Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein umweltfreundliches Verfahren
zur Herstellung von hoch reinem Tetrabrombisphenol-A.
Stand der Technik
Tetrabrombisphenol-A, (CH3)2C(C6H2Br2OH)2
(TBBPA, 79-94-7), ist eine bedeutende Substanz unter diversen Bromverbindungen.
Es ist ein Bromderivat von Bisphenol-A (BPA). Es wird bei über einem Drittel
aller bromierten Flammschutzmittel als Flammschutzmittel verwendet, aufgrund seiner
hohen Stabilität und Eignung als Zusatzstoff und reaktive Verbindung. TBBPA
findet ebenso zur Herstellung von Acrylonitrilbutadienstyrol (ABS)-Polymer sowie
bei der Herstellung von Epoxid- und Polycarbonatharzen Verwendung. Diese Harze werden
wiederum verbreitet zur Anfertigung von elektronischer Ausrüstung verwendet,
insbesondere von Computer-bedruckten Leiterplatten. Die Harze werden auch als Flammschutzmittel
bei der Anfertigung von Beschichtungen, Kunststoffen, Farben, Klebstoffen und Laminaten
verwendet, da es das hohe Aktivitätsniveau ermöglicht, TBBPA bei relativ
niedriger Beschickung zu verwenden, was sich in eine bessere Aufrechterhaltung der
physikalischen Eigenschaften des Grundpolymers umsetzt.
Es wird auf K. Matsuda, M. Sugino und S. Kaji Japan, Kokai 74, 108,003,
C1. 16 B21, 14. Okt. 1974 verwiesen, wo TBBPA durch Umsetzung von flüssigem
Brom mit BPA in Methanol über drei Stunden bei 10-30°C hergestellt wurde.
Die Lösung wurde daraufhin 3 h bei 44-45°C inkubiert, 40 min bei 20°C
mit 383 ml 98% H2SO4 behandelt und zum Erhalt des Produktes
abgekühlt. Zur Abtrennung des Nebenproduktes Methylbromid wurde Stickstoff
eingeleitet. Der Nachteil liegt darin, dass flüssiges Brom als Bromierungsmittel
eingesetzt wird. Flüssiges Brom ist eine hoch korrosive, rauchende Flüssigkeit
und ein Luftverunreiniger. Daher wird für dessen Transport und Aufbewahrung
eine Spezialausrüstung benötigt und Sicherheitsmaßnahmen müssen
getroffen werden. Somit ist das Verfahren nur für Bromhersteller geeignet.
Neben diesen Schwierigkeiten wird nur die Hälfte des gesamten verbrauchten
Broms zur Bildung des Produkts genützt, und der Rest führt zu Bromwasserstoffsäure
und Methylbromid als Nebenprodukten unter Verbrauch von Lösemittel, was die
Umwelt nachteilig beeinträchtigt und auch die Anzahl der Prozesseinheiten erhöht.
Ferner ist die Zugabe von konzentrierter Schwefelsäure in den Reaktionskessel
gefährlich, da diese korrosiv ist und beim Lösen enorme Wärme freisetzt.
Zusätzlich wird ein Kühlmechanismus benötigt, um die im System entwickelte
Wärme zu absorbieren, was die Produktionskosten unnötigerweise erhöht.
M. Ichimura, T. Nishiyama und K. Suzuki Japan Kokai 7654538, C1. C07C25/18,
13. Mai 1976 stellten ein hoch reines und geringer gefärbtes TBBPA her durch
Zugabe von flüssigem Brom (43,86 kg) zu BPA (15,22 kg) in Tetrachlorethylen
(48 kg), das sein 0,2-1-faches Gewicht an Wasser (66,7 kg) enthielt, 1 h lang unter
Rühren bei 40°C. Es wurden 99,1% TBBPA (36 kg) von 99,6% Reinheit beim
Erwärmen des Gemischs über 2 h auf 92°C erhalten. Der Nachteil besteht
darin, dass flüssiges Brom zur Aufbewahrung und zum Transport eine Spezialausrüstung
und Sicherheitsmaßnahmen erforderlich macht, da es außer einem Luftverunreiniger
eine hoch korrosive, rauchende Flüssigkeit ist. Ferner wird Bromwasserstoffsäure
als Nebenprodukt freigesetzt, die unerwünscht ist und mit einigen weiteren
zusätzlichen Prozesseinheiten wiederaufbereitet werden muss. Ferner ist die
Erwärmung des Reaktionsgemischs auf 92°C über 2 h energieaufwendig
und erhöht somit die Produktionskosten.
D. R. Brackenridge US 4,013,728,
C1. 260619A; C07 C37/00, 22. März 1977 beschrieb die Herstellung von
TBBPA durch Zugabe von flüssigem Brom zu BPA in 75-95% (w/w) wässriger
Essigsäure bei 0-30°C gefolgt von einer Erwärmung über 5 bis
60 min auf 80-120°C zur Bildung von 92,3% Produkt, das bei 180-182°C schmilzt.
Die Nachteile dieses Verfahren sind, dass sowohl das flüssige Brom als auch
das Lösemittel Essigsäure toxisch und Luftverunreiniger sind. Der Erwärmungsschritt
nach der Zugabe von flüssigem Brom erhöht die Produktionskosten. Zusätzlich
wird Bromwasserstoffsäure als Nebenprodukt erhalten, die aus dem Lösemittel
gewonnen und zur weiteren Verwendung verarbeitet werden muss.
H. Jenkner und R. Strang Deutsche Offenl. 2,613,969, C1. C07 C39/24,
6. Oktober 1977 beschrieben ein Verfahren zur Gewinnung von TBBPA. Nach diesen Autoren
wurden einer Suspension von 171 Gewichtsanteilen BPA in 300 Volumenanteilen 1,1
Dibromethan und 300 Volumenanteilen einer wässrigen Lösung, die 80 Gewichtsanteile
Natriumbromat und 53 Gewichtsanteile Natriumbromid enthielt, flüssiges Brom
(245 Gewichtsanteile) 3 h lang bei 28°C unter Rühren zugegeben zur Bildung
von 269 g TBBPA aus der organischen Phase. Die ursprüngliche Zusammensetzung
der wässrigen Phase wurde durch ein elektrolytisches Verfahren wieder hergestellt.
Die Mutterlauge des anfänglichen Präparats wurde zugegeben, und das Verfahren
wurde wiederholt, ohne dass zusätzliches 1,1 Dibromethan zugegeben werden musste,
zur Bildung einer Gesamtausbeute von 97% TBBPA. Der Nachteil besteht darin, dass
2 Äquivalente flüssiges Brom, 1 Äquivalent Natriumbromid und 0,47
Äquivalente Natriumborat als Bromierungsmittel verwendet werden. Etwa 1,5
Äquivalente Brom in Form von Natriumbromid und Bromwasserstoffsäure blieben
bei der Reaktion ungenutzt. Ferner erfordert dieses Verfahren eine elektrolytische
Behandlung der wässrigen Phase, um deren ursprüngliche Zusammensetzung
zur Verwendung in den folgenden Ansätzen wieder herzustellen, und es werden
eine Spezialausrüstung und Sicherheitsmaßnahmen zur Aufbewahrung und zum
Transport des flüssigen Broms erforderlich.
J. Swietoslawski, A. Silowiecki, A. Ratajczak, B. Nocon und Z. Baniak
Deutsche Offenl. 2,718,997, C1. C07 C39/24, 17. November 1977 beschrieben die Herstellung
von TBBPA, wobei 100 g flüssiges Brom einer Lösung von 68,4 g BPA in 125
ml Methanol, das 11,1 ml konzentrierte Schwefelsäure enthielt, über 30
min bei 30-35°C zugegeben wurde, gefolgt von 86 ml 50% wässrigem Natriumchlorat
über 45 min bei 35-40°C. Die Lösung wird über 2 h bei 40-45°C
gerührt und zur Bildung von 148 g TBBPA in einer Ausbeute von 97% auf 15°C
gekühlt. Die hauptsächlichen Nachteile dieses Verfahrens sind, dass sowohl
das flüssige Brom als auch das Natriumchlorat hoch korrosiv sind. Flüssiges
Brom erfordert eine Spezialausrüstung und Sicherheitsmaßnahmen um die
Luftverunreinigung zu unterbinden und Unfälle zu vermeiden. Die Verwendung
einer Nicht-Bromverbindung als Oxidierungsmittel zur Nutzung des Nebenprodukts ist
ein energieaufwändiger Schritt, und es werden ungewünschte Nebenprodukte
freigesetzt und der Aufreinigungsschritt wird weiter erschwert.
W. Baumann, A. Block, I. Boehnke, J. Fiernow, H. Fischer, P. Franke,
E. Heynisch, D. Timm und H. Weber DDR Patentsch. DD
159,066, C1. C07 C39/367, 16. Februar 1983 und Ostdeutsch. DD
211,781, C1. C07 C39/367, 25. Juli 1984 stellten TBBPA durch Bromierung
von BPA mit Bromflüssigkeit in einem Methylenchlorid- und Wassermedium her.
Bei diesem Verfahren wurde die organische Phase von der Mutterlauge getrennt und
mit 10% wässrigem Natriumhydroxid behandelt (Ostdeutsch. DD
159,066, C1. C07 C39/367, 16. Februar 1983) und destilliert (Ostdeutsch.
DD 211,781, C1. C07 C39/367, 25.
Juli 1984), um Lösemittel zur Wiederverwendung zu erhalten. Der Nachteil besteht
darin, dass die Handhabung von flüssigem Brom gefährlich ist, da es hoch
korrosiv und ist und die Luft verunreinigt, und auch, dass 50% des gesamten verwendeten
Broms in Bromwasserstoff überführt wird, was die Verfahrensschritte erhöht
und somit die Herstellungskosten beeinflusst. Die Neutralisierung der in der organischen
Schicht vorkommenden Bromwasserstoffsäure mit 10% Natriumhydroxid und die elektrolytische
Behandlung der wässrigen Phase zur Wiederverwendung in nachfolgenden Ansätzen
sind extra Schritte zusätzlich zu den mit dem korrosiven flüssigen Brom
verbundenen Problemen.
I. Bohenke, U. Geyer und D. Timm DDR Patentsch. DD
211,782, C1. C07 C39/367, 25. Juli 1984 bromierten 175 g BPA mit 462 g
Brom in einem Gemisch von 100 ml Toluol, 200 ml Methylenchlorid und 600 ml Wasser
unter Rühren bei 43°C. Das Methylenchlorid (198 ml) wurde destilliert
und das Produkt (398,5 g, Smp. 153-161°C) wurde bei 10°C von dem Übrigen
abfiltriert. Neben der Verwendung von flüssigem Brom wurden nur 79,3% TBBPA
gemeinsam mit den Nebenprodukten wie Di-(3,6%) und Tribrom-(17,1%)derivaten erhalten.
Der Nachteil besteht darin, dass flüssiges Brom verwendet wird, welches korrosiv
ist und die Luft verunreinigt und zur Aufbewahrung und zum Transport eine Spezialausrüstung
erfordert. Bromwasserstoffsäure wird als unerwünschtes Nebenprodukt unter
Verbrauch von 50% des gesamten im Prozess verwendeten Broms gebildet, zu dessen
Wiederaufbereitung zusätzliche Prozesseinheiten benötigt werden. Neben
diesen Problemen beträgt die Ausbeute an TBBPA nur 85% und ist mit Di-(3,6%)
und Tribromo-(17,1%)derivaten von Bisphenol-A verunreinigt. Ferner macht die Filtration
des Produkts bei niedrigen Temperaturen spezielle Anordnungen erforderlich, was
sich auf die Gesamtkosten des TBBPA niederschlägt.
U. Geyer, D. Timm und I. Boehnke DDR Patentsch. DD
808,344, C1. C07 C39/367, 02. Mai 1984, bromierten 175 g BPA mit 458 g
Brom in (150 g) Cyclohexan und (150 g) Methylenchlorid und (400 ml) Wasser. Es wurde
beschrieben, dass ein Gemisch aus 0,3% Mono-, 5% Di- und 18% Tribromderivaten sowie
76,7% TBBPA hergestellt wurden. Der Nachteil dieser Technik ist, dass flüssiges
Brom als Bromierungsmittel verwendet wird, das korrosiv ist und eine Spezialausrüstung
sowie Sicherheitsvorrichtungen erfordert. Die Hälfte des gesamten in diesen
Verfahren verwendeten Broms wird zu der unerwünschten Bromwasserstoffsäure
umgewandelt, die zusätzliche Prozesseinheiten zur Wiederaufarbeitung erforderlich
macht und somit in hohem Maße die TBBPA Kosten beeinflusst. Hinzu kommen die
Zwischenprodukte wie etwa Mono-, Di- und Tribrom-Bisphenol A, deren Abtrennung von
TBBPA ein schwieriges Verfahren ist. Dieses Verfahren erfordert zwei organische
Lösemittel, Cyclohexan und Methylenchlorid.
I. Israeli IL 64,410, C1.
C07 C39/367, 31. März 1985 erhielt hoch reines TBBPA durch Bromierung von 320
g BPA unter Zugabe von 465 g Bromflüssigkeit, 60 ml Wasser, 2 g 8% Dodecylbezolsulfonat,
185 g 40% wässrigem Wasserstoffperoxid und 750 ml mit TBBPA gesättigtem
Methylenchlorid. Der Nachteil dieser Technik ist, dass flüssiges Brom als Bromierungsmittel
verwendet wird, das korrosiv ist und eine Spezialausrüstung sowie Sicherheitsvorrichtungen
erfordert. Das als Oxidierungsmittel verwendete Wasserstoffperoxid ist eine Nicht-Bromverbindung
und zerfällt bei Raumtemperatur spontan zu Sauerstoff und Wasser. Somit muss
bei jedem Ansatz mehr als die stöchiometrische Menge an Wasserstoffperoxid
zugegeben werden. Letzendlich steigert dies die Kosten der TBBPA Herstellung.
T. Ogata, M. Aritomi und C. Asano Japan Tokyo Tokkyo Koho
JP 62,221,645; C1. C07 C39/367,
29. September 1987 beschrieben ein Verfahren zur Herstellung von TBBPA, wobei flüssiges
Brom tropfenweise zu einer Dispersion von BPA in Wasser-Tetrachlorkohlenstoff bei
15-18°C während 1,5 h zugegeben wurde, wodurch 99,2% TBBPA nach Erwärmung
über 2 h auf 70-72°C erhalten wurde. Der Nachteil dieser Technik ist,
dass flüssiges Brom als Bromierungsmittel verwendet wird, das korrosiv und
toxisch ist und eine Spezialausrüstung sowie Sicherheitsvorrichtungen erfordert.
Die Hälfte des bei diesem Verfahren verwendeten Broms wird in Bromwasserstoffsäure
umgewandelt, was einige weitere Prozesseinheiten erfordert. Die Erwärmung der
Reaktanden auf 70-72°C nach der Zugabe von Brom erhöht die Produktionskosten.
C. Asano Japan Kokai Tokyo Koho JP
63,316,74, C1. C07 C39/367, 26. Dezember 1988 erhielt 99,2% reines TBBPA
in einer mehrstufigen Reaktion. Nach diesem Autor führt die Zugabe von 142
g Brom über 2 h zu 50 g BPA in 175 g Chlorobenzol und 125 g Wasser bei 15-20°C
zu 117,9 g kristallinem TBBPA, das 4 ppm Bromid enthält, nach Erwärmung
des Gemischs über 1,5 h auf 15-20°C, Rühren des Gemischs über
30 min bei 80°C, Zugabe von 0,6 g 60% Hydrazinhydrat, Erwärmung auf 90°C,
Abtrennung der wässrigen Phase, Waschen der organischen Phase, unter Druck
setzen der organischen Phase zur Entfernung von 62 g Chlorbenzol und Abkühlung
der organischen Phase auf 25°C. Die Nachteile bestehen darin, dass korrosives
flüssiges Brom zur Bromierungsreaktion und auch Hydrazinhydrat zur Verminderung
der Verunreinigungen erforderlich sind. Der Erwärmungsschritt auf 80 und 90°C
trägt zu den TBBPA Kosten bei. Ferner wird bei diesem Verfahren Bromwasserstoffsäure
als Nebenprodukt freigesetzt, wodurch zu dessen Wiederverwendung zusätzliche
Prozesseinheiten erforderlich werden.
R. P. Pandya, M. M. Pandya, J. K. Langalia, P. R. Metha und M. M.
Taqui Khan Indisch. IN 162,522, C1.
C07 C27/00, 4. Juni 1988 erhielten 5 kg TBBPA (Smp. 181°C) durch Zugabe von
8,842 kg flüssigen Broms unter Rühren bei 40°C zu 3 kg BPA in 3,5
l Ethylalkohol und 1,4 l Wasser, das 1 g Eisenchlorid als Katalysator enthielt.
Die Nachteile dieses Verfahren bestehen darin, dass korrosives flüssiges Brom
als Bromierungsmittel verwendet wird und 50% Brom bei der Bildung von Bromwasserstoffsäure
verloren gehen, für dessen Wiederverwendung zusätzliche Prozesseinheiten
erforderlich werden. Ferner muss der Inhalt 24 h lang nach Abschluss der Bromzugabe
gelagert werden, was die Produktionsrate erniedrigt. Andererseits muss der Inhalt
mit einem hohen Volumen an Wasser verdünnt werden, um die maximale Menge an
TBBPA zu gewinnen. Als Folge davon werden die Verfahren der Abtrennung von Bromwasserstoffsäure
und der Wiedergewinnung von Alkohol aus der Mutterlauge schwierig. Ferner trägt
der Eisenkatalysator zur Verunreinigung des Endprodukts bei, wodurch es schwierig
ist, mit diesem Verfahren ein Produkt von Polycarbonatreinheitsgrad zu erhalten.
E. Walter Deutsche Offenl. DE
3,935,224, C1. C07 C39/367, 25. April 1991 beanspruchte die Bildung von
TBBPA bei der Bromierung von BPA mit flüssigem Brom, Hydrobromit/Bromwasserstoff
in einem organischen Lösemittel wie Chlorbenzol. Es wurden zusätzlich
50% wässriges Wasserstoffperoxid zugegeben, wodurch die bei der Reaktion gebildete
Bromwasserstoffsäure zu Brom oxidiert wurde. Das auf diese Weise gebildete
TBBPA wurde zur Lösung in der organischen Phase erwärmt, welche abgetrennt
wurde und mit 1 M wässrigem Natriumsulfit und zweimal mit Wasser bei 80°C
gewaschen wurde. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass das Bromierungsmittel
flüssiges Brom ist. Ferner ist Wasserstoffperoxid erforderlich, das sich bei
Raumtemperatur spontan zersetzt. Die Reinigung von TBBPA mit wässrigem Natriumsulfit
und Wasser bei 80°C trägt zu den Kosten bei.
H. Eguchi, M. Kubo, N. Nagasaki und K. Kunimoto Europ. Pat. 472,395,
C1. C07 C37/62, 26. Februar 1992 patentierten ein Verfahren zur Herstellung von
TBBPA, wobei (58,8 g) BPA mit (163 g) flüssigem Brom in (300 g) Methanol bromiert
wurden. Zusätzlich wurden 40,6 g 36% Salzsäure zugegeben, um 96,5% Produkt
von 98,7% Reinheit zu gewinnen. Der Nachteil ist, dass flüssiges Brom als Bromierungsmittel
verwendet wird, das eine Spezialausrüstung sowie Sicherheitsvorrichtungen erfordert.
Zusätzlich ist die Mutterlauge, die nach der Abtrennung des Produkts erhalten
wird, aufgrund der Salzsäure sehr sauer, die zu deren sicherem Ablassen zerstört
werden muss. Die unerwünschten Nebenprodukte Methylbromid (0,3 g) und Bromwasserstoffsäure
verbrauchen mehr als 50% des eingesetzten Broms, wodurch der Bromatomwirkungsgrad
verringert wird.
B. G. Mckinnie, g. L. Sharp und R. E. William USP 5,283,375, C1. 568-726
C07 C39/387, 1. Februar 1994 stellten TBBPA durch Zugabe von 3,9-4,2 mol Brom zu
1 mol BPA her, das in 25-43 mol Methanol gelöst war, welches gleich oder weniger
als 5% Wasser enthielt, bei 0-40°C und nachfolgender Verdünnung mit Wasser.
Das Produkt wurde gereinigt, so dass es gleich oder weniger als 20 ppm ionische
Unreinheiten aufwies. Die Nachteile dieses Verfahren bestehen darin, dass korrosives
Brom als Bromierungsmittel verwendet wird und die Hälfte des Bromierungsmittels
zu Bromwasserstoffsäure wird. Ferner muss das Reaktionsgemisch extensiv verdünnt
werden, um ein Maximum an TBBPA zu erhalten. Als Folge davon wird die Wiedergewinnung
des organischen Lösemittels und des Nebenprodukts Bromwasserstoffsäure
aus dem Filtrat, um das Verfahren kostengünstig zu machen, ziemlich kostspielig.
S. Armstrong US 5,475,153,
C1. 568-726, C07 C39/367, 12. Dezember 1995 bromierte BPA mit flüssigem
Brom bei 15-25°C in C3-C5 Alkanolen und Wasser, um die
Bildung von Alkylbromiden zu unterbinden, und erwärmte daraufhin auf 55-70°C,
um 98% reines TBBPA (Smp. 180°C) zu gewinnen. Wasserstoffperoxid wurde mit
den Reaktanden kombiniert, um die erforderliche Menge an Brom zu verringern. Die
Nachteile bestehen darin, dass flüssiges Brom als Bromierungsmittel verwendet
wird und dass eine Nicht-Bromverbindung erforderlich ist, die sich spontan bei Raumtemperatur
zersetzt, um die während der Reaktion gebildete Bromwasserstoffsäure zu
verwenden.
US 5,817,888 offenbart die Bromierung von
BPA unter Verwendung von mit Halidsalzen stabilisierten Bromchloridlösungen.
Offenbarung der Erfindung
Hauptgegenstand der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur
Herstellung von Tetrabrombisphenol-A bereit zu stellen, wobei die Verwendung von
korrosivem flüssigem Brom ausgeschlossen wird und den oben beschriebenen Nachteile
vorgebeugt wird.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kombination
aus Bromid- und Bromationen als Bromierungsmittel zu verwenden.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist es, wässrige
Gemische aus Bromid- und Bromatsalzen, die als Zwischenprodukt bei der Bromherstellung
erhalten werden, zu verwenden.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist es, Bromationen sowohl als
Bromquelle als auch als stabiles und nicht verunreinigendes Oxidationsmittel zu
verwenden, um eine 100% Bromatomwirksamkeit zu erzielen.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist es, Bromwasserstoffsäure
sowohl als Bromquelle als auch als Mineralsäure zu verwenden, um den Bedarf
zusätzlicher Säure bei der Reaktion zu minimieren.
Ein weiterer Gegenstand ist es, die organische Schicht des Reaktionsgemischs
in nachfolgenden Ansätzen wieder aufzubereiten, um die Verfahrensdauer zu minimieren,
die Ausbeute zu maximieren und den Ablass von Abwasser zu minimieren.
Kurzdarstellung der vorliegenden Erfindung
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein umweltfreundliches
Verfahren zur Herstellung von farblosem Tetrabrombisphenol-A mit sehr guten Ausbeuten
und einer maximalen Bromierungswirksamkeit bereit zu stellen. Es wurde überraschend
gefunden, dass eine 2:1 Kombination von Bromat- und Bromidionen in Gegenwart einer
starken Mineralsäure in schneller Weise Brom bildet, welches vollständig
zur in situ Bromierung von Bisphenol-A genützt wird, wobei minimale Vorkehrungen
und keine Spezialvorrichtungen wie bei der Verwendung von flüssigem Brom erforderlich
sind. Das vorliegende Verfahren ist schnell, spezifisch, umweltfreundlich und kostenwirksam,
wobei hoch reines Tetrabrombisphenol-A, das bei 180 +/- 2°C schmilzt, entsteht.
Das Verfahren erbringt 50-70% Tetrabrombisphenol-A im ersten Ansatz und 90-100%,
wenn die verbrauchte organische Phase wieder aufbereitet wird. Die Reaktion dauert
4-5 h. Das erhaltene isolierte Produkt erfordert keine weitere Rekristallisation,
während die wässrige Phase auf sichere Art und Weise entsorgt werden kann.
Eine solche Verbindung ist als Flammschutzmittel und auch zur Herstellung von Acrylnitrilbutadienstyrol-Polymer
sowie für Epoxid- und Polycarbonatharze nützlich.
Beschreibung der Erfindung
Demgemäß stellt die vorliegende Erfindung ein umweltfreundliches
Verfahren zur Herstellung von hoch reinem Tetrabrombisphenol-A durch Bromierung
von Bisphenol-A (BPA) mit einer Kombination aus Bromid- und Bromationen bereit,
durch
- a) dispergieren von Bisphenol-A in einem Bereich von 0,022-2,193 Mol in organischem
Lösemittel, das einen Bereich von 2 bis 5 v/w aufweist sowie Wasser, das einen
Bereich von 3-8 v/w aufweist,
- b) umsetzen von Bromidsalz eines Alkali- oder Erdalkalimetalls/Bromwasserstoffsäure
im Bereich von 0,059 bis 5,855 Mol sowie Bromat als Alkali-/Erdalkalimetallsalz
im Bereich von 0,030-2,939,
- c) wahlweise zugeben von 12 N Salzsäure im Bereich von 0,088-8,772 Mol
im Fall von Metallbromid oder im Bereich von 0,030-2,939 Äquivalenten im Fall
von Bromwasserstoffsäure,
- d) zugeben von tensidischen Alkylsulfatsalzen, die eine C6-C18 Kohlenstoffkette
aufweisen, im Bereich von 0,01 bis 0,5% w/w in einem Temperaturbereich von 5 bis
45°C über einen Zeitraum von 4 bis 5 Stunden unter Rühren,
- e) abtrennen des kristallinen TBBPA Produkts,
- f) waschen des kristallinen Feststoffs aus Schritt (e) und trocknen bei 100°C,
- g) konzentrieren der organischen Schicht der Mutterlauge auf ein Drittel ihres
Volumens und Erhalt einer weiteren Menge von kristallinem TBBPA sowie,
- h) beladen der organischen Schicht, die nicht-umgesetztes Bisphenol-A, Mono-,
Di-, Tribromderivate und TBBPA enthält, mit zusätzlichem Bisphenol-A und
wiederholen des obigen Verfahrens.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es
sich bei dem Dispersionsmedium für Bisphenol-A um organische Lösemittel
ausgewählt aus Methylenchlorid und Tetrachlorkohlenstoff oder beliebige andere
Lösemittel.
In einer weiteren Ausführungsform werden die reaktiven Bromierungsteilchen
wie etwa elementares Brom und Hydrobromit in situ durch Umsetzen von 0,059-5,855
Mol Alkali/Erdalkalimetallbromid beziehungsweise Bromwasserstoffsäure mit 0,030-2,939
Mol Alkali/Erdalkalimetallbromat in Gegenwart von 0,088-8,772 Mol Salzsäure
erzeugt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird die Bromierungsreaktion durch Zugabe des in 3 (v/w) Äquivalenten Wasser
gelösten Alkali- oder Erdalkalimetallbromats zu Bisphenol-A, Alkali- oder Erdalkalimetallbromid
oder Bromwasserstoffsäure, Natriumlaurylsulfat und 12 N Salzsäure in Methylenchlorid
oder Tetrachlorkohlenstoff eingeleitet.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird die Bromierungsreaktion durch Zugabe eines in 3 (v/w) Äquivalenten Wasser
gelösten Gemischs von Alkali- oder Erdalkalimetallbromid und Alkali- oder Erdalkalimetallbromat
zu Bisphenol-A, Natriumlaurylsulfat und 12 N Salzsäure in Methylenchlorid-Wasser
eigeleitet.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird die Bromierungsreaktion durch Zugabe von 12 N Salzsäure zu Bisphenol-A,
Alkali- oder Erdalkalimetallbromid, Alkali- oder Erdalkalimetallbromat, Natriumlaurylsulfat
und 12 N Salzsäure in Methylenchlorid-Wasser eingeleitet.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird die Bromierungsreaktion durch den Wechsel der Reihenfolge der Zugabe der bei
der Reaktion verwendeten Reaktanden nicht beeinträchtigt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird Natriumbromid oder 49% wt/vol Bromwasserstoffsäure gelöst in 3 bis
8 (vol/wt) deionisiertem Wasser als Bromierungsmittel eingesetzt.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird das Verhältnis von organischen Lösemitteln zu Bisphenol A zwischen
2:2 und 5:1 aufrecht erhalten.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird das Verhältnis von organischen Lösemitteln zu Bisphenol-A vorzugsweise
zwischen 3:1 bis 5:1 (v/w) aufrecht erhalten.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das Verhältnis
Wasser:BPA zwischen 3:1 bis 8:1 aufrecht erhalten, um glänzende TBBPA Kristalle
zu erhalten.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das Verhältnis
Wasser:BPA zwischen 5:1 bis 8:1 aufrecht erhalten, um glänzende TBBPA Kristalle
zu erhalten.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird die Reaktionstemperatur zwischen 5 bis 45°C aufrecht erhalten, um einen
Verlust von Methylenchlorid zu vermeiden.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wird die Reaktionstemperatur vorzugsweise zwischen 10 bis 15°C aufrecht erhalten,
um einen Verlust von Methylenchlorid zu vermeiden.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
minimiert die Verwendung von Bromwasserstoffsäure die Bildung von Nebenprodukten
bei der Reaktion.
In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
wir das Natriumbromat verwendet, um sowohl als Bromierungs- als auch stabiles Oxidationsmittel
zu wirken.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden 0,01 bis
0,05% Natriumlaurylsulfat als Tensid zur besseren Dispersion verwendet.
Beim herkömmlichen Bromierungsverfahren wird TBBPA aus BPA und
flüssigem Brom durch die in Gleichung 1 dargestellte Reaktion erhalten.
BPA + 4 Br2 -> TBBPA + 4 HBr(1)
Erfindungsgemäß wird TBBPA durch die in Gleichung 2 dargestellte
Gesamtreaktion erhalten.
3 BPA + 8 Br– + 4 BrO3
– + 12 H+ -> 3 TBBPA + 12 H2O(2)
Die Stöchiometrie von BrO3
– erlaubt die Oxidierung des zugefügten Broms und auch der
während der Bromierung gebildeten Bromwasserstoffsäure (Gl. 1). Die Reaktion
von Bromat mit Bromid wird in Gleichung 3 dargestellt.
5 Br– + BrO3
– + 6 H+ -> 3 Br2 + 3 H2O(3)
Für den Fall, dass die Bromid- und Bromationen in Form von Natriumsalzen
eingesetzt werden, werden die ausführlichen stöchiometrischen Gleichungen
der gesamten Bromierungsreaktionen mit Natriumbromid-Natriumbromat und Bromwasserstoffsäure-Natriumbromat
in den Gleichungen 4 beziehungsweise 5 gezeigt, wobei Salzsäure die erforderlichen
Protonen bereit stellt.
3 BPA + 8 NaBr + 4 NaBrO3 + 12 HCl -> 3 TBBPA + 12 H2O
+ 12 NaCl(4)
3 BPA + 8 HBr + 4 NaBrO3 + 4 HCl -> 3 TBBPA + 12 H2O
+ 4 NaCl(5)
Diese Reaktionen wurden in einem Rundkolben (0,5 oder 10,01) durchgeführt,
der mit Vorrichtungen versehen war, Lösungen langsam von aussen zuzugeben und
einer mechanischen Vorrichtung, um den Inhalt zu rühren. Eine bekannte Menge
an BPA wurde in Methylenchlorid oder Tetrachlorkohlenstoff-Wasser-Gemisch suspendiert,
mit oder ohne Natriumlaurylsulfat als Dispergiermittel. Unter Rühren wurden
in dieses Gemisch die berechneten Mengen an wäßrigem Natriumbromid oder
Bromwasserstoffsäure und 12 N Salzsäure gegeben. Die Kolbentemperatur
wurde mit kaltem Wasser im Bereich von 5-45°C eingestellt. Die berechnete Menge
an wässrigem Natriumbromat wurde unter Rühren über 4-5 h zugesetzt.
Das Rühren wurde weitere 0,5 h fortgesetzt und die Inhalte filtriert. Die Feinkristalle
wurden mit genügend Wasser gewaschen, bei 100°C getrocknet und gewogen.
Die organische Phase der Mutterlauge wurde abgetrennt und auf ein Drittel ihres
ursprünglichen Volumens eingedampft, um eine zusätzliche Menge kristallinen
TBBPAs zu erhalten, welches filtriert wurde, mit Wasser gewaschen, bei 100°C
getrocknet und gewogen.
Bei einem anderen Verfahren wurde die organische Phase am Ende der
Reaktion gesammelt. Nachdem sie auf ihr ursprüngliches Volumen aufgefüllt
wurde, wurde eine frische Menge an BPA zugesetzt und die Reaktion wie oben beschrieben
wiederholt.
In einem verwandten Verfahren wurden die erforderlichen Mengen an
Bromid- und Bromatnatriumsalzen in einer minimalen Menge Wasser mit dem BPA/Methylenchlorid/Tetrachlorkohlenstoff
vereint und die Bromierungsreaktion durch allmähliche Zugabe der erforderlichen
Menge 12 N Salzsäure gestartet.
In einem weiteren verwandten Verfahren wurde die erforderliche Menge
an 12 N Salzsäure mit BPA-Methylenchlorid/Tetrachlorkohlenstoff vereint und
die Bromierungsreaktion durch allmähliche Zugabe einer wässrigen Lösung
gestartet, welche die erforderlichen Mengen an Natriumbromid und Natriumbromat enthielt.
Das Verhältnis Methylenchlorid/Tetrachlorkohlenstoff: BPA (vol./wt)
wurde bei der Reaktion zwischen 2-5 aufrecht erhalten. Es ist ratsam, dieses Verhältnis
bei 3 oder darüber einzustellen, um eine Verunreinigung des TBBPA durch Zwischenprodukte
zu vermeiden. Andererseits wurde Wasser:BPA (vol./wt) zwischen 3-8, insbesondere
im Verhältnis 5-8 aufrecht erhalten, um strahlende TBBPA Kristalle zu erhalten.
Die Temperatur des Kessels wurde zwischen 5-45°C eingestellt.
Es wird jedoch bevorzugt, die Temperatur zwischen 10-15°C einzustellen, um
einen Verlust von Methylenchlorid zu vermeiden.
Die Verwendung von Bromwasserstoffsäure minimiert den Bedarf
an zusätzlicher Mineralsäure und ebenfalls die Bildung von Nebenprodukten,
wie Salzen, bei der Reaktion.
Die Reinheit des im Methylenchlorid-Wasser-Medium erhaltenen Produkts
wurde durch Elementaranalyse, 1H-NMR und Schmelzpunkt überprüft
und mit theoretischen Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Bromprozentangaben von 33,08%,
2,20% beziehungsweise 58,8% verglichen, 1H-NMR (200 MHz) Gipfelpunkte
in MD3OD waren wie folgt: 1,59 &dgr; (s, 3H); 1,57 &dgr; (s, 3H);
7,25 &dgr; (s, 4H) und der Schmelzpunkt betrug 181-182°C.
Bei der vorliegenden Erfindung wird ein farbloses TBBPA auf umweltfreundliche
Art und Weise mit ausgezeichneten Ausbeuten von 50-70% und einem Schmelzpunkt zwischen
181-182°C im ersten Ansatz erhalten sowie 90-100% mit einem Schmelzpunkt zwischen
178-182°C in den nachfolgenden Ansätzen, nach Wiederaufbereitung der Mutterlauge.
Bei diesem Verfahren wird die Verwendung von toxischem und korrosivem Brom vermieden
und durch Natriumbromid oder Bromwasserstoffsäure als Bromierungsmittel ersetzt.
Ferner wird der Schritt der Freisetzung von Bromwasserstoffsäure als Nebenprodukt
verhindert. Zusätzlich wird Methylenchlorid-Wasser oder Tetrachlorkohlenstoff-Wasser
bei 10-15°C als Reaktionsmedium verwendet. Eine minimale Menge von 12 N Salzsäure
wird zur Unterstützung der Bromierungsreaktion eingesetzt. Das Nebenprodukt
Bromwasserstoffsäure wird bei der Reaktion zur Beibehaltung des Bromatomwirksamkeitsmaximums
eingesetzt.
Die wichtigen erfinderischen Schritte der Erfindung sind:
- (i) die Verwendung von flüssigem Brom als Bromierungsmittel wird ausgeschlossen,
- (ii) Schritte wie Erwärmung und Alterung der Reaktanden nach der Zugabe
des Bromierungsmittels, welche Auswirkungen auf die Kosten und die TBBPA
Produktion haben, werden ausgeschlossen,
- (iii) eine Vorbehandlung mit Natriumsulfit, wässrigem Hydrazin oder eine
Rekristallisation des Produkts sind nicht wesentlich,
- (iv) das vorliegende Verfahren zur Bromierung von Bisphenol-A erfordert keinen
speziellen Katalysator,
- (v) die Methylenchlorid- oder Tetrachlorkohlenstoffphase und die wässrige
Phase sind unvermischbar und können so leicht voneinander getrennt werden,
- (vi) das nach der Sättigung in Methylenchlorid/Tetrachlorkohlenstoff verbleibende
Produkt TBBPA wird durch einfache Filtrierung in reiner Form erhalten,
- (vii) das mit dem Produkt TBBPA gesättigte Methylenchlorid/Tetrachlorkohlenstoff
kann in nachfolgenden Zyklen wiederverwendet werden, um maximale Ausbeuten an TBBPA
zu erzielen,
- (viii) das bei der Reaktion freigesetzte Nebenprodukt Natriumchlorid löst
sich schnell in wässriger Lösung und ist somit leicht waschbar,
- (ix) die aus dem Reaktionskessel abgetrennte wässrige Phase kann nach Neutralisation
der nicht verbrauchten Säure wieder aufbereitet oder sicher entsorgt werden,
- (x) das in diesem Verfahren verwendete Bromierungsmittel erfordert keine besonderen
Fertigkeiten oder Ausrüstung und
- (xi) das in diesem Verfahren verwendete Oxidationsmittel ist eine stabile Bromverbindung
und die aus diesem freigesetzten Bromteilchen nehmen auch an der Hauptreaktion teil.
Die vorliegende Erfindung vermeidet die Verwendung spezieller Ausrüstung
und Vorrichtungen, die zur Handhabung von flüssigem Brom erforderlich sind
und ist daher ökonomisch. Ferner verringert das Verfahren die aufwendigen Schritte
wie Rekristallisation, die beim Erhalt von hoch reinem Tetrabrombisphenol-A, welches
den vom Verbraucher benötigten Standards entspricht, beteiligt ist. Das Verfahren
ist ferner umweltfreundlich, da die direkte Verwendung von korrosivem und rauchendem
Brom vermieden und eine Abwasserentsorgung ohne die Nebenprodukte wie Bromwasserstoffsäure,
Alkylbromide etc. minimiert wird.
Die folgenden Beispiele dienen der Veranschaulichung und sollten daher
nicht als Beschränkung des Umfangs der vorliegenden Erfindung gedeutet werden.
BEISPIEL 1
25 g (0,11 mol) Bisphenol-A (BPA) in 75 ml Tetrachlorkohlenstoff in
einem 500 ml Zweihals-Rundkolben wurden 31,62 g (0,31 mol oder 2,80 Äquivalente)
Natriumbromid und 0,05 g Natriumlaurylsulfat gelöst in 50 ml Wasser und 45
ml (0,54 mol) 12 N Salzsäure unter Rühren zugegeben. Der Kolben wurde
durch Überführen in ein kaltes Wasserbad auf 10°C gekühlt. Eine
Lösung von 22,1 g (0,15 mol oder 1,34 Äquivalente) Natriumbromat in 75
ml Wasser wurde langsam über 4 h unter Rühren zugegeben. Der Inhalt wurde
weitere 30 min gerührt. Die organische Phase, die feine farblose TBBPA Kristalle
am Kolbenboden aufwies, wurde abgetrennt und auf ein Viertel ihres Volumens eingeengt.
Das Produkt wurde filtriert, zweifach mit deionisiertem Wasser gewaschen und in
einem Ofen bei 100°C getrocknet, wobei zusätzliche Mengen an Tetrabrombisphenol-A
gewonnen wurden. Die isolierte Gesamtausbeute an TBBPA betrug 92,28%. Die charakteristischen
Daten der isolierten Probe waren Smp. 178-180°C, 1H-NMR (CD3OD,
200 MHz) 1,58 &dgr; (s, 6H); 7,25 &dgr; (s, 4H), und die Elementaranalyse ergab
33,21 (% C), 2,21 (% H) sowie 58,2 (% Br).
BEISPIEL 2
25 g (0,11 mol) Bisphenol-A (BPA) in 75 ml Tetrachlorkohlenstoff in
einem 500 ml Zweihals-Rundkolben wurden 31,62 g (0,31 mol oder 2,80 Äquivalente)
Natriumbromid und 0,05 g Natriumlaurylsulfat gelöst in 50 ml Wasser und 45
ml (0,54 mol) 12 N Salzsäure unter Rühren zugegeben. Der Kolben wurde
durch Überführen in ein kaltes Wasserbad auf 10°C gekühlt. Eine
Lösung von 22,1 g (0,15 mol oder 1,34 Äquivalente) Natriumbromat in 75
ml Wasser wurde langsam über 4 h unter Rühren zugegeben. Der Inhalt wurde
weitere 30 min gerührt. Das kristallisierte Produkt wurde filtriert, zweifach
mit deionisiertem Wasser gewaschen und in einem Ofen bei 100°C getrocknet,
wobei 37,20 g (62,42% Ausbeute) Tetrabrombisphenol-A (Smp. 181-182°C) entstanden.
Die organische Phase wurde von der Mutterlauge getrennt und auf ein Viertel des
Volumens eingeengt, wobei weitere 16,70 g Tetrabrombisphenol-A (28,02% Ausbeute)
erhalten wurden, was die isolierte Gesamtausbeute an Tetrabrombisphenol-A auf 90,44%
anwachsen ließ. Die charakteristischen Daten der isolierten Probe waren Smp.
181-182°C, 1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58 &dgr; (s, 6H);
7,25 &dgr; (s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 32,9 (% C), 2,19 (% H) sowie
58,3 (% Br).
BEISPIEL 3
25 g (0,11 mol) Bisphenol-A (BPA) in 75 ml Methylenchlorid in einem
500 ml Zweihals-Rundkolben wurden 31,62 g (0,31 mol oder 2,80 Äquivalente)
Natriumbromid und 0,05 g Natriumlaurylsulfat gelöst in 50 ml Wasser und 45
ml (0,54 mol) 12 N Salzsäure unter Rühren zugegeben. Der Kolben wurde
durch Überführen in ein kaltes Wasserbad auf 10°C gekühlt. Eine
Lösung von 22,1 g (0,15 mol oder 1,34 Äquivalente) Natriumbromat in 75
ml Wasser wurde langsam über 4 h unter Rühren zugegeben. Der Inhalt
wurde weitere 30 min gerührt. Das kristallisierte Produkt wurde filtriert,
zweifach mit deionisiertem Wasser gewaschen und in einem Ofen bei 100°C getrocknet,
wobei 39,70 g (66,61% Ausbeute) Tetrabrombisphenol-A (Smp. 181-182°C) entstanden.
Die organische Phase (70 ml) wurde abgetrennt und für das Experiment des Beispiels
4 wiederverwendet. Die charakteristischen Daten der isolierten Probe waren
1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58 &dgr; (s, 6H); 7,25 &dgr;
(s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 32,9 (% C), 2,19 (% H) sowie 58,3 (% Br).
BEISPIEL 4
Der in Beispiel 3 erhaltenen organischen Phase wurden 3,5 ml Methylenchlorid
zugegeben, wodurch das Volumen auf 75 ml erhöht wurde. Das Gemisch wurde in
einen 500 ml Zweihals-Rundkolben überführt und mit frischen Chargen an
Bisphenol-A, Natriumbromid, Salzsäure, Natriumlaurylsulfat und Wasser in den
in Beispiel 3 angeführten Mengen beschickt. Das oben beschriebene Bromierungsverfahren
wurde durch Zugabe einer Lösung von 22,1 g (0,15 mol oder 1,34 Äquivalente)
Natriumbromat in 75 ml Wasser wie in Beispiel 3 wiederholt. Nach Abschluss der Reaktion
wurde das Produkt wie in Beispiel 3 filtriert, gewaschen und getrocknet, wobei 60,2
g oder ca. 100% isolierte Tetrabrombisphenol-A Ausbeute (Smp. 181-182°C) bezogen
auf das Gewicht der frischen BPA Charge erhalten wurden. Die organische Schicht
wurde von der Mutterlauge getrennt und in Beispiel 5 verwendet. Die charakteristischen
Daten der isolierten Probe waren 1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58
&dgr; (s, 6H); 7,25 &dgr; (s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 32,9 (% C),
2,19 (% H) sowie 58,3 (% Br).
BEISPIEL 5
Das in Beispiel 4 beschriebene Experiment wurde unter Verwendung der
gebrauchten organischen Phase aus Beispiel 4 wiederholt, nachdem das Volumen mit
frischem Methylenchlorid auf 75 ml eingestellt wurde. Die isolierte Ausbeute an
Tetrabrombisphenol-A betrug 59,6 g oder 100% bezogen auf das Gewicht der frischen
Bisphenol-A Charge, und der Schmelzpunkt des Produkts betrug 180-182°C. Es
wurde kein Versuch unternommen, die organische Phase aufzubereiten. Die charakteristischen
Daten der isolierten Probe waren 1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58
&dgr; (s, 6H); 7,25 &dgr; (s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 33,15 (% C),
2,18 (% H) sowie 57,8 (% Br).
BEISPIEL 6
25 g (0,11 mol) Bisphenol-A (BPA) in 75 ml Methylenchlorid in einem
500 ml Zweihals-Rundkolben wurde eine Lösung von 31,62 g (0,31 mol oder 2,80
Äquivalente) Natriumbromid und 22,1 g (0,15 mol oder 1,34 Äquivalente)
Natriumbromat, die 0,05 g Natriumlaurylsulfat gelöst in 110 ml Wasser enthielt,
zugegeben. Der Kolben wurde durch Überführen in ein kaltes Wasserbad auf
10°C gekühlt. 45 ml (0,54 mol) 12 N Salzsäure wurden über 3
h unter Rühren zugegeben. Der Inhalt wurde eine weitere halbe Stunde zur Vollendung
der Reaktion gerührt. Das kristallisierte Produkt wurde filtriert, zweifach
mit deionisiertem Wasser gewaschen und in einem Ofen bei 100°C getrocknet,
wobei 31,4 g 52,86% Tetrabrombisphenol-A (Smp. 181-182°C) entstanden. Die organische
Phase wurde wie in Beispiel 7 beschrieben wieder aufbereitet. Die charakteristischen
Daten der isolierten Probe waren 1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58
&dgr; (s, 6H); 7,25 &dgr; (s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 32,9 (% C),
2,19 (% H) sowie 58,3 (% Br).
BEISPIEL 7
Das Volumen der gebrauchten organischen Phase aus dem Experiment des
Beispiels 6 wurde auf 75 ml gebracht, und die Bromierung wurde durch Zugabe von
25 g (0,11 mol) Bisphenol-A, einer Lösung von 31,62 g (0,31 mol oder 2,80 Äquivalente)
Natriumbromid und 22,1 g (0,15 mol oder 1,34 Äquivalente) Natriumbromat, die
in 110 ml Wasser gelöste 0,05 g Natriumlaurylsulfat enthielt, durchgeführt.
Der Kolben wurde durch Überführen in ein kaltes Wasserbad auf 10°C
gekühlt. 45 ml (0,54 mol) 12 N Salzsäure wurden über 3 h unter Rühren
zugegeben. Das erhaltene feste Produkt wurde abgetrennt, und die gebrauchte organische
Phase wurde in einem folgenden Ansatz wiederverwendet. Das Gewicht des aus den beiden
aufeinander folgenden Ansätzen erhaltenen Gesamtprodukts betrug 121,90 g oder
ca. 100% bezogen auf die gesamte Bisphenol-A Charge der zwei Ansätze. Der Schmelzpunkt
lag bei 181-182°C. Es wurde kein Versuch unternommen, die gebrauchte organische
Phase aufzuarbeiten oder wieder zu verwenden. Die charakteristischen Daten der isolierten
Probe waren 1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58 &dgr; (s, 6H);
7,25 &dgr; (s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 32,9 (% C), 2,19 (% H) sowie
58,3 (% Br).
BEISPIEL 8
0,50 kg (2,19 mol) Bisphenol-A in 1,50 l Methylenchlorid in einem
10 l Zweihals-Rundkolben wurde eine Lösung von 0,63 kg (6,14 mol) Natriumbromid,
0,44 kg (2,93 mol) Natriumbromat und 1 g Natriumlaurylsulfat in 2,5 l Wasser zugegeben.
Der Kolben wurde durch Überführen in ein kaltes Wasserbad auf 10°C
gekühlt. 90 l (10,8 mol) 12 N Salzsäure wurden über 3 h unter Rühren
zugegeben. Der Inhalt wurde weitere 0,5 h gerührt, und das abgetrennte feste
Produkt wurde filtriert, zweifach mit deionisiertem Wasser gewaschen und in einem
Ofen bei 100°C getrocknet, wobei eine Ausbeute von 0,85 kg erhalten wurde.
Die organische Phase wurde wie oben mit einer frischen Charge von 0,50 kg Bisphenol-A
und anderen Reagenzien wieder aufbereitet, und es wurden 1,07
kg Produkt erhalten. Die organische Phase wurde nochmals in einem weiteren Ansatz
wiederverwendet, und es wurden 1,14 kg Produkt gewonnen. Die isolierte Ausbeute
aus den drei Ansätzen betrug, unter Nichtberücksichtigung des Restprodukts
in der organischen Phase, 85,4%, wobei der Schmelzpunkt bei 178-180°C lag.
Die charakteristischen Daten der isolierten Probe waren 1H-NMR (CD3OD,
200 MHz) 1,59 &dgr; (s, 6H); 7,26 &dgr; (s, 4H), und die Elementaranalyse ergab
32,7 (% C), 2,15 (% H) sowie 57,3 (% Br).
BEISPIEL 9
25 g (0,11 mol) Bisphenol-A in 75 ml Methylenchlorid in einem 500
ml Zweihals-Rundkolben wurden 0,31 mol (37,5 ml 49% w/w) Bromwasserstoffsäure,
0,05 g Natriumlaurylsulfat und 9 ml (0,11 mol) 12 N Salzsäure unter Rühren
zugegeben. Der Kolben wurde durch Überführen in ein kaltes Wasserbad auf
10°C gekühlt. Eine Lösung von 22,1 g (0,15 mol oder 1,34 Äquivalente)
Natriumbromat in 75 ml Wasser wurde langsam über 4,25 h unter Rühren zugegeben.
Der Inhalt wurde weitere 30 min gerührt. Das erhaltene feste Produkt (32,30
g) wurde gesammelt, und eine weitere Produktmenge (22,60 g) wurde aus der organischen
Phase, wie in Beispiel 2 beschrieben, gewonnen. Das kombinierte Produkt wurde filtriert,
zweifach mit deionisiertem Wasser gewaschen und in einem Ofen bei 100°C getrocknet,
wobei eine Gesamtausbeute an Tetrabrombisphenol-A von 92,11% (Smp. 181-182°C)
erhalten wurde. Die charakteristischen Daten der isolierten Probe waren
1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58 &dgr; (s, 6H); 7,25 &dgr;
(s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 32,9 (% C), 2,19 (% H) sowie 58,3 (% Br).
BEISPIEL 10
25 g (0,11 mol) Bisphenol-A wurden in einem 500 ml Zweihals-Rundkolben
in 75 ml Methylenchlorid gerührt. Der Kolben wurde durch Überführen
in ein kaltes Wasserbad auf 10°C gekühlt. 45 ml (0,54 mol) 12 N Salzsäure
und 0,05 g Natriumlaurylsulfat wurden unter Rühren zugegeben. Eine Lösung
von 31,62 g (0,31 mol oder 2,80 Äquivalente) Natriumbromid und 22,10 g (0,15
mol oder 0,34 Äquivalente) Natriumbromat in 110 ml Wasser wurde über 4
h unter Rühren zugegeben. Es wurde weitere 0,5 h gerührt, das erhaltene
feste Produkt gesammelt und eine weitere Menge von Produkt aus der organischen Phase
gewonnen, wobei eine Gesamtausbeute von 93% Tetrabrombisphenol-A (Smp. 181-182°C)
erhalten wurde. Die charakteristischen Daten der isolierten Probe waren
1H-NMR (CD3OD, 200 MHz) 1,58 &dgr; (s, 6H); 7,25 &dgr;
(s, 4H), und die Elementaranalyse ergab 32,9 (% C), 2,19 (% H) sowie 58,3 (% Br).
Die experimentellen Daten enthüllten, dass Tetrabrombisphenol-A
(TBBPA) in guten Ausbeuten und mit einer hohen Bromatomwirksamkeit mit einem sicheren,
einfachen und ökonomischen Verfahren hergestellt werden konnte, als Alternative
zu solchen Verfahren, die flüssiges Brom als Bromierungsmittel und ein beträchtliche
Maß der Aufbereitung umfassen, um das Produkt zu gewinnen. Das vorliegende
Verfahren ist vorteilhafter, da die Handhabung von Bromierungsmitteln und anderen
Reaktanden wesentlich einfacher als in anderen Verfahren ist. Ein besonderer Katalysator,
der dem Produkt Unreinheiten zufügen kann, ist nicht von Nöten, und es
besteht keine Abhängigkeit von fremden Oxidationsmitteln, um das im Laufe der
Bromierungsreaktion erzeugte Nebenprodukt Bromwasserstoffsäure zu verwenden.
Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt eine Flexibilität bei der
Auswahl der Bromid- und Bromat-enthaltenden Verbindungen und bei der Art und Weise
der Zugabe der Reagenzien, was wiederum zur Verwendung des als Zwischenprodukt bei
der Gewinnung von Brom im Kälteverfahren erzeugten Bromid-Bromat-Gemischs geeignet
ist. Ferner wird die Bromierungsreaktion beinahe bei Umgebungsbedingungen durchgeführt,
und das reine Produkt wird direkt in fester Form erhalten, wodurch der Bedarf an
Aufbereitung und Reinigung minimiert wird. Das erfindungsgemäße Verfahren
sieht ferner eine Wiederverwendung der gebrauchten organischen Phase in nachfolgenden
Ansätzen vor und erzielt somit gleichzeitig die Vorteile einer maximalen Produktgewinnung
und einer minimalen organischen Abwasserausscheidung.
Die Hauptvorteile des Verfahrens sind:
- 1. Flüssiges Brom wird nicht direkt zur Bromierung von BPA verwendet.
- 2. Die Bromierungsmittel und weitere Reaktanden sind umweltfreundlich, aber
nicht toxisch und keine Luftverunreiniger.
- 3. Die Bromierungsmittel machen keine Spezialausrüstung und Sicherheitsvorrichtungen
erforderlich.
- 4. Es ist kein Katalysator nötig, und somit kann TBBPA vom Polycarbonatgrad
direkt erhalten werden.
- 5. Es werden keine Nebenprodukte wie Bromwasserstoffsäure gebildet.
- 6. Das bei diesem Verfahren zur Oxidation von Bromwasserstoff verwendete Oxidationsmittel
ist stabil und das daraus freigestzte Produkt trägt zu den aktiven Bromierungsteilchen
bei.
- 7. Eine Erwärmung oder Lagerung des Reaktionsgemischs nach der vollständigen
Zugabe des Bromierungsmittels ist nicht erforderlich.
- 8. Die alkalische Lösung, welche als Zwischenprodukt des Verfahrens der
Bromextraktion aus Bitterwässern im Kälteverfahren erhalten wird, kann
als Bromierungsmittel verwendet werden.
- 9. Die Mineralsäure Salzsäure ist nicht so gefährlich wie andere
und ihre Menge kann minimiert werden.
- 10. Die Bromierungsreaktion wird beinahe bei Umgebungsbedingungen durchgeführt,
und das reine Produkt wird direkt in fester Form erhalten, wodurch der Bedarf an
Arbeitsprotokoll und Reinigung minimiert wird
- 11. Die gebrauchte organische Phase kann in nachfolgenden Ansätzen wieder
aufbereitet werden, wodurch gleizeitig die Vorteile einer maximalen Produktgewinnung
und einer minimalen organischen Abwasserausscheidung erzielt werden.
- 12. Die von der Mutterlauge abgetrennte organische und wässrige Phase kann
ohne den Bedarf einer Vorbehandlung wieder verwendet werden.
- 13. Das Produkt kann direkt als kristallines Material in 5 bis 7 h nach Start
der Reaktion erhalten werden.
- 14. Die organische Phase kann in nachfolgenden Ansätzen wieder aufbereitet
werden, wobei das Arbeitsprotokoll minimiert, eine maximale Ausbeute von fertigem
unlöslichem Produkt und eine minimale Abwasserausscheidung erzielt wird.