Die Erfindung betrifft einen Schuh, insbesondere einen Sportschuh,
mit einem Schuhoberteil.
Im Stand der Technik sind Schuhe bekannt, die mit Mitteln ausgerüstet
sind, mit denen die Länge des Schuhs in Richtung der Schuhlängsachse eingestellt
werden kann. Exemplarisch sei auf die US 6,138,385
hingewiesen. Mit der dort gezeigten Ausgestaltung einer Schuhsohle kann die Schuhgröße
über gewisse Bereiche stufenlos eingestellt und der Schuh damit an individuelle
Bedürfnisse angepasst werden.
Nicht geeignet ist die vorbekannte Lösung, wenn die Größenveränderung
des Schuhs nur temporär erfolgen soll, beispielsweise während des Transports.
Hierfür sind andere Konzepte entwickelt worden. Beispielsweise offenbart die
DE 201 19 907 U1 einen Sportschuh
mit einer Sohle und einem mit dieser verbundenen Schuhoberteil, das den Vorderfuß,
den Gelenkbereich und den Fersenbereich des Fußes umgibt. Damit der Schuh in
einfacher Weise auf ein für das Reisen handhabbares Format zusammengelegt werden
kann, ist dort vorgesehen, dass das Schuhoberteil im Fersenbereich einen Einschnitt
aufweist, der in vertikale Richtung zur Sohle verläuft, wobei die beiderseits
des Einschnitts gelegenen Teile des Schuhoberteils im Fersenbereich zum Zusammenfalten
auf ein flaches Format zum Transport des Schuhs nach innen in Richtung der Sohle
klappbar bzw. faltbar ausgebildet sind.
Dabei muss oft ein Kompromiss eingegangen werden, da durch die Ausgestaltung
zum Zusammenlegen des Schuhs die Formstabilität des Schuhs leidet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schuh, insbesondere
einen Sportschuh, der eingangs genannten Art so fortzubilden, dass einerseits ein
Zusammenlegen des Schuhs auf ein kleines Format in einfacher Weise möglich
wird, dass jedoch andererseits der Schuh beim normalen Gebrauch eine hinreichende
Eigensteifigkeit aufweist.
Die Lösung dieser Aufgabe durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass das Schuhoberteil zumindest abschnittsweise aus einem biegeschlaffen Material
besteht, das ein Zusammenschieben des Schuhoberteils in Schuhlängsrichtung
ermöglicht, wobei zumindest in einem sich in Schuhlängsrichtung erstreckenden
Bereich des Schuhoberteils mindestens ein Verstärkungselement an oder in dem
Schuhoberteil angeordnet ist, das die Form des Schuhs in einem Schnitt im wesentlichen
senkrecht zur Schuhlängsrichtung aufrecht erhält.
Darunter ist zu verstehen, dass als Material für das Schuhoberteil
beispielsweise ein dünnes Textilmaterial zum Einsatz kommt, das einer Biegung
oder Knickung keinen wesentlichen Widerstand entgegensetzt. Dem gegenüber sind
die Verstärkungselemente mindestens um den Faktor 5, vorzugsweise um den Faktor
10, steifer ausgebildet, was die Verformung des Schuhs aus seiner Benutzungsstellung
heraus anbelangt. Das Halten des Schuhs in seiner Benutzungsstellung wird also praktisch
ausschließlich durch die Verstärkungselemente bewerkstelligt, nicht durch
das Material des Schuhoberteils in dem Bereich, in dem die Verstärkungselemente
angeordnet sind.
Die einzelnen Verstärkungselemente verlaufen im wesentlichen
– abgesehen von einer gewissen Neigung zur Vertikalen aufgrund der Anatomie
des Fußes – in einer Ebene, die senkrecht auf der Schuhlängsrichtung
steht.
Bevorzugt ist das biegeschlaffe Material des Schuhoberteils im Verbindungsbereich
zwischen dem Schuhvorderteil und dem Schuhhinterteil angeordnet. Das Schuhoberteil
kann zumindest im Bereich der Zehen und im Fersenbereich aus biegesteifem Material
bestehen. Hiernach wäre also biegeschlaffes Oberteil-Material nur im Mittenbereich
des Schuhs vorgesehen, während die Ferse und die Spitze des Schuhs klassisch
aus formstabilem Material bestehen.
Das Verstärkungselement kann bevorzugt als um das Schuhoberteil
umlaufender geschlossener Ring oder als teilweise um das Schuhoberteil umlaufender
Ringabschnitt ausgebildet sein. Dabei sind mit Vorteil mehrere parallel zueinander
angeordnete Verstärkungselemente an oder in dem Schuhoberteil angeordnet. Diese
können zumindest über den gesamten Verbindungsbereich zwischen dem Schuhvorderteil
und dem Schuhhinterteil angeordnet sein. Die Verstärkungselemente können
auch im wesentlichen über den gesamten Bereich der Längserstreckung des
Schuhoberteils angeordnet sein – gegebenenfalls abgesehen vom vordersten
Spitzenbereich. Im Schuhvorderteil und/oder im Schuhhinterteil können die Verstärkungselemente
mit Versteifungsmitteln versehen sein, die die Zusammenschiebbarkeit des Schuhoberteils
in Schuhlängsrichtung verhindern oder erschweren. Diese Versteifungsmittel
können durch eine stegförmige Verbindung zwischen zwei benachbarten Verstärkungselementen
gebildet werden. Die Verbindung kann zwischen zwei benachbarten Verstärkungselementen
wellenförmig oder fischgrätenartig ausgebildet sein. Die Versteifungsmittel
können dabei in dem dem Boden zugewandten Bereich der Verstärkungselemente
angeordnet sein.
Besonders bevorzugt sind lösbare Versteifungsmittel auf oder
an dem Schuhoberteil angeordnet oder anordenbar, die mindestens
zwei benachbarte Verstärkungselemente formschlüssig umfassen und auf Abstand
halten, um die Zusammenschiebbarkeit des Schuhoberteils in Schuhlängsrichtung
zu verhindern oder zu erschweren. Das lösbare Versteifungsmittel kann als aufsetzbare
Klammer, insbesondere als auf den Rist aufsetzbare Klammer, ausgebildet sein. Es
kann auch als Sohlenelement ausgebildet sein. Das lösbare Versteifungsmittel
weist dabei bevorzugt Ausnehmungen auf, die der Form der Verstärkungselemente
angepasst sind. Dabei kann vorgesehen werden, dass zwischen dem Versteifungsmittel
und den mit diesem zusammenwirkenden Verstärkungselementen eine Clip-Verbindung
angeordnet ist.
Die genannten Versteifungsmittel zur Verhinderung bzw. zum Erschweren
der Zusammenschiebbarkeit des Schuhoberteils in Richtung der Schuhlängsachse
können auch als eigensteife Einlegesohle ausgebildet sein.
Fertigungstechnische Vorteile ergeben sich, wenn mindestens ein Verstärkungselement
auf das biegeschlaffe Material des Schuhoberteils aufgespritzt oder aufgepresst
ist.
Die Einstellbarkeit des Schuhs auf eine definierte Länge wird
erleichtert, wenn weiterbildungsgemäß vorgesehen wird, dass der Schuh
ein Feststellband aufweist, das aus zugfestem Material besteht und um die Ferse
des Schuhs herum verläuft. Das Feststellband kann dabei in einer Führung,
insbesondere in einer am Schuhoberteil festgelegten Stoffröhre, angeordnet
sein.
Mindestens ein im Ristbereich angeordnetes Verstärkungselement
kann aus elastischem Material bestehen, das in Umfangsrichtung dehnbar ist.
Der Schaft (d. h. das Material des Schuhoberteils) des Schuhs kann
je nach Bedarf wasserundurchlässig oder atmungsaktiv ausgewählt werden.
Aus einer Vielzahl von einzelnen, umlaufenden oder teilweise umlaufenden Rippen
bzw. Ringen (Verstärkungselementen) kann ein Rahmen gebildet werden, wobei
die Verstärkungselemente direkt an das Material des Schuhoberteils angespritzt
oder auf dieses aufgepresst werden können. Entsprechende Materialien wären
z. B. thermoplastische Kunststoffe, vorwiegend Polyamid oder Polyurethan, oder aufgepresster
bzw. aufgespritzter Gummi oder thermoplastischer Kautschuk.
Die umlaufenden bzw. teilweise umlaufenden Rippen können sich
über den gesamten Bereich des Schaftes (Schuhoberteils) oder nur über
Teilbereiche desselben erstrecken, z. B. über den Vorfuß und/oder den
Gelenkbereich.
Im unteren Schaftbereich kann – zum Schutz von äußeren
Einflüssen – auch Material zwischen den Rippen (Verstärkungselementen)
eine Art Sohlenbasis bilden. Die Spitze bzw. die Fersenpartie können im gleichen
Verfahren als funktionelles Teil, z. B. als Spitzenschutz bei Motorradstiefeln und/oder
als Fersenkappen, mit angeformt werden. In diesem Falle kann der restliche Schaftteil
auch hinterher an die funktionellen Teile aufgenäht werden; dabei ist insbesondere
an Schuhe mit angenähten Sohlenteilen gedacht. Die funktionellen Teile können
z. B. Belüftungsausnehmungen oder spezielle Abriebsflächen haben oder
als Aufnahmen für zusätzliche Accessoires (z. B. elektronische Komponenten)
dienen.
Eine Streckung des Schuhoberteils in Schuhlängsrichtung kann
durch ein dehnungsarmes Schaftmaterial bzw. durch entsprechend dehnungsfreie Futtermaterialien
bzw. Verstärkungen erreicht werden.
Eine Längeneinstellbarkeit kann durch eine Verstellmöglichkeit,
z. B. durch das genannte Feststellband, erreicht werden.
Bei einer anderen Ausgestaltung der Erfindung wird der Rahmen (d.
h. die Anordnung der einzelnen Verstärkungselemente) separat gespritzt, wobei
die erwähnten Variationsmöglichkeiten vorgesehen werden können. Der
Schaft – ausgebildet als Mokassin –, d. h. das Schuhoberteil wird
dann nachträglich angeordnet, z. B. eingeclipst. In diesem Falle hat das Schaftmaterial
entsprechende Vorsprünge (eingenäht oder ebenfalls aufgespritzt), die
zwischen die einzelnen Rippen des Rahmens geclipst werden, um eine zu starke Verschiebung
der einzelnen Verstärkungselemente zueinander bzw. auch ein Verschieben von
Schaftmaterial und Rahmen zu verhindern. Damit ist der Schuh gehindert, sich in
Schuhlängsrichtung zu verkürzen. Der Vorteil dieser Ausgestaltung der
Erfindung liegt darin, dass der Schaft ausgewechselt werden kann, z. B. für
unterschiedliche Anwendungsfälle.
Die umlaufenden Verstärkungselemente (Rippen) können grundsätzlich
auch direkt als Lauffläche dienen. Um ein Umknicken der Rippen bzw. ein zu
starkes „Schwimmen" zu vermeiden, aber dennoch die Zusammenschiebbarkeit
des Schuhs weiterhin zu ermöglichen, gibt es zwei bevorzugte Möglichkeiten:
Die Ringe können im Bodenbereich als nicht gerade Linien ausgebildet sein,
z. B. als konzentrische Wellen oder als Fischgrätenprofil.
Alternativ ist es auch möglich, dass die Ringe durch ein negatives
zusätzliches Sohlenelement (Versteifungsmittel) stabilisiert werden, das über
den Vorfuß bzw. den Rückfuß – nur teilweise oder ganzflächig
abdeckend – in die Rippen „eingetreten" wird und
aufgrund Formschluss bzw. aufgrund Reibung an den Rippen haftet. In dieses als Versteifungsmittel
fungierende Sohlenelement können auch zusätzliche Dämpfungselemente
integriert werden.
Die Einstellung der Größe des Schuhs bzw. dessen Länge
kann in verschiedener Weise erreicht werden:
Zunächst kann dies über ein dehnungsarmes Schaft- bzw. Verstärkungselement-Material
sichergestellt werden, d. h. die Größe ist dann durch die maximale Ausdehnung
dieses Materials definiert.
Es kann auch ein Feststellband vorgesehen werden, das um die Ferse
herum verläuft; das Band kann nicht dehnbar oder verstellbar ausgebildet sein.
Das Feststellband, das in einer Stoffröhre angeordnet sein kann
(gebildet aus Schaftmaterial) kann frei laufen und am vorderen Ende mit der vordersten
Rippe (Verstärkungselement) verbunden sein und am hinteren Ende entsprechende
Verstellmöglichkeiten aufweisen. Diese Art der Verstellung hat auch den Vorteil,
dass der Schuh bewusst zusammengezogen werden kann und durch Festlegung des Feststellbandes
in einer definierten Position dann in dieser Position bleibt.
Die Schnürung kann ebenfalls auf verschiedenem Wege realisiert
werden:
Zum Einsatz kommen kann natürlich eine übliche Schnürung mit herkömmlichen
Schnürsenkeln. Hierbei enden die Rippen im Ösenlederbereich, um ein Zusammenziehen
des Schaftes zu ermöglichen.
Vorgesehen werden können auch elastische Rippen, insbesondere
im Ristbereich, die sich dem Fußumfang anpassen.
Es können auch elastische Rippen vorgesehen werden, die sich
grob anpassen und durch eine zusätzliche vorgespannte Schaftklammer aus Kunststoff
unterstützt werden. Die als Clip ausgebildete Schaftklammer kann dabei sowohl
von oben (s. später folgendes Ausführungsbeispiel) als auch von unten
auf den Schuh aufgesetzt werden. Im Falle des Aufsetzens von unten können die
einzelnen Cliplamellen auch durch einen angeformten Zentral-Drehverschluss sehr
einfach geschnürt werden.
Eine wiederum andere Schnürmöglichkeit besteht in dem Einspritzen
von Bimetall-Drähten in die elastischen Rippen (Verstärkungselemente).
Durch einen entsprechenden elektrischen Impuls werden die Drähte dann zusammengezogen
oder gedehnt.
Mit der vorgeschlagenen Ausgestaltung eines Schuhs, insbesondere eines
Sportschuhs, wird in einfacher Weise ein Zusammenschieben des Schuhs bei Bedarf
möglich, so dass ein platzsparender Transport, z. B. bei Unterbringung in einem
Koffer, möglich ist.
Dabei weist der Schuh eine hinreichende Eigensteifigkeit auf und insbesondere
eine Torsionssteifigkeit, die eine ausreichende Unterstützung des Fußes
des Trägers gewährleistet. Die natürliche Bewegungsfreiheit des Fußes
wird sichergestellt, wobei keine Einbuße an der Schutzwirkung des Fußes
eintritt.
Durch ein hinreichend dünnes Schaftmaterial (Material des Schuhoberteils)
kann eine Belüftung des Fußes sichergestellt werden.
Das vorgeschlagene Konzept kann als Grundbaukasten für verschiedene
Anwendungen herangezogen werden.
Der vorgeschlagene Schuh gibt eine optimale Kopie des Leistens wieder,
so dass eine gute Passform des Schuhs erreichbar ist.
Auch ermöglicht der Schuh eine Größenanpassung, z.
B. bei Heranwachsenden bzw. Kindern.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigen:
1 einen Sportschuh in Benutzungsstellung, von der Seite
aus betrachtet,
2 den Schuh gemäß 1
in einer Nicht-Benutzungsstellung, in der er auf ein kleineres Format zusammengelegt
ist,
3 eine zu 1 alternative
Ausgestaltung der Erfindung mit insgesamt drei Versteifungsmitteln, die in Explosionsdarstellung
skizziert sind, und
4 in perspektivischer Ansicht ein Versteifungsmittel
in Form einer eigensteifen Einlegesohle für den Schuh.
In 1 ist ein Sportschuh 1 von
der Seite aus betrachtet dargestellt, der in bekannter Weise ein Schuhoberteil
2 aufweist. Das Schuhoberteil 2 erstreckt sich in Schuhlängsrichtung
L über drei Bereiche, nämlich über einen Schuhvorderteil
6, einen sich an diesen anschließenden Verbindungsbereich
5 und einen Schuhhinterteil 7.
Eine – gedankliche – Unterteilung des Schuhs kann auch
dadurch erfolgen, dass im Vorderschuh ein Bereich 8 der Zehen definiert
ist, an den sich ein weiterer Bereich 3 anschließt, an den wiederum
im Hinterschuh ein Fersenbereich 9 angrenzt.
Der genannte Bereich 3 zeichnet sich dadurch aus, dass entlang
seiner Erstreckung das Material des Schuhoberteils 2 biegeschlaff ausgebildet
ist. Hierunter ist zu verstehen, dass das Material nur eine geringe Eigensteifigkeit
aufweist, z. B. also ein dünnes Textilmaterial ist, das einem Zusammenschieben
des Schuhs 1 in Schuhlängsrichtung L keinen wesentlichen Widerstand
entgegensetzt.
Daher kann der Schuh 1 auch aus der in 1
dargestellten Benutzungsstellung in eine Nicht-Benutzungsstellung zusammengeschoben
werden, wie sie in 2 dargestellt ist.
Damit der Schuh 1 dennoch im Gebrauch eine hinreichende Eigensteifigkeit
aufweist und insbesondere eine hinreichende Torsionssteifigkeit hat, ist eine Anzahl
von Verstärkungselementen 4 vorgesehen, die ringförmig ausgebildet
sind und im wesentlichen in einer Ebene kreisförmig bzw. oval verlaufen, die
senkrecht auf der Schuhlängsrichtung L steht. Die Verstärkungselemente
4 bestehen im Ausführungsbeispiel aus spritzgegossenem Kunststoff,
der direkt an das Material des Schuhoberteils angespritzt ist.
Wie aus 1 gesehen werden kann, ist der
Bereich 3 als Bereich der Erstreckung der Verstärkungselemente
4 ausgebildet, d. h. über den Bereich 3 sind die genannten
Verstärkungselemente 4 an das Schuhoberteil 4 angebracht.
Im Ausführungsbeispiel gemäß 1
geht ferner hervor, dass sowohl der Bereich 8 der Zehen als auch der Fersenbereich
9 klassisch ausgebildet sind, d. h. in diesen Bereich besteht der Schuh
– wie gewöhnlich – aus eigensteifem Material.
In der Synopse der 1 und 2
kann gesehen werden, dass der Schuh in Schuhlängsrichtung L zusammengezogen
werden kann, bis die einzelnen rippenförmigen Verstärkungselemente
4 aneinanderliegen. Ein um die Ferse des Schuhs herum verlaufendes Feststellband
14 kann den Schuh 1 in der Benutzungsposition in der gewünschten
(maximalen) Länge halten.
Damit der Schuh 1 bei Benutzung insbesondere im Vorderfußbereich
eine hinreichende Eigensteifigkeit aufweist, ist ein Vordersohlenteil
11 vorgesehen, das als Versteifungsmittel ausgebildet ist und Ausnehmungen
13 aufweist, die der Form der Verstärkungselemente 4 im bodenzugewandten
Bereich des Schuhs angepasst sind. Die Rippen 4 können in die Ausnehmungen
13 des Versteifungsmittels 11 eingedrückt werden, so dass
ein Verbund zwischen Sohlenelement 11 und Schuhoberteil 2 hergestellt
ist.
Dieses Prinzip ist bei der in 3 dargestellten
Lösung noch weiter getrieben: Der hier dargestellte Schuh ist über die
gesamte Erstreckung in Schuhlängsrichtung L – abgesehen vom vordersten
Bereich der Zehen – mit Verstärkungselementen 4 versehen. Um
die Rippen 4 für die Benutzung des Schuhs auf dem benötigten
Abstand zu halten, sind drei Versteifungsmittel 10, 11 und
12 vorgesehen, nämlich eine Ristklammer 10, ein Vordersohlenelement
11 und ein Hintersohlenelemente 12. Die Sohlenelemente
11 und 12 weisen wieder Ausnehmungen 13 auf, die für
die formschlüssige Aufnahme der Verstärkungselemente 4 ausgebildet
sind. Dabei ist eine Clipverbindung zwischen den Rippen 4 und den Ausnehmungen
13 vorgesehen. Durch Eindrücken bzw. Einclipsen der Elemente
11 und 12 in die Rippen 4 kann also im Vorderfuß-
bzw. Hinterfußbereich eine definierte Benutzungsstellung des Schuhs
1 festgelegt werden. Entsprechendes gilt für die Ristklammer
10, die von oben auf den Schuh im Ristbereich aufgesetzt wird und sich
mit den Armen 15 so zwischen zwei benachbarte Verstärkungselemente
4 klemmt, dass diese auf definiertem Abstand gehalten werden.
Die Sohlen-Versteifungsmittel 11 und 12 haben noch
Befestigungselemente 16, mit denen sie am Schuhoberteil 2 befestigt
werden können, wobei vorliegend eine Druckknopfverbindung zum Einsatz kommt.
Genauso können hierfür auch beliebige andere Verbindungen (z. B. Klettverschlüsse)
verwendet werden. Die Anbringung der Versteifungsmittel 10, 11
und 12 am Schuhoberteil 2 ist durch die Pfeile angedeutet.
In 4 ist eine eigensteife Einlegesohle
12' dargestellt, die alternativ oder additiv als lösbares Versteifungsmittel
zum Einsatz kommen kann. Mit der Einlegesohle 12' kann die Zusammenschiebbarkeit
des Schuhs in Schuhlängsrichtung L verhindert bzw. erschwert werden. Die Einlegesohle
12' wird als Sohlenelement ins Schuhinnere eingesetzt, nachdem der Schuh
auf seine Benutzungslänge auseinander gezogen worden ist. Sie besteht bevorzugt
aus Kunststoff, aus Composite-Material oder aus einer Kombination beider Materialien.
In die Sohlenteile 11 und 12 können auch Dämpfungselemente
integriert sein, um die Schuhdämpfung in einer gewünschten Weise zu beeinflussen.
Nicht weiter dargestellt sind an sich bekannte Weiterbildungen des
Schuhs, z. B. eine Belüftungsöffnung 17 im Schuhoberteil
2.
- 1
- Schuh (Sportschuh)
- 2
- Schuhoberteil
- 3
- Bereich der Erstreckung der Verstärkungselemente
- 4
- Verstärkungselement
- 5
- Verbindungsbereich
- 6
- Schuhvorderteil
- 7
- Schuhhinterteil
- 8
- Bereich der Zehen
- 9
- Fersenbereich
- 10
- lösbares Versteifungsmittel (Ristklammer)
- 11
- lösbares Versteifungsmittel (Vordersohle)
- 12
- lösbares Versteifungsmittel (Hintersohle)
- 12'
- lösbares Versteifungsmittel (eigensteife Einlegesohle)
- 13
- Ausnehmung
- 14
- Feststellband
- 15
- Arm
- 16
- Befestigungselement
- 17
- Belüftungsöffnung
- L
- Schuhlängsrichtung