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Dokumentenidentifikation DE102007023416A1 13.12.2007
Titel Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Angert, Roland, Dr., 64319 Pfungstadt, DE;
Friedrichs, Jens, 69151 Neckargemünd, DE;
Görbing, Christian, 69121 Heidelberg, DE;
Hauptmann, Gerald Erik, Dr., 69245 Bammental, DE;
Helmstädter, Karl-Heinz, 69115 Heidelberg, DE;
Krüger, Michael, 68535 Edingen-Neckarhausen, DE;
Lorenz, Olaf, 67065 Ludwigshafen, DE;
Möhringer, Markus, 69469 Weinheim, DE;
Schaum, Frank, 69151 Neckargemünd, DE;
Schmidt, Thomas, 69214 Eppelheim, DE;
Schröder, Raimund, 68766 Hockenheim, DE;
Seipel, Martin, 69198 Schriesheim, DE;
Weindel, Volker, 69493 Hirschberg, DE
DE-Anmeldedatum 18.05.2007
DE-Aktenzeichen 102007023416
Offenlegungstag 13.12.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.12.2007
IPC-Hauptklasse F16D 28/00(2006.01)A, F, I, 20070518, B, H, DE
Zusammenfassung Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften, mit einem Betätigungsglied zum Herstellen und Lösen einer drehfesten Verbindung zwischen an den Kupplungshälften ausgebildeten Kupplungsflächen, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsglied mindestens einen Körper (6, 10, 28, 33, 45-49) enthält, dessen geometrische Abmessungen durch Einwirken eines elektrischen oder magnetischen Feldes veränderbar sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Schaltkupplungen sind mit einem Betätigungsglied ausgestattet, mit dem Kupplungshälften für eine Drehmomentenübertragung in Eingriff gebracht werden oder für eine Unterbrechung der Drehmomentenübertragung von einander abgestellt werden können. Als Betätigungsglieder dienen mechanische und/oder nichtmechanische Bauteile. Bei nichtmechanisch ein- und ausrückbaren Kupplungen werden druckmittelbetätigte, elektrische oder magnetische Stellglieder verwendet, die an mindestens eine Kupplungshälfte angreifen. Schaltkupplungen werden einem speziellen Anwendungsfall entsprechend dimensioniert. Wesentliche Parameter beim Auslegen einer Schaltkupplung sind das zu übertragende Drehmoment, der zur Verfügung stehende Bauraum und das Einhalten der Phasenlage der zu kuppelnden Elemente.

Es sind Bogendruckmaschinen bekannt, die in der Betriebsart wahlweise zum Drucken auf nur einer Seite oder zum Drucken auf beiden Seiten der Bogen eingestellt werden können. Zum Einstellen des Druckens auf beiden Seiten wird im Förderweg der Bogen eine Wendevorrichtung in Betrieb gesetzt. Die Drehphasenlagen der Zylinder und Trommeln unterscheiden sich beim Drucken auf nur einer Seite und im Perfektorbetrieb. Aus der DE 42 23 189 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, die es ermöglicht, den Hauptantriebsräderzug aufzutrennen und die Drehphase der Zylinder und Trommeln vor einer Wendevorrichtung zur Drehphasenlage der Zylinder und Trommeln nach der Wendevorrichtung auf die gewünschte Betriebsart einzustellen. Die Vorrichtung umfasst eine Kupplung, die ein Zahnrad vom Wellenzapfen einer Wendetrommel ausschalten kann. Die Kupplung ist als Reibkupplung ausgeführt, wobei beim Drucken Reibflächen des ausschaltbaren Zahnrades und eines drehfest mit dem Wellenzapfen verbundenen Zahnrades mittels eines Federpaketes aneinander gepresst werden. Das ausschaltbare Zahnrad und das drehfest mit dem Wellenzapfen verbundene Zahnrad stehen dauernd mit den Zahnrädern einer benachbarten Speichertrommel und eines Druckzylinders in Eingriff.

Die im Hauptantriebsräderzug übertragbaren Drehmomente sind durch die Konstruktion der Zahnräder, die Verbindung zu den Wellenzapfen und durch Kupplungen begrenzt. Insbesondere bei Maschinen mit einer Vielzahl von Druckwerken und großen zu druckenden Bogenformaten treten statische und dynamische Drehmomente auf, die zu einem Ausfall der Kupplung führen können. Bei Ausfall der Kupplung verändert sich die Drehphasenlage der Druckwerke, so dass Druckfehler entstehen oder im Extremfall Greifer mit Trommelkörpern kollidieren.

Es ist möglich, eine Kupplung einer Wendevorrichtung einer Bogendruckmaschine auf ein maximal zu übertragendes Drehmoment auszulegen. Gemäß der DE 102 02 386 A1 wurde eine Lamellenkupplung sowohl mit Reibgliedern als auch mit formschlüssigen Gliedern ausgestattet. Derartig dimensionierte Kupplungen benötigen einen großen Bauraum, der nicht in jedem Fall zur Verfügung steht.

In den DE 41 32 250 C2 und DE 198 43 066 A1 sind Einrichtungen zum Umstellen auf Schön- oder Schön- und Widerdruck an einer Bogendruckmaschine beschrieben, bei denen mit einer Kupplung ein Hauptantriebsräderzug an einer Wendetrommel aufgetrennt und mit einem zusätzlichen Getriebe und einem Hilfsantrieb eine Phaseneinstellung vorgenommen wird. Als zusätzliches Getriebe dienen ein Umlaufrädergetriebe, ein Kegelradgetriebe oder ein Differentialgetriebe. Die Konstruktion mit einem zusätzlichen Getriebe ist material- und kostenaufwendig und benötigt einen großen Bauraum.

Bei einem Antrieb für eine Bogendruckmaschine nach der DE 35 34 486 C2 sind im Zahnräderzug zwei nebeneinander angeordnete Zahnräder vorgesehen, die in einem Pressverband miteinander verbunden sind. Der Pressverband kann durch unter Druck gesetztes Öl aufgehoben werden. Um den Druck aufzubringen, bedarf es aufwendiger konstruktiver Maßnahmen, wie Abdichtungen und Leitungen für Leckageöl.

Aus der DE 41 20 243 C2 ist eine Magnetpulverkupplung bekannt, bei der zwischen Kupplungshälften Magnetpulverteilchen angeordnet sind. Wird zwischen den Kupplungshälften ein Magnetfeld aufgebaut, dann werden die Kupplungshälften durch magnetische Magnetpulverteilchen für eine Drehmomentenübertragung mechanisch gekoppelt. Es müssen Dichtungen vorgesehen werden, die verhindern, dass sich Magnetpulverteilchen ungewollt an Lagern und sonstigen verschmutzungsempfindlichen Elementen ablegen.

Eine Kupplung für Antriebselemente einer Druckmaschine nach der DE 102 07 052 A1 enthält Kupplungshälften, deren Drehstellung zueinander mit hydraulischen Stellelementen einstellbar ist. Für eine Drehmomentenübertragung kann die Hydraulikflüssigkeit durch Anlegen einer elektrischen Spannung oder eines magnetischen Feldes verfestigt werden. Die Einrichtungen zum Verfestigen der rheologischen Flüssigkeit sind aufwendig, wenn ein großer Stellbereich realisiert werden soll.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften zu entwickeln, deren Zuverlässigkeit beim Übertragen hoher Drehmomente erhöht ist.

Die Aufgabe wird mit einer Kupplung gelöst, welche die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Gemäß der Erfindung enthält eine Kupplung ein Betätigungsglied mit einem Körper, dessen geometrische Abmessungen durch Einwirken eines elektromagnetischen Feldes veränderbar sind. Der Körper kann aus einem piezoelektrischen oder magnetostriktivem Material bestehen. Wenn die Kupplung als Reibkupplung mit Reibflächen an den Kupplungshälften ausgebildet ist, dann werden bei einer Änderung der Abmessungen des Körpers die Reibflächen zusammengepresst oder auseinander gebracht. Die Reibflächen können einen axialen oder einen radialen Pressverband bilden. Bei Verwendung eines piezoelektrischen Körpers können an einer Kupplungshälfte Schleifkontakte ausgebildet sein. Über die Schleifkontakte kann zum Betätigen der Kupplung der Körper mit einer ortsfesten Spannungsquelle verbunden werden.

Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert werden, es zeigen:

1, 2: zwei Zahnräder einer Druckmaschine mit einem radialen Pressverband mit einem Aktor an einem Zahnrad,

3, 4: zwei Zahnräder einer Druckmaschine in einem radialen Pressverband mit einem Aktor an einer Nabe eines Zahnrades,

5, 6: zwei Zahnräder einer Druckmaschine in einem axialen Pressverband und axial wirkenden Aktoren,

7, 8: zwei Zahnräder einer Druckmaschine in einem radialen Pressverband und Piezoaktoren an einem Zahnkranz,

9: eine Lagerung eines piezoelektrischen Aktors einer Kupplung, und

10: eine Schleifkontaktanordnung für einen piezoelektrischen Aktor einer Kupplung.

Die nachstehend beschriebenen Kupplungen sind im Zahnräderzug einer Bogendruckmaschine anwendbar, wobei zwei Zahnräder an einem Wellenzapfen einer Bogentransfertrommel angeordnet sind. Beim Lösen der Kupplung können die Drehphasen der Zahnräder zueinander verstellt werden, was z. B. beim Umstellen vom Drucken auf einer Seite auf beidseitiges Drucken erforderlich ist.

1 zeigt ein erstes Zahnrad 1, welches drehfest auf einem Wellenzapfen 2 einer Bogentransfertrommel angeordnet ist. Auf dem Wellenzapfen 2 ist ein weiteres Zahnrad 3 mit einer Nabe 4 in einem radialen Presssitz angeordnet. Am Umfang der Nabe 4 ist eine axial verlaufende Nut 5 eingearbeitet. In tangentialer Richtung sind in der Nut 5 ein Piezoaktor 6 und Druckstücke 7, 8 angeordnet. Der Piezoaktor 6 steht mit einer Spannungsquelle in Verbindung.

Zum Lösen der Kopplung zwischen dem Zahnrad 3 und dem Wellenzapfen 2 wird der Piezoaktor 6 mit Spannung beaufschlagt, so dass sich der Piezoaktor 6 in Längsrichtung ausdehnt. Über die Druckstücke 7, 8 entsteht an den Seitenwänden der Nut 5 eine Kraftwirkung F1. Dadurch wird die Nabe 4 in der Umgebung der Nut 5 im elastischen Bereich gedehnt und der Presssitz zwischen dem Zahnrad 3 und dem Wellenzapfen 2 aufgehoben. Die Zahnräder 1, 3 können relativ zueinander um die Drehachse 9 verdreht werden. Besitzen die Zahnräder 1, 3 eine gewünschte Drehstellung zueinander, wird die Spannung am Piezoaktor 6 abgeschaltet, so dass die Dehnung im Bereich der Nut 5 zurückgestellt wird und der Presssitz wieder hergestellt ist.

Die 3 und 4 zeigen eine Kupplung mit einem Piezoaktor 10 an einem Wellenzapfen 11 einer Wendetrommel einer Bogendruckmaschine. Wie zu den 1 und 2 beschrieben, sind auf dem Wellenzapfen 11 ein erstes Zahnrad 12 drehfest und ein zweites Zahnrad 13 drehbar angeordnet. Das Zahnrad 13 besitzt eine Nabe 14. Der Piezoaktor 10 sitzt mit Druckstücken 15, 16 tangential in einer Nut 17 am Umfang des Wellenzapfens 11.

Ist der Piezoaktor 10 nicht mit einer Spannungsquelle verbunden, dann sind die Piezoelemente des Piezoaktors 10 nicht expandiert, so dass keine Kraftwirkung von den Druckstücken 15, 16 auf die Seitenwände der Nut 17 ausgeübt wird und zwischen der Nabe 14 und dem Wellenzapfen 11 eine Spielpassung besteht. Soll das Zahnrad 13 drehfest mit dem Wellenzapfen 11 gekuppelt werden, wird an den Piezoaktor 10 eine Spannung angelegt, so dass die Piezoelemente expandieren. Über die Druckstücke 15, 16 entsteht eine Kraftwirkung F2 auf die Seitenwände der Nut 17, wodurch der Wellenzapfen 11 sich umfänglich vergrößert. Der Wellenzapfen 11 wird gegen die Nabe 14 gepresst, so dass eine Drehmomentenübertragung vom Zahnrad 12 über den Wellenzapfen 11 auf das Zahnrad 13 möglich ist.

Bei einer Variante nach 5 ist ein erstes Zahnrad 18 drehfest mit einem Wellenzapfen 19 einer Wendetrommel verbunden. Das Zahnrad 18 besitzt eine Nabe 20, auf der drehbar ein Zahnkranz 21 angeordnet ist. Die einander zugewandten Seitenflächen 22, 23 des Zahnrades 18 und des Zahnkranzes 21 sind als Reibungskupplungsflächen ausgebildet, die senkrecht zur Drehachse 24 stehen. An die Seitenfläche 25 der Nabe 20 ist eine Scheibe 26geschraubt. Die Scheibe 26 besitzt eine Aussparung 27, in der in Richtung parallel zur Drehachse 24 ein oder mehrere Piezoaktoren 28 mit Druckstücken 29, 30 angeordnet sind.

Wird der Piezoaktor 28 mit Spannung beaufschlagt, dehnen sich die Piezoelemente in Richtung der Drehachse 24 aus, wobei sich das Druckstück 29 an einer senkrecht zur Drehachse 24 stehenden Wand 31 der Aussparung 27 und das Druckstück 30 an der Seitenfläche 25 abstützt. Es entsteht eine Kraftwirkung F3, so dass der Zahnkranz 21 und das Zahnrad 18 an den Seitenflächen 22, 23 zusammengepresst werden. In diesem Zustand ist eine Drehmomentenübertragung vom Zahnrad 18 über die Nabe 20 auf den Zahnkranz 21 möglich. Wird die Spannung weggenommen, sind das Zahnrad 18 und der Zahnkranz 21 frei gegeneinander um die Drehachse 24 verdrehbar.

6 zeigt eine weitere Variante mit einem in Richtung einer Drehachse 32 wirkenden Piezoaktor 33. Ähnlich 5 ist ein Zahnrad 34 drehfest mit einem Wellenzapfen 35 einer Wendetrommel verbunden. Auf einer Nabe 26 des Zahnrades 34 ist drehbar ein Zahnkranz 37 angeordnet. An die Seitenfläche 38 der Nabe 36 ist eine Scheibe 39 geschraubt, so dass die einander zugewandten Seitenflächen 40, 41 des Zahnrades 34 und des Zahnkranzes 37 aneinander gepresst werden. In diesem Zustand ist eine Drehmomentenübertragung vom Zahnrad 34 über die Nabe 36 auf den Zahnkranz 37 möglich. Der Piezoaktor 33 ist in einer Aussparung der Nabe 36 angeordnet. Der Piezoaktor 33 ist in Richtung der Drehachse 32 mit Druckstücken 42, 43 gekoppelt, die an der dem Zahnkranz 37 zugewandten Seitenfläche 44 der Scheibe 39 und an einer Seitenfläche der Aussparung anliegen.

Zum Lösen der Reibverbindung zwischen den Seitenflächen 40, 41 wird der Piezoaktor 33 mit Spannung beaufschlagt, so dass sich die Piezoelemente des Piezoaktors 33 in Richtung der Drehachse 32 ausdehnen. Auf die Scheibe 39 entsteht eine Kraftwirkung F4, wobei die Befestigungsschrauben der Scheibe 39 gedehnt werden und sich der axiale Abstand zwischen der Scheibe 39 und dem Zahnrad 34 vergrößert. In diesem Zustand ist der Zahnkranz 37 frei auf der Nabe 36 um die Drehachse 32 verdrehbar. Wird die Spannung am Piezoaktor 33 abgeschaltet, schließt sich die Kupplung erneut.

Die Kupplungen nach den 1 bis 6 sind jeweils mit einem Piezoaktor 6, 10, 28, 33 beschrieben. Die Erfindung ist nicht auf den Einsatz genau eines Piezoaktors 6, 10, 28, 33 beschränkt. Bei allen Ausführungsbeispielen können Piezoaktoren und/oder in der Wirkung äquivalente magnetostriktive Aktoren mehrfach vorgesehen werden. Bevorzugt sind die Aktoren in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilt angeordnet.

Die 7 bis 10 zeigen eine den 1 bis 2 entsprechende Ausführungsform einer Kupplung mit acht in tangentialer Richtung wirkenden Aktoren 45 bis 49. Ein Zahnrad 50 mit einer Nabe 51 ist drehfest an einem Wellenzapfen einer Wendetrommel einer Bogendruckmaschine angeordnet. Auf der Nabe 51 ist ein Zahnkranz 53 angeordnet, der mit einem Sicherungsring 54, einer Tellerfeder 55 und einer Anlaufscheibe 56 axial gesichert ist. Der Zahnkranz 53 besitzt eine Nabe 57, wobei der Zahnkranz 53 im Bereich der Nabe 57 in einem Presssitz 58 auf der Nabe 51 des Zahnrads 50 angeordnet ist. In Richtung der Drehachse 59 folgt dem Presssitz 58 eine Ausdrehung 60 der Nabe 57 und eine Spielpassung 61 zwischen dem Zahnkranz 53 und der Nabe 51. Das Spiel der Spielpassung 61 beträgt vorzugsweise 4 bis 40 um. Die Aktoren 45 bis 49 sind als Piezoaktoren oder magnetostriktive Aktoren ausgebildet. 8 zeigt eine Schnittdarstellung durch einen Piezoaktor 46. In 7 ist neben dem Piezoaktor 46 ein magnetostriktiver Aktor 48 mit einer Erregerspule 62 dargestellt. Die Aktoren 45 bis 49 sitzen gleichmäßig verteilt in Aussparungen am Umfang der Nabe 57. In axialer Richtung sind die Aktoren 45 bis 49 mit Schutzblechen 63 gegen Herausfallen gesichert. In radialer Richtung ist um die Nabe 57 eine elastische Schutzhülle 64 gelegt, welche die Aktoren 45 bis 49 in den Aussparungen hält. Zur Stromversorgung der Aktoren 45 bis 49 sind an der Stirnseite der Nabe 57 Schleifringe 65, 66 in einen Isolator 67 eingebettet. Jeweils über Leitungen 68 bis 71 stehen die Schleifringe 65, 66 mit den Aktoren 45 bis 49 in Verbindung.

9 zeigt näher die Anordnung des Piezoaktors 46 in einer Aussparung 72 der Nabe 57. Der Piezoaktor 46 besitzt seitliche Anschlüsse 73, 74, die isoliert angeordnet sind und von denen die Leitungen 68, 69 zu den Schleifringen 66, 65 führen. An den Seitenwänden 75, 76 der Aussparung 72 sind Kalotten 77, 78 angeordnet, in denen kugelförmige Druckstücke 79, 80 sitzen, die am Piezoaktor 46 befestigt sind.

In 10 ist eine Einrichtung zum Heranführen von Kontakten 81, 82 an die Schleifringe 65, 66 gezeigt. Die Kontakte 81, 82 sind am Ende eines Kolbens 83 angeordnet, der mit einem ortsfesten, pneumatischen Zylinder 84 zusammenwirkt. Die Kontakte 81, 82 stehen über flexible Leitungen 85, 86 mit einer Stromversorgung 87 in Verbindung. Eine Feder 88 dient zum Zurückstellen des Kolbens 83 in eine Ruheposition. Am Zylinder 84 befindet sich ein Anschluss 89 für Druckluft.

Wird der Zylinder 84 über den Anschluss 89 mit Druckluft beaufschlagt, dann bewegt sich der Kolben 83 mit den Kontakten 81, 82 in Richtung der Schleifringe 65, 66. Berühren die Kontakte 81, 82 die Schleifringe 65, 66, dann wird an den Piezoaktoren 46 Spannung angelegt bzw. die Erregerspulen 62 der magnetostriktiven Aktoren 48 von Strom durchflossen. Die Aktoren 45 bis 49 dehnen sich aus und üben jeweils eine Kraftwirkung F5 gegen die Seitewände 75, 76 der Aussparungen 72 aus. Durch die mit den kugelförmigen Druckstücken 79, 80 und den Kugelkalotten 77, 78 gebildeten Gelenke wird eine zweidimensionale Bewegung der Aktoren 45 bis 49 ermöglicht und eine Knickbelastung vermieden. Die Nabe 57 wird am Umfang aufgeweitet, wodurch der Presssitz 58 zur Nabe 51 des Zahnrades 50 aufgehoben wird. In diesem Zustand sind das Zahnrad 50 und der Zahnkranz 53 frei zueinander um die Drehachse 59 drehbar.

Wird die Druckluft am Anschluss 89 weggenommen, dann wird der Kolben 83 durch die Feder 88 von den Schleifringen 65, 66 wegbewegt. Die Aktoren 45 bis 49 werden spannungs- bzw. stromlos geschaltet, wobei die Kraftwirkung F5 auf die Seitenwände 75, 76 verschwindet und der Presssitz 58 für eine Drehmomentenübertragung zwischen dem Zahnrad 50 und dem Zahnkranz 53 wieder hergestellt wird.

1
Zahnrad
2
Wellenzapfen
3
Zahnrad
4
Nabe
5
Nut
6
Piezoaktor
7, 8
Druckstück
9
Drehachse
10
Piezoaktor
11
Wellenzapfen
12, 13
Zahnrad
14
Nabe
15, 15
Druckstück
17
Nutz
18
Zahnrad
19
Wellenzapfen
20
Nabe
21
Zahnkranz
22, 23
Seitenfläche
24
Drehachse
25
Seitenfläche
26
Scheibe
27
Aussparung
28
Piezoaktor
29, 30
Druckstück
31
Wand
32
Drehachse
33
Piezoaktor
34
Zahnrad
35
Wellenzapfen
36
Nabe
37
Zahnkranz
38
Seitenfläche
39
Scheibe
40, 41
Seitenfläche
42, 43
Druckstück
44
Seitenfläche
45-49
Aktor
50
Zahnrad
51
Nabe
52
Wellenzapfen
53
Zahnkranz
54
Sicherungsring
55
Tellerfeder
56
Scheibe
57
Nabe
58
Presssitz
59
Drehachse
60
Ausdrehung
61
Spielpassung
62
Erregerspule
63
Schutzblech
64
Schutzhülle
65, 66
Schleifring
67
Isolator
68-71
Leitung
72
Aussparung
73, 74
Anschluss
75, 76
Seitenwand
77, 78
Kalotte
79, 80
Druckstück
81, 82
Kontakt
82
Kolben
84
Zylinder
85, 86
Leitung
87
Stromversorgung
88
Feder
89
Anschluss


Anspruch[de]
Kupplung zum lösbaren Verbinden zweier drehbar gelagerter Kupplungshälften, mit einem Betätigungsglied zum Herstellen und Lösen einer drehfesten Verbindung zwischen an den Kupplungshälften ausgebildeten Kupplungsflächen, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsglied mindestens einen Körper (6, 10, 28, 33, 4549) enthält, dessen geometrische Abmessungen durch Einwirken eines elektrischen oder magnetischen Feldes veränderbar sind. Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (6, 10, 28, 33, 4549) aus einem piezoelektrischen Material besteht. Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper (6, 10, 28, 33, 4549) aus einem magnetostriktiven Material besteht. Kupplung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Kupplungshälften (1, 3, 12, 13, 57) koaxial zur Drehachse (9) der Kupplungshälften (1, 3,12, 13, 57) liegende Kupplungsflächen aufweisen,

dass der Körper (6, 10, 46) tangential zu den Kupplungsflächen angeordnet ist und sich beim Einwirken des Feldes ausdehnt,

und dass die Enden (7, 8, 15, 16, 79, 80) des Körpers (6, 10, 46) gegen radiale Stützflächen (75, 76) an einer Kupplungshälfte (1, 12, 14, 57) anliegen.
Kupplung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden (7780) gelenkig gegen die Stützflächen (75, 76) anliegen. Kupplung nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Kupplungshälften (18, 21, 34, 37) radial und quer zur Drehachse (24, 32) der Kupplungshälften (18, 21, 34, 37) liegende Kupplungsflächen (22, 23, 40, 41) aufweisen,

dass sich der Körper (28, 33) beim Einwirken des Feldes in axialer Richtung ausdehnt,

und dass die Enden (29, 30, 42, 43) des Körpers (28, 33) gegen eine radial liegende Stützfläche (25, 31, 40, 44) an einer Kupplungshälfte (18, 21, 34, 37) anliegen.
Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Kupplungshälfte (53, 57) elektrische Schleifkontakte (65, 66) ausgebildet sind, von denen Leitungen (6871) zum Betätigungsglied (46, 48) führen. Kupplung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zum Betätigen der Kupplung die Schleifkontakte (65, 66) mit einer Spannungsquelle (87) verbunden sind.






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