Die Erfindung betrifft ein Schieberventil der im Oberbegriff des Anspruchs
1 angegebenen Art.
In der Praxis bekannte Schieberventile, beispielsweise auch sogenannte
Proportional-Schieberventile, werden hydraulisch oder fallweise manuell aus einer
Grund- oder Neutralstellung verstellt, um Hydraulikströme zu steuern und/oder
je nach Auslenkungsgrad eine bestimmte Strommenge pro Zeiteinheit durchzulassen.
In den meisten Schieberventilen wird die Grund- oder Neutralstellung durch die Federanordnung
eingestellt, die dann noch eine Grundvorspannung hat, die jedoch geringer ist, als
die Vorspannung in jeder ausgelenkten Hubwegstellung des Schieberkolbens. Die Gegenkraft
aus der Grund- oder Neutralstellung nimmt in jeder Verstellrichtung zu, da die Federanordnung
zunehmend zusammengedrückt wird. Der Schieberkolben bleibt solange in einer
ausgelenkten Hubwegstellung, wie eine entsprechende Verstellkraft wirkt. Da der
eigentliche Verstellwiderstand des Schieberkolbens von vielen Faktoren abhängt,
die sich im Betrieb ändern, ist es zwischen mechanisch begrenzten Endpositionen
kaum möglich eine ausgelenkte Zwischen-Hubwegstellung mit hydraulisch erzeugter
Verstellkraft exakt einzustellen, und zu halten.
In elektrohydraulischen Spannvorrichtungen von Werkzeugmaschinen sind
hydraulisch verstellbare Richtungssteuer-Schieberventile bekannt, deren Schieberkolben
in beiden Richtungs-Endstellungen durch eine mechanische Verrastung festlegbar ist,
um sicherzustellen, dass bei einem Stromausfall und Verlust der hydraulischen Stellkraft
der Schieberkolben in der eingestellten Endstellung verharrt. Diese Schieberventile
enthalten keine den Schieberkolben beaufschlagende Federanordnung.
Ferner sind in der Praxis Proportionalschieberventile oder Federanordnung
beispielsweise für Erdbohrgeräte bekannt, deren Schieberkolben in jeder
Hubwegstellung stehen bleibt, um eine bestimmte Bohrgeschwindigkeit (Strommenge)
einzuhalten.
Bei einem aus US 30 88 489
bekannten, hydraulisch betätigten Schieberventil weist ein mit dem Schieber
verfahrbarer Hülsenkörper innenliegende Rastnuten auf, die mit mehreren
um den Umfang verteilten Rastkugeln zusammenarbeiten. Die Rastkugeln sind in einem
im Gehäuse festgelegten Kolben platziert und werden durch eine Feder und einen
Konus des Kolbens in die Eingriffsstellung gedrückt. Zum Lösen der Verrastung
wird der Kolben mit dem Konus hydraulisch. gegen Federkraft verstellt.
Bei einem aus US 4 936 346
(2 und 3) bekannten, mechanisch verstellbaren
Schieberventil ist im Inneren des Schiebers ein Kolben hydraulisch gegen Federkraft
verstellbar, der über einen konischen Verstellabschnitt mehrere in Umfangsrichtung
verteilte Rastkugeln nach außen und in Eingriff mit jeweils einer nach innen
offenen Rastnut beaufschlagt. Zum Lösen einer verrasteten Hubwegstellung wird
der Stelldruck für den Kolben abgebaut, so dass der Kolben durch die Federkraft
in eine Lösestellung gedrängt wird, in der die Rastkugeln nach innen in
den Schieber zurückgedrückt werden.
Weiterer Stand der Technik ist enthalten in US
4 309 022, US 3 128 677,
US 3 891 182 und US
3 790 129.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Schieberventil mit einer
den Schieberkolben beaufschlagenden Federanordnung zu schaffen, das zumindest hydraulisch
einfach zu verstellen ist und eine kompakte, funktionssichere Verrastung aufweist.
Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die Kombination der mechanischen Rastvorrichtung, die wenigstens eine
zweite vorbestimmte, verrastete Hubwegstellung des Schieberkolbens definiert, mit
der Federanordnung, die eine erste vorbestimmte Hubwegstellung definiert, resultiert
in einer einfachen, zumindest hydraulischen Verstellung des Schieberventils. Da
die Verstellkraft den Schieberkolben aus der ersten Hubwegstellung gegen die sich
verformende Federanordnung bewegt, und die Haltekraft der Rastvorrichtung in der
zweiten Hubwegstellung größer eingestellt ist als die Wirkkraft der Federanordnung
ist, liegen bei der Verstellung relativ genau vorherbestimmte Kraftverhältnisse
vor, gegenüber denen den Bewegungswiderstand des Schieberkolbens grundsätzlich
variierende Einflüsse in den Hintergrund treten. D.h., der hydraulische Verstelldruck
und/oder die Einwirkzeit des hydraulischen Verstelldrucks ist bzw. sind genau bekannt,
um den Schieberkolben zuverlässig in die zweite verrastete Hubwegstellung zu
bringen, die dieser einhält, sobald keine Verstellkraft mehr wirkt. Es kann
der hydraulische Verstelldruck relativ grob auf einen so hohen Wert eingestellt
werden, dass die zweite vorbestimmte Hubwegstellung zuverlässig erreicht wird,
ohne Gefahr, den Schieberkolben über die zweite vorbestimmte Hubwegstellung
hinaus zu verfahren. Denn bei Erreichen der zweiten vorbestimmte Hubwegstellung
wirken die gestiegene Kraft der Federanordnung und die Kraft der Rastvorrichtung,
wobei jedoch die Kraft der Federanordnung nach Überfahren der zweiten vorbestimmten
Hubwegstellung noch aufstiege. Durch das Zusammenspiel zwischen der mechanischen
Rastvorrichtung und der Federanordnung lässt sich das Schieberventil demzufolge
sehr einfach hydraulisch verstellen. Dies gilt auch für eine mechanische oder
eine Handverstellung, die gegebenenfalls zusätzlich zur hydraulischen
Verstellvorrichtung vorgesehen ist. Um den Schieberkolben aus der wenigstens einen
zweiten vorbestimmten, verrasteten Hubwegstellung wieder zurück in die erste
Hubwegstellung zu bringen, ist es nun nur erforderlich, einen hydraulischen oder
mechanischen Verstellkraftimpuls aufzubringen, der unter der Rückstellkraft
der Federanordnung ausreicht, die Haltekraft der Rastvorrichtung zu überwinden.
Sobald die Haltekraft der Rastvorrichtung überwunden ist, bringt die Federanordnung
den Schieberkolben selbsttätig in die erste Hubwegstellung zurück. Trotz
steuerungstechnisch einfacher hydraulischer Verstellung des Schieberventils ist
hohe Sicherheit gegeben, dass der Schieberkolben die jeweils gewünschte Hubwegstellung
genau erreicht. Deshalb kann das Schieberventil sogar ohne zusätzliche Überwachungseinrichtungen
für Einsatzfälle benutzt werden, in denen bisher zusätzliche Überwachungsvorrichtungen
notwendig waren, um das Erreichen der gewünschten Hubwegstellung zu bestätigen.
Zusammengefasst werden die sich aus der Kombination der Federanordnung und der Rastvorrichtung
ergebenden, relativ genau bekannten Kraftverhältnisse genutzt, um ohne Beeinträchtigung
durch die unvermeidlichen, den Bewegungswiderstand des Schieberkolbens im Betrieb
variierenden Einflüsse eine präzise Verstellung des Schieberventils steuern
zu können, und den Schieberkolben in der jeweils gewünschten Hubwegstellung
selbsthaltend zu positionieren. Zweckmäßig definiert die Rastvorrichtung
eine zweite und mindestens eine dritte vorbestimmte verrastete Hubwegstellung des
Schieberkolbens. Diese Hubwegstellungen sind nicht notwendigerweise die Endstellungen
des Hubwegs des Schieberkolbens. Die zweiten und dritten Hubwegstellungen könnten
durchaus an derselben Seite der ersten Hubwegstellung gewählt werden. Die Rastvorrichtung
weist wenigstens ein Rastglied und wenigstens eine Rastvertiefung für das Rastglied
auf, die sich bei der Bewegung des Schieberkolbens relativ zueinander bewegen, und
dabei keine nennenswerten Hemmkräfte aufbauen, bis die verrastete Hubwegstellung
erreicht ist. Die herstellungstechnisch einfache und kompakte Rastvorrichtung zeichnet
sich durch eine mit dem Schieberkolben gekoppelte Hülse aus, die die Rastvertiefung
aufweist, und von einem Hülsenkörper umgeben ist, in welchem die Rastglieder
gehaltert sind. Die Rastglieder sind zweckmäßigerweise federbelastete
Kugeln, die einen sicheren Rasteingriff erzeugen, außerhalb des Rasteingriffes
jedoch keine nennenswerten Hemmkräfte produzieren. Es dient ein erster Gehäusekappenanschlag
zum Positionieren des Hülsenkörpers und als Abstützung für ein
erstes Federwiderlager, wobei die Gehäusekappe auch einen zweiten Anschlag
für ein zweites Federwiderlager hat, das auf der Hülse angeordnet ist.
Zwischen den Federwiderlagern ist wenigstens eine vorgespannte Druckfeder vorgesehen.
Montagetechnisch einfach wird die Hülse über einen Spannteil am Schieberkolben
gehalten. Die Hülse weist einen Bewegungsabschnitt für die beiden Federwiderlager
auf, wobei die Hülse und der Spannteil den Bewegungsabschnitt in axialer Richtung
begrenzende Mitnehmeranschläge für die beiden Federwiderlager bilden.
Der hydraulische Verstelldruck der Verstellvorrichtung wird auf einen
Wert eingestellt, der größer ist als die Festsetzkraft der Rastvorrichtung
in der verrasteten Hubwegstellung. Damit ist sichergestellt, dass der Schieberkolben
gegen die zunehmende Kraft der Federanordnung in die zweite Hubwegstellung gebracht
und dort verrastet wird, da die wirksame Kraft der Federanordnung kleiner ist, als
die Festsetzkraft der Rastvorrichtung. Diese Druck-Einstellung gewährleistet,
dass die verrastete Hubwegposition des Schieberkolbens einfach auch wieder gelöst
werden kann, um den Schieberkolben in die erste Hubwegstellung zurückzubringen.
Der Verstelldruck kann jedoch auch, abhängig von der Verstellrichtung, für
jede Verstellrichtung anders eingestellt werden.
Zweckmäßig ist ein Verstelldruck-Einstellventil mit einem
Betätigungsmagneten vorgesehen. Über das Einstellventil wird der jeweils
erforderliche Verstelldruck aufgebaut, wobei der Betätigungsmagnet gegebenenfalls
auch die Zeitdauer der Einwirkung des Verstelldrucks steuert. Handelt es sich bei
dem Betätigungsmagneten um einen Proportionalmagneten, dann kann der Verstelldruck
und/oder die Verstellgeschwindigkeit mit dem Wert des Stroms für den Proportionalmagneten
besonders einfach eingestellt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind zwei ausgelenkte und
verrastete Hubwegstellungen des Schieberkolbens in etwa beiderseits einer Mittellage
des Schieberkolbens vorgesehen, die die erste Hubwegstellung ist. Da die Federanordnung
in den beiden Verstellrichtungen in etwa die gleiche Kraftzunahme erzeugt, können
für die beiden Verstellrichtungen in etwa gleiche Verstelldrücke eingesetzt
werden.
Um mit relativ geringem mechanischem Kraftaufwand eine stabile verrastete
Hubwegstellung zu erhalten, sollte jeder Rastvertiefung als Umfangsnut für
den gleichzeitigen Rasteingriff mehreren in Umfangsrichtung verteilter Rastglieder
ausgebildet sein. Alternativ könnten auch auf die Rastglieder ausgerichtete
Vertiefungen benutzt werden, in die die Rastglieder gleichzeitig eingreifen.
Bei einer konkreten Ausführungsform weist die Hülse zwei
axial beabstandete Umfangsnuten und zwischen diesen eine zylindrische Einschnürung
auf, von der, vorzugsweise, jeweils ansteigende Flanken zu den Umfangsnuten führen.
Diese Ausbildung resultiert in einem exakt vorherbestimmbaren Kraftverlauf
bis zum Einrücken und nach dem Ausrücken der Rastvorrichtung. In der zylindrischen
Einschnürung üben die Rastglieder keinen nennenswerten Einfluss mehr aus,
weil dann die Federanordnung die Positionierung vornimmt.
Montagetechnisch einfach werden die Rastglieder gemeinsam durch ein
Federelement beaufschlagt. Hierzu ist eine C-förmige, am Hülsenkörper
drehgesicherte Feder zweckmäßig. Die Rastvorrichtung lässt sich bequem
in einer Gehäusekappe baulich mit der Federanordnung kombinieren. Diese vorfertigbare
Baueinheit kann bei Bedarf an verschiedene Typen von Schieberventilen angebaut werden.
In der Gehäusekappe erfolgt z.B. die hydraulische Verstell-Beaufschlagung des
Schieberkolbens.
An einem Gehäuseende des Schieberventils kann eine zusätzliche
mechanische Verstellvorrichtung für den Schieberkolben vorgesehen sein. Die
Zusammenarbeit zwischen der Federanordnung und der Rastvorrichtung lässt sich
auch bei Benutzen der mechanischen Verstellvorrichtung einsetzen, z.B. bei einer
Handverstellung.
Der Innenquerschnitt des Hülsenkörpers entspricht in etwa
der hydraulischen Verstelldruckbeaufschlagungsfläche des Schieberkolbens. Dies
bedeutet, dass der hydraulische Verstelldruck in dem Bereich zur Wirkung kommt,
in der sich die Federanordnung und die damit kombinierte Rastvorrichtung befinden.
Dies schließt aber nicht aus, die Rastanordnung beispielsweise bei einem Ende
des Schieberkolbens, und die Federanordnung beim anderen Ende des Schieberkolbens
anzuordnen, oder an beiden Schieberkolbenenden jeweils eine Rastvorrichtung und
eine Federanordnung vorzusehen.
Anhand der Zeichnung wird eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
erläutert. Es zeigt:
1 eine Seitenansicht eines Schieberventils, teilweise
axial geschnitten.
Ein Schieberventil S enthält in einem blockförmigen Gehäuse
1 einen linear verstellbaren Schieberkolben 2, wobei zur hydraulischen
Verstellung des Schieberkolbens 2 für jede Verstellrichtung ein mit
einer Dichtung 5 abgedichteter Ventileinsatz 3 eines Ventils
4 (nur ein Ventil 4 ist gezeigt) in das Gehäuse
1 eingreift, derart, dass der Verstelldruck z. B. im Inneren einer Gehäusekappe
9 wirkt. Das Ventil 4 ist mit Befestigungsschrauben
6 am Gehäuse 1 befestigt und weist einen Betätigungsmagneten
7 auf. Zweckmäßig ist der Betätigungsmagnet 7 ein
Proportionalmagnet, der in Abhängigkeit von der Stromstärke den Verstelldruck
steuert.
Die Gehäusekappe 9 definiert einen durch eine Dichtung
14 abgedichteten Raum 8 für den Verstelldruck und nimmt bei
dieser Ausführungsform eine Kombination aus einer mechanischen Rastvorrichtung
R und einer Federanordnung F auf.
Am anderen Ende des Gehäuses 1 ist eine mechanische
Verstellvorrichtung M vorgesehen. Ein Block 10 am Gehäuse
1 koppelt einen Lenker 11 an einer Stellwelle 12 mit
dem Schieberkolben 2. Die Stellwelle 12 lässt sich mittels
eines Handhebels 3 von Hand (oder durch einen nicht gezeigten Antrieb)
verschwenken.
Die mechanische Rastvorrichtung R besteht aus einer Hülse H mit
zwei axial beabstandeten Rastvertiefungen N1, N2, und einem die Hülse H umgebenden,
gegebenenfalls führenden, Hülsenkörper K, in dem in Umfangsrichtung
verteilte Rastglieder G radial verstellbar gehaltert sind. Die Hülse H ist
durch eine Spannschraube 15 und eine Unterlegscheibe 16 zu gemeinsamen
Bewegung mit dem Schieberkolben 2 (Anschlag) verbunden. Die beiden Rastvertiefungen
N1, N2 sind bei der gezeigten Ausführungsform Umfangsnuten, annähernd
dreieckigen Querschnitts, zwischen denen eine zylindrische Einschnürung
18 vorgesehen ist. Von der zylindrischen Einschnürung 18
führen jeweils schräge oder gerundete Rampen 19 zu den Umfangsnuten.
Die Rastglieder G sind Kugeln, die in einer zur Achse der Spannschraube
15 senkrechten Ebene in Radialbohrungen des Hülsenkörpers K sitzen,
z.B. acht in regelmäßigen Umfangsabständen angeordnete Kugeln. Alle
vorgesehenen Rastglieder werden von einem gemeinsamen Federelement 20 nach
innen nachgiebig beaufschlagt, z.B. durch eine C-förmige Feder, die im Hülsenkörper
K verdrehgesichert ist.
Anstelle der die Rastvertiefungen N1, N2 bildenden Umfangsnuten könnten
auch in Umfangsrichtung verteilte, auf die Rastglieder G ausgerichtete Vertiefungen
so vorgesehen sein, dass alle Rastglieder zur gleichen Zeit zum Eingriff kommen.
Ferner könnte nur eine Rastvertiefung bzw. Umfangsnut vorgesehen sein, oder
könnten über die Länge der Hülse H mehr als zwei Rastvertiefungen
vorgesehen sein. Eine kinematische Umkehr ist ebenfalls möglich, d.h., die
Rastglieder könnten in der Hülse H angeordnet sein, während die Rastvertiefungen
N1, N2 dann im Hülsenkörper K gebildet wären.
Die Federanordnung F besteht aus ersten und zweiten Federwiderlagern
W1, W2 und wenigstens einer zwischen den Federwiderlagern W1, W2 angeordneten, vorgespannten
Druckfeder 21.
Der Hülsenkörper K ist stationär in der Gehäusekappe
9 positioniert, beispielsweise durch einen ersten Anschlag A1 (einen Sicherungsring)
und einen Unterlegring 17. Der erste Anschlag A1 fängt
auch das erste Federwiderlager W1 in Verstellrichtung in 1
nach oben ab. Am Grund der Gehäusekappe 9 ist ein zweiter Anschlag
A2 vorgesehen, an dem das zweite Federwiderlager W2 in Verstellrichtung in
1 nach unten abgefangen wird. Beide Federwiderlager
W1, W2 sind auf einem durchmesserverringerten Bewegungsabschnitt 22 der
Hülse H angeordnet, wobei die Spannschraube 15 mit der Unterlegscheibe
16 sowie eine Schulter der Hülse H Mitnehmeranschläge A3, A4
für die beiden Federwiderlager W1, W2 bilden und den Bewegungsabschnitt
22 in axialer Richtung begrenzen.
In 1 befindet sich der Schieberkolben
2 in einer vorbestimmten ersten Hubwegstellung, beispielsweise einer Mittellage
(einer Grundstellung oder Neutralstellung). Diese erste Hubwegstellung wird durch
die Federanordnung F eingestellt, weil die Druckfeder 21 die beiden Federwiderlager
W1, W2 gegen die ersten und zweiten Anschläge A1, A2 und gegen die beiden Mitnehmeranschläge
A3, A4 presst. Die Rastglieder G liegen mit geringem Anlagedruck, oder gegebenenfalls
relativ kraftlos, in der Mitte der zylindrischen Einschnürung 18 an.
In der Kammer 8 herrscht kein oder nur geringer Verstelldruck.
Um den Schieberkolben 2 aus der gezeigten ersten Hubwegstellung
in einer zweite, vorbestimmte Hubwegstellung nach oben zu verstellen, wird in der
Kammer 8 Verstelldruck aufgebaut, der auf der Querschnittsfläche des
Schieberkolbens 2 wirkt (dem Innenquerschnitt des Hülsenkörpers
K). Der Schieberkolben wird nach oben verschoben, bis die Rastglieder G in die Rastvertiefung
N2 einrasten. Dabei wird das zweite Federwiderlager W2 vom zweiten Anschlag A2 abgehoben,
während das erste Federwiderlager W1 am ersten Anschlag A1 abgefangen bleibt
und auf dem Bewegungsabschnitt 22 gleitet. Die Druckfeder 21 wird
zunehmend komprimiert. Die Verstellkraft des Schieberkolbens 2 wächst
entsprechend der Federrate der Druckfeder 21, und bei Annäherung der
Rastvertiefung N2 an die Rastglieder G auch etwas beeinflusst durch den Reibungswiderstand
der Rastglieder G an der unteren Rampe 19, bis die Rastglieder G schließlich
in der Rastvertiefung N2 einrasten. Die Haltekraft der eingerasteten Rastglieder
G ist höher als die Kraft der Federanordnung in dieser Hubwegstellung des Schieberkolbens
2. Durch Einstellen des Verstelldrucks auf einen Wert, der z.B. etwas größer
ist als die Haltekraft der Rastvorrichtung R, wird der Schieberkolben
2 zuverlässig in diese verrastete und ausgelenkte Hubwegstellung gebracht.
Dann kann der hydraulische Verstelldruck in der Kammer 8 abgebaut werden.
Der Schieberkolben 2 bleibt in der zweiten Hubwegstellung.
Um den Schieberkolben 2 wieder in die gezeigte erste Hubwegstellung
zurückzuführen, wird beim anderen Ende des Schieberkolbens 2
ein entsprechender Verstelldruck eingesteuert. Hierbei genügt ein kurzer Druckimpuls
mit einer Stärke gerade größer als die Haltekraft der Rastvorrichtung
R, um die Rastglieder G aus der Rastvertiefung N2 zu lösen. Zum Rückstellen
des Schieberkolbens 2 bis in die gezeigte Lage ist kein hydraulischer Verstelldruck
unbedingt erforderlich, weil die Federanordnung F wirksam wird, und auch die Rampe
19 mithilft.
Um den Schieberkolben 2 in die dritte vorbestimmte und ausgelenkte
sowie verrastete Hubwegstellung zu bringen (Einrasten der Rastglieder G in die Rastvertiefung
N1) wird entsprechend auf das in 1 oben liegende Ende
des Schieberkolbens hydraulischer Verstelldruck ausgeübt.
Wahlweise kann auch die mechanische Verstellvorrichtung M benutzt
werden.
Da beim Verstellen des Schieberkolbens 2, z.B. bei hydraulischer
Verstellung, durch die Federanordnung F und die Rastvorrichtung R relativ genau
vorherbestimmbare oder ermittelbare Kraftverhältnisse bzw. Kraftprofile mit
durchaus nennenswerten Kräften gegeben sind, spielen andere Einflüsse
(Temperatur, Verschleiß, Einbaulage, Erschütterungen, und dgl.) für
den Bewegungswiderstand des Schieberkolbens bei der Verstellkraft allenfalls eine
untergeordnete Rolle. Die hydraulisch aufzubringende Verstellkraft lässt sich
genau steuern, um den Schieberkolben mit gewünschter Geschwindigkeit und genau
in die gewünschte Hubwegstellung zu bringen. Die hydraulische Verstellkraft
lässt sich besonders zweckmäßig mit Hilfe eines Proportionalmagneten
einstellen. Zum Rückstellen des Kolbenschiebers ist nur ein Verstellkraftimpuls
erforderlich, um die Verrastung zu lösen, ehe die Federanordnung die weitere
Rückstellung übernimmt.