Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zubereitung umfassend einen
aus den Samen des Bockshornklees gewonnenen Extrakt, dadurch gekennzeichnet, dass
der Extrakt Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen enthält,
wobei der Gesamtgehalt des Gemisches aus Saponinen und/oder Sapogeninen mindestens
8 Gew.-% beträgt.
Kräftige, gesunde Haare prägten das äußere Erscheinungsbild
entscheidend. Volle kräftige Haare stehen für Gesundheit, Vitalität
und Jugend. Es hat sich herausgestellt, dass gerade die Menschen in den Industrienationen
besonders von Haarausfall geplagt sind. Waren in früheren Jahrzehnten vom Haarausfall
mehr die Männer betroffen, so ist zu beobachten, dass dies auch zunehmend ein
Problem für die Frauen darstellt.
Dem Menschen fallen durchschnittlich zwischen 60 bis 120 Haare pro
Tag aus. Die Grenzen vom nicht-haarvermindernden Ausfall bis zum stark haarvermindernden
Ausfall sind nicht starr gesetzt. Es hängt hier davon ab, wie leicht, in welchen
Bereichen, wie viele Haare ausfallen. Als Faustregel gilt ein Ausfall von bis zu
100 Haaren pro Tag als normal, wenn der Haarausfall sich gleichmäßig über
den ganzen Kopf verteilt. Konzentriert es sich jedoch auf einzelne Haarbereiche
(Alopecia Areata) oder nur auf den Oberkopf (androgenetischer Haarausfall), gilt
ein Ausfall von bis zu 100 Haaren pro Tag eher als besorgniserregend.
Androgenetischer Haarausfall (androgenetische Alopezie, alopecia androgenetica)
ist ein erblich bedingter Haarausfall, für welchen das Hormon Dihydrotestosteron
(DHT) verantwortlich gemacht wird. Wenn in der Kopfhaut viel DHT vorhanden ist und
eine ererbte Überempfindlichkeit dafür besteht, wird die Wachstumsphase
(Anagenphase) des Haares verkürzt. Aufgrund der Überempfindlichkeit gegenüber
DHT verkümmern die Haarfolikel mit der Zeit. Bei männlichen Jugendlichen,
bei denen eine familiäre Disposition vorherrscht, beginnt der genetisch bedingte
Haarausfall meistens am Vorderkopf und an den Schläfen. Diese Form des Haarausfalls
wird Alopecia praematura oder simplex bezeichnet.
Durch die Behandlung hormonabhängiger Tumore wie Brustkrebs mit
Aromatasehemmer können auch Frauen mit entsprechender genetischer Disposition
androgenetischen Haarausfall entwickeln.
Unter Alopecia areata (Alopecia circumscripta; Pelade; Areata celsis;
kreisrunder Haarausfall) versteht man einen runden, lokal begrenzten krankhaften
Haarausfall. Die Kahlstellen sind glatt, eingesunken, nicht schuppend, und die Haarfollikel
bleiben erhalten. Häufig bestehen zusätzlich Veränderungen der Fingernägel
mit Grübchen, Rillen oder sandpapierartigen Aufrauhungen. Die genauen Ursachen
dieser Krankheit ist noch nicht bekannt. Man geht jedoch von einer Störung
des Immunsystems aus. Der Haarausfall kann schließlich weiter fortschreiten
und zum Verlust aller Kopfhaare (Alopecia totalis) oder auch zum Verlust aller Körperhaare
(Alopecia universalis) führen.
Beim diffusen Haarausfall (diffuse Alopezie; Alopecia diffusa) fallen
die Haare vom gesamten Kopf ab. Dieser Haarausfall tritt häufiger bei Frauen
als bei Männern auf. Ursachen können Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen,
Eisenmangel, Stress oder Infektionen sein. Einige Medikamente können ebenfalls
zu Haarausfall führen. Auch Infektionen, wie z.B. Impetigo contaginosa, Karbunkel,
Wundrose oder Gürtelrose, können zu einem zeitlich begrenzten Haarverlust
führen.
Die genannten Formen des Haarausfalls werden versucht medikamentös
zu behandeln. So wird z.B. der kreisrunde Haarausfall mit Diphenylcyclopropenon
(DCP) therapiert. Diese Substanz ist jedoch relativ riskant und damit mit erheblichen
Nebenwirkungen verbunden. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die sogenannte
PUVA-Therapie mit ultravioletten Strahlen bestimmter Wellenlänge in Kombination
mit Psoralen. Auch an spezifischen Immunsuppressiva besteht ein wissenschaftliches
Interesse zur Behandlung des Haarausfalls. Ein weiterer Ansatzpunkt wären zum
Beispiel spezielle Östrogenrezeptorantagonisten.
Ferner werden Antiandrogene wie Finasterid (Propecia®
oder Dutasterid (Avodart®) eingesetzt. Das Antihypertonikum Minoxidil
zeigte als „Nebenwirkung" eine Hemmung des Haarausfalls. Schließlich
werden auch Östrogene wie 17-alpha-Estradiol zur Hemmung des Haarausfalls eingesetzt
oder cortisonhaltige Medikamente.
Die beschriebenen Therapieansätze weisen zwar eine gewisse Wirksamkeit
gegen den Haarausfall auf, bergen jedoch auch ein erhebliches Nebenwirkungspotenzial
in sich. So ist schließlich auch zu bedenken, dass diese Substanzen meist ein
Leben lang einzunehmen bzw. aufzutragen sind, da bei Absetzung der Substanzen das
neugewonnen Haar wieder ausfällt.
Zusammenfassend lässt sich, sagen, dass die gegenwärtig
gebräuchlichen Methoden zur Behandlung des Haarausfalls noch nicht optimal
sind.
Aufgabe der Erfindung ist es somit eine Zubereitung mit hoher Wirksamkeit
und einem geringen Nebenwirkungsprofil bereitzustellen, die eine Einnahme über
einen langen Zeitraum erlaubt.
Erfindungsgemäß wird zur Lösung dieser Aufgabe eine
Zubereitung umfassend einen aus den Samen des Bockshornklees gewonnenen Extrakt,
dadurch gekennzeichnet, dass der Extrakt Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen
und/oder Sapogeninen enthält, wobei der Gesamtgehalt des Gemisches aus Saponinen
und/oder Sapogeninen mindestens 8 Gew.-% beträgt, bereitgestellt.
So hat sich gegenüber dem Stand der Technik herausgestellt, dass
der erfindungsgemäße Extrakt enthaltend Trigonellin und ein Gemisch aus
Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-% gewonnen aus dem Samen des
Bockshornklees eine verbesserte Wirkung auf das Wachstums von Oberhautgebilden,
wie der Haare und Nägel, sowie auf die Zellneubildung der Haut hat.
DE 31 18 882 betrifft einen Knoblauchextrakt
als Mittel gegen Haarausfall und zur Förderung des Haarwuchses, der mit einem
Aminosäuregemisch kombiniert werden kann.
EP 0 469 007 B1 und DE
4 012 148 A1 beschreiben ein Mittel zur Nagel-, Haut- und Haarpflege, enthaltend
Trigonellin und Vitamin B6.
DE 36 03 601 C2 betrifft die Verwendung
eines Bockshornkleesamenextraktes zur Wiederbelebung und zum Anregen und Verstärken
des Haarwuchses bei Lebewesen.
EP 0 289 639 B2 betrifft die Verwendung
von Trigonellin zur Wiederbelebung des Haarwuchses.
EP 0 859 582 B1 betrifft ein Mittel
zur Pflege der Haut und der Haare enthaltend Trigonellin bzw. Trigonellinsäure
und einen Extrakt von Ginseng.
DE 39 15 535 A1 betrifft ein Mittel
zur Bekämpfung von Hauterkrankungen enthaltend Trigonellin bzw. Trigonellinsäure.
Während sich die im Stand der Technik aufgefundenen Dokumente
auf das im Bockshornkleesamen enthaltene Trigonellin bzw. Trigonellinsäure
fokussieren, betrifft keines der Dokumente die erfindungsgemäße Kombination
aus Trigonellin und einem Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens
8 Gew.-%, die aus den Samen des Bockshornklees gewonnen wird.
Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum) gehört zur Familie
der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), Unterfamilie Schmetterlingsblütler
(Faboideae). Es ist eine einjährige, bis zu 60 cm hohe Pflanze.
Das Alkaloid Trigonellin (Coffearin, N-Methylbetain der Nicotinsäure)
führt zu einer Vasodilation der peripheren Blutgefässe, so dass dadurch
die Versorgung der Haarfollikel mit für das Haarwachstum notwendigen Nährstoffen
wieder eingeleitet wird. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann Trigonellin
als Monohydrat oder in Form eines pharmazeutisch verträglichen Salzes, insbesondere
in Form des Hydrochlorid-Salzes vorliegen.
Saponine sind Glycoside, die durch saure oder enzymatische Hydrolyse
in Sapogenine (Aglykone) und Zucker gespalten werden. Die im Bockshornkleesamen
enthaltenen Saponine und/oder Sapogenine sind 3,26-Bisglykoside mit &Dgr;4-Furosten-,
&Dgr;5-Furosten- oder 5&agr;-Furostan-Grundkörper; Trigofoenosid
A bis G, Spirostanolglycoside, Diosgenin, Diocin, Yamogenin, Neogitogenin, Gitogenin,
Trigoneoside Ia, IIa, IIb, IIIa, IIIb, IVa, Va, Vb, VI, VIIb, VIIIb, IX; Glykosid
D; Trigonellosid C; und Trigoneoside Ia, Ib, Va, Xa, Xb, XIb, XIIa, XIIb, XIIIa,
und deren Derivate. Saponine und/oder Sapogenine sind bekannt für ihre hämolytische,
expektorische und diuretische Wirkung.
Derivate der Saponine und/oder Sapogenine sind auf dem Fachgebiet
allgemein bekannt. Derivate der Saponine und/oder Sapogenine können unter anderem
Ester, Amide, Peptide, Ether und Prodrugs der Saponine und/oder Sapogenine umfassen.
Unter Prodrugs sind Derivate der Saponine und/oder Sapogenine zu verstehen,
die erst im Körper zu dem eigentlich pharmakologisch aktiven Wirkstoff verstoffwechselt
werden, wie z.B. Ester- oder Amidderivate der Saponine und/oder
Sapogenine.
Der erfindungsgemäßen Extrakt aus dem Samen des Bockshornklees
ist dadurch gekennzeichnet, dass dieser Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen
und/oder Sapogeninen enthält, wobei der Gesamtgehalt des Gemisches aus Saponinen
und/oder Sapogeninen mindestens 8 Gew.-% beträgt.
In dem erfindungsgemäßen Extrakt aus dem Samen des Bockshornklees
können gegebenenfalls zusätzlich eine oder mehrere Substanzen, die aus
ätherischen Öle, Flavonoiden, Isoflavonoiden, Schleimstoffen, Lipiden,
Sterolen, Phytosterinen, 25&agr;-Spirostan, Enzymen, Peptiden, Aminosäuren,
Fettsäuren, ungesättigte Fettsäuren, insbesondere &OHgr;-3-Fettsäuren
und &OHgr;-6-Fettsäuren, Proteinen und Proteaseinhibitoren ausgewählt
sind, enthalten sein.
Insbesondere können enthalten sein: Ätherische Öle
wie 4,5-Dimethyl-3-hydroxy-2-(5H)-furanon (Sotolon), 3-Hydroxy-4-methyl-2(5H)-furanon,
Dihydroactinidindiolid, Dihdyrobenzofuran, n-Hexanol; Diosgenin-Peptidester Foenugraecin;
Flavoniode wie Glykosylflavone wie z.B. Vitexin, Isovitexin, Vicenin-1, Vicenin-2,
Orientin- und Isoorientinarabinosid und Saponaretin; Isoflavonoide, wie Rotenoide;
Schleimstoffe, wie z.B. &bgr;-(1→4)-Mannane, substituiert mit &agr;-(1→6)-Galaktosylresten;
Lipiden, wie z.B. Triacylglycerole, Phospholipide, Glycolipide; Sterole, wie z.B.
&bgr;-Sitosterol und Cholserin; Proteine, wie z.B. L-Lysin und L-Tryptophan; Proteinaseinhibitoren,
wie z.B. Bowman-Birk-Proteinaseinhibitoren sowie Polypeptide, die Trypsin und Chymotrypsin
hemmen.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung wird aus den Samen
des Bockshornklees durch Perkolation gewonnen. Bevorzugt handelt es sich bei diesem
Extraktionsverfahren um ein Batterieumlaufverfahren, bei welchem keine Auswaschphase
und nur eine Extraktionsphase erfolgt. Als Extraktionsmittel dient Ethanol unterschiedlicher
Konzentration und Wasser (Ethanol/Wasser-Gemisch). Die Extraktion des Bockshornklee-Samens
zur Bereitstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung erfolgt nach
dem Zweistufen-Prinzip. Hierfür werden die Extraktionsmittel unterschiedlichen
Ethanolgehalts chronologisch nacheinander eingesetzt, so dass ein Vollextrakt mit
lipophilen und hydrophilen Fraktionen des Samens resultiert. Bevorzugt wird der
Samen des Bockshornklees mit einem Ethanol/Wasser-Gemisch von 90 Vol.-% Ethanol
und anschließend mit einem Ethanol/Wasser-Gemisch von 50 Vol.-% Ethanol extrahiert.
Die Perkolation erfolgt über mehrere Stunden bei einer Temperatur von 40 bis
60 °C.
Durch das beschriebene Verfahren kann ein Vollextrakt aus den Samen
des Bockshornklees, enthaltend Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen und/oder
Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, mit lipohilen und hydrophilen Anteilen zur
Bereitstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung gewonnen werden.
Der Extrakt zur Bereitstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
liegt bevorzugt als Trockenextrakt vor. Der Trockenextrakt kann durch Verdampfen
der Extraktionsflüssigkeit, z.B. in einem Destilliergefäß auf einem
Wasserbad, gewonnen werden.
Der Gehalt des Gemisches aus Saponinen und/oder Sapogeninen wurde
als Gesamtsapogenine mit Diosgenin als Referenzsubstanz nach Ph. Eur. (Pharmacopoeia
Europaea) 5.4, Monographie: Butcher's Broom bestimmt.
Die angegebenen Prozentangaben [Gew.-%] beziehen sich entsprechend
auf den Anteil an den im erfindungsgemäßen Extrakt enthaltenen Sapogeninen
und/oder Saponinen bezogen auf die Gesamtextrakteinwaage.
Die verbesserte Wirkung ist auf die im Extrakt enthaltene Kombination
aus Trigonellin und dem Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von einem Mindestgehalt
von 8 Gew.-% zurückzuführen.
Der genaue Mechanismus der diesem erfindungsgemäßen Extrakt
zugrundegelegten Wirkung ist bisher noch unbekannt.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese verbesserte Wirkung durch
die optimale Synergie der Kombination aus den Inhaltsstoffen Trigonellin und dem
Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-% zustande kommt.
Dieser verbesserte, synergistische Effekt kann wie folgt erklärt
werden:
Die Inhaltsstoffe des Bockshornkleesamens enthalten unter anderem
Trigonellin, Diosgenin-Peptidester sowie in nennenswerten Mengen Saponine und Sapogenine.
Diese Stoffe besitzen entweder eine physiologische estrogene oder eine antiandrogene
Wirkung.
Bei rund 90% aller Männer, die unter Haarverlust klagen, liegt
eine androgenetische Alopezie vor. Sie betrifft rund 40% aller 40-jährigen
und die Hälfte aller 50 jährigen Männer. Im Alter von 80 Jahren haben
mehr als 80% der Männer eine Alopezie. Ursache hierfür ist, dass die Kopfhaut
eine erhöhte Aktivität der 5-Alpha -Reductase und damit eine erhöhte
Konzentration von Dihydrotestosteron (DHT) besitzt. Für ein normales Haarwachstum
sind jedoch normale Testosteronspiegel und niedrige DHT-Spiegel erforderlich. Es
ist daher zu vermuten, dass die Inhaltsstoffe des Bockshornkleesamens, speziell
die Kombination aus Trigonellin und einem Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen,
insbesondere der Diosgenin-Derivate, eine gewisse antiandrogene bzw. estrogene Wirkung
besitzen.
Estrogene sind die natürlichen Gegenspieler des Testosterons
bzw. von DHT. Entweder wird dabei weniger Testosteron gebildet und damit auch weniger
DHT oder die genannten Kombination der Inhaltsstoffe des Bockshornsamens haben einen
direkten Einfluß auf die Aktivität der 5-Alpha-Reductase.
Aber auch Frauen sind von der androgenetischen Alopezie betroffen.
Neben einer erblichen Komponente spielt dabei insbesondere in und nach den Wechseljahren
ein Absinken der Estrogenspiegel eine wichtige Rolle. Dies kann dazu führen,
dass sich vermehrt männliche Sexualhormone durchsetzen. Durch antiandrogene
bzw. estrogene Nährstoffe (z.B. auch Phytoestrogene) können diese Vorgänge
wieder normalisiert werden. Es ist deshalb zu vermuten, dass die erfindungsgemäße
Kombination aus den Inhaltsstoffen des Bockshornkleesamens die eine oder die andere
physiolgische Wirkung besitzen.
Die nachfolgend beschriebenen Inhaltsstoffe zeigen eine zusätzliche
positive Wirkung auf die erfindungsgemäße Zusammensetzung (Extrakt).
Zink spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel des Cysteins, der
wichtigsten Aminosäuren für den Aufbau des Haarkeratins. Bei Zinkmangel
ist das Haar häufig dünn, farblos und brüchig. Neben den Haaren können
sich aber auch Veränderung an den Nägeln in Form weißer Flecken bemerkbar
machen.
Calciumpantothenat ist ein essenzielles B-Vitamin mit einer wichtigen
Rolle im Stoffwechsel des teilungsaktiven Gewebes und für dessen Regenerationsprozess.
Vitamin B6 fördert die Umwandlung von Tryptophan in Picolinsäure.
Picolinsäure ist ein wichtiger Transporter für Zink. Damit hängt
die Zinkverwertung des Organismus unter anderem auch von dem Vitamin B6 ab. Zink
verbessert aber auch die Struktur des Haares.
Vitamin E verbessert die Durchblutung der Kopfhaut und hilft damit
gegen Haarausfall, insbesondere nach Bestrahlung (z. B. UV Belastung). Als antioxidative
Vitamine schützen die Vitamine E und C das Haarfollikel vor oxidativen Belastungen.
Kupfer zeigt einen synergistischen Effekt mit Zink.
Biotin wird bei Haarausfall und Nagelbrüchigkeit therapeutisch
eingesetzt. Biotin und Zink aktivieren den Stoffwechsel der Haarfollikel und verbessern
die Qualität des Keratins.
Nicotinamid verbessert die Durchblutung der Kopfhaut.
Selen schützt gemeinsam mit den antioxidativen Vitaminen E und
C das Haarfollikel vor oxidativen Belastungen wie z.B. zu viel Sonnenlicht, ständiges
Waschen und Chemikalien, die das Haar und die Kopfhaut schwächen und austrocknen
können.
Jod ist ein Mineralstoff, der für einen normalen Zellstoffwechsel
benötigt wird. Jod wird von der Schilddrüse für die Synthese und
Absonderung von Hormonen benötigt. Ein Jodmangel tritt häufig im Zusammenhang
mit Fettstoffwechselstörungen auf. Ferner hat sich gezeigt, dass ein Jodmangel
zu trockener Haut führen kann, was wiederum in direktem Zusammenhang mit dem
Haarwachstum steht.
Die erfindungsgemäße Zubereitung, umfassend einen aus den
Samen des Bockshornklees gewonnenen Extrakt, dadurch gekennzeichnet, dass der Extrakt
Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen
enthält, wobei der Gesamtgehalt des Gemisches aus Saponinen und/oder Sapogeninen
mindestens 8 Gew.-% beträgt, kann als Arzneimittel, Nahrungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel
oder Diätetikum vorliegen.
Die erfindungsgemäße Zubereitung wird zum Anregen und/oder
Wiederbeleben des Wachstums von Oberhautgebilden, insbesondere der Haare und Nägel
sowie zur Förderung der Zellneubildung der Haut bereitgestellt.
Ferner wird die erfindungsgemäße Zubereitung zur Erhöhung
der Haardichte, zur Stimulierung des Haarwuchses, zur Verhinderung des Haarverlusts
oder zur Verhinderung der Bildung von Kopfschuppen bereitgestellt.
Die erfindungsgemäße Zubereitung ist auch zur Behandlung
von krankhaft bedingtem Haarausfall, Alopecia areata, Alopecia diffusa, androgenetischer
Alopezie, androgenetischem Haarausfall bei Frauen durch Behandlung hormonabhängiger
Tumore, Alopecia praematura, Alopecia simplex oder Alopecia totalis, geeignet.
Eine geeignete Dosierung hängt von verschiedenen Faktoren, wie
z.B. Köpergröße, Gewicht, Körperoberfläche, Alter, Geschlecht,
Tageszeit, Art der Verabreichung, allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und
anderen eingenommenen Medikamenten ab.
Es hat sich gezeigt, dass die verbesserte Wirkung der erfindungsgemäßen
Zubereitung gewonnen aus den Samen des Bockshornklees, umfassend Trigonellin und
ein Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, insbesondere
bei einer Dosierung von 100 mg bis 2000 mg Bockshornkleesamen-Extrakt auftritt.
In einer anderen Ausführungsform wird die erfindungsgemäße
Zubereitung gewonnen aus den Samen des Bockshornklees, umfassend Trigonellin und
ein Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, in einer
Dosierung von 100 mg bis 1000 mg Bockshornkleesamen-Extrakt verabreicht.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die erfindungsgemäße
Zubereitung gewonnen aus den Samen des Bockshornklees, umfassend Trigonellin und
ein Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, in einer
Dosierung von 100 mg bis 500 mg Bockshornkleesamen-Extrakt verabreicht.
In einer stärker bevorzugten Ausführungsform wird die erfindungsgemäße
Zubereitung gewonnen aus den Samen des Bockshornklees, umfassend Trigonellin und
ein Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, in einer
Dosierung von 100 mg bis 200 mg Bockshornkleesamen-Extrakt verabreicht.
Die erfindungsgemäße Zubereitung, umfassend einen aus den
Samen des Bockshornklees gewonnenen Extrakt, dadurch gekennzeichnet, dass der Extrakt
Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen enthält, wobei
der Gesamtgehalt des Gemisches aus Saponinen und/oder Sapogeninen mindestens 8 Gew.-%
beträgt, kann gegebenenfalls zusätzlich eine oder mehrere Substanzen,
die aus Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren, Spurenelementen, Antioxidantien,
Coenzymen, Fettsäuren, Co-faktoren, Lignanen, Phytoöstrogenen und Mikronährstoffen
ausgewählt sind, umfassen.
Die erfindungsgemäße Zubereitung, kann gegebenenfalls zusätzlich
eine oder mehrere Substanzen ausgewählt aus Vitamin A, B, C, D, E, H, K, Nicotinamid,
Panthotensäure und Folsäure; Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor,
Chlorid; Glycin, L-Alanin, L-Serin, L-Threonin, L-Valin, L-Leucin, L-Isoleucin,
L-Asparaginsäure, L-Asparagin, L-Glutaminsäure, L-Glutamin, L-Arginin,
L-Lysin, L-Hydroxylysin, L-Ornithin, L-Citrullin, L-Cystein, L-Cystin, L-Methionin,
L-Tyrosin, L-Phenylalanin, L-Tryptophan, L-Histidin, L-Prolin und L-Hydroxyprolin;
Eisen, Jod, Fluorid, Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Chrom und Molybdän; &bgr;-Carotin,
Lycopin, Lutein und Zeaxanthin; Coenzym Q10, Adenosintriphosphat, Cytidintriphosphat,
Guanosintriphosphat, Uridintriphosphat, Biotin, Coenzym A, Methylcobalamin, Liponsäure,
Phyllohydrochinon, Pyridoxalphosphat, Retinylphosphat, Tetrahydrofolsäure,
Thiaminpyrophosphat, Flavin-Adenin-Dinucleotid (FAD), Flavin-Mono-Nucleotid (FMN),
Nicotinamid-Adenin-Dinucleotid (NAD) und Nicotinamid-Adenin-Dinucleotidphosphat
(NADP); Ölsäure, Linolsäure, Linolensäure, &OHgr;-6-Fettsäuren
und &OHgr;-3-Fettsäuren, Cholinhydrogentartrat, Colaminphosphat, Quercetin,
Siliciumdioxid, Taurin sowie deren Salze, umfassen.
Die erfindungsgemäße Zubereitung, gewonnen aus den Samen
des Bockshornklees, umfassend Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen und/oder
Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, kann auf die für den Fachmann bekannte
Weise in geeigneten Darreichungsformen bzw. Dosierungseinheiten, die gegebenenfalls
die auf dem Fachgebiet bekannten pharmazeutisch verträglichen Hilfsstoffe bzw.
Excipienten umfassen, verabreicht werden, wie zum Beispiel oral, cutan, transdermal,
transmukosal, lokal oder topisch gegebenenfalls über Iontopherese oder sublingual.
Die erfindungsgemäße Zubereitung kann nach für den
Fachmann bekannten Techniken unter Verwendung von üblicherweise verwendeten
Hilfsstoffen formuliert werden.
Die Darreichungsformen der erfindungsgemäßen Zubereitung
können zum Beispiel Formulierungshilfsstoffe wie Füllmittel (Träger),
Sprengmittel, Bindemittel, Fließregulierungsmittel, Gleitmittel, Emulgatoren,
Solubilisatoren, Benetzer, Entschäumer, Viskositäts- und Konsistenzbeeinflusser,
Gelbildner, Lösungsmittel, Lösungsvermittler, Sorptionsmittel, Weichmacher,
Trennmittel, Feuchthaltemittel, Adsorptionsmittel, Resorptionsbeschleuniger, Filmbildner,
Süßungsmittel wie zum Beispiel Zucker, Zuckeraustauschstoffe und künstliche
Süßstoffe, Säuerungsmittel, Aromastoffe, Farbstoffe, Antioxidantien,
Synergisten, Konservierungsmittel, Geschmackskorrigentien und Färbemittel umfassen.
Weitere gebräuchliche Hilfsstoffe werden ferner in „Remington's Pharmaceutical
Science, 15. Auflage, Mack Publishing Co., New Jersey (1991) beschrieben.
Die erfindungsgemäße Zubereitung kann in verschiedenen Produkten
enthalten sein. So können z.B. Nahrungsmittel, diätetisches Lebensmittel,
(ergänzende) bilanzierte Diät, Nahrungsergänzungsmittel, Medizinprodukt,
feste, flüssige oder halbfeste Zubereitung mit der erfindungsgemäßen
Zubereitung aus Trigonellin und einem Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen
von mindestens 8 Gew.-%, ergänzt werden.
Ferner kann die erfindungsgemäße Zubereitung als Flüssigextrakt,
Dickextrakt, Trockenextrakt, Suspension, Emulsion, Pulver oder Granulat vorliegen.
Die erfindungsgemäße Zubereitung kann auch in Form eines
Getränkes, einer Ampulle oder Trinkampulle bereitgestellt werden.
Die erfindungsgemäße Zubereitung kann auch in Form einer
Tablette, Kapsel, eines Dragee, Gummibonbons, Bonbons, Schaumzuckerware, in Form
von Müsli oder Kaugummi bereitgestellt werden.
Ferner kann die erfindungsgemäße Zubereitung auch topisch
verabreicht werden, z.B. als Salbe, Creme, Gel, Lotion, Mixtur, Tinktur, Shampoo,
Haarspray, Haarspülung oder Pflaster.
Bevorzugte Ausführungsformen sind nachfolgend angegeben:
Die erfindungsgemäße Zubereitung umfasst einen aus den Samen des Bockshornklees
gewonnenen Extrakt, welcher dadurch gekennzeichnet ist, dass Trigonellin und ein
Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen enthalten sind, wobei der Gesamtgehalt
des Gemisches aus Saponinen und/oder Sapogeninen vorzugsweise mindestens 10 Gew.-%,
stärker bevorzugt mindestens 11 Gew.-% beträgt. Vorzugsweise sind in der
erfindungsgemäßen Zubereitung das Saponin und/oder Sapogenin Diosgenin,
Diocin oder ein Diosgenin-Peptidester enthalten.
Der Extrakt, enthaltend Trigonellin und ein Gemisch aus Saponinen,
und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, zur Bereitstellung der erfindungsgemäßen
Zubereitung liegt bevorzugt in Form eines Trockenextraktes vor.
Bevorzugte Formulierungen der erfindungsgemäßen Zubereitung
enthalten pro Darreichungsform, wie z.B. Tablette, Kapsel oder Dragee
Bockshornkleesamen-Extrakt
100–2000 mg
Ascorbinsäure
30–200 mg
D-&agr;-Tocopherol
1–30 mg
Nicotinamid
1–20 mg
Calciumpantothenat
1–20 mg
Zinkoxid
1–100 mg
Pyridoxin
0,1–5 mg
Thiamin
0,1–5 mg
Riboflavin
0,1–5 mg
Kupfer
0,01–2 mg
Biotin
50–5000 &mgr;g
Folsäure
50–300 &mgr;g
Jod
10–200 &mgr;g
Selen
5–100 &mgr;g.
Eine stärker bevorzugte Formulierung der erfindungsgemäßen
Zubereitung enthält pro Darreichungsform
Bockshornkleesamen-Extrakt
150 mg
Ascorbinsäure
60 mg
D-&agr;-Tocopherol
10 mg
Nicotinamid
9 mg
Calciumpantothenat
3 mg
Zinkoxid
2,5 mg
Pyridoxin
1 mg
Thiamin
0,7 mg
Riboflavin
0,8 mg
Kupfer
0,25 mg
Biotin
150 &mgr;g
Folsäure
100 &mgr;g
Jod
37,5 &mgr;g
Selen
15 &mgr;g
Die erfindungsgemäße Zubereitung wird bevorzugt oral in
Form einer Kapsel verabreicht.
Die Tagesdosis der erfindungsgemäßen Zubereitung beträgt
mindestens 200 mg; bevorzugt mindestens 300 mg Bockshornkleesamen-Extrakt. Eine
Formulierung der erfindungsgemäßen Zubereitung, wird bevorzugt 2 mal täglich
verabreicht. Insbesondere wird eine Formulierung der erfindungsgemäßen
Zubereitung, enthaltend 150 mg Bockshornkleesamen-Extrakt, in einer Kapsel 2 mal
täglich verabreicht.
Studie
Die Effektivität der erfindungsgemäßen Zubereitung
wurde in einer monozentrischen, randomisierten doppelblinden und placebokontrollierten
Studie demonstriert. Ziel dieser Studie war es die Wirksamkeit der erfindungsgemäßen
Zubereitung, gewonnen aus den Samen des Bockshornklees, umfassend Trigonellin und
einem Gemisch aus Saponinen und/oder Sapogeninen von mindestens 8 Gew.-%, gegen
Haarausfall zu untersuchen. Die Wirksamkeit wurde über verschiedene Zeitpunkte
im Vergleich zu Placebo untersucht. Die folgenden Parameter wurde mittels Bildanalyse
ausgewertet.
- – Haardichte
- – Haarstärke
- – Haarwachstumsrate
- – Anagen/Telogen-Rate
Zusätzliche wurde von einem Dermatologen und den Probanden die
Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Zubereitung hinsichtlich der Parameter
Haardichte, Haarverlust und kräftiges Haar bewertet.
60 Probanden (30 männliche und 30 weibliche) mit schwachen bis
mäßigen Haarausfall haben einmal täglich zwei Kapseln der erfindungsgemäßen
Zubereitung über einen Zeitraum von sechs Monaten eingenommen. Es wurden nach
zwei Monaten sechs Probanden zusätzlich eingeschlossen, die an der Studie von
Visit 1 bis 8 teilgenommen haben. Jeweils 20 der Probanden pro Geschlecht haben
das Verum und jeweils 10 das Plazebo eingenommen.
Bei Baseline (Visit 1 und 2) und den Zeitpunkten von 2 Monaten (Visit
4 und 5), 4 Monaten (Visit 7 und 8) und 6 Monaten (Visit 10 und 11), gab es eine
dermatologischen Einschätzung des Haarverlustes, einen Teilnehmerfragebogen
und eine Einschätzung der Haardichte (n/cm2), der Haarstärke
(&mgr;m), der Haarwachstumsrate (mm/Tag) und der Anagen/Telogen-Rate.
Für die Einschätzung der Haardichte, Haarstärke, der
Haarwachstumsrate und der Anagen/Telogen-Rate, die mittels eines Videomikroskops
und anschließender Bildanalyse erfolgte, musste das Haar auf einen Bereich
von ungefähr 2 cm2 rasiert und gefärbt werden. An den Rasiertagen
wurde die Haarlänge kontrolliert und mit Baseline verglichen. Die vier Parameter
(Haardichte, Haarstärke, Haarwachstumsrate, Anagen/Telogen-Rate) wurden immer
drei Tage nach dem Rasieren bestimmt. Dazu wurde die Färbung an diesem Tag
erneuert.
Zusätzliche „Compliance-Visits" fanden nach einem Monat
(Visit 3), drei Monaten (Visit 6) und fünf Monaten (Visit 9) statt. Jede mögliche
ärztliche Medikation, die während der Studie genommen wurde und die nicht
in den Ausschlusskriterien verzeichnet war, wurde mit Handelsnamen am Anfang der
Studie (Visit 1) dokumentiert. Die Teilnehmer wurden nach Änderung in der begleitenden
Medikation an Besuchen/Visit 3, 4, 6, 7, 9 und 11 befragt.
Ein Fragebogen über die Gewohnheiten der Teilnehmer (z. B. Raucher/Nichtraucher,
Kaffeeverbraucher, Fleischverbraucher, Vegetarier/Nichtvegetarier) sowie Gewicht
und Größe wurde von dem- Probanden in Visit 1 ausgefüllt. Ein anschließender
Fragebogen hinsichtlich der Erfahrung der Probanden mit dem Testprodukt in der Studie
wurde von diesen am Ende der Studie ausgefüllt. Diese Fragebögen wurden
zur Studienkoordination zur weiteren Analyse bearbeitet.
Ergebnisse und Schlussfolgerungen
Für die erfindungsgemäße Zusammensetzung ergab sich
bei allen Parametern, wie der Haardichte (Bildanalyse), Haarwachstumsrate, Verhältnis
anagener/telogener Haare, sowie der Bewertung des Haarverlusts (Dermatologe und
Proband), der Haardichte (Proband) und kräftiges Haar (Dermatologe und Proband)
eine Verbesserung im Studienverlauf. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung
zeigte vor allem signifikante Unterschiede bei den Parametern Haardichte (Bildanalyse)
und Haardichte (Proband).