Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger
Werkstücke, insbesondere eine Plattenaufteilsäge.
Plattenaufteilsägen des im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung verwendbaren Typs dienen zum Aufteilen großformatiger Platten auf
ein vorgegebenes Fertigmaß. Sie können in der Regel auch vollautomatisch
betrieben werden, wobei die zu bearbeitende Platte oder ein zu bearbeitender Plattenstapel
auf einen horizontalen Auflagetisch aufgelegt und an seinem hinteren Ende mittels
sogenannter Materialfinger ergriffen und in Richtung auf mehrere Sägeaggregate
vorwärtsbewegt wird. Die Sägeaggregate umfassen in der Regel einerseits
ein oder mehrere stationäre Sägen zum Zuschneiden der Platten auf eine
gewünschte Breite und ein oder mehrere quer verfahrbare Sägen zum Bearbeiten
der Stirnseiten. Während des Zuschneidens der Platten werden die Platten durch
einen den Auflagetisch überspannenden Spannbalken von oben auf den Auflagetisch
gepresst.
Eine solche Plattenaufteilsäge ist beispielsweise aus der
DE 195 03 433 C2 bekannt. Darin
werden die Sägen zum Einstellen der Werkstückbreite als Einkürzsägen
und die Sägen zum Einstellen der Werkstücklänge als Ablängsägen
bezeichnet. Die jeweils im Einsatz befindliche Säge taucht von unten aus dem
Auflagetisch auf oder ist aus dem kritischen Bereich des Auflagetisches seitlich
herausbewegt. Dementsprechend sind die zugehörigen Werkzeugaggregate quer und/oder
vertikal zum Auflagetisch verlagerbar. Die Ablängsäge ist auf einem Sägewagen
montiert, der quer zur Transportrichtung der zu bearbeitenden Platten entlang einem
den Auflagetisch durchdringenden Sägeschlitz verfahrbar ist. Besonders bevorzugt
ist es, wenn die Einkürzsägen unmittelbar benachbart zur Ablängsäge
(Quersäge) und in Zuführrichtung vor dieser angeordnet sind. Im Falle
komplexer Schnittmuster kann es dabei vorkommen, dass das Werkstück mittels
der Materialfinger gelegentlich ein Stück weit zurückbewegt wird, um es
den Einkürzsägen zu ermöglichen, aus dem Auflagetisch aufzutauchen,
bevor das Werkstück weiter vorgeschoben wird.
In der Regel – und so auch bei der bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung – ist auf dem Sägewagen zusätzlich zur
Ablängsäge ein Vorritz-Sägeblatt montiert. Das Vorritz-Sägeblatt
dient zum Vorritzen der Platten an derjenigen Stelle, an der im gleichen Schritt
mittels der nachfolgenden Ablängsäge die Stirnseite der Platte erzeugt
werden soll. Das Werkzeugaggregat ist in der Regel für geringere Leistungen
ausgelegt als das Hauptsägeaggregat. Die Platten werden üblicherweise
im Gleichlauf vorgeritzt, um ein Ausreißen des Plattenmaterials zu verhindern,
und im Gegenlauf mittels der Ablängsäge fertig gesägt. Dazu wird
der Sägewagen entlang dem Sägeschlitz mit angehobener Vorritzsäge
und gleichzeitig mit angehobener Ablängsäge verfahren.
Die vorbeschriebene Plattenaufteilsäge kann aber nicht nur zum
Zuschneiden von Küchenarbeitsplatten, sondern auch zum Formatschneiden von
Trennwänden, plattenförmigen Möbelteilen, Schalttafeln, Fassadenisolierungen,
Platten für den Innenausbau und für andere Anwendungen eingesetzt werden.
Es sind gleichermaßen verarbeitbar: Holzwerkstoffe wie Spanplatten, Faserplatten
und Sperrholz sowie diese Werkstoffe, wenn sie mit Laminat aus Kunststoff oder Leichtmetall-Legierung
beschichtet sind, die leicht zu zerspanen sind; Massivholz; Hartgummi und Hartkunststoff;
Nichteisenmetalle z.B. Leichtmetall-Legierung; Gipsplatten, mit Gips gebundene Faserplatten;
Verbundplatten, die aus den oben genannten Materialien bestehen, insbesondere Aluminium-Kunststoff-Verbundplatten
(z.B. mit einer zentralen Kunststoffschicht und zwei außenliegenden dünnen
Aluminiumschichten). Insbesondere im Falle faserartiger Materialien ist das Vorritzen
im Gleichlauf notwendig, aber z.B. auch bei Melamin beschichteten Platten. Bei Aluminium,
Gipsplatten und bestimmten Kunststoffen können die Stirnseiten häufig
unmittelbar mittels der Ablängsäge ohne Vorritzen fertiggesägt werden.
Es besteht ein Bedürfnis, die Kanten der Platten nicht nur auf
Maß zu sägen, sondern die Kanten mit einer Gehrung zu versehen. Dazu gibt
es im Stand der Technik verschiedene Vorschläge. So wird in der AT
411 449 B eine Plattenaufteilsäge beschrieben, bei der der Sägewagen
um eine parallel zur Vorschubrichtung des Sägewagens verlaufende Schwenkachse
verschwenkbar ist. Auf diese Weise verläuft der mittels der Ablängsäge
erzeugte Stirnschnitt schräg zur Auflageebene des Auflagetisches, wodurch die
Kante mit einem beliebig einstellbaren Gehrungswinkel auf Gehrung gesägt werden
kann. Um einen Seitenversatz des Werkzeugs beim Verschwenken gering zu halten, verläuft
die Schwenkachse "theoretisch" in der Auflageebene des Auflagetisches. Der konstruktive
Aufwand dieser technischen Lösung ist jedoch enorm und erfordert nicht nur
einen speziell ausgebildeten Sägewagen, sondern darüber hinaus auch noch
eine komplizierte Anpassung des Spannbalkens, der je nach der Winkelstellung der
Ablängsäge symmetrisch dazu positioniert werden muss.
Darüber hinaus ist eine Stufenschnittlösung bekannt geworden,
bei der die Stirnseite mittels einer Schrägverzahnung mehrfach gesägt
wird. Mit jedem Durchlauf der Säge wird einerseits das Werkstück um etwa
die Breite des Sägeblatts vorwärtsbewegt und das Sägeblatt selbst
um etwa die Höhe des vorherigen Schnitts abwärtsbewegt, um angrenzend
an den vorherigen Schnitt den nächsten Schnitt zu legen. Diese
Variante ist konstruktiv weniger aufwendig als die in der AT
411 449 beschriebene Lösung, erfordert aber eine exakte automatische
Steuerung einschließlich entsprechend exakt ausgeführter Stelleinrichtungen
für das Werkzeug und die Materialzuführung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung
zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke, insbesondere eine Plattenaufteilsäge,
vorzuschlagen, welche mit geringem Aufwand das Erzeugen von Gehrungen ermöglicht.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung und ein System mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 und 10 gelöst. In davon abhängigen Ansprüchen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
Erfindungsgemäß ist die Vorrichtung so ausgebildet, dass
die Sägeschlitzweite automatisch veränderbar ist. Im Zusammenwirken mit
einem geeigneten Werkzeug, insbesondere mit einem Winkelfräser wie z.B. einer
Frässcheibe, deren Schneidkante schräg zur horizontalen Drehachse ausgerichtet
ist, erleichtert diese Maßnahme das Erzeugen eines Gehrungsschnittes enorm.
Wenn nämlich nun ein Stirnschnitt als Gehrungsschnitt ausgeführt werden
soll oder wenn an einer bereits bearbeiteten Kante eine Gehrung erzeugt werden soll,
kann die Sägeschlitzweite vergrößert werden und das betreffende Werkzeug
durch den verbreiterten Sägeschlitz verfahren werden. Je nach der Dicke der
Platte oder des Plattenstapels sowie in Abhängigkeit vom Gehrungswinkel, der
in den meisten Fällen 45° betragen wird, kann das Werkzeug eine beträchtliche
Dicke besitzen, weshalb es vorteilhaft ist, die Sägeschlitzweite automatisch
veränderlich zu gestalten. Herkömmliche Vorrichtungen mit einer konstanten
Sägeschlitzweite sind dazu nicht geeignet. Das Ausmaß der Sägeschlitzweitenänderung
hängt somit einerseits von der Dicke des Werkzeugs und/oder ggf. dem Hub beim
Hochfahren des Werkzeugs ab. Dies kann mittels einer geeigneten Steuerung auch vollautomatisch
überwacht werden.
Ein Verschwenken des Werkzeugs bzw. Werkzeugaggregats ist nicht erforderlich.
Auch eine Verlagerung des Spannbalkens zum Spannen der Werkstücke auf den Auflagetisch
ist nicht unbedingt erforderlich, da sich die Schnittlinie an der Werkzeugaustrittsseite
des Werkstücks durch die erfindungsgemäße Maßnahme nicht verändert.
Selbst beim Zuschneiden dicker Platten oder eines dickeren Plattenstapels
ist es nicht notwendig, den Werkstückvorschub mit der Höhe, auf die das
Werkzeug relativ zur Auflageebene angehoben wird, zu korrelieren. Stattdessen kann
das Werkzeug durch den verbreiterten Sägeschlitz soweit angehoben werden, dass
die zu bearbeitende Werkstückstirnfläche von der schrägen Schneidkante
des Winkelfräsers vollständig erfasst wird. Es wird bei sehr dicken Materialstärken
allerdings bevorzugt, das Werkzeugaggregat mehrmals entlang dem Sägeschlitz
zu verfahren, ohne die Höhenposition des Winkelfräsers zu verändern,
und lediglich das Werkstück für jeden Durchlauf des Werkzeugaggregats
um einen Betrag vorzubewegen, bis sich eine durchgehend schräg gefräste
Werkstückkante ergibt. So kann die auf den Antrieb wirkende Last auf das maximal
Zulässige beschränkt werden. Natürlich kann bei sehr dicken Platten
oder Plattenstapeln auch die aufwändige Stufenschnittlösung gewählt
werden, wie sie eingangs im Zusammenhang mit dem Stand der Technik erläutert
wurde.
Der Sägeschlitz kann einseitig oder beidseitig erweiterbar sein,
indem zumindest der in Werkstücktransportrichtung vor dem Sägeschlitz
liegende Teil des Auflagetisches und vorzugsweise auch der in Werkstücktransportrichtung
hinter dem Sägeschlitz liegende Teil des Auflagetisches verlagert wird. Dazu
kann beispielsweise eine hydraulische, pneumatische und/oder elektromotorische Verstelleinrichtung
dienen. Das Verlagern eines in Werkstücktransportrichtung vor dem Sägeschlitz
liegenden Teils des Auflagetisches bietet sich an, wenn die vorlaufende Stirnseite
des Plattenmaterials auf Gehrung bearbeitet werden soll. Soll dagegen die nachlaufende
Stirnseite des Plattenmaterials auf Gehrung bearbeitet werden, so bietet es sich
an, zur Verbreiterung des Sägeschlitzes den in Werkstücktransportrichtung
hinter dem Sägeschlitz liegenden Teil des Auflagetisches zu verlagern.
Als bevorzugtes Fräswerkzeug dient eine Frässcheibe, die
nicht nur auf einer Seite sondern auf beiden Seiten eine schräg zur Drehachse
ausgerichtete Schneidkante mit einer Schneidkantenausrichtung von beispielsweise
+45° und –45° zur Drehachse aufweist. Auch jede andere schräge
Schneidkantenausrichtung ist möglich (auch falls die Frässcheibe nur einseitig
vorgesehen ist). Damit können einerseits V-förmige Nuten in das plattenförmige
Material gefräst werden. Andererseits können in einem Schnitt oder in
zwei separaten Durchläufen sowohl die nachlaufende Kante eines abzulängenden
Plattenabschnittes als auch die Vorlaufkante des nächstfolgenden zu bearbeitenden
Plattenabschnittes auf Gehrung geschnitten werden.
Um eine saubere Schnittkante zu erzielen, insbesondere also im Zusammenhang
mit faserhaltigen Werkstoffen, ist es bevorzugt, die Frässcheibe bezogen auf
das zu bearbeitende Werkstück im Gleichlauf anzutreiben. Da auch die Vorritzeinrichtung
im Gleichlauf betrieben wird, ist es vorteilhaft, die Frässcheibe auf dem Werkzeugaggregat
zu montieren, das üblicherweise zum Vorritzen dient. Besonders
vorteilhaft ist es, dieses Werkzeugaggregat sowohl mit einem Vorritzer als auch
mit der bereits genannten Frässcheibe gleichzeitig zu bestücken, um einen
Werkzeugwechsel zu vermeiden. Demzufolge weist eine bevorzugte erfindungsgemäße
Vorrichtung zusätzlich zu dem im Gegenlauf arbeitenden Sägewerkzeugaggregat
ein Frässcheiben-Werkzeugaggregat auf, wobei das Frässcheiben-Werkzeugaggregat
durch das herkömmliche Vorritzer-Werkzeugaggregat gebildet wird und wobei weiter
vorzugsweise auf diesem Werkzeugaggregat sowohl die Frässcheibe als auch das
Vorritzwerkzeug gleichzeitig angeordnet sind.
Das Vorritzwerkzeug überragt mit seiner Schneidkante radial die
schräg ausgerichtete Schneidkante bzw. die schräg ausgerichteten Schneidkanten
der Frässcheibe bzw. Frässcheiben, um die Funktion als Vorritzer erfüllen
zu können. Der Vorritzer und die Frässcheibe können als einteiliges
Werkzeug hergestellt werden. Es ist aber vorteilhaft, beide Werkzeuge getrennt voneinander
zur Montage auf einer gemeinsamen Achse auszubilden, so dass jedes Werkzeug unabhängig
von dem jeweils anderen Werkzeug austauschbar ist.
Bei der Bearbeitung von Werkstücken, bei denen ein Ausreißen
des Materials nicht zu befürchten ist, kann das Vorritzen vor dem Sägeschnitt
mittels der Ablängsäge entfallen, so dass das Vorritzwerkzeug nicht erforderlich
ist. Solche Materialien sind beispielsweise bestimmte Kunststoffe, Metalle wie Aluminium,
Metall-Kunststoff-Verbundplatten und Gipsplatten. Da ein Ausreißen bei diesen
Materialien ausgeschlossen ist, braucht die Frässcheibe auch nicht im Gleichlauf
betrieben zu werden. Vielmehr kann die Frässcheibe, wenn ausschließlich
Gehrungen an bereits auf Maß geschnittenen Platten hergestellt werden sollen
und demzufolge auf die herkömmliche Ablängsäge verzichtet werden
kann, bedarfsweise auch auf dem leistungsstärkeren Hauptwerkzeugaggregat montiert
und gegebenenfalls im Gegenlauf betrieben werden. Es ist auch möglich das Vorritzer-Werkzeugaggregat
mit einem leistungsstärkeren Antrieb auszustatten.
Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand der begleitenden
Zeichnungen erläutert. Darin zeigen:
1 eine Plattenaufteilsäge schematisch in Draufsicht,
2 einen Sägewagen mit zwei Werkzeugaggregaten
schematisch in Seitenansicht,
3 perspektivisch ein kombiniertes Vorritzer-Gehrungsfräs-Werkzeugaggregat,
4 schematisch im Querschnitt das Werkzeug aus
3 im Einsatz,
5 eine Frontansicht einer alternativen Frässcheibe,
und
6 die Frässcheibe aus 1
mit zentralem Ritzerblatt.
1 zeigt schematisch in Draufsicht eine Plattenaufteilsäge
1 zum Zuschneiden von plattenförmigen Werkstücken 100.
Derartige Anlagen sind, wenn sie zum Zuschneiden von Küchenarbeitsplatten dienen,
in der Regel mindestens 15 m lang.
Die Plattenaufteilsäge besitzt eine waagrecht angeordnete Transportebene
2, neben der seitlich eine nicht dargestellte Beschickungseinrichtung vorgesehen
ist, die dazu dient, zu bearbeitende Werkstücke 100 der Transportebene
2 in einer Richtung 3 zuzuführen, welche quer zur Transportrichtung
ist, in der die Werkstücke 100 anschließend weiter transportiert
und bearbeitet werden. Ein Materialschieber 4 mit einer größeren
Anzahl von Klemmfingern 5, von denen hier lediglich acht dargestellt sind,
ist an einem Ende der Transportebene 2 vorgesehen und dient zum Transportieren
der Werkstücke 100 entlang der Transportebene 2 in einer
Richtung senkrecht zur Beschickungsrichtung 3. Je nach Breite der Transportebene
2 können mehr oder weniger Klemmfinger 5 vorgesehen sein,
wobei die Anzahl zwischen 1 und 20 liegen kann. Diese Klemmfinger sind so zueinander
beabstandet, dass sie beim Vorschub der Werkstücke 100 nicht mit den
Bearbeitungsaggregaten am anderen Ende der Transportebene 2 kollidieren.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind lediglich zwei
Bearbeitungsstufen in Transportrichtung hintereinander angeordnet. Bei der in Transportrichtung
vorderen Bearbeitungsstufe 6 handelt es sich um eine Einkürzeinrichtung,
mit der die Werkstücke 100 auf Breite geschnitten werden. Dies erfolgt
im dargestellten Ausführungsbeispiel mittels Kreissägen 7,
8. Mindestens eine der Einkürzsägen 8 ist in ihrer Arbeitsposition
quer zur Transportrichtung der Werkstücke variabel auf die gewünschte
zu erzeugende Breite einstellbar. Vorzugsweise sind aber zwei oder mehr quer zur
Transportrichtung verlagerbare Einkürzsägen 8 vorgesehen, um
aus den Werkstücken 100 gleichzeitig mehrere Einzelplatten herauszuteilen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um zwei variable einstellbare
Einkürzsägen 8. Eine Einkürzsäge 7 am Rand
der Transportebene 1 kann zum Besäumen der Längsseitenkante
101 der Werkstücke 100 dienen, sofern dies notwendig ist,
und braucht nicht quer zur Transportrichtung verlagerbar zu sein. Es kann auch für
die gegenüberliegenden Seiten eine weitere Besäumsäge 7
vorgesehen sein.
Da nicht immer alle Einkürzsägen 7, 8
im Einsatz sind, ist es zweckmäßig, wenn die Einkürzsägen in
einer Richtung senkrecht zur Transportebene beweglich sind, so dass sie im Falle
ihres Einsatzes durch die Transportbahn der zu bearbeitenden Werkstücke
100 zumindest teilweise so weit hindurch bewegbar sind, dass ein vollständiges
Durchtrennen der Materialstärke, also ein Aufteilen der Werkstücke
100 in der Breite möglich ist. Die vertikale Beweglichkeit der Einkürzsägen
7, 8 ist auch von Bedeutung, wenn aus den Werkstücken
100 nacheinander Platten unterschiedlicher Breite hergestellt werden sollen.
In diesem Falle wird die ein oder andere Einkürzsäge 8 aus der
Transportbahn herausbewegt, sobald die gewünschte Länge der zu erzeugenden
Platte erreicht ist.
Im Anschluss an die Einkürzeinrichtung 6 treffen die
Werkstücke 100 auf eine Ablängeinrichtung 9, die dazu
dient, die aus den Werkstücken 100 herzustellenden Platten von den
Werkstücken abzutrennen und dadurch auf Länge zu trimmen. Die Ablängeinrichtung
9 umfasst einen Sägewagen 10 mit einer Hauptsäge
11 und einem Vorritzerwerkzeug 12. Der Sägewagen
10 ist zum Zwecke des Ablängens der auf die gewünschte Breite
eingekürzten Werkstücke 100 in einer Richtung quer zur Transportrichtung
der Werkstücke 100 verlagerbar, wie durch einen Pfeil angedeutet ist.
Nach dem Ablängen können die Werkstücke 100 mittels des
Materialschiebers 8 entgegen der eigentlichen Transportrichtung zurückbewegt
werden, gegebenenfalls bis vor die Einkürzeinrichtung 6, und aus dem
Restmaterial der Werkstücke 100 können weitere Platten mit anderen
Abmessungen auf entsprechende Weise hergestellt werden. Dazu werden die Einkürzsägen
7, 8 entsprechend neu positioniert.
In herkömmlicher Weise kann die Ablängeinrichtung
9 nicht nur zum Ablängen der auf Breite geschnittenen Platten sondern
auch zum Trimmen der vorauseilenden Kante der Werkstücke 100 mittels
eines Stirnschnitts eingesetzt werden. Ein solcher Stirnschnitt ist insbesondere
zweckmäßig, wenn nach dem Ablängen einer ersten Platte weitere Platten
mit anderen Breitenabmessungen aus dem Restmaterial herausgeteilt werden sollen.
Denn in einem solchen Fall erstrecken sich die mit den Einkürzsägen
7, 8 erzeugten Schnitte der zuerst abgelängten Platten geringfügig
ins Restmaterial hinein, so dass für die nachfolgenden Platten mit anderer
Breite erst eine saubere Stirnkante mittels der Ablängeinrichtung
9 erzeugt werden muss. Dieser Stirnschnitt wird vorzugsweise durchgeführt,
bevor das Restmaterial zurückbewegt und dem weiteren Bearbeitungsprozess unterworfen
wird. Zwar ist es auch möglich, den Stirnschnitt nach dem Einkürzen durchzuführen.
Dies führt aber in der Regel zu wesentlich stärkeren Schwingungen des
dünnwandigen Plattenmaterials und dadurch zu unsauberen Schnittverläufen.
In 2 ist der Sägewagen
10 der Ablängeinrichtung 9 schematisch in Seitenansicht dargestellt.
Er besitzt einen Antrieb 13 zum Bewegen des Sägewagens 10
entlang einer nicht dargestellten Führung quer zur Transportrichtung der Werkstücke
100. Darüber hinaus trägt der Sägewagen 10 zwei
Werkzeugaggregate 14, 15. Das Werkzeugaggregat 15 ist
in der Regel leistungsstärker und dient als Hauptsägeaggregat zum Antreiben
der Hauptsäge 11 – ein Kreissägeblatt – um eine
in Transportrichtung der Werkstücke 100 weisenden Drehachse. Dabei
wird das Kreissägeblatt 11 im Gegenlauf betrieben, das heißt
bei einer Bewegungsrichtung des Sägewagens 10 nach links in eine Richtung
entgegen dem Uhrzeigersinn.
Das Werkzeugaggregat 14 trägt das Vorritzerwerkzeug
12 und ist leistungsschwächer, weil es in der Regel nur dazu dient,
bei Werkstücken, die zum Ausreißen neigen, insbesondere also bei faserhaltigen
Werkstücken wie Holz oder Faserverbundwerkstoffen, das Werkzeug für den
späteren Eingriff des Kreissägeblatts 11 von unten vorzuritzen.
Das Vorritzerwerkzeug 12 wird im Gleichlauf betrieben, um das erwähnte
Ausreißen zu verhindern. Es kann vorteilhaft sein, die Drehrichtung des einen
oder anderen Werkzeugaggregats 14, 15 umkehrbar vorzusehen. Das
Kreissägeblatt 11 und das Vorritzerwerkzeug 12 sind unabhängig
voneinander relativ zum Sägewagen 10 anhebbar und können so in
die Transportebene der Werkstücke 100 hinein- und herausgefahren werden.
Anders als bei herkömmlichen Vorritzerwerkzeugen ist zusätzlich
zu dem üblichen Vorritzsägeblatt eine Frässcheibe mit schräg
ausgerichteten Schneidkanten vorgesehen. Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung
wird ein Sägeblatt mit einer entsprechenden Schrägverzahnung als synonym
zur Frässcheibe angesehen, auch wenn eine Frässcheibe im strengen Sinne
zu bevorzugen ist. Ein solches Werkzeugaggregat 14 ist in 3
dargestellt. Auf einer gemeinsamen Antriebswelle des Werkzeugaggregats sind sowohl
das Vorritzsägeblatt 12a als auch die Frässcheibe 12b
montiert. Die Werkzeuge 12a, 12b sind separat austauschbar. Da
sowohl das Vorritzsägeblatt 12a als auch die Frässcheibe
12b im Gleichlauf betrieben werden, wenn zum Ausreißen neigende Werkstücke
bearbeitet werden, bietet es sich an, diese beiden Werkzeuge auf derselben Welle
anzuordnen. Bei der Bearbeitung anderer Materialien, beispielsweise bestimmter Kunststoffe,
Gipsplatten, Metall oder Metall-Kunststoff-Verbundplatten, kann es dagegen zweckmäßig
sein, die Frässcheibe 12b auf dem Hauptsägeaggregat
11 zu montieren, um mit höherer Leistung und im Gleichlauf zu arbeiten.
Dies bietet sich insbesondere immer dann an, wenn die zu bearbeitenden Werkstücke
nicht auf Maß gesägt zu werden brauchen, sondern lediglich mit einem Gehrungsschnitt
versehen werden müssen, denn in diesem Falle wird das Hauptsägeaggregat
nicht anderweitig benötigt.
4 zeigt beispielhaft die Bearbeitung eines Werkstücks
100 bei der Erzeugung eines Gehrungsschnitts mittels des Vorritzerwerkzeugs
12 aus 3. Das Werkstück 100
wurde zunächst in die in 4 dargestellte Position
gebracht und mittels des Spannbalkens 16 auf den Auflagetisch
17 niedergedrückt (hier lediglich prinzipiell dargestellt), so dass
das Werkstück 100 plan auf der Auflageebene 18 des Auflagetischs
17 liegt. Bei dem in 4 dargestellten Bearbeitungsschritt
ist das Werkzeug 12 in die Bearbeitungsebene des Werkstücks
100 angehoben worden, um eine Stirnseite zu bearbeiten oder eine vorlaufende
Kante des Werkstücks zu besäumen und dabei gleichzeitig eine Gehrung zu
erzeugen. Der Neigungswinkel der Schneiden der Frässcheibe 12b beträgt
hier etwa 45°. Um mit dieser Frässcheibe 12b auch die Kanten
von dicken Platten oder Plattenstapeln in einem Schritt bearbeiten zu können,
ist die Frässcheibe 12b entsprechend dick ausgeführt. Um nun
eine Kollision der Frässcheibe 12b mit dem Auflagetisch
17 beim Gehrungsfräsen zu vermeiden, ist der in Transportrichtung
vor der Frässcheibe 12b liegende Teil 17a soweit verlagert,
dass der zwischen den beiden Teilen 17a, 17b des Auflagetisches
17 gebildete Sägeschlitz 19 eine ausreichende Breite zum
Hindurchführen des Werkzeugs 12 bietet.
Zum Verändern der Weite des Sägeschlitzes 19 durch
Verlagern des Teils 17a des Auflagetisches 17 dient hier eine
hydraulische Verstelleinrichtung 20. In entsprechender Weise kann auch
der andere Teil 17b des Auflagetisches 17 verlagert werden, soweit
Bedarf besteht, beispielsweise wenn ein Werkzeug gemäß 5
oder 6 eingesetzt wird (dazu weiter unten).
Man erkennt anhand der 4 zweierlei. Erstens
ist es nicht erforderlich, den Spannbalken 16 in irgendeiner Weise zu verlagern,
wenn ein Gehrungsschnitt an der Stirnseite des Werkstücks 100 erzeugt
wird. Vielmehr taucht das Werkzeug 12 nur soweit auf der gegenüberliegenden
Seite des Werkstücks 100 auf, dass eine Kollision mit dem Spannbalken
16 sicher vermieden wird. Zweitens braucht der Teil 17a des Auflagetisches
17 nur soweit entgegen der Transportrichtung des Werkstücks
100 herausbewegt zu werden, dass eine Kollision mit der Frässcheibe
12b sicher verhindert wird. Dadurch dass die an den Sägeschlitz
19 angrenzende Kante des Teils 17a des Auflagetisches eine Schräge
aufweist, die in etwa dem Neigungswinkel der Schneidflächen der Frässcheibe
12b entspricht, kann die Spaltweite 19 während der Bearbeitung
mittels der Frässcheibe 12b minimal gehalten werden. Denn je dünner
das zu bearbeitende Werkstück 100 ist, desto weniger braucht die Frässcheibe
12b nach oben in die Bearbeitungsebene verlagert zu werden und dementsprechend
gering ist der Umfang, um den der Teil 17a des Auflagetisches
17 zur Verbreiterung der Sägeschlitzweite verlagert werden muss.
Je nach der Art der zur Verfügung gestellten plattenförmigen
Werkstücke und je nach der Art und Weise, wie die zur Verfügung gestellten
plattenförmigen Werkstücke zu bearbeiten sind, können die folgenden
unterschiedlichen Vorgehensweisen zweckmäßig sein:
- – Falls vorkonfektionierte Platten bearbeitet werden, die also bereits
auf Bearbeitungsmaß zurechtgeschnitten sind, wird das Vorritzsägeblatt
12a nicht benötigt. Es genügt, einen reinen Winkelfräser,
insbesondere also die Frässcheibe 12b, vorzusehen. Da auch keine Säge
benötigt wird, kann der Winkelfräser auf dem Hauptsägeaggregat eingespannt
werden und dementsprechend mit höherer Leistung und insbesondere im Gegenlauf
betrieben werden. Falls die Vorrichtung ausschließlich für eine derartige
Plattenbearbeitung vorgesehen ist, kann der Sägewagen mit einem einzigen Werkzeugaggregat
ausgestattet sein. Die Sägeschlitzweite wird dann jeweils abhängig vom
Gehrungswinkel und der zu bearbeitenden Plattenstärke auf das notwendige Maß
eingestellt.
- – Im Falle nicht-vorkonfektionierter Platten, die also noch auf das notwendige
Bearbeitungsmaß zurechtgeschnitten werden müssen, kann der Sägewagen
mit zwei Aggregaten, nämlich der Kreissäge auf dem Hauptsägeaggregat
und dem Winkelfräser, insbesondere der Frässcheibe 12b, auf dem
Vorritzeraggregat ausgerüstet werden. Sofern spezielle Materialien wie Aluminium,
Gips, Kunststoffe und Verbundplatten daraus, die nicht zum Ausreißen neigen,
ist es vor dem Schritt des Formatsägens mittels der Kreissäge nicht erforderlich,
das Material vorzuritzen. Das Vorritzer-Werkzeugaggregat kann daher mit einem reinen
Winkelfräser ausgerüstet sein. Insbesondere kann es zweckmäßig
sein, die Gehrung bei diesen Materialien im Gegenlauf zu fräsen.
- – Besonders vorteilhaft ist es aber, wenn nicht-vorkonfektionierte Platten
bearbeitet werden, die nicht nur auf Format gesägt und mit einer Gehrung versehen
werden, sondern die vor dem Formatieren vorgeritzt werden, etwa bei der Bearbeitung
von faserhaltigen Materialien wie Holz und Faserverbundwerkstoffen. In diesem Falle
kann das Werkzeugaggregat 14 zusätzlich zum Vorritzsägeblatt
12a mit der Frässcheibe 12b ausgerüstet werden, die
dann – wie erwähnt – mit dem anderen Werkzeug auf einer Achse
sitzt. Auch eine einstückige Ausbildung der beiden Werkzeuge ist denkbar. Dann
wird das Werkstück an der Unterseite vorgeritzt, im selben Arbeitsgang an derselben
Stelle mittels des Kreissägeblatts 11 zeitverzögert durchtrennt,
und in einem separaten Arbeitsgang wird die Gehrung mittels der
Frässcheibe 12b an der zuvor erzeugten Stirnseite hergestellt. Dieses
Verfahren ist besonders geeignet bei der Besäumung großformatiger nicht-vorkonfektionierter
Platten, bei denen mit großen Besäumlingen zu rechnen ist.
- – Ist dagegen nur mit schmalen Besäumlingen zu rechnen, so kann
die Gehrung ohne Vorritzen und Fertigsägen unmittelbar mittels der Frässcheibe
erzeugt werden, so wie dies in bezug auf 4 dargestellt
und beschrieben ist.
5 zeigt eine Frässcheibe 22, mit der
V-Nuten hergestellt werden können. Dieses Werkzeug kann ebenfalls dazu eingesetzt
werden, Gehrungen zu fräsen. Bei der Bearbeitung geeigneter Materialien, insbesondere
solchen, die nicht zum Ausreißen neigen, kann auf das Vorritzen und Sägen
verzichtet werden. Vielmehr kann allein mittels des V-Nutenfräsers ein plattenförmiges
Werkstück durchtrennt werden, wobei sowohl an der nachlaufenden Kante des zuvor
bearbeiteten Werkstücks als auch an der vorlaufenden Kante des nächstfolgenden
zu bearbeitenden Werkstücks ein Gehrungsschnitt entsteht. Der V-Nutenfräser
22 kann in diesem Falle beispielsweise auf dem Hauptaggregat montiert werden.
Ist es hingegen erwünscht, das zu bearbeitende plattenförmige
Material zunächst vorzuritzen und zu sägen, bevor sowohl die nachlaufende
Kante als auch die vorlaufende Kante gleichzeitig oder nacheinander mit einer Gehrung
versehen werden, so wird auf dem Vorritzer-Werkzeugaggregat zunächst eine erste
Frässcheibe, dann ein die Frässcheibe radial überragendes Vorritzer-Sägeblatt
und schließlich eine zweite Frässcheibe nacheinander angeordnet, wobei
die Schneidkantenneigung der beiden Frässcheiben wie bei dem V-Nutenfräser
22 aus 5 entgegengerichtet sind. Ein solches
Werkzeug ist in 6 dargestellt und kann dann einerseits
zum Vorritzen und andererseits zum beidseitigen Gehrungsfräsen verwendet werden.
Es ist nicht notwendig, dass die nachlaufende Kante und die vorlaufende Kante zweier
herzustellender Plattenabschnitte gleichzeitig mit einer Gehrung versehen werden.
Dies kann auch unabhängig voneinander erfolgen.