Die Erfindung betrifft eine Dosierform umfassend Oxycodon und Naloxon,
die durch spezifische in vivo-Parameter wie tmax, Cmax, AUCt-Wert,
mittlere Darmfunktionspunktzahl und/oder Dauer der schmerzstillenden Wirksamkeit
charakterisiert ist.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Behandlung von heftigem Schmerz, der von Krankheiten wie Krebs,
Rheuma und Arthritis herrührt, ist zentral für die Behandlung dieser Krankheiten.
Der Schmerzbereich, der von Tumorpatienten gefühlt wird, umfasst Schmerz der
Knochenhaut und der Knochen selbst sowie viszeralen Schmerz und Schmerz in Weichgewebe.
All diese Schmerzformen machen das tägliche Leben der Patienten unerträglich
und führen oft zu depressiven Zuständen.
Erfolgreiche Schmerztherapie, die zu einer nachhaltigen Verbesserung
der Lebensqualität dieser Patienten führt, ist daher genauso wichtig für
den Erfolg einer umfassenden Therapie wie die Behandlung der eigentlichen Ursachen
für die Krankheit.
Im Hinblick auf die Wichtigkeit einer erfolgreichen Schmerztherapie
hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein 4-Schrittmodell zur Behandlung von
Patienten mit Tumorschmerzen entwickelt. Dieses Modell hat sich als erfolgreich
in der alltäglichen Praxis erwiesen und kann auf Patienten ausgedehnt werden,
die an chronischem Schmerz leiden oder Schmerzformen, die von anderen Krankheiten
als Krebs herrühren. Abhängig von der Intensität, Art und Lokalisation
des Schmerz werden vier Schritte während dieser Therapie unterschieden, wobei
der jeweils nächste Schritt angebracht ist, wenn die Wirksamkeit des bis dahin
verwendeten schmerzlindernden Wirkstoffs nicht länger ausreicht (Ebell, H.
J.; Bayer A. (Ed.): Die Schmerzbehandlung von Tumorpatienten, Thieme 1994 (Supportive
Maßnahmen in der Onkologie, Band 3) und Zech, D.; Grond, S.; Lynch, J.; Hertel,
D.; Lehmann, K.: Validation of World Health Organisation Guidelines for Cancer Pain
Relief: a 10-year prospective study, Pain (1995) 63, 65–76).
Gemäß diesem 4-Schrittmodell der WHO nehmen Opioidschmerzmittel
eine zentrale Rolle in der Schmerzbehandlung ein. Die Gruppe der Opioidschmerzmittel
umfasst, neben Morphin (das den Prototyp dieser pharmazeutischen Wirkstoffe darstellt),
auch Oxycodon, Hydromorphon, Nicomorphin, Dihydrocodein, Diamorphin, Papaveretum,
Codein, Ethylmorphin, Phenylpiperidin und Derivate davon; Methadon, Dextropropoxyphen,
Buprenorphin, Pentazocin, Tilidin, Tramadol und Hydrocodon. Die ATCC-Klassifikation
(anatomisch therapeutisch chemische Klassifikation) der WHO zeigt an, ob der pharmazeutische
Wirkstoff ein Opioidschmerzmittel ist oder nicht. Die vorhergesagte schmerzlindernde
Wirkung der Opioidschmerzmittel ist in der Nachahmung der Wirkung von endogenen,
Morphin-ähnlich wirkenden Substanzen („endogene Opioide") begründet,
deren physiologische Funktion die Kontrolle der Rezeption und Verarbeitung von Schmerzreizen
ist.
Opioide hemmen die Weiterleitung von Schmerzreizen. Neben der unmittelbaren
Unterdrückung der neuronalen Erregungssignalweiterleitung im Rückmark
verursacht durch Opioide, spielt die Aktivierung der Nervenbahnen, die vom Hirnstamm
in das Rückenmark hineinragen, auch eine Rolle. Diese Aktivierung resultiert
in einer Unterdrückung der Schmerzweiterleitung in das Rückenmark. Des
weiteren begrenzen Opioide die Schmerzrezeption des Thalamus und sie beeinflussen
die emotionale Schmerzbewertung durch Beeinflussung des limbischen Systems.
Opioidrezeptoren werden an verschiedenen Stellen im Körper gefunden.
Rezeptoren des Darms und Gehirns sind von besonderer Wichtigkeit für die Schmerztherapie
mit Opioiden, insbesondere weil ihre Besetzung in verschiedenen Nebenwirkungen resultiert.
Opioidschmerzmittel werden als starke Agonisten angesehen, wenn sie
mit hoher Affinität an Opioidrezeptoren binden und eine starke Unterdrückung
der Schmerzaufnahme auslösen. Substanzen, die ebenfalls mit hoher Affinität
an Opioidrezeptoren binden, aber keine Reduktion der Schmerzaufnahme verursachen,
und die dabei dem Opioidagonist entgegenwirken, werden als Antagonisten bezeichnet.
Abhängig vom Bindungsverhalten und der hervorgerufenen Aktivität können
Opioide als reine Agonisten, gemischte Agonisten/Antagonisten und reine Antagonisten
klassifiziert werden. Reine Antagonisten umfassen zum Beispiel Naltrexon, Naloxon,
Nalmefen, Nalorphin, Nalbuphin, Naloxonazin, Methylnaltrexon, Ketylcyclazocin, Norbinaltorphimin,
Naltrindol, 6-&bgr;-Naloxol und 6-&bgr;-Naltrexol (Forth W.; Henschler, D.;
Rummel W.; Starke, K.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 7.
Auflage, 1996, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg Berlin Oxford).
Verbindungen wie Oxycodon, Tilidin, Buprenorphin und Pentazocin wurden
aufgrund ihrer guten schmerzstillenden Wirksamkeit in Form von Medikamenten zur
Schmerzbehandlung verwendet. Es ist nachgewiesen worden, dass Medikamente wie Oxygesic®,
das Oxycodon als schmerzstillenden Wirkstoff enthält, und Valoron®,
das Tilidin als schmerzstillenden Wirkstoff enthält, für die Schmerzbehandlung
wertvoll sind.
Die Verwendung von Opioidschmerzmitteln zur Schmerzbehandlung kann
jedoch von unerwünschten Nebenwirkungen begleitet sein. Die langfristige Anwendung
von Opioidschmerzmitteln kann zum Beispiel zu psychischen und körperlichen
Abhängigkeiten führen.
Insbesondere die körperliche Abhängigkeit der Patienten,
die an Schmerz leiden, von Opioidschmerzmitteln kann zu der Entwicklung von Toleranzen
führen, was bedeutet, dass bei verlängerter Einnahme zunehmend höhere
Dosierungen des schmerzlindernden Wirkstoffs von dem Patienten eingenommen werden
müssen, um Schmerzstillung zu erlangen. Die euphorisierende Wirkung von Opioidschmerzmitteln
kann zu Missbrauch der Schmerzmittel führen. Drogenmissbrauch und psychische
Abhängigkeit sind insbesondere unter Teenagern bekannt. Die Opioidschmerzmittel
werden jedoch legitim für medizinische Zwecke verwendet und die Medizin kommt
nicht ohne sie aus.
Neben den erwähnten Nachteilen führt die Verwendung starker
Opioidschmerzmittel zur Schmerzbehandlung oft zu unerwünschten Nebenwirkungen
wie Verstopfung, Atemdepression, Krankheit und Betäubung. Weniger oft werden
Harndrang oder Harnstau beobachtet.
Es wurden verschiedene Versuche unternommen den Gewöhnungseffekten
und anderen Nebenwirkungen, die während der Schmerztherapie auftreten, entgegenzuwirken.
Dies kann zum Beispiel durch traditionelle Behandlungsmethoden erfolgen. Im Fall
von Drogenabhängigkeit kann dies eine Drogenentzugsbehandlung sein, und im
Fall von Verstopfung kann dies durch Verabreichung von Abführmitteln erfolgen.
Andere Bestrebungen zielen auf die Minimierung des abhängig machenden
und gewohnheitsfördernden Potentials von Opioidschmerzmitteln sowie auf ihre
anderen Nebenwirkungen durch Verabreichung von Antagonisten, die dem Opioidschmerzmittel
entgegenwirken. Solche Antagonisten können Naltrexon oder Nalaxon sein.
Es wurden zahlreiche Vorschläge und Anregungen gemacht wie die
Verabreichung der vorher genannten Wirkstoffe erfolgen kann, um unerwünschte
Gewöhnung und Abhängigkeit oder sogar Sucht zu vermeiden.
US 3,773,955 und US
3,966,940 empfehlen Schmerzmittel in Kombination mit Naloxon zu formulieren,
um, wie gesagt wird, den abhängigkeitsfördernden Wirkungen wie Euphorie
und dergleichen während der parenteralen Verabreichung vorzubeugen. Die Vermeidung
von Nebenwirkungen wie Verstopfung wurde nicht angesprochen.
Zur Begrenzung des parenteralen Missbrauchs von oralen Verabreichungsformen
schlägt US 4,457,933 vor eine Kombination
von Morphin mit Naloxon in definierten Bereichen zu verwenden. Die Vermeidung von
Nebenwirkungen wie Verstopfung wurde in diesem Patent ebenfalls nicht erwähnt.
Das US-Patent Nr. 4,582,835 beschreibt, ebenfalls zur Vermeidung von
Missbrauch, eine Zubereitung umfassend eine Kombination von Buprenorphin und Naloxon,
die entweder parenteral oder sublingual verabreicht wird.
EP 0 352 361 A1 betrifft die Behandlung
von Verstopfung während der Schmerztherapie durch orale Verabreichung eines
Opioidschmerzmittels und einem Antagonisten. Die Vermeidung von Missbrauch des Opioidschmerzmittels
ist kein Thema in dieser Anmeldung.
DE 43 25 465 A1 betrifft ebenfalls
die Behandlung von Verstopfung während der Schmerztherapie durch Verwendung
einer Zubereitung umfassend ein Opioidschmerzmittel und einen Antagonisten. Gemäß
dieser Offenbarung kann der Antagonist, der Naloxon sein kann, in höheren Mengen
anwesend sein als das Opioidschmerzmittel, das vorzugsweise Morphin ist. Die Vermeidung
von Missbrauch des Opioidschmerzmittels ist kein Thema in DE
43 25 465 A1.
Zur Vermeidung von Missbrauch von Schmerzmedikamenten wurden Zubereitungen
auf dem Markt eingeführt, die oral eingenommen werden können und ein Opioidschmerzmittel
und den Opioidantagonisten Naloxon umfassen. Das Medikament Talwin®
von Windrop/Sterling umfasst Pentazocin und Naloxon. Das Medikament Valoron®
of Gödeke umfasst eine Tilidin-Naloxon-Kombination.
Medikamente, die zur erfolgreichen Schmerzbehandlung geeignet sind,
sollten neben der starken schmerzstillenden Wirkung, der Reduzierung von suchtförderenden
Potential und der Vermeidung von Nebenwirkungen weitere Charakteristika besitzen.
Medikamente müssen generell in solcher Art formuliert sein, dass
die Wirkstoffe so lang wie möglich unter den Standardlagerungsbedingungen stabil
sind. Medikamente müssen auch in solcher Art formuliert sein, dass die vorgesehenen
Freisetzungsprofile der Wirkstoffe sich nicht durch längerfristige Lagerung
verändern.
Zur Schmerztherapie geeignete Medikamente sollten entweder die Wirkstoffe
in solchen Mengen enthalten, oder so formuliert sein, dass sie von den Patienten
nur in langen Intervallen genommen werden. Je einfacher der Verabreichungsplan für
einen Schmerzlinderer ist, und je klarer es für den Patienten ist, warum und
wie oft er welche Tablette einzunehmen hat, desto exakter wird er sich an die ärztliche
Anweisung halten. Die Notwendigkeit das Schmerzmittel nur selten einzunehmen führt
zu einer erhöhten Bereitschaft des Patienten das Schmerzmittel einzunehmen
(Compliance).
Das Medikament Oxygesic® ist eine Zubereitung, aus
der das Opioidschmerzmittel Oxycodon in verzögerter Weise freigesetzt wird.
Oxygesic enthält keinen Opioidantagonisten.
Gemäß der EP 0 352
361 A1 werden weder das Opioidschmerzmittel noch der Antagonist formuliert,
um in verzögerter Weise freigesetzt zu werden. Dementsprechend ist die Zeitspanne,
in der solche Zubereitungen wirksam sind, begrenzt, und die Zubereitungen müssen
mehrmals am Tag eingenommen werden. Die gewünschte Compliance des Patienten
wird nicht erreicht. EP 0 352 361 A1
offenbart also nicht den Vorteil der Formulierungen von Zubereitungen, die durch
zeitstabile und unabhängige Freisetzung der Wirkstoffe charakterisiert sind.
Die Lagerungsstabilität solcher Zubereitungen wird ebenfalls in dieser Offenbarung
nicht angesprochen.
DE 43 25 465 A1 offenbart Formulierungen
gemäß denen Verstopfung, die während der Schmerztherapie auftritt,
durch die verzögerte Freisetzung des Opioidagonisten vermieden wird, während
der Antagonist, der im Überschuss vorhanden ist, nicht in verzögerter
Weise freigesetzt wird. Im Hinblick auf den hohen First-Pass-Effekt von Naloxon
müssen relativ große Mengen dieser Verbindung verwendet werden.
DE 43 25 465 A1 offenbart jedoch
keine Zubereitungen, die durch zeitstabile und unabhängige Freisetzung der
Wirkstoffe charakterisiert sind. Die Lagerungsstabilität solcher Zubereitungen
wird dort ebenfalls nicht beschrieben.
Unter dem Markennamen Valoron® wird ein Schmerzmittel
vermarktet, das eine Tilidin-Naloxon-Kombination umfasst. Gemäß der Produktliteratur
wird eine Formulierung verwendet, aus der beide Wirkstoffe in verzögerter Weise
freigesetzt werden. Die verwendete Matrix umfasst eine erhebliche Menge an wasserquellbarem
Material, welches HPMC ist. Diese Formulierung zeigt jedoch bei identischem Massenverhältnis,
aber verschiedenen absoluten Mengen von Tilidin und Naloxon verschiedene Freisetzungsprofile.
Die Freisetzungsraten des Agonisten und des Antagonisten sind nicht unabhängig
voneinander. Es ist daher für den Arzt notwendig, für jeden individuellen
Patienten umfangreiche Titrationsexperimente durchzuführen, wenn eine Erhöhung
der Dosierung erwünscht ist, und zwar auch dann, wenn das Massenverhältnis
von Tilidin:Naloxon nicht geändert wird, da nicht angenommen werden kann, dass
die Freisetzungsprofile der beiden Komponenten konstant bleiben werden. Der Bereich
der therapeutisch geeigneten Mengen des Schmerzmittels ist daher begrenzt.
WO 03/084520 beschreibt eine lagerungsstabile pharmazeutische Zubereitung
umfassend Oxycodon und Naloxon zur Verwendung in der Schmerzbehandlung, wobei die
Wirkstoffe aus der Zubereitung in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen
Weise freigesetzt werden.
Es besteht ein Bedarf an durch in vivo-Parameter charakterisierten
Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen, die eine schnelle und langanhaltende schmerzstillende
Wirksamkeit bieten, während Nebenwirkungen während der Schmerztherapie
vermieden und/oder behandelt werden, und auch Drogenmissbrauch vermieden oder reduziert
wird.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die eine schnelle schmerzstillende Wirkung bietet und gleichzeitig
zur chronischen Versorgungsbehandlung (maintenance therapy) geeignet ist.
Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die zur Vermeidung und/oder Behandlung von Nebenwirkungen während
der Schmerzbehandlung, wie etwa Opioid-Darmfunktionsstörungen, wie zum Beispiel
Verstopfung, geeignet ist, ohne die schmerzstillende Wirkung von Oxycodon wesentlich
zu reduzieren.
Des weiteren ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die zur Vermeidung von Gewöhnung und/oder suchtfördernden
Wirkungen während der Schmerzbehandlung geeignet ist, ohne die schmerzstillende
Wirkung von Oxycodon wesentlich zu reduzieren.
Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die zur Vermeidung von Missbrauch der Zubereitung z.B. durch Drogenabhängige
geeignet ist.
Es ist insbesondere eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Dosierungsform
zur Schmerzbehandlung bereitzustellen, die, neben hoher schmerzstillender Wirksamkeit,
durch ein reduziertes Missbrauchspotential und reduzierten Nebenwirkungen charakterisiert
ist, wobei die besagte Dosierungsform auch durch eine reduzierte Verabreichungshäufigkeit
charakterisiert ist, und so erhöhte Patienten-Compliance gewährleistet
und auch die individuelle Anpassung der Dosierung für jeden Patienten erleichtert.
Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine verzögert
freisetzende Oxycodon-Naloxon-Formulierung bereitzustellen, die auch zur Titration
eines Patienten verwendet werden kann, der eine Oxycodontherapie erhält, und
gleichzeitig zur chronischen Versorgungsbehandlung nach Titration des Patienten
geeignet ist.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die keine klinisch signifikanten Opioidentzugssymptome im Patienten
oder gesunden menschlichen Probanden hervorruft.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die Opioidentzugssymptome in opioidabhängigen Individuen und
Opioid-Missbrauchenden hervorruft, wenn sie z.B. intravenös oder auf nasalem
Weg verabreicht wird.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die die Einnahme von Abführmitteln reduziert.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die hinsichtlich dem Auftreten von ungünstigen Wirkungen wie
zum Beispiel Diarrhö akzeptabel ist.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die während das Fließgleichgewicht (steady state) eine
Reduzierung der Schwere von hervorgerufenen, opioidtypischen, ungünstigen Erscheinungen
(adverse events) bietet und aber die Schwere von hervorgerufenen, naloxontypischen,
ungünstigen Erscheinungen nicht wesentlich erhöht.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit zeigt.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die keine klinisch relevanten Ernährungswirkung nach dem Essen
einer sehr fetthaltigen Mahlzeit mit Hinblick auf die pharmakokinetischen Parameter,
wie AUC, tmax und Cmax, zeigt.
Ferner ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform
bereitzustellen, die in Patienten oder Individuen in Mengen verwendet werden kann,
die nicht indiziert würden, wenn Oxycodon ohne Naloxon verabreicht würde.
Eine besondere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verzögert
freisetzende pharmazeutische Dosierungsform bereitzustellen, umfassend Oxycodon
und Naloxon in einem Verhältnis, das insbesondere geeignet ist schmerzstillende
Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie die Reduzierung und/oder Vermeidung von
Nebenwirkungen zu gewährleisten, als auch gleichzeitig Missbrauch oder Gewöhnungseffekte
und/oder suchtfördernde Effekte zu reduzieren und/oder zu vermeiden.
Die Merkmalskombination der unabhängigen Ansprüche dient
zur Erreichung dieser und weiterer Aufgaben, die aus der folgenden Beschreibung
der Erfindung entnommen werden können. Bevorzugte Ausführungsformen der
Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
In einem Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Dosierungsform
bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und ein mittleres tmax
für Oxycodon von etwa 1 bis etwa 17 Stunden, von etwa 2 bis etwa 15 Stunden,
von etwa 3 bis etwa 8 Stunden oder von etwa 4 bis etwa 5 Stunden nach Verabreichung
im Fließgleichgewicht oder einer einzelnen Dosierung an menschliche Patienten
oder gesunde menschliche Probanden bereitstellt. In einer bevorzugten Ausführungsform
stellt die Dosierungsform ein mittleres tmax von 3 Stunden, 3,5 Stunden
oder 4 Stunden für Oxycodon nach einer einzelnen Dosierung oder Verabreichung
im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Probanden oder menschliche Patienten
bereit. In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen
Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen
werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von bis zu 80 mg Oxycodon und 40 mg
Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen
bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen.
Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und
mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die
Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen
Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich
ihrer Freisetzungscharakteristika aus Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol
geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und eine Verbesserung
der Darmfunktion während der Schmerztherapie bietet, insbesondere im Vergleich
zur Verabreichung von Oxycodon alleine. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80
mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt
solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon
pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon
und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die
Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten
und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix
frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose
und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und eine schmerzstillende
Wirkung für zumindest etwa 12 Stunden oder zumindest etwa 24 Stunden nach Verabreichung
im Fließgleichgewicht (steady state) oder einer einzelnen Dosierung an menschliche
Patienten oder gesunde menschliche Probanden bereitstellt. In einer bevorzugten
Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem
Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise in einer
Gesamtmenge von bis zu 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es
ist insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg
Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und
20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
invarianten unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und einen mittleren
AUCt-Wert für Oxycodon von etwa 100 ng·h/ml bis etwa 600 ng·h/ml,
oder von etwa 300 ng·h/ml bis etwa 580 ng·h/ml oder von etwa 400 ng·h/ml
bis etwa 550 ng·h/ml oder von etwa 450 ng·h/ml bis etwa 510 ng·h/ml
nach Verabreichung im Fließgleichgewicht oder einer einzelnen Dosierung an
menschliche Patienten oder gesunde menschliche Probanden bereitstellt. In einer
Ausführungsform werden solche Werte erreicht. wenn Dosierungsstärken von
10 mg, 20 mg oder bis zu 40 mg Oxycodon entweder als einzelne Dosierung oder im
Fließgleichgewicht verabreicht werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden bevorzugt bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg
Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere
bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20
mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa
80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg
Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
invarianten und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst, und die ein
mittleres Cmax für Oxycodon von etwa 5 ng/ml bis etwa 50 ng/ml oder
von etwa 20 ng/ml bis etwa 40 ng/ml oder von etwa 30 ng/ml oder von etwa 35 ng/ml
nach Verabreichung im Fließgleichgewicht (steady state) oder einer einzelnen
Dosierung an menschliche Patienten oder gesunde menschliche Probanden bereitstellt.
In einer Ausführungsform werden solche Werte erreicht, wenn Dosierungsstärken
von 10 mg, 20 mg oder bis zu 40 mg Oxycodon entweder als einzelne Dosierung oder
im Fließgleichgewicht verabreicht werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80
mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt
solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon
pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon
und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die
Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten
und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix
frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose
und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und vorzugsweise,
oder alternativ, hinsichtlich ihrer Wirksamkeit als gut oder sehr gut von mehr als
50 % der Patienten und vorzugsweise von mehr als 70 % der Patienten eingestuft wird.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und vorzugsweise,
oder alternativ, hinsichtlich ihrer Verträglichkeit als gut oder sehr gut von
mehr als 60 % der Patienten und vorzugsweise von mehr als 70 % oder sogar 80 % der
Patienten eingestuft wird.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst, und die eine
Reduzierung der Tage mit Abführmitteleinnahme von zumindest 10 %, vorzugsweise
von zumindest 20 %, mehr bevorzugt von zumindest 25 % und noch mehr bevorzugt von
etwa zumindest 30 % bietet. Einige Dosierungsformen der vorliegenden Erfindung ermöglichen
sogar eine Reduzierung von zumindest 35 % oder zumindest 40 %.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und vorzugsweise,
oder alternative, in Hinblick auf ungünstige Erscheinungen (adverse events)
klinisch verträglich ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
eine Dosierungsform bereitgestellt, die Oxycodon und Naloxon umfasst und vorzugsweise,
oder alternativ, eine Reduzierung der Schwere von hervorgerufenen, opioidtypischen,
ungünstigen Erscheinungen und aber keine wesentliche Zunahme von Schwierigkeiten
von hervorgerufenen naloxontypischen ungünstigen Erscheinungen bietet.
Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft
Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform-Zubereitungen, die vorzugsweise, oder alternativ,
keine wesentlichen Ernährungswirkungen zeigen.
Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft
Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform-Zubereitungen, die Entzugssymptome in opioidabhängigen
Menschen hervorrufen, vorzugsweise wenn die Zubereitung intravenös oder über
den nasalen Weg verabreicht wird. In einer Ausführungsform in Übereinstimmung
mit der Erfindung löst die Dosierungsform längerandauernde Entzugswirkungen
aus als Naloxon alleine. In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die
obigen Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von
2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg
Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt solche
2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag
zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon und
40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg
Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
invarianten und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
ein Verfahren zur Behandlung von mittlerem bis schwerem Schmerz bei einem Patienten
durch Verabreichung einer Dosierungsform gemäß der vorliegenden Erfindung
bereitgestellt. In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen
Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen
werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon
pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis
zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise
umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, invarianten unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen
nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren
zur Behandlung von mittlerem bis schwerem Schmerz und/oder Reduzierung und/oder
Vorbeugung und/oder Behandlung von Nebenwirkungen, die während der Schmerztherapie
auftreten, wie zum Beispiel Opioid-Darmdysfunktionssyndrome, wie zum Beispiel Verstopfung,
und/oder ungünstige Erscheinungen, wie zum Beispiel Diarrhö, und/oder
Abführmitteleinnahme durch Verabreichung einer Dosierungsform gemäß
der vorliegenden Erfindung bereitgestellt. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80
mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt
solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon
pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon
und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die
Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten
und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix
frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose
und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
ein Verfahren zur Behandlung von mittlerem bis schwerem Schmerz in einem Patienten
durch Verabreichung einer Dosierungsform gemäß der vorliegenden Erfindung
bereitgestellt, wobei Missbrauch vorgebeugt oder reduziert wird. In einer bevorzugten
Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem
Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu
einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist
insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon
und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und
20 mg Naloxon. Die Dosierungsform kann die Wirkstoffe in einer verzögerten,
Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix freisetzen, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung wird ein Verfahren zur Behandlung von mittlerem bis schwerem Schmerz in
einem Patienten durch Verabreichung einer Dosierungsform gemäß der vorliegenden
Erfindung bereitgestellt, wobei Verträglichkeit gewährleistet wird und
Missbrauch und Nebenwirkungen wie zum Beispiel Opioid-Darmdisfunktionssyndrome wie
zum Beispiel Verstopfung, Diarrhö usw. vermieden oder reduziert werden. In
einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon
und Naloxon einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise
bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht.
Es ist besonders bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg
Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 g Oxycodon und
20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
ein Verfahren zur Behandlung von mittlerem bis schwerem Schmerz bereitgestellt,
in dem während des Fließgleichgewichts (steady state) die Schwere von
hervorgerufenen, opioidtypischen, ungünstigen Erscheinungen reduziert wird,
während hervorgerufene, naloxontypische, ungünstige Erscheinungen
nicht gesteigert werden und im Wesentlichen gleich bleiben.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird
ein Verfahren zur Behandlung von mittlerem bis schwerem Schmerz in Patientengruppen
bereitgestellt, wobei Oxycodonmengen verabreicht werden können, die untragbar
wären, wenn Naloxon nicht vorhanden wäre. In einer Ausführungsform
werden diese Verfahren zur Behandlung von mittlerem bis schwerem Schmerz in opioidnaiven
Patienten oder älteren Patienten verwendet.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 zeigt ein Papierformular zur Bewertung des Darmfunktionsindex
(BFI3), das für ein Verfahren zur Bewertung der Darmfunktion geeignet ist.
2 zeigt ein kreisförmiges Darmfunktionsindex-Messgerät
(GFI3), das zur Verwendung in einem Verfahren zur Bewertung der Darmfunktion geeignet
ist.
Die 3 und 4
zeigen die demographischen Daten der Patientengruppe, die in Beispiel 1 getestet
wurde.
5 zeigt das schematische Studiendesign für die
klinische Studie des Beispiels 1.
Die 6 bis 8
sind Tabellen, die die Werte für die mittlere Darmfunktion bei jeder Studienkontrolle
nach Dosierungsverhältnis, absoluter Dosierung an Naloxon und absoluter Dosierung
an Naloxon bei gegebenem gleichen Oxycodon/Naloxon-Dosierungsverhältnis in
der ITT-Population gemäß Beispiel 1 zusammenfassen.
9 ist eine Tabelle, die den Test bezüglich der
Unterschiede für jede Dosierung an Naloxon im Vergleich zum Placebo gemäß
Beispiel 1 zusammenfasst.
10 zeigt ein Oberflächendiagramm des gesamten
untersuchten Dosierungsbereichs basierend auf RSREG-Abschätzungen der Modellparameter
gemäß Beispiel 1.
11 zeigt ein Konturdiagramm der Darmfunktion mit einer
Granulation von 10 gemäß Beispiel 1.
Die 12 bis 15
zeigen die Ergebnisse für die allgemeine Bewertung der Zubereitungen, die in
Beispiel 1 untersucht wurden.
Die 16 und 17
zeigen die Ergebnisse für die Abführmitteleinnahme während der klinischen
Versuche, die in Beispiel 1 beschrieben sind.
Die 18 bis 21
zeigen die Ergebnisse für ungünstige Erscheinungen, die in den klinischen
Versuchen des Beispiels 1 beobachtet wurden.
Die 22 bis 28
zeigen die mittlere beobachtete Plasmakonzentrationszeitkurven für Oxycodon,
Naloxon-3-glucuronid, Naloxon, Noroxycodon, Oxymorphon, Noroxymorphon und 6-&bgr;-Naloxol
gemäß Beispiel 2.
29 illustriert das Studiendesign der klinischen Versuche
von Beispiel 3.
Die 30 bis 37
zeigen die Ergebnisse für die pharmakokinetischen Parameter von Oxycodon, Naloxon-3-glucuronid
und Naloxon, die in den klinischen Versuchen des Beispiels 3 beobachtet wurden.
38 illustriert das Studiendesign der klinischen Versuche
von Beispiel 4.
Die 39 und 40
erläutern das experimentelle Schmerzmodell und die gemessenen Parameter in
Beispiel 4.
Die 41 bis 43
zeigen die Ergebnisse für schmerzbedingt hervorgerufene Potentiale und mittlere
tonische Schmerzpunktzahlen, wie in Beispiel 4 gemessen.
und zeigen
die Bestimmung von pharmakokinetischen Parametern und eine Dosierungsantwortkurve
für i. v. Oxycodon in Ratten für Beispiel 5.
Die 46 bis 48
zeigen die Ergebnisse für das Auftreten von Entzugserscheinungen in Beispiel
5.
Die 49 bis 52
zeigen die Summenpunktzahl für hervorgerufene, opioidtypische und hervorgerufene,
naloxontypische, ungünstige Erscheinungen, die in Experiment 1 bestimmt wurden.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Oxycodon ist ein Opioidschmerzmittel, das auf dem deutschen Markt
als kontrolliert freisetzende Formulierung (Oxygesic®) 1998 eingeführt
wurde. Seine Indikation ist schwerer bis sehr schwerer Schmerz malignen und nicht
malignen Ursprungs. Wie alle Opioide hat Oxycodon jedoch Potential zum Missbrauch.
Die Beschränkung von narkotischen Drogen limitiert weltweit die Verwendung
von Opioiden auf dem medizinischen Gebiet und erschwert die Schmerztherapie von
chronischen Schmerzpatienten mit starken Opioiden. Gemäß der vorliegenden
Erfindung werden die Entwicklung von Gewöhnung und Abhängigkeit als auch
Verstopfung und Atemdepression als Nebenwirkungen der schmerzstillend wirksamen
Opioidagonisten wie zum Beispiel Oxycodon angesehen.
Naloxon ist ein kommerziell erhältlicher intravenöser narkotischer
Antagonist, der zur Blockade von exogen verabreichten Opioiden indiziert ist. Es
wechselwirkt mit allen Opioidrezeptorstellen (&mgr;, &kgr;, und &dgr;). Im
Anschluss an die orale Verabreichung wird Naloxon sehr schnell absorbiert (innerhalb
von 5–30 Minuten), hat jedoch eine sehr geringe orale Bioverfügbarkeit
von < 3 % aufgrund eines erheblichen First-Pass-Metabolismus. In geringen oralen
Dosierungen wird Naloxon systemisch nicht verfügbar, sondern wirkt hauptsächlich
an lokalen Opioidrezeptoren im Magen-Darmtrakt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung kann schwerer bis mittlerer
Schmerz durch Verabreichung von Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen gemäß
der vorliegenden Erfindung behandelt werden, während Nebenwirkungen während
der Schmerztherapie, wie zum Beispiel Opioid-Darmdisfunktionssyndrome, wie zum Beispiel
Verstopfung, vermieden und/oder behandelt werden, und/oder während der Missbrauch
des Medikaments vermieden oder reduziert wird. In bevorzugten Ausführungsformen
beseitigen die Dosierungsformen gemäß der vorliegenden Erfindung die Notwendigkeit
einen Patienten auf eine unmittelbar freisetzende Oxycodondosierungsform zu titrieren,
bevor der Patient auf eine verzögert freisetzende Dosierungsform zur chronischen
Therapie umgestellt wird.
Die Co-Verabreichung von Oxycodon mit Naloxon durch Verabreichung
von Dosierungsformen gemäß der vorliegenden Erfindung gewährt Vorteile
hinsichtlich einiger Nebenwirkungen des Wirkstoffs. Eine Oxycodon/Naloxon-Dosierungsform
gemäß der vorliegenden Erfindung reduziert die Häufigkeit und Intensität
von Opioid-Darmdisfunktionssyndromen wie zum Beispiel Verstopfung im Vergleich zu
Oxycodon alleine. Des weiteren reduziert eine Oxycodon/Naloxon-Dosierungsform gemäß
der vorliegenden Erfindung oralen, intranasalen und i. v. Missbrauch von Oxycodon.
Da nicht erwartet wird, dass Naloxon in das Gehirn eindringt, unterdrücken
die Dosierungsformen gemäß der vorliegenden Erfindung nicht die schmerzlindernde
Wirkung von Oxycodon. Die Menge an Naloxon in dem Kombinationsprodukt ist vorzugsweise
hoch genug, um Entzugswirkungen oder zumindest starkes Unwohlsein auszulösen.
Die Konzentrationsgradienten oder Blutplasmakurven können durch
Parameter wie zum Beispiel Cmax, tmax und AUC beschrieben
werden. Diese Parameter sind für die Beschreibung der pharmakokinetischen Eigenschaften
einer speziellen Medikamentenformulierung wichtig.
Der Cmax-Wert zeigt die maximale Blutplasmakonzentration
des Wirkstoffs, zum Beispiel Oxycodon und/oder Naloxon, an.
Der tmax-Wert zeigt den Zeitpunkt an, bei dem der Cmax-Wert
erreicht ist. Mit anderen Worten, tmax ist der Zeitpunkt der maximalen
beobachteten Plasmakonzentration. Normalerweise werden für verzögert freisetzende
Formulierungen Blutkonzentrationsgradienten mit einem späten tmax-Wert
angestrebt, da angenommen wird, dass nur auf diese Weise eine anhaltende Wirkung
garantiert werden kann. Ein Nachteil von späten tmax-Werten kann
jedoch die benötigte lange Zeitdauer zur Erreichung der schmerzstillenden Wirkung
sein.
Der AUC-Wert (Fläche unter der Kurve) entspricht der Fläche
der Konzentrationskurve. Der AUC-Wert ist proportional zu der
Menge an Wirkstoffen, d. h. das gesamte in den Blutkreislauf absorbierte Oxycodon
und Naloxon, und ist daher ein Maß für die Bioverfügbarkeit.
Der AUCt-Wert ist der Wert für die Fläche unter der Plasmakonzentrationszeitkurve
von der Zeit der Verabreichung bis zu der letzten messbaren Konzentration. AUCt
werden normalerweise unter Verwendung der linearen Trapezmethode berechnet. Wenn
möglich wird LambdaZ, die terminale Phasenmengenkonstante, abgeschätzt
unter Verwendung jener Punkte, bei denen bestimmt wurde, dass sie in der terminalen
Lock-Linearphase zu liegen. t1/2Z, welche die offensichtliche Terminalphasen-Halbwertszeit
ist, wird gewöhnlich aus dem Verhältnis von ln2 zu LambdaZ bestimmt. Die
Flächen unter der Plasmakonzentrationszeitkurve zwischen dem letzten gemessenen
Punkt und der Unendlichkeit können aus dem Verhältnis der als letztes
beobachteten Plasmakonzentration (Clast) zu LambdaZ berechnet werden.
Dieses wird dann zu dem AUCt addiert um AUCinf zu erhalten, welches die Fläche
unter der Plasmakonzentrationszeitkurve ab dem Zeitpunkt der Verabreichung bis zur
Unendlichkeit ist.
Die die Blutplasmakurve beschreibenden Parameter können in klinischen
Versuchen erhalten werden, zunächst durch Once-Off-Verabreichung der Wirkstoffe
wie zum Beispiel Oxycodon und Naloxon an eine Zahl von Testpersonen. Die Blutplasmawerte
der individuellen Testpersonen werden dann gemittelt, z.B. wird ein mittlerer AUC,
Cmax und tmax-Wert erhalten. Im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung beziehen sich pharmakokinetische Parameter wie zum Beispiel AUC, Cmax
und tmax auf mittlere Werte. Des weiteren im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung beziehen sich in vivo-Parameter wie zum Beispiel Werte für AUC, Cmax
und tmax, Darmfunktion oder schmerzstillende Wirksamkeit auf Parameter
oder Werte, die nach Verabreichung im Fließgleichgewicht oder einer einzelnen
Dosierung an menschliche Patienten und/oder gesunde menschliche Probanden erhalten
werden.
Wenn pharmakokinetische Parameter wie zum Beispiel mittleres tmax,
cmax und AUC für gesunde menschliche Probanden gemessen werden,
werden sie typischerweise durch Messung der Entwicklung der Blutplasmawerte über
die Zeit in einer Testpopulation von etwa 16 bis 24 gesunden menschlichen Probanden
erhalten. Regulierende Institutionen wie zum Beispiel die europäische Behörde
für die Evaluierung medizinischer Produkte (EMEA) oder die Food and Drug Administration
(FDA) werden für gewöhnlich Daten akzeptieren, die z.B. von 20 oder 24
Testpersonen erhalten wurden.
Der Begriff „gesunder" menschlicher Proband in diesem Zusammenhang
bezieht sich auf einen typischen Mann oder eine typische Frau von gewöhnlich
kaukasischer Herkunft mit durchschnittlichen Werten hinsichtlich Größe,
Gewicht und physiologischer Parameter wie zum Beispiel Blutdruck usw. Gesunde menschliche
Probanden für die Zwecke der vorliegenden Erfindung werden gemäß
der Einschluss- und Ausschlusskriterien ausgewählt, die auf die Empfehlungen
der internationalen Konferenz für die Harmonisierung von klinischen Versuchen
(ICH) basieren und mit diesen übereinstimmen. Für die Zwecke der vorliegenden
Erfindung können die gesunden Probanden gemäß den Einschluss- und
Ausschlusskriterien, wie in den Beispielen 2, 3, 4 und 6 ausgeführt, bestimmt
werden.
Die Einschlusskriterien umfassen daher ein Alter zwischen ≥
18 und ≤ 45 Jahren; einen BMI innerhalb des Bereichs 19–29 kg/m2
und innerhalb des Gewichtsbereich von 60–100 kg für Männer und
55–90 kg für Frauen; dass Frauen nicht stillend, nicht schwanger sein
dürfen, und einen negativen Urin-&bgr;-hCG-Schwangerschaftstest innerhalb
24 Stunden vor Erhalt der Studienmedikation bereitstellen; sowie allgemeine gute
Gesundheit, bewiesen durch die Abwesenheit von signifikant abnormalen Befunden in
der medizinischen Geschichte, physische Untersuchung, klinische Labortests, Vitalzeichen
und EKG usw.
Ausschlusskriterien umfassen Umgang mit jeglichem untersuchten Medikament
oder Placebo innerhalb 3 Monate vor der ersten Dosierung der Studienmedikation;
jede signifikante Krankheit innerhalb von 30 Tagen vor der ersten Dosierung der
Studienmedikation; jede klinisch signifikanten Abnormalitäten, die bei Vorstudien-Screenings
der medizinischen Geschichte festgestellt wurden, körperliche Untersuchungen
oder Laboranalysen; Verwendung jeder verschriebener Medikation (außer HRT für
postmenopausale Frauen und Verhütungsmittel) in den 21 Tagen, oder über
die Gegenmedikation einschließlich Säureregulierer, Vitamine, Kräuterprodukte
und/oder Mineralzusätze in den 7 Tagen vor der ersten Dosierung der Studienmedikation;
konkurrierende medizinische Zustände, die bekannt sind mit der Magen-Darm-Medikamentenabsorption
zu interferieren (z. B. verspätete Magenentleerung, Essstörungen), Verteilung
(z. B. Fettleibigkeit), Metabolisierung oder Ausscheidung (z. B. Hepatitis, Nierenentzündung);
Hintergrund von oder übereinstimmenden medizinischen Zuständen, welche
in der Meinung des Untersuchenden die Fähigkeit des Subjekts die Studie sicher
zu beenden gefährden; Hintergrund von Epilepsie, für die die Subjekte
pharmakologische Behandlung benötigen; gegenwärtiger Hintergrund von dem
Rauchen von mehr als 5 Zigaretten pro Tag; Probanden mit Anzeichen eines
andauernden oder vergangenen Hintergrund von Substanz- oder Alkoholmissbrauch entsprechend
den DSMIV-Kriterien; Subjekte, die regelmäßige Konsumierung von 2 oder
mehr alkoholischen Getränken pro Tag berichten oder ein Blutalkoholspiegel
von ≥ 0,5 % beim Screening aufwiesen; Spenden von mehr als 500 ml Blut oder
Blutprodukten oder anderer großer Blutverlust in den 3 Monaten vor der ersten
Dosierung der Studienmedikation; jedes positive Ergebnis in dem Vorstudien-Screening
auf Ethanol, Opiate, Barbiturate, Amphetamine, Kokainmetabolite, Methadon, Propoxyphen,
Phencyclidin, Benzodiazepine und Cannabinoide in der bei dem Screening gesammelten
Urinprobe; bekannte Empfindlichkeit auf Oxycodon, Naloxon oder verwandten Verbindungen,
usw.
Die Patientengruppe wird zwischen 10 bis 200 Patienten umfassen, wenn
pharmakokinetische Parameter wie zum Beispiel mittleres tmax, cmax,
und AUC in dem Patienten bestimmt werden. Eine angemessene Zahl von Patienten wird
zum Beispiel 10, 20, 30, 40, 50, 75, 100, 125 oder 150 Patienten sein. Die Patienten
werden gemäß den Symptomen des zu behandelnden Zustandes ausgewählt.
Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung können Patienten gemäß
den Einschluss- und Ausschlusskriterien von Beispiel 1 ausgewählt werden. Folglich
werden die Patienten ≥ 18 Jahre sein, an schwerem chronischen Schmerz von
Tumor- und Nicht-Tumor-Ursprung leiden, werden eine ungenügende Wirksamkeit
und/oder Verträglichkeit mit einem WHO II oder II-Schmerzstiller usw. zeigen.
Ein Patient wird für die Bestimmung von pharmakokinetischen Parametern nicht
berücksichtigt werden, wenn es Anzeichen für gegenwärtigen Alkohol-
oder Medikamentenmissbrauch gibt, gegenwärtige schwere Herz-, Gefäß-
und Atmungserkrankungen, schwere Leber- und Niereninsuffizienzen, usw.
Es versteht sich, dass Werte der pharmakokinetischen Parameter wie
oben und unten angegeben auf Basis der Daten, die in den Experimenten 2, 3, 4 und
6 erhalten wurden, die sich alle auf Einzeldosierungsstudien in gesunden menschlichen
Probanden beziehen, hergeleitet wurden. Es wird jedoch angenommen, dass vergleichbare
Ergebnisse bei Verabreichung im Fließgleichgewicht in gesunden menschlichen
Probanden oder Einzeldosierung und Verabreichung im Fließgleichgewicht in menschlichen
Patienten erhalten werden. Das Gleiche gilt entsprechend für Parameter wie
zum Beispiel die schmerzstillende Wirksamkeit, Verträglichkeit, Einnahme von
Abführmitteln, Auftreten von ungünstigen Erscheinungen usw., die im Beispiel
1 durch Testzubereitung gemäß der Erfindung in Patienten während
des Fließgleichgewichts bestimmt wurden.
Die Berechnung der pharmakokinetischen Parameter kann mit WinNolin
Enterprise Edition, Version 4.1 durchgeführt werden.
Der Begriff „Bioverfügbarkeit" ist zum Zwecke der vorliegenden
Erfindung definiert als das Ausmaß mit dem Wirkstoffe wie zum Beispiel Oxycodon
und Naloxon von der Einheitsdosierungsform absorbiert werden.
Der Begriff „verzögert freisetzen" ist zum Zwecke der
vorliegenden Erfindung definiert als die Freisetzung von Oxycodon und/oder Naloxon
in solch einer Menge, dass die Blutspiegel innerhalb des therapeutischen Rahmens
gehalten werden, jedoch unterhalb des toxischen Spiegels über eine Zeitperiode
von etwa 8 Stunden oder über 12 Stunden oder über 24 Stunden oder sogar
länger. Der Begriff „verzögert freisetzen" unterscheidet die Zubereitungen
gemäß der Erfindung von „rasch freisetzenden" Zubereitungen.
Der Ausdruck „(anfängliche) rasche Steiggeschwindigkeit"
im Bezug auf Oxycodon-Blutplasmakonzentration wird zum Zwecke der vorliegenden Erfindung
definiert als kennzeichnend, dass die minimale wirksame schmerzstillende Konzentration
in Patienten, die messbaren, wenn nicht signifikanten, Schmerz zum Zeitpunkt der
Dosierung haben, schnell erreicht wird. Dies kann insbesondere durch Verabreichung
einer Dosierungsform gemäß der vorliegenden Erfindung erreicht werden,
die ein tmax von bis zu 17 Stunden, vorzugsweise bis zu 10 Stunden, mehr
bevorzugt bis zu 6 Stunden oder sogar weniger, zum Beispiel bis zu 5 Stunden oder
bis zu 4 Stunden oder bis zu 3 Stunden bietet.
Der Begriff T1/2 ist zum Zwecke der vorliegenden Erfindung
definiert als die Zeit, die für den Übergang der Hälfte der absorbierbaren
Dosierung an Oxycodon und/oder Naloxon in das Plasma notwendig ist. Dieser Wert
kann als ein „wahrer" Wert berechnet werden (was die Wirkung von Eliminationsprozessen
berücksichtigen würde), im Gegensatz zu einer „scheinbaren" Absorptionshalbwertszeit.
Der Begriff „im Fließgleichgewicht" bedeutet, dass ein
Plasmaspiegel für ein gegebenes Medikament erreicht wurde und mit nachfolgenden
Dosierungen des Medikaments bei einem Spiegel aufrecht erhalten wird, der bei oder
über dem minimalen wirksamen therapeutischen Spiegel liegt und unterhalb des
minimalen toxischen Plasmaspiegels für Oxycodon ist. Für Opioidschmerzmittel
wie Oxycodon wird der minimal effektive, therapeutische Spiegel teilweise durch
das Ausmaß der Schmerzlinderung, die in einem gegebenen Patienten erreicht
wird, bestimmt. Es ist für den medizinischen Fachmann verständlich, dass
Schmerzmessungen hochsubjektiv sind, und große individuelle Variationen innerhalb
der Patienten auftreten können. Es ist klar, dass nach der Verabreichung jeder
Dosierung die Konzentration ein Maximum durchläuft und dann wieder auf ein
Minimum abfällt.
Das Fließgleichgewicht kann folgendermaßen beschrieben werden:
Bei einer Zeit t = 0, die Zeit bei der die erste Dosierung verabreicht wurde, ist
die Konzentration C also 0. Die Konzentration durchläuft dann ein erstes Maximum
und fällt dann in ein erstes Minimum. Bevor die Konzentration auf 0 fällt
wird eine weitere Dosierung verabreicht, so dass der zweite Anstieg der Konzentration
nicht bei 0 beginnt. Aufbauend auf das erste Konzentrationsminimum durchläuft
die Kurve ein zweites Maximum nachdem die zweite Dosierung verabreicht wurde, welche
oberhalb des ersten Maximums liegt, und fällt dann in ein zweites Minimum,
welches oberhalb des ersten Minimums liegt. Die Blutplasmakurve steigt daher aufgrund
der wiederholten Dosierungen und der damit verbundenen Schritt für Schritt-Anreicherung
des Wirkstoffs an, bis sie sich an einem Punkt einpegelt, bei dem Absorption und
Elimination im Gleichgewicht sind. Dieser Zustand, bei dem Absorption und Elimination
im Gleichgewicht sind und die Konzentration konstant zwischen einem definierten
Minimum und einem definierten Maximum oszilliert, nennt man Fließgleichgewicht.
Die Begriffe „Versorgungsbehandlung" (maintenance therapy)
und „chronische Behandlung" sind für Zwecke der vorliegenden Erfindung
definiert als die Medikamentenbehandlung, die an einen Patienten verabreicht wird
nachdem ein Patient mit einem Opioidschmerzmittel bis zu einem Fließgleichgewicht,
wie oben definiert, titriert wurde.
Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung bezieht sich „Agonist"
oder „Schmerzmittel" immer auf Oxycodon und „Antagonist" bezieht sich
immer auf Naloxon. Wirkstoffe gemäß der vorliegenden Erfindung sind Oxycodon
und/oder Naloxon und/oder pharmazeutisch verträgliche Salze davon. Sofern nicht
anderweitig ausdrücklich angemerkt beziehen sich Mengen und Verhältnisse
der Wirkstoffe wie hier beschrieben auf die tatsächlich verwendete Form, d.
h. die freie Base oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon. Des weiteren,
sofern nicht ausdrücklich anderweitig angemerkt, beziehen sich Mengen und Verhältnisse
der Wirkstoffe wie hier beschrieben auf die wasserfreie Form der Komponenten.
Gemäß einem weiteren Aspekt stellt die vorliegende Erfindung
eine Dosierungsform bereit umfassend Oxycodon und Naloxon, die ein mittleres tmax
für Oxycodon von etwa 1 bis etwa 17 Stunden, von etwa 2 bis etwa 2 bis etwa
15 Stunden, von etwa 3 bis etwa 8 Stunden oder von etwa 4 bis etwa 5 Stunden nach
der Verabreichung einer einzelnen Dosierung oder im Fließgleichgewicht an gesunde
menschliche Subjekte oder Patienten bietet. Mittlere tmax-Werte von Oxycodon
von etwa 6, etwa 7, etwa 9, etwa 10, etwa 11, etwa 12, etwa 13, etwa 15, etwa 16
Stunden oder mehr sind ebenfalls bevorzugt. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bei einer Gesamtmenge von 80 mg
Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist besonders bevorzugt solche
2:1-Zubereitungen in einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu
verabreichen. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, bieten die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung eine Verbesserung der Darmfunktion während
der Schmerztherapie. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung bedeutet eine
Verbesserung der Darmfunktion während der Schmerztherapie normalerweise, dass
die Darmfunktion im Vergleich zu der Verabreichung von Oxycodon alleine, d. h. in
Kombination mit einem Naloxonplacebo, verbessert ist.
Die Darmfunktion wird normalerweise durch Beobachtung von Parametern,
die mit der Darmfunktion zusammenhängen, bewertet. Insbesondere kann die Darmfunktion
basierend auf Parameter bestimmt werden, die ausgewählt sind aus Leichtigkeit
oder Schwierigkeit des Stuhlgangs, Gefühl von unvollständiger Darmentleerung
und/oder persönlicher Beurteilung des Patienten hinsichtlich Verstopfung. Andere
Parameter, die alternativ, oder zusätzlich, zur Bewertung der Darmfunktion
des Patienten beobachtet werden können, beinhalten neben anderen Dingen Stuhlhäufigkeit,
Stuhlkonsistenz, Krämpfe und schmerzvollen Stuhlgang.
Es ist bevorzugt die Darmfunktion durch Messung von Parametern, die
mit der Darmfunktion zusammenhängen, zu bestimmen, durch Verwendung von numerischen
analogen Skalen (NAS) für diese Parameter, da dies genauere Ergebnisse bieten
kann. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Darmfunktion bei Patienten bewertet
wird, die eine Behandlung mit Schmerzmitteln erhalten, da die schmerzstillende Wirksamkeit
von Medikamenten normalerweise unter Verwendung numerischer analoger Skalen erfolgt.
Patienten, die eine Behandlung mit Schmerzmitteln erhalten, sind es daher gewohnt
mit numerischen analogen Skalen umzugehen, was den Erhalt aussagekräftiger
Ergebnisse ermöglicht.
In einer bevorzugten Ausführungsform stellen die Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung eine Verbesserung der Darmfunktion bereit,
die durch eine Verbesserung der mittleren Darmfunktionspunktzahl von zumindest 5,
zumindest etwa 8, zumindest etwa 10 oder zumindest etwa 15 Stunden nach Verabreichung
im Fließgleichgewicht oder einer einzelnen Dosierung an einen menschlichen
Patienten oder ein gesundes menschliches Subjekt charakterisiert ist, wobei die
mittlere Darmfunktionspunktzahl mit einer numerischen analogen Skala gemessen wird,
die von 0 bis 100 reicht. In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche
Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1.
Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon
und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen
bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen.
Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr
bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform kann die Wirkstoffe
in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix freisetzen, die hinsichtlich ihrer
Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol
geformt ist.
Gemäß der Erfindung kann die Darmfunktion durch den Darmfunktionsindex
(BFI) bewertet werden, der vorzugsweise im Patienten gemessen wird. In diesem Zusammenhang
können die Einschluss- und Ausschlusskriterien des Beispiels 1 auf die ausgewählten
Patienten angewendet werden. Der BFI kann ähnlich unter Verwendung einer vergleichbaren
Patientenzahl wie in Beispiel 1 gemessen werden.
Die Begriffe BFI und BFI3 werden für die Zwecke der vorliegenden
Erfindung untereinander austauschbar verwendet.
Die mittlere Darmfunktionspunktzahl wird insbesondere durch ein Verfahren
zur Bewertung der Darmfunktion bei einem Patienten bestimmt, das die folgenden Schritte
umfasst:
- – Versorgung des Patienten mit einer numerischen analogen Skala für
zumindest einen Parameter, wobei der Parameter mit der Darmfunktion im Zusammenhang
steht;
- – Veranlassung des Patienten auf der numerisch analogen Skala die Menge
und/oder Intensität des erfahrenen Parameters anzuzeigen; und
- – Beobachtung der Menge und/oder Intensität des zumindest einen
Parameters, der auf der numerisch analogen Skala zur Bestimmung der Darmfunktion
angezeigt ist.
Der Patient zeigt normalerweise die Menge und/oder Intensität
der erfahrenen Parameter während der letzten Tage oder Wochen an, zum Beispiel
während der letzten 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 10 oder 14 Tage.
Die numerisch analoge Skala auf der der/die Patient/in seine/ihre
subjektive Erfahrung der beobachteten Parameter anzeigt, kann jede Größe
oder Form haben und kann von 0 oder jeder anderen Zahl bis zu jeder Zahl reichen,
wie zum Beispiel von 0 bis 10 oder von 0 bis 50 oder von 0 bis 300 oder von 1 bis
10.
Wenn mehr als ein Parameter beobachtet wird, kann die mittlere Darmfunktion
in Form eines numerischen Wertes erhalten werden, der der Mittelwert der beobachteten
Parameter ist, z.B. die drei numerisch analogen Skalenwerte für die Leichtigkeit
oder Schwierigkeit des Stuhlgangs, das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
und die Beurteilung der Verstopfung. Die mittlere Darmfunktion wird auch als mittlere
Darmfunktionspunktzahl, als Darmfunktionsindex oder BFI3 (wenn drei Parameter beobachtet
werden) bezeichnet.
Parameter, die bei der Darmfunktion gemessen werden oder die mit der
Darmfunktion zusammenhängen, können Opioid-Darmdysfunktions(OBD)-Syndrome
umfassen. OBD ist eine oft schwere ungünstige Medikamentenreaktion, die mit
starken Opioidschmerzmittelbehandlungen, wie zum Beispiel Oxycodon, zusammenhängt,
das die ununterbrochene Behandlung der Schmerzpatienten begrenzt. OBD steht zuallererst
im Zusammenhang mit Verstopfung, aber auch mit abdominalen Krämpfen, Blutungen
und gastroesophagealem Reflux.
Die Darmfunktion kann insbesondere basierend auf den folgenden drei
Parametern bestimmt werden:
- – Leichtigkeit oder Schwierigkeit des Stuhlgangs, zum Beispiel während
der letzten 7 Tage gemäß der Bewertung des Patienten, wobei 0 keinen Schwierigkeiten
entspricht und 100 starken Schwierigkeiten entspricht;
- – Gefühl von unvollständiger Darmentleerung, zum Beispiel während
der letzten 7 Tage gemäß der Bewertung des Patienten, wobei 0 keinem Gefühl
von unvollständiger Darmentleerung entspricht und 100 einem sehr starken Gefühl
von unvollständiger Darmentleerung entspricht;
- – persönliche Beurteilung des Patienten hinsichtlich Verstopfung,
zum Beispiel während der letzten 7 Tage, wobei 0 keiner Verstopfung entspricht
und 100 einer sehr starken Verstopfung entspricht.
Die mittlere Darmfunktion kann in Form eines numerischen Wertes erhalten
werden, der dem Mittelwert der beobachteten Parameter entspricht, z.B. der drei
numerisch analogen Skalenwerte für die Leichtigkeit und Schwierigkeit des Stuhlgangs,
des Gefühls von unvollständiger Darmentleerung und der Beurteilung der
Verstopfung.
Insbesondere wird das Verfahren zur Bewertung der Darmfunktion unter
Verwendung von Geräten oder analogen Skalen wie im Folgenden beschrieben durchgeführt.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Parameterskala
oder numerisch analoge Skala, die dem Patienten vorgelegt wird, eine ununterbrochene
Linie sein, die außer an den Enden, wo keine Erfahrung oder eine sehr starke
Erfahrung des zu beobachtenden Parameters anzeigt wird, keine anderen Anzeigen oder
Markierungen beinhaltet. Der Patient wird dann veranlasst das Ausmaß und/oder
die Intensität der erfahrenen Parameter durch einen Strich an der ununterbrochenen
Linie anzuzeigen. Dann kann der Gesundheitsfürsorgeanbieter oder medizinische
Fachmann die Distanz von dem Strich zu dem Ende, das keine Erfahrung anzeigt oder
zu dem Ende das eine sehr starke Erfahrung anzeigt, messen, und diese Messung durch
die Distanz zwischen beiden Enden dividieren. Das Ergebnis ist ein numerischer Wert,
der eine Punktzahl für die Darmfunktion darstellt. Wenn mehr als ein Parameter
beobachtet wird, wird die mittlere Darmfunktionspunktzahl normalerweise durch Mittelung
der numerisch analogen Skalenwerte für jeden Parameter bestimmt. Wenn drei
Parameter beobachtet werden, wird die mittlere Darmfunktionspunktzahl auch als Darmfunktionsindex
oder BFI3 bezeichnet. Die Rom-II-Kriterien können durch diese Skala bestimmt
werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform veranschaulicht
1 ein Beispiel für ein Papierformular, das zur
Bewertung des Darmfunktionsindex oder der mittleren Darmfunktionspunktzahl verwendet
werden kann. Insbesondere kann der Patient oder der medizinische Fachmann, der für
diesen Patient verantwortlich ist, aufgefordert werden die auf dem Papierformular
wiedergegebenen Fragen zu beantworten, die Parameter betreffen, die mit der Darmfunktion
zusammenhängen wie zum Beispiel die Leichtigkeit oder Schwierigkeit des Stuhlgangs,
zum Beispiel während der letzten 1, 3, 7 oder 14 Tage; das Gefühl der
unvollständigen Darmentleerung, zum Beispiel während der letzten 1, 3,
7 oder 14 Tage; und eine persönliche Beurteilung des Patienten hinsichtlich
Verstopfung, ebenfalls zum Beispiel während der letzten 1, 3, 7 oder 14 Tage.
Die Fragen werden gemäß dieser Ausführungsform beantwortet, indem
eine Markierung auf der Linie zwischen 0 und 100 gemacht wird, wobei 0 keiner Schwierigkeit
entspricht und 100 großen Schwierigkeiten des Stuhlgangs entspricht und/oder
wobei 0 keinem Gefühl von unvollständiger Darmentleerung entspricht und
100 einem sehr starken Gefühl unvollständiger Darmentleerung entspricht
und/oder wobei 0 keiner Verstopfung entspricht und 100 einer sehr starken Verstopfung
entspricht. Die Skala kann natürlich von 0 oder jeder anderen Zahl bis zu jeder
anderen Zahl reichen, zum Beispiel von 0 bis 10 oder 0 bis 50 oder 0 bis 300 oder
1 bis 10. Die drei numerischen Werte, die zum Beispiel durch Messung der Distanz
von der Markierung zu dem Ende, das keine Erfahrung anzeigt, oder zu dem Ende, das
eine sehr starke Erfahrung anzeigt, und Teilung dieser Messung durch die Distanz
zwischen beiden Enden erhalten werden können, werden dann vorzugsweise addiert
und durch drei geteilt, um die mittlere Darmfunktionspunktzahl oder den mittleren
Darmfunktionsindex (BFI) oder BFI3 zu erhalten.
2 veranschaulicht gemäß einer weiteren Ausführungsform
ein Beispiel eines kreisförmigen BFI-Messgeräts zur Bestimmung der mittleren
Darmfunktionspunktzahl. Ein kreisförmiges BFI-Messgerät enthält vorzugsweise
ein Papierformular mit Fragen, die die Einschätzung des Patienten hinsichtlich
eines oder mehrerer Parameter betreffen, die mit der Darmfunktion wie oben beschrieben
in Zusammenhang stehen. Des weiteren enthält ein solches kreisförmiges
BFI-Messgerät vorzugsweise eine numerische Skala auf einem inneren Kreis und
eine numerische Skala auf einer äußeren Skala. Die numerischen Skalen
stehen vorzugsweise so miteinander im Zusammenhang, dass der Wert auf einer Skala
das Vielfache eines entsprechenden Wertes auf der anderen Skala ist, wobei der Faktor
der Zahl der Parameter entspricht, die beobachtet werden. Wenn zum Beispiel drei
Parameter beobachtet werden, dann zeigt der Wert auf der einen Skala den entsprechenden
Wert auf der anderen Skala geteilt oder multipliziert mit drei. Des weiteren besitzt
das BFI-Messgerät eine Nadel oder einen Zeiger, der in der Mitte des Kreises
befestigt ist und um den Kreis herum bewegt werden kann, um die Zuordnung der entsprechenden
Werte auf den numerischen Skalen des inneren und äußeren Kreises
zu erleichtern.
Es sind zum Beispiel drei Fragen bezüglich der Leichtigkeit oder
Schwierigkeit des Stuhlgangs, zum Beispiel während der letzten 7 Tage, wobei
0 keinen Schwierigkeiten entspricht und 100 sehr großen Schwierigkeiten entspricht;
das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung, zum Beispiel während
der letzten 7 Tage entsprechend der Patientenbewertung, wobei 0 „nicht" entspricht
und 100 „sehr stark" entspricht; und eine persönliche Beurteilung des
Patientens hinsichtlich Verstopfung, auf dem inneren Feld eines Kreises des BFI-Messgeräts
angegeben, um den BFI3 zu erhalten. Auf dem inneren Kreis (3) ist eine
Skala angebracht, die im Uhrzeigersinn von 0–300 reicht. Auf dem äußeren
Kreis (4) ist eine Skala angebracht, die im Uhrzeigersinn von 0–100
reicht, die in einer Linie mit den Markierungen der Skala des inneren Kreises liegt
und die Werte des inneren Kreises geteilt durch 3 zeigt. Um die Berechnung zu erleichtern
ist eine Nadel oder ein Zeiger (1) in der Mitte des Kreises befestigt,
die/der um den Kreis herum bewegt werden kann. An dem äußeren Ende der
Nadel ist ein Fenster (2), das die Zahlen des inneren und äußeren
Kreises umrahmt. Zur Bestimmung der mittleren Darmfunktion kann die Nadel zu der
Zahl im inneren Kreis bewegt werden, die das Ergebnis der Frage 1 ist. Dann kann
das Ergebnis der Frage 2 durch Bewegen der Nadel zu diesem Punkt auf dem inneren
Kreis addiert werden. In einem dritten Schritt wird das Ergebnis der Frage 3 durch
Bewegen der Nadel auf den resultierenden Punkt des inneren Kreises addiert. Als
Ergebnis kann die mittlere Darmfunktionspunktzahl auf dem äußeren Kreis
abgelesen werden.
In weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann das Verfahren
gemäß der vorliegenden Erfindung mit analogen Skalen durchgeführt
werden wie in US 6,258,042 B1 und
WO 03/073937 A1 beschrieben, die an die Geräte oder analogen Skalen wie oben
beschrieben angepasst werden müssen. Die Offenbarungen dieser beiden Literaturhinweise
werden hiermit per Zitat mit einbezogen.
Vorzugsweise oder alternativ stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen schmerzstillenden Effekt für
zumindest 8 Stunden bereit, mehr bevorzugt für zumindest 12 Stunden oder am
meisten bevorzugt für zumindest etwa 24 Stunden nach Verabreichung im Fließgleichgewicht
der einzelnen Dosierung an menschliche Patienten.
Vorzugsweise oder alternativ stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung ein mittleres tmax für
Oxycodon bei etwa 1 bis etwa 17 Stunden, bei etwa 2 bis etwa 15 Stunden, bei etwa
3 bis etwa 8 Stunden oder bei etwa 4 bis etwa 5 Stunden nach Verabreichung im Fließgleichgewicht
oder einer einzelnen Dosierung an menschliche Patienten oder gesunde menschliche
Probanden bereit. In einer bevorzugten Ausführungsform stellt die Dosierform
ein mittleres tmax bei 3 Stunden, 3,5 Stunden oder 4,0 Stunden für
Oxycodon nach Verabreichung im Fließgleichgewicht oder einer einzelnen Dosierung
an menschliche gesunde Probanden oder menschliche Patienten bereit. In einer bevorzugten
Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem
Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu
einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist
insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon
und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierform etwa
80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg
Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise oder alternativ stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung ein mittleres tmax für
Naloxon-3-glucoronid bei etwa 0,25 bis etwa 15 Stunden, bei etwa 0,5 bis etwa 12
Stunden, bei etwa 1 bis etwa 4 Stunden oder bei etwa 1 bis etwa 3 Stunden nach Verabreichung
im Fließgleichgewicht oder einer einzelnen Dosierung an menschliche Patienten
oder gesunde humane Subjekte bereit. In einer bevorzugten Ausführungsform stellt
die Dosierungsform ein mittleres tmax bei 0,5 Stunden, 1 Stunde oder
2,0 Stunden für Naloxon-3-glucoronid nach Verabreichung im Fließgleichgewicht
oder einer einzelnen Dosierung an menschliche gesunde Probanden oder menschliche
Patienten bereit. In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen
Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen
werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon
pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis
zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise
umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, Invarianten unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen
nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren AUCt-Wert für Oxycodon
von etwa 100 ng·h/ml oder etwa 200 ng·h/ml oder etwa 300 ng·h/ml
bis etwa 600 ng·h/ml bereit, mehr bevorzugt etwa 400 ng·h/ml bis etwa
550 ng·h/ml und am meisten bevorzugt von etwa 450 ng·h/ml bis etwa 510
ng·h/ml. Vorzugsweise beziehen sich diese mittleren AUCt-Werte für Oxycodon
auf eine Oxycodon-Naloxon-Dosierungsform gemäß der vorliegenden Erfindung,
die 40 mg Oxycodon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon umfasst
und zum Beispiel 20 mg Naloxon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon.
Die obigen Werte beziehen sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung oder eine
Verabreichung im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Probanden oder Patienten.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon
und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Die Dosierungsform setzt die
Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, invarianten und unabhängigen
Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich
ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol
geformt ist.
Für Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen gemäß der vorliegenden
Erfindung, die weniger als 40 mg Oxycodon oder ein pharmazeutisch verträgliches
Salz davon umfassen, können die mittleren AUCt-Werte für Oxycodon geringer
sein, wie etwa 50 ng·h/ml oder 75 ng·h/ml. Dies kann der Fall sein, wenn
20 mg Oxycodon und 10 mg Naloxon oder 10 mg Oxycodon und 5 mg Naloxon verabreicht
werden (siehe z. B. Beispiel 3 und 4). Diese Werte beziehen sich ebenfalls auf eine
einzelne Dosierungsverabreichung oder eine Verabreichung im Fließgleichgewicht
an gesunde menschliche Subjekte oder Patienten.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren AUCt/mg-Oxycodon-Wert
für Oxycodon von etwa 10 ng·h/ml mg bis etwa 15 ng·h/ml mg bereit,
vorzugsweise etwa 10 ng·h/ml mg bis etwa 14 ng·h/ml mg und am meisten
bevorzugt von 11,2 ng·h/ml mg bis etwa 14 ng·h/ml. Die obigen Werte beziehen
sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung oder eine Verabreichung im Fließgleichgewicht
an gesunde menschliche Probanden oder Patienten. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon.
Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
invarianten und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren AUCt-Wert für Naloxon-3-glucuronid
von etwa 100 ng·h/ml oder etwa 200 ng·h/ml oder etwa 300 ng·h/ml
bis etwa 750 ng·h/ml bereit, mehr bevorzugt etwa 400 ng·h/ml bis etwa
700 ng·h/ml und am meisten bevorzugt von etwa 500 ng·h/ml bis etwa 600
ng·h/ml. Vorzugsweise beziehen sich diese mittleren AUCt-Werte für Naloxon-3-glucuronid
auf eine Oxycodon/Naloxon-Dosierungsform gemäß der vorliegenden Erfindung,
die 40 mg Oxycodon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon umfasst
und z.B. 20 mg Naloxon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon. Die
obigen Werte beziehen sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung oder eine Verabreichung
im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Subjekte oder Patienten. In einer
bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon
im Gewichtsverhältnis von 2:1. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa
40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren AUCt/mg-Naloxonwert für
Naloxon-3-glucuronid von etwa 20 ng·h/ml mg bis etwa 35 ng·h/ml mg bereit,
vorzugsweise von etwa 25 ng·h/ml mg bis etwa 30 ng·h/ml mg. Die obigen
Werte beziehen sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung oder eine Verabreichung
im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Probanden oder Patienten. In einer
bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon
in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren Cmax-Wert
für Oxycodon von etwa 5 ng/ml bis etwa 50 ng/ml bereit, mehr bevorzugt
von etwa 20 ng/ml bis 40 ng/ml oder am meisten bevorzugt von etwa 30 ng/ml bis etwa
35 ng/ml. Vorzugsweise beziehen sich diese mittleren Cmax-Werte für
Oxycodon auf Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen gemäß der vorliegenden
Erfindung, die 40 mg Oxycodon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon
umfassen und z.B. 20 mg Naloxon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz
davon. Die obigen Werte beziehen sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung
oder Verabreichungen im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Probanden
oder Patienten. In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen
Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Vorzugsweise umfasst
die Dosierungsform 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die
Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen
Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich
ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol
geformt ist.
Für Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen gemäß der vorliegenden
Erfindung, die weniger als 40 mg Oxycodon oder eines pharmazeutisch verträglichen
Salzes davon umfassen, können die mittleren Cmax-Werte für
Oxycodon geringer sein, wie etwa 1 ng/ml oder 3 ng/ml. Dies kann der Fall sein,
wenn 20 mg Oxycodon und 10 mg Naloxon oder 10 mg Oxycodon und 5 mg Naloxon verabreicht
werden (siehe z. B. Beispiel 3 und 4).
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren Cmax-Wert
für Oxycodon von etwa 0,125 ng/ml mg Oxycodon bis etwa 1,25 ng/ml mg Oxycodon
bereit, mehr bevorzugt von etwa 0,5 ng/ml mg Oxycodon bis 1 ng/ml mg Oxycodon oder
am meisten bevorzugt von etwa 0,75 ng/ml mg Oxycodon bis etwa 0,875 ng/ml mg Oxycodon.
Die obigen Werte beziehen sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung oder Verabreichung
im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Probanden oder Patienten. In einer
bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon
in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren Cmax-Wert
für Naloxon-3-glucuronid von etwa 10 pg/ml bis etwa 100 pg/ml bereit, mehr
bevorzugt von etwa 40 pg/ml bis 90 pg/ml oder am meisten bevorzugt von etwa 60 pg/ml
bis etwa 90 pg/ml. Vorzugsweise beziehen sich diese mittleren Cmax-Werte
für Oxycodon auf eine Oxycodon/Naloxon-Dosierungsform gemäß der vorliegenden
Erfindung, die 40 mg Oxycodon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon
umfasst und z.B. 20 mg Naloxon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon.
Die obigen Werte beziehen sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung oder Verabreichung
im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Probanden oder Patienten. In einer
bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon
in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung einen mittleren Cmax-Wert
für Naloxon-3-glucuronid von etwa 2 pg/ml mg Naloxon und bis etwa 4,5 pg/ml
mg Naloxon bereit, mehr bevorzugt von etwa 3 pg/ml mg Naloxon bis 4,5 pg/ml mg Naloxon.
Die obigen Werte beziehen sich auf eine einzelne Dosierungsverabreichung oder eine
Verabreichung im Fließgleichgewicht an gesunde menschliche Probanden oder Patienten.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon
und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Die Oxycodon-Naloxon-Formulierungen gemäß der vorliegenden
Erfindung, die eine anfängliche schnelle Steiggeschwindigkeit bezüglich
der Plasmakonzentration bieten und/oder einen tmax-Wert von z.B. bis
zu 8 Stunden, vorzugsweise bis zu 6 Stunden oder bis zu 5 Stunden oder sogar bis
zu 4 Stunden, sind dahingehend vorteilhaft, dass eine schnelle und größere
schmerzstillende Wirksamkeit erreicht wird. Es ist keine im Wesentlichen flache
Serumskonzentrationskurve vorhanden, sondern es wird stattdessen eine viel schnellere
anfängliche Opioidfreisetzung bereitgestellt, so dass die minimale wirksam
schmerzstillende Konzentration schneller in vielen Patienten erreicht
werden kann. Dies macht die Dosierungsformen gemäß der vorliegenden Erfindung
ebenfalls geeignet zur Titration von Patienten, wobei die Notwendigkeit einer ersten
Titration auf eine rasch freisetzende Oxycodon/Naloxon-Dosierungsform vor dem Umstellen
des Patienten auf eine verzögert freisetzende Dosierungsform für die chronische
Therapie vermieden wird. Die obigen tmax-Werte beziehen sich auf eine
einzelne Dosierungsverabreichung oder eine Verabreichung im Fließgleichgewicht
an gesunde menschliche Probanden oder Patienten. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80
mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt
solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon
pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierform etwa 80 mg Oxycodon
und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die
Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten
und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix
frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose
und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, stellen die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung eine Wirksamkeit und Verträglichkeit
bereit, die von den Patienten als gleich gut wie die Wirksamkeit und Verträglichkeit
von Zubereitungen beurteilt wird, die die gleiche Menge Oxycodon umfassen, jedoch
kein Naloxon.
Eine allgemeine Bewertung der Wirksamkeit kann bei Patienten, durch
Verwendung einer numerischen, analogen Skala von 0 bis 7 gemessen werden (1 = sehr
gut, 2 = gut, 3 = ganz gut, 4 = mittelmäßig, 5 = etwas schlecht, 6 = schlecht,
7 = sehr schlecht). Die Verträglichkeit kann in Patienten durch Verwendungen
der gleichen numerischen, analogen Skala von 0 bis 7 gemessen werden. Ein anderer
Parameter, der berücksichtigt werden kann, ist die Präferenz bezüglich
der Beibehaltung (Oxycodon/Naloxon-Kombination) oder Titration/Einstellung (nur
Oxycodon) in Bezug auf die Wirksamkeit/Verträglichkeit der Studienmedikation
unter Verwendung einer 0 bis 3 NAS (1 = Titration/Einstellung, 2 = Beibehaltung,
3 = keine Präferenz).
Für die allgemeine Bewertung der Wirksamkeit, Verträglichkeit
und Präferenz können dann zusammenfassende Statistiken gemäß
der Erfindung für die Gruppendosierungsverhältnisse von Oxycodon und Naloxon
durchgeführt werden, die absolute Dosierung von Naloxon und die absolute Dosierung
von Naloxon bei gegebenem gleichen Oxycodon/Naloxon-Verhältnis.
Gemäß einer Ausführungsform stellt die vorliegende
Erfindung Dosierungsformen von Oxycodon und Naloxon bereit, die hinsichtlich der
Wirksamkeit von mehr als 50 % der Patienten und insbesondere von mehr als 70 % der
Patienten als gut oder sehr gut eingestuft wurden, wenn das oben genannte NAS verwendet
wurde.
Zusätzliche oder alternative Dosierungsformen gemäß
der vorliegenden Erfindung umfassen Oxycodon und Naloxon und werden hinsichtlich
der Verträglichkeit als gut oder sehr gut von mehr als 60 % der Patienten und
vorzugsweise von mehr als 70 oder sogar 80 % der Patienten eingestuft, wenn das
oben erwähnte NAS verwendet wird. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80
mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt
solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon
pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon
und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die
Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten
und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix
frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose
und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Vorzugsweise, oder alternativ, erlauben die Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformen
gemäß der vorliegenden Erfindung eine Reduktion hinsichtlich der Dosierung
und Häufigkeit von Abführmitteleinnahmen im Vergleich zu einer Zubereitung,
die nur Oxycodon aber kein Naloxon umfasst.
OBD-Symptome, wie zum Beispiel Verstopfung, sind typische Nebenwirkungen
der Opioidverabreichung und werden typischerweise durch die Verabreichung von Abführmitteln
behandelt. Es ist jedoch nicht bekannt, ob ein bestimmtes Opioidagonist zu Antagonistverhältnis
existiert, das nicht nur Wirksamkeit und Verträglichkeit gewährleistet,
sondern auch gleichzeitig OBD-Symptome wie Verstopfung vermeidet oder zumindest
reduziert.
Die Abführmitteleinnahme/mittlere Abführmittel-Dosierungsentwicklung
kann gemäß der Erfindung anhand der Patientenberichte berechnet werden.
In einer Ausführungsform der Erfindung wird eine Analyse der mittleren Abführmitteldosierung
und/oder Abführerscheinungen während der letzten sieben Tage für
die Patienten durchgeführt. In diesem Zusammenhang können die Abführmittel
anhand des WHO ATC-Code A06A identifiziert werden. Für die Abführmitteleinnahme
kann die Zahl der Tage mit Abführmittel während der letzten sieben Tage
und die Prozentzahl der Tage mit Abführmittel während der letzten sieben
Tage für jeden Studienaufenthalt berechnet werden. Zusätzlich kann die
Prozentzahl der Tage mit Abführmittel während der gesamten Beibehaltungsphase
und während der gesamten darauffolgenden Phase berechnet werden. Ein Beispiel
für die Bestimmung der Notwendigkeit der Abführmitteleinnahme und den
Einfluss der Zubereitungen gemäß der vorliegenden Erfindung ist in Beispiel
1 gegeben.
Gemäß einer Ausführungsform stellt die vorliegende
Erfindung Dosierungsformen von Oxycodon und Naloxon bereit, die eine Reduktion der
Tage mit Abführmitteleinnahme von zumindest 10 %, vorzugsweise von zumindest
20 %, mehr bevorzugt von zumindest 25 % und noch mehr bevorzugt von zumindest 30
% bietet. Manche Dosierungsformen der vorliegenden Erfindung ermöglichen sogar
eine Reduktion von zumindest 35 % oder zumindest 40 %. Das gleiche gilt auch für
die Dosierung bei der Abführmitteleinnahme. In einer bevorzugten Ausführungsform
umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80
mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt
solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon
pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon
und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die
Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten, Invarianten
und unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix
frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer Ethylzellulose
und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bezieht
sich auf Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformzubereitungen, die vorzugsweise, oder alternativ,
im Wesentlichen keine Entzugssymptome im Patienten oder gesunden menschlichen Probanden
auslösen, d. h. Gruppen von Opioidanwendern, die nicht mit Opioidabhängigen
und Drogenmissbrauchenden verwechselt werden dürfen.
Eine der Gründe für die Verwendung von Naloxon in Kombination
mit Oxycodon besteht darin Missbrauch der erfindungsgemäßen Zubereitung
durch jene opioidabhängigen Individuen oder Drogenmissbrauchenden zu verhindern.
Entzugssymptome sollten jedoch nicht auftreten, wenn Zubereitungen mit Opioidagonisten
und Antagonisten an Patienten, die eine Schmerztherapie benötigen, verabreicht
werden. Die vorliegende Erfindung zeigt, dass überraschend Zubereitungen von
Oxycodon und Naloxon mit bestimmten Verhältnissen existieren, die eine schmerzstillende
Wirksamkeit gewährleisten, die von den Patienten sehr gemocht werden, die eine
spezifische Behandlung von Nebenwirkungen wie zum Beispiel Verstopfung und Abführmitteleinnahme
ermöglichen, und die gleichzeitig nicht zu signifikanten Entzugssymptomen führen.
Die Entzugssymptome der Probanden (SOWS) gemäß der Erfindung
können täglich durch den Patienten in einem Tagebuch aufgenommen werden
und können Parameter beinhalten wie: Ich habe Angst; ich muss gähnen;
ich schwitze; meine Augen tränen; meine Nase läuft; ich habe Gänsehaut;
ich zittere; mir ist heiß; mir ist kalt; meine Knochen und Muskeln schmerzen;
ich bin ruhelos; ich fühle mich krank; ich muss mich übergeben; meine
Muskeln zucken; ich habe Bauchkrämpfe; ich kann nicht stillsitzen. Diese Symptome
können durch ein NAS bewertet werden wie „0 = überhaupt nicht",
„1 = ein bisschen", „2 = mittel", „3 = stark" oder „4
= extrem".
In einer Ausführungsform werden SOWS während der ersten
sieben Tage der Beibehaltungsphase aufgenommen. Die Gesamtpunktzahl (= Summenpunktzahl)
der SOWS-Eintragung kann dann für jeden Patienten und Tag berechnet werden.
Gemäß einer Ausführungsform stellt die vorliegende
Erfindung verzögert freisetzende Dosierungsformen von Oxycodon und Naloxon
bereit, die nicht zu einem wesentlichen Ansteigen in der SOWS-Summenpunktzahl in
einem klinisch relevanten Ausmaß führen, und die daher nicht Sicherheitsbedenken
beim Patienten oder gesunden menschlichen Probanden hervorrufen. In einer bevorzugten
Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen Oxycodon und Naloxon in einem
Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu
einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist
insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon
und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und
20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einer weitere Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung bezieht sich auf Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformzubereitungen, die vorzugsweise,
oder alternativ, klinisch verträglich hinsichtlich des Auftretens ungünstiger
Erscheinungen wie z.B. Diarrhö sind.
Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung kann eine ungünstige
Erscheinung als jegliche unpassende medizinische Erscheinung in einem Patienten
oder einem klinischen Untersuchungsprobanden, den das pharmazeutische Produkt einschließlich
eines Placebos verabreicht wurde, angesehen werden, und welches nicht notwendigerweise
eine kausale Verbindung mit der Behandlung aufweist. Die Art wie ungünstige
Erscheinungen wie Diarrhö klassifiziert, gemessen und bewertet werden, ist
detailliert in Beispiel 1 beschrieben, welches in diesem Zusammenhang nicht als
begrenzend auf die spezifische getestete Zubereitung anzusehen ist.
Als hervorgerufene, opioidtypische, ungünstige Erscheinungen
werden Übelkeit, Erbrechen, Sedierung, Hautreaktion angesehen wie in dem Medical
Dictionary for Regulatory Affairs (MeDRA) aufgezeigt. Als hervorgerufene, naloxontypische
ungünstige Erscheinungen werden Bauchschmerzen, Krämpfe und Diarrhö
angesehen, wobei die Definitionen verwendet werden wie sie im MeDRA niedergelegt
sind.
Die Schwere solcher ungünstigen Wirkungen kann durch eine Summenpunktzahl
gemessen werden, die durch Vergeben von Punktzahlen für jede der oben erwähnten
ungünstigen Erscheinungen, die während zum Beispiel der letzten sieben
Tage aufgetreten sind, berechnet werden. Eine Punktzahl von 0 wird vergeben, wenn
die entsprechende Nebenwirkung während der letzten sieben Tage nicht beobachtet
wurde, eine Punktzahl von 1, wenn die ungünstige Erscheinung gering ist, eine
Punktzahl von 2, wenn die ungünstige Erscheinung gemäßigt ist, und
eine Punktzahl von 3, wenn die ungünstige Erscheinung stark ist. Dies bedeutet,
dass hervorgerufene, opioidtypische ungünstige Erscheinungen eine maximale
Summenpunktzahl von 12 haben würden, während hervorgerufene, naloxontypische
ungünstige Erscheinungen eine maximale Summenpunktzahl von 9 haben würden.
Es wurde überraschenderweise gefunden, dass die erfindungsgemäßen
Zubereitungen während der Beibehaltungsphase, d. h. während des Fließgleichgewichts
eine reduzierte Schwere von hervorgerufenen, opioidtypischen, ungünstigen Erscheinungen
im Vergleich zu einer alleinigen Oxycodonbehandlung bieten, während die Schwere
von hervorgerufenen, naloxontypischen, ungünstigen Erscheinungen nicht wesentlich
zunahm, d. h. es ist gleich oder weniger im Vergleich zu einer alleinigen Oxycodonbehandlung.
Eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bezieht sich
daher auf Dosierungsformen umfassend Oxycodon und Naloxon, die ein verbessertes
Nebenwirkungsprofil bieten, d. h. während der Verabreichung im Fließgleichgewicht
zu einer Reduzierung der Schwere von hervorgerufenen, opioidtypischen ungünstigen
Erscheinungen ohne Zunahme der Schwere von hervorgerufenen naloxontypischen ungünstigen
Erscheinungen führen, wie durch Berechnung der Summenpunktzahl im Vergleich
zu der Verabreichung einer alleinigen Oxycodon-Dosierungsform gemessen wurde.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen solche Dosierungsformen
Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen
werden vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon
pro Tag verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis
zu einer Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise
umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bezieht
sich auf Oxycodon-Naloxon-Dosierungsformzubereitungen, die vorzugsweise, oder alternativ,
keine wesentliche Ernährungswirkung zeigt.
In Übereinstimmung mit der Erfindung wird eine Ernährungswirkung
durch Messung pharmakokinetischer Parameter, wie zum Beispiel AUC, cmax
und tmax, bestimmt, die in gesunden menschlichen Probanden oder Patienten
nach einer einzelnen Dosierung oder einer Verabreichung im Fließgleichgewicht
bestimmt wurden. Es ist beobachtet worden, dass die Dosierungsformen der vorliegenden
Erfindung nicht zu erhöhten pharmakokinetischen Parametern
von Naloxon führen. Dies ist wichtig, da es zeigt, dass die Ernährung
keine nachteilige Wirkung auf die schmerzstillende Wirksamkeit der erfindungsgemäßen
Zubereitungen haben wird.
Eine Ernährungswirkung wird beobachtet, wenn die pharmakokinetischen
Parameter nach einer FDA fetthaltigen Mahlzeit wesentlich, d. h. in einem klinisch
relevanten Ausmaß, außerhalb der 90 % Konfidenzgrenzen der Bioäquivalenz
für AUC, cmax und tmax. Eine Möglichkeit eine Ernährungswirkung
zu bestimmen, ist in Experiment 3 beschrieben, welches in diesem Zusammenhang nicht
als auf die getestete spezifische Zubereitung begrenzt anzusehen ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die
Dosierungsformen, die keine wesentliche Ernährungswirkung zeigen, Oxycodon
und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis von 2:1. Diese Zubereitungen werden
vorzugsweise bis zu einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag
verabreicht. Es ist insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer
Menge von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise
umfasst die Dosierungsform etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt
etwa 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise
in einer verzögerten, Invarianten und unabhängigen Weise aus einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika
aus einer Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung bezieht sich auf Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformzubereitungen, die Entzugssymptome
in opioidabhängigen Menschen hervorrufen. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform ist die Herbeiführung von Entzugsauswirkungen stärker
ausgeprägt und länger anhaltend für die erfindungsgemäßen
Dosierungsformen als für Naloxon erwartet werden würde. Solche Dosierungsformen
sind insbesondere geeignet, um Missbrauch der Dosierungsformen z.B. durch intravenöse
Applikation oder Verabreichung über den nasalen Weg zu vermeiden.
Es ist höchst wünschenswert eine Zubereitung eines Opioidagonisten
und Antagonisten zu besitzen, die die obigen Charakteristika bietet, d. h. gute
schmerzstillende Wirksamkeit, gute Verträglichkeit, Verbesserung bezüglich
BFI, Reduzierung der Abführmitteleinnahme, keine Entzugssymptome beim Patienten,
keine Ernährungswirkung, aber gleichzeitig Entzugssymptome in opioidabhängigen
Individuen wie zum Beispiel Drogenabhängigen auslöst.
Experiment 5 zeigt, dass eine i.v.-Verabreichung von einem 2:1-Verhältnis
von Oxycodon zu Naloxon Entzugssymptome in oxycodonabhängigen Ratten auslöst.
Angesichts der Vorteile des 2:1-Verhältnisses mit Hinblick auf die oben beschriebenen
Parameter wird angenommen, dass im Hinblick auf die Daten des Beispiels 5 Zubereitungen
gemäß der Erfindung ebenfalls Entzugssymptome in opioidabhängigen
menschlichen Individuen auslösen wird. Ein überraschendes Merkmal des
2:1-Verhältnisses ist, dass die Entzugssymptome eigentlich verlängert
und mehr ausgeprägt für das Kombinationsprodukt trotz der Anwesenheit
von Oxycodon sind.
Gemäß einer bevorzugten Ausführung vermögen die
Dosierungsformen umfassend Oxycodon und Naloxon in einem Gewichtsverhältnis
von 2:1 Entzugswirkungen in opioidabhängigen Menschen auszulösen und zu
verlängern. Vorzugsweise können diese Dosierungsformen sogar die hervorgerufenen
Entzugswirkungen verlängern, und so zu lang anhaltenden Entzugssymptomen in
den Abhängigen führen. Diese Zubereitungen werden vorzugsweise bis zu
einer Gesamtmenge von 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht. Es ist
insbesondere bevorzugt solche 2:1-Zubereitungen bis zu einer Menge von 40 mg Oxycodon
und 20 mg Naloxon pro Tag zu verabreichen. Vorzugsweise umfasst die Dosierungsform
etwa 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon und mehr bevorzugt etwa 40 mg Oxycodon und
20 mg Naloxon. Die Dosierungsform setzt die Wirkstoffe vorzugsweise in einer verzögerten,
Invarianten unabhängigen Weise aus einer im Wesentlichen nicht schwellbaren
Diffusionsmatrix frei, die hinsichtlich ihrer Freisetzungscharakteristika aus einer
Ethylzellulose und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung bezieht sich auf die Verwendung
von Zubereitungen gemäß der Erfindung für menschliche Individuen
und insbesondere Patienten, die normalerweise nicht mit höheren Mengen Oxycodon
behandelt werden würden. Zum Beispiel sind die 80 mg und 160 mg Dosierungsstärken
von OxyContin nicht für die Behandlung von opioidnaiven Patienten geeignet,
da Atemdepression auftreten kann. In ähnlicher Weise sind Ärzte sehr zurückhaltend
bei der Behandlung von älteren Patienten mit den oben genannten höheren
Mengen von Oxicodon. Die Zubereitungen der vorliegenden Erfindung können jedoch
für die Behandlung von opioidnaiven Individuen und/oder älteren Patienten
in Mengen von 80 mg und bis zu 160 mg Oxycodon verwendet werden, wenn Naloxon anwesend
ist. Dies trifft insbesondere für das Oxycodon:Naloxon Verhältnis
von 2:1 zu. Die vorliegende Erfindung bietet daher also ein Verfahren zur Behandlung
von mittlerem bis starkem Schmerz in Patientengruppen, die bisher nicht mit relativ
großen Dosierungsmengen an Oxycodon behandelt werden konnten. Als große
Dosierungsmenge werden mehr als 80 mg, vorzugsweise mehr als 100 mg, mehr bevorzugt
mehr als 120 mg, noch mehr bevorzugt mehr als 140 mg an Oxycodon und am meisten
bevorzugt mehr als 160 mg an Oxycodon angesehen. Dies ist möglich weil Naloxon
anwesend ist, vorzugsweise in einem Oxycodon/Naloxon-Verhältnis von 2:1.
In einer Ausführungsform bezieht sich die vorliegende Erfindung
auf die Verwendung einer Dosierungsform umfassend Oxycodon und Naloxon zur Bereitstellung
eines verbesserten Nebenwirkungsprofils, d. h. um während der Verabreichung
im Fließgleichgewicht eine Reduzierung der Stärke der hervorgerufenen,
opioidtypischen, ungünstigen Erscheinungen bereitzustellen, ohne die Stärke
der hervorgerufenen, naloxontypischen ungünstigen Ereignisse zu erhöhen.
Wie bereits oben erwähnt, wurde überraschend gefunden, dass
verzögert freisetzende Zubereitungen von Oxycodon und Naloxon erhalten werden
können, die (1) wirksame und lang anhaltende Schmerzbehandlung ermöglichen,
d. h. bis zu 24 Stunden, (2) Verbesserung der Darmfunktion zeigen, (3) exzellente
Verträglichkeit zeigen, (4) keine signifikant erhöhte Summenpunktzahl
für Opioidentzugssymptome bei Patieten und gesunden menschlichen Probanden
zeigen, (5) die Reduktion der Abführmitteleinnahme erlauben, (6) klinisch verträglich
im Hinblick auf ungünstige Erscheinungen wie Diarrhö sind, (7) keine Ernährungswirkungen
zeigen und (8) wahrscheinlich Entzugssymptome in opioidabhängigen Individuen
auslösen.
Experimente 1 bis 6 zeigen deutlich, dass insbesondere Oxycodon/Naloxon-Zubereitungen
mit einem Oxycodon:Naloxon-Verhältnis von 2:1 für diese verschiedenen
Zwecke geeignet sind. Die Experimente zeigen klar, dass das 2:1-Verhältnis
von Oxycodon zu Naloxon insbesondere geeignet zur Erreichung der obigen Aufgaben
ist, wenn vorzugsweise 80 mg Oxycodon und 40 mg Naloxon pro Tag verabreicht werden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden die 2:1-Verhältnis-Dosierungsformen
in einer täglichen Dosierung von 40 mg Oxycodon und 20 mg Naloxon verabreicht.
Dieses Verhältnis scheint das Optimum zur Erreichung der oben beschriebenen
Wirkungen in Kombination zu sein. In einer weiter bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung können die Zubereitungen 40 mg Oxycodon und/oder eine äquivalente
Menge eines pharmazeutisch verträglichen Salzes und 20 mg Naloxon oder eine
äquivalente Menge eines pharmazeutisch verträglichen Salzes enthalten.
Solche Zubereitungen werden vorzugsweise die Wirkstoffe eingebettet in einer im
Wesentlichen nicht schwellbaren und nicht erosiven Diffusionsmatrix umfassen, die
im Hinblick auf ihre wesentlichen Freisetzungscharakteristika aus Ethylzellulose
und zumindest einem Fettalkohol geformt ist.
Des weiteren gibt es kein wesentlich größeres Auftreten
von Nebenwirkungen wie zum Beispiel Verstopfung, die normalerweise erwartet werden
würden, da höhere Peak-Plasmakonzentrationen als ein Ergebnis einer anfänglich
schnellen Steiggeschwindigkeit in der Plasmakonzentration auftreten.
Des weiteren ist es gewährleistet, insbesondere wenn die Dosierungsform
gemäß der vorliegenden Erfindung eine Matrixformulierung ist, dass der
Agonist, d. h. Oxycodon, wie auch der Antagonist, d. h. Naloxon, immer in vorbestimmten
Prozentzahlen freigesetzt wird, und dass ihre Freisetzungsraten sich nicht gegenseitig
beeinflussen. Dadurch wird Missbrauch des Medikaments, welcher voraussetzt, dass
Oxycodon selektiv aus der Formulierung extrahiert werden kann, verhindert. Die Formulierung
gemäß der vorliegenden Erfindung unterdrückt daher die selektive
Extraktion von Oxycodon aus der Dosierungsform ohne die entsprechende Menge des
Antagonisten Naloxon, ungeachtet der ausgewählten absoluten und relativen Mengen
von Agonist und Antagonist.
Die Dosierungsform gemäß der vorliegenden Erfindung ist
daher auch geeignet für ein Verfahren zur Titration menschlicher Patienten
mit einer verzögert freisetzenden Oxycodon-Naloxon-Formulierung. Der erste
Schritt dieser Ausführungsform umfasst die Verabreichung einer Einheitsdosierung
der verzögernd freisetzenden Oxycodon/Naloxon-Dosierungsformen, z.B. auf einer
zweimal-täglichen oder einmal-täglichen Basis, an einen menschlichen Patient
wie oben und in den folgenden Paragraphen beschrieben. Diese Ausführungsform
beinhaltet danach den weiteren Schritt der Kontrolle der pharmakokinetischen und
pharmakodynamischen Parameter, die durch besagte Formulierung im besagten menschlichen
Patient ausgelöst werden, und der Bestimmung ob besagte pharmakokinetische
und/oder pharmakodynamische Parameter zur Behandlung des besagten Patienten auf
einer sich wiederholenden Basis geeignet sind. Der Patient wird durch Anpassung
der dem Patienten verabreichten Dosierung von Oxycodon und/oder Naloxon, durch Verabreichung
einer Einheitsdosierung der Dosierungsformen gemäß der vorliegenden Erfindung,
die eine unterschiedliche Menge an Oxycodon und/oder Naloxon enthalten, titriert,
wenn festgestellt wird, dass besagte pharmakokinetische und/oder besagte pharmakodynamische
Parameter nicht zufriedenstellend sind, oder durch Beibehaltung der Dosierung
von Oxycodon und/oder Naloxon in der Einheitsdosierung bei einer zuvor verabreichten
Menge, wenn besagte pharmakokinetische und/oder pharmakodynamische Parameter als
geeignet angesehen werden. Die Titration wird durch weiteres Einstellen der Dosierung
von Oxycodon und/oder Naloxon fortgesetzt bis geeignete pharmakokinetische/pharmakodynamische
Parameter im Fließgleichgewicht in dem Patienten erreicht sind. Die Verabreichung
der Dosierung von Oxycodon und/oder Naloxon in der verzögernd freisetzenden
Dosierungsform gemäß der vorliegenden Erfindung wird danach fortgesetzt,
z.B. auf einer zweimal-täglichen oder einmal-täglichen Basis, bis die
Behandlung abgeschlossen ist.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden Oxycodon
und/oder Naloxon aus den Dosierungsformen gemäß der vorliegenden Erfindung
in einer verzögerten, Invarianten und/oder unabhängigen Weise freigesetzt.
Diese Ausführungsform gewährleistet, dass bei gegebenen
gleichen relativen Mengen, die Wirkstoffe gleiche Freisetzungsprofile zeigen, unabhängig
von der vorhandenen Menge. Solch ein unabhängiges Freisetzungsverhalten bietet
einen weiten Bereich von verwendbaren absoluten Mengen der schmerzstillend wirkenden
Substanz für den Arzt, vorausgesetzt, dass das optimale Agonist/Antagonist-Verhältnis
bekannt ist. Es ist daher möglich bequem die Dosierung für jeden individuellen
Patienten einzustellen, entweder durch eine schrittweise Dosierungserhöhung
oder, wenn nötig durch eine schrittweisen Dosierungsreduktion. Diese Möglichkeit
die Dosierung für den individuellen Patienten einzustellen, ist aus einem medizinischen
Gesichtspunkt heraus sehr nützlich.
Die verzögerte, Invariante und/oder unabhängige Freisetzung
der Wirkstoffe, d. h. von Oxycodon und Naloxon oder pharmazeutisch verträglicher
Salze davon, gewährleistet zusätzlich, dass pharmazeutische Zubereitungen,
die gemäß der vorliegenden Erfindung hergestellt werden, durch eine geringe
Verabreichungshäufigkeit charakterisiert sind, so dass eine hohe Patienten-Compliance
erreicht wird. Des weiteren erlauben die Zubereitungen gemäß der Erfindung
dem Arzt die Dosierung für die individuelle Patienten einzustellen. Die Zubereitungen
gemäß der Erfindung ermöglichen die Verwendung über einen breiten
Bereich, mit Hinblick auf die verwendbaren absoluten Mengen der Wirkstoffe, und
gewährleisten, dass die Wirkstoffe, auch nach langzeitiger Lagerung, mit gleichen
Freisetzungsprofilen wirksam werden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung bedeutet verzögerte
Freisetzung von Oxycodon oder einem pharmazeutisch verträglichen Salz davon
und/oder Naloxon oder einem pharmazeutisch verträglichen Salz davon, dass pharmazeutisch
wirksame Substanzen aus dem Medikament über eine längere Zeitperiode freigesetzt
werden, als dies für Formulierungen mit rascher Freisetzung bekannt ist. Eine
rasch freisetzende Zubereitung wird typischerweise im Wesentlichen alle wirksamen
Inhaltsstoffe innerhalb etwa 30 Minuten freisetzen, wenn gemäß der USP-Paddle-Methode
gemessen wird.
In einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
beträgt die Dosierungsformfreisetzung zwischen 25 % bis 65 %, vorzugsweise
zwischen 30 % bis 60 %, mehr bevorzugt zwischen 35 % bis 55 % und noch mehr bevorzugt
zwischen 40 % bis 50 % Oxycodon oder einem pharmazeutisch verträglichen Salz
davon und/oder Naloxon oder einem pharmazeutisch verträglichen Salz davon nach
4 Stunden.
Andere spezielle Ausführungsformen der Erfindung beziehen sich
auf Dosierungsformen, die zwischen 70 % bis 100 %, vorzugsweise zwischen 75 % bis
100 %, mehr bevorzugt zwischen 80 % bis 95 % und noch mehr bevorzugt zwischen 80
% bis 85 %, zwischen 85 % bis 90 % oder zwischen 90 % bis 95 % Oxycodon oder ein
pharmazeutisch verträgliches Salz davon und/oder Naloxon oder ein pharmazeutisch
verträgliches Salz davon nach 8 Stunden freisetzen. Bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung beziehen sich auch auf Zubereitungen, die etwa 80 %, etwa 85 %, etwa
90 % oder etwa 95 % Oxycodon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon
und/oder Naloxon oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon nach 8 Stunden
freisetzen.
Gemäß der Erfindung werden Dosierungsformen oder Formulierungen
von Medikamenten, die eine solche verzögerte Freisetzung der Wirkstoffe aus
der Zubereitung oder der Dosierungsform gewährleisten, als Retardformulierungen
bezeichnet, als verzögert freisetzende Formulierungen oder verlängert
freisetzende Formulierungen. Gemäß der Erfindung tritt die Freisetzung
der Wirkstoffe vorzugsweise in einer pH-unabhängigen Weise auf.
Gemäß der vorliegenden Erfindung bedeutet der Begriff „im
Wesentlichen pH-unabhängig", dass die Differenz zwischen der Menge von bei
pH 1,2 freigesetztem Oxycodon und der bei pH 6,8 freigesetzten Menge (wenn in-vitro
unter Verwendung der USP-Drehkörbchenmethode (basket method) bei 100 rpm in
900 ml wässrigem Puffer gemessen wird) zu jedem Zeitpunkt
20 %, vorzugsweise 15 % und mehr bevorzugt 10 % (bezogen auf das Gewicht basierend
auf der Gesamtmenge von Oxycodon oder einem Salz davon in der Dosierungsform) oder
weniger ist. Das gleiche trifft entsprechend für Naloxon zu. Ein Freisetzungswert
bei einem bestimmten Zeitpunkt basiert typischerweise auf der Mittelung von fünf
Messungen.
Des weiteren bezieht sich der Begriff „verzögerte Freisetzung"
gemäß der Erfindung auf die Freisetzung eines Wirkstoffs aus einem Medikament
über eine ausgedehnte Zeitperiode. Dies beinhaltet nicht die kontrollierte
Freisetzung an einer bestimmten Stelle; daher bedeutet dies nicht, dass die Wirkstoffe
entweder nur im Magen, oder nur im Darm freigesetzt werden.
Gemäß der Erfindung bedeutet „unabhängige Freisetzung",
dass angesichts der Anwesenheit von zumindest zwei aktiven Wirkstoffen die Veränderung
der absoluten Menge einer Verbindung die Freisetzungsprofile der anderen Verbindungen
nicht beeinflusst, so dass die Freisetzungsprofile der anderen Verbindungen nicht
geändert werden. Für Dosierungsformen oder Formulierungen gemäß
der Erfindung ist ein solches unabhängiges Freisetzungsverhalten unabhängig
vom pH-Wert, für den die Freisetzung gemessen wird, oder vom Herstellungsprozess.
Die pH-Unabhängigkeit gilt insbesondere für den sauren Bereich, d. h.
für pH-Werte < 7. Das Freisetzungsprofil oder Freisetzungsverhalten ist
definiert als die Veränderung der Freisetzung des Wirkstoffs aus der Formulierung
mit der Zeit, wobei die Menge jedes Wirkstoffs der freigesetzt wird, in Prozentzahlen
der Gesamtmenge der Wirkstoffe bereitgestellt wird.
Das Freisetzungsprofil kann durch bekannte Tests bestimmt werden.
Vorzugsweise wird die Freisetzung der Wirkstoffe aus einer verzögert freisetzenden
Formulierung durch die Drehkörbchenmethode gemäß USP bei pH 1,2 oder
pH 6,5 mit HPLC bestimmt.
Dies bedeutet zum Beispiel, dass das Freisetzungsprofil von Oxycodon,
das für eine Oxycodon/Naloxon-Kombination mit 12 mg Oxycodon und 4 mg Naloxon
beobachtet wird, sich nicht von dem einer entsprechenden Zubereitung mit der gleichen
Formulierung enthaltend 12 mg Oxycodon und 6 mg Naloxon unterscheidet.
Die unabhängige Freisetzung ist insbesondere von Interesse, wenn
das Freisetzungsprofil von Zubereitungen verglichen wird, die im Wesentlichen gleiche
Zusammensetzungen aufweisen. Zubereitungen von im Wesentlichen gleichen Komponenten
haben verschiedene Mengen der Wirkstoffe, sind aber andererseits im Wesentlichen
gleich mit Hinblick auf die Komponenten der Zubereitung, die das Freisetzungsverhalten
wesentlich beeinflussen.
Wenn zum Beispiel die oben erwähnten Zubereitungen verglichen
werden (mit der ersten Zubereitung umfassend 12 mg Oxycodon und 4 mg Naloxon und
der zweiten Zubereitung umfassend 12 mg Oxycodon und 6 mg Naloxon) werden beide
Zubereitungen, vorausgesetzt sie haben das gleiche Gesamtgewicht, das gleiche Freisetzungsprofil
für Oxycodon und Naloxon zeigen, wenn der Unterschied in der Naloxonmenge durch
eine Komponente in der Formulierung ersetzt wird, die typischerweise das Freisetzungsverhalten
nicht beeinflusst.
Der Fachmann weiss, dass wenn die Menge des Wirkstoffs, in dem sich
die beiden Dosierungsformen unterscheiden, durch eine Substanz ersetzt wird, die
wesentlich für das Freisetzungsverhalten der Formulierung ist, wie zum Beispiel
Ethylzellulose oder ein Fettalkohol, Unterschiede in dem Freisetzungsverhalten auftreten
können. Daher wird unabhängige Freisetzung vorzugsweise durch Dosierungsformen
bereitgestellt, die verschiedene Mengen an Wirkstoffen aufweisen, aber ansonsten
identisch oder zumindest sehr ähnlich im Hinblick auf die Komponenten sind,
die wesentlich das Freisetzungsverhalten beeinflussen (vorausgesetzt, dass Formulierungen
mit gleichem Gesamtgewicht verglichen werden).
Gemäß der Erfindung ist „invariantes Freisetzungsverhalten"
oder „invariantes Freisetzungsprofil" so definiert, dass die Prozentzahl
der absoluten Menge jedes Wirkstoffs, der pro Zeiteinheit freigesetzt wird, sich
nicht wesentlich ändert und ausreichend konstant bleibt, wenn die absoluten
Mengen des Wirkstoffs verändert werden. Ausreichend konstante Prozentzahlen
bedeutet, dass die Prozentzahl, die pro Zeiteinheit freigesetzt wird, von einem
mittleren Wert nicht mehr als 20 % abweicht, vorzugsweise nicht mehr als 15 % und
insbesondere bevorzugt nicht mehr als 10 %. Der Mittelwert kann aus sechs Messungen
des Freisetzungsprofils errechnet werden. Die pro Zeiteinheit freigesetzte Menge
muss natürlich die legalen und regulären Anforderungen erfüllen.
Dies bedeutet zum Beispiel, dass bei einer gegebenen Oxycodon/Naloxon-Kombination
von 12 mg Oxycodon und 4 mg Naloxon während der ersten 4 Stunden 25 % Oxycodon
und 20 % Naloxon freigesetzt werden. Wenn die Oxycodon/Naloxon-Kombination
24 mg Oxycodon und 8 mg Naloxon enthält werden ebenfalls 25 % Oxycodon und
20 % Naloxon während der ersten 4 Stunden freigesetzt. In beiden Fällen
wird die Abweichung nicht mehr als 20 % von dem Mittelwert betragen (der in diesem
Beispiel 25 % Oxycodon und 20 % Naloxon ist).
Wie für das unabhängige Freisetzungsverhalten ausgeführt,
ist die unveränderte Freisetzung von besonderem Interesse, wenn Zubereitungen
von im Wesentlichen gleichen Zusammensetzungen verglichen werden. Solche Zubereitungen
unterscheiden sich im Hinblick auf die Menge der Wirkstoffe, sind aber gleich oder
zumindest sehr ähnliche Zusammensetzungen mit Hinblick auf die freisetzungsbeeinflussenden
Komponenten der Zubereitung. Normalerweise wird der Unterschied in der Menge eines
Wirkstoffs durch die Menge eines pharmazeutisch inerten Hilfsstoffs ersetzt, der
das Freisetzungsverhalten der Zubereitung nicht wesentlich beeinflusst. Solch ein
pharmazeutischer Zusatzstoff kann Laktose sein, die ein typisches Füllmaterial
in pharmazeutischen Zubereitungen ist. Der Fachmann wird sich bewusst sein, dass
unveränderte Freisetzung nicht durch Zubereitungen bereitgestellt werden kann,
in denen der Unterschied in der Menge eines Wirkstoffes durch Substanzen ersetzt
wird, die bekanntlich das Freisetzungsverhalten der Zubereitung wesentlich zu beeinflussen,
wie zum Beispiel Ethylzellulose oder Fettalkohole.
Gemäß der Erfindung bedeutet „lagerungsstabil" oder
„Lagerungsstabilität", dass bei Lagerung unter Standardbedingungen (mindestens
zwei Jahre bei Raumtemperatur und üblicher Luftfeuchtigkeit) die Menge der
Wirkstoffe einer Medikamentenformulierung sich nicht von den anfänglichen Mengen
durch mehr als die Werte, die in der Beschreibung oder den Richtlinien der bekannten
Pharmakopoeias angegeben sind, unterscheidet. Gemäß der Erfindung bedeutet
Lagerungsstabilität auch, dass eine Zubereitung, die gemäß der Erfindung
produziert wird, unter Standardbedingungen (60 % relative Luftfeuchtigkeit, 25°C)
gelagert werden kann, wie es für eine Zulassung auf dem Markt erforderlich
ist.
Gemäß der Erfindung bedeutet „lagerungsstabil" oder
„zeitstabil" auch, dass nach Lagerung unter Standardbedingungen die Wirkstoffe
Freisetzungsprofile zeigen, die sie bei rascher Verwendung ohne Lagerung zeigen
würden. Gemäß der Erfindung sind die zulässigen Fluktuationen
im Hinblick auf die Freisetzungsprofile dadurch charakterisiert, dass die pro Zeiteinheit
freigesetzte Menge um nicht mehr als 20 % fluktuiert, vorzugsweise nicht mehr als
15 % und insbesondere bevorzugt nicht mehr als 10 % bezüglich des Mittelwerts.
Der Mittelwert wird aus sechs Messungen des Freisetzungsprofils errechnet.