Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Abschätzen des systolischen und des mittleren pulmonalen Arteriendrucks
eines Patienten. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf die Umwandlung des
Signals des zweiten Herztons, das im Phonokardiogramm (PKG) enthalten ist, in einen
Schätzwert des pulmonalen Arteriendrucks.
Pulmonale Hypertonie ist eine Erkrankung, die durch eine fortschreitende
und anhaltende Erhöhung des pulmonalen Arteriendrucks (PAP) gekennzeichnet
ist. Pulmonale Hypertonie ist eine häufige und ernste Komplikation verschiedener
kardiovaskulärer und respiratorischer Erkrankungen. Erworbene Herzerkrankungen
verursachen pulmonale Hypertonie durch erhöhten Lungenblutfluß oder erhöhten
Lungenvenendruck, welches die häufigste Ursache der pulmonalen Hypertonie darstellt.
Angeborene Herzerkrankungen, die mit Links-Rechts-Shunts oder krankhaften Verbindungen
zwischen den großen Gefäßen im Zusammenhang stehen, sind häufig
mit pulmonaler Hypertonie und spezifischen Lungenkrankheiten verbunden. Atemstörungen
können ebenfalls pulmonale Hypertonie verursachen. Zu den Atemstörungen
zählen das Syndrom der alveolären Hypoventilation und das Schlafapnoe-Syndrom.
Zu den spezifischen Lungenerkrankungen zählen die chronisch obstruktive Lungenerkrankung,
die chronische Obstruktion der oberen Atemwege, Erkrankungen mit eingeschränkter
Dehnbarkeit der Lunge und das Atemnotsyndrom.
Die Hauptauswirkung der pulmonalen Hypertonie ist die Rechtsherzinsuffizienz.
Pulmonale Hypertonie ist ein wichtiger Risikofaktor für die Morbidität
und Mortalität bei Patienten mit kardiovaskulären und respiratorischen
Erkrankungen. Bei Patienten mit primärer pulmonaler Hypertonie beträgt
die mittlere Überlebenszeit 2,8 Jahre. Nach Einsetzen der Rechtsherzinsuffizienz
beschränkt sich die Überlebenszeit der Patienten im allgemeinen auf ungefähr
6 Monate. Früherkennung und regelmäßige Kontrolle der pulmonalen
Hypertonie der Patienten ist daher für die Abstimmung der medizinischen Behandlung
und die Planung des optimalen Operationszeitpunktes unverzichtbar. Da eine größere
Anzahl von Behandlungsmöglichkeiten der pulmonalen Hypertonie zur Verfügung
steht, hat sich auch der Bedarf an präzisen und nicht-invasiven Verfahren zur
regelmäßigen und sicheren Abschätzung des PAP vergrößert.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Pulmonale Hypertonie ist eine ernste kardiovaskuläre Störung,
die ohne invasive Verfahren nur schwierig beurteilt werden kann. Der PAP wird bei
Patienten, die fortlaufende Überwachung des PAP benötigen, üblicherweise
mit einem pulmonalen Arterienkatheter, dem Swan-Ganz-Katheter, gemessen. Allerdings
kann dieses Verfahren mehrere Komplikationen verursachen, einschließlich Verletzung
der Trikuspidalklappe, der Pulmonalklappe, der rechten Herzkammer oder der pulmonalen
Arterien, Herzrhythmusstörungen, Thrombusablösung und infektiöse
Komplikationen. Dieses Verfahren empfiehlt sich wegen des möglichen Risikos
für den Patienten nicht für wiederholte Messungen, einmal pro Woche oder
pro Monat oder alle 6 Monate, je nach Entwicklung der Erkrankung. Da die regelmäßige
Beurteilung des PAP für die Erfassung der Krankheitsentwicklung und für
die Einschätzung der Therapiewirksamkeit sehr wichtig ist, wurden nicht-invasive
Verfahren entwickelt, um häufige und genaue Messungen des PAP zu ermöglichen.
Die Doppler-Echokardiographie wurde bei nachweisbarer Trikuspidalinsuffizienz
für die nicht-invasive Abschätzung des systolischen PAP eingesetzt, wie
von Nishimura, R. A. und Tajik, A. J., "Quantitative hemodynamics by Doppler echocardiography:
A noninvasive alternative to cardiac catheterization," Prog Cardiovasc Dis, Band
36, Nr. 4, S. 309-342, 1994 beschrieben. Der rechtsventrikuläre systolische
Druck kann berechnet werden, indem der Gradient des systolischen Drucks über
der Trikuspidalklappe, der mit Continuous-Wave-Doppler gemessen wird, zum geschätzten
Druck im rechten Vorhof addiert wird. Der Vorhofdruck wird auf 14 mmHg festgesetzt,
wenn der Jugularvenendruck normal oder leicht erhöht ist und auf 20 mmHg, wenn
der Jugulardruck deutlich erhöht ist. Wenn der Jugularvenendruck nicht verfügbar
ist, wird empfohlen, die Werte 5, 10 oder 20 mmHg zu benutzen, um den Druck im rechten
Vorhof abzuschätzen, je nach dem Ausmaß des Kollapses der unteren Hohlvene
während der Einatmung. Kürzlich wurde gezeigt, daß der Druck im rechten
Vorhof mit angemessener Genauigkeit, r = 0,75, abgeschätzt werden kann, indem
der trikuspidale E/Ea-Quotient benutzt wird, wobei E die trikuspidale Einflußgeschwindigkeit
der E-Welle ist, die mit gepulstem Doppler gemessen wird, und Ea die Geschwindigkeit
am Trikuspidalring, die mit einem Gewebedoppler in der frühen Diastole gemessen
wird. Darüber hinaus muß der systolische Druckgradient über der Pulmonalklappe
entweder vernachlässigbar sein oder durch Dopplermessung abgeschätzt und
zu dem trikuspidalen Gradient und dem Druck im rechten Vorhof addiert werden. Dieses
nicht-invasive Verfahren kann eine hochgradige Korrelation bereitstellen,
0,89 ≤ r ≤ 0,97, und einen Standardfehler (SEE) zwischen 7 und 12
mmHg im Vergleich mit der pulmonalen Arterienkatheterisierung, systolischer PAP
Bereich: 20-160 mmHg.
Allerdings hat die Abschätzung das PAP mittels Doppler-Echokardiographie
mehrere wichtige Einschränkungen. Erstens kann der PAP mittels Doppler-Echokardiographie
bei ungefähr 50 % der Patienten mit normalem PAP, 10 % bis 20 % der Patienten
mit erhöhtem PAP und 34 % bis 76 % der Patienten mit chronisch obstruktiver
Lungenerkrankung nicht abgeschätzt werden, und zwar wegen der mangelnden Trikuspidalinsuffizienz,
einem schwachen Doppler-Signal oder einem mangelhaften Signal-Rausch-Verhältnis.
Um die Durchführbarkeit des Verfahrens bei Patienten mit schwachem Doppler-Signal
oder mangelhaftem Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern, ist es notwendig,
Kontraststeigerung durch Kontrastmittel zu benutzen. Zweitens neigt die Doppler-Echokardiographie
dazu, bei Patienten mit normalem PAP den PAP zu überschätzen und unterschätzt
den PAP bei Patienten mit schwerer pulmonaler Hypertonie maßgeblich. Eine überraschende
Einschränkung des Verfahrens ist der relativ beträchtliche Standardfehler
im Gegensatz zu dem oben erwähnten hohem Niveau der Korrelation. Dies ist durch
verschiedene Fehleranteile bedingt, die mit Folgendem in Verbindung stehen: dem
nicht Null-Winkel zwischen Dopplerstrahl und dem Fluß, der ungefähren
Abschätzung des Drucks im rechten Vorhof, der Anwesenheit von Obstruktion und
Druckverlust im rechtsventikulären Ausflußtrakt oder an der Pulmonalklappe
bei einigen Patienten, der nicht-simultanen Messung von Doppler- und Kathetermessungen
in einigen Studien, der nicht-simultanen Aufnahme des Vorhof-, Ventrikel- und pulmonalen
Arterien-Spitzendrucks bei den Patienten, der Benutzung der modifizierten Bernoulli-Gleichung
und anderen Faktoren. Darüber hinaus benötigt die Doppler-Echokardiographie
ein aufwendiges Ultraschallsystem und eine hochqualifizierte Fachkraft. Daher ist
dieses Verfahren für tägliche Messungen des PAP in kleinen Kliniken oder
zu Hause nicht anwendbar.
Akustische Verfahren, die auf der Signalverarbeitung des zweiten Herztons,
S2(t), beruhen, sind bezüglich der Abschätzung des PAP untersucht
worden. Der Beginn der Aorten-, A2(t), und der pulmonalen, P2(t),
Komponente von S2(t), markieren das Ende der links- und rechtsventrikulären
Systole beziehungsweise den Anfang der links- und rechtsventrikulären Diastole.
Bei Patienten mit pulmonaler Hypertonie ist die Intensität von P2(t)
betont und die Verzögerung von P2(t) im Verhältnis zu A2(t)
wegen der Verlängerung der rechtsventrikulären Systole erhöht. Darüber
hinaus ist das A2(t)–P2(t) Teilungszeitintervall, SI,
indirekt proportional zur Herzfrequenz. Daher haben Leung et al. in "Analysis of
the second heart sound for diagnosis of paediatric heart disease," IEEE Proceedings
Sci Meas Technol, Band 145, Nr. 6, S. 285-290, 1998, die Bedeutung der Normalisierung
des SI in Bezug auf die Dauer des Herzzyklus betont, um nützliche diagnostische
Informationen zu erhalten. Das normalisierte SI, (NSI), hat sich bei normalen Testpersonen
als 3,3±1,8 % erwiesen, während es bei Patienten mit pulmonaler Stenose,
einer Störung, die eine Drucküberladung des rechten Ventrikels zur Folge
hat, bei 5,2±1,1 % lag, und bei 5,9±1,1 % bei Patienten mit einem Vorhofseptumdefekt,
einer Störung, die eine Volumenüberladung des rechten Ventrikels und der
pulmonalen Zirkulation zur Folge hat. Allerdings wurde die Beziehung zwischen NSI
und dem pulmonalen Arteriendruck nicht untersucht.
Mehrere Studien wurden bezüglich der Beziehung zwischen der Resonanzfrequenz
(Fp) und dem Qualitätsfaktor (Q) des Spektrums von P2(t) und dem
systolischen PAP, gemessen mittels pulmonaler Arterienkatheterisierung, durchgeführt.
In der Studie von Aggio et al. "Noninvasive estimation of the pulmonary systolic
pressure from the spectral analysis of the second heart sound," Acta Cardiologica,
Band XLV, Nr. 3, S. 199-202, 1990, ausgeführt mit 23 Patienten mit Mitralstenose
oder hohem PAP, wurde eine signifikante Korrelation, r = 0,96 und SEE < 5 mmHg,
zwischen Fp und Q und dem systolischen PAP festgestellt. In der Studie von Longhini
et al. "A new noninvasive method for estimation of pulmonary arterial pressure in
mitral stenosis," American Journal of Cardiology, Band 68, S. 398-401, 1991, wurde
eine ähnliche Korrelation, r = 0,98 und SEE = 4,2 mmHg, bei 30 Patienten mit
Mitralstenose oder einem systolischen PAP von > 34 mmHg festgestellt. Diese Studie
zeigte außerdem signifikante Korrelationen mit den mittleren, r = 0,88, und
den diastolischen, r = 0,87, PAPs.
Es gibt eine U.S.-Patentschrift 6,050,950, ausgestellt für Mohler
am 18. April 2000, mit dem Titel "Passive/non invasive systemic and pulmonary blood
pressure measurement". In dieser Patentschrift werden die systemischen und pulmonalen
Druckwerte abgeschätzt, indem eine Reihe von Druck/Frequenz-Kurven benutzt
werden, die vom zweiten Herzton aus einer Stichprobe der Grundgesamtheit bestimmt
werden. Die wesentliche Einschränkung dieses Ansatzes besteht darin, daß
idealerweise ein Vorabgleich für jeden Patienten benötigt wird, d.h. die
Kurven müssen für jeden Patienten durch invasive Verfahren zwischen dem
systemischen Druck und dem Spektrum von A2(t) sowie zwischen dem pulmonalen
Druck und dem Spektrum von P2(t) ermittelt werden.
Eine retrospektive Studie von Chen, D. et al. "Estimation of pulmonary
artery pressure by spectral analysis of the second heart sound,"
American Journal of Cardiology, Band 78, S. 785-789, 1996, wurde von unserer Gruppe
mit 89 Patienten mit bioprothetischen Herzklappen durchgeführt, um das oben
erwähnte Verfahren von Longhini et al. und Aggio et al. im Vergleich mit dem
Doppler-Verfahren zu überprüfen und zu bestätigen. Allerdings war
es wegen der Benutzung unterschiedlicher PKG Aufnahmesysteme und den unterschiedlichen
Patientengruppen nicht möglich, die Ergebnisse dieser Studien zu reproduzieren.
Allerdings wurde aufgrund der Benutzung zusätzlicher Merkmale der Spektren
von S2(t) und A2(t) eine andere Beziehung festgestellt. Die
Korrelation war sehr gut, r = 0,84, SEE = 5 mmHg und p < 0,0001. Der systolische
PAP wurde durch Benutzung der folgenden Gleichung ermittelt: PAP = 47 + 0,68 Fp
– 4,4 Q – 17 Fp/Fa – 0,15 Fs, wobei Fs und Fa die Resonanzfrequenzen
von S2(t) beziehungsweise von A2(t) darstellen. Wegen der
Abhängigkeit dieser regressiven Gleichung von der Patientengesamtheit und dem
PKG-Aufnahmesystem wurde es notwendig, grundlegende Tierversuche durchzuführen,
die speziell dafür entworfen wurden, diese Einschränkungen zu beheben
und eine Beziehung zwischen S2(t) und dem PAP zu finden, die sensitiv
und nur für den PAP spezifisch ist.
Der obige Stand der Technik offenbarte, daß es schwierig ist,
den Frequenzinhalt von P2(t) so umzuwandeln, daß ein genauer Schätzwert
des PAP bereitgestellt wird, der von der Patientengesamtheit und dem PKG-Aufnahmesystem
unabhängig bleibt.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein nicht-invasives
Verfahren und eine Vorrichtung zur Abschätzung des systolischen und pulmonalen
Arteriendrucks eines Patienten mit größerer Effizienz und Genauigkeit
als durch die Verfahren und die Vorrichtungen, die auf dem Stand der Technik offenbart
sind, bereitzustellen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Abschätzung
des systolischen und mittleren pulmonalen Arteriendrucks eines Patienten bereitgestellt,
das folgende Schritte umfaßt:
(a) Erzeugen eines elektrischen Signals xS(t), das Herztöne
des Patienten darstellt;
(b) Extrahieren des zweiten Herztons S2(t) aus dem im Schritt (a)
erzeugten Signal;
(c) Extrahieren der pulmonalen und der Aortenkomponente P2(t) und
A2(t) aus S2(t);
(d) Extrahieren eines Signals, welches das mittlere Herzintervall aus dem im
Schritt (a) erzeugten Signal darstellt;
(e) Korrelieren der pulmonalen und der Aortenkomponente P2(t) und
A2(t) zum Erhalt einer Kreuzkorrelationsfunktion;
(f) Messen eines Teilungsintervalls als Zeit des Auftretens des Maximalwertes
der im Schritt (e) erhaltenen Kreuzkorrelationsfunktion;
(g) Erzeugen eines normalisierten Teilungsintervalls durch Dividieren des im
Schritt (f) erhaltenen Teilungsintervalls durch das im Schritt (d) erhaltene mittlere
Herzintervall; und
(h) Abschätzen des systolischen und des mittleren pulmonalen Arteriendrucks
mit Hilfe vorgegebener regressiver Funktionen, wobei die vorgegebenen regressiven
Funktionen Beziehungen zwischen dem normalisierten Teilungsintervall und dem systolischen
und mittleren pulmonalen Arteriendruck beschreiben.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird auch eine Vorrichtung
zum Abschätzen des systolischen und mittleren pulmonalen Arteriendrucks eines
Patienten bereitgestellt, umfassend:
ein erstes Erzeugungsmittel, geeignet zum Erzeugen eines elektrischen Signals xS(t),
das Herztöne des Patienten darstellt;
ein erstes Extraktionsmittel, geeignet zum Extrahieren des zweiten Herztons S2(t)
aus dem von dem ersten Erzeugungsmittel erzeugten Signal;
ein zweites Extraktionsmittel, geeignet zum Extrahieren der pulmonalen und der Aortenkomponente
P2(t) und A2(t) aus dem durch das erste Extraktionsmittel
extrahierten S2(t);
ein drittes Extraktionsmittel, geeignet zum Extrahieren eines Signals, welches das
mittlere Herzintervall aus dem von dem ersten Erzeugungsmittel erzeugten Signal
darstellt;
ein Korrelierungsmittel, geeignet zum Korrelieren der pulmonalen und der Aortenkomponente
P2(t) und A2(t) zum Erhalt einer Kreuzkorrelationsfunktion;
ein Meßmittel, geeignet zum Messen eines Teilungsintervalls als Zeit des Auftretens
des Maximalwertes der von dem Korrelierungsmittel erhaltenen Kreuzkorrelationsfunktion;
ein zweites Erzeugungsmittel, geeignet zum Erzeugen eines normalisierten Teilungsintervalls
durch Dividieren des von dem Meßmittel erhaltenen Teilungsintervalls durch
das von dem dritten Extraktionsmittel erhaltene mittlere Herzintervall; und
Abschätzmittel, geeignet zum Abschätzen des systolischen und des mittleren
pulmonalen Arteriendrucks mit Hilfe vorgegebener regressiver Funktionen,
wobei die vorgegebenen regressiven Funktionen Beziehungen zwischen dem normalisierten
Teilungsintervall und dem systolischen und dem mittleren pulmonalen Arteriendruck
beschreiben.
Weitere Aufgaben, Vorteile oder andere Merkmale der vorliegenden Erfindung
werden beim Lesen der folgenden, nicht-restriktiven Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
derselben, welche lediglich zum Zweck der Veranschaulichung mit Bezug auf die beigefügten
Zeichnungen gegeben wird, deutlicher werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist ein schematisches Diagramm, das eine Vorrichtung
gemäß der vorliegenden Erfindung innerhalb seiner Umgebung darstellt.
2 zeigt ein typisches elektrokardiographisches (EKG)
Signal, Amplitude versus Zeit in Millisekunden, aufgenommen von einem Schwein.
3 zeigt ein typisches PKG-Signal, Amplitude versus
Zeit in Millisekunden, aufgenommen von einem Schwein.
4 zeigt ein typisches PAP-Signal, Amplitude versus
Zeit in Millisekunden, aufgenommen von einem Schwein.
5 ist ein Ablaufdiagramm, das die Schritte der PAP-Signalerfassung
zeigt.
6 ist ein Ablaufdiagramm, das die Schritte der PKG-Signalverarbeitung
zeigt.
7 ist ein Beispiel eines zweiten Herztons mit überlappenden
A2(t) und P2(t) Komponenten, Amplitude versus Zeit in Millisekunden.
8 zeigt die extrahierte A2(t) und P2(t)
Komponente des S2(t) Signals der 7, Amplitude
versus Zeit in Millisekunden.
9 ist die Kreuzkorrelationsfunktion zwischen den A2(t)
und P2(t) Komponenten aus 8, Amplitude versus
Zeit in Millisekunden.
10 ist die graphische Darstellung der Beziehung zwischen
dem systolischen pulmonalen Arteriendruck und dem normalisierten Teilungsintervall
(NSI).
11 ist die graphische Darstellung der Beziehung zwischen
dem mittleren pulmonalen Arteriendruck und dem normalisierten Teilungsintervall
(NSI).
12 zeigt ein S2(t) Signal, Amplitude versus
Zeit in Millisekunden.
13 zeigt die Wigner-Ville Verteilung (WVD), Frequenz
in Hertz versus Zeit in Millisekunden, des S2(t) Signals aus
12.
14 zeigt die maskierte WVD, Frequenz in Hertz versus
Zeit in Millisekunden, der WVD in 13 mit einer abgeschätzten
augenblicklichen Frequenzfunktion des überlagerten A2(t) Signals.
15 zeigt das Leistungsspektrum (linke Kurve) des Signals
S2C(t) exp(j&phgr;A(t)) und die Frequenzantwort (vertikale
Linie, die um 60 Hz herum lokalisiert ist mit drei Sternen, die die drei Transitionskoeffizienten
darstellen) des Frequenzfilters, der benutzt wurde, um die Hüllkurve AA(t)
des A2(t) Signals von dem Signal S2C(t) exp(–j&phgr;A(t))
zu trennen.
16 zeigt die abgeschätzte A2(t) Signal
Amplitudenhüllkurve, als Amplitude versus Zeit in Millisekunden.
17 zeigt die abgeschätzte A2(t) Signal
Wellenform, als Amplitude versus Zeit in Millisekunden.
18 zeigt das Differenzsignal XD(t), als
Amplitude versus Zeit in Millisekunden, erhalten durch Subtrahieren
des abgeschätzten Signals A2(t) vom Signal S2(t).
19 zeigt die WVD des Differenzsignals XD(t),
Frequenz in Hertz versus Zeit in Millisekunden.
20 zeigt die WVD des Differenzsignals XD(t),
Frequenz in Hertz versus Zeit in Millisekunden, mit einer theoretischen und abgeschätzten
augenblicklichen Frequenzfunktion des überlagerten P2(t) Signals.
21 zeigt das Leistungsspektrum (linke Kurve) des Signals
xDC(t) exp(–j&phgr;P(t)) und die Frequenzantwort (vertikale
Linie um 40 Hz herum lokalisiert mit drei Sternen, welche die drei Transitionskoeffizienten
darstellen) des Frequenzfilters, der benutzt wurde, um die Hüllkurve Ap(t)
des P2(t) Signals von dem Signal xDC(t) exp(–j&phgr;P(t))
zu trennen.
22 zeigt das abgeschätzte Amplitudenhüllkurve
des P2(t) Signals, Amplitude versus Zeit in Millisekunden.
23 zeigt die abgeschätzte Wellenform des P2(t)
Signals, Amplitude versus Zeit in Millisekunden.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zum Benutzen der Signale des zweiten Herztons S2(t),
die vom PKG von gesunden wie auch kranken Menschen sowie Tieren extrahiert werden,
um Messungen der systolischen und mittleren PAPs zu erhalten, bereitzustellen. Das
PKG ist ein akustisches Signal, welches nicht-invasiv mittels eines Luftkopplungs-
oder Kontaktmikrophons oder eines Vibrationsmeßfühlers aufgenommen wird.
Die Vorrichtung könnte als tragbares oder ambulantes Gerät bereitgestellt
werden, welches unter Verwendung elektronischer Komponenten nach dem Stand der Technik
und elektronischer Schaltungen, die in ein Miniaturgehäuse integriert werden,
hergestellt wird. Die Vorrichtung könnte über längere Zeit getragen
werden, ohne dem Patienten Unannehmlichkeiten zu bereiten.
Eine typische Vorrichtung zur Datenerfassung und – verarbeitung
der PKG – und EKG-Signale ist in 1 dargestellt.
Beispiele von EKG- und PKG-Signalen sind in 2 und
3 gezeigt. In Bezug auf 1
werden, um das EKG aufzunehmen, drei Elektroden 4 an der Körperoberfläche
der Testperson 2 angebracht, während das PKG-Signal aufgenommen wird,
indem ein Luftkopplungs- oder ein Kontaktmikrophon 6 benutzt wird. Das
elektrische EKG-Signal wird durch Benutzung eines geeigneten Verstärkers
8 verstärkt und das elektrische PKG-Signal wird durch Benutzung eines
geeigneten Verstärkers 10 verstärkt. Die EKG- und PKG-Signale
werden dann digitalisiert und durch einen Computer 12 verarbeitet, der
durch einen in der Hand gehaltenen Mikrocomputer oder, vorzugsweise, durch ein geeignetes
tragbares oder ambulantes Mikrocomputergerät ersetzt werden könnte.
4 wird hier bereitgestellt, um die chronologische Beziehung
zwischen dem PKG, wie in 3 gezeigt, und dem PAP-Signal
darzustellen. Es wurde mittels eines Swan-Ganz-Katheters aufgenommen, wie später
im Versuchsprotokoll beschrieben wird.
Wieder mit Bezug auf 1 wird ein elektrisches
Signal, das die Herztöne eines Patienten darstellt, mittels des Luftkopplungs-
oder Kontaktmikrophons oder durch einen Vibrationsmeßfühler
6 erzeugt. Dieses Signal wird durch einen geeigneten Verstärker
10 verstärkt und durch den Computer 12 digitalisiert, wobei
ein digitalisiertes elektrisches Signal xS(t) erzeugt wird, das die Herztöne
eines Patienten darstellt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird die Vorrichtung
zur Abschätzung des systolischen und mittleren pulmonalen Arteriendrucks eines
Patienten mittels eines Computers 12 ausgeführt, der mit der entsprechenden
Software, Elektroden 4, einem Mikrophon 6 und geeigneten Verstärkern
8 und 10 ausgestattet ist. Die Vorrichtung gemäß der
vorliegenden Erfindung umfaßt eine Anzahl von Elementen, die weiter unten beschrieben
werden.
Ein erstes Erzeugungsmittel ist zum Erzeugen eines elektrischen Signals
xS(t), welches Herztöne des Patienten darstellt, bereitgestellt.
Dieses erste Erzeugungsmittel wird vorzugsweise durch das Mikrophon 6 und
den geeigneten Verstärker 10 verkörpert. Ebenfalls beinhaltet
ist ein erstes Extraktionsmittel zum Extrahieren des zweiten Herztons S2(t)
aus dem von dem ersten Erzeugungsmittel erzeugten Signal. Es gibt, wie es auf dem
Fachgebiet bekannt ist, ein Verfahren zum Extrahieren des zweiten Herztons S2(t),
wie zum Beispiel das Verfahren, welches von Durand, L. G. et al. "Evaluation of
FFT-based and modern parametric methods fort he spectral analysis of bioprosthetic
valve sound," IEEE Trans Biomed Eng, Band 33, Nr. 6, S. 572-578,
1986, beschrieben wurde. Daneben ist ein zweites Extraktionsmittel zum Extrahieren
der pulmonalen und der Aortenkomponente P2(t) und A2(t) aus
dem durch das erste Extraktionsmittel extrahierte S2(t) beinhaltet. Darüber
hinaus wird ein drittes Extraktionsmittel zum Extrahieren eines Signals, welches
das mittlere Herzintervall aus dem von dem ersten Erzeugungsmittel erzeugten Signal
darstellt, eingesetzt. Daneben wird ein Korrelierungsmittel zum Korrelieren der
pulmonalen und der Aortenkomponente P2(t) und A2(t) zum Erhalt
einer Kreuzkorrelationsfunktion eingesetzt. Außerdem wird ein Meßmittel
zum Messen eines Teilungsintervalls als Zeit des Auftretens des Maximalwertes der
von dem Korrelierungsmittel erhaltenen Kreuzkorrelationsfunktion eingesetzt. Außerdem
wird in dieser bevorzugten Ausführungsform ein zweites Erzeugungsmittel zum
Erzeugen eines normalisierten Teilungsintervalls durch Dividieren des von dem Meßmittel
erhaltenen Teilungsintervalls durch das von dem dritten Extraktionsmittel erhaltene
mittlere Herzintervall bereitgestellt. Schließlich wird ein Abschätzmittel
zum Abschätzen des systolischen und des mittleren pulmonalen Arteriendrucks
mit Hilfe vorgegebener regressiver Funktionen, wobei die vorgegebenen regressiven
Funktionen Beziehungen zwischen dem normalisierten Teilungsintervall und dem systolischen
und dem mittleren pulmonalen Arteriendruck beschreiben, bereitgestellt. Vorzugsweise
werden das erste Extraktionsmittel, das zweite Extraktionsmittel, das dritte Extraktionsmittel,
das Korrelationsmittel, das Meßmittel, das zweite Erzeugungsmittel und das
Abschätzmittel durch den Computer 12 verkörpert.
Mittels der oben beschriebenen Vorrichtung ist es möglich, den
systolischen und pulmonalen Arteriendruck eines Patienten mit größerer
Effizienz und Genauigkeit abzuschätzen, als dies mit den Verfahren und Vorrichtungen,
die im Stand der Technik offenbart werden, der Fall ist.
Vorzugsweise weisen die vorgegebenen regressiven Funktionen die Form
x = a + by1/n
auf, wobei y das normalisierte Teilungsintervall, 1 ≤ n ≤ 4, x entweder
der systolische pulmonale Arteriendruck oder der mittlere pulmonale Arteriendruck
und a und b vorgegebene Konstanten darstellen. Die Methode zum Erhalt der bevorzugten
vorgegebenen regressiven Funktionen wird weiter unten in Bezug auf 10
und 11 beschrieben.
Vorzugsweise umfaßt das oben beschriebene zweite Extraktionsmittel
eine Anzahl von Elementen, die ebenfalls durch den Computer 12 verkörpert
sind. Diese Elemente werden im Folgenden beschrieben.
Ein erstes Bestimmungsmittel wird eingesetzt zum Bestimmen einer Wigner-Ville-Verteilung
WS(t,f) in Bezug auf die Zeit t und die Frequenz f des von dem ersten
Extraktionsmittel extrahierten Signals S2(t) mit Hilfe der folgenden
Funktion:
Daneben wird ein erstes Filtermittel zum Filtern des von dem ersten
Bestimmungsmittel erhaltenen WS(t,f) eingesetzt. Dieses benutzt die folgende
Funktion zum Erhalt einer maskierten Zeit-Frequenz-Darstellung mA(t,
f) der Aortenkomponente A2(t):
mA(t,f) = WS(t,f)· Mask(t,f)
Mask(t,f) wird um einen ersten, dominantesten Rand in Zeit wie auch
in Frequenz von WS(t,f) herum auf 1,0 und anderswo auf 0,0 gesetzt. Auch
ist ein zweites Bestimmungsmittel beinhaltet zum Bestimmen der augenblicklichen
Frequenzfunktion IA(t) der Aortenkomponente A2(t) mit Hilfe
der folgenden Funktion:
Darüber hinaus ist ein drittes Bestimmungsmittel beinhaltet zum
Bestimmen einer Phasenfunktion &phgr;A(t) der Aortenkomponente A2(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
Daneben ist ein viertes Bestimmungsmittel beinhaltet zum Bestimmen
einer Amplitudenhüllkurve AA(t) niedriger Frequenz, welche der Aortenkomponente
A2(t) entspricht. Das vierte Bestimmungsmittel umfaßt eine Anzahl
von Elementen, einschließlich: ein Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Analysenform
S2C(t) des Signals S2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
S2C(t) = S2(t) + j·S2H(t)
wobei S2H(t) die Hilbert-Transformierte von S2(t) ist; ein
Multiplikationsmittel zum Multiplizieren von S2C(t) mit exp(–j&phgr;A(t))
zum Erhalt von S2C(t)·exp(–j&phgr;A(t)); und
schließlich ein Filtermittel zum Tiefpaßfiltern des von dem Multiplikationsmittel
erhaltenen Signals.
Auch in dieser bevorzugten Ausführungsform beinhaltet ist ein
fünftes Bestimmungsmittel zum Bestimmen der Aortenkomponente A2(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
A2(t) = AA(t)·sin(&phgr;A(t))
Daneben wird ein Subtraktionsmittel eingesetzt zum Subtrahieren des
von dem fünften Extraktionsmittel erhaltenen Signals A2(t) von dem
von dem ersten Extraktionsmittel erhaltenen Signal S2(t) zum Erhalt eines
Differenzsignals xD(t).
Darüber hinaus wird ein sechstes Bestimmungsmittel eingesetzt
zum Bestimmen einer Wigner-Ville-Verteilung WD(t,f) in Bezug auf die
Zeit t und die Frequenz f des Differenzsignals xD(t) mit Hilfe der folgenden
Funktion:
Auch ist ein zweites Filtermittel beinhaltet zum Filtern des von dem
sechsten Bestimmungsmittel erhaltenen WD(t,f) mit Hilfe der folgenden
Funktion zum Erhalt einer maskierten Zeit-Frequenz-Darstellung mP(t,f)
der pulmonalen Komponente P2(t):
mP(t,f) = WD(t,f)·Mask(t,f)
Im Obigen ist Mask(t,f) um den dominantesten Rand von WD(t,f)
herum auf 1,0 und anderswo auf 0,0 gesetzt.
Daneben wird ein siebentes Bestimmungsmittel eingesetzt zum Bestimmen
der augenblicklichen Frequenzfunktion IP(f) der pulmonalen Komponente
P2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
Auch ist ein achtes Bestimmungsmittel beinhaltet zum Bestimmen der
Phasenfunktion &phgr;P(t) der pulmonalen Komponente P2(t)
mit Hilfe der Funktion:
Darüber hinaus wird ein neuntes Bestimmungsmittel eingesetzt
zum Bestimmen einer Amplitudenhüllkurve AP(t) niedriger Frequenz,
welche der pulmonalen Komponente entspricht. Das neunte Bestimmungsmittel umfaßt
eine Anzahl von Elementen einschließlich: ein zehntes Bestimmungsmittel zum
Bestimmen einer Analysenform XDH(t) des Signals xD mit Hilfe
der Funktion:
xDC(t) = xD(t) + jxDH(t)
wobei xDH(t) die Hilbert-Transformierte von xD(t) ist; ein
Multiplikationsmittel zum Multiplizieren von xDC(t) mit exp(–j&phgr;P(t))
zum Erhalt von xDC(t)·exp(–j&phgr;P(t)); und
schließlich ein Filtermittel zum Tiefpaßfiltern des von dem Multiplikationsmittel
erhaltenen Signals.
Schließlich ist das letzte Element in dieser bevorzugten Ausführungsform
des zweiten Extraktionsmittels ein elftes Bestimmungsmittel zum Bestimmen der pulmonalen
Komponente P2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
P2(t) = AP(t)·sin(&phgr;P(t)).
In Bezug auf 5 und 6
werden Blockdiagramme der Stufen der Erfassung und Verarbeitung des PKG-Signals
gezeigt. Gemäß 5 wird das verstärkte
PKG-Signal hochpaßgefiltert, um Niedrigfrequenzkomponenten zu eliminieren,
die nicht mit dem PAP in Beziehung stehen, wie zum Beispiel beschrieben von Chen,
D. et al. "Estimation of pulmonary artery pressure by spectral analysis of the second
heart sound," American Journal of Cardiology, Band 78, S. 785-789, 1996, wie zum
Beispiel Signale der Herzbewegung, Zwerchfellbewegung und Brustkorbbewegung. Laut
Chen, D. et al., wie oben erwähnt, variierte der Frequenzbereich der Resonanzfrequenz
von P2(t) zwischen 20 Hz und 200 Hz. Infolgedessen wird die übergreifende
Frequenzantwort des PKG-Verstärkers auf 300 Hz beschränkt, indem ein integrierter
Antialiasing-Tiefpaß-Butterworth Filter der 5. Ordnung benutzt wird. Es wird
ein 10-Bit oder 12-Bit Analog-Digital-Wandler, der durch einen Computer geregelt
wird, benutzt, um das PKG-Signal mit einer Geschwindigkeit von 1000 Samples pro
Sekunde zu digitalisieren. Ein ähnlicher Prozeß könnte auf das EKG-Signal
angewendet werden. Das digitalisierte PKG-Signal wird dann im Verhältnis zu
der QRS-Komplex Welle des EKGs verarbeitet, die der komplexen elektrischen Welle
entspricht, die durch die elektrische Depolarisation der Herzkammern während
der Kontraktion des Herzens entsteht, oder direkt, um das S2(t) Signal
eines jeden Herzzyklus zu extrahieren und auch um die Dauer des Herzintervalls zu
beurteilen, wie in 6 dargestellt. In der vorliegenden
Patentanmeldung wurde dieses Intervall durch das EKG, das von der Körperoberfläche
von Tieren abgeleitet wurde, berechnet. In der bevorzugten Ausführungsform
könnte es von dem digitalisierten PKG hergeleitet werden, indem das mittlere
Zeitintervall aus einer Serie von zwei oder mehreren aufeinander folgenden ersten
Herztönen S1(t) gemessen wird, so wie es von Sava, H. et al. "Automatic
detection of cardiac cycle based on an adaptive time-frequency analysis of the phonocardiogram,"
19th Annual International Conf IEEE-EMBS, S. 1316-1319, 1997, beschrieben wurde.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung könnte das EKG Signal, welches
auch als Bezugspunkt der zeitlichen Koordination des Herzens benutzt wird, durch
ein Impulssignal niedriger Frequenz, welches von der Halsschlagader oder der Armschlagader
oder direkt von dem Brustbereich über der Herzspitze als Apexkardiogramm unter
Verwendung von Vibrationsmeßfühlern niedriger Frequenz aufgenommen wird,
ersetzt werden. Unter einem Impulssignal niedriger Frequenz versteht man eine Frequenz
von weniger als 50 Hz.
Der Ablauf der Signalverarbeitung des PKG ist in 6
dargestellt. Eine Serie von ungefähr 10 aufeinander folgenden S2(t)
Signalen wird aus dem digitalisierten PKG heraus erfaßt, entweder mit Hilfe
der QRS-Welle des Signals des Referenz-EKGs so wie von Durand, L. G. et al. "Evaluation
of FFT-based and modern parametric methods for the spectral analysis of bioprosthetic
valve sounds," IEEE Trans Biomed Eng, Band 33, Nr. 6, S. 572-578, 1986, beschrieben
wurde, oder dem oben erwähnten Verfahren, das von Sava et al. beschrieben wurde,
um S1(t) und S2(t) zu identifizieren. Die A2(t)
und P2(t) Komponenten werden dann von den S2(t) Signalen extrahiert.
Wenn A2(t) und P2(t) zwei zeitlich deutlich getrennte Wellen
bilden, wie in 3 gezeigt, wird A2(t) als
erste Welle identifiziert und benutzt, um das Teilungsintervall (SI) zwischen A2(t)
und P2(t) zu berechnen, gemäß der in 8
und 9 dargestellten Korrelationsmethode.
Wenn A2(t) und P2(t) sich überlappen, wird
das Modell transienter Chirp-Signale von A2(t) und P2(t),
wie unten beschrieben, benutzt und im Zeit-Frequenz-Bereich angewendet, um A2(t)
und P2(t) zu identifizieren und voneinander zu trennen und dann das SI
zu berechnen.
Bei einer Ausführungsform wird das Herzintervall durch Durchschnittsberechnung
des QRS-Wellen-Intervalls aus einer Serie von 10 aufeinander folgenden QRS-Wellen
des EKG-Signals oder durch Durchschnittsberechnung des S1(t)-bis-S1(t)-Intervalls
aus 10 aufeinander folgenden S1(t), oder des S2(t)-bis-S2(t)-Intervalls
aus 10 aufeinander folgenden S2(t) des PKG-Signals abgeschätzt.
Das SI wird dann wie folgt auf das Herzintervall hin normalisiert:
NSI (%) = (100 × SI)/(Herzintervall)(1)
Der resultierende Wert wird in die folgenden beiden Gleichungen eingesetzt:
Systolischer PAP = –21,73 + 26,35 NSI0,5(2)
Mittlerer PAP = –13,73 + 19,20 NSI0,5(3)
um einen Schätzwert der systolischen und mittleren PAPs bereitzustellen.
Diese Beziehungen sind in 7 und 8
dargestellt. Sie werden durch ein Tiermodell experimenteller pulmonaler Hypertonie
erhalten.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird auch ein Verfahren
zum Abschätzen des systolischen und mittleren pulmonalen Arteriendrucks eines
Patienten bereitgestellt, welches mit dem Erzeugen eines elektrischen Signals xS(t),
das die Herztöne des Patienten darstellt, beginnt. Der zweite Herzton S2(t)
wird aus xS(t) extrahiert, im Folgenden werden dann die pulmonale und
die Aortenkomponente P2(t) und A2(t) aus S2(t)
extrahiert. Ein Signal, welches das mittlere Herzintervall darstellt, wird aus dem
Signal xS(t) extrahiert. P2(t) und A2(t) werden
dann kreuzkorreliert, um eine Kreuzkorrelationsfunktion zu erhalten, welche dann
die Bestimmung des Teilungsintervalls als Ziel des Auftretens des Maximalwertes
der Kreuzkorrelationsfunktion erlaubt. Das Teilungsintervall wird dann normalisiert,
indem es durch das mittlere Herzintervall geteilt wird. Schließlich können
der systolische und mittlere pulmonale Arteriendruck mit Hilfe vorgegebener regressiver
Funktionen abgeschätzt werden. Vorzugsweise haben solche Funktionen die Form
x = a + by1/n so wie die in 10 und
11 gezeigten Funktionen, wobei n = 2.
A2(t) und P2(t) sind beide als ein schmalbandiges,
nicht-lineares Chirp-Signal geformt, das eine schnell fallende augenblickliche Frequenz
pro Zeit aufweist. Jede Komponente ist definiert durch ein Funktionspaar, welches
ihre augenblickliche Amplitude, wie zum Beispiel die Signalhüllkurve, sowie
ihre augenblickliche Phase beschreibt, und zwar gemäß der folgenden Gleichung:
S2(t) = AA(t)sin(&phgr;A(t)) + AP(t
– t0) sin(&phgr;P(t)) + N(t)(4)
wobei A(t) und &phgr;(t) die Amplituden- und die Phasenfunktionen jeder Komponente
sind, identifiziert durch Indices A für A2(t) und P für P2(t),
to = SI, d. h. das Teilungsintervall zwischen A2(t) und P2(t),
und N(t) das Hintergrundgeräusch des digitalisierten S2(t) Signals
ist, welches das Brustkorbgeräusch, das Grundrauschen und das elektronische
Geräusch des PKG-Verstärkers und des Analog-Digital-Wandlers darstellt.
Der Schritt der Extraktion der Aorten- und pulmonalen Komponente A2(t)
und P2(t) aus S2(t) umfaßt vorzugsweise die folgenden
Schritte.
Eine Wigner-Ville-Verteilung WS(t,f) aus S2(t)
wird mit Hilfe der folgenden Funktion berechnet:
Die resultierende Zeit-Frequenz-Verteilung WS(t,f) wird
mit Hilfe der folgenden Zeit-Frequenz-Funktion zum Erhalt einer maskierten Zeit-Frequenz-Darstellung
mA(t, f) der Aortenkomponente A2(t) gefiltert:
mA(t,f) = WS(t,f) Mask(t,f)(6)
wobei Mask(t,f) = 1,0 um die dominante Energie der A2(t) Zustandskurve
in der Zeit-Frequenz-Ebene von WS(t,f) herum, und
= 0,0 anderswo in der Zeit-Frequenz-Ebene.
Hier ist die dominante Energie der A2(t)-Zustandskurve
definiert als der erste, dominanteste Rand in Zeit wie auch in Frequenz von WS(t,f).
Die augenblickliche Frequenzfunktion IA(t) der Aortenkomponente
A2(t) wird abgeschätzt mit Hilfe der Berechnung der folgenden Funktion:
Die Phasenfunktion &phgr;A(t) der Aortenkomponente A2(t)
wird folgendermaßen berechnet:
Mit Erhalt der Phasenfunktion von A2(t) wird die analytische
Form des Signals, S2C(t), mit Hilfe der Hilbert Transformierten
generiert:
S2C(t) = S2(t) + j S2H(t)(9)
wobei S2H(t) die Hilbert-Transformierte von S2(t) ist, nämlich
des digitalisierten S2(t) Signals. Das analytische Signal wird mit dem
Ausdruck exp(–j&phgr;A(t)) multipliziert, so daß:
S2C(t) exp(–j&phgr;A(t)) = AA(t) + {P2(t
– t0) + N(t)} exp(–j&phgr;P(t) – &phgr;A(t)).(10)
In dieser Gleichung bedeutet
und e = 2,71828. Dieser Entstörungsablauf generiert das Signal AA(t),
welches eine niederfrequente Komponente ist, die der Amplitudenhüllkurve von
A2(t) entspricht und ein phasenmoduliertes P2(t) Signal, einschließlich
des Hintergrundgeräusches, dessen Frequenz proportional zum Teilungsintervall
to und der Phasendifferenz (&phgr;P(t) – &phgr;A(t))
ist, wie in 15 gezeigt. Die Amplitudenhüllkurve
AA(t) aus A2(t), wie in 16 dargestellt,
wird durch Anwendung eines Tiefpaßfilters auf das Signal S2C(t)
exp(–j&phgr;A(t)) im dem Frequenzbereich mit einer Ausschaltfrequenz
zwischen 16 und 64 Hz erhalten, wie in 15 dargestellt.
Die A2(t) Komponente wird dann mit Hilfe der folgenden Gleichung geformt:
A2(t) = AA(t)·sin(&phgr;A(t))(11)
Das A2(t) Signal wird mit Hilfe der Gleichung (11) aufgebaut
und dann von dem digitalisierten S2(t) Signal nach regelrechter Ausrichtung
mit Hilfe einer Korrelationsmethode subtrahiert. Die WVD des Differenzsignals xD(t)
wird gemäß folgender Funktion berechnet:
Die Zeit-Frequenz-Darstellung WD(t,f) wird mit Hilfe der
folgenden Zeit-Frequenz-Funktion gefiltert, um die maskierte Zeit-Frequenz-Darstellung
mP(t,f) der pulmonalen Komponente P2(t) zu erhalten:
mP(t,f) = WD(t,f) Mask(t,f)(13)
wobei Mask(t,f) = 1,0 um die dominante Energie der P2(t) Zustandskurve
in der Zeit-Frequenz-Ebene von WD(t,f) herum,
= 0,0 anderswo in der Zeit-Frequenz-Ebene.
Hier ist die dominante Energie der P2(t)-Zustandskurve
definiert als der dominanteste Rand von WD(t,f). Die augenblickliche
Frequenzfunktion IP(t) der pulmonalen Komponente P2(t) wird
berechnet mit Hilfe der folgenden Funktion:
und die Phase derselben abgeschätzt P2(t) gemäß der Funktion:
Die Amplitudenhüllkurve AP(t) niedriger Frequenz,
welche der pulmonalen Komponente P2(t) entspricht, wird dann berechnet
mit Hilfe der Analysenform xDC(t) des Signals xD(t) gemäß
der folgenden Funktion:
xDC(t) = xD(t) + jxDH(t)(16)
wobei xDH(t) die Hilbert-Transformierte von xD(t), nämlich
des Differenzsignals, ist. Das analytische Signal xDC(t) wird mit dem
Ausdruck exp(–j&phgr;P(t)) multipliziert, so daß:
xDC(t) exp(–j&phgr;P(t)) = AP(t) + N(t
– t0)exp(j(&phgr;P(t))).(17)
Die Amplitudenhüllkurve AP(t) aus P2(t)
wird erhalten durch Anwendung eines Tiefpaßfilters mit einer Ausschaltfrequenz
zwischen 16 und 64 Hz auf das Signal xDC(t) exp(–j&phgr;P(t))
in dem Frequenzbereich, um die Ausdrücke N(t – t0)exp(j(&phgr;P(t)))
zu eliminieren, die die verbleibenden Modellierungsfehlsignale von A2(t)
und P2(t), einschließlich jeglicher im S2(t) Originalsignal
vorhandenen Hintergrundgeräusche darstellen.
Schließlich wird die pulmonalen Komponente P2(t) mit
Hilfe der folgenden Funktion bestimmt:
P2(t) = AP(t)·sin(&phgr;P(t)).(18)
Die Ausschaltfrequenz der Tiefpaßfilter mit deren Hilfe die Amplitudenfunktion
A2(t) in Gleichung (10) und die von P2(t) in Gleichung (17)
extrahiert wird, kann bestimmt und direkt im Frequenzbereich angewendet werden.
Erstens wird das Signal S2C(t) exp(–j&phgr;A(t)) oder
xDC(t) exp(–j&phgr;P(t)) im Frequenzbereich mit Hilfe
der diskreten Fourier- Transformation (DFT) umgewandelt und dann das Leistungsspektrum
desselben berechnet und auf 1,0 normalisiert. Zweitens wird die Bandbreite der Energiekeule
mit hauptsächlich niedriger Frequenz des Leistungsspektrums, siehe
15 und 21, durch Berechnen
der Frequenz, die 5 % der maximalen Energie dieser Energiekeule entspricht, bestimmt.
Diese Frequenz wird dann als die Ausschaltfrequenz des Tiefpaßfilters betrachtet,
mit dessen Hilfe die Amplitudenhüllkurve des Signals extrahiert wird. Drittens
wird in dem Frequenzbereich eine Filterung angewendet mit Hilfe eines Filters, der
die echten und imaginären Teile der DFT des Signals für Frequenzbänder
unterhalb der Ausschaltfrequenz mit 1,00 multipliziert, für Frequenzbänder,
die der Ausschaltfrequenz entsprechen, mit 0,70, für das erste Frequenzband
oberhalb der Ausschaltfrequenz mit 0,20, für das zweite Frequenzband oberhalb
der Ausschaltfrequenz mit 0,02 und für alle anderen Frequenzbänder oberhalb
der Ausschaltfrequenz mit 0,00, siehe 15 und
21, und beachte die drei Transitionskoeffizienten (0,70,
0,20 und 0,02), die auf der Frequenzantwort
des Tiefpaßfilters durch drei Sterne identifiziert sind. Viertens wird die
resultierende DFT-Darstellung im Zeitbereich durch Anwendung einer umgekehrten DFT
umgewandelt.
Vorzugsweise weist, angesichts des Obigen, die Tiefpaßfilterung
zum Extrahieren von A2(t) und P2(t) die folgenden Schritte
auf.
Erstens wird das S2(t) Signal oder das Differenzsignal
XD(t) mit Hilfe einer diskreten Fourier-Transformierung in einen Frequenzbereich
umgewandelt und eine Transformierte erhalten. Zweitens wird ein Leistungsspektrum
der aus dem ersten Schritt erhaltenen Transformierten erhalten. Drittens wird eine
Energiekeule mit hauptsächlich niedriger Frequenz des Leistungsspektrums bestimmt.
Viertens wird die Ausschaltfrequenz als Frequenz, die 5 % der Energie der Energiekeule
mit hauptsächlich niedriger Frequenz entspricht, bestimmt. Fünftens werden
Frequenzbänder des S2C(t) Signals oder des Differenzsignals XD(t)
mit Hilfe einer diskreten Fourier-Transformation bestimmt. Sechstens werden echte
und imaginäre Teile von Frequenzbändern, die unterhalb der Ausschaltfrequenz
liegen, mit 1,00 multipliziert. Siebtens werden echte und imaginäre Teile von
einem Frequenzband, das der Ausschaltfrequenz entspricht, mit 0,70 multipliziert.
Achtens werden echte und imaginäre Teile von einem ersten Frequenzband, das
oberhalb der Ausschaltfrequenz liegt, mit 0,20 multipliziert. Neuntens werden echte
und imaginäre Teile von einem zweiten Frequenzband, das oberhalb der Ausschaltfrequenz
liegt, mit 0,02 multipliziert.
Zehntens werden echte und imaginäre Teile von allen anderen Frequenzbändern,
die oberhalb der Ausschaltfrequenz liegen, mit 0,00 multipliziert. Schließlich
wird eine umgekehrte diskrete Fourier-Transformation auf die Ergebnisse des sechsten,
siebten, achten, neunten und zehnten Schritts angewendet, um eine Darstellung im
Zeitbereich zu erhalten.
Ein Beispiel eines digitalisierten S2(t) Signals mit überlappenden
A2(t) und P2(t) Komponenten und Hintergrundgeräuschen
wird in 12 dargestellt. Die Methode, die für das
Extrahieren überlappender A2(t) und P2(t) Signale aus
S2(t) Signalen entwickelt wurde, wird, wie in 12
bis 17 beziehungsweise 18 bis 23 dargestellt, in zwei
Schritten mit Hilfe des vorher beschriebenen Ansatzes eines nicht-linearen, transienten
Chirp-Aufbaus ausgeführt. Da A2(t) vor P2(t) auftritt,
wird dessen augenblickliche Frequenz (IF) zuerst abgeschätzt, indem die WVD
von S2(t), wie in 13 gezeigt, berechnet
wird. Ein Maskierungsablauf, welcher einen Filterungsschritt darstellt, wird dann
angewendet, um den ersten dominantesten Rand von S2(t), der in Zeit wie
auch Frequenz der Zeit-Frequenz-Zustandskurve entspricht, von A2(t) zu
extrahieren. Der Maskierungsablauf dient zur Entfernung der Kreuzprodukte, der P2(t)
Komponente und jeglicher Hintergrundgeräusche und ist in 14
gezeigt. Der Anwendung des Maskierungsablaufs auf die WVD von S2(t) folgt
mit Hilfe des isolierten Energierandes die Abschätzung der Zeit-Frequenz-Zustandskurve
der IF-Funktion von A2(t), die als schwarze, über
die Wigner-Ville Verteilung von A2(t) eingeblendete Line der
14 dargestellt ist, durch Berechnung des ersten Momentes
der maskierten Verteilung mit der Gleichung (7). Die Phasenfunktion von A2(t)
wird dann mit Hilfe der Gleichung (8) berechnet und die analytische Form des Signals
wird mit Hilfe der Hilbert-Transformierten generiert. Das analytische Signal wird
mit dem Ausdruck exp(–j&phgr;A(t)) multipliziert und mit einer
Ausschaltfrequenz, die durch die Bandbreite ihrer ersten dominantesten Keule, siehe
15, bestimmt wird, tiefpaßgefiltert. Die resultierende
A2(t) Hüllkurve, die in 16 gezeigt
ist, wird dann benutzt, um das A2(t) Signal aufzubauen, wie in
17 gezeigt, welches vom S2(t) Signal subtrahiert
wird, wie in 12 gezeigt. Die resultierenden Differenzsignale,
gezeigt in 18, enthalten die P2(t) Komponente,
das Hintergrundgeräusch und ein verbleibendes A2(t) Fehlersignal,
welches nicht mit A2(t) korreliert und welches aus dem A2(t)
Entstörungsablauf resultiert. Die Extraktion der P2(t) Komponente
wird mit Hilfe eines ähnlichen Ansatzes ausgeführt, siehe 18
bis 23, und zwar durch Anwendung eines nicht-linearen,
transienten Chirp-Aufbaus auf das Differenzsignal XD(t), wie in
18 gezeigt.
Ein Schweinemodell wurde für die experimentellen Studien zur
Überprüfung der Signalerfassungs und -verarbeitungsverfahren ausgewählt.
Schweine und Menschen haben eine ähnliche kardiovaskuläre, pulmonale und
metabolische Physiologie. Bei diesen Tieren wurde pulmonale Hypertonie durch intravenöse
Infusion eines Thromboxan-Analogons, welches eine deutliche Gefäßverengung
in den Lungengefäßen verursacht, induziert. PAP-Messungen mit hoher Wiedergabetreue
wurden mit Hilfe eines 7F Millar Katheters, Modell Mikro-Tip, SPR 598, welcher in
die linke Jugularvene eingeführt und in die Hauptlungenarterie eingeschwemmt
wurde, ausgeführt. Das Mikromanometer wurde mit Hilfe eine Quecksilbersäulen-Vorrichtung
kalibriert. Ein PKG-Mikrophon wurde auf dem pulmonalen Bereich der Thoraxoberfläche
positioniert, um das thorakale PKG aufzunehmen. Auch wurde in ähnlicher Weise
ein EKG abgeleitet, verstärkt und digitalisiert, um die Analyse des PKGs und
die Berechnung des Herzintervalls zu vereinfachen. Die PAP-, EKG- und PKG-Signale
mit hoher Wiedergabetreue wurden mit einer Geschwindigkeit von 1000 Samples pro
Sekunde durch ein Datenerfassungssystem, das in einem Personalcomputer, wie in
1 dargestellt, installiert ist, digitalisiert.
EKG, PKG und PAP wurden bei 15 Tieren aufgezeichnet und das Teilungsintervall
zwischen A2(t) und P2(t) wurde für 59 verschiedene Aufzeichnungen
berechnet. Im Falle einer Überlappung von A2(t) und P2(t)
wurde der vorher beschriebene Entstörungsansatz angewendet, um eine effiziente
Identifizierung und Extraktion von A2(t) und P2(t) aus S2(t)
sicherzustellen. Das A2(t) – P2(t) Teilungsintervall
(SI) wurde berechnet, indem die Kreuzkorrelationsfunktion zwischen A2(t)
und P2(t) ausgerechnet wurde, wie in 9 gezeigt,
und durch Messen der Zeit des Auftretens ihrer maximalen Amplitude. SI wurde dann
für die Herzfrequenz wie folgt normalisiert (NSI): NSI = (SI × 100)/(Dauer
des Herzzyklus). Die Dauer des Herzzyklus wurde durch Berechnung des Intervalls
zwischen 10 aufeinander folgenden QRS-Wellen des EKG erhalten. Es könnte auch
durch Berechnen des mittleren Intervalls zwischen einer Serie von aufeinander folgenden
S1(t) oder S2(t) des PKGs abgeschätzt werden.
Die Messung des SI war bei 88 % der Aufzeichnungen durchführbar.
Eine nichtlineare, regressive Analyse wurde benutzt, um die Beziehung zwischen dem
normalisierten NSI und dem PAP zu untersuchen. Erstens wurde der Ablauf einer Kurvenanpassung
ausgeführt, um die Kurve zu bestimmen, die die beste Passung zu den bei Schweinen
gesammelten Daten bereitstellt. Zweitens wurde der Bestimmungskoeffizient (r) und
der Standardfehler des Schätzwertes (SEE) benutzt, um die Güte der Passung
zwischen der optimalen regressiven Kurve und den Daten zu beurteilen. Die Ergebnisse
dieser statistischen Analyse zeigten, daß es eine starke Beziehung zwischen
dem normalisierten SI (NSI) und dem systolischen PAP, r = 0,95 und SEE = ±
4,6 mmHg, wie in 10 gezeigt, oder dem mittleren PAP,
r = 0,93 und SEE = ± 3,6 mmHg, wie in 11 gezeigt,
gab. Diese Beziehungen werden mit Hilfe der Gleichungen (2) und (3) beschrieben,
wenn das Modell den systolischen beziehungsweise mittleren PAP einschließt.
Ferner waren die Werte des NSI, die mit diesem Schweinemodell erhalten wurden, normaler
PAP: 3,3 ± 0,4 %, leichte pulmonale Hypertonie: 5,6 ± 0,8 %, und schwere
pulmonale Hypertonie: 8,2 ± 1,2 %, sehr konsistent mit denen, die bei Menschen
festgestellt wurden, wie von Leung et al. "Analysis of the second heart sound for
diagnosis of paediatric heart disease," IEEE Proceedings Sci Meas Technol, Band
145, Nr. 6, S. 285-290, 1998, gezeigt wurde, wobei normale Testpersonen Messungen
von 3,3 ± 1,8 % aufwiesen und Patienten mit Erkrankungen, die Druck- oder Volumenüberladung
der rechten Herzkammer verursachten, Messungen von 5,7 ± 1,0 % aufwiesen. Dementsprechend
glauben wir, daß diese Gleichungen bei Menschen direkt anwendbar sind. Dies
ist der erste Nachweis des Umstandes, daß das NSI einen genauen quantitativen
Schätzwert des systolischen und des mittleren PAP bereitstellen kann, und ferner
verhält sich dieser Parameter relativ unabhängig von Herzfrequenz und
vom systemischen arteriellen Druck.
Der zweite Teil der experimentellen Studie war der Untersuchung der
Beziehung zwischen dem Spektrum von P2(t) und dem mittleren und systolischen
PAP gewidmet.
Die mittlere Resonanzfrequenz (Fp) von P2(t) wurde durch
die Berechnung des Leistungsspektrums von P2(t) bestimmt, wenn P2(t)
deutlich von A2(t) getrennt war, oder von der entstörten P2(t)
Komponente, in Fällen, in denen es ein Überlappen zwischen A2(t)
und P2(t) gab. Eine moderate Korrelation wurde zwischen Fp und dem systolischen
PAP festgestellt, r = 0,47 und SEE = ± 11,9 mmHg, oder dem mittleren PAP, r
= 0,50 und SEE = ± 8,8 mmHg. Dieses niedrige Niveau der Korrelation war durch
die große Variabilität bedingt, die von einem Tier zum nächsten beobachtet
wurde. Im Hinblick auf den Qualitätsfaktor (Q) von P2(t) gab es
lediglich eine schwache Korrelation mit dem PAP, r < 0,25. Dieses schwache Ergebnis
von Q scheint mit dessen Abhängigkeit von der Amplitude von P2(t)
und der mechanischen Kopplung zwischen Mikrophon und dem Brustkorb, welche hochgradig
variable Parameter von Tier zu Tier darstellen, zusammenzuhängen. Wir haben
daher den Schluß gezogen, daß der spektrale Ansatz unter Benutzung von
Fp und Q zum Abschätzen des mittleren oder systolischen PAP als solches nicht
für eine Patentanmeldung geeignet ist, sondern weiterführender Untersuchungen
und Experimente bedarf, um die anderen anatomischen und physiologischen Faktoren
zu bestimmen, die diese Beziehungen beeinflussen.
Anspruch[de]
Verfahren zur Abschätzung des systolischen und des mittleren pulmonalen
Arteriendrucks eines Patienten, mit den folgenden Schritten:
(a) Erzeugen eines elektrischen Signals xS(t), das Herztöne des
Patienten darstellt;
(b) Extrahieren des zweiten Herztons S2(t) aus dem in Schritt (a) erzeugten
Signal;
(c) Extrahieren der pulmonalen und der Aortenkomponente P2(t) und A2(t)
aus S2(t);
(d) Extrahieren eines Signals, welches das mittlere Herzintervall aus dem in Schritt
(a) erzeugten Signal darstellt;
(e) Korrelieren der pulmonalen und der Aortenkkomponente P2(t) und A2(t)
zum Erhalt einer Kreuzkorrelationsfunktion;
(f) Messen eines Teilungsintervalls als Zeit des Auftretens des Maximalwertes der
in Schritt (e) erhaltenen Kreuzkorrelationsfunktion;
(g) Erzeugen eines normalisierten Teilungsintervalls durch Dividieren des in Schritt
(f) erhaltenen Teilungsintervalls durch das in Schritt (d) erhaltene mittlere Herzintervall;
und
(h) Abschätzen des systolischen und des mittleren pulmonalen Arteriendrucks
mit Hilfe vorgegebener regressiver Funktionen, wobei die vorgegebenen regressiven
Funktionen Beziehungen zwischen dem normalisierten Teilungsintervall und dem systolischen
und dem mittleren pulmonalen Arteriendruck beschreiben.Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Extrahieren der pulmonalen und
der Aortenkomponente P2(t) und A2(t) aus S2(t)
in Schritt (c) die folgenden Schritte umfaßt:
(i) Bestimmen einer Wigner-Ville-Verteilung WS(t,f) in Bezug auf die
Zeit t und die Frequenz f des in Schritt (b) erzeugten Signals S2(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
(ii) Filtern des in Schritt (i) erhaltenen WS(t,f) mit Hilfe der folgenden
Funktion zum Erhalt einer maskierten Zeit-Frequenz-Darstellung mA(t,
f) der Aortenkomponente A2(t)
mA(t,f) = WS(t,f)·Mask(t, f)
wobei Mask(t,f) um den ersten, dominantesten Rand herum in Zeit wie auch in Frequenz
von WS(t,f) auf 1,0 und anderswo auf 0,0 gesetzt ist;
(iii) Bestimmen der momentanen Frequenzfunktion IA(t) der Aortenkomponente
A2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
(iv) Bestimmen einer Phasenfunktion &phgr;A(t) der Aortenkomponente
A2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
(v) Bestimmen einer Amplitudenhüllkurve AA(t)
niedriger Frequenz, welche der Aortenkomponente A2(t) entspricht, mit
Hilfe der folgenden Schritte:
(A) Bestimmen einer Analysenform S2C(t) des Signals S2(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
S2C(t) = S2(t) + j·S2H(t)
wobei S2H(t) die Hilbert-Transformierte von S2(t) ist;
(B) Multiplizieren von S2C(t) mit exp(–j&phgr;A(t))
zum Erhalt von
S2C(t)·exp(–j&phgr;A(t));
(C) Tiefpaßfiltern des in Schritt (v) (B) erhaltenen Signals;
(vi) Bestimmen der Aortenkomponente A2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
A2(t) = AA(t)·sin(&phgr;A(t));
(vii) Subtrahieren des in Schritt (vi) erhaltenen Signals A2(t) von dem
in Schritt (b) erhaltenen Signal S2(t) zum Erhalt eines Differenzsignals
xD(t);
(viii) Bestimmen einer Wigner-Ville-Verteilung WD(t,f) in Bezug auf die
Zeit t und die Frequenz f des Differenzsignals xD(t) mit Hilfe der folgenden
Funktion:
(ix) Filtern des in Schritt (viii) erhaltenen WD(t,f) mit Hilfe der folgenden
Funktion zum Erhalt einer maskierten Zeit-Frequenz-Darstellung mP(t,f)
der pulmonalen Komponente P2(t)
MP(t,f) = WD(t,f)·Mask(t,f)
wobei Mask(t,f) um den ersten, dominantesten Rand herum in Bezug auf Zeit wie auch
auf Frequenz von WD(t,f) auf 1,0 und anderswo auf 0,0 gesetzt ist;
(x) Bestimmen der augenblicklichen Frequenzfunktion IP(t) der pulmonalen
Komponente P2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
(xi) Bestimmen der Phasenfunktion &phgr;P(t) der pulmonalen Komponente
P2(t) gemäß der Funktion:
(xii) Bestimmen einer Amplitudenhüllkurve AP(t) niedriger Frequenz,
welche der pulmonalen Komponente P2(t) entspricht, mit Hilfe der folgenden
Schritte:
(A) Bestimmen einer Analysenform XDH(t) des Signals xD(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
XDC(t) = xD(t) + jxDH(t)
wobei xDH(t) die Hilbert-Transformierte von xD(t) ist;
(B) Multiplizieren von xDC(t) mit exp(–j&phgr;P(t))
zum Erhalt von
xDC(t)·exp(–j&phgr;P(t));
(C) Tiefpaßfiltern des in Schritt (xii) (B) erhaltenen Signals; und
(xiii) Bestimmen der pulmonalen Komponente P2(t) mit Hilfe der folgenden
Funktion:
P2(t) = AP(t)·sin(&phgr;P(t)).
Verfahren nach Anspruch 2, wobei der Tiefpaßfiltervorgang in Schritt
(v) (C) eine Ausschaltfrequenz aufweist, die innerhalb des Bereiches von 16 bis
64 Hz gewählt ist, und der Tiefpaßfiltervorgang in Schritt (xii) (C) eine
Ausschaltfrequenz aufweist, die innerhalb des Bereiches von 16 bis 64 Hz gewählt
ist.Verfahren nach Anspruch 3, wobei das Bestimmen der Ausschaltfrequenz
des Tiefpaßfilters in Schritt (v) (C) die folgenden Schritte umfaßt:
(1) Umwandeln des Signals S2(t) in einen Frequenzbereich mit Hilfe einer
diskreten Fourier-Transformation zum Erhalt einer Transformierten;
(2) Bestimmen eines Leistungsspektrums für die in Schritt (1) erhaltene
Transformierte;
(3) Bestimmen einer Energiekeule mit hauptsächlich niedriger Frequenz für
das Leistungsspektrum;
(4) Bestimmen der Ausschaltfrequenz als Frequenz, die 5 % der Energie der Energiekeule
mit hauptsächlich niedriger Frequenz entspricht;
(5) Bestimmen von Frequenzbändern des Signals S2(t) mit Hilfe einer
diskreten Fourier-Transformation;
(6) Multiplizieren echter und imaginärer Teile von Frequenzbändern, die
unterhalb der Ausschaltfrequenz liegen, mit 1,00;
(7) Multiplizieren echter und imaginärer Teile eines Frequenzbands, die der
Ausschaltfrequenz entsprechen, mit 0,70;
(8) Multiplizieren echter und imaginärer Teile eines ersten Frequenzbands,
die oberhalb der Ausschaltfrequenz liegen, mit 0,20;
9) Multiplizieren echter und imaginärer Teile eines zweiten Frequenzbands,
die oberhalb der Ausschaltfrequenz liegen, mit 0,02;
10) Multiplizieren echter und imaginärer Teile aller anderen von den Frequenzbändern,
die oberhalb der Ausschaltfrequenz des Tiefpaßfilters liegen, mit 0,00; und
(11) Anwenden einer umgekehrten diskreten Fourier-Transformation auf die Ergebnisse
der Schritte 6, 7, 8, 9 und 10 zum Erhalt von Darstellungen im Zeitbereich.Verfahren nach Anspruch 3, wobei das Bestimmen der Ausschaltfrequenz
des Tiefpaßfilters in Schritt (xii) (C) die folgenden Schritte umfaßt:
(1) Umwandeln des Differenzsignals XD(t) in einen Frequenzbereich mit
Hilfe einer diskreten Fourier-Transformation zum Erhalt einer Transformierten;
(2) Bestimmen eines Leistungsspektrums für die in Schritt (1) erhaltene
Transformierte;
(3) Bestimmen einer Energiekeule mit hauptsächlich niedriger Frequenz für
das Leistungsspektrum;
(4) Bestimmen der Ausschaltfrequenz als Frequenz, die 5% der Energie der Energiekeule
mit hauptsächlich niedriger Frequenz entspricht;
(5) Bestimmen von Frequenzbändern des Differenzsignals XD(t) mit
Hilfe einer diskreten Fourier-Transformation;
(6) Multiplizieren echter und imaginärer Teile von Frequenzbändern, die
unterhalb der Ausschaltfrequenz liegen, mit 1,00;
(7) Multiplizieren echter und imaginärer Teile eines Frequenzbands, die der
Ausschaltfrequenz entsprechen, mit 0,70;
(8) Multiplizieren echter und imaginärer Teile eines ersten Frequenzbands,
die oberhalb der Ausschaltfrequenz liegen, mit 0,20;
9) Multiplizieren echter und imaginärer Teile eines zweiten Frequenzbands,
die oberhalb der Ausschaltfrequenz liegen, mit 0,02;
10) Multiplizieren echter und imaginärer Teile aller anderen von den Frequenzbändern,
die oberhalb der Ausschaltfrequenz des Tiefpaßfilters liegen, mit 0,00; und
(11) Anwenden einer umgekehrten diskreten Fourier-Transformation auf die Ergebnisse
der Schritte 6, 7, 8, 9 und 10 zum Erhalt von Darstellungen im Zeitbereich.Verfahren nach Anspruch 1, wobei die vorgegebenen regressiven Funktionen
die Form
x = a + by1/n
aufweisen, wobei die Funktion die Beziehung zwischen dem normalisierten Teilungsintervall
y und dem systolischen und dem mittleren pulmonalen Arteriendruck x mit Hilfe von
vorgegebenen Konstanten a, b und n beschreibt.Vorrichtung zum Abschätzen des systolischen und des mittleren pulmonalen
Arteriendrucks eines Patienten, umfassend:
ein erstes Erzeugungsmittel, geeignet zum Erzeugen eines elektrischen Signals xS(t),
das Herztöne des Patienten darstellt;
ein erstes Extraktionsmittel, geeignet zum Extrahieren des zweiten Herztons S2(t)
aus dem von dem ersten Erzeugungsmittel erzeugten Signal;
ein zweites Extraktionsmittel, geeignet zum Extrahieren der pulmonalen und der Aortenkomponente
P2(t) und A2(t) aus dem mittels des ersten Extraktionsmittels
extrahierten S2(t);
ein drittes Extraktionsmittel, geeignet zum Extrahieren eines Signals, welches das
mittlere Herzintervall aus dem von dem ersten Erzeugungsmittel erzeugten Signal
darstellt;
ein Korrelierungsmittel, geeignet zum Korrelieren der pulmonalen und der Aortenkomponente
P2(t) und A2(t) zum Erhalt einer Kreuzkorrelationsfunktion;
ein Meßmittel, geeignet zum Messen eines Teilungsintervalls als Zeit des Auftretens
des Maximalwertes der von dem Korrelierungsmittel erhaltenen Kreuzkorrelationsfunktion;
ein zweites Erzeugungsmittel, geeignet zum Erzeugen eines normalisierten Teilungsintervalls
durch Dividieren des von dem Meßmittel erhaltenen Teilungsintervalls durch
das von dem dritten Extraktionsmittel erhaltene mittlere Herzintervall; und
Abschätzmittel, geeignet zum Abschätzen des systolischen und des mittleren
pulmonalen Arteriendrucks mit Hilfe vorgegebener regressiver Funktionen, wobei die
vorgegebenen regressiven Funktionen Beziehungen zwischen dem normalisierten Teilungsintervall
und dem systolischen und dem mittleren pulmonalen Arteriendruck beschreiben.Vorrichtung nach Anspruch 7, wobei das zweite Extraktionsmittel zum
Extrahieren der pulmonalen und der Aortenkomponente P2(t) und A2(t)
aus S2(t) in Schritt (c) umfaßt:
ein erstes Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Wigner-Ville-Verteilung WS(t,f)
in Bezug auf die Zeit t und die Frequenz f des mittels des ersten Extraktionsmittels
extrahierten Signals S2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
ein erstes Filtermittel zum Filtern des von dem ersten Bestimmungsmittel erhaltenen
WS(t,f) mit Hilfe der folgenden Funktion zum Erhalt einer maskierten
Zeit-Frequenz-Darstellung mA(t,f) der Aortenkomponente A2(t:
mA(t,f) = WS(t,f)·Mask(t,f)
wobei Mask(t,f) um den ersten, dominantesten Rand herum in Zeit wie auch in Frequenz
von WS(t,f) auf 1,0 und anderswo auf 0,0 gesetzt ist; ein zweites Bestimmungsmittel
zum Bestimmen der momentanen Frequenzfunktion IA(t) der Aortenkomponente
A2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
ein drittes Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Phasenfunktion &phgr;A(t)
der Aortenkomponente A2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
ein viertes Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Amplitudenhüllkurve AA(t)
niedriger Frequenz, welche der Aortenkomponente A2(t) entspricht, wobei
das vierte Bestimmungsmittel Folgendes umfaßt:
ein Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Analysenform S2C(t) des Signals
S2(t) mit Hilfe der folgenden Funktion:
S2C(t) = S2(t) + j·S2H(t)
wobei S2H(t) die Hilbert-Transformierte von S2(t) ist;
ein Multiplikationsmittel zum Multiplizieren von S2C(t) mit exp(–j&phgr;A(t))
zum Erhalt von S2C(t)·exp(–j&phgr;A(t));
ein Filtermittel zum Tiefpaßfiltern des von dem Multiplikationsmittel erhaltenen
Signals;
ein fünftes Bestimmungsmittel zum Bestimmen der Aortenkomponente A2(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
A2(t) = AA(t)·sin(&phgr;A(t));
ein Subtraktionsmittel zum Subtrahieren des von dem fünften
Extraktionsmittel erhaltenen Signals A2(t) von dem von dem ersten Extraktionsmittel
erhaltenen Signal S2(t) zum Erhalt eines Differenzsignals xD(t);
ein sechstes Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Wigner-Ville-Verteilung WD(t,f)
in Bezug auf die Zeit t und die Frequenz f des Differenzsignals xD(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
ein zweites Filtermittel zum Filtern des von dem sechsten Bestimmungsmittel erhaltenen
WD(t,f) mit Hilfe der folgenden Funktion zum Erhalt einer maskierten
Zeit-Frequenz-Darstellung mP(t,f) der pulmonalen Komponente P2(t):
mP(t,f) = WD(t,f)·Mask(t,f)
wobei Mask(t,f) um den dominantesten Rand von WD(t,f) herum auf 1,0 und
anderswo auf 0,0 gesetzt ist;
ein siebentes Bestimmungsmittel zum Bestimmen der augenblicklichen Frequenzfunktion
IP(f) der pulmonalen Komponente P2(t) mit Hilfe der folgenden
Funktion:
ein achtes Bestimmungsmittel zum Bestimmen der Phasenfunktion &phgr;P(t)
der pulmonalen Komponente P2(t) gemäß der Funktion:
ein neuntes Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Amplitudenhüllkurve AP(t)
niedriger Frequenz, welche der pulmonalen Komponente entspricht, wobei das neunte
Bestimmungsmittel umfaßt:
ein zehntes Bestimmungsmittel zum Bestimmen einer Analysenform XDH(t)
des Signals xD mit Hilfe der Funktion:
xDC(t) = xD(t) + jxDH(t)
wobei xDH(t) die Hilbert-Transformierte von xD(t) ist;
ein Multiplikationsmittel zum Multiplizieren von xDC(t) mit exp(–j&phgr;P(t))
zum Erhalt von xDC(t)·exp(–j&phgr;P(t));
ein Filtermittel zum Tiefpaßfiltern des von dem Multiplikationsmittel erhaltenen
Signals; und
ein elftes Bestimmungsmittel zum Bestimmen der pulmonalen Komponente P2(t)
mit Hilfe der folgenden Funktion:
P2(t) = AP(t)·sin(&phgr;P(t)).
Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei die vorgegebenen regressiven Funktionen
die Form
x = a + by1/n
aufweisen, wobei die Funktion die Beziehung zwischen dem normalisierten systolischen
Teilungsintervall y und dem systolischen und dem mittleren pulmonalen Arteriendruck
x mit Hilfe der vorgegebenen Konstanten a, b und n beschreibt.