Die Erfindung richtet sich auf ein Schreibgerät, insbesondere
Kugelschreiber, Druckminenbleistift, Füller, etc., mit einer Schreibeinrichtung,
nämlich wenigstens einer Mine und/oder einer Feder samt Tintenbehältnis
bzw. -patrone, und mit einem länglichen, die Schreibeinrichtung derart umgebenden
Gehäuse, dass eine Spitze der Schreibeinrichtung an einer Stirnseite des Gehäuses
herausragt oder aus diesem herausbewegt werden kann.
Es sind viele Geräte bekannt, die für das Schreiben benutzt
werden, z.B. Füller, Kugelschreiber, Druckminenbleistift, usw.
Oftmals ist das Gehäuse eines Schreibgeräts mit einer Information
versehen, bspw. mit einer Werbebotschaft. Eine solche Information ist jedoch fest
mit dem Gehäuse verbunden, bspw. aufgedruckt, und kann nicht ohne Zerstörung
verändert werden.
Andererseits wäre es in vielen Fällen wünschenswert,
die Information eines Schreibgeräts verändern und insbesondere individuell
ein- und/oder verstellen zu können. Dadurch könnte einerseits die Möglichkeit
geschaffen werden, individuelle Informationen zu speichern, bspw. eine Telefonnr.,
oder einen individuellen Text; andererseits ließe sich damit auch eine Spielfunktion
erzielen, wobei aus verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten ein sinnvoller
Text oder ein in sich stimmiges Bild eingestellt werden müssen, ähnlich
einem Geduldsspiel.
Aus diesen Nachteilen des bekannten Standes der Technik resultiert
daher das die Erfindung initiierende Problem, eine Möglichkeit zu schaffen,
wie eine an der Außenseite eines Schreibgeräts sichtbare Information veränderbar
gestaltet werden kann.
Die Lösung dieses Problems gelingt bei einem gattungsgemäßen
Schreibgerät dadurch, dass das Gehäuse drei oder mehr Teile aufweist,
welche allesamt derart miteinander verbunden sind, dass sie gegeneinander um eine
Längsachse des Gehäuses rotierbar sind, ohne dabei einen kontinuierlichen
Versatz in Längsrichtung des Gehäuses zu erfahren.
Um diesen Geräten eine zusätzliche Spielfunktion zu verleihen,
werden bestimmte Veränderungen in der Konstruktion vorgenommen, die es ermöglichen,
diese Geräte nicht nur zum Schreiben, sondern auch zu anderen Zwecken einzusetzen.
Die Veränderungen in der Konstruktion werden am Beispiel des Kugelschreibers
demonstriert, können aber auf dieselbe Weise auch bei anderen Schreibgeräten
mit unterschiedlichen Konstruktionen ausgeführt werden.
Das Schreibgerät funktioniert wie ein gewöhnlicher Kugelschreiber.
Um die Spielfunktion des Geräts zu benutzen, reicht es, die Spitze etwas zu
drehen, damit aufgrund der Schraubverbindung mit dem Schaft des Gehäuses, auf
dem die Ringe nacheinander aufgereiht sind, ein Spalt entsteht, so dass die Ringe
nicht mehr fest aneinander gepreßt werden. Dadurch werden im festgezogenen
Zustand der Gehäusespitze formschlüssig ineineinander eingreifende Teile
voneinander gelöst, und die Ringe können frei gegeneinander verdreht werden.
Indem die Ringe mit den auf der Oberfläche gezeichneten Buchstaben
relativ zueinander gedreht werden, läßt sich die Reihenfolge und Anordnung
der Zeichen verändern. Die beim Spiel zu lösende Aufgabe besteht in dem
Zusammensetzen einer verborgenen Phrase aus den einzelnen Buchstaben, die ein Sprichwort,
einen Aphorismus oder eine andere Kurzaussage darstellt. Falls auf der Oberfläche
Zeichen oder Symbole dargestellt sind, besteht die Aufgabe des Spiels in der Zusammenstellung
von unterschiedlichen Bildern und Mustern. Um das Spiel vielfältiger zu gestalten,
können die Ringe aus durchsichtigem Material angefertigt sein, und ein Teil
der Bilder oder Symbole kann auf das unbewegliche Gehäuse gezeichnet sein.
Unterschiedliche Schreibgeräte können unterschiedliche Phrasen und Zeichen
aufweisen, was die Vielfältigkeit des Spiels sichert und eine attraktive Gestaltungsvielfalt
bietet.
Vorzugsweise, aber nicht notwendigerweise, haben mehrere, gegeneinander
verdrehbare Ringe jeweils gleiche Ringquerschnitte.
Vorzugsweise, aber nicht notwendigerweise, hat wenigstens ein Ring
einen konstanten Querschnitt entlang seines Umfangs oder zumindest entlang eines
Umfangsabschnitts..
Als Querschnittsformen kommen prinzipiell alle erdenklichen zweidimensionalen
geometrischen Körper in Betracht; vorzugsweise weist jedoch zumindest die dem
Schaft des Schreibgeräts zugewandte Innenseite der Berandung bzw. des Querschnitts
einen geraden, zur Längsrichtung des Schreibmittels parallelen Abschnitt auf,
entsprechend einem hohlzylindermantelförmigen Oberflächenbereich.
Jedenfalls an der dem Schaft des Schreibgeräts abgewandten Außenseite
kann ein Ring grundsätzlich beliebig gestaltet sein. In Betracht kommen daher
alle Querschnittsformen, insbesondere mit einem geraden Abschnitt an der dem Schaft
zugewandten Innenseite. An diesen hohlzylindermantelförmigen Oberflächenabschnitt
kann sich über zwei Kanten und/oder über zwei mehr oder weniger stark
gewölbte Übergänge jeder beliebige Außenumfang anschließen.
Daraus ergeben sich u.a. zumindest abschnittsweise mehreckige Querschnittsformen
wie bspw. Viereck, insbesondere Rechteck oder Quadrat, aber auch Sechs- oder Achteck,
etc. Insbesondere eignen sich regelmäßige n-Ecke mit geradzahligem n,
also bspw. regelmäßige Vier-, Sechs- oder Achtecke. Dieselben können
auch gedrungene Form aufweisen, wobei zwei einander diametral gegenüberliegende
Seiten – insbesondere die zu der Längsrichtung des Schreibmittels parallelen
– länger sind als die übrigen Seiten, wahlweise unter Beibehaltung
der Winkel gegenüber dem entsprechenden regelmäßigen n-Eck oder aber
unter Veränderung dieser Winkel gegenüber dem regelmäßigen n-Eck.
In Betracht kommen insbesondere auch n-Ecke mit n geradzahlig, wobei eine Seite
des Querschnitts, insbesondere die radial außen liegende in Bezug auf die Längsachse
bzw. den Schaft des Schreibmittels, einem gewölbten Verlauf folgt, vorzugsweise
einem konvex gewölbten Verlauf wie bspw. einem Kreisausschnitt, bspw. einem
Halbkreis oder einem Ausschnitt aus einer Ellipse, bspw. dem halben Umfang einer
Ellipse, vorzugsweise zwischen den Endpunkten der längeren Halbachse der Ellipse.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass mehrere, gegeneinander verdrehbare
Ringe aus einem leicht zu bearbeitenden Material bestehen, bspw. Kunststoff, Holz,
Metall, etc.
Insbesondere ist es auch möglich, wenigstens einen Ring aus einem
elastischen, Material anzufertigen. Dies hat den Vorteil, dass beim Zusammenschrauben
des Schaftes mit einem Endstück eine in weiten Grenzen einstellbare, axiale
Druckkraft zwischen den einzelnen Ringen erzeugt wird, welche einem reibschlüssigen
Kontakt zwischen den Ringen förderlich ist. Hierzu genügt es allerdings
auch, zumindest einen einzigen Ring an wenigstens einer Stirnseite mit einem elastischen
Belag zu versehen. Neben den aufgrund der erforderlichen Vulkanisation relativ aufwendig
herzustellenden Kautschuk-Gummis kommen hierfür auch chemische Zweiphasensysteme
als Materialien in Betracht, bestehend aus einer Weich- und einer Hartphase. Dabei
gibt die Erfindung den Blockpolymeren, wobei die Hart- und Weichphase im gleichen
Molekül in Form von Makromolekülsegmenten eingebunden sind [sog. Thermoplastische
Elastomere; TPE-S = Styrolcopolymere; TPE-A = Polyester-Blockamide; TPE-E = Copolyester],
den Vorzug gegenüber von Elastomerblends, wobei Hart- und Weichphase als heterogene
Phasenverteilung von Elastomeren und Thermoplasten anzutreffen sind [TPE-V = (teil-)
vernetzte Olefine; TPE-O = unvernetzte Olefine]. Daraus wählt die Erfindung
bevorzugt thermoplastische Elastomere auf Styrolbasis aus, wobei die Styrolblöcke
an den Enden der Makromoleküle die Festigkeit des Materials beisteuern, während
sich im Mittelteil des Makromoleküls ein Ethylen-Butylen-Block, ein Ethylen-Propylen-Block,
ein Butadien-Block oder ein Ethylen-Butylen/Butadien-Block befindet, insbesondere
in Form eines hydrogenierten Blockes. Das dadurch gebildete Styrolblock-Copolymer,
insbesondere Styrol-Ethylen/Butylen-Styrol (SEBS) oder Styrol-Ethylen/Propylen-Styrol
(SEPS), hat die für diese Erfindung optimalen Eigenschaften. Es handelt sich
um ein vergleichsweise preiswertes Material mit guter Elastizität, ist aber
auch nicht zu weich. Auch die Beständigkeit gegenüber Säuren und
Basen und insbesondere gegenüber Schweiß ist sehr gut. Außerdem läßt
es sich mit wenig Aufwand im Spritzguß verarbeiten, insbesondere auch bei der
Spritzgußherstellung mit anderen Materialien zu einem einzigen Teil (Ring)
innig verbinden (an- oder umspritzen), so dass ein Ring-Kern partiell (bspw. an
einer oder beiden Stirnseiten) oder vollständig mit einem entsprechenden, fest
haftenden Überzug versehen werden kann. Indem das Material vor dem Spritzgießen
durch Zusatz von Farbmitteln, bspw. Pigmenten, eingefärbt wird, läßt
sich der fertige Überzug so an die Färbung des Schreibgerätes anpassen,
dass er von diesem nicht zu unterscheiden ist. Dies erlaubt es auch, an jedem Ring
eine derartige, stirnseitige Beschichtung vorzusehen; diese kann ggf. mit einem
etwas größeren Außendurchmesser versehen sein als der Ring selbst,
bspw. um 1 bis 2 mm größer, so dass sich dadurch eine Art Rändelrad
ergibt, welches die Verdrehung einzelner Ringe gegenüber anderen erleichtert.
Schließlich entspricht es der Lehre der Erfindung, dass (wenigstens)
ein Ring zumindest bereichsweise aus einem transparenten Material besteht. Damit
kann durch einen solchen Ring hindurch en Umfangsabschnitt des Schaftes eingesehen
werden, wo ggf. Text oder Bilder aufgedruckt sein können. Dadurch ist es möglich,
einen (oder mehrere) Hilfestellungen zum Lösen eines Rätsels zu geben,
indem bspw. Anfangs- oder Endlaute od. dgl. fest vorgegeben sind. Umgkehrt kann
durch eine solche Maßnahme das Lösen eines Rätsels aber auch erschwert
werden, wenn nämlich nicht ein ganzer Ring komplett transparent ausgebildet,
sondern nur mit einem oder mehreren transparenten Fenstern versehen ist, während
der Rest undurchsichtig und ggf. bedruckt ist. Dadurch kann eine Person durch Einstellen
der Fenster unterschiedliche Ausschnitte der auf dem darunter liegenden Schaftabschnitt
aufgedruckten Informationen sichtbar machen und muß dabei entscheiden, welche
Informationen sie auswählt und welche sie verwirft.
Weitere Merkmale, Einzelheiten, Vorteile und Wirkungen auf der Basis
der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sowie anhand der Zeichnung. Hierbei zeigt:
1 einen erfindungsgemäßen Kugelschreiber
in einem Längsschnitt; sowie
2a–2c ein Gehäusesegment
des Kugelschreibers aus 1 in der Draufsicht sowie in
verschiedenen Seitenansichten.
Der angebotene Kugelschreiber 11 mit Zusatzfunktion als Denk-
und Geduldspiel enthält eine Schreibmine 1.
Diese ist aufgenommen in einem Kugelschreibergehäuse, bestehend
aus einem unbeweglichen, schaftartigen Gehäuseteil 2, das in einer
zentralen Ausnehmung die Schreibmine 1 beherbergt, ferner bestehend aus
einem beweglichen Gehäuseabschnitt 3, welcher die eigentliche Spielfunktion
innehat, sowie aus einer Spitze 4, die mit Hilfe eines Gewindes an dem
unbeweglichen Gehäuseteil 2 festgeschraubt ist und die es erlaubt,
die Schreibmine 1 auszuwechseln und bei Bedarf den beweglichen Gehäuseabschnitt
3 während des Schreibens zu fixieren. Infolge der Schraubverbindung
erfährt das bewegliche Teil 4 jedoch bei jeder Drehbewegung auch einen
kontinuierlichen Versatz in Längsrichtung des Gehäuses, entsprechend der
Steigung des Gewindes.
Der bewegliche Gehäuseabschnitt 3 besteht aus mehreren
Ringen 5. Deren Außenumfang kann einen Kreis oder ein Vieleck darstellen.
Auf der mantelseitigen Oberfläche der Ringe 5 sind unterschiedliche
Bilder, Bildausschnitte und/oder Zeichen, insbesondere Zahlen, Buchstaben und/oder
Symbole, dargestellt. Auf einer der Stirnseiten jedes Ringes 5 befinden
sich Vorsprünge 6, die zum Fixieren der Ringe 5 gegenüber
den benachbarten Ringen 5 dienen, und auf der anderen Stirnseite des Ringes
5 gibt es den Vorsprüngen hinsichtlich ihrer Form nach Art von Pendants
entsprechende Vertiefungen 7, worin die Vorsprünge 6 einrasten
können. Zu diesem Zweck sind die Vertiefungen 7 genau in dem selben
Raster angeordnet wie die darin eingreifenden Vorsprünge 6 des benachbarten
Rings 5. Dieses Raster kann – je nach Ausführungsform an allen
Stoßstellen zwischen benachbarten Ringen 5 identisch sein, so dass
die Ringe 5 beliebig gegeneinander ausgetauscht werden können, oder
jeweils paarweise unterschiedlich, so dass die Ringe 5 nur in einer ganz
bestimmten Reihenfolge auf den Schaft 2 aufgesteckt werden können.
Die letztere Variante eignet sich besonders für bildhafte Darstellungen, wo
– ähnlich einem Puzzle – auf der Mantelfläche jedes Rings
5 nur jeweils unterschiedliche Ausschnitte einer Gesamtdarstellung zu finden
sind.