernt
die Verunreinigungen in dieser. Diese Verunreinigungen bestehen aus Kohlenstoff
in Form von gasförmigem Kohlenmonoxid, sowie aus Silicium, Mangan, Phosphor
und einem gewissen Grad an Eisen in Form von flüssigen Oxiden, welche sich
mit Kalk und/oder Dolomit zu der Stahlschlacke verbinden. Am Ende des Veredelungsvorgangs
wird der flüssige Stahl in eine Gießpfanne gegossen, während die
Stahlschlacke in dem Gefäß zurückbehalten und anschließend in
eine separate Schlackenpfanne abgezapft wird. Auf diese Weise kann bewirkt werden,
dass erfindungsgemäße Stahlzusammensetzungen den gewünschten Elementgehalt,
einschließlich des gewünschten Stickstoffgehalts haben.
Die Beschreibung der Erfindung hat lediglich Beispielcharakter und
Variationen davon, die nicht von dem Hauptinhalt der Erfindung abweichen, sollen
somit in den Umfang der Erfindung fallen. Solche Variationen sollen nicht als Abweichung
vom Geist und Umfang der Erfindung betrachtet werden.
Anspruch[de]
Wasserstoff-Speichergefäß mit einer Oberfläche, die eine
Austenit-Edelstahlzusammensetzung umfasst, welche Folgendes umfasst:
Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr 17 Gew.-%;
Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 13 Gew.-%; und
Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,16 Gew.-%, wobei die Stahlzusammensetzung
im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo) ist
und wobei die Oberfläche mit Wasserstoff in Berührung steht und bis zu
einer Temperatur von ungefähr –100°C versprödungsbeständig
ist.Gefäß nach Anspruch 1, wobei die Zusammensetzung Stickstoff
(N) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr 0,18 Gew.-% umfasst.Gefäß nach Anspruch 2, wobei die Zusammensetzung Nickel (Ni)
in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 10,5 Gew.-% umfasst.Gefäß nach Anspruch 1, wobei die Zusammensetzung Stickstoff
(N) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr 0,22 Gew.-% umfasst.Gefäß nach Anspruch 4, wobei die Zusammensetzung bis zu einer
Temperatur von ungefähr –250°C versprödungsbeständig
ist.Gefäß nach Anspruch 1, wobei die Zusammensetzung bei Temperaturen
in dem Bereich von ungefähr –100°C bis ungefähr 100°C
beständig gegenüber Wasserstoffversprödung ist.Gefäß nach Anspruch 1, wobei das Gefäß mit einem
druckbeaufschlagten, wasserstoffhaltigen Gas beschickt wird und die Oberfläche
mit dem druckbeaufschlagten, wasserstoffhaltigen Gas in Berührung steht.Gefäß nach Anspruch 1, wobei es sich bei dem Gefäß
um einen Hochdruck-Speichertank handelt.Gefäß nach Anspruch 1, wobei die Oberfläche eine Auskleidung
bildet, welche den Wasserstoff enthält.Fahrzeug-Antriebsaggregat umfassend das Gefäß nach Anspruch
1, wobei das Wasserstoff-Speichergefäß Wasserstoff speichert, der dem
Fahrzeug-Antriebsaggregat als Kraftstoff bereitgestellt wird.Austenitstahlzusammensetzung, welche beständig gegenüber Wasserstoffversprödung
ist und Folgendes umfasst:
Kohlenstoff (C) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 0,07 Gew.-%;
Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 10,5 Gew.-%;
Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr 17 Gew.-%;
Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,18 Gew.-%; und
wobei die Zusammensetzung im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo) ist.Zusammensetzung nach Anspruch 11, wobei die Zusammensetzung weiterhin
umfasst:
Silicium (Si) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 1,0 Gew.-%;
Mangan (Mn) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 2,0 Gew.-%;
Phosphor (P) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 0,045 Gew.-%;
Schwefel (S) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 0,03 Gew.-%;
und
für den Rest Eisen (Fe) und begleitende Verunreinigungen.Zusammensetzung nach Anspruch 11, wobei die Zusammensetzung Stickstoff
(N) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr 0,22 Gew.-% umfasst.Verfahren zum Speichern von Wasserstoff, umfassend:
a. Bereitstellen eines Speichergefäßes, das bis zu einer Temperatur von
zumindest ungefähr –100°C versprödungsbeständig ist,
wobei das Gefäß eine Oberfläche aufweist, die eine Austenit-Edelstahlzusammensetzung
umfasst, welche Chrom (Cr) in einem Anteil von größer oder gleich ungefähr
17 Gew.-%; Nickel (Ni) in einem Anteil von kleiner oder gleich ungefähr 13
Gew.-%, und Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als 0,16 Gew.-%
umfasst; wobei die Zusammensetzung im Wesentlichen frei von Molybdän (Mo) ist; b. Übertragen eines wasserstoffhaltigen Stroms zu dem Gefäß,
wobei der Strom mit der Oberfläche in Berührung steht; und
c. Speichern des wasserstoffhaltigen Stroms in dem Gefäß, wobei die Oberfläche
keine Versprödung erfährt.Verfahren nach Anspruch 14, wobei die Austenit-Edelstahlzusammensetzung
Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als ungefähr 0,18% umfasst.Verfahren nach Anspruch 14, wobei die Austenit-Edelstahlzusammensetzung
Stickstoff (N) in einem Anteil von größer als ungefähr 0,22 Gew.-%
umfasst.Verfahren nach Anspruch 14, wobei das Gefäß bis zu einer Temperatur
von zumindest ungefähr –250°C versprödungsbeständig ist.